Ausgetrunken.

Single-Leben

Ein Text, den ich nie fertiggeschrieben habe. Am 11. Mai begonnen,  zeigt er Gedanken und Gefühle der Einsamkeit, wie ich sie von letzter Woche kenne.

Alles scheint nun anders zu sein. Ich habe mir lange die
Frage gestellt, ob mein Glas jetzt halb leer oder halb voll ist. Nun habe ich
es ausgetrunken.

Ich denke immer noch, dass es die beste Entscheidung war. Für mich. Für uns.
Alles scheint nun besser zu laufen. Und wenn wir telefonieren, höre ich mir
deine Stimme an. Wir sprechen über Themen, die uns beide interessieren. Wir
interessieren uns wieder am Leben des anderen. Du hörst meiner Stimme zu, wenn
ich wieder einmal nur von mir rede. Schenkst mir dein Ohr, wenn ich Probleme
habe. Alles scheint nun so zu sein, wie es immer hätte sein sollen. Wenn wir
uns das nächste Mal sehen werden, dann werde ich ohne Vorwürfe zu dir hingehen.
Werde ich ohne von schmerzhaften Gedanken gequält zu werden dir ins Gesicht
blicken können.

Und doch saß ich vorgestern da. Hier, vor dieser Kiste, vor
diesem Notebook. Hörte mir U2, Air und Radiohead an und fühlte mich zum ersten
Mal seit langem so richtig einsam. So richtig. Manchmal fühlt man sich allein.
Das kenne ich ja. Aber das Gefühl von Einsamkeit ist viel schlimmer. Und viel
erdrückender. Nichts scheint richtig zu laufen. Mir erscheint mein ganzes Leben
zurzeit als großes Tief, welches auf dieses wunderschöne, lange Hoch folgt. Und
ich weiß, bin ich erst einmal in einem solchen Tief drinnen, fällt es mir
schwer, an ein Hoch zu glauben.

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Der Psycho. Von Nebenan.

Psychologie

Ich erinnere mich noch an die Zeit vor meiner ersten Beziehung. Ich war jung, voller Träume und Vorstellungen, wie es sein könnte, wenn. Naja. Für meine Freunde und auch für nur gute Bekannte war ich Ansprechpartner. Ich wusste wirklich (und ich meine wirklich wirklich) über alle Beziehungen meiner Umgebung Bescheid. Wusste die Probleme, die schönen Erlebnisse, wusste von Streitigkeiten und von Gedanken. War Geheimnisverwahrer der allerhöchsten Stufe. Und Berater. Ich beriet Menschen, wie sie in ihrer Beziehung agieren sollten. Ohne selbst jemals in dieser Situation gewesen zu sein.

Ich erinnere mich noch an die Zeit während meiner ersten Beziehung. Ich holte mir Rat bei Freunden, die selbst gerade in einer Beziehung steckten. Konnte aber nie wirklich mit ihnen reden. Dachte viel zu viel nach, und wusste dann auch, warum die alle früher zu mir gekommen waren.

Ich erinnere mich an die Zeit nach meiner ersten Beziehung. Ich weiß, was es heißt, in einer Beziehung zu sein. Ich weiß, welche Probleme es gibt. Ich bin an dieser Beziehung gereift und kann besser Tipps für eine Beziehung sowie für eine Trennung geben.

Ich werde immer noch engagiert, als Psychologe. Via Mail, ICQ, Comments oder auch persönlich legen sich die Leute vor mir auf die Couch. Ich mache mir geistige Notizen und überlege, was ich tun würde. Was ich schön erlebt habe. Wie es bei mir war. Mir gefällt diese berufliche Möglichkeit.

Aber vor einem habe ich Angst. Dass ich wieder einmal auf die Couch liege und nicht weiß, was ich tun soll. Wenn ich Rat brauche. Denn ich kann nicht darüber sprechen. Ich kann nur schreiben. Nicht an jemand anderen gerichtet, sondern nur in meinem Blog. Aber ich weiß, irgendwann kommt wieder der Tag, an dem ich eine Couch so nötig habe.

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Über Mir. Die Sterne.

jetzt …

ich kann es mir nicht erklären

ja, jetzt gerade wieder ….

was die anderen haben

es ist wieder soweit … ich

was ich nicht habe …

denke darüber nach warum

was ist an mir so abstoßend

gerade ich jeden tag am see alleine

oder bin ich einfach nur zu nett

sitze, meist neben zwei paaren.

immer wieder denke ich daran …

wie es wäre wenn … doch es ist einfach

nicht. mich quält der gedanke, dass all das

noch so weitergeht, wie es jetzt gerade ist …

das würde mein leben unlebenswert machen …

dann könnte ich einfach nicht mehr weiterleben.

