… [Ein Dialog]

I

Manchmal möchte man auch einfach nur still daliegen.
Hm?
Still daliegen. Und einfach mal nichts sagen.
Stimmt.
Aber vor genau so etwas haben so viele Menschen Angst.
Mhm.
Sie haben Angst vor der Stille.
Die Stille, so verrückt es klingt, macht einen ganz unruhig.
Und wibbelig.
Mhm. 
Aber manchmal tut es gut.

II

Woran mag das liegen?
Was?
Dass so viele Menschen nicht einfach mal schweigen können.
Weil … hm. Weil man Angst hat, dass irgendetwas Unausgesprochenes zwischen sich selbst und dem Anderen steht.
Mhm.
Wahrscheinlich ist das auch oft so.
Stimmt.

III

Ich kann das nur mit ganz wenigen Menschen.
Mhm. Ich auch.
Dabei gibt es ja kaum etwas Schöneres.
Wenn man in einer Frühlingswiese liegt, die Wolken betrachtet und einfach mal still ist.
Kommt es dir auch oft so vor, als liegt in diesen Momenten vollkommener Stille mehr Verständnis, mehr Kommunikation, als in all den Gesprächen. 
Mhm.
Eigentlich genial, so etwas.
Du?
Hm?
Wohin gehen wir eigentlich?
Ach, lass‘ dich doch überraschen.
Es ist schon dunkel.
Mhm.
Ich kenne den Weg hier nicht.
Frage einfach nicht. 

IV

Warte einen Moment.
Wieso?
Ich möchte eine rauchen.
Ach komm.
Hm.
Du hast später noch genug Zeit dafür.
Wie lange gehen wir denn noch?
Gleich. 
Hm?
Wir sind gleich da.

V

Komm. Setz‘ dich hin.
Wo sind wir hier?
Das ist doch egal. Setz‘ dich. 
Und was machen wir hier?
Still sein.

So. Jetzt kannst du eine rauchen.
 



 

Vor dem Ertrinken.

260309nw

Eiskaltes Wasser. 
Langsam füllen sich die Nasenflügel. Die Augen, fest zugepresst. Die Stirn beinahe in Windeseile erfroren. Nur noch Sekunden. Und. 

Er taucht wieder auf. Das Waschbecken ist bis zum Rand gefüllt, nur der kleine Abfluss am oberen Ende hindert es daran, den ganzen Raum unter Wasser zu setzen. Und immer noch läuft der Wasserhahn und pumpt mehr und mehr Wasser hinzu. Die Sinne scheinen versagen zu wollen, und der Kopf nickt. Sollen sie doch. Einfach fallen lassen. In dieses dunkle Loch aus eiskaltem Wasser. Es tötet ab und zerstört. Zerstört mit einem Mal so vieles.

Und. Die Luft ist angehalten. Er taucht wieder ein, in dieses kleine Becken. Die Eiseskälte läuft von seinem Hinterkopf hinab. Die Augen schmerzen. Doch er muss immer stärker versuchen, ruhig zu bleiben. Es sind Schmerzen. Und.

Ein letztes Mal taucht er auf. Mit nassen Haaren erinnert er sich an die letzten Tage zurück. So vieles hat er erledigt, hat Dinge geschafft, die er sich schon seit Tagen, seit Wochen, seit Monaten. Ja, sogar seit einem Jahr vorgenommen hat. Er scheint alles zustande zu bringen und trotzdem braucht er gerade dieses Gefühl. Diesen Schmerz. Steine sind von seinem Herzen gefallen, sein Kopf wird immer leerer. Immer leerer und seine Angst immer größer. 

Diese eisige Wärme legt sich um seinen Kopf. Und er setzt zum alles entscheidenden Punkt an. 

Er brüllt all‘ seine Wut, seine Angst, seine Ungewissheit hinein in dieses stille Wasser. Niemand hört ihn dabei. Und doch. Seine weit aufgerissenen Augen zeigen ihm. Er hat sich gerade selbst vor dem Ertrinken gerettet.

Foto: Ein Ausschnitt dieses Bildes von Martin Kingsley

Du liebst mich. Ich liebe dich nicht.

Hey.

Ich weiß es. Und ich wusste es schon vor Monaten. Und warum habe ich nichts gesagt, warum habe ich nicht die Initiative ergriffen, um es zu sagen, um es zur Sprache zu bringen? War es meine eigene Feigheit über gerade dieses Thema zu sprechen, welches mich selbst schon viel zu viele Male selbst betroffen hat? Oder ist es einfach die Angst davor, jemand anderen gehörig zu enttäuschen? Man enttäuscht sehr ungerne, aber manchmal geht es einfach nicht anders. Manchmal ist es einfach so und man kann nichts daran ändern. Warum jetzt das Ganze? Ich weiß es nicht.

