Über Mir. Die Sterne.

jetzt …

ich kann es mir nicht erklären

ja, jetzt gerade wieder ….

was die anderen haben

es ist wieder soweit … ich

was ich nicht habe …

denke darüber nach warum

was ist an mir so abstoßend

gerade ich jeden tag am see alleine

oder bin ich einfach nur zu nett

sitze, meist neben zwei paaren.

immer wieder denke ich daran …

wie es wäre wenn … doch es ist einfach

nicht. mich quält der gedanke, dass all das

noch so weitergeht, wie es jetzt gerade ist …

das würde mein leben unlebenswert machen …

dann könnte ich einfach nicht mehr weiterleben.

ich hoffe immer noch

doch immer nur hoffen macht auch krank

zwar habe ich einer freundin

in der hoffnung zu leben … auch das

diesen absatz einmal geschrieben …

ist nicht die befriedigung die ich brauche …

weil auch sie in der hoffnung lebte …:

 

man kann in sich in sachen liebe nie sicher sein.


man kann nur vermuten.

ein schon oft geträumter traum

und das mache ich.

ist einfach jener, dass ich eine treffe

sich auf meine vermutungen zu stützen …

dass ich von ihrem lachen nicht genug bekomme

kann lebensgefährlich sein.

dass ich ihn ihren augen versinken möchte

in der hoffnung zu leben hingegen

dass ich einfach nur, arm in arm, mit ihr

wunderschön

einschlafen möchte.

aber ich möchte nicht mehr hoffen …

dass sie mich küsst … und ich weiß … sie liebt mich.

bis jetzt ist das nur einmal passiert. und seitdem habe

ich nie mehr solche gegenseitige liebe verspürt …

lange zeit war immer nur ich verliebt …

wann wird es endlich so weit sein?

ob ich es erleben werde?

ob ich nicht viel zu früh sterben werde?

ich weiß es nicht

und noch etwas:

fuck off!

 

 

Ein Text, welchen ich vor ungefähr knapp genau einem Jahr geschrieben habe. Ein Text, der mich erschreckend an das heutige Ich erinnert. Viel zu pathetisch, viel zu melancholisch. Ein, nach Liebe lechzender 18-Jähriger Junge, der schon einen Monat später von sich sagen kann, dass er vergeben ist. Ein weinerlicher Typ, voller Angst und Selbstzweifel.

Leider habe ich mich nicht allzusehr verändert.

 

Ohne Dich Und Nur Mit Dir

Erwachsen werden
Du ballst die rechte Hand zu einer Faust. Faltest sie wieder aus. Streichst sie glatt. Und lässt sie ganz langsam über die Tasten streichen. Nur mit sanften Berührungen löst du diesen Wasserfall, diesen Wirbelsturm aus Buchstaben, aus Worten. Du spürst den Schweiß, der langsam auf deinem Gesicht entsteht, deine leicht verbogene und etwas verschmutzte Brille bewegt sich nur für wenige Millimeter. Mit der rechten Hand, wieder zu einer Faust geballt streichst du dir den ersten Schwung von Körperflüssigkeit aus dem Gesicht. And So It Is. Damien Rice singt nun schon zum siebenundzwanzigsten Mal. I Can’t Take My Eyes Off From You. Die Handflächenablage deines Notebook ist heiß. Doch draußen ist alles grau. Alles sieht aus wie ein Spiel für den allerersten Game Boy. Du siehst die Welt in 8 Graustufen. Versuchst mit der Select-Taste ein Power-Up freizuschalten. Doch das gelbe Licht, die Stromanzeige, lässt dich feststellen, dass es dem Ende zugeht. Die Graustufen verschwinden in schwarzer Streifen und lassen den gelb-grauen Bildschirm zurück. Das Spiel ist für dich vorbei. Und du legst ihn weg, drehst dich weg vom Fenster. Die Rose neben dir auf dem Tisch überrascht dich durch ihre Größe und ihre Farben. Sie reichen vom dunklen Rot bis hinauf ins orange-lastige Gelb. Langsam streichst du von der F3-Taste bis zum ALT-Button. Die Musik ist fast zu laut, um irgendetwas anderes wahrzunehmen. Du gähnst. Deine Worte scheinen zweckentfremdet und du schaffst es kaum noch, deinen Blick vom Bildschirm abzuwenden. Dein Vater auf der Couch, deine Mutter neben dir, du bemerkst sie nicht. Du bist hier, in deinem Element. Du streichst noch einmal, ganz langsam darüber, die flachen Tasten lassen kaum Fugen entstehen. Und während du deinen Blick senkst, überlegst du dir diesen letzten Satz.

