Fly Away.

Langsam, ganz langsam.

Ich habe mich scheinbar gedreht und gewendet. Nach drei oder vier Stunden Schlaf, bis kurz vor zwanzig Uhr fühle ich mich verspannt und müder denn je. Aber das musste jetzt sein. Nachholen, wofür ich die ganze Woche über nicht wirklich Zeit gefunden habe. Und nun sitze ich hier, mit dem Gedanken bei einer wunderbaren Freundin. Wo scheinbar heute mal so richtig alles nicht gut läuft. Wenn du das hier liest: Ich denk an dich. Vielleicht hätte ich noch vorbeikucken sollen. Nach erneutem Telefonat werde ich das nun auch noch tun. Und ja, ich fühle mich verpflichtet. Dir geht es nicht gut, du möchtest reden und ich möchte dir helfen. Gemeinsam können wir in Kürze schließlich über Gott und die Welt reden. 

Die Woche lief um einiges besser, als all die Tage zuvor. Man mag es jetzt als lächerlich ansehen, aber das Wiederauffinden meiner Uhr, nach mehr als fünf Monaten, ist einer der Höhepunkte der letzten Tage. Ich habe sie ernsthaft in meinem gesamten Zimmer gesucht. Habe alle aufgehoben und überall nachgekuckt. Überall? Nein, nicht wirklich. Denn obwohl ich mir ganz sicher war, dass ich die Uhr das letzte Mal bei meinem Nächtkästchen gesehen habe, habe ich nie in der Briefebox nachgesehen. Und vor drei Tagen habe ich wieder einmal zwei Briefe geschrieben (schon angekommen?) und überraschenderweise meine Uhr am Grunde der Box gefunden. Meine Briefebox ist übrigens eine Converse-Schachtel mit Adressen, Kuverts und Briefmarken. Was ganz Tolles. Ehrlich.

Ach ja, und diese Woche habe ich auch durch Zufall erfahren, dass durch den Text „Selbstgespräch. Und So.“ mein Blog der Teil einer eineinhalb Jahre langen Ausstellung in drei Museen in Deutschland sein wird. Es ist ein unglaubliches Gefühl, dass meine Art zu schreiben, und hier geht es wirklich darum, da es sich um einen puren minimal literarischen Text handelt, auch über das Internet hinaus zu betrachten ist. Es ist so etwas wie ein kleiner Traum. Mein Name, mein Blog. Ein kleines bisschen Berühmtheit für etwas, was für mich sehr viel bedeutet. Und ich empfehle wirklich allen, die in der Nähe von Frankfurt, Nürnberg und Berlin wohnen, im Laufe der nächsten Monate diese Ausstellung zu besuchen. Ich werde es wohl erst nächstes Jahr in Berlin.

Ein weiterer Punkt, der diese Woche für schöne Gefühle sorgte, war die Tatsache, dass ich unter Pachelbel-Einfluss die ersten Sätze zu „Volle Distanz. Näher zu dir“ kreiren konnte. Ich persönlich finde den Anfang großartig und scheinbar kommt er auch bei den Lesern, als euch, wirklich gut an. Deshalb werde ich, vielleicht bald mit einem Moleskine-Notizbuch, jetzt nun mal wieder weiterschreiben. Nachdem mein erster Versuch mich bald stocken ließ. Vielleicht werde ich einen kleinen USB-Mp3-Player nur mit klassischer, ruhiger Musik bestücken. Sie ist wunderbar. Ein bisschen Bach hier, ein bisschen Pachelbel da … und möglicherweise auch noch Beethofen oder Chopin. Debussy hingegen wirbelt eher auf, als dass er beruhigt.

In Liebe und so weiter hat sich nichts entwickelt. Ich habe mich erfolgreich entliebt, und freue mich schon auf das nächste Wiedersehen ohne irgendwelche Gefühle. Und auch mit meiner Exfreundin, mit der ich erst vor zwei Monaten wirklich abschließen konnte, habe ich nun wieder Kontakt. Per ICQ wohlgemerkt, aber möglicherweise treffen wir uns in den Osterferien auf einen Kaffee. Wobei ich hinzusagen möchte, dass Ostern für mich nicht unbedingt verpflichtend Ferien bedeutet. Ich werde arbeiten. Aber ich freue mich darauf, dass der Versuch einer Freundschaft zumindest in meinem Kopf schon wieder existiert. Vielleicht auch nicht richtig, aber wie ich schon mehrmals sagte, fällt mir die Vorstellung schwer, dass jemand komplett aus meinem Leben verschwindet. Mal sehen, wie sich alles so weiterentwickelt.

Und so werde ich mich auf den Weg zu dieser einen wundervollen Freundin machen. Wir werden exzessiv rauchen, und reden. Ich habe schon lange nicht mehr mit ihr geredet. Das tut uns wahrscheinlich beide gut. Also dann, bis morgen, liebe Leute. Ich flieg dann mal weg.

Yakamoz.

Die Widerspiegelung des Mondlichtes im Wasser.

