Untergang.

„Als die Welt zu Ende schien, gab es keine Hoffnung mehr. Nichts war mehr da. Alles dunkel. Der Untergang konnte losgehen.“

Ich schreibe mal wieder an meinem Buch. Mit einem Bleistift in mein Moleskine. Immer mal wieder versuche ich, neue Sätze, neue Absätze, neue Ideen einzubauen. Das soll er werden, mein erster Roman. Meine Geschichte. Das Buch, dass irgendwann einmal im Buchladen steht, mit meinem Namen darauf und voll mit meinen Gedanken und meinen Worten. Ich träume schon wieder. Denn wer sollte das denn lesen wollen? Worüber es geht? Schwer zu sagen. Ich überlege noch. Die Handlung ist mir noch nicht ganz klar, versteht ihr? Es ist alles nur ein Gedankenkonstrukt, eine Geschichte, die sich nach und nach, Absatz für Absatz in meinem Kopf aufbauen wird. So hoffe ich zumindest.

Das tat ich schon immer gerne. Damals, als ich dreizehn Jahre oder so alt war, schrieb ich meine erstes Werk. Über vier junge Menschen, ein befreundetes Geschwisterpaar, meine Schwester und ich. Wir waren die Knickerbocker Bande Oberösterreichs. So ungefähr konnte man es sich vorstellen. Ich habe die Geschichte nie fertig geschrieben, aber schon damals hat man mir gesagt, dass ich unbedingt weiterschreiben solle. Ich hätte Talent, meinte man damals. Dann war lange Zeit nichts. Eine gähnende Leere, bis ich schließlich innerhalb von zwei Wochen 70.000 Worte zusammengeschrieben habe. Eine Geschichte über mich, über mein Leben. Über dieses unendliche Pack Leid, dass ein jeder Mensch erleiden muss. Über diesen Weltschmerz, der nie wieder weggehen wird. Doch dann war die Pubertät schon fast wieder vorbei un ich bemerkte, wie übermäßig dramatisch und in Wahrheit wie lächerlich diese Geschichte ist. Aber es stimmt ja: In der Pubertät ist man wirklich ganz schlimm dran. Vor allem, wenn man eigentlich ein so schönes Leben wie ich leben konnte. Ich habe alles eingepackt. Drogenexperimente, Selbstmordversuche, Krebsdiagnose. Hautpsache mehr Drama. Dabei ist doch das Leben wie es wirklich ist viel spannender. Denke ich mir zumindest.

„Es fühlte sich an, als würde es keinen Morgen geben. Oder vielleicht hätte es ja einen Morgen gegeben. Nur ich wünschte mir, dass es das ein für allemal war. Dass nichts mehr kommt. Dass mein Schmerz nicht mehr wachsen könne, sondern hier sein jähes Ende erleben würde.“

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 12 „Annäherung“]

Twitter und die Liebe.

Ich bin in einem Buch. Ernsthaft. Im neuen PONS-Twitterbuch, das so wunderbar lustig „Ich kann auch ohne dich unglücklich sein – Die besten Sprüche rund um die Liebe aus Twitter“ heißt. Und wenn ihr das mal in den Händen hält, schaut einfach mal auf Seite 173. Ich finds ja lustig, das ist zwar einer meiner Tweets mit den meisten Favs und Retweets, aber sicherlich nicht der Romantischste, Lieblichste, Unglücklichste. In Wahrheit hat er ja gar nichts mit Liebe zu tun. Also: Kaufen … und sich mit mir freuen. Und das isser:

http://twitter.com/#!/just4ikarus/status/65452616460681216

750 Worte.

Volle Distanz. Näher zu dir. Ihr wisst doch, wovon ich spreche? Mein Meisterwerk, dass erst noch geschrieben werden muss. Dessen Idee verdammte 3 Jahre alt ist, und an dessen ersten Seiten ich mehrere Dutzend Male schon gescheitert bin.

@Luca hat irgendwann einmal über #750words getweeted, extra mit Hinweis für mich, damit ich es auch ja nicht übersehe. Und ich habe mir einfach mal angesehen, worum es überhaupt geht. Eine neue Bloggingplattform? Wieder was zum Anmelden? Nein. Gar nicht. 750words.com ist wohl eine genial simple Idee. Und nach meinen bisher 7573 Worte später (nach dem Start am 1. Mai) möchte ich es euch nicht mehr vorbehalten.

