Frische Luft.

290109nw

Für einen kurzen Moment die Luft anhalten. Ohne zuvor so viel Luft wie möglich einzuatmen. Einfach mal für einen kurzen Zeitraum zu atmen aufhören. Und sofort beginnt es zu Kribbeln. Im Brustbereich. Und manchmal wird auch das Herzklopfen lauter. Und auch langsamer. Aber nur minimal. Kaum spürbar. Und irgendwann atmet man wieder. Und während die Luft in die Lunge hineingesogen wird, erfreut sich der Körper an der neu gewonnenen Energie.

Manche Tage fühlen sich an, als würde man nicht atmen. Man spürt die Aufbruchstimmung. Wusch. Alles um einen herum verändert sich und mit der Zeit geht man unter. Weil man all die Veränderung nicht zu ertragen bereit ist. Man wurde überrascht, und man hasst Überraschungen. Zumindest unerwartete. Das Kribbeln im Brustbereich entwickelt sich zu einem Druck und man möchte endlich wieder einen langen, tiefen Zug des Stickstoff-Sauerstoff-Gemisches in sich aufsaugen. Die Welt scheint – wie in einem 4fach-Vorlauf einer Bausimulation – neu aufzuerstehen. Und man fühlt sich wie ein Nichts. Teilnahmslos nimmt man die Veränderung hin und wartet. Wartet bis man sich wieder zurechtfindet, hier, auf dieser Welt. Manchmal, wenn das Herzklopfen schon viel zu laut und viel zu selten ist, setzt man sich selbst viel zu sehr unter Druck. Man sieht kein Ende und man glaubt nicht an sich. Wie könnte man auch. Mit diesem Druck auf dem Herzen und diesen unrythmischen Schlägen.

Und dann gibt es eben wieder diese Tage, an denen man endlich wieder einatmen kann. Und man ist froh, dass man die Zeit des Nichtatmens überwunden hat. Man kann kaum glauben, dass mit diesem einen Atemzug nun alles besser sein soll. Doch man fühlt es. Noch ein Atemzug. Noch einer. Die Energie, die im Körper entsteht, überrascht einen und auf einmal ist man bereit, bei der Auferstehung der Welt mitzuhelfen. Ein Teil zu sein. Man ist sich keiner Schwäche mehr bewusst – zumindest glaubt man es. Auf einmal ist die ganze Welt so wundervoll klischeehaft. Man könnte ‚Bäume ausreißen‘. Und endlich sieht man Abschiede als ein funktionierendes Mittel für einen Neubeginn an. Man scheint innerlich um Jahre gealtert zu sein, man wirkt reifer und überlegter. Und natürlich belächelt man sich, im Rückblick auf die Zeit, in der man auf das Atmen verzichtete. Wie konnte man nur. Aber irgendwie weiß man auch, dass irgendwann auch mal wieder die Zeit kommen wird, in der man zu Atmen aufhört. Manchmal passiert das einfach so. Manchmal aber lässt man sich auch mutwillig darauf ein. Aber umso mehr erkennt man jetzt, wie sehr man doch diese Zeit des Atmens genießen muss. Man kann sie nicht halten, aber man kann in ihr leben.

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Breakin‘ down.

Walk Away

Als ich an diesem einen Sonntag aufwachte, mit einem Dröhnen im Kopf, als hätte ich mit dem ärgsten Kater zu kämpfen (und ich war ja bekanntlich mehr als nur nüchtern), war es irgendwas rund um Mittag. Timi war schon abgeholt worden, von seiner Mutter. Und so genoss ich noch die letzten Stunden des letzten Wochenendtages, bevor es am Montag schließlich wieder ab nach Bad Goisern gehen sollte. Wie jeden Tag. Zu meiner Zivildiensteinsatzstelle. Und diese Woche würde ich es gut haben. Da ja mein Papa diese eine Woche mit Freunden in Amerika war, würde ich jeden Tag etwas länger schlafen können, um dann um einige Minuten schneller in Bad Goisern zu sein, als es der Zug jemals schaffen würde.

