Schmetterlinge.

Foto: Phillip Kalantzis Cope | flickr

„Buchstabiere: Schmetterlinge.“

– „Können Sie das Wort in einen Satz einbauen?“

„Okay. Jedes Mal wenn er sie wieder einmal sah, schlugen die Schmetterlinge Purzelbäume in seinem Bauch. Und auf sein Gesicht setzte sich ein Lächeln, was er nur schwer verbergen konnte und es in Wahrheit auch gar nicht versuchte. Und er atmete tief ein, kurz aus und fasste Mut, nur um ihn Sekunden später wieder zu verlieren. Aber die Schmetterlinge, die blieben. Und mit all seinen Gedanken und den wunderbaren Gefühlen fütterte er sie, wobei sie immer noch weiter wuchsen und es schließlich immer schlimmer wurde. Das Kribbeln in seinem Bauch wurde sein täglicher Begleiter und tapsend, der Schwerelosigkeit nahe, lebte er so wundervolle Tage, voll Frühling und Sonne und genussvollem Nichtstun und herausfordernden Aufgaben. Und ließ es sich einfach nur gut gehen, mit ihr und ohne ihr. Und manchmal, wenn er ganz leise war und irgendwo auf einer Wiese oder in einem Bett lag und selbst sein iPod endlich mal schwieg, da hörte er sie flattern, die Schmetterlinge. Und schon setzte sich ein Lächeln auf sein Gesicht. Und doch freute er sich jedes Mal wieder, wenn sie sich sahen, und wenn sie lachte, nur für ihn und die Nähe ihre Distanz verlor. Und manchmal, wenn er richtig leise war und die Schmetterlinge in seinem Bauch für ihn verstummten, da horchte er ganz genau hin. Und er glaubte, auch bei ihr so etwas wie ein Flattern zu bemerken.“

„O-o-. Okay. Schmetterlinge also. S-M- … ach, verdammt!“

Uns verabschieden.

Und immer, wenn wir uns verabschieden. Und ich plötzlich nicht mehr weiß, was mit mir los ist. Und all meine großen Pläne der Nichtigkeit zugeführt werden. Und statt Berührungen nur Worte bleiben und diese Worte ihren Platz hier nicht verdienen. Und während ich die Stufen hinaufgehst und du den Rest zu dir nach Hause wanderst, drehe ich mich immer noch ein Mal um. Sehe dir zu, wie du da so fortschreitest, will kehrt machen. Will dir nachlaufen, dir nachrufen: „Halt!“, und würde dich einladen , dass wir uns hier, auf diesen Stufen hinsetzen sollen. Würde dich in den Arm nehmen und dir erzählen, was du mir bedeutest. Würde dir zeigen, dass ich dich mag. Und würde dir so oft wie möglich in deine wundervollen Augen sehen.

Stattdessen gehe ich die Stufen hinauf und krame in der Tasche nach meinen Zigaretten, die Erste seit Stunden und setze mich auf die Mauer kurz vor dem Eingang. Sehe in den Himmel und zähle die Sterne und hätte wohl dasselbe auch mit dir getan, denke ich mir. Kann nicht aufhören, immer und immer wieder durchzuspielen, was in meinem Kopf so schön hatte ausgesehen. Kann nicht aufhören, dich mit meinen Gedanken zu überschütten und werde innen ganz still und denke nach und hör nicht auf.

Und liege im Bett und denke daran, wie schön es doch wäre, wenn du hier neben mir liegen würdest und wir würden noch reden, über unseren Tag und über unsere Träume, bevor wir überhaupt beginnen, sie für diese Nacht zu erleben. Würden einschlafen, ich an deinem Nacken. Doch du bist nicht da. Bist nicht da, wo ich es mir wünsche. Weil ich zu feige für all meine Taten bin und.

Und so genieße ich die unzählige gemeinsame Zeit, die so wundervoll und atemberaubend ist, wie nichts anderes hier gerade. Die mir Kraft schenkt und mich glauben lässt. Die mich kaum ruhen lässt und schon die eine oder andere fast schlaflose Nacht zu verantworten hat. Am Verabschieden müssen wir noch arbeiten, ich weiß. Aber auch das schaffen wir, glaubst du nicht auch?

So einzigartig, Moment für Moment. [Der Frühling]

(via  BulletMillerflickr)

„Der Winter war hart, findest du nicht. Die eisige Kälte, all die Momente, in denen man sich in die dicken Mäntel zwingen musste, um da draußen nicht plötzlich mal einen unfreiwilligen Freitod zu sterben. Kann mich kaum dran erinnern, einen so langen, so maßlos andauernden Winter erlebt zu haben.“ Du nickst, als ich mir gerade meinen Pullover ausziehe und es genieße, als die ersten Sonnenstrahlen sich zaghaft auf meine Haut zu setzen versuchen.