Volle Distanz. Näher zu dir läuft. Warum? Und so plötzlich? Nun: Ich habe wieder vollkommen von vorne begonnen, basierend auf einer Erzählidee, die mir in Stockholm gekommen ist. Also der erneute Start bei 0. Wie schaffte ich es, jeden Tag 750 weitere Worte zu schreiben und so das Buchprojekt so weit voranzutreiben wie es bisher wohl noch nie wirklich möglich war? Und warum hab‘ ich immer noch keine Lust, wieder alles hinzuschmeißen und von vorne anzufangen?

Weil diese simple Seite wirklich gut durchdacht ist: du hast 24 Stunden Zeit 750 Worte zu schreiben. Das ist das Ziel. Das habe ich auch getan, (bis auf meinen Geburtstag, dafür am nächsten Tag einfach doppelt so viel), und nach diesen 24 Stunden kannst du nichts Weiteres tun, als den Text durchzulesen. Keine Edit-Möglichkeit, keine Möglichkeit schreckliche Zeilen zu löschen. Nein. Es wird einfach weitergeschrieben. Ich habe mir angewöhnt, zu Beginn der halben Stunde oder so, die ich für meine 750 Worte benötige, noch ein einziges Mal den letzten Satz des Vortages zu lesen, um dann wieder in die Welt einzutauchen.

Und es spornt an. Ich hatte ja schon öfter mal solche Schreibschübe, wo ich immer mal wieder Seite um Seiten füllen wollte und es manchmal auch schaffte. Dann aber kam meist die Flaute, zwei, drei, vier Wochen gar nichts … ein rasches Drüberlesen und dann meist der Weg in den Papierkorb. Hier wird einfach jeden Tag geschrieben, Stückchen für Stückchen. Und nachdem mein Ziel (so ganz grob geschätzt) 75.000 Worte sind, wäre ich somit in 100 Tagen mit dem Buch fertig. Das wäre dann also der 8. Juli. Eine coole Sache, oder?

Wer also endlich einmal eine Geschichte erzählen möchte, ein Buch schreiben, eine Idee umsetzen, dem kann ich #750words nur wärmstens empfehlen. Die Idee ist einfach und auch rasch erklärt, aber der Entwickler hat sich scheinbar wirklich sehr viel dabei gedacht. Und hiermit danke ich auch noch @Luca, den ich für diesen raschen Fortschritt meines Buchprojekts verantwortlich mache.

In der Gegenwart angekommen.

In der Gegenwart angekommen. Vieles hat sich verändert, vieles ist nun vollkommen anders. Anders als ich es selbst erwartet habe. Hannah habe ich noch ein, zwei Mal gesehen. Selbst wenn ich mit meinen Freunden ausging, sind wir uns kaum begegnet. Es hat lange gedauert, bis ich über den Schmerz, den unsere gemeinsame Unfähigkeit uns ganz einfach zu lieben, in mir verursacht hat, hinweggekommen bin. Und auch heute noch denke ich oft an die schöne Zeit, die wir miteinander verbracht haben, zurück. Ja, es war eine schöne Zeit.

Gerade bin ich auf dem Weg nach Wien. Stehe am Bahnhof, wo vielleicht noch zwei oder drei andere Menschen auf denselben Zug in die gleiche Richtung warten. Meine Sporttasche ist kaum gefüllt, mein Kopf schon wieder irgendwo anders. Im Grunde genommen habe ich noch sehr wenig realisiert, dass sich mein Lebensmittelpunkt schon in Kürze von diesem einen provinziellen Menschenhaufen in die 1,5 Millionen Metropole verlagern wird. Im Moment denke ich einfach nur daran, wie ich die zweieinhalb Stunden andauernde Zugfahrt bestmöglich überbrücken kann.

Ich habe nicht viel geliebt in den letzten zwei Jahren. Natürlich gab es da das eine oder andere Mädchen, in welches ich mich verkuckt habe, manchmal gingen meine Gefühle sogar darüber hinaus. Aber ungefähr jedes Mal bin ich damit auch auf die Fresse gefallen. Einseitigkeit tut einer Beziehung niemals gut, selbst wenn sie gerade erst im Entstehen ist. Es waren hübsche junge Frauen, nett, liebenswürdig. Aber irgendwie verspürten sie eben nicht dasselbe wie ich und immer mal wieder bin ich dann im Regen gestanden, kurz nachdem meine Gefühle und meine Erwartungen alles zu übersteigen schienen. Es hat sich nicht viel getan in den letzten paar Monaten. Nicht viel.

Ich habe die Schule abgeschlossen, nicht mit Bravour, aber schließlich doch irgendwie. Und ich habe meinen Zivildienst abgeleistet, scheinbar ebenfalls nur irgendwie. Ich habe den Sommer genossen und die Nächte gelebt. Ja, selbst wenn es mir die Liebe so schwer machte, sie zu mögen, hat das Leben mich immer weiter und weiter gezogen bis ich bemerkte, dass ein beinahe andauerndes Lächeln auf meinem Gesicht ruht. Der Zug fährt ein.

