Uns Trennen Nur.

Es ist doch gar nicht so viel.

Uns trennen Universen. Bekommen nichts voneinander mit. Sind eigenständige Objekte in diesem Hauch von Unendlichkeit. Du weißt nichts über mich, und auch ich vermute nur so vor mich hin, wer du sein könntest. Erfahren werden wir es nicht, weil wir es nicht wert sind.

Uns trennen Galaxien. Kreisen um verschiedene Himmelskörper und treffen nie aufeinander. Manchmal wirft irgendwer einen Meteoriten vorbei, aber es kommt nie zu einer Annäherung. Es bleibt so wie es ist, und die Kreise setzen sich fort. Dass meine Sonne deinen Namen trägt, weißt du gar nicht. Dafür bist du viel zu weit entfernt.

Uns trennen Planeten. Leben unterschiedlich schnell vor uns hin. Der eine braucht manchmal länger um zu begreifen und um einzusehen. Während der andere so vor sich hin lebt und nicht mal mehr an seinen Kollegen in dieser Galaxie nachdenkt. Warum denn auch. Es besteht doch keine Abhängigkeit.

Uns trennen Kontinente. Du sprichst eine andere Sprache und ich verstehe kein einziges Wort von dir. Ich spüre es zwar, wie glücklich ich mich fühle, deine Stimme zu hören, aber ich verstehe es nicht. Kein einziges Wort. Dass wir trotzdem miteinander sprechen überrascht mich und doch ist es viel zu selten.

Uns trennen Länder. Es gibt Grenzen die man trotz Millionen von Soldaten wegwischt. Aber unsere überwindet man nicht. Wir haben keine Möglichkeit, richtig zu verhandeln, weil wir nicht bereit dazu sind. Wir vermeiden den Kontakt, oder besser gesagt du. Du kapselst dich ein und versuchst erst einmal, alles innerhalb auf die Reihe zu bringen. Und ich könnte dir sagen, dass das nie klappen wird.

Uns trennen Zentimeter. Ich bin dir so nahe, wie ich immer sein wollte. Und doch fühlst du dich fremd an und ferner als alle Universen voneinander entfernt sein können. Du fühlst dich nicht richtig an und ich spüre den Abstand, der sich mittlerweile zwischen uns aufgebaut hat. Es sind nur Zentimeter, nicht viel. Nur Zentimeter. Und doch bist du weg. Weit weg. Viel zu weg.

Denn uns trennen Welten. Und wir trennen uns.

Stillgestanden.

Als für wenige Sekunden alle Zeiger der Uhr stillstanden, konntest du endlich genug Mut fassen, um Träume zu zerstören.

Du hast den Zeitpunkt perfekt abgewartet. Wir haben uns die wenigen Stunden vorher geküsst. Haben uns berührt, und haben gesprochen. Wir haben gesprochen und ich wollte schon wieder gehen. Als wir auf dieses eine Thema zu sprechen kamen. Ich hätte gehen sollen, aber ich wollte es wissen. Die Dinge, die für dich wichtig in einer Beziehung waren, konntest du nicht erfüllen. Ich war ewig dazu bereit. Und du eben nicht.

Mach immer was dein Herz dir sagt. Immer was dein Herz …

Ich fühlte mich gut. Verdammt noch mal, wie kann man sich nach so etwas gut fühlen. Dass man nicht in einer Beziehung steckte, in welche man viel zu viel Energie reinstecken musste? Dass man endlich einmal selbst den Mut hatte? Dass jetzt endlich eine normale Freundschaft bleiben kann? Ach, wie naiv bin ich gewesen. Vielleicht hast du es schon seit jeher gewusst, als du zum ersten Mal einen Traum zerstört hast. Warum ist es wieder soweit gekommen, warum hast du mir erneut die Welt versprochen und deine Zuneigung und hast rein gar nichts davon gehalten.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint,
in Empfindsamkeit vereint.

Jetzt im Nachhinein ärgere ich mich darüber, dass du so bist, wie du eben bist. Ich bereue nicht, dass ich dich geliebt habe, und dass ich stets Verständnis zeigte, und dass ich mehr in die Beziehung steckte als du, und dass ich dich vielleicht immer noch liebe. Ich bereue, dass ich in dir einen liebevollen und wunderbaren und wertvollen Menschen sah.

