I’m Sorry.

Irgendwann kommt man an den Punkt an, an dem man nur mehr zwei Worte zwischen den blutunterlaufenen Lippen hervorpressen kann.

„Irgendetwas hier läuft so richtig falsch auf dieser Welt.“ – „Pscht.“ Ich versuche mit einsilbrigen Worten meine innere Stimme zu unterbinden. Doch es nützt nicht wirklich. „Du musst doch einsehen, was hier gerade so abläuft, das ist doch hinrissig, vollkommen bescheuert und abnormal.“ Ich schließe die Augen, hoffe auf Ruhe in meinem Kopf und atme langsam und unaufhaltsam ein. Und aus. „Menschen töten. Töten jemand anderen, töten sich, töten Gefühle, töten Gedanken.“ – „Ach, halt doch einfach nur deine Klappe“, schreie ich sie an.

Was ist das nur für ein Gefühl Wenn man noch Wochen der Hoffnung und des Glaubens an die Sache plötzlich begreift, dass alles nur vollkommen kindisch und unangebracht war. Dass ich mit dem heutigen Wissensstand alles anders machen würde. Dassman dadurch noch mehr zerstört hat, als was man eigentlich beabsichtigt hat. Wenn man soweit ist, die Realität zu akzeptieren und Gefühle wie von alleine verschwinden. Als der Zug einer Zigarette nicht nach sieben Sekunden das Glücksgefühl in den Kopf sendet, sondern: „Es ist Schluss.“ Und die Wucht dieser Erfahrung, dieser Information, die schon vor fast neun Monaten an meine Ohren geknallt wurde, sich plötzlich ins Gehirn und ins Herz eingefressen hat. Wenn man leicht überrascht die Augen schließt, nickt, an der Zigarette anzieht und wiederholt. „Es ist Schluss.“

Dann ist man endlich an diesem Punkt angekommen, an dem einen alles Leid tut, was man falsch gemacht hat. Wie gefühlskalt man einige Dinge geschehen hat lassen, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Und man presst die Lippen zusammen, Gedanken schießen in einen Kopf und obwohl man komplett alleine in diesem Raum ist, bleibt nur eines übrig. Ein leises „Entschuldigung.“ Entschuldigung für all das, was schief gelaufen ist, was ich erzwingen wollte, obwohl es sinnlos war. Für all das, was ich zerstört habe, und für alles, was ich schon zum Einsturz gebracht habe, bevor es erbaut wurde. Entschuldigung für meine Penetranz und für meinen kindlichen Leichtsinn. Entschuldigung für meine Inkompatiblität in Dingen Liebe und so. Entschludigung für manche Momente, die unser beiden Leben zu einem Horror hat werden lassen. Entschludigung für meinen Wahn und meine Traumvorstellung von Leben und allem. Einfach nur. Entschuldigung.

Ich kann nicht erwarten, dass man sie annimmt. Zu viel ist passiert. Zu viel wurde schon zerstört, kaputt gemacht durch meine Idiotie. Vielleicht kommt mal wieder was. Vielleicht. Aber ich kann einfach nicht mehr sagen, als ein einfaches und ehrlich gemeintes Sorry.

„“

Alles und doch so wenig. Nichts und doch so viel.

Ich sitze hier, du mir gegenüber. Der warme Tee in meiner Hand sollte meinen Magen beruhigen, doch dieser rotiert, lässt es grummeln und weiß nicht, was er mit sich selbst tun soll. So wie ich. Ich sitze hier, wie ein vierjähriges kleines Kind, das nichts zu wissen glaubt und ganz erstaunt zur großen Welt aufblickt. Kein Wort verlässt meinen trockenen Mund. Ich warte auf dich. Warte, dass du etwas sagst, dass du erzählst von deinem Leben und dem Sein und der Welt und dir. Doch auch du schweigst.

Haben wir uns denn gar nichts zu sagen. Menschen, die ich weitaus weniger kenne, sind viel einfacher zu handhaben. Mit ihnen kann man Gespräche führen, über Gott, und das Wetter, Sterne und Liebe. Bin ich irgendwann endlich mal bereit, Smalltalk zu führen, bin ich ein König in diesem Genre. Wenn einen nichts verbindet, ist es viel einfacher, eine einmalige Verbindung aufzubauen. Aber bei dir ist alles anders. Du bist anders. Bist doch auch nur ein einzelner Mensch in der unendlichen Hemisphäre. Aber es scheint, als wärst du ein ganz besonderer Stern, ein Komet, ein Meteorit. Schön zu betrachten, mit unvorstellbar zerstörerischer Wirkung.  

