In Erinnerung.

Und du nimmst mir jetzt also auch den Menschen weg, zu dem ich eine so einzigartige, so innige, so wunderbare Beziehung habe. Du musst das größte Arschloch sein, Gott.

Meine Mutter und meine Schwester sitzen im Wohnzimmer und weinen. Ich kann nicht weinen. Ich habe noch keinen Tränenguss erlebt heute. Ich zittere nur seit mehr als einer Stunde, manchmal eine Träne. Mehr nicht. Ich möchte schreiben. Möchte meine Wut, meinen Zorn, meinen Hass in Worte fassen. So schwer es mir auch fällt.

Am 4. Juni 2006 erblickte Timothée Elias das Licht der Welt. Ein süßes kleines Baby. Mit vielen Haaren am Kopf, und seinen kleinen Händchen und Füßchen. Jeden Tag sah ich ihn, und liebte ihn vom ersten Tag an. Das wohl größte Geschenk, dass unsere Familie geschenkt bekommen hatte. Und er wuchs heran. Begann zu krabbeln. Irgendwann konnte er laufen, konnte Mama, Oma und Nein sagen. Er brachte Energie in dieses Haus. Er war der Sonnenschein. Er war der Lichtblick. So beschissen es mir auch ging, ein Lächeln von ihm, und meine Welt schien sorgenfrei zu sein. Heute, am 29. Oktober 2007 wachte er nicht mehr auf.

Ein Anruf meiner Mutter in meiner Zivildiensteinsatzstelle erreichte mich. Es ist etwas Schlimmes passiert. Ich habe ehrlich mit allem gerechnet. Aber nicht damit. Im Alter von einem Jahr und fünf Monaten stirbt ein Mensch, der noch so viel vor sich hatte. Ein Engel auf Erden, so kitschig es auch klingt, er war es. Sein Lächeln, seine Energie, den Spaß beim Spielen, den er hatte. Seine Liebe, sein Sein. Alles hat unsere Familie gebraucht. So zerstritten wir manchmal auch waren, Timi war unser Fixpunkt. Bei ihm waren wir alle die besten Menschen.

„Timi ist tot“. Ich beginne zu zittern, der Telefonhörer lässt sich nur mehr unfreiwillig in meiner Hand halten. „Er ist nicht mehr aufgewacht“. Ich möchte am liebsten weinen. Ich zittere. Melde mich vom Dienst ab und fahre mit dem Auto nach Hause. Die ganze Zeit „The Drugs Don’t Work“. All these talks of getting old. Du hättest alt werden sollen. So viele Pläne hatte ich mit dir. So viele Träume. Gestern nacht habe ich an dich gedacht. Heute morgen. Als du wahrscheinlich schon tot warst.

Und ich warte. Warte auf meine Tränen. Ich hasse es, wenn ich weinen möchte, aber ich nicht kann. Irgendwann kommt dieser Moment. An dem alle Dämme brechen. Ich hätte dir doch noch so vieles sagen wollen. Ich wollte so vieles mit dir teilen. Ich wäre der beste Onkel gewesen, den man sich nur wünschen kann. Ich hätte dir die Welt vor deinen Füßchen ausgebreitet. Wäre mit dir in hinaus gezogen. Und jetzt liegst du tot da. In irgendeinem Krankenhaus, wo festgestellt wird, woran du gestorben bist. Und ich kann nicht zu dir. Kann dich nicht ein letztes Mal drücken. Dir einen Kuss geben. Kann mit dir nie mehr die Katze fangen, und dir nie mehr Süßigkeiten zustecken. Alles was mir jetzt bleibt ist die Trauer und die Erinnerung an den besondersten Menschen, den es je gab.

Du warst das Beste was mir je passiert ist. Du warst ein Engel. Jetzt bist du es wieder. Ich liebe dich so sehr. Und ich habe dich verloren. Du bist weg. Aus meinem Leben. Mir bleiben nur die Gedanken an dich. Und all die wunderbaren Momente mit dir. Ich würde so gerne noch einmal mit dir kuscheln. Deinen Kopf an meiner Schulter spüren. Dein Lächeln sehen.

Du bist weg. Für immer. Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr. Du fehlst mir. In jedem Moment. Ich hasse die Welt. Hasse Gott. Hasse jeden, der dazu beigetragen hat, dass du jetzt nicht mehr da ist. Ich liebe dich. Verdammt. Ich liebe dich. Ruhe in Frieden, mein kleiner Timi. Ruhe in Frieden.

