Morgens. Ohne Kaffee.

Sarah und ich. Eine SMS-Konversation

Sarah | 8:51 Uhr | Prüfungswoche angelaufen, bin glücklich! Nur noch 4 Tage und 8 Stunden, dann sind Ferien!
Dominik | 9:08 Uhr | Boa. Sehr gemein. So bald am Morgen!
Sarah | 9:11 Uhr | Jupp, aber dafür kann ich morgen schlafen. Da muss ich erst um halb 12 außer Haus.
Dominik | 9:11 Uhr | Ich könnt heute schlafen. Morgen nicht.
Sarah | 9:12 Uhr | Na, dann schlaf!
Dominik | 9:12 Uhr | DU HAST MICH AUFGEWECKT! Ansonsten würd‘ ich eh noch schlafen.
Sarah | 9:14 Uhr | Sorry!
Dominik | 9:16 Uhr | Zu spät! Um was geht es heute?
Sarah | 9:19 Uhr | Sowjetunion und Österreich ab Monarchie
(…)

Eine halbe Tasse Kaffee (und einen Muffin, ein Vanille-Yogurt und einen Smoothie später) bin ich immer noch munter. Aber jetzt bekomme ich die Augen auch schon von selbst auf. Und ich dachte einfach, dass das die Weltöffentlichkeit erfahren muss: Wie brutal das Vibrieren meines Handys aufgrund einer SMS von Sarah wecken kann. Und natürlich hoffe ich, dass es Sarah bei der jetzt gerade stattfindenden Prüfung (zu Sowjetunionund Österreich ab Monarchie) regelrecht gut geht!

photocredit: chispita_666 | flickr

Auch ohne mich. [Ein Abschiedsbrief]

Weißt du eigentlich, wie lange ich dich schon geliebt habe, bevor du mich überhaupt richtig kennen lernen konntest? Du warst immer die Traumvorstellung, die ich immer in mir trug. Wenn mich jemand nach meiner Zukunft fragte, sprach ich immer von dir. Nur von dir und all meinen anderen Träumen, die ich mit dir umsetzen wollte. Jetzt kennen, fühlen, spüren, hören wir uns nun schon seit beinahe 9 Monaten. Und für mich ist der Punkt gekommen, an dem ich gehen muss. Frag‘ bitte nicht. Kein Warum. Kein Weshalb. Akzeptiere es einfach.

Du bist immer noch groß und einzigartig, in meiner Vorstellung. Selbst jetzt, vermischt mit der monatelangen Realität, mit der du mich konfrontiertest, muss ich zugeben, dass du einfach unglaublich bist. Keine Minute kannst du ruhen. Und es dauert lange, um mit dir auch einmal in vollem inneren Frieden ruhig zu werden. Du hast mir neue Horizonte eröffnet und mich nun doch einen ganz wichtigen Schritt in meinem Leben begleitet. Hast mich geprägt, mir so viele neue, wundervolle Menschen vorgestellt. Und mir aber auch deine dreckigen Seiten gezeigt. Den schwarzen Fleck in deinem Herzen.

Nach diesen neun Monaten muss ich mich verabschieden. Und du kannst dir wahrscheinlich nicht vorstellen, wie sehr ich mich schon auf meinen letzten Tag hier freue. Auf den letzten Tag des Junis, dem letzten Tag meines Publizistikstudiums. Jenes Studium, welches ebenso ein Traum von mir war, und welches mich in Rekordgeschwindigkeit als anerkannten und hochgeschätzten Journalisten wieder ausspucken hätte sollen. Auch das hat mich enttäuscht. Vielleicht noch viel mehr als du. War es doch nichts mehr als ein unpersönliches Aussortieren und eine Ansammlung meist unfähiger Studenten. Vielleicht ist das auch nur ein guter Vorwand für mich, um mich von dir zu trennen.

Weißt du … manchmal kannst du so wundervoll sein. Wenn du mit deiner übermäßigen Schönheit prahlst. Dann möchte ich dich festhalten, möchte für immer bei dir bleiben. Aber es geht nicht. Es geht einfach nicht. Viel zu sehr saugst du mich aus, machst mich fertig, und manchmal trittst du auch noch extra auf mich ein, wenn ich schon auf dem Boden liege. Wirklich. Vielleicht ist es dir nur bis jetzt noch nicht aufgefallen. Aber ich will nicht mehr.