„Wie geht es dir?“ Ein möglicher Start für eine Konversation. Jetzt bin ich nur noch gespannt, was du antwortest. „Wie geht es dir wirklich?“ Du sammelst dein Gesicht unter deinen Handflächen, nur mehr ein Schluchzen höre ich von deiner Seite. Verdammt. Fallen mir jetzt auf die Schnelle irgendwelche nützlichen Floskeln ein. Soll ich noch Fragen hinterherwerfen? Ich weiß es nicht. Sitze nur da, und rücke immer näher zu dir. Und als ich neben dir sitze, nehme ich dich in den Arm. Du drehst dich zu mir und vergräbst dein Gesicht an meiner Schulter. Ich spüre den Fall der schweren Tränen auf meinen Körper. Du tust mir weh. Es tut mir weh, dich so zu sehen. Du klammerst dich an mich, möchtest noch minutenlang deinen Tränen freien Lauf lassen, geschützt von mir.

Irgendwann erhebst du deinen Kopf wieder. Setzt dein Kinn auf meine Schulter, und mit leicht verweinter Stimme flüsterst du mir wenige Worte ins Ohr. „Dankeschön.“ Ganz wenige, aber wunderschöne Worte. Uns ist heute nicht nach Reden zumute. Als du dich etwas gefasst hast, nehme ich dich an der Hand. Und ziehe dich hinaus, auf die Straße, auf den Weg, irgendwann setzten wir uns auf eine Parkbank. Der Wind braust durch unsere Haare, geschützt unter einem großen Ast eines Kastanienbaumes trifft uns nicht mal ein Regentropfen. Und während wir hier sitzen, beobachten wir den Sturm am See. Beobachten das Unwetter, die Verwüstung. Und während um uns herum alles übereinander einstürzt, werden wir innerlich immer ruhiger. Wer braucht schon Worte.

Sterne.

Looking above.

Der Asphalt wärmt. Es ist mitten im Sommer. Wir liegen auf diese einen dunkelblauen Decke, eingewickelt in unsere Pullover und Jacken. Rund um uns herum ist es dunkel, das Rauschen des Baches durchbricht die Stille. „Siehst du den großen Wagen? Dort!“ „Ja, ich seh ihn.“ Den Blick gemeinsam senkrecht nach oben lenken. „Und das“, sage ich, „ist unser Stern. Siehst du? Und wenn du einmal zuhause bist, und an mich denken möchtest, dann kannst du dich auf den Balkon sitzen und unseren Stern suchen. Du weißt schon.“ Sie lächelt und kuschelt sich näher an mich. Die Sterne.

Jetzt bleibe ich liegen. Schaue immer noch gegen den Himmel. Der Himmel, er leuchtet. Und dort sind sie alle. Alle Menschen, die mir etwas bedeutet haben. Und die mir auch jetzt noch etwas bedeuten. Verewigt in Sternen. Ich strecke die Hand aus. Mit dem Zeigefinger möchte ich einen von euch berühren. Um eins mit dir zu werden. Und irgendetwas kitzelt mich an der Spitze des Fingers. Ich zucke zurück. Und irgendwie fühle ich, dass ihr mir noch nie so nah wart wie jetzt. Obwohl es kräftig abgekühlt hat. Ich fühle mich warm. Geborgen. Obwohl ich Angst im Dunkeln habe. Ich fühle mich sicher. Bei euch. Und für genau solche Momente lohnt es sich, in meine Haut zu schlüpfen.

the places you’ve come to fear the most // erstes buchprojekt

Sterne haben eine ungewöhnliche Macht. Blickt man zu ihnen hoch, verliert man langsam den Halt. Muss sich irgendwo fest halten, um nicht umzufallen. Weil sie plötzlich das Endliche unendlich machen. Sie zeigen, wie sinnlos Zeitmessung ist. Schon vor Jahrtausenden gestorben, leuchten sie noch immer. Der Strahl erreicht erst jetzt uns. Wie oft schon saß ich auf der Fensterbank, blickte hinaus. Und konnte minutenlang nur in dieses Meer aus leuchtenden Pünktchen sehen.

Sterne haben für mich eine Bedeutung. Mir scheint, als wäre das der Platz, an dem man alle Menschen, die nicht gerade um einen herum sind, erreichen kann. Menschen, die verstorben sind, aus dem Leben verschwunden oder einfach nicht da. Dort oben, am Himmelsfirst finden sie sich. Sind immer erreichbar. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ich bin beunruhigt, wenn Wolken versuchen sich davor zu schieben, oder wenn die Nacht einfach sternenklar ist.

Manchmal verglühen sie auch. Und sind weg. Weg aus der Erinnerung, weg aus der unzähligen Schar. Weil sie es vielleicht nicht verdient haben. Aber Menschen, gegen die ich keine Abneigung habe, von denen ich einfach nur Abstand wünsche, bleiben dort. Um irgendwann wieder einmal heller zu leuchten oder als Sternschnuppe zu enden.

Sterne sind für mich in jeder Beziehung eine wunderbare Sache. Ich könnte mit jemanden stundenlang hinaufblicken, ohne ein Wort zu sprechen. Nur betrachten und warten. Und das Leben, die Wolken und alles vorbeiziehen lassen. Die Sterne bleiben. Zumindest für eine beachtliche Zeit. Danke, dass es euch gibt, liebe Leuchtkörper da oben. Vielen Dank.