Du sprichst kein einziges Wort mehr mit mir. Ich denke. Denke nach. Erinnere mich an die Zeit, als du immer von mir verlangtest, über alles zu reden. Dir meine Sorgen und Gedanken zu offenbaren. Du konntest das immer. Konntest mir erzählen, wie es dir gerade geht. Ich war meist still. Musste schweigen, weil die Gedanken mein Stimmorgan blockierten. Jetzt wäre ich bereit, zu sprechen. Könnte dir alles erzählen. Wie es ist, so danach. Wie es sich anfühlt, ehemaliger Onkel zu sein. Wie es ist, wenige Monate vor dem Verlassen der Heimat eine so mächtige Portion an Schiss in sich zu spüren. Weil man nicht weg will und Angst hat vor dem Neuen und so. Wie es ist, sich nach der ersten Enttäuschung sofort wieder zu verkriechen. Ich habe es dir angeboten, habe gehofft, du würdest dich melden. Habe gehofft, auch dir würde etwas daran liegen. Scheinbar tut es das doch nicht. Ich muss das akzeptieren, so schwer es mir fällt. Es ist nun mal so. Du konntest mich immer verändern, und ich dich nie. Ich wollte das auch nicht. Und so lass‘ ich es.

Ich bin es, der sich verkriecht, nach einer Enttäuschung, die so subtil von mir selbst erzeugt wurde. Eine Enttäuschung in Folge utopischer Träume. Viel zu schnell habe ich sie gesponnen, und jetzt sind sie wieder weg. Sind verschwunden, als wären sie nie da gewesen. Doch sie waren da. Und es tut manchmal auch weh. Es sind genau diese Schmerzen, die ich nach jeder Enttäuschung habe. Ich bin aufgelebt, in dem Glauben an etwas, was niemals war. Und auch nicht sein wird. Habe die Wochenenden ausgenützt, bis zum letzten Minute bin ich aus gewesen. Habe die Zeit genossen und jetzt sitze ich wieder hier. Verliere wichtige Tage. Bin ich traurig. Bin ich wütend. Was bin ich überhaupt. Wenn man zurückblickt, sieht man, wie glücklich mich diese wunderbaren Tage machten. Und soll ich jetzt wieder in die Melancholie zurückfinden. Die mich zwar auch durchs Leben tragen kann, aber niemals so schön sein kann.

Mir fehlen die Worte. Fehlen die Blicke. In der Widerspiegelung des Mondlichtes im Wasser spüre ich die Sanftheit des Lebens. In unserem Wohnzimmer hat sich etwas verändert. Der Tisch, aufbereitet wie ein Altar, hat seine Bilder verloren. Meine Mutter hat die Bilder nun schön an eine Wand gehängt. Ich frage mich, wie lange der Schmerz noch anhält. Täglich reden wir darüber, jedes Mal, wenn ich vor dem Kühlschrank stehe, beginnt ein kurzer Moment der Sprachlosigkeit. Die Bilder erinnern. „Es könnte so schön sein.“ Du hast Recht, Mama. Es könnte. Aber es ist nicht so, wie wir uns es vorgestellt haben. Es ist anders. Wir müssen damit umgehen, ändern können wir nichts. Wir haben uns und die Erinnerung. Und den Schmerz. Der Schmerz, der einfach nicht gehen will. Wie oft, verdammt noch mal, habe ich den Traum gehabt, zu leben. Um ja nichts zu versäumen. Und dann drückt mich wieder etwas auf den Boden und ich wehre mich nicht dagegen. Soll ich es schon wieder ankündigen. Nein. Ich müsste einfach mal nur die Augen schließen. Und keine Angst vor dem Erleben haben.

Yakamoz wurde zum schönsten Wort gewählt. Ein türkisches Wort, dass in sieben Buchstaben ein wunderschönes Phänomen beschreibt. Mir gefällt es auch. Wegen dem Mond, der Widerspiegelung und dem Wasser.

How My Heart. Behaves.

Wenn man sein Herz in ein Paket packt, genug Porto raufklebt und es eine Woche später wieder zurückbekommt. Mit dem Hinweis: Empfänger nicht vorhanden.

Was ist in den letzten Tagen nur alles passiert. Mein Herz vergeben, mein Herz verschenkt. Die Schmetterlinge endlich wieder lieben gelernt, und doch der ständige Zweifel. Die Ungewissheit und das Verstehen, dass es nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Was nicht war, wird auch jetzt nicht sein. Das Come-Down innerhalb weniger Stunden. Kurze Zeit Sprachlosigkeit und Wut, auf mich selbst und meine Gefühle. Dann das Erkennen, das sie einfach so sind. Dass man an der Realität nichts ändern kann.