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Toilette

Irgendetwas war mit mir geschehen. Seit Tagen, ja, schon seit Wochen konnte ich die meisten Nächte nicht mehr durchschlafen. Ich nicke unabwendbar an den unmöglichsten Orten ein. Während meiner Verlesungen, in der U-Bahn nach Hause, oder … wie letztes Mal, einfach in einem Bett bei IKEA. Liegekomfort haben sie ja. Das kann ich nun wirklich nicht mehr abstreiten. Ich bin jetzt gerade erst einmal 23 Jahre alt. Und fühle mich matt und lethargisch wie ein 60-Jähriger. Unter „leben“ verstand zumindest ich früher immer etwas anderes. Und langsam stehe ich auf, verlasse die Toilette und gehe zur Haustür. Die Zeitung müsste schon da sein. Und so machte ich mir am Küchentisch nur ganz wenig Licht, stellte mir Kaffee zu und begann die Zeitung, mit müden Augen und meinen Gedanken am anderen Ende der Welt, durchzublättern. Autounfälle, Morde, Gewaltverbrechen. Angst, Terror, Glaubenskrieg. Hochzeit, neues Paar, Klatsch und Tratsch. Die perfekte Mischung für einen guten Start in den Morgen. Ich mache mir, wie jeden Tag eine Liste. Sie sieht so aus …

  • Autounfälle mit Todesfolge 3
  • Autounfälle ohne Todesfolge 6
  • Morde 12
  • Versuchte Morde 3
  • Gewaltverbrechen 18
  • Angst 2
  • Terror 4
  • Glaubenskrieg 5
  • Hochzeit 9
  • neues Paar 17
  • Klatsch und Tratsch 22

Den Zettel nehme ich und lege ihn in die Box, die in meiner Küche auf der Mikrowelle steht. Wieviele habe ich jetzt schon. Hunderte? Tausende? Ich weiß es nicht. Aber manchmal sehe ich nach. Was vor einem Jahr passiert ist. Die Zeitungen werfe ich weg. Was mir bleibt ist der statistische Blick auf das Unwesentliche. Das ist wohl einer meiner Ticks. Ich habe nicht viele. Aber dafür …

Ich leere die Tasse mit einem leeren Blick in Richtung der aufgehenden Sonne, die mich am Fenster begrüßt.

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Sonne

Schnell habe ich wieder den Weg in den Schlaf gefunden. Langsam, ganz langsam neigte sich die Nacht aber dem Ende zu und ein Strahl der Sonne fand den Weg in mein Gesicht. Und begann meine Nase zu … nein, nicht zu kitzeln. Sondern zu schlagen. Zu prügeln. Mit einer, für den Frühmorgen ungewöhnlichen, Wucht wurde ich aus dem Bett geschmettert. Und während des Aus-Dem-Bett-Fallens schaffe ich es, gerade noch den Wecker zu erhaschen. Ich denke noch an den Aufprall, die Kopfschmerzen durch den Frontalabsturz und beobachte diesen Beginn eines Tages als … niveaulos. Fünf Uhr dreißig ist es gerade geworden. Und ich muss das Licht aufdrehen, um den Wecker überhaupt ablesen zu können.

Die Sonne traf ihn. Das ist das Letzte, an was er sich erinnern konnte. Und all das vergangene Geschehen scheint er vergessen zu haben. Seine Hand ist blutverschmiert. Er möchte es wegwischen. Das Blut ist eingetrocknet und doch wird es immer mehr. Und da ist sie wieder. Die Sonne.

In der Dunkelheit des frühen Morgens liege ich hier, auf dem Boden des Schlafzimmers meiner Wohnung. Gerade diesmal, als ich die wenigen Zentimeter vom Bett auf den Boden fiel, blieb die Bettdecke im Bett. Nur ich, ich landete hart. Ich konnte nicht mehr schlafen. Ich versuchte es nicht einmal mehr. Ich stand auf, machte mir Kaffee, ging mich duschen. Und während ich dann auf der Toilette saß, begann ich nachzudenken.

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1:0. Für Dich.

