Endless Endings.

„Und ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll.“

Und das nach ellenlangen Erklärungen, warum die Beziehung schon vor Wochen, oder gar Monaten tot ist oder zumindest in einem komatösen Schlaf, oder beinahe so wie der Zustand zwischen dem Schlucken der Überdosis Schlafpillen und dem Nicht-mehr-Aufwachen sei.

‚Schluss machen. Die Sache beenden. Das Buch schließen. Die Postkarte abschicken. Das wars. Lass‘ es sein. Es hat, wie du ja schon ausführlich erklärt hast, keinen Sinn mehr. Jetzt tust du nur noch dir und deinem Partner, aber vor allem dir weh. Du kannst dir vieles einreden, kannst so tun, als wäre alles pipifein, nur um irgendwann mit einer außergewöhnlich stärkeren Wucht zu kapieren, dass es eben doch nicht so ist.‘

„Hm. Ich weiß auch nicht. Probier‘ es weiter. Vielleicht wird’s ja wieder.“

Und das passiert meistens, wenn man schon seit Jahren sein Bett an manchen Abenden mit dieser einen Person teilt. Wenn man vielleicht sogar schon auf Hochzeiten von Verwandten mit ihr war. Wenn man eigentlich vor allem nur mehr mit ihr in Verbindung gebracht wird. Aus euch zweien eine (vollkommen unpassende und durch und durch verschrobene, autonome) Zweisamkeit geworden ist. Dann will man nicht die Wahrheit hören. Dann will man sie zuallererst selbst einmal erfahren. Will selbst erkennen, dass es keinen Sinn macht (aber sowas von keinen) sich noch einmal in die Sache zu stürzen. Auch wenn alle Freunde es schon Wochen, Monate vorher bemerkten. Manchmal dauert es länger, aber irgendwann kapiert man es und dann wagt man sich auch über den mutigen Schritt, die Verbindung zu kappen.

Und wahrscheinlich liegt es auch an der Angst. Der Angst vor dem Zurück. Vor dem Aufwachen, vollkommen alleine, vor dem Darauf-angesprochen-Werden, vor dem fehlenden Sex. Und da ist man mal einfach zu feig, auf all das zu verzichten. Nimmt dafür das Weiterleben einer kaputten Beziehung in Kauf. Und widerspricht somit all meinen Grundsätzen meiner Theorie des perfekten Moments. Ab einer gewissen Zeitspanne fällt sie aber vielleicht sowieso automatisch flach. Ich weiß es nicht.

Jedenfalls tut diese  mutlose Überbrückung kurzzeitiger Endzeitstimmung niemanden gut. Und man kann sich sicher sein. Irgendwann kommt es zum Showdown. Zum brachial-komischen und in der Magengegend schmerzenden Showdown. Und ja. Dann macht man eindeutig mehr kaputt, als man es eigentlich wollte. Aber hey.

Leserlich.

Axolotl Roadkill
Helene Hegemann
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Drogen. Rausch. Sex. Schmerz

Strobo
Airen
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Drogen. Techno. Sex. Mut

Und im Zweifel für dich selbst
Elisabeth Rank
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Leben. Liebe. Ende. Anfang

I am Airen Man
Airen
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Drogen. Rausch. Mexico. Airen (27.03.2010)

Oh ja.
Ich lese wieder. Endlich.

Und nun ein Aufruf: Welche BloggerInnen oder Twitter-User kennt ihr, die einen Roman geschrieben haben? Ich würde sie alle gerne in einem Blogeintrag zusammenfassen. Beinahe so als Sammlung aller relevanten BloggerInnen-Werke. Ihr kennt jemanden? Dann bitte als Kommentar posten!

Gesamtscheiße.

Und du „Nein!“
Und ich „Doch!“

Und beide sind wir müde, von dieser Diskussion und niemand schenkt uns Glauben, und wir selbst uns ja sowieso nicht. Ich weiß, was ich weiß und the same are you. Zwei Sturköpfe ohne Wand laufen eben einfach gegen sich selbst, bis es weh tut und man nicht mehr kann. Wir hören nicht auf und doch ist es so als könnten wir uns doch noch irgendwie einig werden.

Ich höre dir nicht zu, bin nicht interessiert an deinen Vorträgen, an deinen Worten, nicht interessiert an dir. Wobei. Letzteres würde ich eben doch in Frage stellen. Es ist die falsche Zeit, der falsche Moment, es ist das Nichts, das zwischen uns herrscht und irgendwie alles so furchtbar scheiße macht. Scheiße ist mein neues Lieblingswort, du weißt das. Alles ist gerade scheiße, obwohl ich von schönen und netten Begegnungen, tollen Erfahrungen und einem fresh growing self-awareness begrüßt werde.