Aber schon am Montag war ich wieder etwas zu spät dran. Ich überlegte sogar noch, ob ich bei meiner Schwester und Timi vorbeischauen sollte. Auf einen Kaffee und ein schnelles Frühstück. Sie würde schon auf sein und Timi auch. Und so könnte ich mit diesem Kinderlächeln in die Arbeit starten. Doch ich blinkte nicht und ich lenkte nicht in die Einreihspur. Ich fuhr weiter. Es würde sich nicht ausgehen, ich würde schließlich zu spät in meine Zivildiensteinsatzstelle kommen. Und so fuhr ich diese halbe Stunde noch weiter, bis ich schließlich meinen Platz an diesem Schreibtisch einnahm. 

Der Zivildienst war nichts Weltbewegendes. Ich persönlich würde heutzutage einfach sagen, dass das einzige Soziale an diesem Zivildienst die Organisation war, für welche ich arbeitete. Die Arbeit selbst, die ich zu erledigen hatte, hätte leicht aufgeteilt werden können und meine Stelle wäre nicht nötig gewesen. Und nachdem ich Tage davor wieder zu rauchen begonnen hatte (und schon wieder hatte ich es nicht geschafft, wirklich damit aufzuhören; aber wollte ich das denn?), nutzte ich die Halbzeit bis zur Mittagspause für eine Zigarette. Als ich wieder ins Büro zurückkam, vibrierte mein Handy. Eine mir unbekannte Nummer. Sollte ich abheben? Natürlich … und so bin ich selbst heute noch, war ich zu feige, um abzuheben und um mich mit einen nicht vorhersehbaren Gespräch zu konfrontieren. Würde die Nummer noch einmal anrufen, dann würde ich es tun. Minuten später läutete das Telefon im Büro. 

Und zum ersten Mal wurde ich an den Apparat geholt. Es war meine Mutter. Und ich wusste, dass – da sie ja normalerweise nicht wegen jedem möglichen Blödsinn anruft – irgendetwas passiert ist. Die folgenden Worte fehlte jeglicher Bezug zur Realität. Timi konnte nicht tot sein. Nein, Timi wachte nicht mehr auf. Er ist gestorben, im Schlaf. Plötzlich, nicht vorhersehbar. Nein, das … das kann nicht sein. Ich würde nach Hause kommen. Nein, ich fahre mit dem Auto, ich muss mit dem Auto fahren. Sprecherwechsel. Ein Typ des Kriseninterventionsteams. Ich müsse mit dem Zug fahren, das Auto würden sie schon holen. Ich könnte in diesem Zustand nicht fahren. Ich stimmte ihm zu. Bedankte mich. Und legte auf.

„Mein. Mein Neffe ist. Gestorben.“ Betretene Blicke im Büro. Wir waren hier sowieso nur zu dritt. Und ich fragte, ob ich denn jetzt nach Hause fahren könne. Und nachdem ich meine ganzen Sachen zusammengepackt hatte, stieg ich ins Auto und fuhr los. Seit diesem einen Anruf zitterte ich. Und was mich überraschte: ich konnte nicht weinen. Obwohl ich es so sehr wollte. Aber das wäre natürlich während der Autofahrt nicht hilfreich gewesen. Dafür rauchte ich, eine Zigarette nach der anderen. Das Fenster leicht geöffnet und kaum mehr normal atmend. Ständig dachte ich, was das hier wohl nur für ein beschissener Scherz sei. Das könne nicht sein. So etwas passiert zwar. Aber nicht uns. Nicht mir. Was für ein schlechter Scherz war das nur. Die ganze Zeit “The Drugs Don’t Work”. All these talks of getting old. Du hättest alt werden sollen. So viele Pläne hatte ich mit dir. So viele Träume. Gestern nacht habe ich an dich gedacht. Heute morgen. Als du wahrscheinlich schon tot warst.(1)

Nach geschätzten vierzig Minuten war ich zuhause. Von nun an würde ich konfrontiert werden. Und nicht mehr fliehen. Das würde es sein. Ich ging die Treppe hinauf, das Gitter, welches wir wegen Timi angebracht hatten, machte ich hinter mir zu. Und ging in Richtung des Wohnzimmers. Was soll man in einen solchen Moment sagen? Sind Worte hier überhaupt nötig? Ich befinde mich nur in der dritten Reihe. Ich bin nicht die Mutter. Nicht die Großmutter. Ich war der Onkel. Und so nahm ich einfach nur in den Arm, was auf mich zukam. Meine Mutter, zuallererst. Tränen, auf ihrer Seite. Meine Schwester, auch bei ihr Tränen. Und keine Chance, eine der beiden zu beruhigen. Wie könnte man nur. Man ist hilflos. Hilflos unter dem Druck dieser Trauer, welcher wie Messerstiche sein Unwesen treibt.

