Klon.

Meine Traumfrau
ist ungefähr so wie du.
Das selbe wundervolle Lächeln.
Der Blick, wenn du mich ansiehst.
Die Zärtlichkeit, wenn du mich berührst.
Die Stille zwischen uns.

Sie ist genauso schön wie du.
Eigentlich ist sie wie du.
Du bist sie.

Aber jetzt gilt es nur mehr,
einen Klon zu finden.

Deinen Klon.

Das Lächeln am Ende.

Als er das Gespräch mit einem Lächeln beendete, vermutete sie nur Gutes in seiner Aussage. Aber sie hatte aufgehört, ihm aufmerksam zuzuhören, als er immer mehr vom eigentlich interessanten Thema abwich. Oder schien es ihr nur so. Sie konnte zumindest all das, was er ihr gerade offenbarte, nicht wirklich verarbeiten. Er sprach von Ende, und von der Unmöglichkeit des Wirs. Nach all diesen Jahren. Als hätte es die Vergangenheit nie gegeben. Doch er hatte es sich lange überlegt, tage-, nein: wochenlang schon plagte ihn all das durch den Tag. Ließ ihn nicht schlafen, nicht ruhen, nicht reden. Nur mit ganz wenigen Menschen sprach er darüber und doch war all das hier nur das Resultat einer spontanen Entscheidung.

Sein Lächeln schien nur gekünstelt. Sollte er jetzt weinen. So offen vor ihr. Sollte er schreien, sollte er wutentbrannt mit der Faust gegen die Wand schlagen. Nein. Er beendete das Gespräch mit einem Lächeln und wandte sich schnell von ihr ab. Das war es also nun. Viel zu schnell ist all das nichts mehr. Es überrascht sie. Sie hatte damit gerechnet und sie verstand ihn auch, und doch kam all das so unerwartet, wie der Wetterumbruch am anderen Ende der Welt. Sie schien gerade so unwirklich, so zeitlupenartig. Sie blieb emotionslos und gerade das machte ihn innerlich noch leerer. Verspürte sie denn gar nichts. Steht sie jetzt hier, am Ende des Regenbogens und fühlt einfach nichts?

Sie würde wohl noch Tage gebrauchen, oder Wochen, bis sie all das wirklich zu realisieren beginnen könne. Sie hatte andere Sorgen und gerade das machte sie gerade eben irgendwie kaputt. Das war es also und es fühlte sich an, als wäre es schon wochenlang so gewesen. Als wäre das nur der Punkt vor einem wochenlangen Satz. Als wäre das der Abschluss des Vorhersehbaren. Wobei niemand vor einem Jahr hätte davon sprechen können. Als die Welt noch heil und alles luftig-leicht war. 

Manchmal verändert sich die Welt eben so rapide. Und man kommt einfach nicht mit und nimmt nicht auf und steht da. Und erst Momente später realisiert man, welchen extremen Umbruch man nun in seinem Leben erleben wird. Dieser Zeitpunkt ist vielleicht einer der Schmerzhaftesten ever. Und er wird bleiben.

Und ich hoffe, es geht dir gut.

Weißt du, manchmal denke ich noch darüber nach, wie es wäre, wenn wir es geschafft hätten. Wenn mein Wunsch in Erfüllung gegangen wäre. Er war mir wichtig und ging mir monatelang nicht aus meinem Kopf. Und doch habe gerade ich die Verwirklichung eben dieses meinen Wunsches torpetiert. Mit jeder dummen Nachricht, die ich dir in diesen Social Communities geschickt habe. Mit jeder melanchotraurigen SMS, welche ich dir nächtens, um zwei oder drei in beinahe brennender Schlaflosigkeit gesendet habe. Mit all diesen Gedanken und den Gefühlen, denen ich viel zu lange viel zu viel Platz eingeräumt habe in meinem Leben. Ja, selbst heute denke ich noch manchmal darüber nach, wie es wäre, wenn das Danach irgendwie anders verlaufen wäre. Wenn ich weniger Kind und dafür mehr Mensch gewesen wäre. 