Liebe

Warum alles leichter fällt, als eine Niederlage einzugestehen.

Wenn man beim Hundertmeter-Sprintwettbewerb um 2 Hundertstel den ersten Platz verfehlt, ist mich vielleicht anfangs sehr enttäuscht, aber irgendwann akzeptiert man es. Man war einfach zu langsam, wenn auch nur knapp. Wenn man bei einem Reitwettbewerb vom Pferd fällt, sieht man auch bald ein, dass man etwas falsch gemacht hat. Aber kann man das, also das Verlieren, nur im Sport. Was ist mit der Liebe?

Ich spreche aus Erfahrung. Ja, vielleicht hört es sich naiv an, ich war erst einmal in einer Beziehung. Und vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich scheine mit der Zeit immer mehr daraus zu lernen. Es hat auch lange genug gedauert. Einige wenige Monate waren wir glücklich, und ich glaube, dass wir beide, ja, du und ich, wirklich glücklich waren. Ließen uns gegenseitig fallen und wussten, dass wir uns wieder auffangen würden. Doch dann gingen die Schmetterlinge fort, und du wusstest es nicht mehr, bekamst Zweifel, fingest an, dich zu entlieben. Nichts wäre richtiger gewesen, als Schluss zu machen. Du hast das auch gemacht. Hast mir erklärt, dass es nicht mehr so ist wie früher. „Das es nicht mehr passt“.

Ich war perplex. Überrascht. Obwohl ich es doch schon spürte. Doch ich bekam dich einfach nicht raus aus meinen Kopf, wollte mich mit Texten gegen dich, über dich hinwegtrösten. Begann aber irgendwann einmal wieder über dich zu schreiben. Über meine Gefühle zu dir. Und als wir uns das nächste Mal trafen, drei Wochen später zirka, waren sie immer noch nicht weg. Die Gefühle. Bei dir nicht. Bei mir nicht. Wir versuchten es also noch einmal. Sahen uns durch, von der Schule verursachten, Stress kaum mehr. Immer mehr kam es mir vor wie eine Fernbeziehung. Manchmal Anrufe, oft Zweifel und immer die Angst um dich. Angst vor der Trennung. Angst vor dem Verlieren.

Was würde ich denn verlieren? Den Kampf um dich. Dich würde ich verlieren. Und das wollte ich nicht. Dutzende Male bin ich zu dir gefahren, wollte dir klarmachen, dass mir es so nicht passt, wie es ist. Wollte dir zeigen, dass das, was wir sind, kein Paar ist. Dass eine Beziehung anders aussieht, normalerweise. Aber als ich dann vor deiner Tür stand, anläutete, du die Tür öffnetest, und mich angelächelt hast, das war es mir egal. Alles war mir egal, all die Probleme die wir offensichtlich hatten. Ich ließ mich wieder fallen. Aber du fingest mich nicht auf. Ich stürzte, immer und immer wieder. Ich fiel, tiefer und tiefer. Doch ich suchte immer noch den Kontakt zu dir. Wo war sie hin, deine Liebe für mich. Deine Zuneigung. Wo war sie hin, ich suchte sie. Fand sie aber nie.

Wann war also der Tag, an dem ich einsehen hätte müssen, dass ich verloren hatte. War es zwei Tage vor dem Jahreswechsel. War es, als du mir sagtest, es würde nicht mehr passen. Ich weiß nur eines. Ich habe es viel zu spät bemerkt, und habe dadurch vielleicht zu viel zerstört. Habe Mauern zwischen uns entstehen lassen, die nicht einmal Gorbatschow und Kohl oder David Hasselhoff zum Einsturz bringen könnten. Ich kann es nicht.

Das ist sie wohl. Mein größte Schwäche. Selbst wenn ich es schon spüre, denke ich mir, dass es wieder besser wird. Ich bin vielleicht übertriebener Optimist. Träumer. Oder ein Idiot. Man kann es sehen, wie man will. Ich glaube an die Liebe, vielleicht bin ich noch einer der wenigen. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass sie einfach weg ist. Oder weg geht. Nicht so spontan. Ich bin Idealist. Du Realist. Ich kann es einfach nicht. Eine Niederlage einzugestehen, das würde heißen, dass ich verloren habe. Ich habe verloren. Ich. Verloren. Diese Worte sollen nicht in einem Satz vorkommen. Schon beim Mensch, ärgere dich nicht – Battle mit meiner Schwester habe ich stets das Brett durch die Luft fliegen lassen. Als es aussichtslos war. Auch beim Monopoly gingen meine Ideen nie auf. Vielleicht habe ich einfach kein Glück. Bin zum Verlieren verurteilt.

