Verständnislos schweigen wir.

Foto: hermitsmoores | flickr

Angekommen
Am Meer
Am Beginn der Unendlichkeit.

Wir sitzen nebeneinander
Tätscheln den Sand
Atmen die salzige Meeresluft.

Hier sind wir nun
Am Ende des Seins
Verständnislos schweigen wir.

„Jeder sollte einmal das Meer sehen.“
Doch du hast es nicht
Du bist gegangen.

Ich würde dir zusehen
Wie du herumtollst
Wie du so fröhlich vor dich hinlebst.

Aber du bist gegangen
Hier sind wir nun
Angekommen, voll unbändigem Schmerz.

Du würdest hier sitzen
Auf meinem Schoß
Würdest staunen und ich mit dir.

Doch ich bin hier allein
Hier sind wir nun
Realisierend, was nicht ist.

Hier ist nichts zu sehen
Außer endlose Anfänge
Außer uns.

Angekommen
Am Meer
Dem Ort meiner Träume.

Und in meinen Träumen
wird ewig Platz sein
Nur für dich.

Es musste sein. [21]

Bahnhof. 18122010

Es ist der 21. Deze

Warum so förmlich. Egal, wer jetzt gerade diesen Brief hier liest. Es wird zu spät sein. Zu spät sein, um mich aufhalten zu können, denn ich habe meinen Entschluss gefasst. Habe bereits das getan, was ihr mir nie verzeihen werdet. Nicht heute, vor allem nicht in dieser Zeit und wahrscheinlich auch nie während eures gesamten Lebens. Ihr werdet mich dafür hassen und doch werde ich euch einfach nicht aus dem Kopf gehen. Ich und diese schrecklichen Bilder, die ihr wegen mir ertragen musstet. Es tut mir Leid, wisst ihr.

Aber ich musste es tun. Und ich weiß, dass es genügend andere Möglichkeiten gebe, um das zu tun und genau das was ich tat schon viel zu oft falsch endete. Aber wenn ihr diesen Brief hier lest, werde ich es wahrscheinlich schon geschafft haben. Warum werdet ihr euch fragen und ihr werdet euch das noch lange, lange Zeit fragen, aber gibt es darauf überhaupt eine Antwort? Was soll ich euch erzählen?

Dass ich überfordert war? Mit dem Leben, mit den Aufgaben, die an mich gestellt wurden? Dass ich enttäuscht war: von mir, von dem, was ich zu erreichen gewillt war. Es hätte so viel besser laufen können, aber irgendwie blieb alles nur furchtbare Scheiße. Nichts hat sich jemals verbessert und nichts wird es in Zukunft tun. Alles bleibt wie es ist, nur ich muss diesen ganzen Mist jetzt nicht mehr ertragen.

Ich habe mir schon oft meine Gedanken darüber gemacht, wie es wäre, wenn ich es täte. Und immer und immer wieder blieb ich bei dieser einen Frage hängen: Wer würde denn um mich trauern. Und ich wüsste es nicht. Viele würden zwar ihr entsetztes, mitleidendes Gesicht aufsetzen, manche würden aus reiner Höflichkeit heulen, aber wer würde mich wirklich vermissen? Wem würde ich fehlen, wer hat ein Stück seines Herzens an mich verloren, dass nun für immer verschwunden sein wird? Ich weiß es nicht, und obwohl ich nie zu Ende gedacht habe, machte mich diese Frage traurig. Denn was, wenn niemand je an meinem Grab stehen werde und niemand eine Träne vergießen würde. Weil ich zu feige war, um mich den Herausforderungen zu stellen und weil das wohl der einfachste Weg sei.

Aber ich sag es euch: der einfachste Weg ist das sicher nicht. Es zog sich schon über Wochen, über Monate hin, also nein: Das hier ist keine Kurzschlussreaktion. Ich weiß schon was ich getan habe. Ich musste einfach weg, denn das alles machte mich krank. Ich konnte kaum mehr schlafen, in den letzten Tagen, meine Ängste wurden immer schlimmer, aus meinen wenigen Träumen erwachte ich immer schweißgebadeter. Jetzt habe ich es gewagt.

Seid bitte nicht traurig. Oder nein. Bitte seid traurig, wenn ihr es denn wirklich seid. Gebt mir eure Ehrerweisung, die ich mir verdient habe. Redet mit anderen über mich, redet mit mir über andere. Es ist egal. Ich bin nicht mehr hier und ich glaube, es geht mir gut. Und euch wird es auch schon bald wieder besser gehen, das weiß ich.

Ich vermisse eu

Es musste sein.
In Liebe.

Als du gingst. [15]

Grab. 14122010

Als du gingst,
War es wie der Regen
Der von einen Moment auf den anderen
Einfach aufhört.

Als du gingst,
Verlor ich mein Zeitgefühl
Versuchte, mich nicht mehr zu spüren
Ohne Glück.