„Ich liebe den Frühling, weißt du?“, erwarte dabei kaum dein Nicken und setze fort. „Dieses Wiederauferstehen, dieser plötzliche Wandel von eisiger Kälte zu jenen Nächten, in denen man endlich auch mal wieder einmal draußen sitzen kann. Noch nicht lange, aber zumindest lange genug, um miteinander zu reden, sich den Himmel und all diese unendliche Weite von hier unten ansehen kann. Es beginnt wieder diese Zeit, in der man auf einer Decke sitzt und die Zeit zu genießen pflegt, findest du nicht?“

„Und während der Herbst mir immer, in solch unglaublicher Pracht, zeigt, wie Vergänglichkeit funktioniert, und mir vor Augen führt, dass es wohl wirklich schön ist, bevor es zu Ende ist, lässt mir der Frühling kaum Platz für solche Gedanken. Er hat seine eigenen Gesetze, nimmt mich an die Hand, und deutet mir mit überraschender Genauigkeit an, wo ich meine Aufmerksamkeit hinsetzen soll. Der Frühling erzeugt Gefühle und lässt mein Lächeln, dass ich seit Wochen schon trage, noch strahlender erscheinen. Ich mag ihn, den Frühling.“

Deinen Kopf auf deine linke Hand gestützt, neben mir sitzend, blickst du mich an, hörst wahrscheinlich kaum meine Worte, aber schenkst mir deinen Blick der sanft über die Züge meines Gesichts gleitet. „Der Frühling bietet einem die Möglichkeit, Vergangenes ungeschehen zu machen. Der Herbst hat all das abgetötet, unter der Schneedecke des Winters ist es verwest. Oder nein, diese Macht besitzt selbst der Frühling nicht. Niemand kann irgendetwas ungeschehen machen. Vielmehr bietet er einem die Möglichkeit, aus Fehlern zu lernen und zu erkennen, welchen Weg man für sich ausgewählt hat. Sobald die Straßen und Wege von der weißen Decke befreit sind, erhält man endlich wieder einen Blick für die kommenden Schritte.“

„Und Jahr für Jahr schafft es diese Zeit, mich darauf zu besinnen, genau solche Tage wie diese zu genießen. Dem Alltag zu entfliehen, indem man die Zeitrechnung ganz einfach für kurze Zeit auszuschalten versucht. Die Augen schließt und das Gezwitscher der Vögel in sich aufsaugt. Und dann bist da noch du und du und der Frühling, ihr seid eine so wundervolle Symbiose, die perfekte Mischung. Ich mag den Frühling, weil ihr in Wahrheit genauso schön ist wie du. So einzigartig, Jahr für Jahr oder Moment für Moment und weil es im Frühling wahrscheinlich die schönste gemeinsame Stille gibt.“

Ich gebe dir einen Kuss auf die Wange. Ich glaube, du verstehst.

So wie du.

Wenn wir uns gegenübersitzen, das Glas oder die Tasse oder irgendetwas Unbeständiges in unseren Händen, die Blicke herumschweifend, mal treffend, mal ihr Ziel verfehlend. Und reden. Du über dich und du über mich und ich über dich und ich über mich. Und wir jedes Mal vergessen über dieses eine Etwas zu reden. Über uns. Über das Wir, dass wir beide sind.

Foto: TLA8 | flickr

Und das schlaflos im Bett liegen, wenn Gedanken an dich mal wieder die Überhand nehmen, weil mein Herz und wohl auch mein Kopf nichts anderes zulassen wollen und die Nacht doch nur unnütz ist, wenn man den Großteil davon verschläft. Und ich aufwache, weil Gedanken an dich mich nicht mehr schlafen lassen wollen.

Ich genieße jede einzelne Minute, die wir miteinander verbringen, liebe unsere Gespräche. Du hast dich in den vergangenen Tagen und Wochen zu einer unglaublich wichtigen Person für mich entwickelt hast. Und ich würde dir gerne sagen, wie wichtig du mir bist und dass mein Herz dich gerne mal in seine Arme schließen möchte und dass du und ich, wir beide, ein tolles Wir abgeben.

Und dann höre ich etwas, das meine Gefühle in den vergangenen Monaten auf den Kopf zu stellen wagt, will nicht glauben und kann nicht verstehen. Und diese Stimme in mir, die behauptet, dass so falsch ich nicht liegen kann und dass irgendetwas ja doch nicht stimmt. Und in Wahrheit möchte ich nur, dass du siehst, was für ein Mensch ich bin. Dass du siehst, wie sehr ich mich um dich sorge, wie viel du mir bedeutest. Will, dass du bemerkst, dass ich etwas Besonderes bist. So wie du.

Und du.

Foto: bebo82 | Flickr

Und dein Lächeln, das ich jedes Mal wieder so sehr genieße, und mir wünsche, dass du es genau in diesem Moment nur für mich offenbart hast. Und die Gespräche, die wir führen, als würden wir uns schon ewig kennen und die Stille, wenn dieses eine Lied in der Playlist irgendeines Lokals auftaucht. Und dein Blick, der mich jedes meiner Worte beraubt und mich plötzlich so furchtbar angreifbar macht.