„Und Papa. Papa ist nicht zuhause.“ Immer und immer wieder sagte meine Schwester diese Worte. Ja, er vergnügte sich zurzeit noch in Amerika. Irgendwo in Las Vegas. Oder Atlanta. Ohne dem Wissen, dass sein Enkel seit Tagesbeginn Tod und unsere Welt auf unbestimmte Zeit eine Ruine sein wird. Irgendwann, im Laufe des Nachmittags (das Zeitempfinden war seit der frühen Nachricht am Telefon aufgehoben, und das für einige Tage), tauchte Gerhard auf, unser Pfarrassistent und ein guter Freund der Familie. Er redete mit uns, ließ uns schweigen und nahm uns in den Arm. Und manchmal weinte auch er. Beziehungsweise, an diesem einen Tag, nur einmal sichtbar für mich. Als ich mich entschieden habe, mir die Aufgabe aufzubürden, zu meine Großmutter zu fahren, um ihr von dieser Nachricht zu erzählen. Er begleitete mich. 

Als ich in das Zimmer trat, einige Leute waren gerade zu Besuch bei meiner Oma, sah ich in die Gesichter von ihr und meiner Tante. Und konnte plötzlich gar nichts mehr sagen. Der Kloß in meinem Hals wurde immer größer, für einen kurzen Moment fanden sich Tränen in meinen Augen. Und man wusste hier schon, was geschehen war. Meine Mutter hatte schon mit meiner Tante telefoniert. Und sie würde auch meinen Onkel in Amerika anrufen, damit dieser meinem Vater davon erzählte. Und nachdem wir die gesamte traute Runde zerstört hatten (einige flüchteten vor der erdrückenden Macht der Trauer), konnte ich anschließend wieder mit meiner Tante nach Hause fahren. Und bloggen.

Ja. Ich bloggte. Das war auch der erste Moment an diesem Tag, an dem ich auch nur annähernd weinte. Das Wieder-in-Erinnerung-Holen so vieler Erinnerungen schaffte eben das. Aber ich zitterte. Immer noch. Die große Sintflut kam bis jetzt noch nicht. Und irgendwann begann ich zu telefonieren. Maria, Elisabeth, Sarah, Lukas, Stefan, Magdalena. Und zuallererst dachte ich an sie, Maria. Sie hatte ihn, von all meinen Freunden, am Häufigsten gesehen. Sie war dabei, als er getauft wurde. Und sie ist der Mensch, von dem ich einfach nicht loszukommen schien. Und scheine. Und dann machte ich mich auf. Magdalena hatte mir angeboten, dass ich bei ihr vorbeikommen könnte. Und Lukas auch. Gespräche. Mit Freunden. Und endlich raus aus dieser Gegend hier. Aus diesem schwarzen Fleck hier auf der Erdkugel. Die Gespräche taten gut, doch es waren nur meine Freunde, die weinten. Diese Gefühlsregungen hatte ich noch nie mitbekommen, wobei ja auch dieser Fall hier vollkommen einzigartig zu sein scheint. Nur ich stand da. Sozusagen als Seelsorger für die Freunde der Angehörigen. (2)

Als ich dann nach Hause komme, liegen meine Schwester und meine Mutter auf der Couch. Sprechen miteinander, weinen. Lenken sich irgendwie ab. Ich sitze am Tisch und schreibe am Notebook, so wie ich es jetzt gerade wieder tue. Ich wartete und rauchte und wartete. Irgendwann waren die beiden eingeschlafen. Eine Decke für die Beiden. Das Licht aus. Die Treppe hinunter und hinein in mein Zimmer. Einmal tief durchatmen. Es ist kurz nach Mitternacht. Das kann es wohl doch nicht sein.

