World Keeps Turning.

Man kann die Welt nicht aufhalten. Nicht stoppen. Nicht zurückdrehen. 

Wie viele Dinge würde ich gerne ungeschehen machen. Wie viele Worte sollten lieber ungesagt bleiben. Wie oft habe ich mir schon gewünscht, die Zeit zurückzudrehen, um mein Leben zu einem perfekten Leben zu machen. Um die Welt zu leben, mit all den Fehlern, aus denen ich gelernt habe. Und wie oft habe ich gehofft, einen Knopf zu haben, um eine schreckliche Zeit schneller zu erleben. Damit das Ende früher da ist, als es normalerweise ist. Doch nichts geht. Rein gar nichts. Es ist einfach so wie es ist.

Momente, die mein Herz brennen, meine Gedanken ruhen und mein Leben sein ließen. Momente, die für mich ständig in Erinnerung bleiben werden. Und die keine Bedeutung für irgendjemand anderen haben. Nur für mich. Diese Momente, ich hätte sie gerne gespeichert, um sie mir immer wieder vor den Augen zu halten. Gerüche, die für einen kurzen Moment meines Lebens, meine Nasenflügel benetzten. Sie hätten auch bleiben sollen.

So beschissen die Welt ist, so unverständlich ihr Verlauf. Die Welt. Sie dreht sich weiter. Weiter bis zum Ende ihrer Zeit. Bis zum Ende des Lebens. Allen Lebens. Der Tod, die schlimmste Erfahrung eines Menschen. Diese Momente bleiben. Immer und immer wieder ist man mit denselben Gedanken, mit den selben Bildern im Kopf unterwegs. Mit dem letzten Moment, als man die so sehr geliebte Person noch einmal gesehen hat. Eiskalt, mit unbegreiflichen Flecken am Kopf. Dem Gefühl, einer Puppe über die Wange zu streichen. Nicht ihm. Nicht ihm. Nicht.

Diese Gedanken bleiben, und in solchen Momenten wünschte ich mir, dass mir zwar diese Erinnerungen irgendwie im innersten Inneren gespeichert bleiben. Aber ich doch weiterleben kann, ich mich weiterdrehen kann, wie die Welt es macht. Zur Routine zurück, würde ich sagen. Einer veränderten Routine. Einer Routine, die ich früher niemals als so etwas angesehen hätte. Es gibt keinen Pause-Button. Kein Rewind. Kein Fast Forward. Nein. Das Leben hat so etwas nicht vorgesehen für uns. Nicht für uns Menschen.

Die Welt dreht sich weiter, mit ihr drehen sich wir. Es wird nie mehr so sein. Nie mehr. Es gibt keine Stop-Taste, nur um alles erst einmal zu erfassen. Nein. Das muss alles im Laufe des Seins passieren. Nicht in einem pausierten Leben. Man kann nicht mehr irgendetwas gut machen. Nie. Man kann nur versuchen, das Leben zu leben. Nur um nie das Gefühl zu haben, solche Momente vermissen zu müssen. Diese Momente sind gut, wichtig, Teil des Lebens. Man kann nicht aufhören, bevor es zu Ende ist.

You Make Me. Happy.

Der Gedanke daran.

Ich habe schon lange nicht mehr von der Zeit geschrieben, die wir miteinander verlebten. Diese wunderbare, einzigartige, mich prägende Zeit. Die aus mir einen anderen Menschen machte. Ich reifte an dir und wuchs über mich hinaus. Diese Zeit. Mit dir. Diese neun Monate. Nein, es hat keinen Sinn, die Vergangenheit immer wieder aufzurollen.

Das hast du selbst einmal gesagt. Als ich immer und immer wieder von meiner „Besten Zeit“ sprach. Von diesem einen Sommer. Ich wollte, dass jeder Sommer so werden sollte. Der Inbegriff des Lebens. So wunderbar, der tägliche Kontakt mit Freunden, Grillen, der See. Alles war auf dem Höhepunkt der Zeit. Doch die Zeit ging vorüber. So wie unsere Zeit. Sie ist vorüber.

You leave me laughing without crying,
There’s no use denying,
For many times I’ve tried,
Love has never felt as good.