Und die Ungewissheit, die mich seit Wochen an nichts anderes mehr denken lässt und mich Pläne schmieden lässt, die meinem fehlenden Mut nur allzu gerecht werden. Und die mich bis in meine Träume verfolgt, wo plötzlich alles so einfach, und deine Nähe so wunderbar ist. Und der erste Wimpernschlag am Morgen, der mir weismachen will, dass all das eben doch nicht passiert ist.

Und mein verträumter Blick ins Nirgendwo, wenn ich plötzlich wieder versuche, aus dem Jetzt zu verschwinden. Und ich mich wiederfinde, irgendwo mit dir und ich nur darauf warte, bis diese Seifenblase zerplatzt und ich mit einem Lächeln zurückkehre zur Realität und ich mir wünsche, das alles bitteschön so einfach sein soll.

Und ich in diesem Auf und Ab an wünschenden Gedanken und zermürbenden Zweifeln und der Angst, dass all das doch nur Einbildung ist. Und doch wieder die Abende mit dir, die zu Nächten oder zu Morgen werden und die letzten Tage und Wochen zu den Schönsten, Besten und Erinnerungswürdigsten seit Jahren haben werden lassen.

Und dieses eine Gefühl, das ich nach so langer Zeit wieder einmal fühle und die Hoffnung, dass es dieses eine Mal wahr wird. Und die Schmetterlinge in meinem Bauch und das fast schon ungesunde Lächeln auf meinem Gesicht und das Gefühl, genau jetzt, genau hier richtig zu sein. Ich habe mich verliebt. In dich. Ich wünschte, du weißt das.

Heimat.

Frühling. 05022011

In den vergangenen paar Tagen, zum Nachdenken nahezu prädestiniert dazu, kam mir immer wieder das Wort „Heimat“ in den Kopf. Heimat und dass es so etwas womöglich gar nicht gibt. Keinen fixen Ort, kein Haus, in das man immer wieder zurückkehren kann. Nicht das Haus, in dem man aufwuchs, in dem man das erste Mal aufs Töpfchen ging, mit Freude das erste „Sehr gut“ und Jahre später mit Tränen das erste „Nicht Genügend“ nach Hause brachte. Das Haus, in denen man das erste Mal Sex hatte, das für wenige Tage mal der wunderbarste Ort der Welt war, als unzählige Freunde und ich ohne Sorgen übers Morgen einfach so in den Tag hineinlebten und mit Decken die große Wiese mit Leben füllten.

Bis vor wenigen Wochen war Heimat dieses eine alte Haus, auf dessen Türbogen „1862“ prangt und dessen dicken Wände mir immer wieder Träume von Menschen, die darin wohnten, ermöglichten. Heimat waren für mich meine Eltern, die Teil dieses Zufluchtortes waren, mein Zimmer, das nach all den Jahren nichts Geordnetes, nichts „Erwachsenes“ beinhalten durfte. Heimat war es, früher mit dem kleinen Eimer die Haselnüsse einzusammeln, oder meiner Mutter im Gemüsebeet mehr oder weniger behilflich zu sein. Egal was passierte, egal was ich angestellt habe, oder was mir angetan wurde. Hierher konnte ich kommen, konnte zuhause ankommen und in diese eine, geschützte, in diese meine Welt eintauchen. Hinter mir die Türe schließen und war plötzlich wieder sicher.

Vielleicht lacht ihr jetzt, wenn ich euch sage, dass ich die vergangenen Jahre, seit ich studiere, fast jeden Tag meine Eltern angerufen habe. Dass wir diesen einen verdammten Smalltalk führten, den ich normalerweise so sehr hasse, und dass wir uns manchmal auch auf wirklich wichtige Gespräche eingelassen haben. Ein Stückchen Heimat übers Telefonnetz. Ein verzweifelter Versuch, nicht loslassen zu müssen. Irgendwann, in den vergangenen Wochen, habe ich damit aufgehört. Habe mein Handy liegen lassen. Weil ich mich wohl zum ersten Mal auf dieses neue Leben, auf St. Pölten eingelassen habe, auf meine Reisen nach Wien oder zurück in diesen kleinen Ort, von dem ich mich damals aufmachte. Weil ich seit Jahren wieder einmal so etwas spüre, was ich als Leben bezeichnen möchte. Als bedingungsloses Leben, als ein Eintauchen, in das, was mich durch und durch glücklich macht.

Wien musste unter meinem Wunsch nach Heimat leiden, und ich mit ihm. St. Pölten war das komplette Gegenteil und doch nicht das Richtige. Erst in den letzten Monaten, in denen ich 90 Prozent meiner Zeit in dieser kleinen Stadt, weitab von dieser ominösen „Heimat“ verbrachte, mit zwei großartigen Freunden als die wohl besten Nachbarn. Und einem wachsenden Freundeskreis drumherum, mit Lokalen, in denen man bis 4 Uhr früh sitzen konnte, und Lebensmittelgeschäfte, die uns sogar bis 22 Uhr eine 50er-Packung Frühlingsrollen verkaufen. Und dann komme ich das erste Mal seit Wochen wieder zurück von St. Pölten und fühle es. Dass es das war.