Ich habe im Versuch, aus Liebe Freundschaft zu machen, vielleicht sogar aufgehört zu leben. Rein geistig. Ich schritt zwar körperlich weiter voran, und wechselte geografisch sogar meinen Wohnort. Aber im Gedanken blieb ich bei dir und hoffte manchmal auf eine mögliche noch aufkeimende Freundschaft, und leider viel zu oft auch noch auf möglicherweise noch nicht erloschene Liebesgefühle. 

Ich weiß nicht, ob ich dir zurecht nachgetrauert habe. Ob meine Stalking-Auswüchse gesunder Natur waren. Ich weiß einfach nur, dass die Zeit mit dir eine wundervolle und – trotz allem – erinnerungswürdige (und wahrscheinlich auch eine exquisit schöne) Zeit war. Ich hätte mit unserer Vergangenheit nicht spielen, mit meinen Gefühlen nicht jonglieren und mit meinen Worten nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen sollen.

Ob ich nun für alle sprechen kann, wenn ich sage, dass es nicht möglich ist. Dass man nicht von einen Tag auf den anderen von Liebe auf Freundschaft umswitchen kann. Ich würde es auch gar nicht. Aus Liebe kann Freundschaft werden. Zwar bedeutet es viel (wirkliche) Arbeit und einen schönen Batzen Zeit. Aber es funktioniert. Ich weiß nicht, ob du es denn jemals versucht hast. Aber ich weiß zumindest, dass die wohl größte Schuld hier bei mir liegt.

Ich weiß. Du hasstest meinen Blog, du hasst ihn möglicherweise immer noch, aber du wirst ihn wahrscheinlich nicht mehr lesen. Ich verstehe dich. Warst du doch mehr als ein Jahr lang Vorlage für rund 90 Prozent meiner Texte über Liebe. Selbst ich würde mich im Nachhinein für all dies hassen, wäre ich denn in einem Zustand wie jetzt zu so etwas im Stande.

Mein Leben hat sich verändert. Von einem Moment auf den anderen. Es geschah. Irgendwann Anfang des Jahres. Völlig unscheinbar und anfangs nur spärlich bemerkbar veränderte ich meine Sicht der Dinge. Ich bin viel gesonnener, viel ruhiger. Und ja, erst seit diesem Datum, beinahe zwei Jahre nach unserer Trennung, kann ich mich mit einem Lächeln an unsere Zeit zurückerinnern. Erst seit diesen Tagen bin ich über dich hinweg. Vielleicht freut es dich, das zu hören.

Ich finde es traurig, dass es so lange hat dauern müssen. Dass so viel passsieren musste. Am Liebsten würde ich mich hiermit mit einem Schlag für alles entschuldigen. Aber dazu müsste ich mir selbst erst einmal verzeihen. Ja, hörst du es. Ich bin unfähig, mich selbst zu hassen. Aber ebenso unfähig, mir selbst zu verzeihen. Eine dieser Ungereimtheiten in meinem Leben, die dich damals oft den Kopf schütteln ließen. 

Ob ich denn jetzt noch Interesse an einer Freundschaft habe? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Womöglich, weil es mir auch jetzt gerade so überhaupt nicht in mein Leben passt. 

Seit einigen Monaten (und eben seit diesen ominösen Tagen zu Jahresbeginn) schwebe ich auf einer Welle. Bin mit mir selbst zufrieden, glaube an meine Träume, tauche in Optimismus, und fröhne dem Genuss. Nichts kann mich unterkriegen (selbst einige Selbstversuche zeigten glücklicherweise keine veränderte Wirkung). Man könnte einfach sagen: ich lebe. Womöglich zum ersten Mal seit ungefähr zwei Jahren. 

Es freut mich.  
Und ich hoffe, es geht dir gut.

This is the life.