Fast ein Jahr nach meiner ersten Trennung von meiner Exfreundin habe ich zum ersten Mal wieder dieses Gefühl für eine andere Person gespürt. Diese Schmetterlinge und das Kribbeln. Gerade mal wenige Wochen, nachdem ich wirklich abschließen konnte. Es hat also  mehr als sieben Monate gedauert, bis ich wieder einmal das Wort „Verliebtheit“ in den Mund nehmen konnte. Und wie all die vielen Male zuvor, stellte ich mir schon vor, wie es wäre. Wie es wäre, wenn es dieses eine Mal funktionieren würde. Wenn sie die Richtige wäre. Und wie all die anderen Male erfuhr ich, dass nur meine Gefühle in diese Richtung gingen. Dieses eine Mal bin ich sogar noch relativ bald auf Gefühlssuche gegangen. Wollte Gewissheit, ob ich mich denn nun noch mehr hineinstürzen dürfte in dieses Gefühl, oder ob nur ich so empfinde. Schlussendlich bekam ich das Wissen, was ich brauchte. Und begann mich innerlich zurückzuziehen.

Ich stelle es mir jedes Mal wieder so wunderbar vor. Vielleicht kann man es als Sucht abstempeln. Oder als Grundbedürfnis. Ich brauche einen Menschen, der mich liebt. Der mich lieben kann und mich lieben will. Ich brauche einen Menschen, der mir mit seiner Nähe alle Angst der Welt nimmt. Ein Mensch, der meine Hand nimmt, when it all comes crashing down. Mit dem ich gemeinsam einschlafen kann, und mit welchem ich die Sterne ansehen kann. Ein Mensch, der mich tagträumen lässt und zu dem ich vollkommenes Vertrauen habe. Vielleicht bin ich viel zu anspruchsvoll, aber ich habe es mir verdient. So oft schon habe ich versucht, zu lieben. Wäre bereit gewesen, mich selbst für diese und jene Person aufzugeben. Aus reiner blinder Liebe zu diesem Menschen. Und all die vielen Male wurde ich enttäuscht. Sie wollten mir nicht geben, wonach ich mich so sehr sehnte. Die Reflektion des Gefühls der Liebe. Ich habe es mir verdient, von ganzem Herzen geliebt zu werden.

Wann ich das nun erleben werde, weiß ich nicht. Ich werde wohl noch öfter mein Herz in ein Paket packen und abschicken. Und es wird wahrscheinlich auch noch einige Male ungeöffnet zurückkommen. Aber möglicherweise findet sich der geeignete Empfänger. Und dieser Mensch muss dann ganz sorgfältig mit dem Ganzen umgehen. Muss mit mir durch die Welt gehen, mit einem Lächeln und einem Funkeln in den Augen. Bis dahin wird noch viel passieren. Jetzt darf ich erst einmal hoffen, dass Freundschaften so etwas überstehen. Ich glaube daran, und sie auch. Das wird schon.

Manchmal wünsche ich mir, ein anderer Mensch zu sein. Sogar relativ häufig habe ich diesen Gedanken. Möchte offensiver werden und aktiver. Möchte eine hübsche junge Frau ansprechen, wenn ich in ihren Augen die Welt und den Rest sehe. Möchte immer die richtigen Worte finden. Und möchte meine Schüchternheit ablegen. Vom großen Glück der Liebe nicht nur träumen. Doch das bin ich. Vielleicht entwickle ich mich weiter, aber eine komplette Kehrtwende wird es wohl nicht geben. Das bin ich eben. And this is how my heart behaves.

End. Liebe.

Dinge geklärt, Gedanken sortiert. Ehrlichkeit geübt und einen Punkt gesetzt.

Wahrscheinlich habe ich schon mit dem ganzen Chaos der letzten Tage so manches kaputt gemacht. Wenn es so sein sollte, tut es mir Leid. Doch man kann zu den eigenen, vollkommen persönlichen Gefühlen nicht sagen kann: „Ach, haltet doch die Klappe. Haut ab. Lasst mich allein.“ Die sind entweder schwerhörig oder taub. Aber sie waren einfach da. Ich kann mich nicht wirklich entschuldigen, denn Irren ist menschlich. Und Verlieben natürlich auch. Dass Liebe viel zu oft nur einseitig ist, weiß ich. Aus Erfahrung und eben jetzt auch.

Der Prozess der Entliebung ist nötig. Um mich nicht in irgendeinen Wunschgedanken zu vernarren. Er gehört zum Verlieben dazu, nur dass das Verlieben selbst viel wunderbarer und wunderschöner ist. Aber man kann sich nicht nur darauf spezialisieren. Vielleicht ist es gut, dass jetzt hier irgendwer einen Punkt gesetzt hat. Entlieben im Ikarus-Kurs. Learning by Doing. Keine verträumten Gedanken mehr, keine Gefühlsverirrtheit. Es hat nicht sollen sein. Ich habe diesen einen Menschen als so einzigartig und so großartig empfunden. Doch was kann man tun, wenn nur ich so empfinde. Wütend sein? Auf wen. Auf meine Gefühle oder die ihren? Auf meine oder ihre Blindheit. Nein. Niemand kann etwas dafür. Es hat nicht sollen sein. [Ein verdammt blöder Satz, aber so ist es in diesem Fall nun mal].

