Auf und davon.

Wir waren gefangen, hatten Angst, uns fehlte der Mut. Der Mut zu Entdecken, zu Verstecken, zu allem zu wenig. Wurden gestoßen, durch all die Straßen und Gassen und Wege dieser Welt, ohne Halt und Rast. Fanden uns wieder, an Orten, so fremd. Haben uns verloren, aus den Augen, ohne Sinn. Ich spüre dich nahe, du immer bei mir, habe ich geschworen und belogen uns beide. Ich sitze nun hier, an Wände gelehnt, mit dem Kopf nur gen Himmel, den Regen erwartend. Nichts anderes verdienend, am Ende der Kraft.


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Ich möchte wachsen, möchte ankommen, an diesem Punkt. Am Ende des Wartens, ohne dir, nur mit uns beiden. Ich atme fest ein und kaum wieder aus, möchte mich ersticken mit zu viel Luft. Möchte aufs Atmen vergessen, Sekunden, Minuten. Der Donner, er grollt, doch verfehlt er sein Ziel. Ich spüre das Beben, nur in mir, voller Kraft. Mein Kopf tut mir weh, nur dein Leuchten der Augen, und die Form deines lachenden Mundes. Alles das hält mich wach, denkt an Morgen, an das Beginnen von Vorne.

Dabei will ich doch nur auf und davon. Ausbrechen aus dem Grenzenlosen, mich einsperren im Nirgendwo. Will Erwartungen enttäuschen und Enttäuschungen erhoffen, will Hoffnungen zerstören und an der Zerstörung zerbrechen. Wie sind wir nur hier angelangt, falscher Weg, ich weiß. Haben Kreuzungen verfehlen und Pläne missverstehen wollen. Da stehen wir nun, Hand in Hand, Kopf an Kopf. Auf und davon, nur wir beide. Auf und davon, ich bitte dich. Ich halte es hier nicht mehr aus, hör doch auf. Hör doch auf mich und lass uns verschwinden. Du und ich, wir beide. Auf und davon. Ok?

Katzentod.

„Heute habe ich eine Katze sterben gesehen. Sie war überfahren worden. Als sie vor Schmerzen zuckte, sich verkrampfte. Also die Autofahrerin aussprang, zu ihr lief, schreiend nach Hilfe rief und sich dadurch als Besitzerin des Tieres zu erkennen gab. Als ihr Lebensgefährte die Haustür öffnete und verschreckt nach seiner Freundin sah. Sie die Katze aufgehoben, an ihre Brust gelegt und weinend um Hilfe wimmerte. Und als die Katze ihre Zuckungen aufgab und erstarrte.

Und da habe ich wieder, mit – aufgrund der Tragik – beinahe feuchten Augen wieder einmal über den Tod an sich nachgedacht. Wie schrecklicher wäre es gewesen, wenn sie niemand bemerkt hätte. Wenn sie mitten auf der Straße ihren Verletzungen erlegen und von nachkommenden Fahrzeugen erwischt worden wäre. So starb sie in den Armen eines Freundes. Das verleiht der Tragödie zumindest einen kleinen aber erhabenen Höhepunkt.“

Losing all my words.

Drei Entwürfe vom 22. Februar 2011, die nicht veröffentlicht wurden. Alle mit demselben Titel.


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(1)

Damals, als in meinem Kopf all die Geschichten entstanden. Von verlorenen und wiedergefundenen Lieben, vom Überfahren eines Rehs, von einer Leiche im Schnee. Damals, als ich jeden Gedanken, jede Sekunde meiner Fantasie beschreiben musste. Nicht verlieren wollte, was in meinem Kopf passierte. Damals, als ich immer ein kleines Notizbuch bei mir führte und nur kurze Ideen niederschrieb, die dann zu großen Geschichten wurden. Das Schreiben war meine Waffe, war mein Rückzugsort. Wurde mir in dieser Welt alles zuviel, zog ich mich zurück, in die Welt, wo nur ich und meine Fantasie zuhause sind. Wo man niemanden etwas erklären, keinem etwas beweisen musste. Das Schreiben war wie eine Droge.

Und dann kamst du.

(2)

Und dann kommst du. Nimmst mir all die Worte, nimmst mir Raum für irgendwelche Ausflüchte. Konfrontierst mich seit ewiger Zeit endlich wieder einmal mit dem echten Leben und zeigst mir die schönen Seiten. Meine Gedanken bauen Luftschlösser um dich herum, lassen mich so furchtbar oft von dir träumen. Bis schließlich die Zweifel wieder einkehren und all das wieder einzubrechen versuchen. So geht es mir seit Wochen und seit Wochen baue ich nur kurz darauf schon wieder alles auf.

