Everything’s Not Lost.


Noch ist nichts verloren.

Dieses kleine grüne Plastikmännchen ist von seinem Platz geworfen worden. Es wandert zurück zu den drei Anderen. Der erneute Beginn. Start von vorne. Leicht Wut und den Wunsch, das ganze Spielbrett über den Tisch und den Boden zu werfen. Warum wieder von vorne anfangen, wenn doch immer wieder etwas passieren kann, das einen aus der Reihe wirft. Wenn man doch immer wieder auf Menschen stößt, die einen psychisch zurückwerfen. Die einen ganz klein werden lassen und man sich anfülht und benimmt wie ein Kleinkind oder irgendwo inmitten der Pubertät. Aber dann würfelt man wieder eine Sechs und alles kann von vorne beginnen. MIt dem Wissen und der Erfahrung und den Gedanken und der Vorfreude und dem Gefühl. Dem Gefühl, dass Wolken vorbeiziehen und Schmerzen dazugehören.

Irgendwann kommt man an diesem Punkt an, an dem die Gefühle vollkommener Teil des Lebens werden. Wenn man nicht mehr daran zweifelt und sie einfach nur mehr zulässt. Wahrscheinlich ein schönes Gefühl. Diese Zufriedenheit und Dankbarkeit über den Zusttand. Aber ist man dazu noch nicht bereit, kann es manchmal ganz schön wehtun. Schmerzen, wenn man einen Schritt vor den anderen setzen möchte und keinen Zentimeter weiterkommt. Wenn einem die Worte im Hals stecken bleiben und Gedanken Löcher in den Kopf fressen. Wenn der Zweifel doch überwiegt und man einer Lüge mehr Bedeutung zuteil kommen lässt, als sie es verdient hat. Was dann am meisten schmerzt, ist die Erfahrung, dass man sich selbst belogen hat. Eine Lüge zur Beruhigung der eigenen Seele und Gedanken. Sie hilft vielleicht anfangs, aber die Wucht kommt zurück. Mit aller Kraft gegen einen widerstandslosen Körper.

Und trotzdem steht man jedes Mal wieder am Anfang. Erwartungsvoll. Man fordert das Leben heraus und sehnt sich nach Menschen und Geschehnissen, die einem aus den Gleichgewicht bringen. Denn irgendwann hat man die Kraft und die Möglichkeit sich zu erfangen und mit vollem Elan der Gefahr gegenüberzutreten. Und dann kommt alles aus einem heraus. Was im Herzen so liegen geblieben ist, liegen gelassen wurde. Und wenn das den Körper und den Geist verlassen hat, kann man unbeschwert den Weg fortsetzen. Bis man irgendwann am Ziel angekommen ist. Und dann. Dann ist alles gut.

Wolkenlos.

Wolkenlos schwebst du dahin, wolken- und sorgenlos.

Du neigst deinen Kopf. Ich glaube zu wissen, was du fühlst. Senkst ihn, und blickst auf den Boden. Dein Atem stockt für einen kurzen Moment, dein Lächeln ist verschwunden. Du belügst dich nicht weiter, belügst mich nicht mehr. Es ist schrecklich, alles, was mit dir passiert ist, was du passieren hast lassen. Ich verstehe, warum du jetzt nichts mehr sagen möchtest. Ich umarme dich, und versuche, all deine Sorgen zu erdrücken. Möchte sie zerfetzen, mit der sanften Wucht, die diese Umarmung hervorbringt. Du weinst und gleichzeitig lachst du, weil du zu glauben versuchst, dass deine Ängste und deine Sorgen doch nicht der Rede wert seien. Ich blicke dich an, und du hebst den Kopf. Lass uns hier niederlegen, hier auf diese Wiese. Siehst du die Sonne?