Mehr Kapitel der Geschichte “Walk Away
(1) In Erinnerung., 29.10.2007
(2) Der Tag danach. Und er ist immer noch nicht da. 30.10.2007

Das hier ist für alle die.

250109nw

Ich bin zurzeit in keinster Weise verliebt. Eindeutig. Keine Schmetterlinge, die in meinem Bauch Sex haben und dieses geniale Kribbeln erzeugen. Rein überhaupt gar nichts. 

Und ja. Ich freue mich eben gerade darüber. Nachdem seit dieser Woche alles perfekt läuft, lasse ich mich überraschen. Und brauche keine Verliebtheit, die in die Irre führt. Also, keine Liebe für mich. Nichts. 

[Also erspart euch eure Liebesbekundungsmails.]

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This is the life.

210109nw1

Er lächelt.
So gut hatte er sich seit Jahren nicht mehr gefühlt. Oder seit Wochen. Sagen wir.
Seit Tagen. 

Hier, in dieser mickrigen Großstadt. Auf der Suche nach dem Himmel, zwischen all den riesigen Bauten. Alles scheint zu laufen, so wie er es nicht erwartet, sich aber insgeheim gewünscht hatte. Alles würde sich zum Besseren umkehren. Vielleicht nicht alles. Vielleicht nur ein ganz kleines Bisschen. Aber darauf hatte er ja gewartet. Auf die Fügung des Schicksals. Auf das Aufeinandertreffen von Glück und ihm. Es brauchte nicht viel, um ihm wieder einmal ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Wenn erst der erste heftige Druck abgefallen ist, und man erkennt, dass alles schließlich doch so durch und durch einfach ist, geht es wieder. Man erkennt die Fehler, die man in den letzten Tagen. Oder Wochen. Sagen wir: In den letzten Jahren begangen hat. Und plötzlich wird man einsichtig und bereut keinen Einzigen davon. Nein. Vielleicht bereut man einen Fehler, aber in derselben Situation, zum selben Zeitpunkt würde man sich genau so wieder entscheiden.

Und jetzt macht er sich auf den Weg. Auf der Suche nach dem Himmel, im Versuch, das Glück festzuhalten. Es ist ein widerspenstiges Ding, kämpft gegen Nähe an. Aber er will es nicht so schnell wieder gehen lassen. Diese Woche läuft ausgezeichnet, und er hofft auch noch unzählige weitere Wochen dieser Art. Aber das wird es wohl nicht sein. Es kann nicht immer alles 100% laufen. Einen Durchhänger hat man immer mal. Wenn man Coldplay hört, und sich plötzlich mit einem riesigen Batzen Selbstmitleid Einsamkeit wiederfindet. Oder wenn man ein Abkommen mit sich selbst bricht. Das nervt jedes einzelne Mal und haut einen um Lichtjahre zurück. Damit muss man leben. This is the life.

[Bildauschnitt / Bild / flickr-User: Mary- you had to be there]

Life in Technicolor. Oder so.

180109nw

Ich fühle mich heute schon wieder etwas besser.3:02 PM Jan 16th Depressive Stimmung fast wieder weg. Ein leichtes Hoch spürbar. Das gefällt mir. 4:10 PM Jan 16th Mir geht es, soweit ich es sehe, gut. 6:31 PM Jan 16th Und an alle, denen es in letzter Zeit so ging wie mir, ein kurzer Hinweis: Es wird wieder. Irgendwann. Unerwartet. 6:54 PM Jan 16th Verdammte Uni. Am Liebsten würde ich alles hinschmeißen. ungefähr 22 Stunden ago So. Sorry. Die letzten Tage vor den Ferien nerven. Auf ein geiles Hoch kommt ein schnelles Tief und so. Immer und immer wieder. ungefähr 18 Stunden ago Status: Tief. Aber wenn Obama am Dienstag wieder von Hoffnung redet, stimme ich einfach mit ein. Yes, we can! 22 Minuten ago [powered by: Twitter und mir.]