Das mit diesem einen Mal das kleine imaginäre Schildchen über der Tür, dieses „Heimat“, nicht mehr hier ist. Dass es für mich nur mehr Unterkunft, und nicht mehr Zufluchtsort ist. Meine Eltern mir nicht weniger wichtig geworden sind, aber das Leben drumherum viel wichtiger. Warum ich immer wieder hier zurückkehre? Für die wenigen Tage, die ich gemeinsam mit meinen Eltern verbringe, für die vielen Abende, die ich mit meinen Freunden erlebe. „Heimat“ ist das nicht mehr, nur mehr ein Zwischenstopp.

Das Schildchen findet man jetzt übrigens nicht plötzlich vor meiner Wohnungstür in diesem Studentenheim. „Heimat“ hat nicht einfach nur den Ort gewechselt. Sie hat eine Art Evolution durchlebt, hat sich von etwas Örtlichem zu einem Gefühl entwickelt. Wenn ich mit Freunden am Boden sitze, eine Flasche Bier in der Hand, eine Zigarette in der anderen, Gespräche über Gott und die Welt und über uns (mit all unseren Einzelheiten), wenn wir stundenlang kochen, gemeinsam einkaufen oder durch leere Straßen schlendern. Das ist für mich Heimat. Oder wenn ich mit einer ganz gewissen Person treffe, mich mit ihr unterhalte, ihr nah bin. Genau das ist Heimat.

Heimat ist für mich dieser imaginäre Ort, an dem ich ganz einfach ich sein kann. Ohne mir irgendwelche Gedanken machen zu müssen, ob ich hierher passe. Heimat ist die Nähe zu geliebten Menschen. Heimat ist das Ende der Selbstaufgabe. Heimat ist genau dieser Frühling hier. Heimat ist Liebe.

Nicht jetzt, nicht heute. Wohl nie. [1]

„Schneefahrbahn“, 29112010

„Wir sind falsch abgebogen“, meinst du und ich schrecke hoch, aus der Idylle, in der wir beide uns gerade befanden. Der Weg ist mir nicht vertraut und ich dachte ja nur. Dachte mir, dass dieser Weg uns nach Hause führen könnte. Doch er bringt uns immer nur weiter weg, und wir stapfen hinterher, den Spuren im Schnee folgend.

Unsere ersten gemeinsamen Schritte hier, in diesem Winter. Wir kennen uns schon so langem, und die Jahre sind schon an uns vorbeigezogen, wir wurden älter und ein Winter kam und ein anderer Winter ging. Deine Hand wärmt die meine, dein Blick schweift immer wieder zu meinem Gesicht. Wir haben uns verirrt. Wandern orientierungslos ins weiße Nichts. Doch. Es ist uns egal. Hilflos tapsen wir voran, streichen Schnee von den überladenen Holzbänken, die vereinzelt auf der Bildfläche auftauchen. Formen Bälle, schießen uns ab, fallen uns in die Arme, und hinein in die kalte Masse.

Formen Engel und rollen uns entgegen. Wischen uns die eben gelandeten Schneeflocken von unseren Wangen, und behalten die Finger etwas länger als nötig auf der Haut des anderen. Sehen uns in die Augen und hören nicht auf. Die Kälte tut uns nichts und wir denken erst gar nicht daran, von hier zu verschwinden. Es ist ein schöner, ein sonniger, aber doch kalter Tag mit dir. Der Worte war ich in deiner Anwesenheit sowieso noch nie wirklich mächtig. Und selbst Schweigen stellt eine Herausforderung für mich dar. Ich möchte dir sagen, was du mir bedeutet, dir erklären, wie wichtig all das für mich ist. Möchte dich küssen und dir zeigen, dass es mir wirklich ernst ist, und das nicht nur eine Spur vorweihnachtlicher Verliebtheit ist. Aber ich kann es dir nicht sagen. Nicht jetzt, nicht heute. Wohl nie.

Wir machen alles so wie immer und nichts verändert sich. Weil wir nicht dazu bereit sind und ich auch nicht. Wie viele Winter müssen wohl noch vorbeiziehen, bis ich es dir zu sagen bereit bin und du für die Antwort. Es ist kalt hier. „Wir sollten uns auf den Heimweg machen.“

Wir schreiben „heute“ und es ist das Ende eines nicht begonnenen Fehlstarts.