Du machst mich glücklich. Der Gedanke daran. Der Gedanke daran, dass es dich gibt. Irgendwo da draußen. Dass du immer irgendwie da bist, auch wenn sich unsere Wege irgendwie getrennt haben. Obwohl ich es nie so wollte, es wurde einfach so. Vielleicht mit deinen Bemühungen. „Ich warte“, schrieb ich immer. Ich warte. Warte ich. Ich lebe vor mich hin. Verarbeite das Leben. Und weiß einfach, dass es dich gibt.

Keinen Kuss spüre ich mehr von dir, deinen Geruch habe ich vergessen. Dein an mir erzeugtes Lächeln habe ich verlernt. Deine Berührungen fehlen. Und doch hat sich Liebe noch nie so gut angefühlt. Noch nie. Ich weiß, dass du es nicht weißt. Nichts weißt du. Und doch weiß ich, was ich fühle.

Und ich bin endlich wieder über dieses Stadium des „Nicht-Fühlens“ hinweg. Ich fühle dich. Fühle mich. Fühle. Nie hat es sich so angefühlt. Vielleicht wird die Zukunft Wege bringen, die ich mit Freude beschreiten werde. Dieses „One Way“-Schild neben mir. Ich kenne es. Es gibt kein Umkehren. Kein „Zeit zurückdrehen“. Kein Vergangenheits-Nachweinen. Wozu auch.

Irgendwie wird doch alles wieder. Irgendwie. Mit oder ohne dir. Aber der Gedanke an dich lässt mich leben. Durch dich habe ich zu lieben gelernt. Durch dich schien ich es wieder verlernt zu haben. Aber ich habe es perfektioniert. Passend für mich. Wer, was oder wo du bist, ist mir egal. Die neun Monate, die wir als Paar durch die Straßen gingen, waren schön. Das Leben vor mir, wird es ebenso.

I Want You To Notice.

… when I’m not around.

Der unerwartete Schuss. Das Zusammenbrechen eines Menschen. Der Schnitt. Und der Krimi ist zu Ende. Obwohl die dicke Frau noch singt. Kurzer, nichts aussagender Abspann. Und die Welt erhebt sich.

„Der Mond.“ Ich lächle. „Siehst du den Mond.“ Mit der Hand streiche ich über den Himmel. „Und all die Sterne.“ Ich lächle weiter. „Unsere Sterne. Der da, siehst du, das ist unser Stern“. Und mit der Spitze des Zeigefingers spiele ich mich mit unserem Stern. Ich spüre die Kälte der Nacht, die eisige Wärme des Asphalts, spüre den kühlen Wind und die sanfte Brise, welche vom kleinen Bächlein heraufweht. Die Nacht über mir. Die Dunkelheit umhüllt meinen bebenden, zitternden Körper.

„Ist dir kalt?“, frage ich dich, während ich mich mit der dicken Decke zudecke und mir einen bequemen Platz in meinem Bett aussuche. „Du könntest ein Stück meiner Decke haben, ich friere nicht so schnell.“ Halb abgedeckt, stelle ich noch den Wecker, schalte das Licht aus. Das Tagebuch lasse ich heute liegen. Nicht alle Tage bist du da. Nicht alle Tage.

„Fahre ich dir zu schnell?“ Langsam reduziere ich meine Geschwindigkeit. Halte mich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen. „Aber jetzt fahre ich schon richtig gut, oder?“ Ich lächle. Du warst die erste, die neben mir sitzen durfte, als ich gerade erst den Führerschein geschafft hatte. „Wo willst du hin? So wie immer?“ Ich nicke selbstüberzeugt.

„Was möchtest du heute essen? Ich lade dich ein.“ Du bekommst dasselbe wie ich. „Schmeckt es?“ Ich lache, ich erinnere mich noch an den einen Abend, als ich so grässlich gekocht habe, und du hast lange Zeit gar nichts gesagt. Nur um mich nicht traurig zu machen. Nur um mich nicht. Nur.