Zwischen „Komm zurück“ und „Wirklich Schluss“

Ich habe immer noch den Versuch gestartet. Oftmals ist es geglückt, man hat sich gemeldet, man hat sich gesehen. Man hat sich für den Anderen gefreut und man war froh, sich gegenseitig als Freund zu haben. Ich habe den Beginn unseres Versuchs eines Freundschaftsaufbaus versiebt, ich gebe es ja zu, aber du könntest dich melden. Es wäre das wenigste. Auf einen Kaffee oder so.

Die Erinnerungssplitter liegen herum
Ich tret rein

Und ja, ich lade dich ein. Es ist ein Versuch. Ich bin dumm, ich weiß, aber ich würde mich freuen, wenn du kommen würdest. Zu meiner Feier zum Ende des Zivildienstes. Du könntest damit zeigen, dass dir noch ein kleiner Funke an mir liegt. Es ist nicht viel, was ich verlange.

Spiegelung.

Die Bäume spiegeln sich im See. Dunkel, dieser Platz.

Durch den Wind wird ein Blatt in den See geweht. Dem Berühren des Wassers folgen kleine gleichförmige Wellen. Meine Augen folgen dem Wasser und beobachten, wie die Spiegelung des Umlandes unförmig wieder zu sich zurückfindet. Der Steg hier. Ich lasse mich nieder und würde am liebsten meine Füße baumeln lassen. Doch dafür ist es noch zu kalt. Der eisige See liegt vor mir, die Bäume wehen im Wind und die Spiegelung bewegt sich.

Als die Unmenge an Luft durch die Äste weht, warte ich. Das ist dieser Platz, an dem wir waren. An dem wir es versuchten und uns auch gut dabei fühlten. Auf diesem Steg saßen wir und alles schien okay. Ich erinnere mich gerne an diesen Tag zurück. Die Sonne schien und es war Sommer. Ein Sommer wie damals. Jetzt ist es dunkel, hier an diesem Platz. Hier an diesem Ort, wo sich die umliegenden Bäume im See spiegeln. Und vielleicht spiegelt der See noch viel mehr. Uns beide. Es ist dunkel. Der See ist still. Still ist es um uns geworden. Nur ich sitze hier, und warte.

Dieser Platz hier ist besonders. Die Magie, die er ausstrahlt, spüre ich nirgendwo so stark wie hier. Hier waren war, unzählige Tage. Du wohnst nur wenige Meter entfernt. Ich habe dich nicht angerufen, habe nicht angeläutet. Ich wollte zu diesem Platz allein kommen, mit all der Erinnerung. Dass es wehtun würde, habe ich erwartet. Aber ich warte und räume die Dunkelheit immer mehr Platz ein. Irgendwann hört es auf zu spiegeln. Die Nacht ist da und der See liegt still da. Mit der Hand auf meiner Brust spüre ich das sanfte Atmen meines Körpers. Gedanken schwirren wie Glühwürmchen um mich herum. Es ist Zeit, denke ich. Und warte.

The Quiet Storm.

Langsam ziehst du vorüber. Wie der Wind und das übrig gebliebene Laub. Der Regen drückt dich nur noch weiter hinein. In das Ding namens Leben.

Du siehst ganz zerknautscht aus. Als hätte man dich so fest gedrückt, dass du beinahe keine Luft mehr bekommen hättest. Du blickst um dich und entdeckst eben doch nur mich. Drehst dich um und gehst davon. Ohne einem Lächeln oder überhaupt einem Hauch von Mimik. Ich spüre nur noch, wie ich deinen Bewegungen folge, wie mein Augen an dir haften. Ich, auf dieser Parkbank, denke nach. Über dich und über mich.

Du hast dich verändert und hast scheinbar nicht nur mehr Angst vor dir selbst, sondern auch vor der restlichen Welt. Du zitterst, als du dich in eine sichere Ecke zurückziehst. Als würde man dich bedrohen und du würdest Zuflucht suchen. Ich kann dir jetzt nicht mehr helfen, es ist wohl zu spät. Ich sitze hier auf dieser Parkbank, und denke nach. Über dich.