Zwischen meinem letzten Eintrag über mein Leben [mit diesem schwungvollen und leicht zu merkenden Titel Ein Toast, auf das Leben. Seine Lügen. Und wie wir uns zeitlebens abmühen. Für nichts, und gar nichts. (Link)] und diesem hier liegen gerade einmal geschätzte drei Tage. Einen Tag nach diesem Scheißleben-Gefühl ging es aufwärts. Ich war wieder fit [vor allem gesundheitlich]. Ich erlebte zwei tolle Abende mit Freunden. Ich war wieder hoffnungsvoll. Gestern dann der Rückfall. Streit mit den Eltern und Unistress. Und jetzt bin ich zwar in einem Tief aber hoffnungsvoll. [Danke, Obama]

Aber zuallererst möchte ich bei den Schreiberlingen der Kommentare bedanken. Sie haben mich wieder zum Nachdenken angeregt und mir Anstöße gegeben. Vielen Dank fj, lexxa, Luca, schaezle, félix, und tshalina! Was habe ich denn nun vor? Wie soll mein Leben weiterlaufen? Zumindest die nächsten 8 Monate [Argh. Das ist schon arg lange.] Ich werde hier jetzt wieder unzählige Dinge aufzählen, und wie ich mich kenne, wird nur ganz Weniges umgesetzt.

In Sachen Liebe werde ich warten. Wobei ja warten auch irgendwie komisch klingt. Wenn es kommt, dann kommt es eben. Diese Schmetterlinge und so. Und ich würde nicht nein sagen, wenn sie plötzlich wieder in meinem Bauch auftauchen würden. Aber dazu müsste ich jemand komplett Neuen kennenlernen. Mal sehen. Aber ich denke, erst wenn ich wieder in der Lage bin, mich selbst zu akzeptieren [und diese Fähigkeit fehlt mir gerade absolut, wenn mich ein Tag nervt, bin vor allem ich es, der mich selbst nervt] muss ich meine Vorhaben erfüllen [beschrieben im Text Haarsträubend. (Link)]. Erstens wäre ich um Einiges selbstbewusster, und zweitens wäre es um Einiges einfacher, jemanden kennenzulernen. Wetten? [Sollte ich meine Ziele erreichen, werde ich es ausprobieren. Einträge werden folgen.]

Nun zum Thema Uni. Ich würde am Liebsten keinen einzigen Tag mehr dorthin gehen und gleich morgen mit der Fachhochschule in St. Pölten beginnen [Zugegeben: Ich bin noch nicht einmal angenommen, aber hier stirbt die Hoffnung scheinbar überhaupt nicht. Und die Liebe zur FH hat nichts mit ihren genial-langen Semesterferien zu tun. Ehrlich] Aber da die FH erst ab September, oder Oktober [was weiß ich] startet, werde ich auch noch im zweiten Semester zur Uni gehen. Und im Februar werde ich alle drei Prüfungen der ersten Studieneingangsphase ablegen. Und das eine negative Tutorium, welches ich dieses Semester verbockte, werde ich im nächsten Semester nachholen. Warum ich das mache? Wegen der Familienbeihilfe, die auf das Ablegen und Bestehen von Prüfungen angelegt ist. Das alles klingt nicht wirklich motiviert, aber vielleicht werde ich irgendwelche anderen Vorlesungen aus komplett anderen Bereichen besuchen. So wie Philosophie, Theater-, Film- und Medienwissenschaften oder so etwas.

Und dann noch dieses Jobtechnische: Auch wenn ich im zweiten Semester wirklich mehr machen würde, so in Sachen Uni. Ein Job würde sich schon noch ausgehen. So denke ich das zumindest. Luca hat mir in seinem Kommentar [Link] Anstöße gegeben. Ja, ich möchte professionell schreiben. Für eine Onlinezeitung oder Print. Irgendwas. Möchte, wenn nötig, auch einfach nur der Praktikant in einer Redaktion sein. Oder der Typ vom Kopierer. Ich möchte einfach mal hineinschnuppern. Und wenn möglich mit Bezahlung, und wenn nicht, auch egal.