Und wenn ich ehrlich sein soll: Ich habe da jemand Neuen kennengelernt. Sie ist wundervoll. Etwas ruhiger als du. Ach, was sage ich: Beinahe zu still ist sie. Viel natürlicher, viel sanfter. Mit ihr könnte es schön werden. Mit ihr könnte ich leben, zumindest für ein paar Jahre. Ich weiß, das hört sich jetzt wirklich schlimm an, aber ihr zwei seid einfach nicht miteinander zu vergleichen. Du eröffnest mir ungeahnte Möglichkeiten, dein Gegenüber bietet mir einen Platz, an dem ich mich wohlfühle.

Du wirst nicht lange alleine sein. Da bin ich mir sicher. Jemand anderer, der mir gar nicht so unähnlich sein wird, hat sich wahrscheinlich genauso wie ich, schon vor Jahren in dich verliebt. Ich werde schnell ersetzt werden. Und wie du ja weißt, hasse ich diesen Satz. Aber hey … wir könnten doch … ähm, Freunde bleiben? Ich komme dich immer mal wieder besuchen. So kann ich dich auf eine total andere, wahrscheinlich bessere Art und Weise wieder neu kennenlernen. Bist du dazu bereit?

Egal. Ich gebe dir Zeit. Überlege es dir gut. Und wenn genug Zeit vorüber ist, melde ich mich wieder. Sehe mal wieder vorbei. Um nachzusehen, ob es dir eh noch gut geht. Auch ohne mich.

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Ein Remake sozusagen.

Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen. Jede vergangene Liebe ist für mich seit Neuestem (seit diesem Jahr ungefähr) auch wirklich vergangen. Ich bin Single, und dabei auch irgendwie glücklich (obwohl sich diese  beiden Worte nicht lange vertragen). Ich lebe hinein in mein Leben, lasse mich überraschen.

Und hoffe, dass das mit dem Verlieben und den Schmetterlingen irgendwann wieder genau so abläuft, wie es damals war. Voller Romantik und kindlicher Feigheit. Es soll bitte wieder so erinnerungswürdig werden. Denn recht viel schöner hätte es in keiner Liebesgeschichte oder keinem Liebesfilm ablaufen können.

[Ein Remake wünsch ich mir, sozusagen. Nur ein Teil der Schauspielcrew müsste aufgrund ausgetauscht werden.]

Ob der eigenen Vernunft.

Manchmal möchte man – aufgrund der eigenen Vernunft – nur mehr kotzen.
Ich zumindest.

Warum kann man denn nicht einmal all diese Einflüsse aus dem Inneren des Herzens und des Kopfes hinter sich lassen. Die Augen schließen, zu denken aufhören, und einfach nur vor sich hinleben. Es würde doch alles so viel einfacher machen.

Gedankenrassist.

Einerseits: Warum das Buch, von welchem ich seit 1 Jahr träume, an welchem ich seit mehr als 52 Wochen grüble einfach nichts werden will. Andererseits: Warum ich es trotzdem noch nicht aufgeben möchte.

Florian schreibt einen Roman. Ich kann ihm zu dieser Entscheidung durch alle Bänke hindurch (manchmal gibt es wirklich solche Füllwortkombinationen, deren Sinnhaftigkeit sich mir einfach nicht erschließen möchte) gratulieren. Er ist mein Lieblingsautor im Internet, wenn man so sagen kann. Seit ich damals auf NEON.de das erste Mal Texte von ihm gelesen habe, komme ich nicht mehr los. Zum Lachen, zum Weinen, zum Nicken, zum Immer-wieder-Zurückkehren. Und falls man es jetzt noch nicht verstanden hat: Sobald das Buch erscheint, muss es unbedingt den Weg in meinen Postkasten, mein Bett und schließlich mein Regal finden. Extra im Bereich für besondere Bücher (in dem sich übrigens auch schon Andrés Die Sprache der Scherben befindet).

