Vier Jahre.

Und die Welt dreht sich unaufhaltsam weiter. Für sie gibt es keinen Stopp, kein Innehalten, kein Durchatmen, kein Trauern. Für sie ist der Alltag, was für uns der Untergang gewesen ist. Der Absturz aus dem trauten Leben, die Kehrtwende nach glücklichen Jahren. Vier Jahre ist es nun her, tut nicht minder weh, fällt nicht weniger schwer.

Wenn ein Mensch stirbt, der einem die Welt bedeutet, hat die Welt in Wahrheit ihre Bedeutung verloren. Und dann sitzt man da, hört Musik, stellt Kerzen auf die Fensterbank und zittert in sich hinein. Wenn die Welt mit einem Schlag aus den Fugen gerät und man selbst mittendrin ist, kann kein tröstendes Wort, kein Mitleid helfen, darüber hinwegzukommen. Damit leben zu können, mit dieser Bürde, dieser Geschichte, diesem Schmerz – das war meine Aufgabe. Und ich habe es wohl geschafft, habe meine Art der Therapie (nach einer wirklichen) in Form des Schreibens gefunden. Walk away habe ich diese Geschichte genannt, und erst als die letzten Worte geschrieben und das letzte Mal in großem Ausmaß geweint worden war, konnte ich dieses Erlebnis, in all seiner Dramatik und Unberechenbarkeit, annehmen, als das, was es ist.

All das hat mich wachsen lassen, hat mich wohl auch zu dem gemacht, was ich heute bin. Und vielleicht hat es mir auch dabei geholfen, an meine Träume zu glauben und an ihnen zu arbeiten. Aber andererseits hat es eines entstehen lassen. Diese Angst, während eigentlich großer Glücklichkeit. Die Angst, das mit einem Schlag alles anders, der Mensch an meiner Seite weg, der Mensch an meiner Seite tot ist. Das ist kein schönes Gefühl, bringt die Kälte zurück in mein Leben, macht mich unruhig, macht mich krank. Aber mein naiver Optimismus, der mein ganzes Ich bestimmt, holt mich dann wieder zurück. Irgendwie zumindest, denn ein Funken Angst bleibt.

Vergangenen Juni wärst du fünf Jahre alt geworden. Ich musste schmunzeln, als ich bemerkt habe, dass mir dein Todestag viel mehr in Erinnerung geblieben ist, als dein Geburtstag. Eineinhalb Jahre bist du alt geworden, seit vier Jahren nun schon tot. Die Welt ist so dermaßen ungerecht, so verflucht anders, als ich sie mir mit dir vorgestellt habe. Aber sie dreht sich weiter, die Welt. Unaufhaltsam. Und ohne Grund. Immer wirst du ein Teil meines Lebens bleiben, wirst mir nah sein. Immer wieder sprechen meine Freunde mit mir über dich. Und immer noch ist dein Button, der Schmetterling, auf meiner Tasche.

Es wäre schön, jetzt hier mit dir. Aber ich denke, das weißt du.

Walk away.

Als ich aufwache, weiß ich, was heute passieren wird. Sechs Tage sind vergangen, seit ich diesen einen Anruf von meiner Mutter in der Zivildienststelle erhalten habe. Sechs lange Tage, in denen ich manches Mal über mich selbst hinausgewachsen bin, und doch wieder jene Momente hatte, die mir zeigten, dass ich eben auch nur ein Mensch bin. Heute wäre der große Tag, das Begräbnis. Eine Kirche voll mit Leuten, bis auf den Rand alles besetzt. Ich habe nicht gut geschlafen. Wie hätte ich auch. Mehrmals bin ich heute Nacht aufgewacht. Irgendwann bin ich dann doch aufgestanden, habe sogar gefrühstückt. Wie ich es jedes Wochenende mache. Nur diesmal ist das ein anderer Samstag. Ein komplett anderer Samstag. (1)

Irgendwann dusche ich mich, und ziehe diesmal nicht den beinahe schon ausgeleierten schwarzen Pulli an, sondern meinen Anzug. Gleich würde es soweit sein, aber hier, in diesem Haus, mit einer hektisch herumlaufenden Mutter, und einem Vater, der die letzten Tage schon in Trance verbracht hat. Ich muss hier raus, und fahre zu Timis Eltern. Irgendwann stehen wir vor der Kirche, sehen den Strom, der unentwegt in das große Gebäude im Ortszentrum hineinzieht. Manche bemerken mich, kommen her. Auch meine beste Freundin und ihre Schwester, die selbst in Tränen ausbrechen, während sie mich umarmen. Ich weine nicht. Meine Familie und ich gehen erst in die Kirche, als der Strom vorbei ist. Hinten stehen schon die Leute, die Plätze sind gefüllt, auf der rechten Seite sehe ich noch eine Reihe mit Freunden. Ansonsten sehe ich nichts. Setze mich neben meine Eltern, auf den linken Rand der linken Sitzreihen. Die zusammengefalteten Zettel in meiner Sakkotasche krame ich immer wieder hervor, nur um sicher zu gehen, nichts vergessen zu haben. Manchmal reiche ich meinen Eltern oder meiner Schwester Taschentücher aus meiner anderen Sakkotasche. Aber ich weine nicht. Ich zittere nur, wie ich es schon immer getan habe. Zittere leise vor mich hin und glaube, zusammenbrechen zu müssen.