(via  brownpauflickr)

Wir schreiben „heute“ und es ist das Ende eines nicht begonnenen Fehlstarts. Wir wiegen uns in der Glückseligkeit des einen unverwüstlichen, unserer Freundschaft. Und ich stehe da, zünde mir eine Zigarette an und versuche ganz bewusst neben dir aus dem Fenster zu sehen und es gelingt mir nicht. „Muss ich etwas dazu sagen.“ Nein, muss ich nicht. Und doch möchte ich dir Worte an den Kopf werfen, die dir eigentlich nicht gehören, und im Grunde nur die Idiotie dieses Moments passend zusammenfassen. Wo ist nur der Fehler in diesem Gerüst aus ungewagten Gedanken?

Eigentlich wollte ich gerade versuchen, die Stille in meinem Zimmer und in dieser Stadt auch in meinen Körper fließen zu lassen, als du mich anriefst und ich sprachlos wurde, und du in Tränen aufgelöst von dem Ende sprachst und dass plötzlich jemand schwul geworden ist und. Und ich selbst war überrollt von dieser Nachricht, als du mir zwei Mal wiederholt und unter Tränen sagtest, dass du mich liebst. Und ich, mit all meinem Mut und all meiner sonst gut versteckten Spontanität antworte nur mit einem „Versuchen wir’s mal.“ Und in Gedanken passt das Ganze und es könnte schön werden. Und die Nacht bleibt noch lange, weil du dich deiner Tränen entleert hast und das Handy noch genug Akku hat.

„Versuchen wir’s mal.“ So einfach ausgesprochen. Und auf das „Und, wie fühlst du dich jetzt?“ konnte ich sogar wenige Minuten später nur antworten: „Ich weiß es nicht.“ Und auf ein „Und, liebst du sie eigentlich?“ kam nur ein Nachdenken. Es ist furchtbar, in diesem Exempel des Theoretischen gefangen zu sein, denn Gedanken bahnen sich den Weg und Gedanken sind nicht gut. Aber dann die Worte „Ich finde es gut, dass ihr es probiert. Denn damit gebt ihr dem Ganzen wenigstens eine Chance.“ und ich, der mit dem Nicken nicht mehr nachkommt.

Und dann das erste Aufeinandertreffen, Theorie trifft Praxis und bleibt doch in Ersterem stecken. Denn es ist nichts und du bist zu feige, darauf zu hoffen, dass etwas entsteht. Du willst es nicht versuchen, weil du keinen Sinn darin siehst. Und ich frage mich ernsthaft, ob das nun reif oder einfach nur kindisch ist. Da stehen wir, ich ziehe an einer zweiten Zigarette, nehme nach und nach einen weiteren Schluck dieses irgendwie alkoholhaltigen Getränks und überlege mir einfach nur, wie ich cool genug wirken kann. Es ist nichts da und das ist scheiße weil ich ein „wunderbare Freund“ wäre, aber es nicht bin. Und ja, das weiß ich, das bin ich mir Tag für Tag bewusst. Und doch frage ich mich, woher dies alles kommt.

Und es ist besser, dass du es mir jetzt sagst, bevor all das begonnen hat und mir nicht nach einigen Wochen erklärt hättest, was schon zu Beginn nicht war. Denn du willst mir ja nicht weh tun, und das hättest du, wenn nicht jetzt das hier passiert wäre. Und ich denke mir, ganz leise in mich hinein: „Sag mal, weißt du eigentlich, dass du mir jetzt damit wahrscheinlich mehr wehgetan hast, mit deinem Nicht-Versuchen, als mit jedem Scheitern es jemals passiert wäre. Und vielleicht übertreibe ich nur, und das, weil ich noch immer etwas angepisst bin.

Und dieses „Fuck. Das gibts nicht. Lass dich halt nicht verarschen, hat auch keinen Sinn“ und wieder mal mein kaum zu stoppendes inneres Nicken. Und auch wenn jetzt bei dir und auch bei mir nichts an Gefühlen da war, was man näher zuordnen konnte, so bin ich mir jetzt einhundertprozentig bewusst, dass mir alle nachkommenden Gefühle von dir für mich egal sein werden. Ein weiteres Mal wird das hier nicht geschehen und mit diesem einen Mal hast du dir wohl auf ewig diese Chance vertan. Und vielleicht, so hoffe ich zumindest, kotzt dich dieser Gedanke des „Nie mehr eine Chance haben“ genauso an, wie mich dieser Gedanke des „Nicht einmal versucht haben können“.

Und auf Facebook meinen Beziehungsstatus von „in einer Beziehung“ zu „Single“ geändert. Und auf Twitter meinen Unmut gepostet. Und meinen Eltern erklärt, warum all das eine beschissene Idee war. And the needle returns to the start of the song and we all sing along like before.

Es ist schön, bevor es zu Ende ist. [Der Herbst]

(via  docadocaflickr)

Du bibberst, als du einatmest. Es ist kühler geworden, ganz langsam und doch hat es dich jetzt gerade überrascht. Ich halte dich fest. Halte deine Hand, als wir über den laubbedeckten Gehweg gehen. Es ist still, bis auf die spärlich vorbeifahrenden Autos und die seltenen Momente, wenn Kastanien nur knapp vor uns am Boden aufprallen.