Manche erinnern sich noch an meinen Buchversuch: Volle Distanz. Näher zu dir; eine Idee, die mir in den letzten Tagen meines Zivildienstes irgendwann in den Kopf geschossen ist. Und sich bis heute festgesetzt hat. Ich hatte selbst in diesem Jahr noch einmal einen Kreativschub. Setzte Wort an Wort und stellte sogar vorübergehend ein oder zwei Kapitel fertig. Doch seit einigen Wochen steht nun alles wieder. Und obwohl mein Studium überaus unfordernd ist, bepacke ich mich mit Unmengen anderer Verpflichtungen, sodass ich meist um kurz nach Mitternacht todmüde ins Bett falle. Und leider ist genau das die Zeit meines kreativen Höhepunkts, Tag für Tag. Zu dieser Zeit kommen mir die genialsten Einfälle, die wundervollsten Traumvorstellungen.

Soll ich jetzt sagen, der Buch wäre gestorben? Nein. Das könnte ich ja gar nicht. So oft ich auch Sätze, Seiten und Kapitel entferne, in meinem Kopf bleibt dieses Hirngespinst. Spinnt sich weiter und weiter. Somit kann ich nur sagen: Dieses Buch muss fertig werden. Erst wenn der letzte Satz geschrieben ist (welcher bei mir im Gegensatz zu Flos Buch noch nicht im Vorhinein feststeht) und zum Abschluss ein Punkt nachgelegt wird, kann die Geschichte für mich endlich sterben gehen. Außer sie gefällt, die Geschichte.

Woran ich bisher immer scheiterte, war mein eigener Wunsch nach Perfektion. Mein Drang, mein Zwang sozusagen. Sollte es (m)ein Buch sein, sollte jeder Satz gut bedacht, wundervoll und berührend sein. Oder aufschreckend. Wer jemals versucht hat, literarisch tätig zu sein, weiß, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und ich habe selbst auch noch kein Buch gelesen, welches mit allsätzlichen Glanzleistungen posen konnte. Fiel mir ein schöner Satz ein, war es der andere nicht mehr wert, vorangegangen zu sein. Delete. Ich wurde: Gedankenrassist. Das ist zwar jetzt nicht unbedingt so schämenswert, aber meinem Buchprojekt nicht unbedingt förderlich.

Volle Distanz. Näher zu dir wird mein erstes Buch. Das steht fest. Es soll berühren, fesseln, gefallen; natürlich! Und das wird es auch, dabei bin ich mir sicher. Ich muss nur endlich über meinen Schatten springen, und mich vor das Note-/Netbook setzen und zu schreiben beginnen. Ja, vielleicht wieder ein neuer Anfang [N° 13?], vielleicht wieder alles neu. Nur diesmal darf ich nicht einfach wieder aufhören. Die Sommerferien (trotz Ferialjob im Juli und 10-Tages-Festivalurlaub im August) sollen es sein. In diesen Tagen soll meine Geschichte rund um Noah und Emily endlich reifen, erwachsen werden, aus diesem harten, harten Ei schlüpfen und eben in einem endgültigen aber verdienten Punkt enden.

Und mit diesen Worten möchte ich mich auch für die nächsten 2 Wochen etwas rar machen. Vier Prüfungen warten auf mich, von denen zumindest drei bestanden werden müssen. Am 22., 25., 29. und 30. Juni sind eure Daumen gefragt. Ich werde zwar mit Kurzpostings aufwarten, und nebenbei auch etwas POLILOG und dreams|of|the|future, meinem neuen englischsprachigen Blog befüllen, aber für große Gedankenanstrengungen bin ich abseits der Publizistik zurzeit nicht zu haben.

Verletzbar machen.

Ich habe übrigens beschlossen, dass, sollte ich mich wieder einmal verlieben, nicht ich damit anfangen möchte. Nicht ich es sein soll, der seine tiefsten Schmetterlingsgefühle von Verliebtheit und Tagtraumfabrik ausschüttet und sich mit einem Mal, auf einen Schlag so furchtbar verletzbar macht.