Gerhard, unser Freund und Pfarrassistent, hat berührende und sehr persönliche Worte gefunden, irgendwann kommen die Fürbitten, die ich mit fester Stimme vortrage. Es ist so unruhig still hier. Später teilen noch die Arbeitskollegen meiner Mutter an alle Besucher des Begräbnisses Buttons aus. Buttons mit einem Schmetterling; nicht als Erinnerung an diesen Tag hier, sondern in Erinnerung an diesen kleinen Jungen. Dann die Worte von Timis Taufpatin und schließlich mein Text. Jenen Text, den ich nur einen Tag nach Timis Tod geschrieben habe. Jenen Text, um den mich meine Schwester und meine Mutter gebeten haben. Zitternd gehe ich die wenigen Treppen hinauf zu jenem Platz, wo normalerweise immer die Lesung vorgetragen wird. Hinter mir ist es still, niemand hustet, vereinzeltes Schluchzen.

„Jetzt stehe ich hier, versuche Worte für meinen Timi zu finden, und weiß einfach nicht, wie.“

Beginne ich und bin einfach nur froh, es doch zu wissen. Zwei A4-Zettel voll Worte, die ich nicht an die Gäste hier richtete. Ich blicke blind in die Menschenmasse, kann keine Gesichter entdecken, und richte viel öfter die Worte an den Sarg, der nur etwas neben mir steht.

„(…) Stundenlang hätte ich deinen schlafenden Körper betrachten können, wie du da, völlig zufrieden mit der Welt, in seine Traumwelt versankst. (…)“

Manchmal habe ich das auch getan. Habe versucht, ihm den „kleinen Prinzen“ vorzulesen, bis ich bemerkte, dass er davon zwar vieles, aber eindeutig nicht müde wurde. Und ich ihn dann am Kopf streichelte, bis er neben mir, im Bett seiner Großeltern, eingeschlafen ist. Manchmal habe ich das auch getan und würde es so gerne wieder tun.

„(…) Und mit einem Schlag bist du weg. Und hinterlässt auf dieser Seite des Lebens ein so tiefes Loch. (…)“

Das sind wohl die treffendsten Worte. Es war ein Flügelschlag und du warst nicht mehr da. Hast dich aus dem Staub gemacht, ohne auch nur einmal Lebewohl zu sagen. Hast mich, uns, hier zurückgelassen und einfach so aufgehört zu atmen. Wie konntest du nur?

„(…) Und nun an dich, lieber Timi. Du warst der größte Engel auf Erden. Mach dich nun auf den Weg in den Himmel. Damit du deinen Sonnenschein auch dort verbreiten kannst. Ich liebe dich und vermisse dich so sehr.“

Beim letzten Satz, mit Blick auf den Sarg, versagt beinahe meine Stimme, sie wird etwas weinerlich. Beende den Satz und ernte wieder Stille. Nur das Schluchzen meiner Schwester und jenes erbitterte meiner Mutter. Auf dem Weg zurück blicke ich in ihre Gesichter, kann nicht lange hinsehen, mein Vater, mit verheultem Gesicht, klopft mir auf den Oberschenkel. „Gut gemacht.“ Ich höre mir „Tears in Heaven“ an, ein Lied, über den Tod eines Kindes, am Begräbnis eines eben solchen. „Would you know my name, if I saw you in heaven?“ Innerlich muss ich lachen. Weil ich mich erinnere, wie ich ihm immer wieder vorsagte, wie sein Name war, und wie der meine lautete. Sagen konnte er ihn jedoch nie. Würde er denn meinen Namen kennen?

Irgendwie hat es sich so ergeben, dass ich die Aufgabe bekomme, das Holzkreuz, jenes, was für die kommenden Monate unser Familiengrab schmücken würde, zu tragen. Während hinter uns der Trauerzug aus dem familiären Umfeld zum Friedhof geht. Ich halte es vor mir, halte es etwas hoch. Der daran festgemachte Teddy, die mit Draht befestigten Schmetterlinge. Mir läuft Gänsehaut über den Rücken, als sich die gesammelte Kirche erhebt, als, ich mit dem Kreuz voran, meine Onkels und Cousins mit Timis Sarg dahinter, langsamen Schrittes die Kirche verlassen. Ich erkenne keine Gesichter, erkenne niemanden, und lebe die kommenden Minuten weiter in meiner ganz eigenen Welt.