ich hoffe immer noch

doch immer nur hoffen macht auch krank

zwar habe ich einer freundin

in der hoffnung zu leben … auch das

diesen absatz einmal geschrieben …

ist nicht die befriedigung die ich brauche …

weil auch sie in der hoffnung lebte …:

 

man kann in sich in sachen liebe nie sicher sein.


man kann nur vermuten.

ein schon oft geträumter traum

und das mache ich.

ist einfach jener, dass ich eine treffe

sich auf meine vermutungen zu stützen …

dass ich von ihrem lachen nicht genug bekomme

kann lebensgefährlich sein.

dass ich ihn ihren augen versinken möchte

in der hoffnung zu leben hingegen

dass ich einfach nur, arm in arm, mit ihr

wunderschön

einschlafen möchte.

aber ich möchte nicht mehr hoffen …

dass sie mich küsst … und ich weiß … sie liebt mich.

bis jetzt ist das nur einmal passiert. und seitdem habe

ich nie mehr solche gegenseitige liebe verspürt …

lange zeit war immer nur ich verliebt …

wann wird es endlich so weit sein?

ob ich es erleben werde?

ob ich nicht viel zu früh sterben werde?

ich weiß es nicht

und noch etwas:

fuck off!

 

 

Ein Text, welchen ich vor ungefähr knapp genau einem Jahr geschrieben habe. Ein Text, der mich erschreckend an das heutige Ich erinnert. Viel zu pathetisch, viel zu melancholisch. Ein, nach Liebe lechzender 18-Jähriger Junge, der schon einen Monat später von sich sagen kann, dass er vergeben ist. Ein weinerlicher Typ, voller Angst und Selbstzweifel.

Leider habe ich mich nicht allzusehr verändert.

 

1:0. Für Dich.

Liebe

Warum alles leichter fällt, als eine Niederlage einzugestehen.

Wenn man beim Hundertmeter-Sprintwettbewerb um 2 Hundertstel den ersten Platz verfehlt, ist mich vielleicht anfangs sehr enttäuscht, aber irgendwann akzeptiert man es. Man war einfach zu langsam, wenn auch nur knapp. Wenn man bei einem Reitwettbewerb vom Pferd fällt, sieht man auch bald ein, dass man etwas falsch gemacht hat. Aber kann man das, also das Verlieren, nur im Sport. Was ist mit der Liebe?

Ich spreche aus Erfahrung. Ja, vielleicht hört es sich naiv an, ich war erst einmal in einer Beziehung. Und vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich scheine mit der Zeit immer mehr daraus zu lernen. Es hat auch lange genug gedauert. Einige wenige Monate waren wir glücklich, und ich glaube, dass wir beide, ja, du und ich, wirklich glücklich waren. Ließen uns gegenseitig fallen und wussten, dass wir uns wieder auffangen würden. Doch dann gingen die Schmetterlinge fort, und du wusstest es nicht mehr, bekamst Zweifel, fingest an, dich zu entlieben. Nichts wäre richtiger gewesen, als Schluss zu machen. Du hast das auch gemacht. Hast mir erklärt, dass es nicht mehr so ist wie früher. „Das es nicht mehr passt“.

Ich war perplex. Überrascht. Obwohl ich es doch schon spürte. Doch ich bekam dich einfach nicht raus aus meinen Kopf, wollte mich mit Texten gegen dich, über dich hinwegtrösten. Begann aber irgendwann einmal wieder über dich zu schreiben. Über meine Gefühle zu dir. Und als wir uns das nächste Mal trafen, drei Wochen später zirka, waren sie immer noch nicht weg. Die Gefühle. Bei dir nicht. Bei mir nicht. Wir versuchten es also noch einmal. Sahen uns durch, von der Schule verursachten, Stress kaum mehr. Immer mehr kam es mir vor wie eine Fernbeziehung. Manchmal Anrufe, oft Zweifel und immer die Angst um dich. Angst vor der Trennung. Angst vor dem Verlieren.

Was würde ich denn verlieren? Den Kampf um dich. Dich würde ich verlieren. Und das wollte ich nicht. Dutzende Male bin ich zu dir gefahren, wollte dir klarmachen, dass mir es so nicht passt, wie es ist. Wollte dir zeigen, dass das, was wir sind, kein Paar ist. Dass eine Beziehung anders aussieht, normalerweise. Aber als ich dann vor deiner Tür stand, anläutete, du die Tür öffnetest, und mich angelächelt hast, das war es mir egal. Alles war mir egal, all die Probleme die wir offensichtlich hatten. Ich ließ mich wieder fallen. Aber du fingest mich nicht auf. Ich stürzte, immer und immer wieder. Ich fiel, tiefer und tiefer. Doch ich suchte immer noch den Kontakt zu dir. Wo war sie hin, deine Liebe für mich. Deine Zuneigung. Wo war sie hin, ich suchte sie. Fand sie aber nie.