Wobei man natürlich diese self-awareness aufgrund der allgemein herrschenden Grundscheiße in Frage stellen darf. Nicht muss. Darf. Und überhaupt. Fehlt mir gerade das Gespür für mich selbst, obwohl ich mich schon lange nicht mehr so gefühlt habe. So gespürt habe. Ich weiß aktuell einfach nicht, was ich mit mir tun soll, und habe doch den perfektesten Plan und die erreichbarsten Ziele seit langem. Um es kurz zu sagen: Ich verstehe mich gerade selbst nicht. Und ja. Leute, Leute, Leute. Das fühlt sich echt mal scheiße an. Kaum zu glauben.

Hier  noch mal ein „Nein!“. „Doch, verdammt!“, die Retourkutsche. Scheiße. Was für ein bescheuerter Teufelskreis. Dieser verdammte Endloskreisverkehr und dieser Stau bei meiner Ausfahrt.  Und ich vollkommen perplex und ohne Ahnung und einfach nur dumm. Gewollt dumm? Ich weiß nicht. Vielleicht auch einfach nur … ja, sagen wir es so. Scheißratlos. Im negativen Sinne, wohlgemerkt. Und das gekoppelt mit meiner Scheißnaivität, dieser furchtbaren Scheißmanipulierbarkeit und der vorhin schon genannten Gesamtscheiße gibt das kein gutes Bild. Aber irgendwie auch doch wieder toll. Oder unterhaltsam. Oder legend- … wait for it, wait for it … -dary!

Vielleicht wisst ihr, was ich meine. Vielleicht versteht ihr auch nur ansatzweise meinen aktuellen Gefühlszustand. Und dann noch diese Scheißdiskussion um. Ja, verdammt. Um was eigentlich? Ich habe es schon wieder verdrängt, oder einfach nicht aufgepasst. Leute, sowas interessiert mich ja echt mal nicht. Wo bin ich hier eigentlich, und warum tue ich mir das jetzt überhaupt an? Und während ich immer Schimmer meines eigenen Wahnsinns weitertanze, schwöre ich mir, dass mein „Doch!“ schlussendlich doch noch gewinnen wird. Nur um sowieso schon zu wissen, dass ich irgendwann einfach zu müde bin, zu … disktutieren, zu streiten. Eigentlich bin ich ja sowieso gerade nur zum Schweigen aufgelegt. Vielleicht sollte ich das mal versuchen.

„Nein!“
„Doch!“

Die Inakzeptanz des Momentwechsels

You know what? I’m done being single, I’m not good at it. Look, obviously you can’t tell a woman you just met that you love her, but it sucks that you can’t.

Ich habe ja schon ausgiebig darüber sinniert, dass das „Ich liebe dich“ viel zu sehr überbewertet und glorifiziert wird, und das – der Wahrheit viel mehr entsprechende – „Ich brauche dich“ noch sehr, sehr selten den Weg in unseren Sprachgebrauch gefunden hat.

Weiters gibt es ja meine Theorie des perfekten Moments. Dass man selbst  für einen kurzen Moment, nennen wir es Tag, Woche, vielleicht sogar Monat, einen Menschen aus ganzem Herzen lieben kannst. Vom tiefsten Grund deiner Sammlung an Gefühlsregungen. Weil man den Menschen zu diesem Zeitpunkt liebt, weil man ihn braucht und weil man manchmal sogar selbst gebraucht wird. Und nur für diesen Moment. Für diese kurze Dauer deines, ihres Lebens ist es genau das. Das, was den Moment perfekt, die Liebe außergewöhnlich, die Zeit erinnerungswürdig macht. Ja, ich mag meine Theorie des perfekten Moments. Wirklich.

No it’s not… You were right. There’s no off switch… God, I wish there was an off switch!

Und dann stolpere ich selbst über die Inakzeptanz des Momentwechsels. Dass  alles abbricht, und alles neu beginnt. Warum das Ganze? For what? Um wieder einmal die falschen Worte, das falsche Lächeln, die falschen Bewegungen zu sagen, zeigen, machen? Um wieder und tausendmal die falsche Entscheidung zu treffen? Um neue Momente nicht mehr zuzulassen? Um mich nur mitunter unglücklicher zu machen? Ich verneige mich vor mir. Wegen dieser unglaublich banal anmutenden Idiotie des aktuellen Seins.

You’re not the one for me.

Ist es das? Diese utopische Suche nach the one? Bin ich wirklich so freaky-awesome-begriffsstutzig? The one kennt keine Theorie des perfekten Moments. Sie kennt kein inflationär gebrauchtes „Ich liebe dich„, oder gar ein „Ich brauche dich“ für Lebensabschnittspartner. Nein. Das bin ich nicht. Oder etwa doch?

Ich weiß es nicht und sehe weiter. Wisst ihr, manchmal, da fühle ich mich ernsthaft etwas gestört. Derzeit zeigt alles auf dieses 30. Juni 2010. Und vielleicht kann ich mich erst dann wieder richtig ernstnehmen. Das ist dumm. Ich weiß. Ich bin mir über die Tragweite des Ichs nach dem Erreichen meiner Ziele bewusst, ihr wahrscheinlich noch nicht. Trotzdem ist es eine Utopie, die mich anspornt. Um die Einfachheit der Vergangenheit wieder zu entfachen. Um mich wieder etwas mehr selbst zu akzeptieren. Es ist verrückt, ich weiß. Aber jetzt sehe ich einfach mal, was sich in den kommenden Monaten so ergibt. Vielleicht mehr, als ich aktuell vermuten mag.