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(1) Ein Luftballon. Ein Schmetterling. Ein Engel., 03.11.2007

Reason to mourn.

Jetzt ist es schließlich soweit. Keiner hält es mehr wirklich zuhause aus, will weg. Von den kleinen Fingerabdrücken, die Timi noch Tage zuvor auf dem Backrohr hinterlassen hat, von den unzähligen Kerzen, die beinahe schon altarartig um einige wenige Bilder aufgestellt wurden. Ich bin froh, als mein Vater mich fragt, ob wir gemeinsam durch halb Oberösterreich fahren. Parten austeilen, reden, weinen. Zu unseren Verwandten und unseren Freunden.

Auch meine Schwester sucht wieder den Kontakt. Hat Freunde um sich, sucht Nähe, Hilfe, will nicht mehr allein sein. Wir fahren zuerst nur wenige Kilometer, zu einem meiner Onkel, überreichen die Parte, reden, weinen. Ich bin meistens der ruhende Pol in dem Ganzen, füge Worte hinzu, wo sie meinem Vater manchmal ganz einfach fehlen. Kann die vergangenen Tage minutengenau beschreiben, weiß, wann was passierte. Und natürlich auch, wann was passieren wird. Wir bitten ihn, seinen Sohn, einen anderen Onkel und dessen Sohn, gemeinsam Timis Sarg von der Kirche bis zum Friedhof zu tragen. Natürlich lehnen sie nicht ab. Und vielleicht wissen wir selbst auch gar nicht, was wir hier von ihnen verlangen. Ein Kind zu Grabe tragen ist, selbst wenn es nicht das Eigene ist, eine Folter. Eine Folter der ganz besonderen, psychisch und physisch furchtbar belastenden Sorte.

Schließlich geht es hoch in den Norden Österreichs, zu einer Tante, einem Onkel und meiner Großmutter väterlicherseits. Einige Male muss meine Tante ihr erklären, was mit Timi passiert ist, immer wieder ist sie erschrocken und scheint doch nicht zu verstehen. Minuten später hat sie es schon wieder vergessen und fragt, wie es meiner Schwester mit ihrem Kind gehe. Nach einigen Versuchen geben wir auf. „Es geht ihm gut.“ Und hoffen es und halten es beinahe nicht mehr aus. ‚Es geht ihm gut.‘ hallt es noch einige Zeit in meinem Kopf nach, die Gespräche während der stundenlangen Autofahrten beschränken sich auf einige wenige Worte, manchmal hören wir Georg Danzer, manchmal keinen Radio. Denken nicht daran, was kommen wird und wollen vergessen, was zuhause gerade abläuft. Bei seinen Freunden, die er normalerweise jede Woche sieht, kann er nur weinend die Hände vors Gesicht halten, während sie ihm eine Umarmung schenken, und mir, dem nicht weinenden Sohn einen Schulterklopfer und eine Beileidsbekundung erbringen.

Im Laufe des Tages, am Vormittag und auch am Abend war ich drei oder vier Mal wieder in der Kirche. Habe gewartet, bis sie leer war, bevor ich mich reinsetzte. Habe versucht, leiser zu atmen, habe minutenlang die weißen Wände der Kirche betrachtet. Das Bild Timis, die unzähligen Kerzen, die zu seinem Ehren angezündet worden sind. Und auch wenn Gott ein Arschloch ist, sollte er überhaupt existieren, die Kirche, der Ort, diese Stille. Sie bringt den nötigen Rhythmus rein, sie gibt mir Halt, einen Zufluchtsort. Sie zeigt mir, wie es ist, ohne Sorgen zu sein. Ohne dem Druck, den ich mir selbst auferlegt habe, in dieser einen Situation, der schwersten in meinem bisherigen Leben, zu funktionieren. In der Kirche muss ich nicht funktionieren, kann meinen Tränen freien Lauf lassen, kann auch mal ganz einfach zusammenbrechen, wie man es eigentlich nur aus Telenovelas kennt. Hier ist der Platz meiner Trauer, und hier soll er auch bleiben.

Und manchmal bin ich anschließend auch zur Leichenhalle gefahren, habe die große Türe verschoben und mich kurz reingestellt. Mir immer wieder das Bild und die Parte, den Sarg und die unzähligen Spielsachen angesehen. Habe mich darüber geärgert, dass die Kerzen hier elektronisch sind und dem Ganzen irgendwie das Flair nehmen. Diese Momente werfen mich immer wieder zurück zu diesem einen Tag, an dem wir seinen Leichnam noch einmal sehen durften. Das Bild läuft dauernd vor meinem geistigen Auge ab. Seine blasse Haut, die überschminkten, aber sichtbaren schwarzen Flecken in seinem Gesicht, die Haut, die sich wie mattes Porzellan anfühlte. Sobald irgendjemand anderer bei der Tür hereinblickt, gebe ich der Person die Hand, erhalte Beileid oder spende es selbst und haue ab. Will einfach nur weg hier von dem Platz, halte es nicht aus, wenige Meter entfernt vom toten Körper meines Neffen zu stehen.