Wann war also der Tag, an dem ich einsehen hätte müssen, dass ich verloren hatte. War es zwei Tage vor dem Jahreswechsel. War es, als du mir sagtest, es würde nicht mehr passen. Ich weiß nur eines. Ich habe es viel zu spät bemerkt, und habe dadurch vielleicht zu viel zerstört. Habe Mauern zwischen uns entstehen lassen, die nicht einmal Gorbatschow und Kohl oder David Hasselhoff zum Einsturz bringen könnten. Ich kann es nicht.

Das ist sie wohl. Mein größte Schwäche. Selbst wenn ich es schon spüre, denke ich mir, dass es wieder besser wird. Ich bin vielleicht übertriebener Optimist. Träumer. Oder ein Idiot. Man kann es sehen, wie man will. Ich glaube an die Liebe, vielleicht bin ich noch einer der wenigen. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass sie einfach weg ist. Oder weg geht. Nicht so spontan. Ich bin Idealist. Du Realist. Ich kann es einfach nicht. Eine Niederlage einzugestehen, das würde heißen, dass ich verloren habe. Ich habe verloren. Ich. Verloren. Diese Worte sollen nicht in einem Satz vorkommen. Schon beim Mensch, ärgere dich nicht – Battle mit meiner Schwester habe ich stets das Brett durch die Luft fliegen lassen. Als es aussichtslos war. Auch beim Monopoly gingen meine Ideen nie auf. Vielleicht habe ich einfach kein Glück. Bin zum Verlieren verurteilt.

Manchmal ist es mir auch einfach nur egal. Wenn ich nicht erwarte, dass ich gewinne, z.B. bei einem 9 km – Waldlauf, als ich als Letzter durchs Ziel lief. Ich war Letzter, aber mir war das egal. Ich war stolz wie ein Pfau und außer Atem. Aber ich habe mir hier einfach mehr erwartet. Ich habe mir erwartet, dass alles anders verlaufen würde. Dass die guten Monate wieder kommen würden. Die schlechten aus unserer Beziehung verschwinden würden. Doch sie blieben. Und irgendwann musste ich es mir eingestehen. Irgendwann. Dann kam er eben, der Tag. Zwei Tage vor meinem Geburtstag. Ich habe dir erklärt, dass ich nun, für dieses eine Mal auf meinen Kopf hören muss. Und nicht auf mein Herz. Du hast mich weiter dazu angespornt. Viel zu früh hast du schon damit abgeschlossen gehabt. Mit uns.

Ich brauchte noch Zeit. Hatte Gefühls-Flashbacks. Konnte dir nicht in die Augen sehen, als wir uns, rein freundschaftlich wohlgemerkt, wieder trafen. Dachte mir, ich würde alles wieder in Kauf nehmen. Alles. Ich hätte wieder alles in Kauf genommen, mit dem Wissen, dass ich irgendwann wieder einmal verlieren würde. Mir wäre das damals egal gewesen.

Aber eines ist wichtig. Es ist wichtig, auch verlieren zu können. Ich werde das wohl erst lernen müssen. Aber für dieses eine Mal, für dich und mich bin ich jetzt soweit, dass ich sagen kann. I’m A Loser, Baby. Touché. 1 zu 0. Für dich. Wenn man das überhaupt so sagen kann.

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Gestern. Du. Heute. Ich. Morgen. Wir?

Wir beide. ‚Eine Seele, aufgeteilt auf zwei Körper‘, denke ich mir. Freunde würde es Aristoteles wohl nennen.

Gestern. Freunde. Du lachst. Wenn wir doch nur Freunde wären. Nur Freunde. Wenn wir doch nicht auch noch ein Paar wären. Wenn unsere Freundschaft nicht von unserer nicht funktionierenden Beziehung negativ beeinträchtigt wäre. Das wär doch was. Höre ich dich sagen. Aber du liegst still da. An deinen Augen sehe ich es dir an. Die Nähe, dich ich gerade genieße, ist dir unangenehm. Wir haben es immer und immer wieder versucht. Haben den Tag, den Moment verpasst, an welchem es am besten gewesen wäre, wenn wir in Frieden auseinander gegangen wären. Ich sehe es dir an. Das Flehen nach einem Ende. Doch ich will es nicht wahrhaben. Wir liegen da. Du hier. Ich da. Und ich will es einfach nicht wahrhaben. Ich werde es vermissen, die für mich angenehme Nähe. Das zumindest wöchentliche Erblicken deines Gesichtes. Ich will es nicht wahrhaben. Nicht jetzt. Ich genieße die wenig verbliebene Zeit, die uns noch geblieben ist. Genieße die Zeit, die doch so viel Unbehagen in mir auslöst. Du scheinst schon lange damit abgeschlossen haben. Ich sehe es dir doch an. Du willst das ganze nicht. Willst es nicht.