Rêves.

Als ich aufwache, bemerke ich, dass ich mich in einem Traum befinde.

Gedanken nach eineinhalb Stunden Film. La Science de Rêves. Die Wissenschaft der Träume. Langsam überkommt mich der Eindruck, dass der Film noch tiefsinniger zu sein scheint, als man es schon beim ersten Mal ansehen vermutet. Ein großartiger Streifen, gewohnt beeindruckende Arbeit eines Michel Gondry. Leichtes Verwundern über das Ende, den Cliffhanger ohne Auflösung, den Gedankensalat nach einem Buchstabensalat, den man erst, Szene für Szene, Buchstabe für Buchstabe sortieren muss.

Ich bin es mir schon Leid, stets von Träumen zu reden. Nein, nicht diese Tag-/Nachtträume. Die Träume, die das weitere Leben bestimmen sollen. Es sind keine Träume. Es sind fixe Pläne und weiche ich oder das Leben auch nur minimal davon ab, ohne mich zuvor davon in Kenntnis zu setzen, stehe ich vor unvollendeten Tatsachen und der Unmöglichkeit so weiterzuarbeiten. Dann kommt alles in diese Box, die alle Ideen sammelt. Vielleicht werden sie irgendwann einmal wieder aufgegriffen, wenn die Zeit bereit und ich etwas erfahrener bin. Ich habe Träume. Ja, sie hören sich utopisch an, aber sie sind zu meistern. Mit Enthusiasmus und Engagement. Aber das sind eben Träume, hinter die man ein Häkchen machen kann. Und dann sind sie so gut wie erledigt.

Nein, heute möchte ich von Träumen schreiben, die nicht so einfach erledigt sind.

Hi, and welcome back to another episode of „Télévision Educative“. Tonight, I’ll show you how dreams are prepared. People think it’s a very simple and easy process but it’s a bit more complicated than that. As you can see, a very delicate combination of complex ingredients is the key. First, we put in some random thoughts. And then, we add a little bit of reminiscences of the day… mixed with some memories from the past.

That’s for two people. Love, friendships, relationships… and all those „ships“, together with songs you heard during the day, things you saw, and also, uh… personal… Okay, I think it’s one.

Stéphane in The Science of Sleep

Meinen ersten Kuss erlebte ich im Traum. Von einem wunderschönen blonden Mädchen. Ich habe sie nie in meinem ganzen Leben gesehen. Ihre Schönheit und ihr Auftreten, ihre inneren wie auch ihre äußeren Werte sind vielleicht das, was ich die ganze Zeit suche. Interessante Umstände unseres Aufeinandertreffens. Der Moment. Das Aufwachen. Mit einem Lächeln. Einem Lächeln, wie ich es an einem Morgen sonst nie gewohnt bin. Freude über das Geschehene, Überlegen für ein Wiedersehen, Realisieren der Realität, Ernüchterung. Und der ständige Gedanke an sie. Und Stunde für Stunde, Tag für Tag und jetzt schon Jahre für Jahre sind nur mehr Umrisse erkennbar.

Aufarbeitung des Vortages. Manchmal schweißgebadet aufwachen, aus der Traumwelt entweichen, die mir eine Welt vorstellte, die so surreal und doch so möglich wäre. Extremsituationen. Und ich mittendrin, im Alltag des Grauens, meinem Leben in Angst. Ebenfalls wieder lange darüber nachdenken und erst durch das Schreiben oder Reden wieder zur Fassung kommen. Sexuelle Träume mit (weiblichen) Freunden haben, und anschließend aufwachen, sich fragen, wie es dazu kommen konnte. Warum diese Person in solch einem Traum auftaucht. Manchmal nicht begreifen, manchmal schon.

An manchen aufeinanderfolgenden Tagen überhaupt keine Erinnerung. Man träumt ja jede Nacht. Aber mir fehlt am nächsten Morgen die Erinnerung. Und ist sie einmal da, verblasst sie unglaublich schnell. Und auf eine Verarbeitung des Geschehenen warten, hoffen, dass der Traum die Antwort auf dem Tablett serviert. Und hoffen, dass Menschen, die man verloren hat, egal auf welche Art und Weise, sich noch einmal melden. Und irgendwann, wenn man es am Wenigsten erwartet, klopft diese Person an. Meldet sich und beruhigt.

Träume haben die Macht, die Psyche des Menschen in all seinen Grundfesten zu erschüttern. Sie tragen einen durchs Leben. Geben dem darauffolgenden Tag genug Gedanken von der vorhergegangenen Nacht. Lassen einem spüren, wie es ist, wie es sein könnte. Und manchmal spürt man auch die Wärme von Menschen, die Liebe zu diesen, die Freude darüber, sie wieder einmal zu sehen.

