Am Balkon Gegenüber.

Sag einfach nichts. Ein Herzenssprung auf Köpfchenbasis, mit viel Vernunft und zu viel Schiss.

Die man kriegt, die will man nicht. Ain’t that kick in my head. Nö. Nicht wirklich. Schon geahnt und nichts gefühlt. Was soll ich tun, bin doch nur ich ein kleiner Wannabe-Rockstar. Oder ein Wannabe-Mensch. Hauptsache Möchtegern. Es tut weh. Wenn man sozusagen einen Korb austeilt. Und einfach keinen wirklichen Grund vorzeigen kann. Es ist erst das zweite Mal ever. Mehr nicht. Hat mich letztes Mal schon irgendwie mitgenommen, und auch dieses Mal fühlt es sich schön komisch an. Vielleicht, weil ich weiß, wie es ist, verliebt zu sein. Ohne Spiegeleffekt. Ohne irgendetwas zurückzubekommen. Aber man kann nichts erzwingen. Entweder es macht WUSCH. Oder eben nicht. Diesmal war es nunmal ein nicht. Weil sich Kopf und Herz seit langem wieder einmal einig sind. Vielleicht mache ich mir viel zu viele Gedanken. Kann ich ja nichts dafür, dass es Gefühle gibt. Und irgendwer sie irgendwie seit irgendwann für mich empfindet. Wie es weitergehen soll, und es wird, da es muss … ich weiß es nicht. Soweit ich mich erinnern kann, wagte keine auch nur davon zu sprechen, dass es nun Probleme in Freund- und Bekanntschaft geben würde. Mit keine Ausnahme kamen sie dann doch. Und zerstörten und verätzten und töteten was da war und nicht sein sollte. Mit den Gefühlen starb irgendwann noch mehr. Vielleicht sehe ich die Glaskugel zu schwarz, vielleicht sollte ich sie wieder einmal putzen. Doch jetzt seh ich nichts Gutes. Bei Freundschaft wird’s wohl bleiben, doch es wird immer irgendwas sein. Nein, oh mein Gott, nein. Das ist kein Vorwurf. Nur eine jahrelang angelernte Erkenntnis

Die man will, die kriegt man nicht. How to disappear completely. Augen schließen, Luft anhalten. Und aufhören, zu denken. Schafft man nicht und will man nicht. Da macht es einfach so WUSCH, ohne Vorwarnung und ohne To-Do-Next-Plan. Dann sitzt man da, mit den Überresten des ersten WUSCH-Anschlages und überlegt. Formt die Realität und spaltet die Träume. Legt sich alles so schön aus und zählt und fragt und ist aufgeregt. Schon lange nicht mehr so gefühlt. Schon lange nicht mehr dieses Gefühl gespürt, und die Schönheit des ganzen. Wenn man im Bett liegt, den Blick nach oben, die Zimmerdecke betrachtend und die Musik im imaginären Kopf-Player abspielend. Einfach so WUSCH und alles ist anders. Manchmal tut es weh. Manchmal so richtig. Vielleicht auch deswegen „Liebe und so’n Mist.“ Weil’s eben meistens so ist. Aber Mist gehört ja nun mal dazu zur Liebe. „Ihr Bestellung, bitte?“ „Einmal Liebe, bitte. Zum Mitnehmen.“ „Wolln‘ sie noch ne Packung Mist dazu?“ So läufts zirka ab. Der Mist ist dann ein Must und die Entsorgung übersteigt den Ideenreichtum. Und du klärst und ich höre und ich warte, bis alles für einen kurzen Moment anhält. Alles ist anders und ich auch. Habe mich verändert, auf eigenen Wunsch, nach monatelangem Stillstand. Habe mich getraut, eine Maske abzunehmen. Früher dachte ich, dass Liebe nur durch vorangegangene Freundschaft da sein kann. Dann hatte ich meine erste Beziehung mit einer beinahe Unbekannten. Und auch meine bisher letzte. Und dann wieder sowas. You know, I’m no good. Aber ich bin tausend Mal besser als all die Typen, da draußen, die von großer Liebe und all den Märchen erzählen. Und normalerweise rede ich auch nicht so viel. Nur wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll. Schon klar, gerade da wäre es mehr als angemessen, die Klappe zu halten.

Stehe dazwischen. Herz und Hirn boxen sich durchs Leben. Eine verdammt unmögliche Symbiose zwischen den Beiden. Überall wollen sie mitreden. Vielleicht würde die Reduzierung des Menschen auf seinen Instinkt wieder alles besser machen. Doch das wird nichts. Und so gehts weiter. Irgendwie, mit Gefühlen. Die einen für mich, die meinen für jemand anderen. Das ist nun mal so.

3 thoughts on “Am Balkon Gegenüber.”

  1. Ich hätte dann auch gern „einmal die Liebe“ zum mitnehmen bitte. Manchmal muss ich an dieser Stelle seufzen. Manchmal ist es mir egal. Ich würde nur einmal gern wissen wie es so ist geliebt zu werden und zu lieben. Ich glaube,dass es sehr sehr toll ist.

  2. Das würde ich auch gerne mal wissen. Ich glaube, wenn man nicht verliebt ist, macht man sich zu viele Gedanken darüber und redet es sich schön. Natürlich, es ist schön, aber die Liebe ist bestimmt auch eine Menge Arbeit. Ein Prozess, den man am Laufen halten muss. Und wenn dann der Alltag wieder einkehrt, verschwinden die Illusionen.

    Einseitige Liebe kann wehtun. Das habe ich erfahren müssen und es andere erfahren lassen. Es tut weh, aber es ist dem anderen gegenüber nur aufrichtig und fair, ehrlich zu sein, auch wenn es ihm im ersten Moment vielleicht wehtut und Hoffnungen zerstört.

  3. starke Worte. Das Leitmotiv kommt mir aus „Scrubs“ bekannt vor und der Rest ist sehr schön.

    Es ist immer schwer zu lieben oder vielmehr grad nicht zu lieben und dafür offen zu sein.

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