„Wie geht es dir?“ Doch du bist nicht da. Warst die ganze Zeit nicht da. Schon lange Zeit warst du nicht mehr da. Hast nicht in die Sterne gesehen. Nicht in meinem Bett geschlafen. Bist nicht mit mir Auto gefahren und hast nicht mit mir gegessen. Du lebst dein eigenes Leben. Weg bist du. Nicht da. Die ganze Zeit schon.

„Ist dir kalt?“ Ich lächle. Ja, mir ist kalt. Schon die ganze Zeit. Seit du nicht mehr da bist, nicht mehr Teil meines Lebens bist, sondern nur mehr Teil meiner Gedanken. Seit du begonnen hast, dein eigenes Leben zu leben, ein Leben, in dem ich scheinbar keinen Platz mehr habe. Oder kaum noch genügend. Ich möchte, dass du endlich mal bemerkst, dass ich nicht mehr da bin. Möchte, dass du mich anrufst, um mich endlich mal wieder zu sehen. Um endlich mal wieder von mir zu hören. Um zu sehen, dass ich lebe. Du musst dich nur einmal melden. Die Fragen habe schon ich.

Amour, Imagination. Et Rêve.

Bitte, lenk mich ab. Und teil mit mir. Das was schon war. Und was wir sehen.

Die Liebe. Mittelpunkt des Universums. Mittelpunkt der Welt. Mittelpunkt des Lebens und der erste und wahrscheinlich auch der letzte Gedanke. Das innerste Gefühl vollkommener Zufriedenheit. Die Ausgeglichenheit des Herzens. Die Symbiose zweier Menschen. Liebe ist so etwas Sinnloses, so etwas Schmerzhaftes. Etwas so Wunderschönes, so Einzigartiges.

Deine Hand fährt über mein Gesicht. Streicht mir die Haare weg. Sanft. Mit Grazie und dem nötigen Abstand, um deine Nähe zu spüren. Es regnet. Regnet seit Tagen. Heute auch. Der Boden ist ganz nass. Schön, dass du nun bei mir bist. Schön, dass wir diesen Moment jetzt haben. Nur für uns.

Die Fantasie. Stell dir vor, es ist Krieg. Und keiner geht hin. Stellt dir vor, es ist Leben, und keiner erlebt es. Stell dir vor, es ist Liebe, und keiner spürt es. Stell dir vor, es ist Tod, und keiner weint. Momente der Einsamkeit und gleichzeitig auch Momente allergrößter Fantasie. Die Vorstellung von Einzigartigkeit und der Versuch, Dinge zu sehen, die nicht sind. Sie ermöglicht uns erst, das Leben als lebenswert zu empfinden.

Du liegst auf meinem Körper. Auf meinem Bauch. Auch mein Bauch ist nass. Es regnet. Regnet seit Tagen. Immer mehr Leute beobachten uns auf dem Weg zu ihren Leben, zu ihren Lieben. Nur wenige bleiben stehen. Ich spüre deine Hand schon wieder, wie sie mir über die Lippen streichen. Über die Wange.

Der Traum. Hochschrecken, schweißgebadet. Angst, vor dem Vergangenen und Angst vor der Zukunft, vor dem Wiedereinschlafen. Aufwachen, Minuten oder gar Stunden brauchen, um zu realisieren, dass das Geträumte eben nur ein Traum war. Nur ein Teil der nächtlichen Fantasie. Der Tagesaufarbeitung im Schlafstadium. Der Traum, Utopie einer Zielsetzung. Sanftheit der Fantasie, manchmal erreichbar, manchmal unerreichbar. Manchmal einfach nur. Der Traum.

Du küsst mich. Deine Lippen berühren die meinen. Ich spüre die Tränen, wie sie von deinen Augen auf meine Wangen fallen. Ich fühle, wie sie dich wegzerren. Wie sie versuchen, dich zu beruhigen. Dir zu sagen, das man nichts mehr tun kann. Wie sie versuchen, alles aus dem wissenschaftlichen Blickwinkel zu erklären. Ich spüre, wie sie mich in diesen Plastiksarg legen. Der Aufprall auf das Auto und auf die Straße war wohl zu stark. Mein Kopf ist zertrümmert, mein Gehirn zerstört, meine Erinnerung tot. Eine Blutlache ziert noch den Asphalt.