Zitate: How I Met Your Mother (Staffel 1, Episode 1, 2 und 4)
Foto: http://howimetyourmothersource.tumblr.com/

Habe ich mich verirrt?

Du bist ausgestiegen, ich hab‘ dich aussteigen lassen. Wollte dich eigentlich noch behalten, ihn behalten, den Moment. Doch mit dem Knall der zugeschlagenen Autotür weiß ich, dass es vorbei ist. Er vorbei ist. Du drehst dich noch einmal um, dein Blick? Ein Rätsel, wie immer. So oft. Gehst weiter,  zu deinem Haus, deiner Tür, gehst hinein, ich fahre heim.

Fahre los, gebe Gas, ganz langsam. Ich krame in meinen Taschen, suche nach meinen Zigaretten, nach nur einer von ihnen und stecke sie mir in den Mund. Es raschelt und als ich das Feuerzeug gefunden habe und das Fenster leicht geöffnet, erhellt das Licht einer kleinen Flamme den ansonsten lichtscheuen Raum meines Autos. Es ist heiß hier, ist es nicht? Ich gebe Gas, verlasse deine Straße, deinen Ort, deine Stadt. Gebe Gas und vergesse zu bremsen, gebe Gas und vergesse. Zu lenken. Ich kenne den Weg. Kenne den Weg schon genauso gut, wie ich glaube, dich zu kennen. Habe ich mich verirrt?

Lichthupe. Ständig werde ich geblendet. Immer diese Leute, die wohl überall den vollen Überblick behalten wollen und trotzdem so blind und so. Menschlich? Ich möchte bremsen, stehen bleiben, hier in diesem Auto, auf dieser Straße, in diesem Tunnel. Seit wann bin ich im Tunnel? Habe ich irgendetwas versäumt? Es rattert.  Die vorperforierte Mittellinie schubst mich zurück auf meine Seite. Ich wische mir den Schlaf aus meinen Augen und ziehe beständig an dieser Zigarette, und sie wird nicht weniger, und ich werf‘ sie nicht weg. Das leichte Glimmen, es spiegelt sich in der Windschutzscheibe. Du bist nicht mehr da.

Nicht mehr da. Nur ich allein. Auf dieser Straße, in diesem Tunnel, mit diesem Auto. Du hättest mich nicht allein lassen sollen. Hättest mich nicht enttäuschen sollen. Du hättest mir vielleicht nicht gerade heute alles erzählen sollen. Mir erklären, das nichts mehr Sinn macht und wir keine Zukunft haben. Vielleicht hättest du einfach noch etwas warten sollen. Mit der Wahrheit und der Faust und meiner Magengrube. Vielleicht hättest du damit warten müssen …

Sprühende Funken. Ich bin kurz weggenickt und habe die Leitplanke gestreicht, ich reiße herum, bekomme mit der neu gewonnenen Wachheit das Auto gerade noch unter Kontrolle. Es ist spät hier. Eine Träne, ihr Weg, meine Wange. Es ist wohl soweit.

Die menschenleere Bundesstraße verlassen, durchs Ortsgebiet eiern und mit lauter Musik, mit Brüllen, mit Schreien, mit Stille, Piano, Gitarre. Und Tränen. Die Wahrheit scheint akzeptiert.

Hegolotl Kokskill.

Warum Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ für mich nie und nimmer das Zeug zu einem Generationsbuch hat … und warum eigentlich so … unrealistisch?

Ihr könnt es nicht mehr hören, ich weiß. Auf Twitter, in den Online-Medien und auch in Print-Magazinen und im TV hört man nur mehr „Hegemann!“ oder „Axolotl!“ oder „Strobo?“, „Airen?“. Aber das interessiert mich jetzt (noch!) nicht. Bis jetzt habe ich mir nur „Axolotl Roadkill“ gekauft, aber „Strobo“ schon nur bestellt.

Ich muss diesen Beitrag hier einfach schreiben. Weil Hegemann ja bis vor kurzem die neue junge … Goethe (?), Schiller (?) war. Weil sie … jung … und Theaterstück, Drehbuch, Bestsellerbuch. Sowieso alles großartig. Und dann lese ich dieses Buch und denke ich mir: Ja, natürlich. Sie hat ein Talent, sie ist eine sichtlich begabte Schriftstellerin. Aber dieses Buch? Bitte?