Weißt du, was du mir gibst? Das Gefühl, hier, gerade jetzt, genau richtig zu sein. Du lässt mich fühlen, dass ich richtig fühle. Dass dein Lächeln für mich bestimmt ist, und dieser eine Song jetzt gerade läuft, weil wir ihn beide so gerne haben. Dass das alles nicht nur eine kurze Vernarrtheit ist, sondern ich so unglaublich gerne in deiner Gesellschaft bin. Dass du mir etwas bedeutest. Du gibst mir das Gefühl, die Tage endlich wieder in vollen Zügen zu genießen.

Und da ist es mir auch einfach mal egal, wenn mir die Worte fehlen. Wenn du mich sprachlos machst, like no one ever did before. Wenn ich so gerne einfach deine Hand nehmen möchte, meinen Arm um dich legen, dich küssen. Dir sagen, wie viel du mir bedeutest, und erklären, dass es genau so richtig ist.

(3)

Du machst mich sprachlos.

Wenn ich neben dir sitze, oder dir gegenüber, wenn wir nebeneinander gehen oder gemeinsam im Auto sitzen. Wenn nur eine dicke Lehne in einem halbleeren Kinosaal uns trennt. Oder wenn du ein paar Reihen vor mir im Hörsaal sitzt, oder doch ich. Wenn du mir aus deinem Leben erzählst, dich öffnest, mir Geheimnisse offenbarst, du einfach du bist. Und wenn wir zu zweit Punsch trinken, und ich dir so gerne alles sagen würde, was seit Wochen und nun schon Monaten in meinem Kopf herumschwirrt.

Du machst mich sprachlos.

Wenn ich mit Chai Latte und einem Blueberrymuffin vor deiner Tür stehe und wieder einmal nicht anläute, weil ich deinen WG-Mitbewohner nicht kenne und wohl auch nicht kennenlernen möchte, und wenn du dann den Weg zur Tür gehst und ihn mit einem Lächeln öffnest. Wenn wir dann Smalltalk betreiben. Der in Wahrheit viel mehr ist. Und ich den ganzen Tag über in einem Workshop sitze, mitzuprotokollieren versuche und mich immer wieder dabei erwische, wie ich für einen kurzen Moment mit dir in einen Tagtraum flüchte.
Du machst mich sprachlos.

Wenn ich dich am Ende einer großartigen Ballnacht die letzten paar Meter und Stufen zu deiner Wohnung Huckepack trage und du mit einer solchen Zärtlichkeit, einer so wunderbaren Berührung, deinen Kopf auf meine Schulter legst und ich für diesen einen Moment am Liebsten alles vergessen würde, die Welt um uns herum könnte verschwinden. Und ich dann wie in Trance den Weg zu mir nach Hause bestreite.

Du machst mich sprachlos.

Dankeschön dafür.

Für uns allein.

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Die Sonne bricht durch die dicke Wolkendecke. Du und ich, wir beobachten sie, wir saugen sie auf, wir atmen sie ein. Es ist der Anfang, wo kein Ende war, es ist der weitere Beginn eines gemeinsamen Ganzen. Manchmal fühlt es sich noch seltsam an. Wie lange habe ich darauf gewartet, habe gehofft, jemanden lieben zu können und auch selbst geliebt zu werden. So wie ich bin und so wie ich sein möchte. Mit all meinen Träumen, meinem Irrsinn, mit all meiner Ungewissheit. Und Tag für Tag fühlt es sich so an, als würde ein weiterer Teil meines Herzens zu dir wandern, ein weiterer Platz in meinem Kopf nur für dich reserviert sein.

Als ich mit hohem Fieber neben dir lag, die Wahrnehmung nur mehr sehr verschwommen, hast du mich in den Arm genommen. Hast mich einfach nur gehalten, warst du als ich vor innerer Wärme schwitzte und vor äußerer Kälte zitterte. Das war einer der Momente, in denen mir aus vollem Herzen und tiefster Überzeugung wieder einmal klar wurde, dass uns hier etwas ganz Besonderes verbindet. Und während andere den Jahreswechsel mit Alkohol und Freunden begossen, bist du bei mir im Bett geblieben, hast mir Gesellschaft geleistet und warst für mich da.

In Wahrheit habe ich dich wahrscheinlich gar nicht verdient, und genieße es doch. Genieße, hier zu sein, hier bei dir. Wir beide sind so perfekt unperfekt, so außergewöhnlich gewöhnlich. Wir zwei sind die Symbiose zweier wundervoller Menschen, die sich einfach nur lieben. Kaum zu glauben, wie viel du mir bedeutest. Wie viel ich für dich empfinde. Und mit niemand anderem sehe ich mir lieber an, wie die Sonne durch die Wolkendecke bricht. Denn in Wahrheit strahlt sie wohl nur für uns. Für uns allein.

Liebesgedicht.

Und in der Liebe, sagt man, ist alles wahr
all die Gefühle und all diese Schmerzen
des Vermissens, aus tiefstem Herzen
Für dich. Und ohne die Gefahr
Des sich Verlierens. Allein. In dir.

All die Berührungen, die Küsse und all die Wärme
die mich verzaubern, die mir Gänsehaut erzeugen.
Sie treiben mich fort, ganz sanft, lassen mich los
Und machen mich sprachlos, seit so vielen Tagen.