Es regnet.
Regnet seit Tagen.

Die Nacht Dreht. Sich. Um Dich.

Siehst du. Der Mond hat sich ein Fernglas gebaut.

Die Sonne ist gesunken. Der Tag scheint am Ende angekommen zu sein. Außer Puste, völlig fertig. Er braucht jetzt wohl Zeit zum Regenerieren, würden Tagmenschen jetzt sagen. Doch der Tag geht erst jetzt los. Erst jetzt ist die Zeit für die schönsten Momente. Die Dunkelheit und die Nacht, diese beiden lassen einen fliegen, und die Sterne berühren.

Ich liege hier. Blicke aus dem Fenster, und erschrecke vor den hellen Strahlen, die mich treffen. Beim Nachbarn brennt noch Licht, Autos fahren auch noch. Die kaputten Gardinen helfen nun also auch nichts. Und so setze ich mich auf die Fensterbank, blicke in den immer noch schwarzen Himmel. Sehe die Sterne, die Inseln aller Verstorbenen und die Gedanken aller Gedenkenden. Ich strecke meine Hand aus, doch die Fensterscheibe lässt sie wieder ruhen. Nicht weit bin ich gekommen, mit meinem Wunsch, den Himmel zu berühren.

„Das hier ist unser Stern, siehst du?“, habe ich dir gesagt und auf den Stern über uns gezeigt. Ich weiß nicht, was an ihm so besonders ist, doch jedes Mal wenn ich meine Blicke über den Nachthimmel schweifen lasse, fällt mir unser Stern sofort auf. Wie sollte ich ihn auch vergessen. Plage ich mich doch schon viel zu lange mit dem Versuch, ein Leben ohne dir führen zu können.

Du weißt nicht, wie oft ich hier sitze. Wie oft ich den Himmel berühren möchte, wie oft ich diesen einen Stern vom Himmel holen würde, um ihn zu mir ins Bett zu legen. Um dich immer um mich herum zu haben. Jede einzelne Nacht, dreht sich nur um dich. Jeder letzte Gedanke vor dem Wegdösen ist dir gewidmet. Und so hasse ich das Gefühl, wenn die Sonne mich am nächsten Morgen die Nase kitzelt. Um mir zu zeigen. Die Nacht ist vorbei. Deine Nacht ist vorbei. Alles ist vorbei und doch kommt es immer wieder. Ob nun in der rationalen Wirklichkeit, oder in den Gedanken. Irgendwie kommt alles wieder. Man kommt einfach nicht los.

Für euch beide.

Tiefe Melancholie.

Alltag

Wieder einmal. Ein Leben. Meine Gefühle. Ein Widerspruch in sich. Oneself in Zwiespalt.

Wut. Wegen allem. Wegen Worten. Und fehlenden Reaktionen. Wieder deine Stimme. Umschwung von Wut in Freude. Einfach nur Freude. Ohne Grund. Trotz des Zweifelns meiner Gedanken. Trotz der ungesagten Worte und trotz alledem. Du tust mir weh. Wie es sich eben gehört.

Nach Garden State mit Elisabethtown einen weiteren Coming-Of-Age-Film gesehen. Über Tod, und dem Versuch, zu trauern. Und über das Leben und dem Sinn und alledem. Ein wunderbarer Film, schöne Musik, großartige Schauspieler. Und ganz viel Ryan Adams im CD-Player von Drew Baylors Auto.

Das Wochenende nicht zur Ruhe gekommen. Von Cocktailparty über Kino bis hin zum heutigen Abend. An dem ich auch wieder ins Kino gehen werde. Die „Beste Zeit“ steht an. Ebenfalls ein Coming-of-Age Film. Auf Bayrisch. Großes Interesse daran. Und doch, dieses Mal werde ich alleine gehen. Auch wenn ich sie angerufen habe.

Oder sie einfach kontaktiert habe. Sie hat mich dann zurückgerufen. Ob sie Zeit und Lust hätte, die beste Zeit mit mir zu genießen. Eine Beinahe-Absage und der Umschwung meiner Gedanken, meiner Gefühle. Das Wissen, nichts zu wissen. Und deshalb werde ich jetzt noch einige Minuten in der Stimme von Ray LaMontagne und seinem Shelter verschwinden.