We Never Change.


Über mein Unvermögen zu Weinen, aus tiefstem Inneren heraus, habe ich schon geschrieben. All die Erlebnisse, Erfahrungen, all die Worte der letzten Tage lassen mich aber irgendeine verdammte Fernsehsendung sehen und die Tränen finden von ganz alleine ihren Weg.

Oper ist für mich ja sowieso Gänsehauterzeuger Nummer Eins. Wenn ein dicker Paul Potts Nessun Dorma vorträgt, kann ich kaum atmen. Und wenn ein siebzehnjähriger Deutscher seine Opernstimme nach außen trägt, sitze ich einfach nur da, bekomme ein Gänsehaut, fange an zu zittern und kämpfe gegen die Tränen an. Bis ich nicht mehr kann. Und all diese Gedanken, all diese erdrückenden Gefühle, die Angst, die Wut, der Zorn, die Liebe, alles auf mich einstürzt und die Welt immer mal wieder etwas mehr aus den Fugen gerät.

Ich habe nicht geheult, ich habe auch nicht zu weinen angefangen, wegen der Ereignisse. Ich habe durch die Musik zu weinen angefangen. Die mich so sehr bewegt hat, und mich nicht mehr losließ. Die mich dazu brachte, alles rauszulassen. Und seit eben diesen drei, vier Stunden bringt mich das kleinste Melancholische, das minimalste Gänsehauterzeugende aus der Fassung. Und so soll ich mich jetzt also aus dem Haus trauen? So soll ich jetzt also in einen Taizé-Gottesdienst gehen, wo es um Besinnung, um innere Ruhe und inneren Frieden geht. Ich befürchte fast, dass ich die eine oder andere Träne vergießen werde.

Nichts hält mich wach und nichts lässt mich schlafen. Ich bin gerade in so einer Welt, aus der ich aufwachen möchte. Aus der ich mich rausboxen möchte. So lange möchte ich meinen Kopf gegen die Wand schlagen, meine Faust gegen meinen Kopf, bis die Welt wieder ruhig ist. Bis alles wieder passt. Gott sei Dank habe ich es nicht unbedingt so mit selbstzerstörerischen Aktivitäten. Aber es ist nicht nur ein Tag, an dem sich die Welt bitteschön ins Knie ficken soll. (Erstauspruch: hoch21) Nein, es sind schon mehrere Tage. Es werden vielleicht Wochen. Bis die Welt entgültig aus den Fugen geraten ist, und ich endlich dazu bereit bin, mich umzustellen.

Coldplay in Momenten wie diesen zu hören, tut gut und weh. I never meant to do you wrong. Es tut weh. Die Gedanken. Das Gefühl vollkommener Hilflosigkeit.

Winding Road.

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Gedanken nach einem Tag wie diesem.

Die Wärme der Nacht umhüllt die Wiesen und Wälder um mich herum. Ich, geschützt in meinen vier Mauern meines Zuhauses, in dem ich mich mit jedem Tag und jedem Streit weniger wohlfühle. Die Tränen eines eineinhalbjährigen kleinen Jungen, der mit der vollkommenen Erkältung seines kleinen Körpers leben muss. Ich, in der Versuchung, ihn mit meiner Mutter alleine zu lassen. Die Welt da draußen ruft mich, ich, mit Kopfhörern und Bonnie Sommerville bewaffnet, will mich so lange wie möglich in dem Schutz meiner Einsamkeit weiterleben.

Dieser Tag hat einem neunzehnjährigen Jungen mit Fernweh wieder einmal gezeigt, wie unwichtig der Begriff Familie ist. Familie ist nicht gleich Eltern und Geschwister und Großeltern und Tante. Familie sind die Personen, zu denen man eine innige Verbindung hat. Und das sind, mit Verlaub, zurzeit nur meine Eltern und mein Neffe. Und selbst mit meinem Papa kann ich kaum über Weltbewegendes sprechen. Dass meine Mutter den Frust der Welt auf ihren Schultern trägt, hinterlässt mich in Sorge um ihre Psyche. So lange kann man das nicht aushalten.