Vergiss deine Sorgen. Du kannst jetzt nichts mehr ändern. Sich darüber zu ärgern, wie alles verlaufen ist, das hilft dir nicht. Das hält dich doch nur von allem ab. Vergiss deine Sorgen und blicke in den Himmel. Dieses wunderschöne Blau, wolkenlos und unendlich. Vergiss einfach alles und beginne zu leben, beginne zu schweben. Hebe ab und starte erneut. Beginne deine Augen zu schließen und packe all deine Sorgen in diesen großen Schrank. Er ist schon voll von deinen Dingen, die du vergessen hast, die an Aktualität verloren haben. Stopfe sie noch hinein und drücke die Tür zu. Schließe ihn ab und bewahre den Schlüssel dazu gewissenhaft auf. Schließe die Augen und spüre die Sonne. Glaube an deine Empfindungen und ermögliche deine Gefühle. Und irgendwann beginnst du von ganz alleine zu schweben. Hebst ab und fliegst davon, beinahe sorgenlos in diesem wolkenlosen Himmel.

Jai Guru Deva Om.

Words are flowing out like endless rain into a paper cup, they slither wildly as they slip away across the universe.

Nothing’s gonna change my world.

Es muss Frühling sein. Die Sonne wärmt, wie sie es schon wochenlang nicht mehr tat. Der Winter ist vorüber, zumindest in meinem Herzen. Einmal voller Hingabe in den Schnee stürzen und mit dem Gesicht mehrere Meter auf der eisigkalten Fläche dahin schlittern. Es war schon. Ein interessanter Winter mit allen Dingen, von Selbsterkenntnis und Lehre über das Leben und die Liebe. Doch nun scheint wieder die Sonne. Von Schneeflocken und Glatteis braucht man erst gar nicht mehr zu sprechen beginnen. Es ist vorüber, und sollte es doch noch einmal kommen, werde ich einfach die Augen schließen. Sie schließen und hoffen, dass alles schnell wieder vergeht.

Es ist eisig kalt, da draußen. Mit zittrigen Händen nur, schaffe ich es, die Zigarette mehrere Male zu meinem Mund und wieder weg zu führen. Doch es ist egal. Soll es doch kalt sein, solange die Sonne da ist. Sie bedeutet mir so viel und ist doch eigentlich stets da. Von Müdigkeit geplagt, ahne ich kaum, wo ich gerade angelangt bin.

Ich steige aus dem Zug aus, und sehe den zweiten Bahnsteig, das Bahnhofsgebäude, dahinter das Postamt und die vielen Straßen. Steige aus dem Zug aus und sehe den Supermarkt und die Wohnhäuser, sehe die Straßenbahn und den Taxihalteplatz. Schlafe ein und sehe Menschen, dir mir etwas bedeuten, sehe Menschen, zu denen ich den Kontakt verloren habe. Schlafe und sehe die Ängste meiner selbst vor meinem geistigen Auge. Ich lache. Über das Pech der anderen, über einen Joke, lache über mich.

Plötzlich wieder die Gedanken im Kopf. Ich bin beinahe zwanzig Jahre alt, und nicht erst drei. So verhalte ich mich nämlich. Verhalte mich wie ein Kleinkind. In so vielen Belangen. Fast peinlich sehe ich erst jetzt ein, wo ich in meiner Entwicklung stecken geblieben bin. Es tut weh, es zu spüren. Und es tut weh, den Wunsch zu spüren, noch einmal leben zu wollen. Im Glauben, alles anders und besser zu machen. Es ist verdammt noch mal so, wie es nun mal ist. Mehr ist es nicht. Leider. Oder auch vielleicht irgendwem sei Dank. Erst jetzt wieder spüre ich, wie es ist. Das Leben und so. Erst jetzt, durch die Sonne und meine Freunde. Ich freue mich auf den Frühling, und die Wärme.

You Said.

Du sagst, es wär ganz normal. Alles wäre ganz normal. Was ist denn etwa anders? Du sagst.

Die Wiese, das Gras. Alles ist wieder grün, gesäumt von Gänseblümchen und Schlüsselblumen. Die Sonne wärmt, heizt den Boden auf und wärmt auch uns. Im Sommeroutfit liegen wir hier und du sagst. Sagst Worte, die ich nicht mehr hören will. Worte, die weh tun und doch nichts mehr als die Wahrheit sagen. Hör auf zu sprechen, lerne endlich, ausgiebig zu schweigen. Es ist viel schöner, still dazuliegen und den Lauf der Wolken zu beobachten. Hör auf zu sprechen.