Jetzt im Nachhinein erinnert mich die Szene des Einsteigens in den schon da überfüllten Zuges an die vielen Filmszenen amerkanischer Antikriegsfilme, als die jungen Rekruten, nur bepackt mit einer Tasche und vielen Erinnerungen, in den Bus stiegen, um die Reise ins Ungewisse aufzunehmen. Es wirkt vielleicht ein wenig melodramatisch, aber schließlich war ich bisher erst ein oder zwei Mal in Wien und wagte somit einen sehr überraschenden und doch schon jahrelang geplanten Weg in die Großstadt.

Es wird getuschelt, ich werde hie und da angesehen als wäre ich vom Mond, vorsichtig zwänge ich meinen Körper und das Gepäck an unnötig den Weg versperrenden Gesellschaften. Bis ich schließlich irgendwo einen freien Platz finde, auf einem dieser Vierer-Plätze, in deren Mitte sich ein kleiner Tisch befindet. Meine Sitznachbarn nicken nur, als ich frage, ob denn dieser eine Platz frei wäre, und setzen dann unentwegt ihre Konversation fort. Über die Wetterkapriolen der letzten Tage reden sie, und so bleibt mir nichts anderes übrig, als hurtig den iPod auszupacken, die Kopfhörer einzustöpseln, auf »Play« zu drücken und schließlich mit geschlossenen Augen und dem Kopf gegen das Zugfenster gelehnt, einzuschlafen.

»Ihre Fahrkarten, bitte!«

Mit einem Mal bin ich wieder wach, blicke mich vollkommen überfordert im ganzen Zug um und versuche durch das Fenster hindurch in der Dunkelheit herum Umrisse zu entdecken, die mir verrieten, wo wir uns jetzt gerade befanden. Erst ein paar Sekunden später realisiere ich, dass der Zugschaffner immer noch auf meine Fahrkarte wartete, und beginne hektisch in meiner Tasche zu wühlen.

»Hier, bitte!«

Klick-Klack.

So viel Aufregung wegen so wenig Klick und Klack. Nachdem ich meine Geldbörse wieder verstaut habe, die Kopfhörer wieder richtig platziert, sucht mein Kopf schon wieder den Weg in Richtung Zugfenster, als ich bemerke, dass sich die Umstände hier im Waggon verändert haben. Es ist eindeutig leerer geworden. Nur wenige, die schon da saßen, als ich einstieg, befinden sich jetzt noch im Zug. Scheinbar eine ganze Schulklasse hat das Abteil verlassen. Und zu guter Letzt bemerke ich, dass eine hübsche, junge Frau meine neue Sitznachbarin ist. Sie sieht mich an, grinst bis über beide Ohren und meint nur: »Hey!«

Verdammt. Ich war ihr aufgefallen. Und wahrscheinlich grinst sie nur, weil ich mich gerade so furchtbar idiotisch anstellte, als mich der Schaffner überraschte. Bitte keinen Smalltalk, bitte keinen Smalltalk. Bitte keinen Smalltalk.

»Hey!“«
– »Sorry, dass ich lache. Ähm, es sah einfach so lustig aus, als du aus dem Schlaf hochgeschreckt bist.«

Mir ist das natürlich peinlich. Aber wenigstens ist sie ehrlich und sagt frei heraus, warum ich sie so wunderbar belustigte.

»Das sind die schlimmsten Momente. Ich bin furchtbar, so kurz nach dem Aufwachen. Da sollte man mich liebe nicht ansprechen.«

Vielleicht springt sie ja auf diesen Zug auf und versucht nicht weiter, dieses relativ belanglose Gespräch aufrecht zu erhalten. Denn, es ist spät nachts und ich habe einfach keine Lust, mit wildfremden Leuten Smalltalk zu führen. Vor allem im Zug, wo es kaum eine Fluchtmöglichkeit gibt.

»Wie weit fährst du?«, fragt mich die junge Frau schräg gegenüber. Sie hat scheinbar keine Lust, still zu sein.
– »Wien. Und- … und du?«
»Mal sehen. Keine Ahnung.«
– »Das ist ja mal eine Ansage.«

Leserlich.

Axolotl Roadkill
Helene Hegemann
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Drogen. Rausch. Sex. Schmerz

Strobo
Airen
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Drogen. Techno. Sex. Mut

Und im Zweifel für dich selbst
Elisabeth Rank
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Leben. Liebe. Ende. Anfang

I am Airen Man
Airen
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Drogen. Rausch. Mexico. Airen (27.03.2010)

Oh ja.
Ich lese wieder. Endlich.