Irgendwann hast du dich vollkommen zurückgezogen. Ich höre nur mehr deine Schritte, wie sie weglaufen, hinein in den Sturm. Danach habe ich nichts mehr von dir gesehen. Geht es dir gut? Ging es dir jemals gut. Dein Lächeln, falls du eines hervorpressen konntest, zeigte keine Kraft. Wirkungslos versuchtest du immer, dem Leben wohlgesonnen gegenüberzustehen. Doch jetzt bist du weg. Und ich bin wieder allein. Allein, in dieser Welt, in meinem Leben. Und so sitze ich auf dieser Parkbank und denke nach. Über mich. Dich. Die Welt. Und den ganzen anderen Mist.

Sonne.

Was ich will? Die Sonne im Herzen. Mehr ist es ja nicht.

Das Wetter zeigt sich von der besten Seite, es scheint die Sonne, Frühlingstemperaturen lassen die Luft draußen warm werden. Es gefällt mir, wie es so ist. Das heißt, das weiteren Like I’m Home – Texte nichts im Weg steht. Der nächste Platz steht ja schon fest und Gedanken über die folgenden Episoden habe ich mir auch schon gemacht. Ich könnte jeden Tag in der Sonne liegen und das Leben genießen.

Übrigens habe ich rechts in der Sidebar einen kleinen Aufruf gestartet.

Ich brauche eure Hilfe. Wenn ihr einen Blog mit Interviews von hochrangigen Politikern beginnt. Wie würdet ihr ihn nennen?

Fantasievolle und ernstgemeinte Namensvorschläge bitte an mich. Wenn einige gute Vorschläge zusammen gekommen sind, werde ich hier eine große Abstimmung machen! Und der Gewinner bekommt ein kleines Geschenk.

Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Vorschlag zukommen lassen würdest. Das mit dem Geschenk ist ernst gemeint, und wird beim Abstimmungsbeitrag verlautbart. Ich bin schon gespannt, was euch so einfällt. Was das alles zu bedeuten hat? Dazu später mehr. Ich arbeite daran.

Eigentlich fühle ich mich gut. Die Zahnschmerzen werden mit Schmerztabletten unterdrückt, und die Arbeit ruft. Der Zivildienst? Nein, nein. Viel mehr habe ich mir einige Projekte vorgenommen. Themaauswahl für die neue Podcast-Folge. Namensauswahl für den neuen Blog. Interviewfragenüberlegung. Und Wiederbelebung eines alten Blogs. Dem Blog „SCHIMPFWÖRTER erklärt“. Das könnte alles sehr lustig werden, noch dazu, wo Unmengen von Menschen nach Schimpfwörtern und deren Bedeutung suchen. Und nein. Ich kann nicht ruhig sein. Irgendetwas ist immer in Planung. Und die nächsten Projekte gelten als sehr aussichtsreiche Dinge. Seid also wirklich mal gespannt.

Und ja, es geht mir gut. Die Sonne müsste noch vollkommen in mein Herz rein, damit ich wunschlos glücklich bin. Frühlingsgefühle sind bis jetzt noch nicht aufgetaucht. Gott, oder whoever, sei Dank. Bin doch froh, dass ich mal meine Ruhe habe. Und wenn, dann soll alles fix gehen. Kein wochen- und monatelanges Verlieben und dann traurig zurückbleiben. Aber es ist gut so. Das Wetter und der Text gestern. Es ist gut so.

Wir Müssen Das Nicht Tun.

Agnostik für Anfänger.

Es wurde Zeit. Manchmal nehme ich mir für ein gutes Buch einen bestimmten Tag vor, an dem ich die letzte Seite lese und es dann zufrieden zuschlage. Zuschlage und beruhigt ins Bücherregal zurückstelle. Oder ich freue mich auf irgendeinen wunderbaren Tag. Und wenn man dann diese eine letzte Seite liest, oder kurz vor diesem Tag steht, will man nicht, dass es schon vorbei ist. Aber es gibt auch Dinge, da freut man sich trotz all der Wehmut des Vergangenen, des Zurückliegenden, auf das Ende. Und es wäre doch schon wieder so infantil, schon wieder von einem Ende zu sprechen. Ich habe schon oft davon gesprochen, dass ich damit abgeschlossen habe, aber ich habe es nie wirklich. Ich habe mir Brücken gebaut, die mich nicht wirklich auf den Tatbestand haben blicken lassen. Gestern Abend aber kam mir der Gedanke.