„Ich liebe den Herbst, weißt du?“, frage ich dich, und ohne eine Antwort abzuwarten, setze ich fort. „Weißt du. Der Herbst hat etwas Magisches an sich. Und ist vielleicht auch die brutalste Jahreszeit. In allen anderen ist irgendetwas am Entstehen, oder in voller Pracht. Im Frühling sprießen die Blumen, im Sommer gedeiht alles und im Winter kriegen wir Schnee. Nur der Herbst. Der Herbst hält sich irgendwie nicht an diese Regel. Er tötet. Er ist eine Zeit der Resignation, etwas, um wieder einmal zu erkennen, wie verdammt vergänglich doch alles ist.“

„Und ich liebe die großartigen Nuancen der Blätter. Eigentlich mag‘ ich den Wald nicht, oder was sag ich … ich bin einfach nicht dieser naturverbundene Typ. Aber in einen herbstlichen Wald zu spazieren oder ihn mir aus der Ferne anzusehen, ist für mich etwas ganz Besonderes. Es ist schön, bevor es zu Ende ist. Es zeigt sich in voller Pracht. Irgendwie sind das für mich schöne Gedanken.“

„Denn der Tod ist und bleibt überall. Vor allem der Herbst vor drei Jahren hat mir den Boden unter meinen Füßen weggezogen. Für lange, lange Zeit. Manche Todesfälle sind eben anders als all die anderen. Manche dürfen ganz einfach nicht real sein, vor allem nicht jener eines Kindes. Und dann seh ich mir in diesem Jahr den Herbst an und erkenne endlich wieder das Wunderbare an dieser Jahreszeit.“

„Und höre auf, vor Tod und Vergänglichkeit Angst zu haben. Es ist schön, bevor es zu Ende ist. Und es gehört dazu. Vielleicht ist so ein Jahr ja auch nur eine Metapher für das Leben, und das Umgehen mit dem Tod. Im Herbst passiert es, man kann sich nicht einmal wirklich verabschieden. Im Winter vergräbt man sich, schützt sich in einer weißen Schicht von schwer auf einem lastenden Schnee. Bis der Frühling einen wieder den nötigen Aufschwung gibt, und man im Sommer zur Vollkommenheit zurückfinden kann. Zur neuen Vollkommenheit, natürlich. Verstehst du was, ich meine?“

„In Wahrheit zeigt mir der Herbst Jahr für Jahr wieder, dass ich nicht darauf vergessen soll, an mich zu denken. Mein Leben zu leben, genau so wie es mir gefällt. Vielleicht hilft dieses Resignieren ganz einfach dabei, zu erkennen, was einem wichtig ist. Wofür man zu kämpfen bereit ist. Warum es wichtig ist, hier zu sein.“

Ich gebe dir einen Kuss auf die Wange. Ich glaube, du verstehst.

Liebe. [Ein Abschiedsbrief]

(via  Sara Alfredflickr)

Hey, du.

Es war wohl nie schwieriger, irgendwelche Worte zu finden. Worte, die auch nur ansatzweise dem gerecht werden könnten, was mir auf dem Herzen liegt. Ich erinnere mich noch an deinen letzten Blick zurück, als du mit dem Auto in meiner Einfahrt umdrehtest und dann den Weg zu dir nach Hause in Angriff nahmst. Und ich weiß auch, was ich dabei fühlte. Es ist kein schönes Gefühl. Es ist nicht schön, zu spüren, dass da etwas ist, was hier nicht sein sollte.

Erinnerst du dich noch an unseren ersten Kuss? Es war ein Kampf, eine Überwindung, eine persönliche Mutprobe. Ich habe schon andere Mädchen geküsst, aber bei dir war es trotzdem etwas Anderes. Als sich unsere Lippen zum ersten Mal berührten, war ich einfach nur froh, dass wir saßen. Meine Knie zitterten und die Welt um mich herum verlor mehr und mehr an Bedeutung. Es war wohl eines der schönsten Gefühle, die ich bis heute verspürte. Ich weiß nicht, wie du dich fühltest, aber das tut hier nichts zur Sache. Das hier ist mein Brief.

Erinnerst du dich an den Abend am Lagerfeuer, oder als wir gemeinsam in der Wiese lagen, die Wolken Wolken sein ließen und die Sonne hinter uns für den damaligen Tag das Zeitliche segnete? Als das Blau des Himmels überschattet war von den wunderbarsten Nuancen des Abendrots? Oder als wir durch das alte Gewölbe dieser Buchhandlung wanderten, an den vielen Säulen und Durchgängen vorbeihuschten und du irgendwann mit einem Reclambuch vor mir standest? Gedichte von Erich Fried und du hauchtest sie mir leise in meine Ohren, dass sich meine Nackenhaare noch heute wohlig aufstellen, wenn ich daran denke.