Und nun ein Aufruf: Welche BloggerInnen oder Twitter-User kennt ihr, die einen Roman geschrieben haben? Ich würde sie alle gerne in einem Blogeintrag zusammenfassen. Beinahe so als Sammlung aller relevanten BloggerInnen-Werke. Ihr kennt jemanden? Dann bitte als Kommentar posten!

Manchmal wünscht man sich eben die Aufmerksamkeit, die man sich zu verdienen glaubt. Diese Aufmerksamkeit wünsche ich mir jetzt neben meinen bisherigen Blogs nun auch für volledistanz.posterous.com. Das Buch ist also immer noch in der Mache. Und um nicht diesen Blog hier mit metasprachlichen Buchschreib-Gedanken vollzumüllen, habe ich eben diesen Mikroblog erstellt.

Dort kann man miterleben, wie ich zwischen Leben und dem Kunstgedanken herumbalanciere. Meine Probleme beim Weiterschreiben, kleine aber feine Infos zum gesamten Plot und hie und da auch so manches Stückchen zum Probelesen. Das ist wahrscheinlich Buchschreiben 2.0(10). Und ihr seid dabei. Und vielleicht erlebt ihr auch, wie ich die letzte Seite, den letzten Satz und den letzten Punkt schreibe.

Ich würde mich freuen, viele von euch dort drüben zu sehen. Kommentiert, abonniert, followed und subscribed.

Traumapplaus.

Das Buch entsteht.

Seit Februar 2008 geht mir meine Idee von „Volle Distanz. Näher zu dir“ nicht mehr aus dem Kopf und obwohl ich immer und immer wieder darüber nachdenke und zum ersten Mal eine Geschichte zu einem großen Teil durchgedacht wurde, stolpere ich immer wieder über die ersten paar Seiten. Mein letzter großer Versuch zwischen März und April brachte rund 3.500 Worte. Und doch nicht die erhoffte Zufriedenheit. Jetzt bin ich einfach ganz persönlich an einem Punkt angelangt, an dem mein Leben einfach nur schön ist. Mit all seinen Holprigkeiten und Regengüssen. Vielleicht bin ich auch einfach nur seit langem wieder einmal richtig glücklich. Jetzt möchte ich es tun und jetzt werde ich es auch.

„Volle Distanz. Näher zu dir“ ist ein Herzensprojekt. Eine autobiografische Fiktionsgeschichte. Ein Traum von mir. Träume müssen wahr werden. Und wie Klaus Werner Lobo gestern so schön sagte: Wir werden viel zu selten nach unseren Träumen gefragt. Und noch seltener bekommen wir dafür Applaus. Das ist mein Traum. Und jetzt, heute, an diesem wunderschönen Tag will ich erneut beginnen. Und nicht ruhen, bis diese dreißig-, vierzig- oder fünfzigtausend Worte hineingetippt wurden.

Eigentlich wollte ich meinen kompletten Web 2.0 – Rückzug anmelden, bis der letzte Punkt des Buches abgetippt wurde. Aber das werde ich nicht schaffen. Nur der Blog wird ähnlich hoch frequentiert sein, wie aktuell. Hier mal ein Beitrag, da mal zwei … ein paar Tage gar nichts. Und wenn ich mich dann wieder richtig zurückmelde, dann wird das wohl auch etwas mit Bombast und Pomp zu tun haben. Efficient Web 2.0ing for me.

Immer mal wieder werde ich Leseproben online stellen, zwischen all den anderen Beiträgen hier. Ich bin über Lob und Kritik erfreut. Und ja, ich werde auf irgendeinen Berg hinaufklettern, und oben dann die Hände von mir strecken, einen lauten Schrei von mir geben und eine Flasche Champagner köpfen. Weil der Traum endlich Wirklichkeit werden konnte.  Und bis dahin, so verspreche ich euch, lest ihr nichts mehr von „Volle Distanz. Näher zu dir“. Von meinen Versuchen und den Rückzugen. Nein.

Und von da an dürft ihr mich bitteschön Dominik, 21, Künstler (FH-Student, geringfügig beschäftigt) nennen. Oder Schriftsteller. Was auch immer. Wobei für mich mitunter das Schreiben die schönste aller Künste sein kann. [Und von mir aus könnt ihr mich auch weiter einfach nur Dominik nennen.]

Gedankenrassist.

Einerseits: Warum das Buch, von welchem ich seit 1 Jahr träume, an welchem ich seit mehr als 52 Wochen grüble einfach nichts werden will. Andererseits: Warum ich es trotzdem noch nicht aufgeben möchte.