Es tut mir Leid, dass Liebe weh tun kann. Oder das Verliebtsein. Liebe ist ein zu mächtiges (und auch ein so schönes Wort), als dass man davon überhaupt zu reden beginnen sollte. Aber das tut es. Es tut weh und manchmal glaubt man wirklich, dass einem das Herz zerspringt. In Tausend Teile und ohne Anleitung zum Wieder-Zusammenbauen. Ich wollte nie ein Grund dafür sein, dass jemand das schmerzhafte Verliebtsein erlebt. Aber wie schon gesagt: Manchmal geht es einfach nicht anders.

Ich kann hier jetzt keine Lösung nennen, oder ein Kummerheilrezept. Könnte ich das, wäre ich wohl auch noch zu anderen Wundern im Stande. Aber man muss, so Leid es mir tut, da einfach durch. Durch all die Schmerzen, die gedanklichen Dauerregenfälle, durch tränendurchweichte Gedanken. Das gehört genauso dazu. Leider. Liebe sollte eigentlich schön sein, ich weiß. Ich habe es selbst sogar schon ein Mal erlebt. Jeder sollte das Anrecht auf das Erleben dieser wundervollen Liebe haben.

Aber ich kann dir nicht geben, was du von mir verlangst. Du weißt doch: Zur gegenseitige Liebe braucht man immer zwei. Aber das fehlt bei mir. Kein Knistern, kein Wusch, kein Leuchten in meinen Augen, keine Schmetterlinge. Nichts. So ist es eben. Ich selbst kann daran nichts ändern und eine alte Weisheit aus all meinen misslungenen Verliebtheitserfahrungen lautet: Man kann/darf/soll nichts erzwingen. Vor allem kann man es nicht. Hätte es irgendwann einmal Klick gemacht, oder Wusch oder wie auch immer, du hättest davon erfahren. Aber es fand nicht statt.

Ich selbst habe schon einmal am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn man in jemanden verliebt ist, aber dieser jemand nicht bereit ist, sich voll und ganz der Beziehung hinzugeben. Keine 100 Prozent.Manchmal hat man einfach nicht die Kraft, den Willen oder die Möglichkeit dazu. Wobei es wahrscheinlich vermessen ist, so etwas überhaupt zu verlangen.  Aber man sollte nie eine Beziehung starten, wo man schon zu Beginn das nahe Ende vorhersehen kann. Deshalb kann man eigentlich einfach nur froh sein, dass nichts passiert ist. Die Verletzung danach wäre viel tiefgehender, viel herzausschürfender, viel beschissener. Das wünsche ich niemanden, und ich möchte auch nicht der Grund für so etwas sein.

Wahrscheinlich kann ich mir nur schwer vorstellen, wie es dir jetzt geht. Es tut mir Leid. Für jedes mögliche Anzeichen, das du vielleicht falsch interpretiert hast. Für all deine Erwartungen, die nun unerfüllt bleiben. Für dich. Das hast du nicht verdient und das hat niemand verdient. Es tut mir Leid, dass ich Grund für all die Enttäuschung bin. 

Wie kommen wir über all das hinweg? Gibt es dafür einen Ausweg? Einen Notausgang, der uns noch einmal bei 0 beginnen lässt, als wäre nichts geschehen. Nein, den gibt es nicht. Man kann maximal versuchen, aus all dem noch das Beste rauszuholen. Behalten wir doch unsere – in den letzten Monaten – entstandene Freundschaft bei. Ich genoss es, mit dir bei Kaffee oder Jugendgetränk über die verschiedensten Themen zu sprechen oder im Weltcafé einen ruckelnden Film anzusehen. Tun wir doch einfach so, als wäre nichts geschehen. Zwar kann man Gefühle nicht von einen Moment auf den anderen abschalten. Dazu fehlt eindeutig der Stopp-Taste. Sie werden noch bleiben, soweit ich weiß. Noch einige Zeit. Außer man versucht, sie mit aller Gewalt zu unterdrücken (was aber höchstwahrscheinlich nicht den erhofften Effekt hervorrufen würde). Aber lass‘ es uns doch einfach gemeinsam versuchen, über diese Zeit hinwegzukommen. Vielleicht bist du ja an der Weiterführung der Freundschaft interessiert, und vielleicht verschwinden die Gefühle in absehbarer Zeit auch wieder. 

Was ich aber jetzt brauche, ist vielleicht mal eine Pause. Zu vieles läuft gerade in meinem Leben ab. Ein arbeitsintensives Studium, viele Veranstaltungen, immer auf Achse. Und wie gewöhnlich brauche ich jetzt gerade sehr viel Zeit für mich allein. Gib mir die Zeit, die ich brauche. Und dann verspreche ich dir, dass ich alles daran setzen werde, unsere Freundschaft zu erhalten. 

Ich hoffe, du liest diesen. Brief? Ich hoffe, du verstehst ihn. Ich würde am Liebsten keine weiteren Worte mehr darüber verlieren, bin am Ende angelangt, hab‘ geschrieben, was geschrieben werden musste und fühle mich jetzt nur etwas müde und ausgelaugt. Und um nicht mit den berühmten (und wahrscheinlich schon geflügelten Worten) Das wars. zu enden, überlege ich mir noch schnell, die richtigen Worte zum Schluss.