Was ich jetzt will? Nichts von Liebe hören. Wäre ich Pacman, würde ich alle Herzen aufmampfen. Würde ich Sims spielen, täte ich eine Person eines glücklichen Paares in den Swimmingpool schicken und die Leiter abmontieren. Stumpf werden möchte ich, für diese wenigen Tage. Bis ich die Augen schließen kann und nicht all die schönen Momente vor den Augen habe. Ich brauche Ablenkung und Stille. Ruhe. Zeit für mich und Zeit mit anderen.

Am Ende der Liebe. Als hätte ich wieder einmal zu jemanden „Ich liebe dich“ gesagt. Ich bin noch nicht mal stark genug, zu sagen, ich hätte mich in sie verliebt. Nach dem Motto „No Risk, No Fun“, fühle ich mich jetzt gerade etwas matt. Ich habe Worte kombiniert und Sätze gebildet. Die Adresse eingefügt und auf Senden geklickt. Das ist meine Art von persönlicher Überbringung. Ich stellte darin nur fest, dass ich wüsste, dass nur ich so empfinde. Dass es mir Leid tut und das ich hoffe, dass es keine Auswirkungen haben wird. Und gerade das ist es, was ich mir für die nächsten Tage wünsche. Dass ich nicht zu viel zerstört habe. Ich will nicht einen so wunderbaren Menschen verlieren. Der mir schon jahrelang ein wunderseliges Gefühl gibt, wenn ich mit ihr ein paar Mal im Jahr in der Schaukel liege und wir unter Sternenhimmel über Gott und die Welt, Liebe und das Leben reden. Das will ich nicht verlieren. Es tut mir Leid.

All I Need.

Es ist anders. Als all die anderen Male. Vielleicht reifer und doch stets gewollt pubertär.

Ein Gespräch mit einer wundervollen Freundin hat mich auf einen Gedanken gebracht. Er schwebte mir schon einige Zeit in meinem Kopf (man stelle ihn sich vor, als das unendliche Universum, ein paar fixen Himmelskörpern, ein paar schwarzen Löchern und unglaublich viel Weltraumschrott.) Wie würde eine Beziehung heutzutage für mich aussehen. Die letzte, und auch meine erste Beziehung war wundervoll, und ich war noch relativ jung. Heute würde ich alles anders machen. Das hat die Reife in mir verändert oder die Retroskopie und das Verständnis, warum es auch nicht so hat klappen können.

Damals fiel es mir schwer, einen Tag zu verbringen, ohne irgendetwas von ihr zu hören. Ich versuchte sogar, sie sie oft wie möglich, möglichst täglich, zu sehen. Dieses Einengungsgefühl ist schrecklich. Ich habe es nun selbst sogar schon mal erlebt und empfinde es als schlimmste Katastrophe im zwischenmenschlichen Zusammenleben. Und nun fällt es mir auch bei anderen pubertären Beziehungen auf, und ich schüttle nur den Kopf. Weil ich weiß, dass ich nicht anders war. Und weil ich weiß, dass dies sicherlich auch ein Grund war für das Ende.

Ich hätte gar keine Zeit mehr, jeden Tag jemanden zu sehen. Ich habe genug andere Beschäftigungen, wunderbar großartige Freunde in meinem Leben. Mein Leben lebt und irgendwie passiert auch ständig etwas Interessantes. Es kommt mir nicht auf die ständige körperliche Nähe an. Ich denke, mir würden auch wenige Momente in der Woche reichen. Vielleicht eine gemeinsame zweisame Stunde oder zwei. Und den Rest der Woche würde ich strahlen, weil ich weiß, dass es da draußen jemand gibt, der Gefühle für mich empfindet und der mich möglicherweise mit dem innersten Inneren liebt. Alleine das Gefühl reicht aus, um mir täglich ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. That’s all I need.

Vielleicht ist doch alles nur ein Traumschloss. Höchstwahrscheinlich ist es so. Was habe ich mir erwartet. Den perfekten Ablauf. Das Himalaya-Hoch nach dem Mariannengraben-Tief? Vom Mittelpunkt der Erde zum Ende des Universums? Diese Gedanken sind infantil und blöd und dumm und wunderschön. Sind eben meine. Und meine Gedanken sind nun mal wunderschön. Ich kann sie mir spinnen wie ich will. Bin der Spider-Man meiner Gedanken. Soll ich mich jetzt entlieben? Soll ich mich reinhängen? Diese Herz-Kopf-Bauch-Inkompatiblität nervt. Bauch kribbelt, Herz sagt reinhängen und Kopf entliebt sich gerade. Ich wäre dafür, dass ein Mensch nur aus dem Herz besteht, oder dem Bauch. Der Kopf ist viel zu rational, viel zu intelligent. Das Herz hingegen so schön naiv.