Was ist schon Freundschaft.
Freundschaft?
Was ist es schon?

Ich habe Freunde. Auf ein halbes Dutzend Menschen schätzungsweise kann ich immer zählen. Ich will nicht nachzählen und irgendwelche Unterscheidungen machen, weil irgendwann einmal irgendetwas vorgefallen ist. Aber ich denke, dass doch, und trotz der kommenden Entfernung dieses halbe Dutzend bestehend bleibt. Aufgeteilt auf der Welt. Aber warum?

Warum?
Warum, verdammt noch mal sehne ich mich so nach einer Freundschaft zu ihr. Diesem Menschen, den zu lieben nicht sinnvoll, und auf den zu warten viel zu schmerzhaft ist?
Warum denn bitte schön.

Ich habe genug Freunde. Warum würde ich mir so gerne wünschen, dass sie sich meldet und mich fragt, wie es mir geht, und ich aus ihrer Stimme höre, dass es sie wirklich interessiert. Warum würde ich mich gerne mit ihr auf einen Kaffee treffen. Warum würde ich mit ihr gerne sprechen. Warum würde ich ihr mein komplettes Leben erzählen. Und warum meldet sie sich nicht. Und fragt nicht. Und trifft nicht. Und spricht nicht. Und erzählt nicht. Warum.

Ein Gedanke, der mir kam, war Gefühlskälte. So à la … „Naja, das war nun eben mein erster Freund, wir hatten eine Beziehung, eine mitunter sehr schöne. Ich habe alles verkackt. Alles ging den Bach runter, weil ich nicht dazu imstande war, etwas an Energie in die Beziehung zu stecken und ich ihn alles habe versuchen lassen. Aber dann hat er mich zu sehr eingeengt mit seinem Wunsch nach Freundschaft, wo doch wieder Gefühle da waren. Es hat wohl keinen Sinn, also melde ich mich auch nicht mehr. Sehe ich ihn eben nicht mehr. So wichtig war er mir auch nicht.“

Vielleicht denkt sie so, wünschenswert wäre es nicht. Denn Gefühlskälte ist wohl eine der schlechtesten Charaktereigenschaften, die ein Mensch haben kann. Ja, in manchen Momenten der Wut und der Trauer schreibe ich ihr viele negativen Eigenschaften zu. Aber sie hat sich nicht gemeldet. Ein Treffen verlief vollkommen anders, wir haben seit fünf Monaten nicht mehr miteinander gesprochen obwohl so viele Worte nötig wären. Sie nimmt mir die Möglichkeit einen Punkt zu machen. Ich möchte nicht aufdringlich sein, möchte nicht ständig danach fragen, ob sie vielleicht für einen Kaffee Zeit hat. Sie soll sich melden. Sie soll mir zeigen, dass ihr etwas daran liegt, dass sich eine Freundschaft entwickelt.

Aber sie meldet sich eben nicht. Wir müssen das nicht tun. Aber ich weiß es nicht. Du weißt, dass ich es hasse, wenn Menschen, die ich liebgewonnen haben, aus meinem Leben verschwinden. Wie sehr es mir weh tut. Und trotzdem machst du es gerade. Hau ab, du verdammtes Stück Mensch. Du, die mir den Kopf verdreht hat, und in mir zum ersten Mal das wahre Gefühl der Liebe ermöglichte. Dass mich im Regen stehen ließ, ohne Antworten und mir Hoffnungen machte, nur um mich wieder und immer wieder im Regen zurückzulassen.

Wenn ich nur all den Mut und all die Kraft hätte, ich würde mir vor dich stellen. Und würde dich anschreien, wie sehr ich dich hasse und wie sehr ich es beschissen finde, dass du keinen einzigen Funken Anstand hast und dich irgendwann einmal meldest. Dass ich dir scheißegal bin und einfach so aus deinem Leben gestrichen. Dass wir nie funktioniert haben, und das alles nur wegen dir. Wie sehr ich von dir enttäuscht bin und wie gern ich dich nie mehr wieder sehen möchte. Dass du jetzt einen wunderbaren Menschen als potentiellen guten Freund verloren hast. Dass du schon wieder verloren hast, wie immer. Dass du endlich aus meinem verdammten Kopf verschwinden sollst und dass ich es hasse, immer noch zu hoffen. Ich würde dir ins Gesicht schreien und würde wahrscheinlich zu Weinen beginnen, weil gerade diese Wörter, gerade all das seit Wochen und Monaten in meinem Kopf entstanden sind und endlich Freiraum brauchen.