Tja. Und sonst? Ich nehme mir, und des sowieso schon seit Längerem, wieder mehr Zeit für meine Freunde. Möchte so viel wie möglich unternehmen. Im Sommer – so wurde schon beschlossen – soll es nicht sehr weit weg gehen. Irgendwo an einen von Österreichs zahlreichen Seen oder in Norditalien. Vielleicht auch doch irgendwo am Meer. Aber nicht wieder Stockholm, wo man die Sonne schon mal suchen musste. Und nach Amsterdam soll es unbedingt dieses Jahr auch mal gehen. Und außerdem. Hm. Werde ich irgendwann einen Rythmus für meine Blogprojekte finden, an meinem Buchprojekt weiterschreiben. Und … [HAHA. Da ist es wieder. Das Hoffnungsvolle] irgendwann kommt alles ins Laufen. Ehrlich. Daran glaube ich jetzt. 2009 wird schon. [Aber das vielelicht auch nur, weil ich der Größte bin.] //Irgendwie verwunderlich. Kein Selbstwertgefühl und doch so selbstüberzeugt. Schizophrenie. Eindeutig. Und zum Abschluss verabschiede ich mich mal wieder für ein paar Tage. Unistress, wie man so schön sagt. [Hmpf³] Und vom Scheißleben will ich mich irgendwie gerade auch nicht lossagen. Irgendwie finde ich es schön. Scheißleben. Scheißleben. Scheißleben. [Und um hoch21 noch einmal zu Zitieren: Jetzt fällts mir wieder ein: Toilettenpapier!6:05 PM Jan 14th]

Tagtraum.

120109nw

wie wird dieser tag?
vom pech verfolgt wie die letzten?
vom glück beflügelt und von freude getränkt?
ein normaler, neutraler tag?

sollte ich sagen, dass ich angst habe?
sollte ich sagen, dass ich mich gerade einsam fühle?

was soll ich denn von mir geben?
was denn bitte?

wer würde zuhören?
wen würde es interessieren?
wundert es überhaupt jemanden, dass ich ein träumer wurde? 
ein träumer, der die welt mit eigenen augen sieht, hört, schmeckt, fühlt…

haben menschen angst vor träumern?
haben sie?
wenn ja, warum?

weil die welt derer so bunt und wunderschön ist?
weil die welt derer so reich an sinneseindrücken ist?
weil die welt derer so viel schöner ist?

Dieser Text stammt von dieser einen besonderen Frau. Einer großartigen Freundin. Der lieben lahja. Ich wusste, dass sie vor ihrem WordPress-Blog schon anderswo herumgewerkelt hat. Ein Kommentar auf meinem ehemaligen Blogspotblog führte mich schließlich, nach langer Suche zu ihrem ersten Blog. Zwei Einträge. Und eben dieser, der Zweite, berührt mich auf irgendeine sonderbare Art und Weise. Und auf Nachfrage wurde mir auch erlaubt, diesen Text hier zu veröffentlichen. Vielen Dank dafür. [Und für alle anderen soll es einfach nur ein Beweis sein, dass ich noch lebe.]

Der Bildausschnitt stammt von diesem Bild von alicepopkorn

Altlast.

080109nw

Ein Eintrag.
Work in progress.

Bis jetzt 180 Wörter wieder gelöscht.
Das Thema nervt zurzeit.

Es handelt von dem immer wieder aufflammenden Bedürfnis, sie wieder einmal zu treffen. Bei einem Kaffee. Um zu reden. Um etwas über ihr Leben in den letzten 15 Monaten zu erfahren.

Immer wenn es mir schlecht geht. [Seelisch.] In letzter Zeit häufig. [Zwei Mal]. Schicke ich unnötige SMS.

Es tut mir Leid. Ich will nicht darüber sprechen. [Bzw. schreiben.]

Ich weiß nicht. Vielleicht sollten wir uns wirklich noch länger nicht sehen. Aber ich würde mich freuen. Auf ein Gespräch mit ihr, nach so langer Zeit. 2009 soll anders werden, als es 2008 war. Es muss sich also etwas ändern.

Und eine Angst habe ich auch noch. lexxa fand wundervolle Worte.

In genau diesem Moment weiß ich:
Ja, auch ich würde dich gerne wieder sehen.
Dennoch:
Nein.
Denn ich würde dich wieder vermissen.