Am Abend fahren meine Mutter und ich gemeinsam zu meiner Großmutter. Jene, die nur wenige Kilometer entfernt wohnt und welche als eine der Ersten davon erfahren hat. Immer noch hat sie ihr baumwollenes Taschentuch in Griffweite liegen, fragt nach dem Warum und wischt sich Tränen aus den Augen. Abwechslung bietet mein Cousin und seine Frau. Und auch Sebastian, deren Sohn, der es, nachdem er seine ersten kindlichen Ängste vor dem bärtigen, haarigen Brillending ablegte, mich als Spielkumpanen ins Herz geschlossen hat. Ein Jahr, bevor Timi das Licht der Welt erblickte, stieß Sebastian in unser aller Leben. Und auch heute, obwohl er scheinbar die verspannte Situation erkannte, fordert er mich auf, mit ihm zu spielen.

Eigentlich will ich nicht. Will nicht wieder Kinderspielsachen in die Hand nehmen und will nicht irgendetwas Lustiges spielen, weil die Welt ganz einfach nicht lustig ist. Aber ich ringe mich dazu durch, setze mich zu ihm auf den Boden, räume seine Spielebox aus. Und auch er weiß damit richtig umzugehen. Schenkt mir ein Lächeln nach dem anderen, lacht über meine bemühten Witze, schmiegt sich an mich. Auch wenn es wohl das melancholischste Spielen aller Zeiten war, hat es mir doch so einiges gebracht.

Morgen wird Timis Begräbnis sein. Viele Menschen werden kommen. (2) Im Grunde genommen habe ich nicht daran gedacht, obwohl ich keine Chance hatte, darauf zu vergessen. Mein Text ist gedruckt, meine Fürbitten ebenso, der Ablauf bekannt, die CD gebrannt. Xavier Naidoo wird singen, und auch Eric Clapton kommt vorbei, Herbert Grönemeyer singt über den „Weg“. Alles ist bereit. Außer mir. Der Anzug, das Hemd, die neue schwarze Krawatte hängen bereitwillig in meinem Zimmer, die Kerzen sind schon wieder angezündet. Gute Nacht, Timi. Ich muss schlafen, ich denk an dich und hoffe, dass du morgen stolz auf mich bist.

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(1) Etwas Ablenkung., 02.11.2007

Whipping boy.

Als ich meine Augen öffne, ist der eindeutig beschissenste Tag für Menschen wie uns, die gerade ihre schlimmste Zeit durchmachen müssen. Allerheiligen, wenige Tage, nachdem ein eineinhalb Jahre altes Kind die Augen für immer schließen musste, das passt ganz einfach nicht ins Konzept. Ein normaler Tag am Friedhof würde es wohl nicht werden.

Wir, meine Familie, wie so wohl nur in diesen wenigen kommenden Wochen bestehen würde, haben beschlossen, wieder einmal in die Leichenhalle zu sehen. Der Sarg wurde geschlossen, gestern, von meiner Schwester. Nachdem wir ihn alle noch einmal sehen konnten, ich ein letztes Mal seine Spieluhr aufzog und ihm einen Kuss auf den eiskalten, puppenartigen Kopf gab. Wir würden an keinem Grab stehen sondern unser Entsetzen in kleiner Gruppe teilen. Abschied nehmen in einer ungeahnten Härte. Der Schmerz. Dieser nicht enden wollende Schmerz. Das Vermissen.(1)

Meine Mutter, die immer und immer wieder die kleinen Hosen und Shirts von Timi zusammenlegt. Immer und immer wieder, sie wieder auseinander reißt, und es noch einmal versucht und weint. Das Wetter passt zu unserem Leben, der Nebel setzt sich für lange Zeit fest, eisige Kälte, ein unaufhaltbarer Wind zieht vorbei und ich möchte mich fallen lassen, möchte mich vom Wind davon tragen lassen, möchte einfach nicht da sein. Dieser Schmerz lässt mich taub werden, und ich vergesse schon wieder auf mich selbst.

Jetzt ist wohl auch keine Zeit dafür, etwas auf sich zu achten. Ich werde gebraucht und auch wenn die Last wohl kaum vorstellbar ist, versuche ich sie gut zu meistern. Während meine Eltern und meine Schwester, meine Oma und irgendwie mein gesamtes Umfeld in eine Art Koma verfallen ist, treibe ich mich selbst immer wieder an. Lasse es nicht geschehen, dass etwas ungeschehen bleibt. Das bin ich nicht gewohnt von mir, und es war wohl auch noch nie, dass ich so sehr gebraucht wurde.