Und nachdem ich Kettcar schon für Titel und Einstiegszeile verwendet habe, hier noch einmal deutschsprachige Musik. Klee.

Wir können das, denn wir sind anders.

Wir können es nicht. Ich versuche es nun endlich zu begreifen. Wir können es nicht. Können nicht Freunde sein, weil du, wie in die Beziehung, nichts investieren möchtest.

Und ich Vollidiot dachte, wir wären anders.
Wären anders.
Als all die anderen.
Und dann du.
Pah.

Du weißt wahrscheinlich gar nicht, was du für einen wunderbaren Menschen aus deinem Leben verlierst. Wen du verlierst, was für eine Persönlichkeit und was für einen Freund du hättest haben können. Einer, der immer für dich da gewesen wäre und mit dir über alles geredet hätte, der mit dir über deine neuen Beziehungen gesprochen hätte und der mit dir gelacht hätte. Du hast es versaut. Schreib es dir auf die Stirn. Okay? Du hast mich verloren. Du hast verloren. Aber wahrscheinlich weißt du das gar nicht. Du verstehst nicht.

Der Agnostizismus ist eine Weltanschauung, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens betont.

Wir müssen das nicht tun. Okay. Und ruf mich jetzt ja nicht in den nächsten paar Tagen an. Damit ich zusammenbreche, mit all der Wut und der Angst und dem Frust. Damit ich mich nicht freue, deine Stimme mal wieder zu hören. Ich will es nicht.

Us Apart.

Der Mond. Die Nacht. Und alles. Du.

Du verlierst. Ich habe schon längst verloren. Die Selbstachtung wahrscheinlich. Von diesem Ding ist nur mehr ein klitzekleines Elend übrig. Mehr nicht. Weg ist es und trotzdem sitze ich hier in meinem Bett und wippe im Takt der Musik. Wippe und warte. Auf den Moment und auf das Morgen. Alles schmerzt und es wäre wohl das Beste, wenn ich schon schlafen gehen würde. Mit mir kann man eigentlich in diesem Zustand nicht viel anfangen.

Morgen wirst du landen. Du hast sicherlich viel zu erzählen. Ich werde diese Geschichten nicht hören. Obwohl ich deinen Geschichten immer gerne lauschte. Sie waren manchmal vielleicht sinnfrei, aber sie kamen von dir. Von dir vorgebracht. Für mich. Das war das Bedeutende an deinen Geschichten. Ich habe ihnen immer gelauscht. Du wirst dich nicht melden und ich warte. Warte auf den Morgen und auf diesen einen Moment.

Ich hätte auch Geschichten. Was habe ich nur erlebt, während wir uns nicht sahen. Neue Träume sind aufgekommen, und Zweifel sind grundsätzlich immer dabei. Ich hätte dich um deine Meinung gefragt, doch scheinbar funktioniert ein rein rationales Leben ohne dir ebenso. Aber warum das Ganze. Warum nur ich. Warum hast du damals nicht einfach gesagt, so wie es beinahe alle bisher gesagt haben. Warum hast du nicht auf scheinbarer Freundschaft beharrt, und wir hätten uns nie so kennengelernt. Ich hätte dich nie lieben gelernt und würde nicht ständig an dich denken. Warum ist es so gekommen. Ich denke nach, und komme auf den Entschluss, dass kein Morgen kommt.

Kein Morgen, wie ich ihn verdient hätte. Viel sinnloser, als meine Träume ihn mir schmackhaft machten. Träume sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Sind sinnlose Gedankenverwirrungen. Werden wir uns wiedersehen. Werden wir jemals wieder frei miteinander reden können. Verdammt, du weißt, dass es nicht an mir liegt. Verdammt, ich weiß. Du verlierst. Verlierst einen Menschen, der dein Freund, dein rein platonischer Freund sein könnte. Du verlierst. Und ich? Ich habe schon längst verloren.