Liebe heißt für mich auch, dem anderen all die Freiheiten zu geben, die er braucht. Das bedeutet Liebe zumindest jetzt für mich. Enge tut weh und nervt. Wer braucht sowas? Es ist doch klar, dass die Welt rundherum auch ein Wörtchen mitzureden hat. All die Freunde, die Verpflichtungen, das eigene Leben an sich. Aber für diese wenigen Momente, an dem man sich sieht, ist man gemeinsam der Mittelpunkt des Universums. Das Epizentrum. Es wäre schön, das wieder einmal zu erleben. Um alles besser zu machen und nichts falsch. Unmöglich? Stimmt. Von wegen.

Ja, ich bin schon wieder zurück. Blogpause? Lahja hat mich angespornt und all die Kommentare. Ja, lucy, es ist eine Leidenschaft und ich hätte das hier nicht geschrieben, wenn es mir kein Anliegen gewesen wäre. Danke, fürs Lesen und Kommentieren und fürs Da sein. Und danke lahja, fürs Wundervolle-Freundin-Sein. Sieben übrigens, lahja, sieben.

Shelter.

I guess, you don’t need it.

Und, hier sitze ich. Niedergeschlagen, still. Abweisend und unruhig. Ich möchte am liebsten schreien, möchte meine Gefühle herauslassen, aber da müsste ich wohl auch heulen. Weil mich alles so weit zurückwirft und mich nicht durchatmen lässt. Was erwarte ich. Erwarte den Himmel auf Erden, jetzt plötzlich. Diese eine große siebte Wolke, ist sie auch dieses Mal nichts für mich. Sie gehört irgendjemand anderen. Nicht uns. Nicht dir in Kombination mit mir.

Gib mir nur noch einen Abend. Eine Stunde nur mit dir. Gib mir die Chance, dir zu zeigen, was du mir bedeutest. Diesen einen Moment. Ich hatte Angst. Die ganze Zeit. Angst und so was von verdammten Schiss. Vor allem und deiner Reaktion. Nur diese eine Sekunde. Gib sie mir, bitte.

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Stecke voller Gedanken und Schmetterlinge. Höre melancholisch anmutende Musik von Ray LaMontagne. Und ziehe Bilanz. Es hat nicht sollen sein, wiederhole ich. Und bekomme stets dieses „Warum nicht“ zurückgeworfen. Woran ist es gelegen, und ist es überhaupt schon vorbei. Vielleicht sollte ich frühzeitig aufgeben, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber ich will nicht aufgeben. Will nicht den Schluss schon jetzt sehen. Liege hier und frage mich, was ich mir überhaupt einbilde. Male Bilder von dem schönsten Gefühl, welches ich kenne. Lasse mich tragen, durch die Welt. Träume am Tage.

Ich würde dein Unterschlupf sein, deine Zuflucht. Würde dich auffangen, wenn du irgendwann einmal stolperst und hinzufallen drohst. Würde dich beruhigen, wenn die Welt so beschissen normal agiert. Würde dich halten, nur um zu zeigen, dass du nicht allein bist. Ich würde dir die Welt und den Himmel und die Sterne versprechen, und mich jeden Tag darum bemühen, so viel wie möglich dir zu geben. Ich würde dir die Freiheit geben, die du brauchst, und würde jeden einzelnen Moment mit dir genießen. Würde dich lieben. I would be your shelter. Dein Unterschlupf. Deine Zuflucht.

Doch du brauchst das wahrscheinlich nicht. Wonach suchst du? Triffst die falschen Menschen und findest nie, wonach du suchst. Mach die Augen auf. Und strecke die Hand aus. Ich bin hier. Ich bin in deiner Nähe und wäre auf der Stelle an jedem beliebigen Ort, wo ich sein soll. Verstehst du nicht? Siehst du es nicht. Öffne deine Augen und lasse es heran. Fühlst du nichts? Es ist doch auch nur mehr als menschlich, doch sag es mir. Ich schwimme in Zweifeln und jage nach Fragen. Und bekomme nichts zurück. Nur Gedankenballastbomben und einen lange verloren geglaubten Gefühlschaos.

Kein „Das wird schon.“ kann mir jetzt helfen. Nur dieser eine Moment. Habe ich alles versäumt und meine Chance vertan. Oder bin ich einfach nur blind. Blind vor Verliebtheit. Oder genieße ich den Blick durch die rosarote Brille. Ich will sie nicht abnehmen. Will einfach nur Gewissheit. Das Wissen, was ist. Verstehen, woran ich bin. Und selbst wenn nicht, wüsste ich dann wenigstens eines. Du brauchst mich nicht als Zuflucht. Brauchst keinen Unterschlupf. Suchst weiter und wirst nicht finden.

Und jetzt geh bitte wieder aus meinem Kopf raus. Nimm die Gedanken mit, und verabrede mit dem Gehirn die Abschaltung der Gefühle. Und auf dem Weg nach draußen, töte bitte noch die Schmetterlinge in meinem Bauch. Mach, das alles weggeht. Wenn es eben doch nur so ist, dass alles nur von mir kommt, dann hau ab. Bitte. Tu es mir zuliebe.