Brauchen wir immer diese Bücher über Koks, Nutten, Speed, schmerzhaften Analsex, Vergewaltigungen, Ecstasy, Diskothektoiletten, Selbstzerstörung und nochmal zwanghafter schmerzender Sex. Brauchen wir das wirklich? Weil wir noch nie auf Koks oder Speed waren? Noch nie Nutten oder schmerzhaften Sex hatten? Nicht vergewaltigt wurden, womöglich auf dreckigen Diskothektoiletten (die übrigens nur in wenigen, und dann sind es wirklich abgefuckte Discos, wirklich so dreckig sind, wie so oft beschrieben). Und weil wir uns womöglich selbst mögen, und somit gerne an der Selbstzerstörung eines anderen Menschen beteiligt sein wollen, zumindest als Leser, als diese Typen, die bei einem Autounfall auf der anderen Fahrspur auf der Autobahn natürlich langsamer werden, um ja sehr viel Schrott, Blut und Körperteile zu sehen. Brauchen wir diese Bücher also wirklich um unser Neugier am Exhibitionismus zu befriedigen?

Und was ich so furchtbar finde: Wird „Axolotl Roadkill“ wirklich ein Buch für diese Generation? Und die wichtige Frage: Bin ich überhaupt noch in dieser Generation? Ich fürchte ja. Und als Generationenbücher bisher wurde was gehandelt? Benjamin Leberts „Crazy“? Charlotte Roches furchtbare „Feuchtgebiete“? Die Biografie von Dieter Bohlen? Keine dieser Bücher hätte es auch nur annähernd verdient. Und von allen am Ehesten noch „Crazy“.

Lebe ich meine Generation falsch? Klar, ich leb‘ ja schon anders, als wie ich es mir von einem normalen Menschen in meinem Alter erwarte, leider. Aber bin ich der Einzige, der nicht misshandelt wurde, der nicht jeden Abend Drogen nimmt, der sich nicht Tag für Tag  selbst zerstören muss? Reicht denn ein ganz normales Leben nicht mehr für die Literatur? Wo Leben, Liebe, Eifersucht, Ängste, Freude, Scham und all das einfach in einer nachvollziehbareren Umgebung stattfinden.

Ich denke, auch genau diese Literatur, eine Abbildung dieses Lebens, kann berühren, fesseln. Und da muss es nicht unbedingt dem menschlichen Abgrund entsprechen. Denn manchmal geht Selbstzerstörung auch ohne Rasierklingen und gezwungen brutalem Sex. Manchmal zerstört man sich selbst, von innen. Ganz leise.

Und genau eine solche, leise Literatur suche ich. Und schreibe ich.

Und nein. Ich kritisiere nicht unbedingt all diese Bücher. Ich kritisiere den Hype, der darum gemacht wird. Woah, fuck. Da betritt eine Protagonist schon halb zerstört die Bühne, die erste Seite. Wow. Was will man mehr? Ich selbst lese diese Bücher (weil sie im Gegensatz zu z.B. Zafons „Der Schatten des Windes“, Boyles „Drop City“ oder vor allem Wallaces „Unglaublicher Spaß“ schnell zu lesen sind, so mal zwischendurch). Diese Bücher sind nicht schlecht sie sind mitreißend und eine tolle Literatur. Aber meiner Meinung nach sind genau solche Bücher furchtbar unrealistisch. Beziehungsweise nicht für eine ganze Generation sprechend, nur für Einzelne. Und darauf sollte man wieder einmal wert legen.

Wir müssen das nicht tun.

„Ich weiß noch immer viel zu wenig über dich.“, murmle ich, als ich wolle ich dich nur sehr ungern unterbrechen. Aber du hast schon vor Minuten aufgehört zu sprechen. Vielleicht habe ich mich diesem Satz irgendwie gefürchtet. Ich weiß noch viel zu wenig über Emily. Bisher haben wir immer nur so knapp an unserem „richtigen“ Leben vorbeigeschrammt. Hier mal Erzählungen aus meiner Woche in Wien, da mal kurze Informationen über ihr Wochenende. Mehr war da nie. Und doch will ich es unbedingt wissen.

„Okay. Du hast Recht. Dafür musst du mir auch einiges über dich erzählen.

Gut. Das war ein Deal. Ich hatte kein Problem damit, über mich selbst zu sprechen. Manchmal bemerke ich selbst, dass ich mich nur zu gerne selbst reden höre. Ich mag meinen Erzählstil, irgendwie.

„Also. Wie machen wir das jetzt.“
Sie lächelt. „Komm. Stell‘ mir Fragen. Und ich mach‘ es ebenso.“

Emily hat immer gute Vorschläge, habe ich das schon erwähnt? In meinem Kopf klappere ich alles schon nach dem perfekt passenden Fragebogen ab.