Als du gingst,
Es war ein Wimpernschlag
Und Träume, Träume mit dir
Verschwanden auf ewig.

Als du gingst,
War es plötzlich still
Und du hinterließt nur diese,
Diese Leere.

Als du gingst,
Fragte ich mich
Wie es nun weitergehen soll
So ganz ohne dich.

Jetzt bist du weg
Schon seit Jahren
Und immer noch kann ich kaum glauben
Was geschah.

Will nicht verstehen
Will nicht begreifen
Nicht akzeptieren
Nicht sein.

Auch ohne mich. [Ein Abschiedsbrief]

Weißt du eigentlich, wie lange ich dich schon geliebt habe, bevor du mich überhaupt richtig kennen lernen konntest? Du warst immer die Traumvorstellung, die ich immer in mir trug. Wenn mich jemand nach meiner Zukunft fragte, sprach ich immer von dir. Nur von dir und all meinen anderen Träumen, die ich mit dir umsetzen wollte. Jetzt kennen, fühlen, spüren, hören wir uns nun schon seit beinahe 9 Monaten. Und für mich ist der Punkt gekommen, an dem ich gehen muss. Frag‘ bitte nicht. Kein Warum. Kein Weshalb. Akzeptiere es einfach.

Du bist immer noch groß und einzigartig, in meiner Vorstellung. Selbst jetzt, vermischt mit der monatelangen Realität, mit der du mich konfrontiertest, muss ich zugeben, dass du einfach unglaublich bist. Keine Minute kannst du ruhen. Und es dauert lange, um mit dir auch einmal in vollem inneren Frieden ruhig zu werden. Du hast mir neue Horizonte eröffnet und mich nun doch einen ganz wichtigen Schritt in meinem Leben begleitet. Hast mich geprägt, mir so viele neue, wundervolle Menschen vorgestellt. Und mir aber auch deine dreckigen Seiten gezeigt. Den schwarzen Fleck in deinem Herzen.

Nach diesen neun Monaten muss ich mich verabschieden. Und du kannst dir wahrscheinlich nicht vorstellen, wie sehr ich mich schon auf meinen letzten Tag hier freue. Auf den letzten Tag des Junis, dem letzten Tag meines Publizistikstudiums. Jenes Studium, welches ebenso ein Traum von mir war, und welches mich in Rekordgeschwindigkeit als anerkannten und hochgeschätzten Journalisten wieder ausspucken hätte sollen. Auch das hat mich enttäuscht. Vielleicht noch viel mehr als du. War es doch nichts mehr als ein unpersönliches Aussortieren und eine Ansammlung meist unfähiger Studenten. Vielleicht ist das auch nur ein guter Vorwand für mich, um mich von dir zu trennen.

Weißt du … manchmal kannst du so wundervoll sein. Wenn du mit deiner übermäßigen Schönheit prahlst. Dann möchte ich dich festhalten, möchte für immer bei dir bleiben. Aber es geht nicht. Es geht einfach nicht. Viel zu sehr saugst du mich aus, machst mich fertig, und manchmal trittst du auch noch extra auf mich ein, wenn ich schon auf dem Boden liege. Wirklich. Vielleicht ist es dir nur bis jetzt noch nicht aufgefallen. Aber ich will nicht mehr.

Und wenn ich ehrlich sein soll: Ich habe da jemand Neuen kennengelernt. Sie ist wundervoll. Etwas ruhiger als du. Ach, was sage ich: Beinahe zu still ist sie. Viel natürlicher, viel sanfter. Mit ihr könnte es schön werden. Mit ihr könnte ich leben, zumindest für ein paar Jahre. Ich weiß, das hört sich jetzt wirklich schlimm an, aber ihr zwei seid einfach nicht miteinander zu vergleichen. Du eröffnest mir ungeahnte Möglichkeiten, dein Gegenüber bietet mir einen Platz, an dem ich mich wohlfühle.

Du wirst nicht lange alleine sein. Da bin ich mir sicher. Jemand anderer, der mir gar nicht so unähnlich sein wird, hat sich wahrscheinlich genauso wie ich, schon vor Jahren in dich verliebt. Ich werde schnell ersetzt werden. Und wie du ja weißt, hasse ich diesen Satz. Aber hey … wir könnten doch … ähm, Freunde bleiben? Ich komme dich immer mal wieder besuchen. So kann ich dich auf eine total andere, wahrscheinlich bessere Art und Weise wieder neu kennenlernen. Bist du dazu bereit?

Egal. Ich gebe dir Zeit. Überlege es dir gut. Und wenn genug Zeit vorüber ist, melde ich mich wieder. Sehe mal wieder vorbei. Um nachzusehen, ob es dir eh noch gut geht. Auch ohne mich.

Auch ohne mich. [Ein Abschiedsbrief] weiterlesen