Manchmal ist es mir auch einfach nur egal. Wenn ich nicht erwarte, dass ich gewinne, z.B. bei einem 9 km – Waldlauf, als ich als Letzter durchs Ziel lief. Ich war Letzter, aber mir war das egal. Ich war stolz wie ein Pfau und außer Atem. Aber ich habe mir hier einfach mehr erwartet. Ich habe mir erwartet, dass alles anders verlaufen würde. Dass die guten Monate wieder kommen würden. Die schlechten aus unserer Beziehung verschwinden würden. Doch sie blieben. Und irgendwann musste ich es mir eingestehen. Irgendwann. Dann kam er eben, der Tag. Zwei Tage vor meinem Geburtstag. Ich habe dir erklärt, dass ich nun, für dieses eine Mal auf meinen Kopf hören muss. Und nicht auf mein Herz. Du hast mich weiter dazu angespornt. Viel zu früh hast du schon damit abgeschlossen gehabt. Mit uns.

Ich brauchte noch Zeit. Hatte Gefühls-Flashbacks. Konnte dir nicht in die Augen sehen, als wir uns, rein freundschaftlich wohlgemerkt, wieder trafen. Dachte mir, ich würde alles wieder in Kauf nehmen. Alles. Ich hätte wieder alles in Kauf genommen, mit dem Wissen, dass ich irgendwann wieder einmal verlieren würde. Mir wäre das damals egal gewesen.

Aber eines ist wichtig. Es ist wichtig, auch verlieren zu können. Ich werde das wohl erst lernen müssen. Aber für dieses eine Mal, für dich und mich bin ich jetzt soweit, dass ich sagen kann. I’m A Loser, Baby. Touché. 1 zu 0. Für dich. Wenn man das überhaupt so sagen kann.

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Lavendel

Er atmete tief ein. Der letzte Zug seines kurzen Lebens sollte es sein. Als er das letzte Mal nach Luft schnappte, spürte er den Duft von Lavendel in seinen Nasen. Dies sollte also der letzte Geruch sein, der letzte Geruch von Hunderttausenden insgesamt. Er beginnt zu fallen. Kann sich nicht mehr halten. Es wirkt wie ein unendlich langer Fall. Die Dunkelheit schließt ihn immer weiter ein. Bis er zu existieren aufhört. Bis er sich seiner Umgebung angepasst hat. Er zum Nichts wurde.

Ich wache auf. Ich hatte also geschlafen. Mit angespannter Miene, und wenigen Tropfen Schweiß auf meiner Stirn, richte ich mich auf. Wie verknotet bin ich dagelegen, habe die Bettdecke vom Bett geworfen. Es ist … der Wecker sagt, es ist 3 Uhr. Drei Uhr also. Schon wieder eine Nacht, in der ich nicht durchschlafen konnte. Schon wieder ein Traum, den ich nicht verstehen kann. Den ich viel zu schnell vergesse, welcher aber viel zu lange in meiner Erinnerung bleibt. Ich drehe das Licht auf, schalte den Radio ein, lasse ihn laufen. Wann kann ich endlich wieder durchschlafen. Am Tag bin ich seit kurzem stets sehr gereizt. Lasse keine Kritik zu, verliere mich in Tagträumen und manchmal höre ich auf, mich zu spüren. Ich scheine einfach nicht mehr zu existieren, scheine zu verschwinden. Natürlich alles nur Einbildung, ich weiß das. Aber etwas Angst bekomme ich da schon. Mir den Kopfpolster richtend, den Kopf drauflegend und die Augen schließend schlafe ich wieder ein.

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Gestern. Du. Heute. Ich. Morgen. Wir?

Wir beide. ‚Eine Seele, aufgeteilt auf zwei Körper‘, denke ich mir. Freunde würde es Aristoteles wohl nennen.