„Hast du schon einmal zu jemanden „Ich liebe dich“ gesagt?“ – Wow. Gute erste Frage, Noah.
– „Hm. Nein. Ich habe es schon ein Mal gefühlt, aber mich nie gewagt, es zu sagen. Im Nachhinein ist es gut so. Und … und du?“
„Ja. Habe ich. Damals. Erste große Liebe, du weißt schon. Manche würden sagen, ich wäre damit zu früh dran gewesen. Und den Stempel darauf erhielt ich auch erst Wochen danach, als sie es zu mir ebenfalls sagte, unter Tränen. Und ja, ich habe sie geliebt. Vielleicht war es diese jugendliche, ganz einfache Liebe, aber ja. Es war Liebe.“

Stille. Ach. Ich bin ja muss ja jetzt wieder etwas fragen
„Du hast einen Bruder, stimmts?“
– „Mhm. Ja. Haben wir darüber schon mal gesprochen?“

Nein, haben wir nicht. Sie hat es nur in so manchen Gesprächen zuvor anklingen lassen. Ich bin gut darin, Gespräche zu führen und in Gedanken all die gesprochenen Worte auseinander zu bauen und zu einem schöneren Bild wieder zusammenzuwürfeln.

„Ich habe eine Schwester. Und hätte einen Bruder.“
– „Wie?“
„Totgeburt. Vier Jahre bevor ich zur Welt kam.“
– „Oh.“

Kein Wort zuviel. Hach, meine Emily.

„Mhm. Und manchmal frage ich mich, ob es mich überhaupt geben würde, hätte er die Chance bekommen, zu leben. Aber … auch wenn ich ihn leider nie kennenlernen durfte, so verbindet mich doch irgendwie ganz viel mit ihm.“
– „Das ist schön. Und wie verstehst du dich mit deiner Schwester?“

Ui. Unschönes Thema.
„Es herrscht Funkstille. Und nein, lass‘ uns bitte nicht darüber sprechen, okay?“
– „Okay.“

Sie sieht mich an, lächelt, beinahe so als würde ihr eine sehr schöne Frage auf der Zunge liegen.

„Noah. Was sind deine größten Träume?“
Ich grinse. Soll ich jetzt wirklich so weit ausholen? „Ich möchte Geschichten erzählen, Bücher schreiben, möchte meine 15 Minuten Ruhm genießen. Möchte mich auf die Suche nach meine Talente begeben, so viel wie möglich einfach nur ausprobieren, um zu sehen, wie gut ich bin. Und ich möchte endlich einmal einfach nur Leben, ohne mir Gedanken um Vergangenheit,  Zukunft oder die Gegenwart zu machen.“

Ich bin ein furchtbarer Mensch. Überlege meist jeden Schritt durch, kann so betrunken oder auf Drogen sein, trotzdem bleibt mein Gehirn so scharf, dass ich alles in der richtigen Ordnung sehen will. Ich küsse kein hübsches betrunkenes Mädchen, selbst wenn sie mir liebevoll den Kopf tätschelt und beinahe schon gegen die Wand drückt, nur weil sie mir Wochen davor von ihrem Freund erzählte. Wenn ich da einfach nur mal hineinleben könnte, ohne an irgendwelche Konsequenzen denken zu müssen, wäre es schon großartig.

„Ich … ich möchte reisen. Möchte die Welt sehen. Menschen kennenlernen und beginnen auch lieben zu lernen. Und ich möchte irgendwann einmal eine Familie gründen. In irgendeiner typisch amerikanischen Vorstadt wohnen, wo meine Kinder mit dem Fahrrad die lange breite Straße entlang fahren können und. Hm.“
– „Du hast schöne Träume.“

Und schöne Augen. Ich habe sie beobachtet, als sie von ihren Träumen erzählte, wie sie im Gedanken schon am Garten dieses Vorstadthäuschens stand und nur ungern wieder in diesen Waggon zurückkehren wollte.

„Was ist dir öfter passiert? Bist du öfter abgewiesen worden oder hast du öfter abgewiesen?“
Sie grinst. „Ich habe öfter abgewiesen, ja. So grob hochgerechnet müsste das stimmen. Und selbst?“
„Bei mir hält es sich irgendwie die Waage. Ich wurde schon ein paar Mal so richtig abgewiesen und musste selbst schon so manches Mal in diese böse Rolle schlüpfen.“
– „Böse Rolle?“
„Mhm. Ich hasse es, das Arschloch zu sein. Ich weiß, wie man sich in dieser unguten Rolle des Abgewiesenen fühlt. Und deswegen hasse ich es, selbst diese Herzensbrecher zu sein, der Typ, der meint, dass es nicht passen würde, dass das wohl nichts wird. Ich versuche da stets so human wie möglich umzugehen, und weiß trotzdem, das ich jemanden wehtue.“
– „Aber das fühlt doch jeder. Jeder Mensch wird abgewiesen und weist ab. Das ist doch Menschlichste, einmal auf der einen, einmal auf der anderen Seite zu stehen. Zu leiden und Leid auszuteilen.“
„Ja, schon. Aber fühlst du dich gut dabei? Oder rächst du dich für das eine gebrochene Herz bei einer anderen unschuldigen Person?“

Frage ich sie und ziehe nachdenklich meine Augenbrauen hoch. Sie lächelt und schaut mir mit ungeahnter Intensität entgegen. Es reicht wohl mit Fragen. Beginnen wir wieder unsere Nähe zu genießen. Ohne Worte, mit gelegentlichem Blickkontakt und bewegenden Mundwinkeln. Ohne Worte und inmitten des Zuges.