[…]

Ich wünsche dir, dass du die Person findest, mit der du glücklich wirst. Ehrlich.
Nur ich.

Ich bin es nicht.

Auf der Suche. [Ein Gedanke]

Für den heutigen Eintrag hätte ich mir die wahrscheinlich größte Eingebung meines ganzen Lebens gewünscht. Der Einträge hätte keinen Titel bekommen und hätte auch sonst nur ein einziges Wort enthalten. Das Wort. Gerade von der durchschnittlichen Länge eines deutschsprachigen Wortes und doch so vieles mehr.

Es hätte das eine Wort sein sollen. Das berührt. Egal wie. Ob man jetzt nun zu weinen beginnt, oder lauthals auflacht. Ob man schockiert auf den Bildschirm blickt oder plötzlich die ganze Welt umarmen möchte. Genau dieses Wort wäre dann der gesamte Inhalt dieses 1.686sten Eintrages hier in der Neon|Wilderness.

Nur das Traurige wäre dann: Hätte ich dieses eine Wort gefunden, dieses Wort, welches unaufhaltsam jeden Menschen berührt, der es liest oder hört, weil jeder Mensch etwas anderes damit verbindet. Dann hätte ich wohl nichts mehr zu sagen und somit wäre das wohl das Ende meines Blogs. Und selbst ich wäre danach ausgelaugt. 

Deshalb bin ich froh. Dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen. Dass man manchmal noch Zeit bekommt. Zum Nachdenken.

Dunkel ist es. [Ein Dialog]

I

Du riechst gut.
Beginnst du eigentlich immer auf diese Art und Weise eine Konversation? Wir kennen uns ja kaum.
Hm. Ist mir nur aufgefallen.
Schön.
Mhm. Schön.
Nach was rieche ich denn?
Weiß nicht. Irgendwie natürlich.
Ich schwitze? Willst du mir das sagen?
Nein. Nein. Ach, nein. Natürlich nicht. Du riechst…-
Natürlich. Ich weiß. Und sonst?
Sonst?
Mhm. Sonst?
Nichts. Du riechst nur außergewöhnlich gut.
Schön. 

II

Wieso so griesgrämig?
Ich? Griesgrämig. Ist das nicht alles nur eine subjektive Meinung von dir?
Ach? Und du fühlst dich also wohl, oder wie?
Mhm.
Und nicht vielleicht irgendwie…-
Griesgrämig?
Mhm.
Hm. Nei..- Naja. Vielleicht.
Und wieso?
Wieso was?
Wieso so griesgrämig?
Ach. Du würdest dich ja doch nicht auskennen.
Schön.
Was?
Das Lächeln eben, als ich statt Schade nur Schön vorweisen konnte. 
Hab ich etwa gelächelt?
Mhm.
Tut mir Leid.
Da! Schon wieder! Hast du es wenigstens jetzt mitbekommen?
Hm.

III

Ach, es ist schon dunkel.
Wie?
Dunkel ist es.
Mhm.
Hm. 

IV

Ist dir kalt?
Warum?
Du zitterst.
Wirklich? Das habe ich bei all dem Zähneklappern beinahe übersehen.
Schon wieder. Komm.
Wohin?
Nirgendwo hin. Komm. Nimm meine Jacke.
Und du?
Wie?
Erfrierst du denn nicht?
Ach wo. Kalt ist es zwar schon, aber…-
Aber?
Aber ich hasse es, wenn Menschen in meiner Umgebung frieren. Komm!
Wohin?
…-
Ha. Jetzt hast du gelächelt. Für mich. Na, gib‘ sie schon her!
Was?
Die Jacke. Die Jacke möchte ich bitte.

V

Ich friere noch immer.
Wir kennen uns kaum.
Ich weiß. Aber …-
Aber was?
Aber hindert es uns an irgendetwas?
Woran sollte es uns hindern?
Ich weiß nicht.
Na, komm schon her.
Aber eigentlich sollte ich ja dich unter meiner … äh, deiner Jacke aufwärmen. 
Egal. Komm her. Wenn wir ganz nah nebeneinander gehen, dann wärmen wir uns gegenseitig.
Stimmt.
Stimmt.
Weißt du eigentlich…-
Mhm. 
Deine Hand ist warm.
Und du riechst gut.
Als würden wir uns schon ewig kennen.
Und uns nicht verlieren. In Träumen.
Von uns?
Mhm. Von uns beiden. 
Schade.
Wie?
Es wär‘ schade drum.  Würden wir uns schon ewig kennen.
So ohne Träume, wie?
Mhm. Das…- Das wär schrecklich. 
Drum..- Drum lass uns uns nie kennenlernen. 

Die Erwartungshaltung [Eine Feststellung]

Ich denke, die Erwartungshaltung in mich ist viel zu groß.