210109nw1

Er lächelt.
So gut hatte er sich seit Jahren nicht mehr gefühlt. Oder seit Wochen. Sagen wir.
Seit Tagen. 

Hier, in dieser mickrigen Großstadt. Auf der Suche nach dem Himmel, zwischen all den riesigen Bauten. Alles scheint zu laufen, so wie er es nicht erwartet, sich aber insgeheim gewünscht hatte. Alles würde sich zum Besseren umkehren. Vielleicht nicht alles. Vielleicht nur ein ganz kleines Bisschen. Aber darauf hatte er ja gewartet. Auf die Fügung des Schicksals. Auf das Aufeinandertreffen von Glück und ihm. Es brauchte nicht viel, um ihm wieder einmal ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Wenn erst der erste heftige Druck abgefallen ist, und man erkennt, dass alles schließlich doch so durch und durch einfach ist, geht es wieder. Man erkennt die Fehler, die man in den letzten Tagen. Oder Wochen. Sagen wir: In den letzten Jahren begangen hat. Und plötzlich wird man einsichtig und bereut keinen Einzigen davon. Nein. Vielleicht bereut man einen Fehler, aber in derselben Situation, zum selben Zeitpunkt würde man sich genau so wieder entscheiden.

Und jetzt macht er sich auf den Weg. Auf der Suche nach dem Himmel, im Versuch, das Glück festzuhalten. Es ist ein widerspenstiges Ding, kämpft gegen Nähe an. Aber er will es nicht so schnell wieder gehen lassen. Diese Woche läuft ausgezeichnet, und er hofft auch noch unzählige weitere Wochen dieser Art. Aber das wird es wohl nicht sein. Es kann nicht immer alles 100% laufen. Einen Durchhänger hat man immer mal. Wenn man Coldplay hört, und sich plötzlich mit einem riesigen Batzen Selbstmitleid Einsamkeit wiederfindet. Oder wenn man ein Abkommen mit sich selbst bricht. Das nervt jedes einzelne Mal und haut einen um Lichtjahre zurück. Damit muss man leben. This is the life.

[Bildauschnitt / Bild / flickr-User: Mary- you had to be there]

The Quiet Storm.

Langsam ziehst du vorüber. Wie der Wind und das übrig gebliebene Laub. Der Regen drückt dich nur noch weiter hinein. In das Ding namens Leben.

Du siehst ganz zerknautscht aus. Als hätte man dich so fest gedrückt, dass du beinahe keine Luft mehr bekommen hättest. Du blickst um dich und entdeckst eben doch nur mich. Drehst dich um und gehst davon. Ohne einem Lächeln oder überhaupt einem Hauch von Mimik. Ich spüre nur noch, wie ich deinen Bewegungen folge, wie mein Augen an dir haften. Ich, auf dieser Parkbank, denke nach. Über dich und über mich.

Du hast dich verändert und hast scheinbar nicht nur mehr Angst vor dir selbst, sondern auch vor der restlichen Welt. Du zitterst, als du dich in eine sichere Ecke zurückziehst. Als würde man dich bedrohen und du würdest Zuflucht suchen. Ich kann dir jetzt nicht mehr helfen, es ist wohl zu spät. Ich sitze hier auf dieser Parkbank, und denke nach. Über dich.

Irgendwann hast du dich vollkommen zurückgezogen. Ich höre nur mehr deine Schritte, wie sie weglaufen, hinein in den Sturm. Danach habe ich nichts mehr von dir gesehen. Geht es dir gut? Ging es dir jemals gut. Dein Lächeln, falls du eines hervorpressen konntest, zeigte keine Kraft. Wirkungslos versuchtest du immer, dem Leben wohlgesonnen gegenüberzustehen. Doch jetzt bist du weg. Und ich bin wieder allein. Allein, in dieser Welt, in meinem Leben. Und so sitze ich auf dieser Parkbank und denke nach. Über mich. Dich. Die Welt. Und den ganzen anderen Mist.

Unbewohnt.