Es hat lange gedauert. Bis ich das jetzt wieder zusammengebracht habe. Diese Dialogszenen müssen noch ausgebaut werden. Und werden einen wichtigen Teil des Buches einnehmen. Ich hoffe, es gefällt, würde mich über Kommentare freuen und arbeite weiter!

Die Nacht, die Lichter.

Und der Bus fährt wieder ab, als du dich umsiehst und ich warte, welchen Weg du jetzt einschlägst. Wir waren schon hier, du erinnerst dich nicht, ich weiß. Wir sind schon einmal hier ausgestiegen und haben gesucht und nicht gefunden, bis wir irgendwann wieder in ein Taxi stiegen und zu mir fuhren, ich weiß.

Du blickst hoch, suchst zwischen den Häusern den Himmel, als würdest du damit den Ausweg hier suchen. Ich nehm‘ deine Hand, führe dich fort, hinein in die Stadt, in die Lichter der Nacht. „Wir waren schon mal hier“, sagst du und ich nicke und führe dich weg, deine Hand sie umfasst meine Finger. Wir streichen uns langsam an unseren Händen entlang, während wir weitergehen und eine neue Gasse betreten, die durchflutet ist von Schwarz. Die Lichter der Stadt, die Lichter der Nacht, sie hören hier auf.

Wir tapsen, ganz langsam, stolpern daher und wanken dahin. Die Nacht, wir … sie hat uns, wir schleichen nur mehr. Wir warten und sehen, und Stille macht es schwer, sich nicht zu bewegen, denn jedes Geräusch, macht die Welt nur noch hässlicher. Wir wollen hinaus, raus aus der Gasse, wollen weg. Zurück zu den Lichtern der Nacht … der Stadt.

Ich blicke gen Himmel, um Sterne zu sehen. Das wenige Licht. Du nimmst meine Hand, ziehst mich fort, hinaus aus der Gasse, zurück zu dem Licht, hinein in das kleine Café, das von außen hin dunkel und von innen drin voll aussieht. An der Bar ist Platz und „Zwei Bier!“ und die Stille. Der Spiegel hinter der Bar, und du, wie du dich sammelst und ich wie ich starre. Dich ansehe, als wärst du nicht schon den halben Tag hier bei mir. Sondern eben erst gekommen, nach Jahren und Tagen der Dunkelheit, hier zwischen uns.

Deine Hand an meinem Oberschenkel, und ich, mein Blick gesenkt. Ein Schluck, der Versuch, das Gesicht nicht zu verzerren. Es schmeckt mir nicht und hat mir noch nie geschmeckt, aber du trinkst es immer noch, als wäre es wirklich gut. Ich würde dich gerne sitzen lassen, würde jetzt raus gehen, und dir sagen, was du nur alles mit mir gemacht hast, und wie sehr du mich zerstört hast und wie lange ich gebraucht habe, um mich wieder aufzubauen, um alles wieder so zu machen, wie es war und doch irgendwie anders. Und ich sitze hier und warte und spüre deine Berührungen an meiner Schulter und ich trinke weiter.

„Du hast mich verletzt“, höre ich mich denken und schwöre mir, dies nicht zu sagen. Ich darf hier nicht schwach sein, nicht das sein, was ich war und immer noch bin. Ich muss hier jetzt ich sein, wie ich es gern wäre. Und dann spüre ich dein Gesicht an meinen Händen und spüre deinen Kopf an meiner Schulter und fühle mich falsch. Du hast es nicht verdient und ich doch genauso nicht. Wir beide haben uns nicht verdient und sind trotzdem geflohen, gemeinsam vor der Dunkelheit und der Stille der Nacht.

Da sind wir nun, und ich küsse dich, als wäre es normal und du lässt dich küssen, als wären wir wir. Und ich trinke, und blicke auf den Boden, wische mir den Schweiß meiner Hände in meine Jeans und blicke langsam zu dir auf und du siehst mich an. Wir sollten nicht hier sein, nicht ich hier mit dir, nicht ich hier mit Bier. Der Kellner grinst uns zu, als würde er uns kennen und wir blicken beide verdattert zurück. Das Glas ist leer, das Geld am Tisch, wir lassen uns vom Hocker gleiten und gehen hinaus.

Ich würde jetzt tanzen, mitten auf der Straße. Um die Nacht, diese Lichter zu fühlen und zu wissen, dass hier zu sein nicht falsch und mit dir zu sein richtig sein muss. Doch das ist es nicht und ich tanze nicht. Wir wandern nur weiter, die Beine, sie tragen, uns weiter hinein und hinaus aus der Stadt, hinunter zur U-Bahn. Die Nacht und die Lichter, sie bleiben wohl an und ich fühle mich falsch und nicht richtig, verquer.