Immer und immer wieder lese ich mir meinen Text durch, den ich geschrieben habe. Diesen einen Text, den ich in zwei Tagen am Begräbnis vorlesen würde. Mein Herz pocht, in Gedanken an diesen Moment. Und ich zittere wieder. Zum weinen ist keine Zeit mehr und dann tippe ich auch noch die Fürbitten in den Computer. Wie würde es wohl sein, einem Menschen, dem wohl wichtigsten Menschen meines bisherigen Lebens, diese zwei A4-Seiten zu widmen, nur mit ihm zu reden und ihm vor versammelter Menschenmasse, die nun trauern oder nur Mitleid zeigen wollen, mein Herz ausschütte. Ich weiß es nicht, und ich kann es mir auch nicht einmal ausmalen, wie es denn wirklich werden würde.

Nachdem die Pseudofriedhofsbesucher abgezogen sind, irgendwann Richtung Abend, sind wir schon wieder dort. Beinahe fühle ich mich hier schon zuhause, wenn da nur nicht diese Leichenhalle, dieser Kindersarg und darin verschlossen ein lebloser Körper wäre. Wenn das alles nicht meine Familie betreffen würde, wenn das alles hier nicht unsere Welt wäre. Kerzen brennen, rund um den Sarg liegen Spielsachen verteilt, seine Spielsachen, mit denen er noch vor Tagen gespielt hat.

Irgendwann einmal bricht ein älterer Mann in die Idylle, in das gemeinsame Trauern, in diese unbequeme Leichenhalle, als er einen Blick hineinwirft, und lauthals sich darüber freut, dass er jetzt endlich wisse, von wem dieses Kind sei. Wir, einige von uns, haben ihn nach draußen gedrängt, haben die Tür geschlossen, und am Liebsten hätte ich ihm noch gerne eine verpasst. Er hat die Stille durchbrochen, hat keinen Anstand. Mein Herz pocht bis zum Anschlag, Wut steigt auf und ich bin froh, dass er das Weite sucht. Dieses Arschloch hat es kaputt gemacht, dieser Vollidiot ist in ein „Wir“ gestürmt, das zurzeit eben nichts anderes verträgt.

Zuhause ist es still. Bei uns ist es üblicherweise selten still, aber seit Tagen passiert alles nur gedämpft. Auch die Übertragung der Schallwellen. Es ist das Atmen, das ich manchmal vernehme, das Schluchzen, wenige Worte. Aber keine Worte würden all dem, was jetzt gerade passiert, gerecht werden. Wir schweigen uns an, obwohl wir uns doch unterhalten, wir umarmen, wir rauchen, wir blicken mit feuchten Augen in die Ferne, den Wald, der hie und da durch den Nebel blitzt, verbringen die meiste Zeit am Balkon, wohl um eins mit der Kälte zu werden. Obwohl wir das schon sind.

Und wenn wir alleine sind, meine Eltern und ich, machen wir uns Gedanken um meine Schwester. Unterhalten uns, wie wir ihr jetzt helfen könnten und wie wir es in Zukunft tun können. Es entsteht der Entschluss in mir, meine ehemalige Psychologielehrerin anzuschreiben. Keine Ahnung, warum ich gleich an sie gedacht habe, aber ihr muss ich schreiben. Muss ihr erzählen, was uns passiert ist, muss sie fragen, ob meine Schwester zu ihr kommen könne. Sie würde schließlich nicht hingehen, dafür aber jemand anderer.

Auf all den vier Fensterbänken in meinem Zimmer habe ich Teelichter platziert. Ich weiß nicht mehr warum, vielleicht im Glauben, dass Timi es irgendwo sehen wird. Dass er weiß, dass wir ihn vermissen, und dass er hier ein verdammt großes Loch hinterlassen musste. Immer wenn ich zu Bett gehe, zünde ich sie an, lege mich unter den Tuchent, krümme mich zusammen, kralle mir meine Fingernägel in meine Schulter, denke nach. Immer nur nachdenken. Bis selbst das weh tut. (2) Und irgendwann wird es schließlich Mitternacht. Und irgendwann schlafe ich schließlich ein.

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(1) Ein letztes Mal., 01.11.2007
(2) Etwas Ablenkung., 02.11.2007
Tweet von gestern Nacht

Als du gingst. [15]

Grab. 14122010

Als du gingst,
War es wie der Regen
Der von einen Moment auf den anderen
Einfach aufhört.

Als du gingst,
Verlor ich mein Zeitgefühl
Versuchte, mich nicht mehr zu spüren
Ohne Glück.

Als du gingst,
Es war ein Wimpernschlag
Und Träume, Träume mit dir
Verschwanden auf ewig.

Als du gingst,
War es plötzlich still
Und du hinterließt nur diese,
Diese Leere.

Als du gingst,
Fragte ich mich
Wie es nun weitergehen soll
So ganz ohne dich.