Dieser Tag hat mir wieder einmal gezeigt, wie unterschiedlich diese Charaktere in einer „Familie“ sind. Dass meine Schwester eigentlich nichts mit uns gemein hat, lässt meine Mutter trotzdem fragen, was sie bei ihrer Erziehung falsch gemacht hat. Ich kann es ihr nicht sagen. Es muss irgendetwas gewesen sein. Dass man es jetzt sowieso nicht mehr rückgängig machen kann, ist leider Fakt aber ebenso auch noch nicht Grund zum Aufgeben. Aber ich kann sowieso meiner Mutter nicht sagen, wie sie mit meiner Schwester umgehen soll. Ich habe keine Ahnung von bedinungsloser Liebe von Mutter zu Kind.

Dieser Tag hat einem neunzehnjährigen Jungen wieder einmal gezeigt, wie schön die Zeit mit Freunden ist. Wie schön, selbst die Zeit alleine zuhause ist. Die Einsamkeit, die Melancholie, die Zwei-, Drei-, oder Dreizehnsamkeit, der Spaß. Alles hat seinen Reiz. Aber von Streit und Kreischen und psychopatischen Ausbrüchen meiner Schwester geweckt zu werden, das gehört sicherlich nicht zu den reizvollen Dingen meines Lebens. Dass mein Leben beschissen ist, ist wohl Fakt. Aber natürlich gibt es auch ein Leben zwischen den beschissenen Facetten.

Die Wärme der Sonne, wenn sie durch den Wald, auf diese windige Straße voller Laub fällt. Der Weg ins Ungewisse, ins Helle, Erleuchtete. Das Neue. Die Dunkelheit zurücklassen. Die Dunkelheit, die Vergangenheit. Die Jugend. Die Kindheit. Mit all ihren wunderbaren Momenten, mit all ihren beschissenen Facetten. Mit allem.

Einfach mal wieder alles neu. Entweder mit den Beatles „The Long And Winding Road“ oder mit Bonnie Sommerville und der „Winding Road“. Oder einfach dem gesamten Garden State Soundtrack.

Wait Till Tomorrow.

Das Morgen eine Vision des liebenen Heute. Und das Gestern als Grund für dieses Heute.

Ich habe ehrlich alles versucht. Gefühle bekämpft, Gedanken unterdrückt. Mich verrückt gemacht, mit dem Versuch alles zu verdrängen. Der Zusammenbruch. Und das Einsehen, dass vielleicht vieles verloren ist. Ich aber zu aufgeben nicht bereit bin.

Angst vor ungefragter Sprachlosigkeit. Verzicht auf Anrufe. Viele andere Versuche, um Kontaktaufnahme. Und so viele anschließende Enttäuschungen. Das Wachliegen und das Warten. Die Erlösung und ein kleiner Hauch von Wut. Verständnis. Einschlafen mit der Freude darüber, überhaupt eine Antwort bekommen zu haben.

Viele Male über mein leben nachdenken. Über mein alter. Meine Erfahrung, meine Ziele. Ernüchterung. Viel Verlorenes. Vermisste Erlebnisse und immer diese ungeschehenen Dinge aus lauter Angst. Wie viele Tage werde ich noch an mein Warten verlieren? Wie viel Leben versuche ich mir für später aufzusparen?

Ich will keinen Schluss sehen. Sehe die Hoffnung im Warten. Und in der Veränderung. Werde anwesend sein, ohne bekämpfte Gefühle, ohne unterdrückte Gedanken. Werde die Tage zählen; die, die ich verloren habe, und jene bis es soweit ist. Nur bleibt hinter dieser Zahl stets ein Fragezeichen.

Ich fühle mit gut mit dieser Entscheidung. Auf Verständnis werde ich wohl nicht stoßen, aber Verständnis benötige ich in meinem Zustand auch nicht. Nur Geduld. Zeit. Vielleicht irgendwann später die Einsicht. Oder die entgültige Erlösung. Um mehr bitte ich doch gar nicht.

As Time. Goes By. Verhasste Neue. Welt.

Eine Erinnerung an die Zeit, als es noch ein Wir gab. Ohne euch, euch und euch.

Viel zu oft wollte ich schon darüber schreiben. Wie sich die Welt verändert hat, während ich derselbe geblieben bin. Jahre zogen vorbei und ich hatte immer nur diesen einen Wunsch. Es sollte so bleiben, wie es war. Doch es kam, verständlicherweise, ganz anders.