Nur um in tiefe Melancholie zu verfallen. Nur um meine Ohren mit immer demselben Lied zu strapazieren. Immer noch das Handy neben mir liegend, hoffend auf einen Anruf und keine Absage.

Dass das Leben lebenswert ist, zeigte mir neben Elisabethtown auch schon Garden State. Und aus diesem Film möchte ich nun diesen einen einzigen, heutigen, wenig literarischen, und auch sonst nicht wirklich anspruchsvollen Text zu Ende gehen lassen.

Come here.
Fuck, this hurts so much.

Yeah, I know. But that is life. If nothing else,
that’s life, you know. It’s real. Sometimes it fuckin’ hurts. To be
honest, it’s sort of all we have.

How are you feelin’?

Safe.
When I’m with you, I feel so safe.
Like I’m home

Tenemos Que Hablar.

Alltag

We have to walk.

If you would walk a while, we could waste the day. //Foo Fighters.

Der Schnee kam zurück in mein Leben. All die letzten Überbleibsel vom schon länger zurückliegenden Einbruch des Winters wurden überdeckt von einigen vielen Zentimetern Neuschnee. Die Sonne konnte man heute noch nie sehen, der Nebel hat mein Zuhause eingeschlossen und der jetzt auftretende Regen lässt das Kopfweh wieder auferstehen.

Believe anyhting you want to. But please, please just walk away. //5 Chinese Brothers

Das Telefonat gestern hat mich aufgewühlt. Hat meine Stimme und meine Worte zurückgeschraubt. Ruhig wurde ich, bedeutungslos alles in meinem Leben. Wut, Zorn, Versuch des Verständnisses und dann doch wieder nur Wut. Ein normaler Mensch würde spüren, was manb mit einem Menschen anrichtet, wenn man sich so benimmt, wie du. Jeder Freund spürt es schon. Nur du nicht. Dir fehlt die Sicht.

Cause you make me feel so good ‚cause you’re so bad. //Aerosmith

Den Tag verbraucht. Die Nacht anbetend. Eine Cocktail-Party nennen es die einen. Endlich mal wieder ein komplett gemütliches Zusammentreffen. Wo wirklich beinahe alle wichtigen Menschen da sind. Freunde. Und wir alle werden Cocktails mixen. Werden Spaß haben, Musik hören. Rauchen, uns betrinken. Und in wenigen Minuten werden wir auch noch einkaufen fahren. By the way, übrigens.

Don’t walk away, don’t say goodbye. Don’t turn around, don’t let it die. //Air Supply

Träume holen mich ein. Der Druck ob der fehlenden Trauerverarbeitung erhebt sich in meinen Kopf. Statt Lebensberichte erscheinen hier viel öfter diese minimal literarischen Texte. Weil das Leben nichts mit sich bringt. Und die Kreativität zurück in meinen Kopf gelangt ist. Gedanken werden zu Worte, Gefühle zur Philosophie.

Walk On. With hope in your hearts. You’ll never walk alone. //Conway Twitty

Nicht alleine. Gemeinsam. Gestern. Den Film Garden State. Ein wunderbarer Film. Wunderschön. Unglaublich. Ich identifizier mich mit all den Gedanken und all den Szenen. Einfach nur wunderschön. Und so verschwinde ich aus diesem Tag. Melde mich ab. Für heute. Für diesen Monat.

Keine Texte Über. Liebe.

Das Kissen ganz fest in mein Gesicht gedrückt. Ich ringe nach Luft. Und irgendwann kann ich nicht mehr und lasse das Kissen aus, mein Kopf rollt auf die Seite und ich atme wieder weiter. So wie immer.