Doch du sagst. Sprichst von Leben und von Tod, Gott und die Welt, Essen und Trinken, Mord und Totschlag. Ich hör dich nicht. Ich hasse es, wie du von allem sprichst. In dieser Abgehobenheit, Arrogant und mit dem Weltweisheit im Rücken. Du weißt gar nichts. Ich kann es dir zwar nicht sagen, aber du weißt nichts. Du sagst, dass jetzt alles wieder normal ist. Was ist normal? Nichts. Das war es nie, doch das verstehst du sowieso nicht. Du redest einfach weiter. Weißt ja natürlich alles besser.

Irgendwann hörst du auf. Stille. Hast wohl gemerkt, dass ich dir nicht antworte und geistesabwesend den Himmel betrachte. Entnervst richtest du dich etwas aus und möchtest mir in die Augen sehen. Ich drehe mich weg. Das bist also du. Jetzt, zum ersten Mal seit ich dich kenne, spüre ich es ganz genau. Du bist nicht der Mensch, den ich suche. Du kannst mir nichts geben. Du gibst mir viel zu wenig.

Ich drehe mich weg, und irgendwann finde ich mich wieder. In der Kälte und dem letzten Rest Schnee, in Frost, mitten auf der Wiese. Ich zittere. Du bist weg. Hast schon lange nichts mehr gesagt. Auf dem gebrochenen Gras kann ich noch die Spuren entdecken, die dich von mir wegführten. Und als ich mich auf den Rücken drehe, und in den eisigen Himmel blicke, kann ich nur eines sagen. Du fehlst.

Engel

Es ist vorbei. Sein Körper erbricht sich in unbändiger Helligkeit. In vollkommenen Weiß fallen kaum mehr Konturen zwischen dem blendenden Licht der Sonne auf. Die Flügel auf seinem Rücken beginnen sich langsam zu bewegen und er erhebt sich, bis er dort gelandet war. An dem Ort, den niemand auch nur ansatzweise vermuten konnte.

Das laute Quietschen des Fahrzeuges lässt mich hochschrecken. Die Vergangenheit bleibt verschlossen. Und doch hatte sich dieser Autofahrer ob meiner Anwesenheit, knapp neben der Straße, hier auf dieser Wiese, erschrocken. Durch ein Vibrieren werde ich plötzlich auf mein Handy aufmerksam. Ich krame es aus meiner linken Hosentasche heraus. Sie haben eine Mitteilung empfangen.

Marionette. Nichts mehr als eine Marionette.

Unbekannter Absender. Du Idiot. Kannst nicht mal deine Identität zeigen. Sendest mir eine dubiose Nachricht und lässt mich fragend zurück. Und ich habe keinerlei Möglichkeit, mich bei dir zu melden. Was meint dieser Herr Ano Nym. Bin ich eine Marionette. Wie kommt er darauf? Was glaubt er überhaupt. Wer glaubt er, dass er ist. Er ist doch nur. Wer ist er?

Dich.

Dein Blick durchbohrt mich. Körper an Körper lehnen wir an der Wand. Warten auf die Sonne, auf den Regen. Warten auf das Leben und den Schmerz. „Ich liebe dich.“, höre ich mich wimmern. Stille. Du machst mir Angst, ich traue meinen Augen nicht. Deine Hand streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht. Ich spüre dich, hinter mehr. Wir blicken gerade aus, deine Kopf auf meine Schulter gelehnt. „Ich hasse dich.“, höre ich mich flüstern.  Du gibst mir das Gefühl vollkommener Nichtigkeit. Du brauchst mich nicht. Ich bin nur da, um bei dir zu sein. Jede Berührung von dir zeigt mir, dass nichts so ist, wie es ist. „Ich brauche dich.“, höre ich mich schreien. Brauche das, was du in mir hervorrufst. Du lässt Gefühle in mir wachsen. Du störst meine Routine. Meinen Gedankenablauf. „Ich vermisse dich.“, fließt es aus mir hervor. Vermisse deine Worte und dein Gesicht. Doch du stehst hinter mir. Du bist mir so nahe. Ich vermisse das Leben. Vermisse die Vergangenheit. „Ich. Dich.“ Du gibst mir alles aber nichts. Du hörst mich und ich dich nicht. Du sammelst meine Herzfetzen, sammelst meine Gedanken. Und ich die deine. Was bist du?

