About You.

Du.

Es fällt mir schwer, Worte zu fassen, wenn ich an dich denke. Es fällt mir schwer, Gedanken zu formen. Der Schmerz hält mich gefangen und lässt nicht los. Es regnet und das drückt vielleicht annähernd aus, was ich gerade empfinde. Deine Stimme hallt noch stundenlang nach und dein Lächeln lässt meinen Körper resignieren. Woher hast du all die Macht, all die Fülle an Mitteln, die mich stumm werden lassen.

Du bist ein mächtiges Wesen. Du wärst mein David. Ich der Goliath. Ich, über meine Grenzen hinauswachsend und doch von einem scheinbar kleinen Wesen in die Knie gezwungen. Ich hätte dich anders eingeschätzt. Wundere mich über die Entwicklung der Dinge. Du hast dich verändert. Ins Negative ebenso wie ins Positive. Ich mich auch. Aber um mich geht es hier nicht. Es ist nie um mich gegangen. Das Einzige, was zählte, war das Du.

Wer wäre ich ohne dir? Wie wäre ich. Du, wie all die anderen, ihr habt mein Leben bestimmt und mich begleitet. Oder ich hatte für kurze Momente die Möglichkeit, ein Teil von euch zu sein. Ihr habt mich verändert, du hast mich verändert. Und du hast mich nie verstanden. Alles was für dich von Bedeutung war, warst du. Mehr nicht.

So bist du eben. Niemand konnte dich jemals verändern. Du gingest deinen Weg, und setzt ihn auch jetzt ohne Probleme fort. Was bleibt ist die Hartnäckigkeit, mit der du mich nervös machst. Wenn du in einem Gespräch auftauchst, wirbelt mein Bauch, minutenlang. Alles rotiert, und jedes geplagt hervorgekämpfte Wort ist doch schon eines zuviel.

Fly Away.

Langsam, ganz langsam.

Ich habe mich scheinbar gedreht und gewendet. Nach drei oder vier Stunden Schlaf, bis kurz vor zwanzig Uhr fühle ich mich verspannt und müder denn je. Aber das musste jetzt sein. Nachholen, wofür ich die ganze Woche über nicht wirklich Zeit gefunden habe. Und nun sitze ich hier, mit dem Gedanken bei einer wunderbaren Freundin. Wo scheinbar heute mal so richtig alles nicht gut läuft. Wenn du das hier liest: Ich denk an dich. Vielleicht hätte ich noch vorbeikucken sollen. Nach erneutem Telefonat werde ich das nun auch noch tun. Und ja, ich fühle mich verpflichtet. Dir geht es nicht gut, du möchtest reden und ich möchte dir helfen. Gemeinsam können wir in Kürze schließlich über Gott und die Welt reden. 

Die Woche lief um einiges besser, als all die Tage zuvor. Man mag es jetzt als lächerlich ansehen, aber das Wiederauffinden meiner Uhr, nach mehr als fünf Monaten, ist einer der Höhepunkte der letzten Tage. Ich habe sie ernsthaft in meinem gesamten Zimmer gesucht. Habe alle aufgehoben und überall nachgekuckt. Überall? Nein, nicht wirklich. Denn obwohl ich mir ganz sicher war, dass ich die Uhr das letzte Mal bei meinem Nächtkästchen gesehen habe, habe ich nie in der Briefebox nachgesehen. Und vor drei Tagen habe ich wieder einmal zwei Briefe geschrieben (schon angekommen?) und überraschenderweise meine Uhr am Grunde der Box gefunden. Meine Briefebox ist übrigens eine Converse-Schachtel mit Adressen, Kuverts und Briefmarken. Was ganz Tolles. Ehrlich.

Ach ja, und diese Woche habe ich auch durch Zufall erfahren, dass durch den Text „Selbstgespräch. Und So.“ mein Blog der Teil einer eineinhalb Jahre langen Ausstellung in drei Museen in Deutschland sein wird. Es ist ein unglaubliches Gefühl, dass meine Art zu schreiben, und hier geht es wirklich darum, da es sich um einen puren minimal literarischen Text handelt, auch über das Internet hinaus zu betrachten ist. Es ist so etwas wie ein kleiner Traum. Mein Name, mein Blog. Ein kleines bisschen Berühmtheit für etwas, was für mich sehr viel bedeutet. Und ich empfehle wirklich allen, die in der Nähe von Frankfurt, Nürnberg und Berlin wohnen, im Laufe der nächsten Monate diese Ausstellung zu besuchen. Ich werde es wohl erst nächstes Jahr in Berlin.

Ein weiterer Punkt, der diese Woche für schöne Gefühle sorgte, war die Tatsache, dass ich unter Pachelbel-Einfluss die ersten Sätze zu „Volle Distanz. Näher zu dir“ kreiren konnte. Ich persönlich finde den Anfang großartig und scheinbar kommt er auch bei den Lesern, als euch, wirklich gut an. Deshalb werde ich, vielleicht bald mit einem Moleskine-Notizbuch, jetzt nun mal wieder weiterschreiben. Nachdem mein erster Versuch mich bald stocken ließ. Vielleicht werde ich einen kleinen USB-Mp3-Player nur mit klassischer, ruhiger Musik bestücken. Sie ist wunderbar. Ein bisschen Bach hier, ein bisschen Pachelbel da … und möglicherweise auch noch Beethofen oder Chopin. Debussy hingegen wirbelt eher auf, als dass er beruhigt.

In Liebe und so weiter hat sich nichts entwickelt. Ich habe mich erfolgreich entliebt, und freue mich schon auf das nächste Wiedersehen ohne irgendwelche Gefühle. Und auch mit meiner Exfreundin, mit der ich erst vor zwei Monaten wirklich abschließen konnte, habe ich nun wieder Kontakt. Per ICQ wohlgemerkt, aber möglicherweise treffen wir uns in den Osterferien auf einen Kaffee. Wobei ich hinzusagen möchte, dass Ostern für mich nicht unbedingt verpflichtend Ferien bedeutet. Ich werde arbeiten. Aber ich freue mich darauf, dass der Versuch einer Freundschaft zumindest in meinem Kopf schon wieder existiert. Vielleicht auch nicht richtig, aber wie ich schon mehrmals sagte, fällt mir die Vorstellung schwer, dass jemand komplett aus meinem Leben verschwindet. Mal sehen, wie sich alles so weiterentwickelt.

Und so werde ich mich auf den Weg zu dieser einen wundervollen Freundin machen. Wir werden exzessiv rauchen, und reden. Ich habe schon lange nicht mehr mit ihr geredet. Das tut uns wahrscheinlich beide gut. Also dann, bis morgen, liebe Leute. Ich flieg dann mal weg.