Mein Stift ruht wieder. Wenige Worte habe ich bis jetzt erst zustande gebracht. Und alle wurden verziert von wütenden und besorgten Strichen. Auf meinem Block findet sich nur eine unleserliche Schmiererei. Die Wörter sind verdeckt. Keinen ganzen Satz bekomme ich auf die Reihe, keiner geraden Linie kann ich folgen. Wütend auf mich und auf alles andere werfe ich den Stift quer durch das ganze Zimmer, bis er gegen ein Kästchen knallt, zerbricht und die blaue Tinte sich über den Boden ergießt. Doch anstatt es sofort wegzuwischen, werfe ich auch gleich den Block hinterher. Schlage meinen Kopf in das Kissen. Drehe ihn irgendwann zur Seite. Und an dieser Stelle, an der das Auge auf die Federn der Gans treffen, bildet sich ein kleiner nasser Fleck.

In die Decke wickle ich mich ein. Mir ist kalt. Ich habe Fieber. Mein Immunsystem spielt verrückt, es wurden wohl die falschen Abwehrkräfte aktiviert als ich dieses minderwertige Getränk jeden Tag trank. Und so nehme ich die Fernbedienung in die Hand und verlasse mich drei Stunden lang auf seichte, total uninteressante Einheitskost. Ich habe zirka vier Filme begonnen zu sehen, habe mir sechs Sendungen reingezogen und bin trotzdem noch so leer wie zuvor. Meinem Handy geht schön langsam der Akku aus. Und nichts erreicht mich.

Wie lange haben wir uns schon nicht mehr gehört? Mehr als eine Woche, wenn meine Erinnerung stimmt. Länger als die Ewigkeit, will sie mir weißmachen. Ich habe mich nicht gemeldet, so von wegen Stress und schlussendlich wegen Krankheit. Habe dich nicht angerufen. Habe nichts unternommen. Genauso wie du. Was solls denke ich mir und dann fällt mir wieder ein, dass ich eigentlich so oft daran denke, dass ich es einfach nicht lassen kann. Kann meine Gedanken nicht von dir abwenden. Neben all den Gedanken, die ich irgendwie brauche, um mit allem zurecht zu kommen. Beziehungsweise um immer mehr in einer Traumwelt zu versinken.

Millimeter für Millimeter, Tausendstel Sekunde um Tausendstel Sekunde. Die Welt setzt ihren gewohnten Gang fort. Hast du an mich gedacht. Hast du jemals mitbekommen, wie es mir geht? Selbst Menschen, die sich zuvor nur selten gemeldet haben, fragen nun, wie es mir geht. Und du, die so viele Monate Teil des Wirs waren, fragt nicht. Ich fühle mich leer. Die Decke wärmt nicht. Mir ist eisig kalt und ich zittere.

Selbst der Tee, diese Kirsche und was weiß ich Kombination, bringt meinen Kreislauf nicht wirklich auf Vordermann. Nein. Es bleibt so wie es ist. Und während ich kurz die Augen schließe, träume ich wieder die verrücktesten Sachen; und wenn ich wieder aufwache, denke ich wieder daran. Und ich würde mir wünschen, du würdest dich melden. Würde mir wünschen, du wärst da.

Und langsam stehe ich auf. Mein Genick, meine Beine, meine Hände. Alles tut weh. Ich bücke mich um den Block. Die Tinte hat sich mehrere Seiten tief hineingebohrt, und während ich durch das Karierte, von Blau getränkte blättere erscheint mir, vielleicht auch nur in meiner Vorstellung dieser Fleck auf Seite Sieben wie ein Herz. Alle Zettel davor reiße ich heraus. Hier soll es beginnen. Das soll es sein. Und während ich mir einen neuen Stift suche und mich an den Tisch setze, frisst sich der blaue Fleck immer weiter in das jetzige Deckblatt hinein. Als würde es alles einvernehmen und nichts unversehrt zurücklassen.

Zu zittern beginnen. Und den Stift wieder fallen lassen. Und mir für immer und ewig schwören: Keine Texte über Liebe mehr. Langsam hebe ich den Stift wieder auf. Und beginne zu schreiben. Dutzende Male dein Name. Hunderte Erinnerungen. Bis ich wieder einmal erkenne, dass es nicht geht. Vielleicht irgendwann. Nicht jetzt. Dich zu vergessen. Dich nicht als das anzusehen, was du nicht bist.

If You Can’t Leave It Be.

Alltag

… might as well make it bleed.