In dreams, emotions are overwhelming.

Stéphane

Ich würde nie von mir verlangen, selbst in meinen Träumen mitzubestimmen, wie sie verlaufen sollen. Da lasse ich der Eingebung und dem Gefühl, den Gedanken und dem Leben freie Hand. Sie sollen entscheiden, mit was sie mich konfrontieren. Sollen überlegen, womit sie mich fertigmachen, und wie sie mich wieder aufbauen. Ich liebe Träume. Träume. Und Sterne.

Let It Be.

Standing right in front of me.

Stille. Kopfschwangerer Gedankenballast. Überaschende Sprachlosigkeit. Wie ich mich fühle? Wie ein Sack Kartoffel, von allen Seiten getreten, geschlagen und geprügelt. Wie ein alter, großer Baum, angepisst und mit vielen offenen Wunden. Und jeder wartet nur darauf, bis ich morsch werde und zerbrösele, zu Staub werde und sie mich abtransportieren können.

„Es ist mir egal.“, sage ich, „Egal, was die Anderen denken.“ Vollkommen überzeugt hat mich diese Aussage nicht. Und plötzlich bemerke ich einen Menschen. Und bemerke, dass es mir nicht egal ist. Obwohl gerade dieser Mensch nichts in meinem Leben zu suchen hat. Und so folge ich den Spuren der Zeit, und wende mich ab. Und halte doch immer Ausschau. Und denke nach, wie ich reagieren werde, als wäre Spontanität ein vollkommenes Fremdwort für mich.

Minuten, gelehnt an die Wand, den Kopf abgestützt. Ich bin froh, dass wir uns lange nicht mehr sehen müssen, bin froh, dass das gezielte Über-den-Weg-Laufen ein Ende hat. Vielleicht erst wieder in einem Jahr oder so. Ich möchte nicht die ganze Spontanität, den ganzen Ehrgeiz, das ganze Lebendige aus meinem Körper schwinden sehen. Nicht wegen dieser Person.

Lass es sein, Dominik. Lass die Gedanken Gedanken sein. Fühle deine Gefühle und bemerke, dass nur wieder ein Schaf gerade mehr Aufmerksamkeit braucht. Irgendwann geht es ihm wieder besser und ich stelle es zurück in die Herde. Es ist nicht falsch, zu empfinden. Es wäre nur falsch, den Empfindungen blind zu folgen. Und würde diese Person morgen vor dir stehen, vielleicht würdest du da schon wissen was du machen sollst. Einfach umdrehen und weggehen, vielleicht. Aber nenne deinen Gedankenballast nicht lächerlich, er ist. Und das ist gut so.

Ich will dich nicht mehr sehen. Nie mehr. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich wieder dazu bereit bin. Erst dann wieder. Und vielleicht kommt der Zeitpunkt auch gar nie. Es wäre falsch, zu sagen, alles war scheiße. Es war schön, dich kennengelernt zu haben, unsere Zeit war schön. Doch sie ist vorbei.

Dominik. Let it be.

Ufer.

Und mit dem Kuss verabschiedest du dich.

Gegangen bist du schon vor langer Zeit. Hast mich zurückgelassen in einer Einöde, die irgendwann einmal von einem Himmel erschlagen wurde. Unter den Trümmern der Welt, die mir damals den Schutz des Lebens gab, liege ich. Krame mich hervor und atme aus tiefster Überzeugung die staubige Luft ein. Hast mich zurückgelassen. Vor langer, langer Zeit.

Wolken brachten Regen, und ihr Abschied brachte die Sonne. Ich habe mir ein neues Leben aufgebaut. Neben den Trümmern, die mir zum Wegräumen viel zu schade sind. Sie sollen liegen bleiben. Und mich erinnern. An das was war, und damals kam. Manchmal steige ich noch über sie, blicke hinunter und ein Kloß sammelt sich in meinem Hals. Dann muss ich es hochheben. Und denken. Mich erinnern, an die Zeit, als die Trümmer noch die Welt bedeuteten. Nun sind sie eben Brocken, die nur langsam von mir abfallen.

Immer wieder öffnet sich ein Fenster und der Luftzug lässt meine Stimme heiser werden. Wenn ich dann leise spreche, hört man nur ein Kratzen, kaum einen Laut mehr. Worte zu bilden, sehe ich sowieso als Kunst an. Schwer fällt es, immer die richtigen zu finden. Um niemanden zu enttäuschen oder abzuschrecken.

„Du bist weise.“, ruft mir jemand zu. Ich drehe mich um, und möchte dagegensprechen. Möchte sagen, das Weisheit doch viel tiefer ist, viel voluminöser und größer. Möchte sagen, dass ich doch auch nur ein Mensch bin, der versucht, aus Erfahrungen zu lernen und aus Erlebnissen zu zehren. ‚Du bist weise‘, hallt es nach. Ich setze mich nieder.