Heute. Freunde. Ich lache. Habe ich damit, mit dem Abwarten, mit dem Hinauszögern des Endes unserer Beziehung nicht viel zu viel zwischen uns zerstört, als dass wir aristotelsche Freunde werden könnten. Zu wenigen Freunden habe ich zurzeit Kontakt. Dich ruf ich ja sogar ab und zu auch noch mal an. Freunde sind mir unglaublich wichtig, nur habe ich jetzt gerade unglaublich viel um die Ohren. Habe ich wirklich so viel zerstört. Was muss geschehen, dass wir uns wahre Freunde, auf lange Zeit, nennen können. Dass wir unsere Hände halten können, ohne auch nur den geringsten Gedanken an einen Wunschtraum zu verschwenden. Dass ich dir in die Augen sehen kann. Ohne dass diese Gefühle auftauchen. Telefonieren funktioniert ja schon ganz gut. Und der Gefühlshaushalt scheint auch unter Kontrolle zu sein.

Morgen. Freunde. Wir lachen. Nein. Es wurde nicht zu viel zerstört. Wir haben es geschafft. Mein Leben scheint nun in Ordnung zu sein, ein neuer Lebensabschnitt beginnt für mich. Dich will ich dabei haben. Als Freundin. Als rein platonische Freundin. Mit dir möchte ich über alles reden können, dir möchte ich den Kopf in den Schoß legen und mit dir möchte ich die Sterne ansehen. Dir möchte ich mein Buch vortragen, mit der möchte ich singend durch die Weltgeschichte springen. Mit dir als Freundin möchte ich alt werden. Ich weiß nicht ob es so sein wird. Ich weiß nicht, ob du das willst. Ich weiß nicht, wie wir uns entwickeln. Wie wir uns verändern. Lassen wir uns überraschen. Und lasse mir noch Zeit. Irgendwann einmal wird das Morgen vor uns stehen. Und dann werden wir es am Schopfe packen.

Wie Verliebt. Bist Du.

This Is How My Heart Behaves. My Heart. Not Yours.

Wie verliebt sehen mich deine Augen an. Du musst mich doch lieben denke ich mir. Wir sitzen uns gegenüber. Ich möchte dir so nahe sein. Und wie wenn du es spürest, legst du dich mit deinem Kopf in meinen Schoß. Ich streiche dir durchs Haar, rein freundschaftlich. Beobachte dich, wie du reagierst. Du lächelst mich an. Mein Herz hüpft. Du musst mich lieben. Ich verstehe doch deine Gefühle. Denn ich liebe dich.

Verdammt, wie oft habe ich das Wort Liebe in den letzten Jahren in den Mund genommen. Fast schon pervers und penetrant in meinen täglichen Sprachgebrauch eingebrannt. Sah ich ein Pärchen, musste ich das gleich mit diesem magischen Wort „Liebe“ zusammenzufassen. „Die beiden lieben sich“, dachte ich immer. Liebe. Ein magisches Wort. Es ist doch eigentlich sogar falsch, darüber zu schreiben, wenn man glaubt, sie selbst noch nicht in vollem Ausmaß erlebt zu haben.

Ich muss dieses Wort einfach aufspalten. Man kann nicht immer gleich von Liebe sprechen. Zuerst ist sie ja noch ein Wunschgedanke. Während man im Verliebtsein schwebt. Wie ein weiser Mann einmal sagte, wenn erst einmal die Schmetterlinge weg sind, kann man von Liebe sprechen. Und es ist schwer, dass eine Beziehung diese Übergangsphase überlebt, so finde ich zumindest. Mit dem Wort Liebe legt man schon so vieles hinein, was doch nicht schon nach 2 Wochen, einem Monat oder auch nach vier Monaten da ist. Ich denke, meine erste Beziehung ist daran gescheitert, dass ich schon lange bevor die Schmetterlinge entgültig weg waren, verlangt habe, von Liebe sprechen zu dürfen. Liebe ist so etwas Entgültiges. Wenn man einmal gesagt hat „Ich liebe dich“ kann man es eigentlich nie mehr zurücknehmen. Selbst wenn irgendwann einmal die Gefühle verschwinden, das Gesagte kann man nicht zurücknehmen. Es ist entgültig. Und wenn es nicht mehr gilt. Es wurde einmal gesagt und drückt das wohl schönste Gefühl aus, welches man für jemand anderen empfinden kann.

Oft sitze ich da … und blicke wie verliebt, in das Gesicht, die Augen des anderen. Und frage mich, warum. Warum das ganze. Warum strebe ich so nach Glück. Man kann doch nichts erzwingen. Lass mich dich doch einfach nur lieben. Egal ob du mich liebst. Lass mich dich lieben. Ja, so denke ich manchmal. Oder dachte ich. Vielleicht bin ich jetzt etwas weniger gefühlvoll, etwas weniger dumm. Etwas weniger.