Florian schreibt einen Roman. Ich kann ihm zu dieser Entscheidung durch alle Bänke hindurch (manchmal gibt es wirklich solche Füllwortkombinationen, deren Sinnhaftigkeit sich mir einfach nicht erschließen möchte) gratulieren. Er ist mein Lieblingsautor im Internet, wenn man so sagen kann. Seit ich damals auf NEON.de das erste Mal Texte von ihm gelesen habe, komme ich nicht mehr los. Zum Lachen, zum Weinen, zum Nicken, zum Immer-wieder-Zurückkehren. Und falls man es jetzt noch nicht verstanden hat: Sobald das Buch erscheint, muss es unbedingt den Weg in meinen Postkasten, mein Bett und schließlich mein Regal finden. Extra im Bereich für besondere Bücher (in dem sich übrigens auch schon Andrés Die Sprache der Scherben befindet).

Manche erinnern sich noch an meinen Buchversuch: Volle Distanz. Näher zu dir; eine Idee, die mir in den letzten Tagen meines Zivildienstes irgendwann in den Kopf geschossen ist. Und sich bis heute festgesetzt hat. Ich hatte selbst in diesem Jahr noch einmal einen Kreativschub. Setzte Wort an Wort und stellte sogar vorübergehend ein oder zwei Kapitel fertig. Doch seit einigen Wochen steht nun alles wieder. Und obwohl mein Studium überaus unfordernd ist, bepacke ich mich mit Unmengen anderer Verpflichtungen, sodass ich meist um kurz nach Mitternacht todmüde ins Bett falle. Und leider ist genau das die Zeit meines kreativen Höhepunkts, Tag für Tag. Zu dieser Zeit kommen mir die genialsten Einfälle, die wundervollsten Traumvorstellungen.

Soll ich jetzt sagen, der Buch wäre gestorben? Nein. Das könnte ich ja gar nicht. So oft ich auch Sätze, Seiten und Kapitel entferne, in meinem Kopf bleibt dieses Hirngespinst. Spinnt sich weiter und weiter. Somit kann ich nur sagen: Dieses Buch muss fertig werden. Erst wenn der letzte Satz geschrieben ist (welcher bei mir im Gegensatz zu Flos Buch noch nicht im Vorhinein feststeht) und zum Abschluss ein Punkt nachgelegt wird, kann die Geschichte für mich endlich sterben gehen. Außer sie gefällt, die Geschichte.

Woran ich bisher immer scheiterte, war mein eigener Wunsch nach Perfektion. Mein Drang, mein Zwang sozusagen. Sollte es (m)ein Buch sein, sollte jeder Satz gut bedacht, wundervoll und berührend sein. Oder aufschreckend. Wer jemals versucht hat, literarisch tätig zu sein, weiß, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und ich habe selbst auch noch kein Buch gelesen, welches mit allsätzlichen Glanzleistungen posen konnte. Fiel mir ein schöner Satz ein, war es der andere nicht mehr wert, vorangegangen zu sein. Delete. Ich wurde: Gedankenrassist. Das ist zwar jetzt nicht unbedingt so schämenswert, aber meinem Buchprojekt nicht unbedingt förderlich.

Volle Distanz. Näher zu dir wird mein erstes Buch. Das steht fest. Es soll berühren, fesseln, gefallen; natürlich! Und das wird es auch, dabei bin ich mir sicher. Ich muss nur endlich über meinen Schatten springen, und mich vor das Note-/Netbook setzen und zu schreiben beginnen. Ja, vielleicht wieder ein neuer Anfang [N° 13?], vielleicht wieder alles neu. Nur diesmal darf ich nicht einfach wieder aufhören. Die Sommerferien (trotz Ferialjob im Juli und 10-Tages-Festivalurlaub im August) sollen es sein. In diesen Tagen soll meine Geschichte rund um Noah und Emily endlich reifen, erwachsen werden, aus diesem harten, harten Ei schlüpfen und eben in einem endgültigen aber verdienten Punkt enden.

Und mit diesen Worten möchte ich mich auch für die nächsten 2 Wochen etwas rar machen. Vier Prüfungen warten auf mich, von denen zumindest drei bestanden werden müssen. Am 22., 25., 29. und 30. Juni sind eure Daumen gefragt. Ich werde zwar mit Kurzpostings aufwarten, und nebenbei auch etwas POLILOG und dreams|of|the|future, meinem neuen englischsprachigen Blog befüllen, aber für große Gedankenanstrengungen bin ich abseits der Publizistik zurzeit nicht zu haben.