Alles Schöne endet meist mit einem Kuss. Oder einer Umarmung. Und dann ist Schluss. Keine Möglichkeit mehr, die Welt beim Alten zu belassen. Das Kartenhaus, meine Welt. Irgendwann kommt schon der Luftzug, der wieder alles über den Haufen wirft. Tonnen von Lebenstrümmern sammeln sich in meiner Einfahrt. Manchmal lege ich mich noch unter diese Brocken, um dieses Gefühl ein weiteres Mal zu spüren. Und doch schwimme ich manchmal durch sie durch. Lasse mich treiben. Mache mich auf. Auf zu neuen Ufern. Auf zu meinem Leben.

Traurig.

„Und warum gibst du nicht damit zufrieden, dass du einfach todtraurig bist, weil sie dir nicht das geben konnte, was du wolltest? – „… Ähm.“

Langsam hebe ich meinen Kopf. Ich sitze da, in diesem roten, gemütlichen Sessel. Beide Ellbogen auf die Lehnen gestützt, die Finger verschränkt, den Kopf darauf abgelegt. Bis eben eben. Ich blicke hoch und suche nach Antworten. Hieß es nicht noch vor kurzem, ich solle „Warum“-Fragen einfach streichen? Und was soll das nun bitte.

„Und was steckt nun hinter der Wut, den Vorwürfen und allem?“ – „Sie erwarten jetzt sicher, dass ich Liebe sage. Doch ich empfinde keine Liebe mehr.“ – „Ich erwarte erstmal gar nichts. Es gibt kein Richtig und kein Falsch.“ Einige Sekunden überlege ich. Lege den Kopf wieder auf meine Finger. „Angst.“, sage ich. Der richtige Zusammenhang fehlt, baut sich erst langsam wieder auf. Ich habe Angst.

Überhaupt habe ich heute schon viel zu oft die Frage vergessen, nachdem ich lange um die Antwort herumredete. Ich fühle mich unwohl. „Etwas unkonzentriert heute, wie?“; Plötzlich meldet sich mal wieder meine innere Stimme zu Wort und kämpft sich durch die Stille, während ich versuche, mich an die Frage zu erinnern.

Die Zeit ist schon lange vorbei. Ich stehe auf. Begleite sie in die Küche, bis sie mich zum Ausgang begleitet. Wieder einma fühle ich mich besser und wundere mich darüber, dass sehr vieles ich selbst erreicht habe. Das Verständnis des Ichs. Meine „Probleme“. Zuhause angekommen, immer wieder diese Sätze im Kopf. Der Versuch, diese Stunden, diese Konversation zu rekonstruieren. Nach kurzer Zeit aussteigen und als aussichtlos betrachten. Immer mal wieder kommen mir Dinge unter. Bis ich sie zurück in den Kopf, in die Gedankenfabrik und -verarbeitungsstelle schicke.

Im Bett liegen. Hundemüde. Den dicken Tuchent hochgezogen, die Augen schließen. Augen auf, der Blick auf den Wecker. Immer noch zu früh, um aufzustehen. Und bemerken, wie ich mir immer wieder die Frage stelle. Ist es Wut, das ich empfinde? Habe ich Angst und ist das alles nur eine Abwehrreaktion? Oder bin ich wirklich nur todtraurig. (Man stelle sich das nur in Anführungszeichen vor, bitte). Was ist es. Was empfinde ich.

Aufgabe für Sitzung Nummer 3. Empfindungen aktiv empfinden.

Neu.

Einfach nur mal feiern. Die Sorglosigkeit genießen. Der letzte Kuss von allen. Und der Beginn des Zivildienstjahres. Das dritte Quartal. 

Es ist schon ein mächtiges Stück, wenn man weiß, dass man die Schule, die neun Jahre so etwas wie ein Zuhause, eine verdammte Hassliebe war, bis auf eine Ausnahme nicht mehr besuchen muss. In dieser Zeit liebte ich es, von Abschnitten zu sprechen. Dieser eine lange Abschnitt war nun vorbei. Jetzt dürfte ich wohl genießen und der Welt den Stinkefinger zeigen. Dass ich den letzten Kuss des Jahres von einem betrunkenen Mädchen bekommen habe, ist mir eigentlich egal. Ich selbst war ja ebenso betrunken. Und schließlich und endlich flogen wir auf die Maturareise. In einen Club in die Türkei. 3000 Gleichgesinnte. Ihr glaubt mir ja gar nicht, welche Träume und Vorstellungen ich von dieser Woche hatte. Eigentlich wurde nichts Realität. Und doch war es für mich eine wunderbare Woche. Vor allem, weil sie mir zeigte, dass unsere Klasse, trotz der unglaublichen Abwechslungsmöglichkeiten doch meistens vereint irgendwo am Strand abchillte.