Die Hand, die du hältst. Sie beginnt zu zittern. Lass mich los.

Es hat keinen Sinn mehr. Du hältst mich fest, lässt mich nicht los. Hältst mich zurück, versuchst mich zu beschützen. Und machst dabei doch alles noch schlimmer. Wo soll ich hin. Ich weiß es nicht. Ich kenne gerade keinen Ort, an dem ich mich wohl fühle. Glücklich und zufrieden. Ich bin nirgendwo zuhause, zurzeit. Es ist, als wäre ich ewig auf der Suche. Und erst wenn ich ihn gefunden habe, den Ort, bin ich beschützt. Like I’m Home.

Die Nähe zu dir tut weh. Sie schmerzt, sogar jetzt, wo du fürsorglich sanft meine Hand hältst. Ich beginne zu schwitzen und atme schwer. Ich schüttle dich weg und weiß doch, dass du nie ganz weg sein wirst. Irgendwo hast du einen Platz gefunden, wo du mich immer beobachtest, und auf mich wartest. Wo du mir Worte in meinen Kopf wirfst und der Gedankentopf irgendwann überfüllt wird.

Ich fühle mich gerade unwohl. In meiner Haut und meiner Routine. In diesem Haus und in diesem Ort. Irgendwie passt gerade gar nichts. Ich fühle mich beschissen und du hältst meine Hand. Du weißt gar nichts und lächelst. Lächelst, wie du immer schon gelächelt hast. Aber du weißt nichts. Hast keine Ahnung, wie es mir geht. Und ich habe keine Lust, es dir zu sagen. Du würdest mich doch nicht verstehen. Würdest es doch nicht einmal versuchen.

Zu Bett werde ich gehen. Werde mich einrollen in diese Decke, die mir Wärme zu schenken versucht. Ich fühle mich kalt. Allein in diesem Bett für zwei. Alleine in diesem Haus mit zwei anderen Menschen. Alleine auf dieser Welt. Fühle mich einsam. Gemeinsam einsam. Und du. Du lächelst. Vielleicht kommst du ja weiter mit dieser Masche. Ich würde es dir zumindest nicht wünschen. Aber lächle ruhig. Lächle und glaube immer daran, dass die Welt so wunderbar und so einfach ist. Irgendwann wird auch dir der Boden unter den Füßen weggezogen.

Restless Stranger.

In deinem Gesicht spiegelt sich die Fremde, die mit dem, was uns verband, nichts mehr gemein hat.

Du reichst mir die Hand, ein Lächeln ziert deine Lippen. Du hast fast immer gelächelt, selbst als du schliefest. Nur als Tränen über dein Gesicht wanderten, lächeltest du nicht. Aber du hast es trotzdem versucht. Jetzt bist du endlich wieder über den Versuch hinausgekommen. Deine Hand ist trocken. Meine wohl kaum. Du hast mir weh getan, damals. Vor Monaten. Hast auf Rücksicht verzichtet und warst vielleicht eines der wenigen Male ehrlich. Und dass deine Ehrlichkeit mir wehtun würde, dass wussten wir beide.

Dein Lächeln scheint nicht aufgesetzt. Du versuchst es wirklich, mir mit Offenheit in die Augen zu sehen. Ich wandere mit meinen Blicken über dein Gesicht. Es fühlt sich falsch an, hier bei dir zu sein. Du fühlst dich falsch an, und siehst anders aus. Anders, als mein Gedächtnis dich mir in Erinnerung rufen kann. Du hast dich verändert und fühlst dich fremd an.

Worte werden gewechselt und Blicke getauscht. Du bist fremd und ich fühle mich unwohl. Du solltest gehen, denke ich mir. Ich sage nichts und schließe die Augen. Warst du mir jemals nicht fremd?

Why did this come up so quick
A spark moves in a dry world
As if something was just switched on
And then disappeared

– Restless Stranger (LP: Restless Stranger) – American Music Club

And then. Just disappeared.