Das macht mir Angst. Irgendwie. 

Es soll alles rein platonisch sein. [Gefühle sind unberechenbar. Aber ich würde sie unterdrücken. Für sie.]

Ein Bildausschnitt aus dem Bild von Vincepal -away-

Schmetterlingssex

Nachdem ich mich vor lauter Feiertagen zwischen den Wochenenden nicht mehr wirklich datumstechnisch auskenne, war ich heute mehr als überrascht, dass keine zusammengerollte Zeitung vor der Tür lag. Es war also Sonntag. Und nachdem ich mich stundenlang nicht aus dem Haus traute, vor lauter Faulheit, schaffte ich es irgendwann, in Richtung Abend. Einerseits für das Projekt 52 – Bild. Aber auch noch, um meine Omama zu besuchen und mir anschließend eine der großartigen Sonntagszeitungen zu besorgen. Irgendwann fand ich dann auch, zwischen den unzähligen ÖSTERREICH- und Krone-Säckchen auch eines, welche eine halbwegs annehmbare Zeitung enthielt. Den Kurier.

Und der verrät für die kommende Woche etwas ganz Besonderes. Denn nicht nur Gregor Bloeb ist nicht mehr zu bremsen, nein. Auch die Stiere sollen den ersten Aufschwung ihres für dieses Jahr besonders großartige Horoskop erleben. Denn sie werden sich verlieben. „Hals über Kopf“ steht da. Wortwörtlich.

Schön ist das. Sich Hals über Kopf zu verlieben macht immer ein so schönes Kribbeln im Bauch. Schmetterlingssex nenne ich das gerne. Aber was mir dieses Wochenhoroskop jedoch nicht verriet, ist, ob auch die Geliebte, oder sagen wir, die von mir plötzlich ab morgen Hals über Kopf – Geliebte, sich in mich verlieben wird. Oder ob doch nur alles wieder einseitig sein würde. Oder wäre hier schließlich das absolute NoNo angesagt? Stier liebt Stier? Man weiß es nicht, und diese Antwort liegt, viel mehr als all die anderen, in den Sternen. Und die sind für mich sowieso unergründlich.

[Das musste jetzt einfach mal gesagt werden. Und das Bild ist übrigens mein Bild zum Tag 4 des Projektes 365]

Was wäre, wenn?

[…]

Was hätte. Was wäre. Was könnte. Was sollte.
Alles.
Aber leider nichts.

Manchmal ist das Nichts freilich viel ergiebiger als das Alles. Es befeuert die Fantasie, muss aber nicht auf den Prüfstand der Realität.

Manchmal tritt durch durch eine Tapetentür ein Mensch in dein Leben, der dich mit großen Augen so anschaut, dass du weißt: Uuuh, das könnte was sein, und schon wirft das Sehnsuchtszentrum deines Gehirns die große Was-wäre-wenn-Maschine an. Was könnte. Was sollte.

Was soll ich.

Es muss nicht viel mehr sein als: ein interessantes, herzliches Gespräch. Jemand, der an den richtigen Stellen lacht und bei den langsamen Passagen ganz genau zuhört. Eine Berührung der nackten Unterarme, ein etwas zu langer Blick über den Rand deines Glases. 

Ob das auf einen zärtlichen Kuss beim Abschied zusteuert oder auf ein Ausprobieren, wie sich eine gemeinsame Nacht anfühlt, ist weniger wichtig als der Schwebezustand, der dich elektrisiert: Wo führt denn das hin?

Merkwürdig, dass der Nachhall dieses Schwebens noch immer zu spüren ist, wenn längst klar ist, dass es nirgendwo hingeführt hat. Denn es hätte, es hätte …

Es hätte sich auswachsen können zu einer Affäre, einer Liebe, zu den seltenen Momenten, die humorvoll und sexy gleichzeitig sind und von denen man immer erst im Nachhinein weiß, dass sie zu den wertvollsten gehören.

Scheiß Konjunktiv.

[…]

Info: NEON, Ausgabe Januar 2009, Seite 73, Text: Christian Seiler
Bild:
 visualpanic