Was hat all das hier nur zu bedeuten? Dieser eine Gedanke kam mir vor kurzem erst, und selbst heute, beinahe zwei Wochen danach, ist er noch mein voller Ernst. Welche Erwartungshaltung? Man kann es nur sehr schwer erklären. Vielleicht mal in Richtung Berufswunsch. Ich wurde ein paar Mal in Tageszeitungen abgedruckt, aber bin ich alleine deswegen prädestiniert für so einen Job? Die Interesse ist da, ja. Keine Frage. Aber ist es das, was ich machen will? Eben. Genau das weiß ich nicht. Und ja, verdammt. Seit mehr als fünf Jahren schon renne ich dem Traum des Journalisten hinterher. Seit nunmehr beinahe 9 Jahren wusste ich, dass mein Beruf etwas mit Schreiben zu tun haben muss. Aber bin ich hier richtig? Hier, in dieser Welt. Ich weiß es nicht. Vielleicht will ich doch etwas ganz anderes machen? Vielleicht bin ich ein besserer Schauspieler als Journalist. Vielleicht will ich wirklich nur Bücher schreiben, und mich zwischen dem Veröffentlichungsdatum des einen Buches und des darauffolgenden in meiner Wohnung verkriechen. Ich hab‘ so viele Träume. So viele verdammte Träume, die mir jeden rationalen Zugang zu meinem zukünftigen Leben verwehren. Und ich will nicht der Typ sein, der irgendwann geschlagen aufgibt, um dem Trott zu folgen. Ich will nie zu träumen aufhören.

Aber man kann gerne sagen: Ich kann mehr, als ich zu zeigen bereit bin. Und ich sträube mich dagegen, Erwartungen zu erfüllen. Aber ihr werdet schon sehen.

Um es in den Worten von Kettcar (die gerade passend in meiner Playlist aufgetaucht sind): Wir Ich werden nie enttäuscht werden. Ihr vielleicht schon.

Angst vor. [Ein Epilog]

Manchmal, wenn wirklich beinahe alles irgendwie gut aussieht. Dann hat man plötzlich Ängste. Vor ganz banalen Dingen.

Eine Angst, die mir zurzeit sehr oft unterkommt, ist die Angst, beim Auswahlverfahren für das Publizistikstudium zu scheitern. Dieses Semester dürfen „nur“ 962 Studenten ins zweite Semester aufsteigen und so die Studieneingangsphase womöglich schon im zweiten Semester abschließen. Und eigentlich sieht es ja beinahe schon so aus, als müsste man nicht wirklich viel können, um da hinein zu kommen. Drei Prüfungen entscheiden über das Weiterkommen. Und die Prüfung mit den meisten Anmeldungen umfasst gerade mal 1015 Studenten. Wenn man die Tatsache, dass vielleicht 10 Leute nicht antraten und weitere 5 oder so schon zum dritten Mal antreten (und so nicht in unser Auswahlverfahren fallen), müssten gerade einmal 35 Menschen es nicht schaffen. Das heißt: 35 Menschen müssten schlechter sein als ich. Warum ich denn nun Bedenken habe?

Ich bin vielleicht einer, der für das Publizistikstudium, allein vom Interesse her, sehr gut geeignet ist. Ein Wissenstest (30 Fragen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen) endete mit rund 700 Studenten, die zwischen 0 und 10 Fragen wussten, 300 die zwischen 11 und 20 Fragen richtig beantworten konnten. Und genau 11 [in Worten: elf] die 21 bis 30 Fragen wussten. Laut meiner eigenen Einschätzung war ich einer der 11. Ich könnte auch die Aufnahme in die Journalistenschule in Wien schaffen, und ich bin auch einer der wenigen Erstsemestrigen, die von den Medien 2.0 und auch all dem Papierkram 1.0 schon zu einem großen Teil Bescheid wussten. Ich wäre also perfekt für das Publizistikstudium (und natürlich auch für das vorzeitig abgebrochene Politikwissenschaftsstudium, welches ich im 2. Semester wieder aufnehme). Und trotzdem die Angst vor dem Scheitern?

Das erste Semester in Publizistik (und scheinbar auch in allen anderen Studienrichtungen) ist voll mit unumgehbarer Theorie: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, Einführung in das wissenschaftliche Schreiben, das wissenschaftliche Denken, das wissenschaftliche Lesen. [Horror!]. Und die Prüfungen waren zum Teil zwar logisch, aber das dumpfe Erlernen der Statistik-Theorie stößt mir selbst jetzt noch ungut auf. Und so habe ich Angst: Angst, dass Leute, die ihre ganze Schulzeit auf purem Auswendiglernen aufbauten und das nun auch bei ihrem Studium fortsetzen, ihren Platz im Auswahlverfahren bekommen, obwohl sie vielleicht überhaupt keine Ahnung vom aktuellen Weltgeschehen und von den Medien haben, in denen sie irgendwann einmal arbeiten wollen. 