Nach was suchtest du? Was glaubtest du zu finden? Bist du nun glücklich? Und ist nicht jede einzelne Suche absolut sinnlos? Weil man nach dem Finden schlussendlich wieder nicht ruhen kann.

Nachdem die Gardine von mir unabsichtlich irgendwann einmal wegen dem Versuch, eine Zigarette auf dem inneren Fensterbrett zu rauchen, heruntergerissen wurde, ermöglicht mir der spät-abendliche bis früh-morgentliche Blick aus dem Fenster so manche Überraschung. Dass die Welt da draußen selbst zu Mitternacht nicht durchgehend dunkel ist, sondern eine scheinbar bedrohendes rotes mattes Leuchten hervorruft. Dass Schnee selbst das Schwarz etwas wärmer werden lässt. Und dass ich schon wieder viel zu lange vor meinem Notebook sitze.

Ich schreibe. Wieder einmal. Nur noch ein Eintrag. Und dann Augen zu. Und schlafen. Ich muss das hier noch schreiben. Muss noch. Muss ich? Noch schnell auf den Veröffentlichen-Button drücken und warten. Habe ich alles richtig gemacht? Und warum?

Mit den Nachwirkungen von Fieber beschäftigt, außerdem mit Kopf-, leichten Ohren- und gerade erst auftretenden Halsschmerzen beschäftigt. Als Einziger in diesem Haus schon auf und mit Norah Jones wieder einmal eine Musik herausgekramt, die ich damals zu meinen All-Time-Favourites zählte. Die Ruhe vor dem Sturm. Die Sanftheit in ihrer Stimme. Das Brüllen in meinem Kopf. Und der Wasserkocher der mir die nächten eineinhalb Liter Tee zubereitet. Dass es noch Minuten bis Stunden dauern wird, bis ich Gesellschaft bekomme, lässt mich hier weiterschreiben, bevor ich wieder einmal die TV-Kiste einschalte.

What Am I To You. Eine gute Frage. Ich suche viel lieber die Fragen zu vorgegebenen Antworten. Das fällt viel einfacher und lässt mehr Fantasie zu. Fantasie. Ein Schlagwort der besonderen Sorte. Niemand ist irgendwie fantasielos. Nein. Das gibt es nicht. Nur Fantasie ist, so wie alles im Leben, relativ. Der Eine definiert es so. Der Andere anders.

Gestern mal wieder bemerkt, wie bemerkenswert Scrubs ist. In den erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Folgen My No Good Reason (Mein scharfes Kindermädchen, Season 6, Folge 14) und My Long Goodbye (Meine Patenschaft, Season 6, Folge 15) habe ich mal wieder durchgehend gelacht. Bis ich kurz vor Ende mit Tränen konfrontiert war. Deswegen liebe ich Scrubs. Vielleicht habe ich auch nur geweint, weil mich das Kranksein irgendwie sensibler machte, oder weil … ich weiß nicht.

Kirsche mit irgendetwas anderem. Mein Tee für den heutigen Morgen. Wieder einmal ein Wochenende an dem nichts passiert ist. Nichts. Krankheiten entstehen bei Dominik immer Freitag und halten sich bis Sonntag. Aber ich kann sowieso nicht länger als bis heute krank sein. Morgen muss ich. Ach verdammt.

Ein Brett vor dem Kopf. Worte, sich immer wiederholende Worte in meinem Kopf. Mich für Lahja freuen. Und selbst noch wünschen. Hoffen. Glauben. Warten. Niemals aufgeben wollen. Würde mir nicht viel daran liegen, wäre ich schon wieder ganz woanders. Doch es liegt mir viel daran. Viel zu viel. Und so sitze ich hier, oder ich liege, oder ich schlafe, oder ich laufe, oder ich stehe. Und hoffe und warte. Es ist egal. Irgendwann einmal wird alles wieder passen. Es wird anders sein. Aber gerade deswegen wird es perfekt sein. So gut es eben geht. Irgendwann.

Das Leben. Und perfekt. Zwei Wörter, die sich nicht mögen. Aber irgendwann einmal, wenn der Schmerz und alles irgendwie … nein, nicht weg, sondern erträglicher sind, dann werde ich mal wieder dasitzen, vielleicht am See mit Freunden. Und werde mir denken, während wir Wonderwall singen: Perfekt.