Ich rede von meiner „Clique“. Wie soll ich es denn auch anders beschreiben. Freundeskreis. Ja, stimmt. Das ist schöner. Und vielleicht auch passender. Ich erinnere mich immer noch gerne an diese Zeit zurück, an dem wir uns stets als „Single“ trafen. Du hattest zwar einen Freund, der wohnte jedoch kilometerweit von uns entfernt. Und deine Freundin, war eben nicht Teil unseres Freundeskreises. Sie hätte es nie werden wollen, und wäre es auch nie geworden. Das war egal. Und wir alle. War jeder Einzelne Teil des Gesamten. Und wir traten auch bevorzugt gemeinsam auf. Fehlte einer, fehlte ein Teil des Gesamten.

Vielleicht habe auch ich den Anstoß am Zerfall dieses Wir gemacht. Du und ich. Als wir unsere ersten Bekanntschaften machten, während du eigentlich noch in deiner schwierigen Beziehung verheddert warst. Ja. Vielleicht bin ich Schuld. Oder die Evolution. Der Zyklus der Jugend. Das Leben itself. Wir traten nie als Paar auf. Weil wir selbst nicht wussten, was wir wollten. Wir waren zwar immer noch Teil des Wirs, wir beide, und beanspruchten nie ein eigenes Wir für uns.

Aber dann begannen weitere Veränderungen in unserem Freundeskreis. Als ich mich plötzlich von dir lossagte, sollten wir keine Beziehung führen können, und du dich in ihn verlorst, er, der noch Teil eines anderen Wirs war. Als plötzlich küssen und sexueller Kontakt innerhalb des Freundeskreises normal waren. Und ich doch immer nur „zusehen“ konnte. Wir hatten zwar nach außen hin immer noch dieses Wir über uns stehen. Die anderen sprachen von Denen. Diese Gruppe. Diese fünf, sechs, sieben, acht. Unser Freundeskreis eben.

Aber sie bemerkten nicht, dass sich hier so viele weitere Wirs enstanden sind. „Hey, was machen wir heute?“ – „Ich weiß nicht, was du machst. Aber ich und X werden heute zuhause bleiben.“ Ach. Ja. Hatte ich ja ganz vergessen. Nicht nur einmal. Viel zu oft passierte das. Ich fühlte mich wie das neunte Rad am Wagen. Jeder schien eine Beziehung zu haben. Und als dann auch ich endlich eine Freundin hatte, außerhalb des Freundeskreises gefunden, da wollte ich plötzlich nicht mehr mit all diesen vier oder fünf Wirs auftreten. Ich hätte mir wieder ein großes Wir gewünscht. Egal wer jetzt mit wem was tat. Wir waren Freunde. Sind es immer noch. Und doch hat sich durch all diesen Austausch von Körperflüssigkeiten für uns alle etwas verändert.

Wir haben uns verändert. Ich wiederhole mich. Ich weiß. Aber gerade diese Veränderung finde ich schade. Ich habe so viel in diesem Wir verloren, dass nun, durch die Aufspaltung durch Zivildienste und Studiums entstanden, wohl nie mehr dieses Wir werden wird, das es einmal war. Und wovor ich am meisten Angst habe? Vor dem Auseinanderbrechens eines dieser kleinen Wirs. Dann heißt es sich entscheiden. Nord- oder Südpol. Diesen Teil des Freundeskreises verlieren, oder diesen behalten. Ja, genau davor habe ich Angst. Ich bin wieder das Ich. In einem Wir aus lauter Euch. Irgendwann werde ich auch wieder mit irgendjemandem ein Wir bilden. Aber an euch habe ich mich schon lange verloren. Tell Me. What Went Wrong?

What Can. I Do.

Was kann ich tun.

Du sprichst mit mir, als wäre alles okay. Aber in mir drinnen brodelt es. Ich fühle Wut und bin traurig. Fühle Trauer und bin wütend. Ich möchte dir so vieles sagen, so vieles an den Kopf werfen. Möchte einfach mal alles nur rausschreien, wobei ich mir denke, dass ich bei dir kein einziges lautes Wort herausbekomme. Du verstrickst dich Erklärungen und Entschuldigungen, sendest Worte, die ihren Empfänger verfehlen. Das Einzige was ich machen kann, ist, dass ich kurz angebunden das Telefongespräch zu beenden versuche.

Was kann ich tun.