Gestern. Freunde. Du lachst. Wenn wir doch nur Freunde wären. Nur Freunde. Wenn wir doch nicht auch noch ein Paar wären. Wenn unsere Freundschaft nicht von unserer nicht funktionierenden Beziehung negativ beeinträchtigt wäre. Das wär doch was. Höre ich dich sagen. Aber du liegst still da. An deinen Augen sehe ich es dir an. Die Nähe, dich ich gerade genieße, ist dir unangenehm. Wir haben es immer und immer wieder versucht. Haben den Tag, den Moment verpasst, an welchem es am besten gewesen wäre, wenn wir in Frieden auseinander gegangen wären. Ich sehe es dir an. Das Flehen nach einem Ende. Doch ich will es nicht wahrhaben. Wir liegen da. Du hier. Ich da. Und ich will es einfach nicht wahrhaben. Ich werde es vermissen, die für mich angenehme Nähe. Das zumindest wöchentliche Erblicken deines Gesichtes. Ich will es nicht wahrhaben. Nicht jetzt. Ich genieße die wenig verbliebene Zeit, die uns noch geblieben ist. Genieße die Zeit, die doch so viel Unbehagen in mir auslöst. Du scheinst schon lange damit abgeschlossen haben. Ich sehe es dir doch an. Du willst das ganze nicht. Willst es nicht.

Heute. Freunde. Ich lache. Habe ich damit, mit dem Abwarten, mit dem Hinauszögern des Endes unserer Beziehung nicht viel zu viel zwischen uns zerstört, als dass wir aristotelsche Freunde werden könnten. Zu wenigen Freunden habe ich zurzeit Kontakt. Dich ruf ich ja sogar ab und zu auch noch mal an. Freunde sind mir unglaublich wichtig, nur habe ich jetzt gerade unglaublich viel um die Ohren. Habe ich wirklich so viel zerstört. Was muss geschehen, dass wir uns wahre Freunde, auf lange Zeit, nennen können. Dass wir unsere Hände halten können, ohne auch nur den geringsten Gedanken an einen Wunschtraum zu verschwenden. Dass ich dir in die Augen sehen kann. Ohne dass diese Gefühle auftauchen. Telefonieren funktioniert ja schon ganz gut. Und der Gefühlshaushalt scheint auch unter Kontrolle zu sein.

Morgen. Freunde. Wir lachen. Nein. Es wurde nicht zu viel zerstört. Wir haben es geschafft. Mein Leben scheint nun in Ordnung zu sein, ein neuer Lebensabschnitt beginnt für mich. Dich will ich dabei haben. Als Freundin. Als rein platonische Freundin. Mit dir möchte ich über alles reden können, dir möchte ich den Kopf in den Schoß legen und mit dir möchte ich die Sterne ansehen. Dir möchte ich mein Buch vortragen, mit der möchte ich singend durch die Weltgeschichte springen. Mit dir als Freundin möchte ich alt werden. Ich weiß nicht ob es so sein wird. Ich weiß nicht, ob du das willst. Ich weiß nicht, wie wir uns entwickeln. Wie wir uns verändern. Lassen wir uns überraschen. Und lasse mir noch Zeit. Irgendwann einmal wird das Morgen vor uns stehen. Und dann werden wir es am Schopfe packen.

Wie Verliebt. Bist Du.

This Is How My Heart Behaves. My Heart. Not Yours.

Wie verliebt sehen mich deine Augen an. Du musst mich doch lieben denke ich mir. Wir sitzen uns gegenüber. Ich möchte dir so nahe sein. Und wie wenn du es spürest, legst du dich mit deinem Kopf in meinen Schoß. Ich streiche dir durchs Haar, rein freundschaftlich. Beobachte dich, wie du reagierst. Du lächelst mich an. Mein Herz hüpft. Du musst mich lieben. Ich verstehe doch deine Gefühle. Denn ich liebe dich.

Verdammt, wie oft habe ich das Wort Liebe in den letzten Jahren in den Mund genommen. Fast schon pervers und penetrant in meinen täglichen Sprachgebrauch eingebrannt. Sah ich ein Pärchen, musste ich das gleich mit diesem magischen Wort „Liebe“ zusammenzufassen. „Die beiden lieben sich“, dachte ich immer. Liebe. Ein magisches Wort. Es ist doch eigentlich sogar falsch, darüber zu schreiben, wenn man glaubt, sie selbst noch nicht in vollem Ausmaß erlebt zu haben.