Wir hätten das nicht tun dürfen, hätten uns nicht anrufen sollen, uns  nicht treffen, uns nicht küssen und jetzt hätten wir auch nicht die gleiche U-Bahn benutzen sollen um auch wieder gemeinsam auszusteigen, und weiter zu gehen und den gleichen Weg zu nehmen. Und jetzt. Wo ich mit dir, neben dir liege, meine Hand um dich gelegt, und dein Atem stets ruhiger wird. Bleibt alles beim Alten. Nur die Nacht. Und die Lichter. Die gehen aus.

Heimweh nach Liebeskummer.


Klopfklopf.

Nein. Nicht jetzt. Die Decke wird noch einmal bis zur Stirn hochgezogen. Erghpf. Ich bin unausstehlich um diese Uhrzeit, dass sollte ja nun schon hinlänglich bekannt sein. „Hm?“, krächze ich. Verdammt, alles nur Einbildung. Oder vielleicht die letzte Szene meines Traumes.

Ich drücke noch einmal fest die Augen zu, versuche  wieder einzuschlafen. Doch es will und will nicht funktionieren. Der Tag hat jetzt also vollkommen ohne meiner Einwilligung begonnen. Der Decke wird weggeschubst, der falsche Fuß zum Aufstehen benutzt, die herumliegenden Kleidungsstücke zur Bedeckung nackter Stellen in Verwendung genommen. Ein herzhaftes Arrrhmpf um meinen Unmut auszudrücken und schon krieche ich auf allen Zweien die Treppe hoch.

Und doch. Es geht mir gut. Denn aus irgendeinem unerkenntlichen Grund habe ich es wieder einmal. ohne wenig Überredungsgabe geschafft, mich als glücklichen Single dastehen zu lassen. Der ich zwar in so manchen Momenten nicht bin. Aber was bleibt, ist die Aufregung, die Interesse, die Spannung, die Überraschung. Bei jedem neuen Kennenlernen, bei jedem Lächeln von so manchen Menschen.

Und auch wenn da niemand ist, mit dem ich gemeinsam die Decke bis zur Stirn hochziehen kann, und auch niemand, der mit mir den falschen Fuß erwischt und die Kleidungsstücke nach „Du“ und „Ich“ aussortiert. Und auch wenn kein Kuss mich in den Schlaf zaubert und mich eher ein Klopfklopf, als in das Gesicht eines geliebten Menschen zu blicken.

Und auch wenn die letzte Liebe, jene, die vom tiefen Grund meines Herzens schon so lange Zeit zurückliegt, und selbst der letzte Kuss schon Teil der Geschichtsbücher sein müsste. Und selbst wenn ich so manches Mal enttäuscht wurde, und alles irgendwie falsch auslegte. Und enttäuscht wurde. So viele Male enttäuscht. Und ich mir eigentlich sicher bin, dass gerade ich so etwas nicht verdiene. Und mich wahrscheinlich doch nur jeder falsch betrachtet. Und glaubt, etwas zu kennen, was nicht ist.

Und selbst dann. Bin ich ein glücklicher Single. Irgendwie. Teilnahmslos schlurfen meine Füße unter meinem Körper nach, Tür auf, hinein ins Wohnzimmer, auf die Couch. Fernseher an. Ein abschließendes Hmmmmpf zum Abschied und schon erhält der Tag seine wohlverdiente erste Pause.

photocredits: Betsssssy | flickr

Nacht.

„Was ist das hier eigentlich für dich?“
– „Hm? Was?“
„Das hier. Was ist das für dich?“

Ich war gerade irgendwo auf Gedankenausflug.

„Hm.“

Ein kurzer Moment des Nachdenkens wird mir hier wohl gestattet sein.

„Es ist schwer zu sagen. Es ist etwas … Besonderes.“

Emilys Blick zeigt mir an, dass sie sich hier eine ausführlichere Antwort wünscht.

„Es ist deshalb etwas Besonderes, weil irgendwie alles so vollkommen anders passiert ist, als ich es mir jemals vorstellen konnte. Dieser Zufall, als du zufällig mir gegenüber Platz genommen hast, und der Schaffner uns erst so richtig zusammenführte, die anfänglichen Gespräche, die schon damals über den normalen Smalltalk hinausgehen. Dann die Wiedersehen, egal ob sie nun zufällig oder von irgendjemanden von uns beiden gewollt waren. Immer wieder dein Lächeln und meine Freude darüber. Wir haben uns vom ersten Moment an total anders verhalten, als Menschen, die sich gerade das erste Mal sehen. Ich bin so etwas eigentlich nicht gewohnt.“
– „Hm.“

Sie kämpft sich gerade die Worte zusammen, versucht sie in der richtigen Reihenfolge rauszupressen.

„Und … und was empfindest du für mich?“

Es ist ja nicht so, dass wir darüber nicht schon Mal ansatzweise gesprochen haben. Aber wir haben uns nie darüber ausgesprochen. Und ließen immer dieses Mysteriöse zwischen uns.