Bist nun doch nichts mehr als ein Nichts. Aber was wäre ich nur ohne dir.

Am Boden.

Ich kann nur ahnen wie’s mir geht, wenn man auf einmal nicht mehr drüber steht.

Die ganze Kraft hat mich verlassen. Ich spüre es, den Druck, die Angst. Hier fühle ich mich nicht wohl, hierfür bin ich nicht geboren. Und doch drückt es mich auf den Boden. Mir fehlt die Kraft und der Glaube, um wieder aufzustehen. Nein, reicht mir keine Hände, reicht mir kein Seil. Ich will hier bleiben. Es tut einfach noch viel zu sehr weh, um mich wieder zurückkatapultieren zu lassen. Gebt mir die Zeit, die ich brauche. Gebt mir den Raum, den ich benötige. Bedrängt mich nicht. Ich bin schwach.

Ich bin stark genug, um auch mal schwach zu sein.

Mich trennen Welten. Zwischen dem Wunsch, das Leben nach Plan zu leben, niemanden sterben zu lassen, niemanden zu verlieren, tritt die andere Welt in Kraft. Die Realität. Sie macht mich schwach. Meine Träume stark. Man kann schon manchmal schwach sein. Und es sich auch ankennen lassen. Aber auf Dauer wirkt Schwäche sich auf das Gemüt. Man kommt sich vor wie ein Verlierer. Ein Loser, der mit dem Leben nicht zurecht kommt. Doch eigentlich ist ja das Leben schuld, dass einem immer mal wieder mit voller Wucht ins Gesicht schlägt, das Herz zu verätzen versucht, die Ratio zerstören will.

Ich liege hier am Boden. Die Erde scheint in unschätzbarer Geschwindigkeit zu rotieren. Die Sonne geht unter, lässt mich in der Dunkelheit zurück, der Mond erstrahlt, die Sterne glitzern. Bis die Sonne wieder aufsteht. Blumen beginnen zu sprießen, welken, lösen sich wieder auf. Raupen verpuppen sich, und erscheinen als wunderschöner Schmetterling. Und ich, liege hier. Und irgendwann sind die Wunden im Gesicht geheilt. Das Herz hat sich von der Verätzung erholt und trotz all der widrigen Umstände, trotz all der Probleme und dem Unverständnis schafft man es irgendwann wieder, rational zu denken.

Manchmal liebe ich das Gefühl von Schwäche, liebe das Gefühl, nichts tun zu können, um etwas besser zu machen. Wenn man vollkommen entmachtet ist, spürt man erst wieder wie mickrig und unwichtig man ist. Und wie schön es ist, mit aller Kraft für etwas zu kämpfen arbeiten. Irgendwann wird das Leben immer wieder aus den Fugen geraten. Und ich werde mittendrin stehen und fragend umherblicken. Und erst dann schaffe ich es wieder, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Träume, Vorstellungen umzusetzen.

Inspiriert von Christina Stürmers Lied „Mitten unterm Jahr“. Musikalisch schön, songtexttechnisch mittelmäßig (Lieder ohne Refrain sind großartiger). Aber seit dem ersten Mal in meinem Ohr gefällt es mir so zirka.

So Long Goodbye.

Manchmal überschlägt sich mein Herz, und ich lasse es weinend zurück.