Eines ist mir nun klar. Es gibt einen riesig großen Unterschied zwischen „Verliebt sein“ und „Geliebt werden“. Ich dachte immer, dass, wenn das Verliebt sein auf beiden Seiten ist, dass das Geliebt werden mit dem einher geht. Nein. Es ist ein riesiger Unterschied. Von nun an werde ich das Verliebt sein nicht abstellen. Aber ich werde aufpassen, wann ich meine Liebe ausschütte. Man hat nicht viel davon. Man muss sparsam damit umgehen. Vielleicht muss ich jetzt einfach mal nur eine „Bitch“ sein. Das wollte ich sowieso schon immer einmal sein. Vielleicht muss ich es einfach mal ausprobieren. Oder ich warte. Warte auf die große zweite Liebe. Spaß oder Warten? Eine schwere Entscheidung. Reden wir nach der Maturareise weiter.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte, und vielleicht // wahrscheinlich wiederhole ich mich. Liebe ist etwas so Einzigartiges, etwas so Entgültiges. Achtet, wem ihr sie schenkt.

Liebe. Sonst Nichts.

Und was ist jetzt? Was soll ich jetzt machen? Weißt du eine Antwort? Weißt du die Fragen?

Eigentlich dachte ich doch immer, ich wüsste, was Liebe ist. Aber was ist Liebe. Das Verlangen nach jemand anderen. Die Sehnsucht nach seinen Küssen, seinen Berührungen. Oder Sex. Was ist Liebe. Nichts von alledem. Liebe ist doch einfach nur ein Gefühl. Ein Gefühl, das nur dann eine Wirkung hat, wenn es wirklich von ganz tief drinnen kommt. Und natürlich muss es ernst gemeint sein.

Liebe. Ein Wort aus dem Mittelhochdeutschen. Das ist etwas „Gutes, Angenehmes, Wertes“. Für wen kann ich Liebe empfinden. Wann ist sie ehrlich gemeint. Ich habe mich einmal länger mit diesem Thema beschäftigt. Habe Erich Fromms Ansichten zum Thema Liebe gelesen. Er spricht von einer Kunst. Ist es eine Kunst, zu lieben. Oder kann man ein Gefühl nicht unter den riesig-erdrückenden Begriff „Kunst“ stellen.

Spräche ich jetzt von Mutterliebe, dann müsste ich hervorheben, dass diese bedingungslose Liebe, die (m)eine Mutter einem schenkt, auch nach hinten losgehen kann. Es ist doch nicht gut, wenn man ein Gefühl wie die Liebe einem Menschen schenkt. Egal was man gemacht hat, die Liebe bleibt. Vielleicht hält uns das längerfristig am Leben. Aber nimmt es uns nicht irgendwie den Sinn dafür, was falsch und was richtig ist. Wäre es nicht besser, die Mutter wäre mit bedingungslosem Vertrauen, bedingungslosen Zuspruch oder bedingungsloser Interesse an einem selbst ausgestattet.

Aber ich bin keine Mutter. Und die Liebe meines Vaters muss ich mir, so wie in Fromms Werken beschrieben, auch nicht mehr erarbeiten. Sie ist jetzt schon mal da. Und scheint nicht wegzugehen. Aber Vater bin ich ja auch noch nicht. Eigentlich wollte ich ja über die Liebe im Allgemeinen sprechen.

Ich habe schon bisher erst einmal geliebt. Mit all meinen innersten Gefühlen. All meinen Zweifeln, die einfach kommen mussten. Zwei Mal schrammte ich knapp daran vorbei, damals, so scheint es mir jetzt, kam ich über das „verliebt sein“ nicht hinaus. Aber dieses eine Mal liebte ich sie. Und es schien bedingungslos. Ich habe mich fallen lassen. In der Erwartung, dass sie mich auffangen würde. Mit der Hoffnung, sie wäre die Wolke, die mich auffängt, mit all meinen Sorgen, meinen Träumen, mit all meinen Fehlern und meinen Einstellungen. Ich war für sie so eine Wolke. Vielleicht mit ein paar Löchern. Und sie war es anfangs auch für mich. Ich konnte mich sorglos fallen lassen.

Aber was kann man machen, wenn die (scheinbar vorhandene) Liebe auf einmal verschwindet. Stimmt es denn, dass das einfach kommen musste. Ein weiser Mann sagte einmal: Liebe ist das, was übrig bleibt, wenn die Verliebtheit weg ist. Die ersten Monate waren großartig. Wir erlebten die ersten Tage mit unserer jeweils ersten großen Liebe. Verbrachten fast jeden Tag miteinander. Aber irgendwann einmal flogen die Schmetterlinge aus unserem Bauch. Sie folgen unaufhaltsam weg, und was übrig blieb, war ein Mädchen, welches noch von den letzten Flügelschlägen der Schmetterlinge gekitzelt war, und ein Junge, der glaubte, wirklich lieben zu können.