Manchmal ist es nicht gut, darüber nachzudenken, was war. Wir waren ein Traum, wir passten zueinander wie. Ach, es gibt nichts, mit dem wir zu vergleichen wären. Wir lebten unser eigenes Leben, in unserer eigenen Welt, sobald sich unsere Hände berührten und unsere Schritte der gleichen Richtung folgten. Wir bauten uns unsere Traumschlösser gemeinsam auf, hatten den Mut, schon nach so kurzer Zeit die unzähligen Zimmer mit IKEA-Möbeln zu bestücken und aus dem Nichts, das vorher war, entstand etwas ganz Besonderes. Aber vielleicht haben wir uns irgendwo nicht genug angestrengt.

Irgendetwas muss passiert sein und ich kann mir nicht erklären, was es ist. Unzählige Tage habe ich mir schon den Kopf darüber zerbrochen und mir überlegt, welchen Auslöser das nur haben konnte. Ich weiß es bis heute nicht, meine Liebe. Aber irgendwie fühlt es sich gerade so unendlich falsch an, in deinen Armen zu liegen und so unendlich falsch, in ihnen wieder aufzuwachen.

Es war keine Bestimmung, kein Schicksal, dass wir uns trafen, kein Glück, dass wir uns küssten und kein Wunder, dass aus dir und mir wir wurde. Es passte ganz einfach, und es fühlte sich gut an. Ich weiß nicht, ob du sie auch hattest. Aber mein Bauch war tage-, wochen-, monatelang voller Schmetterlinge, die sich mit ihren Flügelschlägen beinahe überschlugen. Es war mir alles Recht, Hauptsache, ich würde dich sehen, dich hören, dich spüren, ganz nah hier bei meiner Seite. Aber jetzt? Würde ich dich nun eine Woche nicht sehen, nichts von dir hören, es würde mir trotzdem gut gehen. Die Schmetterlinge sind weg, meine Liebe, und irgendwie ist jetzt alles anders.

Habe ich dir jemals von meiner Theorie des perfekten Moments erzählt? Nein? Diese Theorie besagt, dass Liebe nicht zwangsläufig etwas Unendliches ist. Du weißt, wie sehr ich die Ewigkeit hasse. Aber woran ich glaube, ist die Liebe für genau diesen einen Moment. Überschwängliche Liebe. Liebe, so sehr, dass es einen selbst überrascht, dass man so zu lieben im Stande ist. Und dieser Moment kann nur einen Blick lang dauern, ein paar Wochen oder manchmal sogar Jahre. Dieser Moment wird gefüllt mit Geborgenheit, Nähe, Zärtlichkeit. Mit Auf-den-Händen-Tragen und Gemeinsam-die-höchsten-Berge-Überwinden. Und ja, ich glaube, unser Moment liegt hinter uns.

Das ist das Furchtbare am Mensch sein. Nicht einsehen zu wollen, was jeder andere sieht. Bestreiten, was ist, um vorzutäuschen, was nicht ist. Dein letzter Blick zurück, gestern oder wann immer das war. Er war anders als all die anderen Tage davor. Und wie du vielleicht bemerkt hast, war mein Blick leer, während ganz langsam die Erinnerungen an uns in meinem Gehirn zu rattern begannen. Ich blickte deinem Auto noch nach, bis es um die Ecke des Hauses verschwand und zündete mir eine Zigarette an. Scharrte mit meinen Füßen am Boden und musste beinahe heulen, als all das Schöne an mir vorbeizog.

Wir beide haben gewagt, wovor viel zu viele Menschen Angst haben. Wir haben unsere Einsamkeit geteilt und begonnen, uns wortlos zu verstehen. Ein Blick von dir reichte oft schon, um mir den Mut zuzusprechen, den ich oft brauchte, um im täglichen Leben zu bestehen. Du hast mir Botschaften dagelassen, kleine Post-Its, wenn du mal früher weg musstest und ich noch schlief. Ich liebte es, wenn ich dann, nach dem Aufstehen aufs Klo ging, und mich eines deiner Post-Its daran erinnerte, mich hinzusetzen. Du bist der erste Mensch, der mich in seiner Nichtpräsenz so sehr zum Lachen brachte.

Und jetzt fühlt es sich plötzlich so komisch an. Sind es die Schmetterlinge, die in meinem Bauch womöglich ratzeputz verdaut wurden? Ist es womöglich die hoffende Gewissheit, dass uns nichts mehr auseinanderbringen könnte. Oder ist es vielleicht sogar deshalb, weil die Liebe fehlt? Ja, ich habe mir selbst Letzteres immer wieder durch den Kopf gehen lassen.

Doch dann spüre ich trotzdem wieder diese einzigartige Vorfreude, wenn mein Handy vibriert, ich abhebe und Sekunden warte, bis du dein erstes, fragendes „Hallo?“ zu mir rübersendest. Und ich fühle mich immer noch so nah bei dir, wenn du mir ganz zärtlich durch die Haare streichst, wenn wir wieder einmal nebeneinander einschlafen, Gesicht an Gesicht, Hand an Körper. Es darf nicht die Liebe sein, weißt du. Nicht das, nicht jetzt.