Du hast mir so viel Liebe geschenkt,
hast mir gezeigt, was es bedeutet, dein zu sein.
Ohne mich dabei zu verlieren. Und auch kein
anderer kann je vermuten, was man denkt
wenn man so sehr liebt.

Wir träumen, wir warten und zählen die Stunden
überbrücken die Ferne, die uns immer noch trennt.
Um uns nah zu sein, um uns neu zu erkunden
wie man es bisher von niemandem kennt.

Ich liebe dich.

Irgendwann.

„You’re so fucking special.“

Am Liebsten würde ich dir stundenlang über dein Gesicht streichen. Würde dir sanft über die Haare fahren, die Augen schließen und sie wieder öffnen. Würde mich konzentrieren, auf deinen Atem, auf deine Bewegungen. Aber es fällt mir so schwer. Dir so nahe sein zu dürfen, bedeutet mir die Welt. Mich an deine Haut zu schmiegen, dich zu küssen.

Manchmal frage ich mich echt, womit ich das verdient habe. Womit ich dich verdient habe. Ich habe immer nach dir gesucht, nach dieser Person, bei der man ankommen kann. Bei der man ist, wie man ist und nicht sein muss, wie man soll. Nach diesem einen Menschen, der mir alles gibt, und mit einem Lächeln schon die Welt verändern kann. Es ist so unglaublich, dass es nun Wirklichkeit ist. Dass du Wirklichkeit bist und all meine Liebe nicht mehr nur Theorie ist.

Es fühlt sich an, als wären wir schon ewig ein Paar, und die nahende Ewigkeit kann nicht schnell genug vergehen. Und irgendwann wird es dann endlich soweit sein. Dass ich dir stundenlang übers Gesicht streiche, dir sanft über die Haare fahre und mich auf deinen Atem konzentriere. Tag für Tag.

Vier.

Vier Monate.

Es fühlt sich so perfekt an. So atemberaubend. Wenn man stundenlang nebeneinander schläft, nur um sich kurze Zeit später wieder in den Schlaf zu wiegen. Um den halben Tag im Bett zu verbringen, Musik zu hören, sich Träume zu erzählen. Sich zu küssen.

Vier Monate sind vielleicht nichts. Für mich waren sie 122 wundervolle Tage, ein Anfang. Ein Traum.

Deshalb.

Weil
Weil ich nur neben dir wirklich einschlafen kann.
Weil ich es liebe, deinen Atem zu hören.
Weil ich dich immer heimlich ansehe, wenn du mir gegenübersitzt.
Weil du so unglaublich wunderschön bist. So einzigartig.
Weil du der Beginn und das Ende meiner Träume bist.
Weil du mein Inbegriff von Glück bist.
Weil es nichts vor dir und nichts nach dir geben soll.
Weil dein Lächeln mich jedes Mal wieder beeindruckt.
Weil mich niemand besser in den Armen wiegt.
Weil mir niemand besser durch die Haare streicht.
Weil ich mich vollkommener fühle mit dir.
Weil mich niemand so vollendet wie du.
Weil du meine Heimat und mein Zuhause bist.
Weil ich dich liebe.
Und du mich. 

 

No one and nothing else can compare.

I’m so glad to see how happy you both are. When you meet the right person, you know it. You can’t stop thinking about him. He’s your best friend … and your soulmate. You can’t wait to spend the rest of your life with him. No one and nothing else you can compare.

True Story. [In: How I Met Your Mother, Season 7, Episode 10]

Und bleibe.

»Weißt du, ich hatte immer Angst vor der Zukunft. Ich wollte mich nicht auf Pläne einlassen. Und dann kamst du. Und nahmst mir die Furcht vor der Ewigkeit.«

Etwas mehr als zwei Monate ist es her, seit wir wir sind. Zwei solch wundervolle Monate, geschützt unter einer Decke aus Schmetterlingen. Zwei Monate, in denen mir kein Weg zu weit war und zwei Monate, in denen du mir gezeigt hast, wie sehr du mich liebst. Für uns hat Zeit ihre Macht verloren. Sieben Jahre kennen wir uns schon und in Wahrheit fühlt es sich an wie eintausend Stück davon. Fühlt es sich an wie eine wundervolle Ewigkeit.

In zwei Jahren werde ich meinen Abschluss machen, in der Stadt, die ich schon so liebgewonnen habe. Die zum einen Heimat und zum anderen auch Zufluchtsort für mich geworden ist. Und all die Monate werden wir pendeln müssen, wenn wir uns sehen wollen. Eine Stunde ist nicht die Welt, aber ein Brocken voll elendigem Vermissen.

»Und weißt du, es gibt eine Sache, auf die ich mich am meisten freue. Wenn ich mit Sack und Pack vor deiner Tür stehen werde, du mir in die Arme fällst und ich sage: ›Hier bin ich und hier bleibe ich auch, mein Schatz.‹ Darauf freue ich mich.«