Und selbst wenn ich jetzt viel zu viel hineininterpretiere, tut es weh. Es tut weh, wie es ist und es fühlt sich so falsch an. Es sollte anders sein. Mein Traumschloss hat mir etwas anderes gezeigt, mein Wunschkonzert hätte ein viel schöneres Abschlusslied. Ich weiß es nicht. Ich bin nur niedergeschlagen und ausgelaugt und traurig und verstört. Augen schließen. Und warten. Und irgendwann einmal verstehen.

Landungsbrücken Raus.

Eine Ladung Gefühlsballast. Und ganiert mit Gedankenschrott. Zum hier essen.

Wieder werde ich nicht genügend Schlaf bekommen. Weil ich mit vollem Kopf im Bett liege und meine Gedanken sortiere. Logisch – Unlogisch – Logisch – …. Immer weiter geht es. Und ich habe so viele in meinem Kopf. Vielleicht sollte ich einfach alle als logisch einstufen. Logisch, weil sie einfach die meinen sind. Meine Gedanken und meine Gefühle. Die sind nicht richtig oder falsch, die sind einfach. Und das müsste ich akzeptieren und mich darüber freuen oder doch etwas Angst verspüren. Mein Kopf ist voll damit. Ich liege hier, und will die Augen einfach nicht schließen. Will die ganze Nacht hier liegen bleiben und nachdenken. Über alles und über genau jenes. Weil es viel zu schön ist, Gedanken daran zu haben. Und Gefühle zu spüren. Genau dieses eine. Vergessen geglaubt, und doch existent. Und schöner als so vieles zuvor.

Zweifel prügeln mich und Fragen nerven. Augen zu und durch, Junge. Sei nicht schon wieder so … dieses Gespräch mit meiner besten Freundin. Und irgendwann der Punkt, an dem ich zu der Stelle in meinem Leben komme, an der ich alles bereue. Dass ich nichts riskiert habe und Zeit verloren habe. Dass meine ganze Jugend auf einem halben Dutzend Hirngespinsten aufgebaut war. Dass ich dieses eine wahre Gefühl von Liebe erst viel zu spät aber mit umso größerer Intensität zum ersten Mal verspüren durfte. Und dass ich nicht schon wieder ein solcher Waschlappen sein möchte. Dass ich nicht schon wieder irgendwann einmal an genau diesen Punkt der Vergangenheit, an dieses Hier und Jetzt ankomme, und mich am liebsten in einer dunklen Ecke verkriechen möchte, um mich richtig über mich selbst ärgern zu können. Ich möchte nicht schon wieder alles verlieren und doch steht zu viel auf dem Spiel.

Die Gedanken lassen nicht nach. Tagträume begleiten mich und jeder ruhige Moment wird ausgenützt. Ich werde stiller. Werde stiller und immer stiller. Möchte nicht reden. Möchte die Stille spüren und sie genießen. Werde versunkener und möchte einfach nur nachdenken. Nachdenken über mich und mein Leben und die Liebe und so frage ich mich und finde keine Antworten. Schreibe und finde keinen Sinn. Wovon spreche ich überhaupt. Was weiß ich schön. Ich fühle nur. Und es fühlt sich gut und richtig und wunderschön an. Und ich denke nur. Denke an das Mögliche und das Unmögliche, denke an den Schmerz und an die Hoffnung. Vielleicht wäre ein Schuss in die Kopfgegend nötig, um endlich den Kopf abzuschalten. Um die Rationalität abzutöten und dem Schönen, dem Herz-lichen zu zeigen, dass man am liebsten nur auf jenes vertrauen möchte.

Doch es geht nicht ganz weg. Bleibt. Man überlegt, was man tut, wenn man sich das nächste Mal wieder sieht. Und verhält sich trotzdem ganz anders. Man kommt sich vor, wie einer, der im Gedanken die Titanic baut, und am Schluss vielleicht nicht mal ein Floß sein Eigen nennen kann. Aber das bin nun mal ich, was soll ich tun. Ich denke. Bin ein verträumter Idealist. Das hat mir selbst der Test hier im Internet gezeigt. Wie recht er hat. Und so muss ich jetzt wohl. Es kann doch nur. Wie soll ich. Ich weiß es nicht. Aber ich muss. Augen zu, Junge.

Am Balkon Gegenüber.

Sag einfach nichts. Ein Herzenssprung auf Köpfchenbasis, mit viel Vernunft und zu viel Schiss.