Vielleicht habe ich mir mit diese Theorie des richigen Moments ja irgendein Hirngespinst zusammengesponnen. Vielleicht besagt diese Momenttheorie ja einfach nur, dass es am Besten wäre, gemeinsam mit den Schmetterlingen zu gehen. Schmetterlinge sind wie Feuerwerkskörper und wenn die einmal erloschen sind, ist da eben auch nur mehr das Schwarz des Himmels. Vielleicht fühlt es sich nur deshalb so verdammt falsch an, weil wir in gewisser Weise ganz einfach berechenbar wurden. Aus unserer Liebe wurde Brauchen. Wir haben uns auf eine ungesunde Abhängigkeit eingelassen.

Wir haben es verlernt, verliebt zu sein. Wir spüren noch immer, dass wir etwas ganz Besonderes sind, aber es fühlt sich anders an. Veränderungen sind angsterregend und mir fehlt der Mut. Ich liebe dich, ja, das mache ich. Aber, warum ich dir eigentlich diesen Brief schreibe. Liebe mich. Zeige mir mit jeder Faser deines Körpers, dass du mich liebst, nimm mich in den Arm und fang mich auf, denn ich fühle mich gerade dem Fallen so nah. Mehr ist es nicht. Nur einmal noch dieses Gefühl.

Und dann können wir ganz rational vorgehen. Wir wären dann nicht mehr diese Menschen, die bei jeder Rolltreppe auf- und abwärts, küssend die gestressten Linksüberholer aufhalten. Wir könnten auch auf den Pärchensitz im Kino verzichten, weißt du. In Wahrheit ist es mir eben doch lieber, auf beiden Seiten meines Sitzes eine Lehne für mich zu haben. Und wenn du Lust auf Chinesisch und ich auf Pizza habe, dann machen wir das auch. Wir sind nicht eins. Wir hätten wohl auch nie dieses Gefühl bekommen sollen.

Ich glaube, jetzt ist es gerade noch rechtzeitig genug, um wieder damit zu beginnen, du und ich zu sein. Du und ich und wir beide hätten die Möglichkeit, ein außergewöhnliches Leben zu führen, mit dir an meiner Seite. Wir hätten die Macht, all unsere Träume zu verwirklichen und würden niemals aufgeben. Niemals. Wir haben aufgehört, verliebt zu sein. Vielleicht ist es jetzt unsere Aufgabe, uns täglich neu zu verlieben.

Es wäre schön, wenn wir das schaffen würden, weißt du.

Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Wenn wir es nicht schaffen, dann ist es okay. Wir sind auch keine Menschen, die Wunder vollbringen können. Wir sind auch nur genau solche Menschen, die manchmal ganz einfach mit dem offenen Mund in einen Haufen Hundescheiße stolpern. Wir dürfen uns irren und wir dürfen auch der Liebe freien Lauf lassen. Die Liebe ist nicht für ewig, nichts ist für ewig, nichts.

Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll. Aber vielleicht kommt irgenwann einmal der Tag, an dem ich deine Post-Its wutentbrannt von allen Stellen der Einrichtung herunterreiße und am Klo ganz einfach aus Protest stehen bleibe. Wenn du neben mir einschläfst und ich kein Auge zubekomme. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass nach dem Ende der Schmetterlinge, früher oder später auch ein Ende von allem hier ansteht.

Wenn das wirklich eintreten sollte, dann lass uns ehrlich zueinander sein. Zueinander und zu jener Welt, die außerhalb der Unseren ihren Alltagstrott ausbreitet. Lass uns nicht nach Gründen suchen, oder nach Möglichkeiten, wie wir es eben doch schaffen könnten. Weil wir es ja doch nicht würden. Wir würden uns einen Plan für die Zukunft zusammenschustern, was wir nicht alles tun würden, um diese Beziehung aufrecht zu erhalten, und in Wahrheit schaufeln wir weiter und weiter ein Grab für unsere Wunschvorstellung. Lass es uns bitte akzeptieren, lass uns darüber reden.

Wir sind keine Zauberer und wir schaffen auch keine Wunder. Wir sind ordinary people. Mit der architektonischen Kraft, Schlösser bis hoch in den Himmel zu bauen. Aber wir haben auch die Fähigkeit, all das wieder einstürzen zu lassen. Und wenn wir mal unter einem unserer Trümmer begraben liegen, sollten wir wissen, dass es genau so gut war. Das es das jetzt war und dass ein Wiederaufbau nur wenig Sinn hätte. Lass uns die Zerstörer unseres Imperiums sein und schenken wir uns dann einen letzten Kuss.

Finished: 23:03 Uhr, 19. September 2010
In gewisser Weise eine Inspiration:
hoch21 mit
Ein Brief über Liebe [2008]
Bald auch auf: NEON.de, jetzt.de
und womöglich auch als Podcast