Als hätte ich nichts anderes zu tun, kam ich von dieser Reise, leicht braungebrannt, etwas rötlich verbrannt nach Hause. Und musste sofort für die theoretische Führerscheinprüfung lernen. Obwohl eigentlich alles so aussah, als würde ich sie nie und nimmer schaffen, habe ich sie eigentlich, mit meiner Übungsvorbereitung doch sehr bravourös geschafft. Und auch die praktische Prüfung schien leichter zu sein, als erwartet. Mit meinem Führerschein, einem schrecklichen Foto bewaffnet, hatte ich endlich das, was ich immer wollte. Freiheit. Ich war nicht mehr auf wenige Kilometer rund um mich herum beschränkt, soweit mich eben mein Moped trug. Jetzt konnten andere Wege betreten werden. Und doch. Dann kam all das, was ich zwar schon wusste, aber doch nicht wahrhaben wollte.

Der Zivildienst. Die ersten drei Tage zur Einschulung in der Landeshauptstadt, und ab dem sechsten August schlussendlich jeden Tag nach Bad Goisern, einem etwas größeren Dorf als meinem Wohnort, ca. 50 Kilometer davon entfernt. Es war schon eine wilde Umstellung, so früh aufzustehen, eine Stunde mit dem Zug zu fahren und mehr und mehr wurde mir bewusst, dass ich nun schon in einem Alter bin, oder eben in einer Phase, an dem Schulkinder nerven. Selbst wenn sie nur drei Jahre jünger waren als ich. Und so führte mich ein gutes Buch und mein Mp3-Player in dieses Käffchen, wo ich meine Zivildiensteinsatzstelle fand. Dass die Tage doch eher langweilig werden würden, das hatte ich fast befürchtet.

Anfang August war übrigens auch die Zeit, als zwei Texte von mir in einer österreichischen Tageszeitung mit einer Auflage von über 100.000 Stück (Platz 3 aller österreichischer Zeitungen) veröffentlicht wurden. Das Gefühl, der Stolz am Anfang, schlug nach das eine Mal auch ein Wut um, weil ich einfach mal nicht genug recherchiert hatte. Und doch war es ein schönes Gefühl, das ich schon in dieser Art und Weise für meinen Berufswunsch trainieren konnte. Und in einer solchen Zeitung veröffentlicht zu werden, konnte ja auch nicht jeder von sich behaupten.

Welche Bekanntschaften ich in diesen Monaten machte? So einige. Hängengeblieben bin ich zum ersten Mal richtig bei diesem einen Mädchen. Anfangs nur Blicke. Dann Worte. Dann Lächeln. Und irgendwann redete ich mir ein, dass ich einfach über sie noch nicht hinweg sei. Und brach den Kontakt zu dem Mädchen für eine beachtlich lange Zeit ab. Jetzt, im Nachhinein, bereue ich es. Denn ich denke, es hätte ehrlich etwas werden können. Jetzt sehe sie zwar öfter, doch es ist nichts mehr. Ich finde sie noch hübsch, sie hat eine wunderbare Ausstrahlung, aber irgendwie habe ich alles durch das Ausweichen zerstört.

In diesen drei Monaten war alles neu für mich. Das Ende der Schule, der Führerschein und der Beginn des Zivildienstes. Dass ich mich schon von Anfang an auf das Ende des Zivildienstes freute, ist ganz logisch, irgendwie. Freue ich mich doch immer auf das Danach. Auf Wien, mein Studium und der erste richtige Ausbruch von Zuhause. Das halbwegs selbstständige Leben. Und doch ist in diesen Monaten relativ wenig geschehen.

Lied des Quartals: Love Hurts von Incubus
Buch des Quartals: Elementarteilchen von Michel Houellebecq

Was von diesen drei Monaten bleibt: Das Gefühl, vor eine komplett neue Aufgabe gestellt zu werden. Und sowieso alles andere. Es waren interessante und doch ruhige und langweilige Tage. Eigentlich die leblosesten des ganzen Jahres. So gesehen. Neu bedeutet nicht immer, dass alles gut ist.

// Jahresrückblick 2007. Teil 3. Juli, August, September.

Über Den Weg.


Als ich das Fenster runterlasse und sie frage, wohin es denn gehen soll, lächelt sie herein, öffnet die Tür, nimmt den Platz neben mir ein und sagt:“Bis ans Ende der Welt.“

Ich kupple aus und gebe gleichzeitig Gas. Die Red House Painters erklären mir irgendetwas über ein Sommerkleid. Ich stell die Lautstärke zurück. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wohin ich jetzt gerade fahren soll. Ich habe ja Zeit und sicherlich genug Benzin.

„Wie heißt du?“
– „Emily“

Das gefällt mir. Wenigstens fragst du nicht nur aus reiner Höflichkeit zurück. Mein Name scheint dich nicht zu interessieren. Ich gebe Gas, schalte langsam aber beständig auf den vierten Gang hoch. Das Tacho zeigt irgendetwas Zweistelliges an. Das milde Abblendlicht sucht sich den Weg durch den Nebel. Dir scheint kalt zu sein. Ich mache die Heizung an.