Liebe. Kenne ich sie. Ich dachte, ich habe sie damals zum ersten Mal empfunden. Es wird auch so gewesen sein. Aber ich denke, ich kann Liebe erst einmal richtig erfahren, wenn die Schmetterlinge weggeflogen sind, und eben die Liebe noch da ist. Auf beiden Seiten. Erst dann werde ich verstehen können, was die großen Leute meinen, wenn sie von Liebe sprechen. Wobei ich bezweifle, dass von den wirklich jeder schon einmal wirklich geliebt hat.

Manchmal, während meiner ersten Beziehung, dachte ich, dass durch Küsse, durch sexuellen Kontakt die Liebe wieder so groß, das Kribbeln wieder so toll werden würde, wie es eben schon einmal war. Es hätte nie mehr so werden können. Wir hätten schon viel eher aufgeben sollen. Uns, unsere gemeinsame Zeit. Es waren schöne 5 Monate. Die restlichen 4 waren. Voll mit Gedanken, Angst, Ungewissheit, Selbstzerstörung. Wir hätten früher aufgeben sollen. Viel früher. Sofort als die Schmetterlinge zum Flug angesetzt hätten, hätten wir es merken müssen. Aber wie hätten wir das merken sollen. So etwas kapiert man ja immer viel zu spät.

Jetzt, nachdem ich mit der ersten Liebe abgeschlossen habe, wird sie wohl auch irgendwann kommen. Die zweite Liebe. Aber wie kann man sagen, man habe damit abgeschlossen. Sie hat einen Teil meines Herzens. Und ich einen Teil ihres Herzen. Sie ist mit ihren Füßen in mein Herz, in meine Seele getreten und hat einen Fußabdruck auf mir hinterlassen. Der wird nicht verschwinden. Der wird bleiben. Für immer wahrscheinlich. Und deswegen kann man nicht abschließen mit so etwas. Wir beide werden uns neu verlieben, unser ehemals gemeinsames Gefühl Liebe werden wir anderen Menschen schenken. Werden uns verlieben, werden lieben. Und werden es schaffen, kein einziges Gefühl mehr füreinander zu empfinden. Außer platonischer, freundschaftlicher Liebe. Ich wäre bereit für eine Freundschaft. Meine Gefühle wären bereinigt.

Ich könnte jetzt noch über diese eine, über die freundschaftliche Liebe sprechen. Und über die Magie eben dieser Liebe. Eigentlich dachte ich ja, diese Liebe auch für zwei Jungs zu empfinden. Aber jetzt, an den Tagen, an denen ich mir meiner Gedanken, meiner Gefühle, meinem Leben erst mal wieder etwas mehr bewusst wurde, bemerkte ich, dass nur meine Freundinnen jene sind, die ich wirklich liebe. Die mir das schöne Gefühl geben, wichtig zu sein. Die mir Vertrauen schenken, mit mir über alles reden, mit denen ich einfach mal nur in der Wiese liegen oder hocken kann um über alles zu reden. Diese Art der Liebe ist großartig. Aber, wie immer, muss sie beidseitig sein. Aber wenigstens merkt man manchmal, dass man bei einigen „Freunden“ sich selbst viel zu sehr verrät, durch die Rolle, die man scheinbar gezwungen ist, zu spielen. Die freundschaftliche Liebe ist kostbar. Man darf sie nicht verschwenden.

Sie wird kommen, die zweite Liebe. Wir kommen, und wird mir den Kopf verdrehen. Ich werde mich fallen lassen wollen. Aber ich danke der ersten Liebe. Danke ihr von ganzem Herzen. Sie hat mir so viel gezeigt, so viel vor Augen geführt. Hat mich reifen lassen an ihr. Sie hat mir gelehrt, wie man richtig(er) liebt. Und sie hat mir nun auch gezeigt, wie schmerzhaft Liebe sein kann. Eines muss ich mir selbst jetzt versprechen. Ich darf jetzt keine Angst davor bekommen. Vor dem Schmerz. Vor gebrochenen Herzen. Vor Tränen. Und vor Kummer. Ich darf nicht Angst davor bekommen. Ich muss mich mit alledem konfrontieren. Um irgendwann einmal wirklich lieben zu können.