Es wäre peinlich. Ich würde mich schämen, wenn ich einer der 35 oder der 50 Leute wäre, die es nicht schaffen würden. Die Prüfungen waren schwer und ich habe vielleicht auch etwas zu spät angefangen, zu lernen. Und es ist sehr wahrscheinlich dass ich es ja nun auch wirklich geschafft habe. Aber die Angst bleibt eben da. Und ich halte euch natürlich auf dem Laufenden. (der 15. Februar gilt als das Datum der nächsten Woche). 

Und das hier war jetzt ein Epilog. Ein Nachwort. Nach all den ersten Wochen und Monaten meines ersten Semester. Es war aufregend, erdrückend, langweilig, spannend, interessant. Es war so vieles. Und deswegen freue ich mich auch schon auf das zweite Semester, welches im März schon wieder losgeht. Und habe nun jetzt noch einige Aufgaben in den Ferien: das Schreiben einer Bewerbung für die Fachhochschule in St. Pölte, das Schreiben einer Bewerbung für ein Volontariat beim Standard. Und irgendwas wird dann eben so passieren. Das Gefühl, dieses „Es geht mir gut“-Ding, ist immer noch da. Und das ist auch gut so.

Im Müllsack. [Ein Abschiedsbrief]

Und dann.

Ich muss zugeben, ich musste erst unter all dem Müll suchen, bis ich den dafür vorgesehenen Sack fand. Schon vor Wochen hatte ich ihn mir bereitgelegt, um endlich ein bisschen auszumisten. Oder besser gesagt: Um den Boden wieder begehbar zu machen. Aber die Motivationskrise, wahrscheinlich resultierend aus dem stupid-einfärbigen Anblick des verschneiten Winters und dem Zustand der Weltwirtschaft an sich, ließ ihn beinahe schon mit dem eigenen Verfallsprozess beginnen. Aber heute habe ich ihn gefunden, herausgekramt und fühle mich nun dazu im Stande, mit diesem Chaos Schluss zu machen. Vor allem, um auch den immer stärker werdenden Geruch zu bekämpfen.

Ich will jetzt nicht wie dieser Typ klingen, der mit 30 Jahren, in Jogging-Hose, Brille und zerwuschelten Kurzhaar zuhause wohnt, [wobei Brille und zerwuscheltes Haar eindeutig hinkommen würden], aber meine Mutti sagt immer, das Aufräumen hier in meinem Zimmer ist der erste Schritt, um den Chaos in meinem Leben entgültig zu bekämpfen. Meine Mutti glaubt nämlich, mein Leben sei chaotisch. Nur weil ich eben nicht dieser Typ bin, der mit dem Terminkalender in der Hosentasche durch das Leben rennt, auf der Suche nach Terminen, die meinen Alltag beeinflussen. Und ich bin eben auch nicht der Typ, der ’ne Stunde vorher losfährt, um ja überpünktlichst eben einen solchen Termin einzuhalten. Bei mir muss man immer die geplante Ankunftszeit plus der durchschnittlichen Fahrzeit einplanen. Und dass ich nicht der Typ bin, der sich schnell entscheidet und sich an Stimmungsschwankungen manchmal fast zu sehr verschluckt, haben wohl auch schon so einige erkannt. Aber ich würde nicht sagen, dass mein Leben chaotisch ist. Und dass mein Zimmer, diese (geräumigen, aber unglaublich schlecht genutzten) dreißig Quadratmeter, irgendetwas mit meinem innersten Ich zu tun haben, habe ich meiner Mutter sowieso schon mal nicht abgenommen.

Nach einigem Stöbern finde ich ihn wieder. Diesen einen Pullover, im Übrigen mein Lieblingspullover. Stimmt. Ich hatte ihn nach diesem einen Mal in diesem verrauchten Lokal spät nachts einfach ausgezogen und habe ihn auf den Boden geworfen. Der Rest hier im Zimmer war wohl schon zu voll mit all der Schmutzwäsche. Und so krame ich ihn heraus und erfreue mich auf absolut kindliche Weise über diese wohlwollende Entdeckung zu Beginn meiner Expedition. Und während ich all die Wäsche schnell in meine ausgebreiteten Arme stopfe, und sie hinübertrage in die Waschküche (zwischen ihr und mir liegen tatsächlich nur wenige Meter und zwei Türen), erkenne ich zum ersten Mal seit Langem diesen einen tollen Teppich wieder. Er, mit seinem rot-schwarz-gekringelten Etwas, welches ihn auf irgendeine Art und Weise wundervoll psychedelisch wirken lässt. Und mit einer umgreifenden Armbewegung schiebe ich all den Mist auf diesem Boden (neben Zeitschriften, und verschiedenen Discs auch mal das ein oder andere Teller und Besteck) immer weiter vom Teppich weg. Das würde es also sein. Meine ersten Quadratmeter dieser neuen Welt. Und wie auch schon bei der Entdeckung des Pullovers, fühlte ich mich jetzt wie Kolumbus 1492, als er Indien zu entdecken glaubte. 