„Denkst du nicht, dass es extrem gefährlich ist, nachts irgendjemanden von der Straße aufzusammeln?“
– „Du bist doch Emily. Und nicht irgendjemand.“

Ich lächle. Wunderbar gekontert. Doch du blickst verstört zuerst zu mir, und dann aus der Windschutzscheibe. Als würde ich mich nach etwas umsehen, blicke ich immer unscheinbar nach dir. Du hast wunderschöne dunkle Haar, beeindruckende Augen, sanfte Gesichtszüge. Plötzlich bemerke ich vor mir dieses rote Licht. Ich bremse ab und komme irgendwann hinter der wartenden Kolonne zu stehen.

„Nun sag schon, wohin soll ich dich bringen.“
– „Ich sag’s schon, wenn ich raus will.“
„Was hast du hier denn gemacht, wenn ich fragen darf.“
– „Mir die Landschaft angesehen.“

Ich blicke sie überrascht an. „Die Landschaft? Soweit ich mich erinnern kann, ist das wohl eine der trostlosesten Gegenden der Umgebung.“ – „Für dich vielleicht.“ Und zaghaft erklärt sie mir, wie schön es ist, den wandernden Mond zu beobachten. Zu sehen, wie die letzten Autos in ihre Garagen fahren und Hunde ein letztes Mal ausgeführt werden. Zu sehen, wie am Schrottplatz gegenüber sich Metallteile sammeln und zu riechen, wie diese tote Katze in der Wiese verrottet. Ich stelle es mir vor und kann schon ein kleines Bisschen verstehen, was du meinst.

„Lebst du hier?“
– „Was heißt schon ‚leben‘. Ich wohne hier, hier in der Umgebung. Ich lebe in meinen Gedanken, in meinem Kopf. Lebe, wenn ich auf Freunde treffe oder neue Bekanntschaften schließe.“

Dein Schal wickelt sich immer enger um deinen Hals. Ich bin fasziniert von deiner Person. Mit wenigen Worten scheinst du meine Gedanken wieder aktiviert zu haben. Und dein Lächeln. Dein Lächeln ist verzaubernd. Irgendwann fahre ich wieder der Kolonne hinterher, krieche auf einer dieser normalerweise um diese Uhrzeit wenig befahrene Straße. Einen Jux wollte ich mir machen, als ich plötzlich blinke und in eine kleine Seitenstraße einfahre. Du sagst nichts, sitzt ruhig neben mir, den Kopf an das Fenster gelehnt, scheinbar die Straßenlaternen zählend.

„Was denkst du? Was sind Sterne für dich?“
– „Sterne sind für mich Anhaltspunkte. Wenn die Einsamkeit mit mir Spielchen treibt blicke ich zum Nachthimmel. Und sehe meine Freunde, meine Familie. Sehe die Verstorbenen und alle die ich liebe. Sterne bedeuten mir sehr viel.“

Du nickst. Es scheint so, als wolltest du diese Antwort hören. Du setzt die Konversation fort.

„Sex?“
– „Aber ich kenn dich doch gar nicht.“
Du lachst. „Ähm, was bedeutet für dich mehr, Sex oder Liebe. Oder besser gesagt, kannst du dir Liebe ohne Sex und Sex ohne Liebe vorstellen?“
Peinlich berührt antworte ich ihr: „Nein. Liebe ist etwas so Wunderbares, etwas so Berührendes. Sex ist nur ein wundervoller Beigeschmack. Ich möchte Sex nicht aufs Abstellgleis schieben, aber es muss immer erst die Liebe gebe. Liebe und Vertrauen.“

Du richtest dich etwas auf, fährst dir mit der Hand ins Gesicht, um eine Strähne zu verscheuchen. Du stellst interessante Fragen, dafür, dass wir uns erst fünf oder zehn Minuten kennen. „Hier, bleib an diesem Parkplatz stehen.“ – „Aber wo willst du dann hin?“ Du antwortest mir nicht. Als das Auto zum Stillstand kommt, steigst du aus. Und stellst mir noch eine letzte Frage: „Bist du verliebt?“ Ich blicke bei meinem Fenster raus, und anschließend durch die Windschutzscheibe. Als ich mich wieder zu dir umdrehe, bist du schon aus meinem Auto ausgestiegen. Du hast nicht auf eine Antwort gewartet.

Und doch gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich hätte dir sowieso keine eindeutige Antwort geben können. Ich weiß es nicht. Weiß nur, dass du ein wundervoller Mensch bist. Beeindruckend, wie offenherzig du bist. Gabst kaum Antworten und hast mir doch vieles gezeigt. Ich verlasse den Parkplatz, sehe mich noch um, ob ich dich irgendwo erblicken kann. Doch du bist schon über alle Berge. So scheint es zumindest. Und mit einem Blinken setze ich mein Auto wieder auf die Bundesstraße.