Manchmal merke ich es an mir selbst. Eingeschlossen in meinem Leben. Hinter dieser Tür, den vier Wänden. Ich suche nicht den Weg hinaus, vergrabe mich hier und lasse den Sekundenzeiger rotieren. Selbst wenn die Sonne fällt, der Regen lacht, der Wind friert. Manchmal habe ich das Gefühl, ich sei nicht normal. Wenn ich Zeit für mich brauche, oft Tage, oft auch mal Wochen. Manchmal kapiere ich aber dann, dass diese Zeit jeder einmal braucht. Jeder gefühlsbetont lebende Mensch. Man kann nicht immer nur unterwegs sein und das High Life des jugendlichen Lebens mitverfolgen.

Manchmal bekomme ich Schuldgefühle, weil mir die Motivation öfters ein Schnippchen schlägt. Da habe ich schon vor einigen wenigen Tagen von einer Party oder ähnlichem gehört, und wenn ich dann am Nachmittag davor angerufen werde, kann mich niemand dazu bewegen, freudig zuzustimmen. Manchmal muss ich mit mir kämpfen, um ein Nein zwischen meinen Lippen hervorzupressen. Und dann kribbelt es in meinem Bauch und ich frage mich, warum ich nur so bin wie ich bin.

Manchmal aber traue ich mich hinaus in die große weite Welt. Mit dem Wissen bekannte Gesichter zu sehen. Menschen, die mich lieben, wie ich bin und Menschen, die ich liebe. Denen ich vertraue und mit denen ich alt werden möchte. Zu zerstückelt sind wir schon. Waren wir früher maximal fünfzehn oder zwanzig Kilometer voneinander entfernt, Entfernungen, die wir einfach mit unseren Mopeds überwanden, sind es jetzt schon fünfzig oder hundert Kilometer. Oder auch zweihundertfünfzig. Es fällt schwer. Manchmal weine ich den Tagen nach, an dem jede Mopedfahrt mich zu Freunden katapultierte. Jetzt fahre ich zwar schon Auto, aber der Kreis wurde kleiner. Meist seid ihr alle nicht da. Nur am Wochenende. Und manchmal bereue ich gerade deswegen diese Motivationsschwäche. Aber ich verbringe viel lieber etwas Gemütliches mit euch, als irgendeine Party, wo spätestens um ein Uhr gekotzt wird. Natürlich sind davon Geburtstagsparties ausgeschlossen. Aber es kann doch nicht jede Woche jemand Geburtstag haben. Manchmal frage ich mich schon, ob ich nicht vollkommen anders bin. Und dann treffe ich euch wieder und bemerke, dass es nicht so ist.

Und manchmal wünsche ich mir, dass alles wieder gut wird. Dass alles so wird, so ählich, wie es war. Und dann realisiere ich erst. Dass man das alles Fortschritt nennt. Entwicklung. Aber Freundschaften. Sie sollten trotz jeder Weiterentwicklung bestehen bleiben. Konnte ich noch bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr nicht behaupten, einen besten Freund zu haben, habe ich jetzt einige. Keine Unmenge, aber genau die Richtigen. Ich liebe euch dafür und dafür, dass es euch gibt, und manchmal bewundere ich euch sogar dafür, dass ihr es mit mir aushält.

Manchmal aber auch, fällt es nicht so schwer, Goodbye zu sagen. Weil man weiß, dass ihr irgendwann wieder zurückkommt. Und dann werden wir es wieder spüren, was Freundschaft bedeutet. Weil es euch gibt.

It’s Been Awhile.

I’m on the outside.

Der Kreis, er schließt sich. Wie fassen uns an den Händen und heben die Erdanziehung füreinander auf. Würde nur einer von uns fehlen, wäre der Kreis unvollendet. Jeder würde fallen, und man könnte nichts dagegen tun. Denn einen Platz ersetzt man nicht einfach so. Es ist unmöglich, jemand anderen an diese Stelle zu stellen, nie würde es so sein wie es war. Entweder man akzeptiert, dass diese Lücke bleiben wird, oder man formt einen neuen Kreis. Mit neuen Ingredientien. Einfach alles neu. Aber dieses Loch, die Lücke, der offene Kreis. Er bleibt. Weil nichts mehr wird, wie es war.