„Bitte lache nicht. Aber ich habe mich ungefähr auf den dritten Blick in dich verliebt. Fand deine Art damals so … ja, besonders. Du stelltest den Gegenpol für meine Schüchternheit dar. Ich mochte deine Stimme, dein Lächeln, war richtig stolz, wenn ich einen guten Witz loslassen konnte. Dann sahen wir uns immer wieder, und immer wieder kribbelte es auch. Wir schütteten unsere Gefühle aus, erzählten aus unseren Leben. So oft hast du mich aufgefangen, als ich mich kopfmäßig ins Nichts stürzte, und so viele Male habe ich versucht, dich aufzufangen.

Bei dir verspürte ich eine ungeahnte Nähe. Eine zauberhafte Behutsamkeit, eine seltene Liebe. Und schon befand ich mich in dieser Zwickmühle … ja, ob es denn wirklich Liebe war, oder ob es nur eine wunderbare neue Art der Freundschaft ist. Eine Freundschaft, beschränkt auf eine Stunde pro Woche und einen Waggon in dieser riesigen Welt. Ich wollte nichts zerstören, deswegen habe ich auch nie versucht, dich zu küssen. Ich genoss einfach, wenn du auf meiner Schulter einschliefst, oder mir mit deinem wundervollen Enthusiasmus aus deinem Leben erzähltest. Und würde die Liebe überhaupt bestehen können, wenn wir unsere Beziehung, so wie sie jetzt ist, weiterführen würden? Ohne uns in der … Außenwelt zu treffen?

Denn damit hätten wir genau das verloren. Das, was es so unglaublich machte. So bewundernswert anders als all die anderen Beziehungen, die man eben so kennt. Wir wären nicht mehr das Paar aus dem Zug, das schon vom Schaffner mit einem Lächeln begrüßt wird. Wir wären genau wie all die Anderen. Wir würden die Beziehung der realen Welt zum Fraß vorwerfen, wir wären normal. Deswegen habe ich versucht, diese kribbelnde Liebe in etwas Anderes umzuwandeln. Und so liebe ich dich eben auf eine andere, neue Art.“

„Und.“ Wortsammlerei. „Und bitte frag‘ du mich. Frag‘ du mich, was ich für dich empfinde.“
– „Na dann. Was (an diesem Moment muss ich plötzlich etwas schlucken) … was empfindest du für mich?“

„Ich … ich könnte jetzt auch von ganz vorne anfangen. Aber nein. Du kennst mich. Mir kommt es doch immer aufs Hier und Jetzt an. Also … ich … ich glaube, ich habe mich in dich verliebt. “

Habe ich das erwartet? Nein.

„Ich hab‘ mich in dich verliebt, als du mir damals diese Haarsträhne aus dem Gesicht wischtest, und damals, als ich dir die Träne von der Wange tupfte. Ich habe mich gerade eben in dich verliebt, als du mir zeigtest, dass du dir so viele Gedanken über uns gemacht hast. Und jetzt steh‘ ich hier. Und komme auf den selben Gedanken wie du. Verdammt. Ich will doch auch nichts zerstören.“

„Müssen wir es? Müssen wir denn etwas zerstören?“

Ja, so bin ich. Anfangs vom Schlimmsten ausgehen, um sich anschließend doch noch ein paar Lösungswege zu überlegen. Es wird hier doch wohl etwas geben, dass nicht alles kaputt macht.

Emily hat sich neben mich gesetzt. Legt ihren Kopf auf meine Schulter und aus dem Augenwinkel heraus bemerke ich eine kullernde Träne.

„Ach, Emily. Komm. Wir sind etwas Besonderes, das weißt du doch. Warum sollten wir nicht auch so etwas schaffen?“

Kaum zu glauben, dass ein Liebesgeständnis so viele Probleme erzeugen kann. Ist vielleicht doch das ganze Setting unserer Geschichte für nichts und wieder nichts aufgebaut worden? Klammern wir uns hier nur krampfartig an etwas fest, was sowieso in Kürze zu verfallen droht?

Sie dreht den Kopf zu mir hoch, und ihre Lippen beginnen die meinen zu berühren. Das ist er, unser erster Kuss. Hoffentlich ist hier irgendein Gerichtssaalmaler, der diesen Moment in aller Skizziertheit für unsere Postkarte festhalten kann. Sanft streiche ich ihr mit einer Hand über den Hinterkopf.

Es wird schräg werden, anders als gewohnt, anders als wir es uns vorstellen. Aber jetzt bin ich mir sicher. Und Emily scheinbar ja auch. Wir werden es versuchen.

Ein Zwischenstück. Zumindest passiert all das vor „Genauer betrachtet“ angesiedelt. Ein wichtiger Punkt der Geschichte. Hoffe, dass auch das hier gefällt. Ob es sich schließlich so genau im Buch wiederfinden wird, weiß ja sowieso niemand. Aber zurzeit liegt es ja sowieso nur daran, verschiedene Pfeiler zu erstellen, um irgendwann eine Brücke darauf zu bauen. Und hier der Eintrag am Projektblog.