Ich muss dieses Wort einfach aufspalten. Man kann nicht immer gleich von Liebe sprechen. Zuerst ist sie ja noch ein Wunschgedanke. Während man im Verliebtsein schwebt. Wie ein weiser Mann einmal sagte, wenn erst einmal die Schmetterlinge weg sind, kann man von Liebe sprechen. Und es ist schwer, dass eine Beziehung diese Übergangsphase überlebt, so finde ich zumindest. Mit dem Wort Liebe legt man schon so vieles hinein, was doch nicht schon nach 2 Wochen, einem Monat oder auch nach vier Monaten da ist. Ich denke, meine erste Beziehung ist daran gescheitert, dass ich schon lange bevor die Schmetterlinge entgültig weg waren, verlangt habe, von Liebe sprechen zu dürfen. Liebe ist so etwas Entgültiges. Wenn man einmal gesagt hat „Ich liebe dich“ kann man es eigentlich nie mehr zurücknehmen. Selbst wenn irgendwann einmal die Gefühle verschwinden, das Gesagte kann man nicht zurücknehmen. Es ist entgültig. Und wenn es nicht mehr gilt. Es wurde einmal gesagt und drückt das wohl schönste Gefühl aus, welches man für jemand anderen empfinden kann.

Oft sitze ich da … und blicke wie verliebt, in das Gesicht, die Augen des anderen. Und frage mich, warum. Warum das ganze. Warum strebe ich so nach Glück. Man kann doch nichts erzwingen. Lass mich dich doch einfach nur lieben. Egal ob du mich liebst. Lass mich dich lieben. Ja, so denke ich manchmal. Oder dachte ich. Vielleicht bin ich jetzt etwas weniger gefühlvoll, etwas weniger dumm. Etwas weniger.

Eines ist mir nun klar. Es gibt einen riesig großen Unterschied zwischen „Verliebt sein“ und „Geliebt werden“. Ich dachte immer, dass, wenn das Verliebt sein auf beiden Seiten ist, dass das Geliebt werden mit dem einher geht. Nein. Es ist ein riesiger Unterschied. Von nun an werde ich das Verliebt sein nicht abstellen. Aber ich werde aufpassen, wann ich meine Liebe ausschütte. Man hat nicht viel davon. Man muss sparsam damit umgehen. Vielleicht muss ich jetzt einfach mal nur eine „Bitch“ sein. Das wollte ich sowieso schon immer einmal sein. Vielleicht muss ich es einfach mal ausprobieren. Oder ich warte. Warte auf die große zweite Liebe. Spaß oder Warten? Eine schwere Entscheidung. Reden wir nach der Maturareise weiter.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte, und vielleicht // wahrscheinlich wiederhole ich mich. Liebe ist etwas so Einzigartiges, etwas so Entgültiges. Achtet, wem ihr sie schenkt.

Kennst Du. Kannst Du.

Kennst du mich gut genug? Kannst du mich ernstnehmen?

