Sommerworte. [62 Tage Literatur]

Sommer ist die wahrscheinlich großartigste Zeit im Jahr. Mit Freunden am See liegen, bis in die Nacht hinein im kurzen T-Shirt draußen sitzen, mit einer Flasche Radler und einer Packung Zigaretten und großartigen Gesprächen dem Nichtstun fröhnen. Aber nachdem es sich schon so eingespielt hat, dass ansonsten beinahe alles runtergefahren wird, in den scheinbaren Sommerschlaf fällt (wie z.B. Serien), wage ich den Gegenversuch.

Nach 24 Tagen Literatur im vergangenen Dezember setze ich ein i-Tüpfelchen drauf, und möchte euch von 1. Juli bis zum 31. August Tag für Tag mit einem Stückchen Literatur versorgen. Ob nun eine Geschichte, ein Gedicht, ein Dialog, ein Brief oder irgendetwas ganz Anderes. 62 Einträge sollen es werden. Aber nicht alle von mir. Denn nebenbei bin ich auch noch auf der Suche nach Gastautoren. Menschen, deren Blogs man womöglich eh schon liest, denen man auf Twitter folgt. Oder auch Freunden, die das Internet womöglich meiden und der Idee von www-weiter Publizierung der eigenen Werke nur wenig abgewinnen konnten. Es wird zumindest toll, das kann ich euch versprechen.

Warum ich das nicht am 30. Juni verkünde, also einen Tag davor? Weil es womöglich etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, all das zu organisieren. Auch diesmal möchte ich wieder jeden Artikel mit einem eigenen Instagram-Foto schmücken, will auf der FB-Seite des Blogs eine eigene Abteilung dafür einrichten, will es also wirklich schön werden lassen. Und wahrscheinlich müssen einige Werke schon jetzt geschrieben werden, da im Sommer neben Urlaub nämlich auch noch das Leben ansteht.

Der Sommer wird also literarisch. So wie das ganze Jahr – in Wahrheit. Heute habe ich damit begonnen, täglich 750 Worte für Volle Distanz zu schreiben. 750words.com hilft mir dabei. Sollte ich es denn wirklich schaffen (ich mag Herausforderungen), wäre ich also am 8. Juli bei 75.000 Worten und somit grundsätzlich am Ziel. Man wird sehen.

Keinen blassen Schimmer. [19]

Lichtschwarz. 18122010

„Ich mag deine Texte!“, sagst du und lächelst mich an und hast keinen blassen Schimmer, dass eine Vielzahl von ihnen nur von dir handelt. Von dir und all meinen Gedanken, die du Tag für Tag in mir zu erzeugen weißt. Gedanken, die mich kaum mehr ruhen lassen und mich immer wieder diese Texte schreiben lassen. Und du hast keinen blassen Schimmer.

„Dankeschön.“, sage ich und blicke etwas beschämt zurück. Ich weiß zwar, dass nicht wenige sie lesen, darauf angesprochen zu werden, ist aber doch immer wieder etwas Besonderes. Und etwas Komisches. Ich gebe so viel von mir preis und schicke es an die unbekannte Masse und irgendwann sticht irgendjemand hervor und lobt mich dafür. Da darf man schon etwas zurückzucken, oder nicht?

„Ich erkenne mich so oft in deinen Texten wieder.“, meinst du und meinst es sicherlich anders, als ich es im ersten Moment auffasse. Die Geschichten sind manchmal echt, manchmal erfunden, und doch scheine ich den Nerv der Menschen zu treffen, gefühlvoll auszudrücken, was andere nicht können.

„Das höre ich oft.“, meine ich und will dabei nicht überheblich klingen und tue es wahrscheinlich doch. Ja, ich habe eine Sprache gefunden, mit der sich viele identifizieren können, wo man sich hineinfallen lassen kann und welche Worte erzeugt, die den Menschen auf der Seele brennen.

„Und der eine Text da, der … der hat mich richtig zu Tränen gerührt.“, erklärst du mir und ich habe auch das schon oft genug gehört. Und denke mir, so insgeheim: ‚Ja. Bitte. Weine. Vielleicht verstehst du den Sinn hinter diesem Text, vielleicht auch nicht. Aber weine. Und bemerke, was ich schon in so vielen Texten zu schreiben bereit war, und zum Aussprechen zu feige.

„Das … das ist … schön.“, entgegne ich und möchte noch immer nicht wirklich darüber reden und weiß, dass du nicht damit aufhören wirst. Und ich schreibe auch noch weiter über dich und hoffe auch die kommenden Tage und Wochen, dass du irgendwann einmal verstehen wirst, an wen diese Geschichten gerichtet sind. Nicht für die Allgemeinheit, für das Seelenwohl der Anderen. Einzig und allein für dich. Und ich würde dich jetzt gerne umarmen. Möchte dir all das erklären. Möchte dir zeigen, worum es am Ende doch nur geht. Aber du hast keinen blassen Schimmer.

Us Apart.

Der Mond. Die Nacht. Und alles. Du.

Du verlierst. Ich habe schon längst verloren. Die Selbstachtung wahrscheinlich. Von diesem Ding ist nur mehr ein klitzekleines Elend übrig. Mehr nicht. Weg ist es und trotzdem sitze ich hier in meinem Bett und wippe im Takt der Musik. Wippe und warte. Auf den Moment und auf das Morgen. Alles schmerzt und es wäre wohl das Beste, wenn ich schon schlafen gehen würde. Mit mir kann man eigentlich in diesem Zustand nicht viel anfangen.

Morgen wirst du landen. Du hast sicherlich viel zu erzählen. Ich werde diese Geschichten nicht hören. Obwohl ich deinen Geschichten immer gerne lauschte. Sie waren manchmal vielleicht sinnfrei, aber sie kamen von dir. Von dir vorgebracht. Für mich. Das war das Bedeutende an deinen Geschichten. Ich habe ihnen immer gelauscht. Du wirst dich nicht melden und ich warte. Warte auf den Morgen und auf diesen einen Moment.

Ich hätte auch Geschichten. Was habe ich nur erlebt, während wir uns nicht sahen. Neue Träume sind aufgekommen, und Zweifel sind grundsätzlich immer dabei. Ich hätte dich um deine Meinung gefragt, doch scheinbar funktioniert ein rein rationales Leben ohne dir ebenso. Aber warum das Ganze. Warum nur ich. Warum hast du damals nicht einfach gesagt, so wie es beinahe alle bisher gesagt haben. Warum hast du nicht auf scheinbarer Freundschaft beharrt, und wir hätten uns nie so kennengelernt. Ich hätte dich nie lieben gelernt und würde nicht ständig an dich denken. Warum ist es so gekommen. Ich denke nach, und komme auf den Entschluss, dass kein Morgen kommt.

Kein Morgen, wie ich ihn verdient hätte. Viel sinnloser, als meine Träume ihn mir schmackhaft machten. Träume sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Sind sinnlose Gedankenverwirrungen. Werden wir uns wiedersehen. Werden wir jemals wieder frei miteinander reden können. Verdammt, du weißt, dass es nicht an mir liegt. Verdammt, ich weiß. Du verlierst. Verlierst einen Menschen, der dein Freund, dein rein platonischer Freund sein könnte. Du verlierst. Und ich? Ich habe schon längst verloren.