Spiegelung.

Die Bäume spiegeln sich im See. Dunkel, dieser Platz.

Durch den Wind wird ein Blatt in den See geweht. Dem Berühren des Wassers folgen kleine gleichförmige Wellen. Meine Augen folgen dem Wasser und beobachten, wie die Spiegelung des Umlandes unförmig wieder zu sich zurückfindet. Der Steg hier. Ich lasse mich nieder und würde am liebsten meine Füße baumeln lassen. Doch dafür ist es noch zu kalt. Der eisige See liegt vor mir, die Bäume wehen im Wind und die Spiegelung bewegt sich.

Als die Unmenge an Luft durch die Äste weht, warte ich. Das ist dieser Platz, an dem wir waren. An dem wir es versuchten und uns auch gut dabei fühlten. Auf diesem Steg saßen wir und alles schien okay. Ich erinnere mich gerne an diesen Tag zurück. Die Sonne schien und es war Sommer. Ein Sommer wie damals. Jetzt ist es dunkel, hier an diesem Platz. Hier an diesem Ort, wo sich die umliegenden Bäume im See spiegeln. Und vielleicht spiegelt der See noch viel mehr. Uns beide. Es ist dunkel. Der See ist still. Still ist es um uns geworden. Nur ich sitze hier, und warte.

Dieser Platz hier ist besonders. Die Magie, die er ausstrahlt, spüre ich nirgendwo so stark wie hier. Hier waren war, unzählige Tage. Du wohnst nur wenige Meter entfernt. Ich habe dich nicht angerufen, habe nicht angeläutet. Ich wollte zu diesem Platz allein kommen, mit all der Erinnerung. Dass es wehtun würde, habe ich erwartet. Aber ich warte und räume die Dunkelheit immer mehr Platz ein. Irgendwann hört es auf zu spiegeln. Die Nacht ist da und der See liegt still da. Mit der Hand auf meiner Brust spüre ich das sanfte Atmen meines Körpers. Gedanken schwirren wie Glühwürmchen um mich herum. Es ist Zeit, denke ich. Und warte.

5 thoughts on “Spiegelung.”

  1. Wow. Das ist ja jetzt wohl mein erster Kommentar aus Afrika! Danke dafür. Ich hoffe es geht dir gut, auf der anderen Hälfte der Erdkugel. Und da gibts Internetcafés? Das ist ja dann wie Berlin … nur anders. 🙂 Bei uns regnet es zurzeit, aber vielleicht kommt ja irgendwann einmal die Kapstadt-Sonne mal rauf nach Europa. Du könntest sie ja theoretisch mitnehmen? 😀

    Und natürlich auch dir allerliebste Grüße, du reisenden André!

  2. Doch, sorry, aber ich hatte, wenn man das so sagen kann, Stress. Gedanken über alles und sie und nichts und Freundschaft und Liebe. Tut mir Leid. Jetzt habe ich dir geantwortet, schau mal in deinem Spam-Ordner nach … 🙂

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