Um mein Land zu verteidigen, lasse ich mich auf meinem Teppich nieder, den Müllsack nur knapp neben mir platziert. Und beginne, all den Kram am verschobenen Boden zu Sortieren. Neben dem einen Stoß namens „Vielleicht noch nützlich“ befindet sich auch noch ein „Du Vollidiot. Das sind Akten!“-Stoß. Und eben der Müllsack. Der das entgültige Ende bedeuten solle. Und so greife ich jeden einzelnen Zettel auf, beginne manchmal zu lesen, blättere in Zeitschriften und bohre auch mal aus purer Laszivität in meiner Nase. Die Zeit hier auf meiner rot-schwarz-gekringelten Insel scheint stillzustehen. Und von Fortschritt kann man deshalb auch nichts sehen. Denn irgendwann verliert der Sack immer mehr seine Daseinsberechtigung und man sieht in jedem Müll-Utensil irgendeine Bedeutung für die nähere Zukunft. Und schließlich packe ich all das zusammen und schiebe es in ein freies Fach in diesem einen riesigen Raumteiler vom schwedischen Möbelhaus. 

Mein Raumteiler ist ja eine Besonderheit. Denn leider kann er seine Profession nicht direkt ausleben, da er aufgrund komplett falscher Architektur meines im Gedanken aufgebauten Zimmers nicht wirklich Platz hat, um den Raum zu teilen. Und so nimmt er einen beträchtlichen Teil der länglichen Teilseite ein. Und je nach Motivation sieht man die Wichtigkeit der Dinge. Auf nichts in den ersten drei Reihen würde ich verzichten wollen. Und die Reihen vier bis fünf sind meine Fächer für den Müll. Wenn eben der erste Enthusiasmus nachgelassen hat. Durch das Ausnützen aller bisher ungenützten Stauräume in meinem Zimmer wird der Boden immer leerer. Das Parkett wirkt matt, und die durch Fingerabdrücke verschmutzten Fenster lassen natürlich nicht das richtige Licht herein. Irgendwann beginne ich, mit einem Mop zu wischen, und anschließend den restlichen Staub zu saugen. 

Das wars. Eigentlich. Doch es ist immer so. Nachdem ich die für andere völlig unverständliche Unordnung am Boden meines Zimmers in Ordnung gebracht habe, nehme ich mir stets meine Bücher, CDs, Filme und Spiele vor, um sie in ihrer Ordnung (natürlich auch für alle vollkommen unverständlich) neu zu ordnen. Dafür nehme ich mir meistens die längste Zeit. Um den Soundtrack meiner letzten Jahre zu betrachten. Die Bücher, die mich verfolgten, oder zum Teil auch immer noch begleiten (auf so manche Zugreise oder auf die Toilette). Und daneben auch noch Bilder. Von meinem Neffen. Meiner besten Freundin. Für diese Arbeit brauche ich keinen Müllsack. Das sind Bestandteile meiner letzten 20 Jahre. Dinge, die wohl auch noch länger hier so bleiben sollen. Und hinter diesem einen Buch sehe ich auch diese Schneekugel. 

Ich nehme sie in die Hand. Und was mich beunruhigt: Ich werde immer noch ganz still, wenn ich sie in der Hand halte und schüttle. Die Flocken steigen auf und gleiten anschließend langsam wieder zu Boden. Und dahinter sind wir zu sehen. Sie, mit ihren wundervollen Augen und ich mit meinen langen , blonden Haaren. Seit eineinhalb Jahren steht sie schon hier in diesem Zimmer. Ich habe sie am Tag unserer Trennung bekommen, und verspüre selbst jetzt noch ein mulmiges Gefühl, wenn ich daran denke. Wo ist der Müllsack? Oder meine Box der Erinnerungen? Soll ich sie wegwerfen, oder in eine Schachtel verschwinden lassen. Und nachdem der Schnee wieder nach unten gesunken ist, stelle ich sie wieder auf ihren Platz zurück. Und schlucke erst Mal.

Das hier soll ein Abschied sein. Aber kann man sich von Erinnerungen verabschieden? Kann man Geschenke einer liebgewonnenen Person überhaupt wegwerfen? Es soll ein Abschied sein. Und ich bin nicht bereit, es endgültig zu tun. Ich möchte mich nicht von meinem Chaos verabschieden, der eine Charaktereigenschaft von mir geworden ist. Und ich weiß auch, dass in wenigen Tagen oder Wochen mein Zimmer wieder den beinahen Mülltod sterben würde. Außer Gefühle war bei mir noch nie etwas von Dauer. Sollte ich es beklagen? Was ich für diese Person empfinde, die mit mir in dieser Schneekugel die Flocken fängt? Ich empfinde wundervolle Erinnerungen. Diese Schneekugel ist ein Teil aus der Vergangenheit, welches mich hier und auch in Zukunft begleiten soll. Als Erinnerung. 

Das hier … ist ein Abschiedsbrief.

Finished: 23:10 Uhr, 31. Jänner 2009

Breakin‘ down.