Hobo Blues

 

Gestern habe ich ja dieses eine Bild von uns beiden gefunden. Habe es mir minutenlang angesehen. Habe dir tief in deine virtuellen und (bei 10.000facher Vergrößerung) pixeligen Augen gesehen. Und habe bemerkt, dass es schon damals da war. Deine Unfähigkeit mich zu lieben. Ich gebe dir für alles die Schuld. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ja, ich lehne mich einmal so weit aus dem Fenster. Du bist zu jung, um … ja, da bist zu jung für eine ernsthafte Beziehung. Du lässt dich viel zu sehr von allem anderen beeinflussen. Du warfst mir Dinge an den Kopf, welche du jetzt selbst praktizierst. Du kommst erst jetzt in diese Jahre deiner Jugend, mit denen ich gerade fertig werde. Diese Jahre voll Selbstzweifel, Angst, Ungewissheit und vielleicht auch Selbsthass. Du wirst es nicht immer schaffen, den Halt da zu suchen, wo er bis jetzt immer war. In den kommenden Jahren wird dein Leben so manches Mal zusammenbrechen und sich aus den Trümmern wieder aufbauen. Es werden harte Jahre. Aber du schaffst es sicher nicht. Schaffst es nicht, stets mit einem Lächeln durch die Welt zu gehen. Ja, damals hast du mir, und die Beziehung zu mir die Schuld gegeben. Aber nein, es lag nicht an mir. An meiner „Sicht der Dinge“. An meinem umschwänglichen Pessimismus. Es lag an dir. Und an deiner Unfähigkeit die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind. Es tut mir leid, dass ich dir jetzt wieder schreibe. Dass ich dir diese Dinge an den Kopf werfe. Aber es muss sein. Erst gestern wieder habe ich dich in meinem Tagebuch erwähnt. Ich habe meinem Tagebuch erzählt, dass meine Liebe zu dir um ein so großes Extrem verschwunden ist. Dass nur mehr ein kleines bisschen Liebe da ist. Gerade einmal genug, um eine Freundschaft weiter aufzubauen. Ich konnte dich stets lieben. Ich habe dich auch stets geliebt. Aber erst jetzt habe ich gesehen, dass du es schon lange nicht mehr konntest.

 

Offenbare ich zuviel meines Lebens in dieser „Neon Wilderness“? Dieser Gedanke kam mir erst kürzlich, heute vormittag, als mich meine Deutsch-Professorin darauf ansprach, dass sie aus meinen Texten, welche ich in der Lesung vortrug, heraushörte, dass ich mit meiner Rolle nicht zufrieden sei. Mit meiner Rolle, die ich in der Schule innehabe. Ihr wisst schon, welche Rolle ich meine. Und sie hat mich gefragt, warum ich nichts dagegen unternehme. Vielleicht aus reiner Faulheit. Es sind doch nur mehr drei Wochen. Ich habe mich verändert. Und manchmal genieße ich auch wieder das Stehen im Mittelpunkt. Aber man muss mir auch diese Momente der Stille, der Ruhe einräumen. Ich bemühe mich nicht mehr, meine Rolle für diese drei Wochen abzulegen. Es wäre zu anstrengend. Und irgendwie wird es auch von mir erwartet. Ja, ich lasse mich formen. Ich habe mich jahrelang formen lassen. Es kommt doch so viel nach der Matura(reise). Lassen wir es einfach kommen.

 

Die Schule, selbst wenn ich nicht mehr viele Stunden dort verbringe. Vielleicht mal drei Stunden vormittags, zwei nachmittags. Sie macht mich müde. Und in den nächsten Tagen werde ich so viel lernen müssen, werde so viel durchgehen müssen, Psychologie, Philosophie, Deutsch, Musik. Mathematik. Es kommt so viel zusammen. Und ich schaffe es kaum, mich richtig zu konzentrieren. Ich werde es schaffen. Jetzt, nachdem ich den Führerschein komplett auf Juli verlegt habe. Um mich auf die Matura zu konzentrieren. Irgendwann in der Woche vom 18. – 22. Juni werde ich meine fünf mündlichen Prüfungen ablegen müssen. Und was kommt dann? Maturafeier mit den Eltern (in einem Gasthaus), Maturafeier in der Schule, Maturafeier in unserer Klassenparty-Location, Maturareise. Es lohnt sich schon irgendwie, sich jetzt noch einmal richtig reinzuhängen.

 

Das Wetter macht mich fertig. Nachdem ich schmerzhaft bemerken musste, dass meine Bankomatkarte in meiner bevorzugten Bank als defekt bezeichnet wird, da sie schon zu sehr beschmutzt ist, stellte ich mich eben an, um als nächster beim Schalter dranzukommen. Und da sah ich es. Die kommenden Temperaturen für den Bezirk Gmunden. Donnerstag 31°. Freitag 32°. Ich werde wohl zum See gehen müssen. Mit den ganzen Sachen zum Lernen. Mit einem Buch. Und nicht zum Seebahnhof, sondern zum Weyer. Damit mich niemand stören kann. Oder vielleicht lege ich mich auch einfach nur auf den Rücken, irgendwo auf einer unbefahrenen Straße, warte, bis der Asphalt aufschmilzt und mich verschluckt. Oder auf eine Wiese, warte, bis sie zu Brennen beginnt. Oder auf ein Brett, warte, bis ich selbst ausgetrocknet bin und total verdörrt mir den letzten Atemzug genehmige. Aber der See klingt doch irgendwie besser.

