
Ich beneide jeden Menschen, der sich selbst in wenigen Worten erklären kann. Mir fällt es schwer.
„Das bin also ich.“ Ein klein bisschen verstört blicke ich in den Spiegel. Hm. Will ich das überhaupt. Dinge über mich herauszufinden, die nur ich wissen kann. „Das bin ich.“ Ich wiederhole den Satz und versuche weiter zu denken. Doch die Gedanken drängen sich nicht gerade vor. Ich überlege mir, was ich bin.
„Ein Mensch.“
„Etwas zu dick.“
„Gefühlsüberladen und schüchtern.“
„Bei weitem nicht vollkommen.“
„Anders.“
„So, wie alle anderen.“
„Manchmal nervig. Manchmal übertrieben.“
Nicht viel kommt dabei heraus. Dinge, die ich schon längst weiß. Die mich an mir stören und die einfach mir gehören. Die meine Einzigartigkeit ausmachen und mich doch zu einem unter mehr als 6,7 Milliarden Menschen. Das ist vielleicht gut. Der vollkommene Mittelpunkt möchte ich sowieso nicht sein. Aber da muss es doch mehr geben. Positives und Wichtiges.
„Ich habe Freunde.“
„Ich habe Familie.“
„Ich habe Talent.“
„Ich bin …“
Besitz? Wer rechnet schon mit Besitz. Man kann keine Familie besitzen und keine Freunde. Es muss schon einen Grund geben, warum ich von allen unterstützt werde. Warum ich immer darauf zählen kann, dass irgendjemand Zeit für mich hat. Ich kann sie jetzt nicht nennen, diese Gründe. Aber es gibt sie. Viel zu wunderbar sind all die Freundschaften und die Familienverkettungen.
„Ich bin glücklich.“
Das ist es. Ich habe einen Weg gefunden. Das sind sie. Die drei Wörter. Die mich beschreiben. Und selbst wenn ich es mal nicht bin, ist es das, wonach ich streben. Ich möchte glücklich sein, und möchte ebenso glücklich machen. Und das funktioniert nur wirklich, wenn man es selbst ist. Ich bin glücklich, mit all meinen Makeln, meinen riesigen Fehlern, die ebe die Meinen sind. Eigenheiten, die mich ausmachen. Ich bin glücklich. Auch ohne Sonne.