Jetzt bist du weg
Schon seit Jahren
Und immer noch kann ich kaum glauben
Was geschah.

Will nicht verstehen
Will nicht begreifen
Nicht akzeptieren
Nicht sein.

Es ist schön, bevor es zu Ende ist. [Der Herbst]

(via  docadocaflickr)

Du bibberst, als du einatmest. Es ist kühler geworden, ganz langsam und doch hat es dich jetzt gerade überrascht. Ich halte dich fest. Halte deine Hand, als wir über den laubbedeckten Gehweg gehen. Es ist still, bis auf die spärlich vorbeifahrenden Autos und die seltenen Momente, wenn Kastanien nur knapp vor uns am Boden aufprallen.

„Ich liebe den Herbst, weißt du?“, frage ich dich, und ohne eine Antwort abzuwarten, setze ich fort. „Weißt du. Der Herbst hat etwas Magisches an sich. Und ist vielleicht auch die brutalste Jahreszeit. In allen anderen ist irgendetwas am Entstehen, oder in voller Pracht. Im Frühling sprießen die Blumen, im Sommer gedeiht alles und im Winter kriegen wir Schnee. Nur der Herbst. Der Herbst hält sich irgendwie nicht an diese Regel. Er tötet. Er ist eine Zeit der Resignation, etwas, um wieder einmal zu erkennen, wie verdammt vergänglich doch alles ist.“

„Und ich liebe die großartigen Nuancen der Blätter. Eigentlich mag‘ ich den Wald nicht, oder was sag ich … ich bin einfach nicht dieser naturverbundene Typ. Aber in einen herbstlichen Wald zu spazieren oder ihn mir aus der Ferne anzusehen, ist für mich etwas ganz Besonderes. Es ist schön, bevor es zu Ende ist. Es zeigt sich in voller Pracht. Irgendwie sind das für mich schöne Gedanken.“

„Denn der Tod ist und bleibt überall. Vor allem der Herbst vor drei Jahren hat mir den Boden unter meinen Füßen weggezogen. Für lange, lange Zeit. Manche Todesfälle sind eben anders als all die anderen. Manche dürfen ganz einfach nicht real sein, vor allem nicht jener eines Kindes. Und dann seh ich mir in diesem Jahr den Herbst an und erkenne endlich wieder das Wunderbare an dieser Jahreszeit.“

„Und höre auf, vor Tod und Vergänglichkeit Angst zu haben. Es ist schön, bevor es zu Ende ist. Und es gehört dazu. Vielleicht ist so ein Jahr ja auch nur eine Metapher für das Leben, und das Umgehen mit dem Tod. Im Herbst passiert es, man kann sich nicht einmal wirklich verabschieden. Im Winter vergräbt man sich, schützt sich in einer weißen Schicht von schwer auf einem lastenden Schnee. Bis der Frühling einen wieder den nötigen Aufschwung gibt, und man im Sommer zur Vollkommenheit zurückfinden kann. Zur neuen Vollkommenheit, natürlich. Verstehst du was, ich meine?“

„In Wahrheit zeigt mir der Herbst Jahr für Jahr wieder, dass ich nicht darauf vergessen soll, an mich zu denken. Mein Leben zu leben, genau so wie es mir gefällt. Vielleicht hilft dieses Resignieren ganz einfach dabei, zu erkennen, was einem wichtig ist. Wofür man zu kämpfen bereit ist. Warum es wichtig ist, hier zu sein.“

Ich gebe dir einen Kuss auf die Wange. Ich glaube, du verstehst.

Heute. Nein Gestern.


Wisst ihr, es ist schon komisch.

Da verliert man vor zwei Jahren und einem Tag den zu diesem Zeitpunkt wohl wichtigsten Menschen der ganzen Familie. Kein Tag vergeht, an dem man nicht über ihn spricht, jedes Mal schlucke ich etwas fester, wenn ich am Kühlschrank sein Bild sehe. Und immer unruhiger und niedergeschlagener werde ich, wenn der Jahrestag auf mich zu kommt. Und meine Familie, zuhause vereint, besucht das Grab und ich, fernab meiner Familie, sehe mir noch einmal diesen einen Blogeintrag an, welchen ich noch am selben Tag des Geschehnisses schrieb. Um zu bemerken, dass er nicht heute, nein gestern vor zwei Jahren gestorben ist.

Am 29. Oktober 2007 passierte das. Und jedes Mal wieder rührt es mich zu Tränen. Das da. Und das.