Ich sehe dich wieder. Das bist also du. Hast dich nicht verändert seit letzter Woche. Wir sehen uns wirklich nur mehr so. Auf einem Maturaball. Auf einer Demonstration. Immer kilometerweit entfernt von unseren beiden Heimatorten. Nur wenige Worte wechseln wir, ich seh dich an, und die Wut, die traurigen Gefühle sind für diesen Moment des überschwänglichen Glücks verschwunden. Sie kommen wieder, ich weiß. Aber ich fühle mich einfach nur gut, selbst wenn du drei Meter entfernt, unter fünfhundert Menschen bist. Du bist nicht eine unter fünfhundert. You’re one in a million.

Was kann ich tun.

Du weichst mir scheinbar aus. Wann haben wir zum letzten Mal unter vier Augen, alleine, geredet. Wann haben wir zum letzten Mal die Stille genossen. Haben wir das überhaupt schon einmal? Mir fehlt die Nähe zu dir. Fehlst du. Ich würde gerne wieder solche Tage wie in Vorderstoder erleben. So ein Lichterfest, wie letztes Jahr. Solche Monate voll. Lie…. Solche Monate eben.

Was kann ich tun.

Fast ein halbes Jahr ist es nun her. Zwei Gefühlsflashbacks habe ich hinter mir. Und ich frage mich, wie ein Mensch nur so lange einen verfolgen kann. So oft, wie ich an dich denke, das tut mir nicht gut. So oft, wie ich über dich schreibe, das ist nicht normal. Ich werde // kann nicht aufgeben. Man kann Liebe oder das Verliebtsein nicht einfach so abstellen. Gefühle sind da. Und bleiben auch oft viel zu lange.

Was kann ich tun.
Ich. Damit Ich.
Dich.
Vergessen Kann.
Ich. Dich.
Was kann ich tun.
What Can I Do.
To Make You.
Love Me.

Counting. The Days.

Ein Versuch. Teil der Ablenkung. Flucht vor der Verantwortung. Drei Menschen überraschen. Versuchen, mein Gewissen zu beruhigen.

Nicht nur Hannah einen Antwortbrief schreiben. Nein, auch Anna und Malte den ersten Brief zukommen lassen. Und mich stark bei Hannah entschuldigen.

Und dann, irgendwann abends Englisch lernen. Einfach mal die Zetteln durchlesen und das Wichtigste aus den Büchern rausschreiben.

Minimale Einträge machen. hoch17 bevorzugen. In die musikalische Neon Wilderness abtauchen. Die Tage zählen.

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Ich Möchte. Irgendetwas. Für Dich Sein.

 

Diese zehn Sekunden. Konfrontiert mit deiner Schönheit, mit deinen Augen voll Glück und mit deinem schon gewohnt fragend-zweifelnd-ängstlichen Blick.

Diese eine kurze Begegnung holte mich gestern immer mal wieder ein. Weil mich Träume verfolgten. Und ich sowieso nur mehr schwer zwischen Realität und Traum unterscheiden kann. // Text dazu folgt spätestens morgen // Weil mich Träume einholten, in welchen Maria einen neuen Freund hatt. Was wäre denn so abwägig daran? Anfang Mai haben wir uns getrennt. Warum beschäftigte es mich so, dass es in zwei oder gar drei Träumen heute Nacht auftauchte und mich nach dem Hochschrecken nur mehr schwer einschlafen ließ.

Was ist nur mit mir los? Warum mache ich mir unendlich viele gedanken. Weil sie damals das Wort „Beziehungsunfähigkeit“ in den Mund genommen hat. Ein Wort, welches ich bekannterweise verabscheue. Und welches ich dann als Ausrede auffassen würde, hätte sie jetzt schon wieder einen Freund.

Weiters wäre ich unendlich gekränkt, wenn ich es nicht von ihr erfahren würde. Also, nicht so wie im Traum, in welchem Magdalena mir die Fakten darlegte, als ich danach fragte.

Ich kann sie ja nicht daran hindern, sich neu zu verlieben.

Leider.
Irgendwie.

Rastlos, Nie Ratlos. Niemals Sprachlos. Fehle Ich Den Worten.

Hast du mich gefragt, wie es mir geht. Ich denke nicht. Aber ich habe es gesehen, dass du glücklich warst. Zu gut ist der Tag für dich verlaufen. Es war schön, dich wieder zu sehen und so konnte ich dann auch wieder fahren. Mit einem Gefühl, gemischt aus Angst, Unruhe in mir, fragend und mir selbst drohend. Langsam, ganz langsam versuchte ich mir die Welt zu erklären. Gerade meine Großmutter musste wieder solche Worte fassen, die mich zögernd zurückwerfen. Ich wollte dir doch nur eine Freude machen, wollte überraschen, wo ich doch sonst nichts mehr für dich tun konnte.

Nicht wegen dir und ohne Worte zu irgendjemandem musste ich kürzlich feststellen, dass ich nicht bereit dafür bin. Eine Frau, die mir seit knapp zwei Monaten dieses Gefühl von Verliebtheit geschenkt hatte, dieses eine Mädchen mit ihrem wunderbaren Lächeln und den sanften Worten voll interessierter Neugierde. Es hat keinen Sinn. Ich werde keine Energie an sie verbrauchen. Ich werde mich nicht verrückt machen. Werde Gedanken ordnen und Gefühle unterdrücken. Ich bin kein 30-Sekunden-Gesprächs-Freund. Und so kann es nicht bis April weitergehen. Ich habe den Abbruch bereits verkündet.

Jetzt geht also der letzte Tag dieses Wochenendes zu Ende. Minuten vergehen wie Sekunden, Stunden ebenso. Nichts ist wie es ist, und all die Erinnerungen und verschwommenen Bilder der letzten zwei Tage sind schon längst Geschichte. Es war wieder einmal ein großes Wochenende, mit Abstürzen und Höhenflügen, Ängsten und Gedanken. Erinnerungswürdige fehlgeleitete Momente. So viele Freunde habe ich gesehen, so viele Worte wurden gewechselt und trotzdem fehlte ich viel zu oft den Worten.

Mit kaltem Atem und tiefgekühlter Nase erinnerte ich mich gestern wieder daran, dass schon in zehn Tagen mein Schicksal sich verändern könnte. Ich könnte auch zu denjenigen gehören, die es geschafft haben. Die letzte Prüfung würde ich dann hinter mich gebracht haben. In zehn Tagen würde ich entweder feiern oder mich wundern, warum es wieder nicht geklappt hat. Aber ich bin mir fast sicher, dass ich feiern möchte werde. Ich habe Angst. Wer nimmt mich in den Arm, wenige Minuten vor der Prüfung. Wer hält mir die Hand, beim Warten auf die Entscheidung. Wer freut sich mit mir, wenn ich es geschafft habe? Es tut weh.

Viel zu schmerzhaft ist der Gedanke daran. Es hat nicht sollen sein, nennen es die einen, es wird schon kommen, meinen die anderen. Es hat keinen Sinn, sage ich viel zu oft. Und insgeheim hoffe ich auf Zustimmung und ein Nicken von euch allen. Es hat keinen Sinn. Nie ratlos? Bei Gott oder irgendeinem Götzen, nein. Ich brauche Rat und würde doch keinen annehmen. Nie sprachlos? Sicherlich nicht. Mir fehlen viel zu oft die Worte. Und ich ihnen.

Wenn Man. Die Zeit Zurückdrehen. Könnte.

Wenn man die Zeit zurückdrehen könnte, zirka bis zu diesem Zeitpunkt, an dem mir das erste Mal klar war, dass diese Liebe nicht für ewig halten würde. Ja, da würde ich dann aus meiner Zeitmaschine aussteigen, zu ihr hinfahren. Und ihr eine solche Szene machen. Ich würde ihr alles an den Kopf werfe. Wie scheiße sie in der Beziehung war. Dass sie überhaupt keine Ahnung von Beziehung hatte. Dass sie ein bisschen zu verplant ist, um überhaupt einen Freund zu haben. Dass sie mich durch ihre angemeldete Abwesenheit so stark innerlich verletzt hat, sodass ich viel zu oft schon eine ganz normale Terminabsage von Freunden persönlich nehme. Dass …

Ich weiß nicht.

Hm.

Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, dann würde ich in den August zurückreisen. Und hätte alles nicht passieren lassen. Dann wären wir nie ein Paar geworden. Und sie würde mir nicht auch jetzt, 4 Monate nach dem Ende manchmal noch in menem Kopf herumspuken. Aber je länger es vorbei ist, desto mehr kann ich ihr an den Kopf werfen. Wir haben uns schon lange nicht mehr gehört. Oder gesehen. Wer bist du überhaupt.

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