Die man kriegt, die will man nicht. Ain’t that kick in my head. Nö. Nicht wirklich. Schon geahnt und nichts gefühlt. Was soll ich tun, bin doch nur ich ein kleiner Wannabe-Rockstar. Oder ein Wannabe-Mensch. Hauptsache Möchtegern. Es tut weh. Wenn man sozusagen einen Korb austeilt. Und einfach keinen wirklichen Grund vorzeigen kann. Es ist erst das zweite Mal ever. Mehr nicht. Hat mich letztes Mal schon irgendwie mitgenommen, und auch dieses Mal fühlt es sich schön komisch an. Vielleicht, weil ich weiß, wie es ist, verliebt zu sein. Ohne Spiegeleffekt. Ohne irgendetwas zurückzubekommen. Aber man kann nichts erzwingen. Entweder es macht WUSCH. Oder eben nicht. Diesmal war es nunmal ein nicht. Weil sich Kopf und Herz seit langem wieder einmal einig sind. Vielleicht mache ich mir viel zu viele Gedanken. Kann ich ja nichts dafür, dass es Gefühle gibt. Und irgendwer sie irgendwie seit irgendwann für mich empfindet. Wie es weitergehen soll, und es wird, da es muss … ich weiß es nicht. Soweit ich mich erinnern kann, wagte keine auch nur davon zu sprechen, dass es nun Probleme in Freund- und Bekanntschaft geben würde. Mit keine Ausnahme kamen sie dann doch. Und zerstörten und verätzten und töteten was da war und nicht sein sollte. Mit den Gefühlen starb irgendwann noch mehr. Vielleicht sehe ich die Glaskugel zu schwarz, vielleicht sollte ich sie wieder einmal putzen. Doch jetzt seh ich nichts Gutes. Bei Freundschaft wird’s wohl bleiben, doch es wird immer irgendwas sein. Nein, oh mein Gott, nein. Das ist kein Vorwurf. Nur eine jahrelang angelernte Erkenntnis

Die man will, die kriegt man nicht. How to disappear completely. Augen schließen, Luft anhalten. Und aufhören, zu denken. Schafft man nicht und will man nicht. Da macht es einfach so WUSCH, ohne Vorwarnung und ohne To-Do-Next-Plan. Dann sitzt man da, mit den Überresten des ersten WUSCH-Anschlages und überlegt. Formt die Realität und spaltet die Träume. Legt sich alles so schön aus und zählt und fragt und ist aufgeregt. Schon lange nicht mehr so gefühlt. Schon lange nicht mehr dieses Gefühl gespürt, und die Schönheit des ganzen. Wenn man im Bett liegt, den Blick nach oben, die Zimmerdecke betrachtend und die Musik im imaginären Kopf-Player abspielend. Einfach so WUSCH und alles ist anders. Manchmal tut es weh. Manchmal so richtig. Vielleicht auch deswegen „Liebe und so’n Mist.“ Weil’s eben meistens so ist. Aber Mist gehört ja nun mal dazu zur Liebe. „Ihr Bestellung, bitte?“ „Einmal Liebe, bitte. Zum Mitnehmen.“ „Wolln‘ sie noch ne Packung Mist dazu?“ So läufts zirka ab. Der Mist ist dann ein Must und die Entsorgung übersteigt den Ideenreichtum. Und du klärst und ich höre und ich warte, bis alles für einen kurzen Moment anhält. Alles ist anders und ich auch. Habe mich verändert, auf eigenen Wunsch, nach monatelangem Stillstand. Habe mich getraut, eine Maske abzunehmen. Früher dachte ich, dass Liebe nur durch vorangegangene Freundschaft da sein kann. Dann hatte ich meine erste Beziehung mit einer beinahe Unbekannten. Und auch meine bisher letzte. Und dann wieder sowas. You know, I’m no good. Aber ich bin tausend Mal besser als all die Typen, da draußen, die von großer Liebe und all den Märchen erzählen. Und normalerweise rede ich auch nicht so viel. Nur wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll. Schon klar, gerade da wäre es mehr als angemessen, die Klappe zu halten.

Stehe dazwischen. Herz und Hirn boxen sich durchs Leben. Eine verdammt unmögliche Symbiose zwischen den Beiden. Überall wollen sie mitreden. Vielleicht würde die Reduzierung des Menschen auf seinen Instinkt wieder alles besser machen. Doch das wird nichts. Und so gehts weiter. Irgendwie, mit Gefühlen. Die einen für mich, die meinen für jemand anderen. Das ist nun mal so.

Angst.

Wenn sie am Größten ist, bin ich viel zu klein.

Sie meldet sich nicht oft an. Steht vor mir und überrascht mich jedes Mal wieder. Manchmal tut es mir weh, wenn ich ihr ins Gesicht blicke. Manchmal schlägt sie auch einfach nur zu. Die Angst, die eigentlich immer da ist. Eine unsichtbare Anwesenheit, und nur ganz selten nimmt sie Gestalt an. Manchmal bleibt sie auch, für einige Zeit. Nistet sich hier ein, macht es sich gemütlich.

Was sind meine Ängste? Seit einem Vorfall mit sieben oder acht Jahren habe ich Angst vor großen Hunden. Nein, vor bellenden Hunden. Vor Hunden allgemein, von denen ich zuallererst die Zähne sehe, bevor ich irgendetwas anderes zu Gesicht bekomme. Ich habe Angst vor Schlangen und Ratten. Angst, in der Badewanne einzuschlafen und zu ertrinken. Angst vor Terminverplanung. Vor der Dunkelheit und vor engen, von außen versperrten Räumen. Angst in der Höhe und Angst von einer Walnuß am Kopf getroffen zu werden.