Walk Away

Als ich an diesem einen Sonntag aufwachte, mit einem Dröhnen im Kopf, als hätte ich mit dem ärgsten Kater zu kämpfen (und ich war ja bekanntlich mehr als nur nüchtern), war es irgendwas rund um Mittag. Timi war schon abgeholt worden, von seiner Mutter. Und so genoss ich noch die letzten Stunden des letzten Wochenendtages, bevor es am Montag schließlich wieder ab nach Bad Goisern gehen sollte. Wie jeden Tag. Zu meiner Zivildiensteinsatzstelle. Und diese Woche würde ich es gut haben. Da ja mein Papa diese eine Woche mit Freunden in Amerika war, würde ich jeden Tag etwas länger schlafen können, um dann um einige Minuten schneller in Bad Goisern zu sein, als es der Zug jemals schaffen würde.

Aber schon am Montag war ich wieder etwas zu spät dran. Ich überlegte sogar noch, ob ich bei meiner Schwester und Timi vorbeischauen sollte. Auf einen Kaffee und ein schnelles Frühstück. Sie würde schon auf sein und Timi auch. Und so könnte ich mit diesem Kinderlächeln in die Arbeit starten. Doch ich blinkte nicht und ich lenkte nicht in die Einreihspur. Ich fuhr weiter. Es würde sich nicht ausgehen, ich würde schließlich zu spät in meine Zivildiensteinsatzstelle kommen. Und so fuhr ich diese halbe Stunde noch weiter, bis ich schließlich meinen Platz an diesem Schreibtisch einnahm. 

Der Zivildienst war nichts Weltbewegendes. Ich persönlich würde heutzutage einfach sagen, dass das einzige Soziale an diesem Zivildienst die Organisation war, für welche ich arbeitete. Die Arbeit selbst, die ich zu erledigen hatte, hätte leicht aufgeteilt werden können und meine Stelle wäre nicht nötig gewesen. Und nachdem ich Tage davor wieder zu rauchen begonnen hatte (und schon wieder hatte ich es nicht geschafft, wirklich damit aufzuhören; aber wollte ich das denn?), nutzte ich die Halbzeit bis zur Mittagspause für eine Zigarette. Als ich wieder ins Büro zurückkam, vibrierte mein Handy. Eine mir unbekannte Nummer. Sollte ich abheben? Natürlich … und so bin ich selbst heute noch, war ich zu feige, um abzuheben und um mich mit einen nicht vorhersehbaren Gespräch zu konfrontieren. Würde die Nummer noch einmal anrufen, dann würde ich es tun. Minuten später läutete das Telefon im Büro. 

Und zum ersten Mal wurde ich an den Apparat geholt. Es war meine Mutter. Und ich wusste, dass – da sie ja normalerweise nicht wegen jedem möglichen Blödsinn anruft – irgendetwas passiert ist. Die folgenden Worte fehlte jeglicher Bezug zur Realität. Timi konnte nicht tot sein. Nein, Timi wachte nicht mehr auf. Er ist gestorben, im Schlaf. Plötzlich, nicht vorhersehbar. Nein, das … das kann nicht sein. Ich würde nach Hause kommen. Nein, ich fahre mit dem Auto, ich muss mit dem Auto fahren. Sprecherwechsel. Ein Typ des Kriseninterventionsteams. Ich müsse mit dem Zug fahren, das Auto würden sie schon holen. Ich könnte in diesem Zustand nicht fahren. Ich stimmte ihm zu. Bedankte mich. Und legte auf.

„Mein. Mein Neffe ist. Gestorben.“ Betretene Blicke im Büro. Wir waren hier sowieso nur zu dritt. Und ich fragte, ob ich denn jetzt nach Hause fahren könne. Und nachdem ich meine ganzen Sachen zusammengepackt hatte, stieg ich ins Auto und fuhr los. Seit diesem einen Anruf zitterte ich. Und was mich überraschte: ich konnte nicht weinen. Obwohl ich es so sehr wollte. Aber das wäre natürlich während der Autofahrt nicht hilfreich gewesen. Dafür rauchte ich, eine Zigarette nach der anderen. Das Fenster leicht geöffnet und kaum mehr normal atmend. Ständig dachte ich, was das hier wohl nur für ein beschissener Scherz sei. Das könne nicht sein. So etwas passiert zwar. Aber nicht uns. Nicht mir. Was für ein schlechter Scherz war das nur. Die ganze Zeit “The Drugs Don’t Work”. All these talks of getting old. Du hättest alt werden sollen. So viele Pläne hatte ich mit dir. So viele Träume. Gestern nacht habe ich an dich gedacht. Heute morgen. Als du wahrscheinlich schon tot warst.(1)

Nach geschätzten vierzig Minuten war ich zuhause. Von nun an würde ich konfrontiert werden. Und nicht mehr fliehen. Das würde es sein. Ich ging die Treppe hinauf, das Gitter, welches wir wegen Timi angebracht hatten, machte ich hinter mir zu. Und ging in Richtung des Wohnzimmers. Was soll man in einen solchen Moment sagen? Sind Worte hier überhaupt nötig? Ich befinde mich nur in der dritten Reihe. Ich bin nicht die Mutter. Nicht die Großmutter. Ich war der Onkel. Und so nahm ich einfach nur in den Arm, was auf mich zukam. Meine Mutter, zuallererst. Tränen, auf ihrer Seite. Meine Schwester, auch bei ihr Tränen. Und keine Chance, eine der beiden zu beruhigen. Wie könnte man nur. Man ist hilflos. Hilflos unter dem Druck dieser Trauer, welcher wie Messerstiche sein Unwesen treibt.