Kennst du …

mich. Mit meinen neunzehn Jahren ein Junge wie jeder andere. Und doch nicht. Ein blonder Brillenträger mit Kurzhaarschnitt. Ein Typ, den man zumindest in der Kleidung in keinen Typ einordnen kann. Er trägt, was ihm gefällt. Ein Typ, der Chaos in seinem Leben stets beseitigen möchte. Und trotzdem in den Chaos zurückfällt. Den Menschen, der so sehr nach Liebe strebt, das er dem Leben zu wenig Wichtigkeit einräumt. Der lieber alleine ist, als sich zu sonnen. Kennst du den Typen, der schreibt und schreibt und schreibt. Und liest. Hört. Und sieht. Der Junge, der mit 17 1/2 mit dem Führerschein begann und jetzt, mit 19 Jahren endlich fertig wird. Der kurz vor der Matura steht. Seine erste Liebe hinter sich gebracht hat. Seinen Gefühlen nicht trauen kann. Dem viel zu oft Tränen auskommen. Bei erschütternden Texten, bewegender Musik oder traurigen Filmszenen. Der sich so sehr jemand zweiten in sein Bett wünscht. Der sich innerhalb der letzten 5 Jahre vom Frühaufsteher zum heftigsten Morgenmuffel entiwckelt hat. Der seine Fehler immer bei den anderen sucht. Der viel zu große Träume hat. Aber viel dafür tut, um sie sich zu erfüllen. Der Pläne für die nächsten 5 Jahre hat, und immer wieder zwei Schritte zurückgeworfen wird, wenn sich der Plan ändert. Der Typ, der täglich Tagebuch schreibt. Dessen Leidenschaft das Bloggen ist. Der Junge, der bis vor kurzem Computerspiele-Magazine gesammelt hat, über 300 sinnlose Magazin-CD-ROMs sein Eigen nennen durfte. Aber all das ist aus seinem Leben verschwunden. Der Mensch, der stets versucht, Veränderungen zu erzwingen, um dann zu erkennen, dass Veränderungen unter Zwang nicht funktionieren. Die Person, die in seinem kühlen Zimmer setzt, um der heißen Sommersonne zu entkommen. Der sich nicht traut, Menschen mit seinen Vorwürfen zu konfrontieren. Der noch nie gut in Mathematik war. Der ca. 200 Songtexte auswenig kann. Zu jedem bekannten Film den Regisseur und zwei Schauspieler nennen kann. Und dann dazu mindestens einen weiteren Film, wo sie mitgespielt haben. Der sich an keinem Musikgenre orientiert. Der 6 Hawaiihemden, 8 Polo-Shirts und 12 normale Shirts in seinem Schrank hat. Alles No-Name. Der immer noch auf den AXE-Effect wartet. Dem Coke Zero nicht schmeckt. Der Mc Donalds immer nur einen McChicken isst. Der eine Schwester hat. Und eigentlich auch einen Bruder. Der sich oft viel zu schnell verliebt. Der sich oft viel zu langsam entliebt. Der Typ, der gegen die Scheinheiligkeit in seiner Familie ankämpfen möchte. Der immer anders sein möchte, als die anderen. Und bis jetzt doch nur eine Kopie war. Der sich auf das Ende der Schulzeit freut. Und der sich auf das Neue danach freut. Kennst du mich. Mich. Dominik Leitner, 19 Jahre alt.

Kannst du …

mich. Akzeptieren, als der Typ, der ich bin. Dass ich momentan nur für die ganz wenigen Momente lebe, in denen ich wirklich lebe. Dass meine Anwesenheit manchmal anstrengend ist. Dass ich die Nähe zu Menschen benötige. Dass ich immer Angst habe, etwas falsches zu machen, und dadurch jemanden verliere. Dass ich, wenn ich mich wohl fühle bei einem Menschen eines am meisten genieße: die Stille. Das Schweigen. Dass ich schnarche. Dass ich meine Gefühle vor allem schreiben kann. Darüber zu sprechen fällt mir schwer. Kannst du akzeptieren, dass ich manchmal viel zu viel Persönliches hier offenbare. Dass ich geraucht habe, und manchmal auch noch zurückfalle. Aber nur wenn ich nicht betrunken bin. Dass ich kaum Alkohol trinke und keine Drogen konsumiere. Dass ich Angst habe. Vor fehlender Nähe. Vor dem Verlieren. Dass ich vielem nachtrauere. Wenn etwas unwiderbringlich weg ist. Dass ich einige komische Spleens habe. Dass ich immer ein Buch dabei habe. Dass ich Filme zitiere und die Musik in meinem Leben alltäglich ist. Dass ich einem Menschen immer zuerst in die Augen sehen muss, um ihn wirklich kennenlernen zu können. Dass ich schüchtern bin. Dass ich öfter mal im Mittelpunt stehe. Dass ich mich viel zu oft in jemanden verliere. Dass ich den Halt verliere, und tief falle. Dass ich manchmal große Tiefs habe. Dass ich, trotz dem Drang des Im-Mittelpunkt-Stehens, aufgeregt bin, wenn ich vor einer fast unbekannten Menschenmasse sprechen muss. Dass ich dich brauche. Dass Freunde für mich ein Elixir sind. Ein Fixpunkt. Ein Haltegriff. Dass ich manchmal einfach nicht da bin. Dass ich meine Prioritäten verliere. Dass ich einer der vielen Fische der Masse bin, die gegen den Strom schwimmt. Dass ich manchmal auch einfach nur keine Lust habe. Dass ich seit kurzem egoistisch bin und (um der Verbesserung Willen) nur an mich denke. Dass ich manchmal einfach die ganze Menschheit nicht sehen möchte. Dass ich seit kurzem den Begriff Liebe viel seltener gebrauche und ihn immer weiter differenziere. Dass ich das Wort Hass seit kurzem immer häufiger gebrauche und alles in einen Topf werfe. Dass ich manchmal einfach nicht schlafen kann. Dass ich oft einen Hass gegen mich selbst entwickle. Dass ich Geschichten schreibe, über mich, mit den Gedanken an Suizid. Dass ich aber Selbstmord noch nie wirklich in Betracht gezogen habe. Dass ich Angst habe. Angst vor dir. Angst vor mir. Dass ich viel zu oft schlafe. Dass ich Angst habe vor der Nacht, vor der Dunkelheit, vor abgeschlossenen Räumen, vor ungesichtern Plätzen in der Höhe, vor dem Verlassen werden, vor Streit, vor Tod. Dass ich nachts, in einem Wald, unter zwanzig anderen Personen in der Dunkelheit zu zittern beginne, ich Schweißausbrüche bekomme und fast zusammenbreche. Dass ich manchmal auch unter Leuten einsam bin. Gemeinsam einsam nenne ich das. Dass mich der Vollmond oft stundenlang noch wachhält, obwohl ich eigentlich schon schlafen sollte. Kannst du mich akzeptieren. Mich. Dominik Leitner, 19 Jahre.