Don’t Speak

Sprich nicht. Sag nichts. Sei leise.

Sprich Nicht Bleib einfach nur liegen. Du, in meinem Bett. Die ganze Nacht hast du auf meinem Arm geschlafen. Und kurz bevor er einschlief, wandertste auch du in das Land der Träume hinein. Jetzt ist er da, der nächste Morgen. Bleib noch ruhig liegen, sprich nicht. Genießen wir den Augenblick. Die Stille in uns. So einen Tag werden wir nie wieder erleben, schießt mir durch den Kopf. Das alles ist einzigartig. Und es scheint so irreal. Und deswegen sprich nicht. Das würde dem ganzen wieder einen so realen Touch verleihen. Sprich nicht. Bitte.

Sag Nichts. Du hast schon zuviel gesagt. Kein Mensch der Welt könnte das wiederherstellen, was du gerade mit deinen Worten zerstört hast. Es ist schon gut. Vielleicht hast du Recht. Aber sag bitte nichts. Es hat keinen Sinn. Du machst nur noch mehr kaputt. Mich inklusive. Ich weiß nicht, wie es dazu kam. Aber wenn ich dich jetzt hier sehe, wie du hier stehst, am liebsten würde ich dich. Ach vergessen wir das. Du hast mir also nicht mehr zu sagen. Dann sag bitte nichts. Kein einziges Wort soll deine Lippen verlassen. Sag nichts. Bitte.

Sei Leise. Ich kann es nicht mehr hören. Dieses Schreien. Ich kann sie nicht mehr hören. Diese Vorwürfe. Sei doch einfach nur leise. Es ist wieder an der Zeit, die Stille zu genießen. Die Stille zwischen uns. Hör doch bitte auf zu schreien. Und verliere doch keine Tränen wegen mir. Oder sind es nur Tränen wegen dir? Wie fühlst du dich jetzt? Beschissen? Ich verstehe dich. Mir geht es nichtviel besser. Lass uns sterben. Gemeinsam. Es hat keinen Sinn. Niemand kann mich mehr aufhalten. Es ist an der Zeit zu gehen. Was sagst du? Sei leise. Bitte.

 

Don’t speak
I know just what you’re saying
So please stop explaining
Don’t tell me cause it hurts

Our memories
Well, they can be inviting
But some are altogether
Mighty frightening

As we die, both you and I
With my head in my hands
I sit and cry

It’s all ending
I gotta stop pretending who we are…
You and me I can see us dying…are we?

48 Stunden


Vor ungefähr achtundvierzig Stunden beendete ich es. Die ganze Zeit mit Kettcar im Ohr.

Ich war der glücklichste Mensch, als ich sie am 15. August 2006 das erste Mal küsste. Wir wurden ein Paar. Und es hielt 4 Monate lang eigentlich perfekt. Dann der erste Streit. Dann das erste Mal. Und dann die Stille in der Beziehung. Der Bruch. Und die wieder Vereinigung. Sie geschah Ende Februar. Wir sagten uns, wir versuchen es noch einmal. Sahen Hoffnung. Doch es veränderte sich nichts. Der Schmerz war da, die Gedanken, die Zweifel. Das Ende schien sich zu nähern. Doch wir sahen uns so selten, dass wohl niemand diesen Schritt wagen wollte.

Und doch fuhr ich zu dir. Mit meinem alten Moped. Und hörte durch die Kopfhörer von meinem kleinen Mp3-Player das Lied „48 Stunden“ von Kettcar. Und immer wieder hörte ich die Zeile Mach immer was dein Herz dir sagt. Und die Melodie, den Text bekam ich den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Und so zog die Sonne vorbei. Es wurde Nacht. Und als ich gehen wollte, sprachen wir noch einmal über unsere Beziehung. Und ich erklärte ihr, was mir fehlen würde. Sie stimmte mir zu. Konnte mir aber auch nicht sagen, warum es nun so ist, wie es eben es.

Und wir kamen wieder zu diesem einen Wort. Trennung. Und ich wusste nicht was ich sagen wollte. Immer wieder dieses Mach immer was dein Herz dir sagt. Sollte ich meinem Herz folgen. Wieder und immer wieder. Wenn ich jetzt auch noch auf mein Herz höre, dann zerstöre ich mich immer weiter. Mache mir Gedanken. Lebe im Zweifel. Und spüre den Schmerz. Nein, ich möchte nicht auf mein Herz hören. Ein einziges Mal möchte ich egoistisch sein. Möchte auf mein Gehirn hören. Möchte mein Leben neu beginnen. Möchte alledem ein Ende setzen. Und so sage ich es dir auch. Erkläre dir alles. Dass ich nicht etwas aufrechterhalten möchte, was doch nichts mehr ist. Unsere Beziehung war keine Beziehung mehr. Sie war nur mehr eine Freundschaft. Wenn auch keine Gute. