
Dinge geklärt, Gedanken sortiert. Ehrlichkeit geübt und einen Punkt gesetzt.
Wahrscheinlich habe ich schon mit dem ganzen Chaos der letzten Tage so manches kaputt gemacht. Wenn es so sein sollte, tut es mir Leid. Doch man kann zu den eigenen, vollkommen persönlichen Gefühlen nicht sagen kann: „Ach, haltet doch die Klappe. Haut ab. Lasst mich allein.“ Die sind entweder schwerhörig oder taub. Aber sie waren einfach da. Ich kann mich nicht wirklich entschuldigen, denn Irren ist menschlich. Und Verlieben natürlich auch. Dass Liebe viel zu oft nur einseitig ist, weiß ich. Aus Erfahrung und eben jetzt auch.
Der Prozess der Entliebung ist nötig. Um mich nicht in irgendeinen Wunschgedanken zu vernarren. Er gehört zum Verlieben dazu, nur dass das Verlieben selbst viel wunderbarer und wunderschöner ist. Aber man kann sich nicht nur darauf spezialisieren. Vielleicht ist es gut, dass jetzt hier irgendwer einen Punkt gesetzt hat. Entlieben im Ikarus-Kurs. Learning by Doing. Keine verträumten Gedanken mehr, keine Gefühlsverirrtheit. Es hat nicht sollen sein. Ich habe diesen einen Menschen als so einzigartig und so großartig empfunden. Doch was kann man tun, wenn nur ich so empfinde. Wütend sein? Auf wen. Auf meine Gefühle oder die ihren? Auf meine oder ihre Blindheit. Nein. Niemand kann etwas dafür. Es hat nicht sollen sein. [Ein verdammt blöder Satz, aber so ist es in diesem Fall nun mal].
Was ich jetzt will? Nichts von Liebe hören. Wäre ich Pacman, würde ich alle Herzen aufmampfen. Würde ich Sims spielen, täte ich eine Person eines glücklichen Paares in den Swimmingpool schicken und die Leiter abmontieren. Stumpf werden möchte ich, für diese wenigen Tage. Bis ich die Augen schließen kann und nicht all die schönen Momente vor den Augen habe. Ich brauche Ablenkung und Stille. Ruhe. Zeit für mich und Zeit mit anderen.
Am Ende der Liebe. Als hätte ich wieder einmal zu jemanden „Ich liebe dich“ gesagt. Ich bin noch nicht mal stark genug, zu sagen, ich hätte mich in sie verliebt. Nach dem Motto „No Risk, No Fun“, fühle ich mich jetzt gerade etwas matt. Ich habe Worte kombiniert und Sätze gebildet. Die Adresse eingefügt und auf Senden geklickt. Das ist meine Art von persönlicher Überbringung. Ich stellte darin nur fest, dass ich wüsste, dass nur ich so empfinde. Dass es mir Leid tut und das ich hoffe, dass es keine Auswirkungen haben wird. Und gerade das ist es, was ich mir für die nächsten Tage wünsche. Dass ich nicht zu viel zerstört habe. Ich will nicht einen so wunderbaren Menschen verlieren. Der mir schon jahrelang ein wunderseliges Gefühl gibt, wenn ich mit ihr ein paar Mal im Jahr in der Schaukel liege und wir unter Sternenhimmel über Gott und die Welt, Liebe und das Leben reden. Das will ich nicht verlieren. Es tut mir Leid.