Was folgte, war eine Therapie. Viele lange Diskussionen mit meinen Eltern, zwei Weihnachtsfeste, die eben etwas anders verlaufen sind, als man es sich womöglich vorstellen hätte können. Was folgte, war ein langer Weg zurück. Für mich. Ich habe keine Ahnung, wie es meiner Mutter, meiner Schwester oder meinem Vater mit der Situation geht. Nicht, dass ich nicht mit ihnen rede, nein. Ich komme nicht an sie ran. An keinen von ihnen. Was folgte, war das Akzeptieren eines Lebens ohne gewissen Personen. Was folgte, war die Erkenntnis, dass man auch noch so hoffen und träumen konnte, nichts bleibt wie es ist. Nichts wird je wieder so werden. Nicht so. Nein anders.

Mir geht es gut. Ich habe den Tod meines Neffen Timi akzeptiert. (Und ich vermute, ich bin der Erste und bisher Einzige in meiner Familie, der das geschafft hat). Und doch. Jedes Jahr. Egal ob nun einen Tag zu spät oder zu früh. Irgendetwas liegt mir Ende Oktober von nun an immer im Magen.

(Und wie gerne wäre ich heute oder gestern oder wann auch immer zum „Friedhof der Namenlosen“ gefahren. Einem der wohl berührendsten, traurigsten und wunderschönsten Plätze der ganzen Welt.) Und ja. Jetzt eben habe ich sogar wieder einmal geweint.

flickr: jenny downing

Was wäre nur. [Ein Abschied]

Was wäre nur, wenn ich dich nie wieder sehen würde. Wenn du jetzt weggehen würdest und nie wieder zurückkämest. Wenn das Aus-den-Augen-Verlieren einfach nur ein Resultat deines überraschenden Todes wäre. Wenn du in meinem Kopf nicht als stets fröhlicher, manchmal verwirrter Mensch in Erinnerung bleiben würdest, sondern mir tage- und wochenlang dein Gesicht nach deinem Tod, oder die Atmosphäre deines Begräbnisses verfolgen würde. Was wäre, wenn ich dann vor deinen Grab stehe, und alles, was mir einfällt, ist ein müde gehauchtes „Ich liebe dich.“

Und niemand würde antworten. Weil ich meine Liebe zu dir zu lange in mir trug und aus reiner Feigheit nicht der Welt offenbaren konnte. Ich wette es würde regnen. Einfach aus Prinzip. Weil ich es mir verdient habe, so wie niemand sonst. Und womöglich breche ich auch einfach vor deinem Grab zusammen, die Kieselsteine bohren sich in meine Knie und ich spüre es nicht. Und ich heule, weil ich dich nur noch ein letztes Mal in den Arm nehmen möchte, dich ein letztes Mal küssen, mit dir ein letztes Mal in die Sterne schauen.

Selbst das müsste ich aufgeben. In die Sterne zu schauen. Weil es nicht mehr dasselbe wäre. Und weil unser gemeinsamer Stern mich Nacht für Nacht an dich erinnern würde. Und der Große Wagen? Er wäre bedeutungslos. Und trächtig. An Erinnerungen und Gefühlen für dich. Ich würde meine stille Liebe zum Nachthimmel aufgeben müssen, weil du nicht mehr da bist. Kannst du dir das vorstellen? Wo wäre ich nur heute, hätte ich nicht vor ein paar Jahren die Genialität des Unendlichen entdeckt. Und das Ende von Ewigkeiten. Jene Ewigkeiten, welche Sterne dort verbrachten, bis sie verglühten und für uns zum Wunschkonzert wurden.

Wie könnte ich schlafen. Wenn du mich jede Nacht begleitest, durch meine absurdesten Träume. Und wenn ich aufwache und mit einem Lächeln dein Gesicht erwarten würde, weil all das in dieser Nacht so real und fassbar vor meinen Augen auftauchte. Und ich Tag für Tag immer und immer wieder bitter enttäuscht werden würde. Jeden Morgen die selbe Prozedur. Würdest du da noch gerne die Augen schließen, nach einem langen und anstrengenden Tag?

Ich habe mal gesagt, ich würde die Ewigkeit hassen. Ich hasse sie immer noch. Von ganzem Herzen. Aber in meinem Kopf, so scheint es, wirst du immer gespeichert bleiben. Du und meine ungenützte Chance, dir meine Gefühle zu offenbaren. Und ich würde mich hassen und am liebsten den Spiegel zertrümmern wollen, welcher mich zu zeigen versucht. Weil ich es nicht geschafft habe und es auf ewig in mir bleiben würde. Weil du es nie erfahren hast. Weil niemand davon erfahren hat. Niemand. Außer mir. Wie hätte ich die Gefühle unterdrücken können, wenn du mir einfach dieses Gefühl der Geborgenheit gabst. Und mir die Angst vor der Nähe nahmst. Wie hätte ich je erfahren können, wie schön schweigsame Zweisamkeit ist. Vielleicht wusstest du es schon lange und warst selbst nicht sicher, wie ich darauf reagieren würde. Vielleicht sind wir gemeinsam an unserer Angst zugrunde gegangen und jetzt lässt du mich allein.