Zweifel.

Wohnen

Nichts ist so wie wir denken. Vor allem bist du nicht so, wie ich es mir erhoffte. Das zweite Quartal.

In einer Beziehung steckend und mir immer die Frage stellen, warum es nicht mehr so ist, wie es früher einmal war. Wie es in unseren ersten vier Monaten, den letzten des Vorjahres, war. Nein, es musste anders werden. Wir haben uns gestritten, haben uns getrennt. Sind für kurze Zeit getrennte Wege gegangen, bis wir wieder zusammenfanden. Und da standen wir nun. Ich zählte die Tage, an denen ich dich nicht sah, und jene, an denen wir uns trafen, verkamen zu krampfhaften Liebesbekundungen.

Die Schule trug mich hin, durch all diese drei Monate. Ende April hatte ich meinen letzten richtigen Schultag. Was danach folgte, waren Prüfungen. Die Matura, also das österreichische Abitur. Anfang Mai schriftlich, und nach etlichen Vorbereitungsstunden in unzähligen Fächern Ende Juni auch mündlich. Ich machte mir nicht viele Gedanken. Lernte für einige Fächer mehr, für einige weniger und habe es schlussendlich in diesem ersten Halbjahr des Jahres nicht geschafft. Nur knapp nicht. Kein Bomben-Bauchfleck vom Zehnmeter-Turm. Aber doch irgendwie ein Rückschlag.

All die Dinge, die ein Jahr zuvor noch das große Leben bedeuteten, Tage am See, Grillfeste und Parties. Nichts war mehr interessant. Stets nahm ich mir vor, mich auf die Schule zu konzentrieren, doch auch das war nicht sehr hilfreich. Die Anteilnahme war relativ gering. Nichts ließ mich mehr kalt, als diese dämliche Schule, aus der ich mich so gerne herauswünschte. Doch auch das ging vorbei. Und trotz des Missgeschickes in Englisch, was mich am meisten überraschte, trotz dieses Missgeschickes war ich stolz. Stolz, es so weit geschafft zu haben. Stolz, beinahe die Matura bestanden zu haben.

Im Mai feierte ich meinen neunzehnten Geburtstag. Zum Feiern kam ich ehrlich gesagt nicht. Denn einen Tag später musste ich vier Stunden lang etwas über Konformismus und die Jugend von heute in meiner Deutschmatura schreiben. Und zwei Tage vor meinem Geburtstag fasste ich auf den Weg zu ihr einen Entschluss. Durch Kettcars 48 Stunden inspiriert, endete ein langer Nachmittag bei ihr, in ihrer Küche am Boden. Diskutierend. Und das war seit langem wieder einmal das erste Mal, dass ich streng auf meinen Kopf gehört habe. Mein Herz bließ außen vor. Diesmal habe ich Schluss gemacht, und doch sagten, wir, es war eine friedliche Trennung. Dass anfangs alles perfekt schien und schlussendlich doch wieder die Gefühle da waren, davon will ich hier jetzt gar nicht sprechen.

Im Juni feierte auch mein Neffe seinen ersten Geburtstag. Das es sein letzter werden sollte, damit konnte damals niemand rechnen. Durch Frust wegen meiner Schwester wollte ich gar nicht an der Geburtstagsparty ihm zu Ehren nicht teilnehmen. Ich konnte dieses scheinheilige Getue nichts mehr abgewinnen und kroch dann doch irgendwann in den Garten, aß mein Grillfleisch und versprühte negative Energie. Wunderbare Tage waren das, vor allem mit ihm. Es war sonnig und heiß,, und das Leben schien zwar stressvoll aber lebenswert. Kurz vor meiner mündlichen Matura dann heiratete meine Cousine Manuela ihren Ernst. Durch die ganze Aufregung, kurz vor diesem wichtigen Tag, begann ich schließlich auch wieder zu Rauchen. Etwas, das ich bis heute noch nicht aufgegeben habe.

Lied des Quartals: 48 Stunden – Kettcar
Buch des Quartals: Ein Kind unserer Zeit  – Ödön von Horvath.

Was von diesen drei Monaten bleiben: Erinnerungen an einen großartigen Menschen. Eine Trennung, die ich erst jetzt wirklich zu überwinden bereit bin. Das Ende meiner Schulzeit und Musik. Wie immer und überall, begleitete sie mich auch in dieses Mal immer und überall hin. „Zweifel“ eben deswegen, weil es mir irgendwann bewusst wurde, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich fühlte mich unwohl und wollte ein Ende. Wo Ende doch so entgültig ist. Dass ich danach ausging, Freundschaft führen zu können, zeigt wohl auch noch meine jugendliche Naivität. Aber trotz allem waren es schöne Frühlingsmonate.

// Jahresrückblick 2007. Teil 2. April, Mai, Juni.