Und so lebe ich krank in den Tag hinein. Hinterlasse überall mein Spuren. Hier meine Teetasse, da meine aktuelle Ausgabe NEON, dort meine Decke und da die Fernbedienung. Das gehört dazu, vor allem wenn ich krank bin. Nicht ausschließlich, aber vor allem. Seit langem wieder einmal ICQ gestartet. Auf ihren Nickname geklickt. Und gehofft, dass sie online geht. Aber hey, es ist gerade erst acht Uhr. Am Sonntag. Und sowieso. Und deswegen jetzt noch schnell trainieren, wie man Amokläufer wird, eine Runde Max Payne spielen. Bis ich mir die 300. Folge von Genial Daneben reinziehe. Jaja, ich weiß. Mainstream-Comedians-Kacke. Schon okay. Aber ich hab die erste Folge gesehen. Und wahrscheinlich einhundert andere. Oder noch mehr. Und deswegen.

Mich nicht rechtfertigen müssen. Wenn man es nicht sein lassen kann. Ich bin doch hier in meinem Blog. Und in meinem Blog kann ich tun und lassen was ich will. Ich bin hier der Herrscher, der Gott, … ähm … der Administrator.

Mich Dich Euch jetzt mit meinen Gedanken alleine lassen. Geht wieder schlafen. Steht erst mal richtig auf. Trinkt Kaffee, Tee, NeoCitran oder was weiß ich. Hört Musik, seht fern. Trefft Freunde, Verwandte. Lebt den Sonntag, wie man ihn nunmal lebt. Ich werde mich noch etwas auskurieren. Um ja nicht. Ähm. Ihr wisst schon.

And If I Didn’t Love You

… you would know.

Du stehst neben mir. Wir neben uns. Beobachten, wie die Flocken sich am Himmel sammeln und den Boden übersäen mit frisch glitzernden, weißen Flächen. So vieles ist nicht geschehen, was doch ganz natürlich wäre. Ein Kuss auf die Wange zur Begrüßung. Eine Umarmung. Oder die Symbiose unserer Hände. Nichts ist. Nur dieses Gefühl, dass diese Mauer zwischen uns wohl immer höher wird.

Was würde ich geben für …; ach, ich vergesse, dass ich sowieso nichts geben kann. Nichts. Und doch möchte ich so vieles tun. Es wurde nichts bringen. Es fehlt so vieles, was die Vergangenheit wieder zur Gegenwart machen könnte. Du stehst neben mir. Fühlst dich wahrscheinlich unwohl, genauso wie ich.

Es sollte Freundschaft sein. Pureste Freundschaft. Immer und immer wieder habe ich gesagt: „Wir könnten doch Freunde bleiben.“ Selten habe ich es so ernst gemeint, wie dieses eine Mal. Und doch geht es nicht. Bei mir sind einfach Gefühle da, die ich nicht abstellen kann, nicht abstellen will. Ich habe dir nie gesagt, dass ich dich nicht mehr liebe. Dass ich dich nicht liebe. Ich habe dich immer geliebt. War mir manchmal meiner Gefühle nicht vollkommen bewusst, vor allem nach dem ersten Schock. Oft unterdrückt. Lange Zeit mich selbst belogen. Bis ich nicht mehr konnte und alles einfach heraus musste.

Nie habe ich dir gesagt, dass ich dich nicht mehr liebe. Vielleicht denkst du auch gar nicht daran, glaubst, alles wäre okay und die Welt wäre gut. Die Welt ist nicht gut, es ist nichts okay und zu Glauben ist auch nicht immer das Richtige. Dass du mich nicht liebst, sehe ich als Tatsache an. Jetzt musst nur du auch einsehen, dass ich nicht aufgeben will. Ich möchte nicht um dich kämpfen. Ich möchte warten. Warten, till the end of time. Bis man zurück auf den Weg findet, egal in welche Richtung er geht. Oder bis ich sagen kann, dass ich dich nicht mehr liebe. Oder.

Why Can’t You Just Hold Me? Nur halten. Nur.