Die andere Seite soll beginnen. Denn bei mir kann man sich sicher sein, dass all diese Worte nicht fehlgeleitet ankommen. Ich weiß mit so etwas umzugehen. Besteht die Liebe auf beiden Seiten ist es sowieso ganz einfach. Und ansonsten muss ich über meinen eigenen Schatten springen und ein Herz brechen. Aber ich versuche es so sanft wie möglich zu tun. Ich weiß ja nun schon, wie weh so etwas tut. Und sollte das Gegenüber überhaupt nicht reagieren, ist dies für mich ein Zeichen, es ganz einfach zu lassen.

Und wenn es möglicherweise vollkommen eindeutig ist, dann braucht man dazu auch gar keine anfänglichen Worte.

Du zitterst.

Zigarette

Als sich die Nacht um uns verdichtet, deuten nur mehr die glühenden Spitzen unserer Zigaretten unseren Standort an. Jedes Mal, wenn du an ihr ziehst, kann ich dein Gesicht betrachten, nur für einen kurzen Moment. Du zitterst.

Ich würde mich ganz nah zu dir stellen. Würde dich umarmen, mit meinen Armen an deinem Rücken dir Wärme schenken, würde dir durch unsere Umschlungenheit all meine übermäßige Wärme abgeben. Nur damit du endlich zu zittern aufhörst. Und du könntest dich an mich kuscheln, könntest mir mit deinen Händen durch meine Haare streichen. Und mir deine Gedanken, all deine Gedanken ins Ohr flüstern.

Mein nächster Zug erhellt nun mein eigenes Gesicht. Du siehst mich an. Deiner sonst überschwänglichenFröhlichkeit sind Angst, Stille und Dunkelheit nachgefolgt. Nicht einmal deine Hand kann ich halten.

Wir sind uns noch viel zu fern. Obwohl ich mich dir so oft so nahe fühle.

Liebeslied.

Es muss dieser eine Traum gewesen sein. Als ich kurz davor, der Timer meines Fernsehers zeigte mir 4.35 Uhr an, nach anfänglicher bösartiger Schlaflosigkeit endlich den Weg in Richtung Traumwelt beschreiten durfte. Seit damals, als vor drei oder vier Tagen aufwachte, habe ich dieses Lied in meinem Kopf.

Ich hörte es, als ich ganz nah an dieser beinahe unbekannten jungen Frau stand. Mit ihr tanzte, so wie man es von Abschlussbällen einer typisch amerikanischen High School-Serie gewohnt war. Ganz nah. Und nur dieses Lied. Diese Frau und ich. Gemeinsam auf diesem Tanzparkett. Meine Hände an ihrer Hüfte, ihre Arme um meinen Hals gelegt.

Vielleicht schleicht sich dieses Lied immer wieder in mein Kopf, weil ich in diesem Traum zum ersten Mal wieder so etwas wie Liebe in mir spürte. Kein sanftes Verliebtsein, sondern die brutale und beinahe schon ungewohnte Liebe. Es fühlte sich so wunderschön an, so einzigartig, so herzerwärmend an. Fast beinahe schon so, als könnte ich mich wieder daran gewöhnen.

Sommerregen.

Es riecht nach Regen.

Du ziehst mich zu dir heran, greifst meine Hand. Unsere Finger verflechten sich zur scheinbar unlösbaren Verkettung unserer beiden Körper. Ein Lächeln befleckt dein Gesicht, so herzhaft ungezwungen, so sonnig-zart. Wir fühlen uns einzigartig, zwischen all diesem promenierenden fahlgrauen Gestalten um uns herum.

Und mit dem ersten Regentropfen, dem ersten wundervoll warmen Sommerregen in diesem Jahr ziehen wir uns die Kapuzen unserer Pullis über unsere Köpfe. Wir sind glücklich. Als der Regen immer stärker wird, bleiben wir stehen. Die unbändigen Tropfen durchnässen unsere Kleidung, unsere Haare, unsere Körper. Und als wir uns zu küssen beginn, scheint es plötzlich so absolut vollkommen still. Wir sind allein hier. Einsam hier in der Mitte der Welt.

Es riecht nach. Nach Sonne wahrscheinlich.

[n1/the larch|flickr]