„Und Papa. Papa ist nicht zuhause.“ Immer und immer wieder sagte meine Schwester diese Worte. Ja, er vergnügte sich zurzeit noch in Amerika. Irgendwo in Las Vegas. Oder Atlanta. Ohne dem Wissen, dass sein Enkel seit Tagesbeginn Tod und unsere Welt auf unbestimmte Zeit eine Ruine sein wird. Irgendwann, im Laufe des Nachmittags (das Zeitempfinden war seit der frühen Nachricht am Telefon aufgehoben, und das für einige Tage), tauchte Gerhard auf, unser Pfarrassistent und ein guter Freund der Familie. Er redete mit uns, ließ uns schweigen und nahm uns in den Arm. Und manchmal weinte auch er. Beziehungsweise, an diesem einen Tag, nur einmal sichtbar für mich. Als ich mich entschieden habe, mir die Aufgabe aufzubürden, zu meine Großmutter zu fahren, um ihr von dieser Nachricht zu erzählen. Er begleitete mich. 

Als ich in das Zimmer trat, einige Leute waren gerade zu Besuch bei meiner Oma, sah ich in die Gesichter von ihr und meiner Tante. Und konnte plötzlich gar nichts mehr sagen. Der Kloß in meinem Hals wurde immer größer, für einen kurzen Moment fanden sich Tränen in meinen Augen. Und man wusste hier schon, was geschehen war. Meine Mutter hatte schon mit meiner Tante telefoniert. Und sie würde auch meinen Onkel in Amerika anrufen, damit dieser meinem Vater davon erzählte. Und nachdem wir die gesamte traute Runde zerstört hatten (einige flüchteten vor der erdrückenden Macht der Trauer), konnte ich anschließend wieder mit meiner Tante nach Hause fahren. Und bloggen.

Ja. Ich bloggte. Das war auch der erste Moment an diesem Tag, an dem ich auch nur annähernd weinte. Das Wieder-in-Erinnerung-Holen so vieler Erinnerungen schaffte eben das. Aber ich zitterte. Immer noch. Die große Sintflut kam bis jetzt noch nicht. Und irgendwann begann ich zu telefonieren. Maria, Elisabeth, Sarah, Lukas, Stefan, Magdalena. Und zuallererst dachte ich an sie, Maria. Sie hatte ihn, von all meinen Freunden, am Häufigsten gesehen. Sie war dabei, als er getauft wurde. Und sie ist der Mensch, von dem ich einfach nicht loszukommen schien. Und scheine. Und dann machte ich mich auf. Magdalena hatte mir angeboten, dass ich bei ihr vorbeikommen könnte. Und Lukas auch. Gespräche. Mit Freunden. Und endlich raus aus dieser Gegend hier. Aus diesem schwarzen Fleck hier auf der Erdkugel. Die Gespräche taten gut, doch es waren nur meine Freunde, die weinten. Diese Gefühlsregungen hatte ich noch nie mitbekommen, wobei ja auch dieser Fall hier vollkommen einzigartig zu sein scheint. Nur ich stand da. Sozusagen als Seelsorger für die Freunde der Angehörigen. (2)

Als ich dann nach Hause komme, liegen meine Schwester und meine Mutter auf der Couch. Sprechen miteinander, weinen. Lenken sich irgendwie ab. Ich sitze am Tisch und schreibe am Notebook, so wie ich es jetzt gerade wieder tue. Ich wartete und rauchte und wartete. Irgendwann waren die beiden eingeschlafen. Eine Decke für die Beiden. Das Licht aus. Die Treppe hinunter und hinein in mein Zimmer. Einmal tief durchatmen. Es ist kurz nach Mitternacht. Das kann es wohl doch nicht sein.

Mehr Kapitel der Geschichte “Walk Away
(1) In Erinnerung., 29.10.2007
(2) Der Tag danach. Und er ist immer noch nicht da. 30.10.2007

Das hier ist für alle die.

250109nw

Ich bin zurzeit in keinster Weise verliebt. Eindeutig. Keine Schmetterlinge, die in meinem Bauch Sex haben und dieses geniale Kribbeln erzeugen. Rein überhaupt gar nichts. 

Und ja. Ich freue mich eben gerade darüber. Nachdem seit dieser Woche alles perfekt läuft, lasse ich mich überraschen. Und brauche keine Verliebtheit, die in die Irre führt. Also, keine Liebe für mich. Nichts. 

[Also erspart euch eure Liebesbekundungsmails.]

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