Habe Angst, taub zu werden. Um nie mehr die Musik hören zu können. Angst davor, blind zu werden. Um nie mehr ein geliebtes Gesicht sehen zu können. Habe Angst vor Krebs und Angst vor dem Tod. Vor meinem eigenen noch am wenigsten. Viel mehr Angst vor dem Tod von Freunden. Auch die Familie zählt dazu. Habe Angst vor Enttäuschung und der Realität, die manchmal durchschlägt. Habe Angst, nie geliebt zu werden und nicht lieben zu können. Aber meine größte Angst ist viel schlimmer. Sie ist fast immer da, und macht auch keine Anstalten, wegzugehen.

Das Alleinsein. Das ist meine größte Angst. Ich habe Angst davor, für immer alleine aufzuwachen und niemanden mehr zu sehen. Keinen Menschen, den ich lieb gewonnen habe und kein Wesen. Als wäre das Leben sinnlos. Als hätte ich nie geliebt und wäre nie geliebt worden. Es wäre der komplette Neuanfang und doch wäre es ohne Sinn. Es ist die Angst des Versagens auf allerhöchster Ebene. Schmerzhaft und erdrückend. Alleine zu sein, wo man die Nähe und die Zuneigung von Menschen und anderen Wesen braucht, ist, als hätte irgendjemand einem das Herz herausgerissen.

Ich fürchte mich vor so vielem. Und doch ist die Angst zu Versagen allgegenwärtig. Was, wenn mein ganzes Leben is based on a lie. Wenn meine Träume Schäume sind und doch nie wahr werden. Und vielleicht ist genau das etwas, was mich anspornt. Um zu zeigen, dass Ängste unwichtig sind. Wie Kierkegaard so schön sagte: Angst ist der Schwindel der Freiheit. Sie einzuschränken um nie in irgendwelche angsterzeugenden Situationen zu kommen, wäre vollkommen falsch. Sie gehören zum Leben. Warum sollte ich davor flüchten. Sie tun zwar manchmal weh. Aber das gehört dazu.

Link 1: Burning Photographs. Angst.
Link 2: Tell Me A Poem. Angst.
Link 3: Movies of Myself. Angst. Ersatzlink zu YouTube

Everything’s Not Lost.


Noch ist nichts verloren.

Dieses kleine grüne Plastikmännchen ist von seinem Platz geworfen worden. Es wandert zurück zu den drei Anderen. Der erneute Beginn. Start von vorne. Leicht Wut und den Wunsch, das ganze Spielbrett über den Tisch und den Boden zu werfen. Warum wieder von vorne anfangen, wenn doch immer wieder etwas passieren kann, das einen aus der Reihe wirft. Wenn man doch immer wieder auf Menschen stößt, die einen psychisch zurückwerfen. Die einen ganz klein werden lassen und man sich anfülht und benimmt wie ein Kleinkind oder irgendwo inmitten der Pubertät. Aber dann würfelt man wieder eine Sechs und alles kann von vorne beginnen. MIt dem Wissen und der Erfahrung und den Gedanken und der Vorfreude und dem Gefühl. Dem Gefühl, dass Wolken vorbeiziehen und Schmerzen dazugehören.

Irgendwann kommt man an diesem Punkt an, an dem die Gefühle vollkommener Teil des Lebens werden. Wenn man nicht mehr daran zweifelt und sie einfach nur mehr zulässt. Wahrscheinlich ein schönes Gefühl. Diese Zufriedenheit und Dankbarkeit über den Zusttand. Aber ist man dazu noch nicht bereit, kann es manchmal ganz schön wehtun. Schmerzen, wenn man einen Schritt vor den anderen setzen möchte und keinen Zentimeter weiterkommt. Wenn einem die Worte im Hals stecken bleiben und Gedanken Löcher in den Kopf fressen. Wenn der Zweifel doch überwiegt und man einer Lüge mehr Bedeutung zuteil kommen lässt, als sie es verdient hat. Was dann am meisten schmerzt, ist die Erfahrung, dass man sich selbst belogen hat. Eine Lüge zur Beruhigung der eigenen Seele und Gedanken. Sie hilft vielleicht anfangs, aber die Wucht kommt zurück. Mit aller Kraft gegen einen widerstandslosen Körper.

Und trotzdem steht man jedes Mal wieder am Anfang. Erwartungsvoll. Man fordert das Leben heraus und sehnt sich nach Menschen und Geschehnissen, die einem aus den Gleichgewicht bringen. Denn irgendwann hat man die Kraft und die Möglichkeit sich zu erfangen und mit vollem Elan der Gefahr gegenüberzutreten. Und dann kommt alles aus einem heraus. Was im Herzen so liegen geblieben ist, liegen gelassen wurde. Und wenn das den Körper und den Geist verlassen hat, kann man unbeschwert den Weg fortsetzen. Bis man irgendwann am Ziel angekommen ist. Und dann. Dann ist alles gut.