Ja? Ich gratuliere. Dann bist du schon weiter als ich. 

A Friend. Of Mine.

Sie werden mir für ewig in meiner Erinnerung bleiben. Die Tage, als alles noch sorglos war, und wir doch voller Probleme steckten.

Als wir die Liebe erzwingen wollten, und das Leben um uns erst so richtig begann. Als wir nächtelang die Sterne beobachteten, über unsere Zukunft philosophierten, mit Decken zugedeckt, von Vertrauen und Freundschaft gewärmt. Es waren Sommer, wie es sie nur wenige gab. Knapp vier Jahre ist es her, als wir uns jeden Tag trafen, auf diesem Spielplatz. Über uns redeten, und das Leben passieren ließen. Uns Sorgen machten, um Dinge, die jetzt schon längst vergangen sind. Das sind sie, die Erinnerungen, die nie mehr gehen wollen. Und Erinnerungen, die ich nicht gehen lassen will. Sie sollen bei mir, in mir bleiben.

Auch einen Sommer danach trafen wir uns noch manches Mal in dieser Schaukel, auf diesen Spielplatz. Erkannten unsere heranwachsende Reife. Erkannten unsere trotzige Phase. Und lebten mit vollkommenem Unwissen um unsere Zukunft freudig weiter. Wir waren, zumindest für diese paar Stunden in dieser Schaukel eine Einheit, wie es die Welt nur selten gesehen hat. Wir waren nichts mehr als zwei Mädchen und ein Junge. Auf der Suche nach der Liebe. Und auf der Suche nach dem Leben. Mit all seinen Problemen und Ängsten.

Für mich schien jedoch dieser Sommer zu einem Trip der erzwungenen, gewollten Einsamkeit zu verkommen. Ich dachte nicht daran, so bald wieder in diese Schaukel, auf diesen Spielplatz zurückzukehren. Aber jetzt, um kurz vor drei Uhr bin ich nach Hause zurückgekehrt. Von eben diesem Spielplatz. Es war wieder einer dieser Momente, die ich unter keinen Umständen missen möchte. Eine Erfahrung, die mein Leben noch längere Zeit bestimmen wird, da bin ich mir sicher. Wir haben geredet. Ich mit dir über meine Freunde, meine Gedanken der letzten Wochen. Wir gemeinsam sprachen über die Liebe. Über das Leben nach unserer großen Prüfung. Nach dem Ende unserer Schulära. Seit sechs Jahren kennen wir uns schon. Und gerade die Freundschaft zu dir, darf an diesem größeren Abstand, an der Veränderung nicht in die Brüche gehen.

Wir müssen uns noch öfter treffen. In dieser Schaukel. Auf diesem Spielplatz. Und selbst wenn wir sehen, dass wir mehr und mehr dieser riesigen Schaukel entwachsen, fühlen wir uns doch unter diesem erdrückend großen Sternenhimmel wie die Kinder, die wir vor vier Jahren waren. Ich danke dir für diese Erfahrungen, für die Gespräche, für dein Vertrauen. Für die Decke und für das Erlebnis an sich. Aber lass uns eines versprechen. Wir verlieren uns bitteschön nicht so schnell aus den Augen.