Nicht Ewig.

Nein, für immer ist nicht ewig.

Ich habe mich gut gefühlt, als ich dir das Päckchen übergab. Als du es auspacktest, warst du in keinster Weise überrascht. Es hat dich gefreut und ich fühlte mich wohl dabei. Ich habe dir an diesem einen Tag meine Liebe geschenkt. Zum ersten Mal spürte auch ich diese Liebe. Du hast sie mir ebenso geschenkt. Wir fühlten uns wohl an diesem Tag. Und auch all das Darauffolgende war so wunderbar einzigartig, dass Worte nichts auch nur annähernd beschreiben können.

Jetzt ist es vorbei. Schon seit beinahe einem Jahr. Als auch ich einsah, dass eine Zukunft aussichtlos ist und dass du mir nur mehr weiter weh tun würdest, ohne es wirklich zu bemerken. Ich habe den Schlussstrich gezogen, den Schlussstrich in meinem Kopf. Irgendwann hat mich dann mein Herz wieder überwältigt, hat mir gezeigt, dass Gefühle zumindest bei mir nicht so schnell verschwinden. Ich habe gehofft und gewartet und konnte die Gefühle nicht abstellen. Ich habe gehofft, dass du einsiehst, dass du einen großen Fehler gemacht hast. Das alles nach mir nur einen Bruchteil von dem sein kann, was ich dir zu geben bereit war. Doch du warst blind und taub, wolltest dein Leben und dieses sah mich eben nicht mehr vor.

Glaubst du, ich wär jetzt über dich hinweg? Ich weiß es nicht. Ich wünschte es mir, es sei so. Doch jedes Mal, fast täglich, tauchst du wieder auf. In meinen Gedanken, in all den Texten, wenn ich mich mal random durch die Neon Wilderness tauche. Du bist nicht weg. Nicht vollkommen. Irgendwie bist du immer noch. Auch wenn die Schneekugel mit unserem Bild, uns beiden, schon lange nicht mehr geschüttelt wurde. Am Ende der Liebe. Bleibt ein kleines Hoffen. Doch die Hoffnung soll sterben. Sie tut weh. Es kann nicht mehr so werden, wie es war. Und so wie ich dich kenne, und ich wage es kaum, zu behaupten, dass ich dich jemals wirklcih gekannt habe, soll es auch nicht mehr so werden. Nichts soll mehr so sein. Nicht soll für dich sein, wenn ich ein Teil davon bin.

Nach all diesen Tagen und Monaten, nach all diesen Vorkömmnissen und Veränderungen in meinem Leben, habe ich es nicht verlernt, ungerecht zu sein. Doch was ist schon Recht und Unrecht. Warum sollte ich Acht geben auf irgendetwas, was mit dir zu tun hat. Du hast mich beinahe gebrochen, damals, Ende Februar. Hast mir geschworen, alles zu geben, um es nicht mehr so weit kommen zu lassen. Und ließest dich wieder gehen und alles war so, wie ich es schon wieder befürchtete. Du hast uns keine Chance gegeben, und dafür würde ich dich gerne hassen. Wenn ich nur könnte. Schon alleine der Versuch lässt mich wieder ruhig werden und ich bemerke, dass noch nichts vorbei ist. Du glaubst, dass mit dem Kontaktabbruch alles getan ist, aber Herrgott, das ist es nicht. Ich brauche Worte und brauche dein Gesicht. Ich muss dir erzählen, was in meinem Leben vorgeht, und in meinem Kopf. Ich muss dir sagen, dass die Gedanken omnipräsent sind, aber du mich nicht mal mehr als normalen Freund verdient hast. Ich möchte dir so viele Dinge ins Gesicht sagen und irgendwann wird der Tag kommen. Der Moment, an dem meine Welt zusammenbricht, und ich den entscheidenden Ziegel herausziehe. Du entkommst mir nicht. Nicht ewig.

Irgendwann werden wir noch sprechen.

Entfernt.

Die Kieselsteine auf meinen Knien drückten sich hinein, als ich auf dem Boden knie und fragen in Richtung Himmel blicke. Doch der Schmerz ist mir egal.