Langsam bewege ich mich um diese Formation. Sehe die Fehler und die Vorteile. Der Blick von außen auf etwas, das nur von innen einzigartig aussieht. Und sich auch so anfühlt. Mir fehlt die Verbindung. Die Hand, die einem gereicht wird, um all das zu vollenden. Ich bleibe stehen. Und frage mich. Frage mich, wie so ein unförmiger Kreis zustande kommen konnte. Es ist komisch, wie verformt er sich hat, im Laufe der Zeit. Er ist nicht mehr so, wie er einmal war. Und er wird es auch nicht wieder. Wir haben uns verändert. Wir wurden älter und it’s been awhile. Seit langem haben wir uns nicht mehr so gesehen, wie wir es vor vier Jahren noch getan haben. Wir wurden beschissener, komischer, verrückter, bescheuerter, abgedrehter, verdammter, lächerlicher und verkorkster. Wir alle haben uns verändert und haben so diese Negativpunkte ausgeglichen. Aber der Kreis, er ist nicht mehr rund.

Vielleicht wird er auch irgendwann einmal kleiner. Oder noch größer. Es wird nicht so bleiben. Zu viel hat sich schon verändert. Rein auf diese Sache fokussiert, würde ich mein Leben lang sechzehn Jahre alt sein wollen. Doch das Leben ist kein. Endlos großer Kreis, wo man immer mal wieder hineinstößt oder auch herausfällt. Man ist darin gefangen, ob man nun will oder nicht. Und dreht sich das Leben, dreht sich der Kreis. It’s been awhile, seit wir jede freie Minute miteinander teilten. Jetzt sind es vereinzelte Nachmittage, manchmal Abende, öfters Nächte. Aber es ist anders.

Jemals.

Manchmal sehne ich mich nach dem Leben, dass all die Probleme unsichtbar macht.

Manchmal sehe ich in deine Augen, und du offenbarst mir einen Blick in deine Welt. Mit dunklen Gassen und dreckigen Ecken. Mit Sonnenschein und grünen Wiesen. Manchmal hältst du meine Hand, als würdest du mich halten, um mich nicht den hunderte Meter tiefen Abgrund hinabstürzen zu sehen. Die umfasst meine Arme, um selbst nicht hinzufallen, obwohl wir schon lange auf dem Boden angekommen sind.  Manchmal bückst du dich, um mir einen Kuss auf die Stirn zu geben, um mich zu berühren.

Manchmal liegst du da, und lebst vor dich hin. Deine Stimme sucht sich den Weg, hangelt sich zu meinem Ohr, streichelt meine Seele. Manchmal will ich mich einfach neben dich legen, dich spüren, dich entführen. In meine Welt, will dir zeigen wie es ist, in meiner Haut zu stecken. Manchmal möchte ich, dass du es spürst, wie es sich in mir anfühlt. Manchmal möchte ich, dass du mir den Schmerz abnimmst, der mich Tag für Tag belastet. Manchmal stecke ich ganz fest in deiner Haut, und trage alles, was dich umschwirrt, und ich wünsche mir, dass auch du mir etwas hilfst.

Manchmal krame ich in meinen Erinnerungen und teile sie mit dir. Manchmal sehen wir die Sterne und glauben, uns darin wiederzufinden. Und dann sehen wir uns in die Augen, und sehen den Himmel im Gegenüber. Wenn deine Haut die meine berührt, bekomme ich eine Gänsehaut und manchmal fällt es mir schwer zu Atmen. Damit ich die Stille hören kann, die uns zu verbinden versucht. Und die wirst Worte einwerfen, die die Stille zerbrechen werden. Und ich werde trotzdem ruhig bleiben, werde versuchen, den Moment zu leben.

Und manchmal sehne ich mich nach einem Menschen, dir mir so vieles geben kann. Sehne mich nach dem Leben und nach der geteilten Last, nach der Stille und den Augen. Sehne mich nach diesem Leben. Es bleibt nicht die Frage, ob es jemals passieren wird. Es bleibt nur die Frage, warum das Sehnen oft so weh tut.