Allein hier auf dieser Welt.
Auf dieser großen, verstörenden Welt.

Und du weißt doch, wie sehr ich Angst vor Einsamkeit habe.

Auch auf Ci-Jou und jetzt.de

Omatod.

Heute Morgen ist es also passiert. Meine Oma väterlicherseits ist gestorben.

Letzten Freitag haben wir sie noch einmal besucht, haben uns sozusagen von ihr verabschiedet, haben gehört, dass es also nur mehr eine Frage der Zeit sei. Solche ‚Fragen der Zeit‘ sind ja immer verdammt relativ und können von beschworenen drei Wochen zu weiteren drei Jahren werden. Hier war es nicht so.

Ich bin viel zu unaufgebracht, um einen passenden Nachruf zu schreiben. Natürlich finde ich es schade, dass ich meine Oma nicht ein weiteres Mal lebend zu sehen bekomme. Aber mit ihren 86 Jahren hat sie schon so viel erlebt, und dieser eigentlich relativ rasche Tod, genau den hat sie sich verdient. Ohne lange zu leiden.

Das Einzige, was mir Sorgen macht? Dass ich nicht da sein werde.

Meine Tante (bei welcher meine Oma die letzten Jahre lebte) fragte mich, ob ich am Begräbnis sprechen möchte, die Lebensgeschichte von Oma. Wahrscheinlich immer noch aufgrund der Abschiedsrede bei Timis Begräbnis. Und ja, natürlich hätte ich es getan, hätte mein Bestes gegeben. Aber ich bin nicht da.

Heute Abend oder morgen oder übermorgen (was weiß ich) geht es los nach Ozora, zu sechst im Wohnwagen. Ein Urlaub, auf den ich mich mindestens seit Mai freue. Soll ich jetzt auf meine zehn unglaublichen Tage in Ungarn verzichten? Ich hasse ja Begräbnisse. Aber ich wäre wirklich gerne dabei. Und Oma, weißt du? Ich werde auch noch einen anderen Weg finden, mich von dir zu verabschieden. Ich trage auch kein Schwarz oder lebe jetzt ruhiger. Nicht jetzt. Ich kann jetzt einfach nur sagen: Leb‘ wohl!

photocredits: moriza | flickr

Herzpause. [Ein Dialog]

I

Du?
Mhm?
Du. Weißt du, manchmal-.

Hm?
Manchmal, da spüre ich mein Herz nicht mehr.
Wie?
Als würde es einfach aufhören. Zu schlagen. Und mich hier allein zurücklassen.
Oh. Aber-.
Wirklich. Hier. Fühl‘ mal.


Nichts.
Eben.

II

Manchmal, da wünsche ich mir, mein Herz würde nicht mehr schlagen.
Was?
Würde einfach aufhören und alles wäre vorbei.
Ach komm schon. Nein!
Und ich würde noch einmal die Augen aufreißen und würde den letzten Herzschlag mit voller Intensivität verspüren und würde mich in meinem Kopf von dieser Welt verabschieden und dann hört es auf. Für immer.
Sag‘ sowas nicht. Bitte!
Tut mir Leid. Aber denkst die nicht auch öfters daran?
Ans Sterben? Nein.
Echt?
Nein. Nicht so.

III

Du?
Ja?
Halt mich. Bitte.
Was ist los?
Nein. Frag‘ nicht. Halt mich nur. Stell dich hinter mich.
Mhm.
Und lege deine Arme um meinen Bauch. Und deinen Kopf auf meine Schulter.
Ist es gut so?
Ja. Und jetzt lass‘ uns versinken. In diese Stille hier.





Mein Herz hat gerade eben wieder aufgehört.

IV

Geht es dir jetzt besser?
Hm?
Spürst du dein Herz wieder?
Hm.
Du weinst ja. Komm‘. Dreh dich um. Sieh mich an.



Wofür war das?
Um -.
Hm?
Ich wollte probieren ob dein Herz dadurch wieder zu schlagen beginnt. Und?
Fühl‘ mal.
Dachte ich es mir doch.

V

Ich möchte anders sterben.
Hm?
Anders. Nicht einfach mit dem Ende des Herzschlagens.
Und wie sonst?
Durch Fallen.
Durch Fallen?
Ja. Ich möchte eine Schlucht hinabstürzen. Erst wenn niemand mehr da ist, um einen aufzufangen, ist es Zeit, zu sterben. Und dann genießt man die Sekunden bis zum Aufprall und ist genauso innerhalb Sekunden tot.
Hm. Okay. Aber-.
Aber?
Aber du brauchst keine Angst haben. Ich werde dich immer halten, fange dich auf. Du brauchst keine Angst zu haben.
Ich habe kein Angst.
Ich werde immer da sein. Für immer.
Aber nein. Sag‘ das nicht.
Warum?
Ich hasse die Ewigkeit.

photocredits: Je suis Samuel | flickr