Es ist als hätte ich dich ein weiteres Mal verloren. Ich konnte dich nicht in meiner Nähe haben, die letzten Monate. Habe dich nicht gesehen und jetzt, wo du 3839 Kilometer entfernt bist, kommt es mir vor, als wärst du für immer weg. Obwohl du in wenigen Tagen schon wieder zurückkommst. Es ist anstrengend, dich zu vermissen, mit dem Wissen, dass du keinen Gedankenfunken an mich versprühst. Aber verdammt, du fehlst.

Langsam erhebe ich mich und überlege mir, was du für mich warst. Die erste große Liebe. So richtig große mit Gedanken für die ferne Zukunft und so. Du warst die Erste, die mein Herz für kurze Zeit zerfetzte. Und nie wieder ist es richtig geflickt worden. Du hast kaputt gemacht, und ich hoffte doch immer, bis jetzt hoffe ich noch, dass wir uns irgendwann einmal wieder sehen. Dass eine Freundschaft entstehen kann. So zu lieben, wie ich die schon einmal geliebt habe, das könnte ich heutzutage gar nicht mehr.

Ich wische die Kieselsteine von meinen Knien und warte. Ich habe doch schon genug Freunde, viel zu wunderbar sind sie. Stets da und hilfsbereit und großartig. Warum lege ich so großen Wert darauf, auch mit dir eine Freundschaft aufzubauen. Weil ich dich nicht verlieren will. Ich will, nicht, dass du aus meinem Leben verschwindest. Aber das große Problem: Ich habe dich schon verloren. Was zwischen uns früher einmal Liebe war, wurde für dich scheinbar Gleichgültigkeit.

Suche dir bitte nie wieder einen Menschen. Bleibe allein, denn du hast es nicht anders verdient. Du hast nicht verdient, von ganzem Herzen geliebt zu werden. Denn du kannst nur enttäuschen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann, dass du mich nie mehr indirekt enttäuschst. Indirekt? Ja, denn du siehst es meistens erst gar nicht. Der Himmel gibt mir auch keine Antworten. Er ist wie du.

Verlieren.

Du kannst ja tun was du willst. Aber irgendwie würde ich dir gerne so viele Dinge ins Gesicht schreien.

Niemand kann bestätigen, dass eine Freundschaft nach einer Beziehung funktioniert. Ich war immer in diesem Glauben und viele Male hat es funktioniert. Doch du machst es mir nicht wirklich leicht. Wir hatten Abstand, einige Monate haben wir uns nicht gehört und gesehen. Irgendwann kamen wir wieder in Kontakt, machten uns ein Treffen aus. Um wieder einmal lange zu reden. Doch als wir uns dann sahen, fiel dir ein, dass du keine Zeit mehr hast. Du müsstest irgendwo hinfahren und ließest mich zurück. Es könnte mich nicht stören, doch ich hasste diesen Tag dafür.

Als wir uns das nächste Mal in einem Instant Messenger kontaktierten, kamen wir über Smalltalk nicht hinaus. Ich wartete auf irgendeine Antwort von dir, und erst als du offline gingst, hast du dich noch von mir verabschiedet. Kein Wort von dir, dass du nun eine Woche in London sein würdest, kein Wort von dir. Erst durch Zufall bin ich drauf gekommen und warte nun.

Frage mich, ob du dich jemals wieder meldest bei mir. Oder ob ich dir so egal bin, wie es mir zurzeit eben scheint. Wenn es so ist, kann ich nichts tun. Aber du weißt doch, wie schwer es mir fällt, einen liebgewonnenen Menschen aus meinen Leben verschwinden zu sehen. Wenn du dann einfach weg bist, und ich in Wien, wir werden uns nur ganz selten sehen. Wahrscheinlich stets zufällig. Und von Freundschaft wäre dann überhaupt nicht mehr zu sprechen. Dann könnte ich wenigstens sagen, du hättest es versaut.

Ich würde dich ewig dafür hassen, wenn ich denn irgendwann im Stande wäre, dich zu hassen. Wie kann es nur sein. Für mich unvorstellbar. Für dich wahrscheinlich nicht einmal einen Hauch anstrengend. Schreib am besten ein Buch. „How to lose someone, who loved me, forever“. Die Frage „Why are we still friends“ würde sich dann schon wieder in Luft auflösen.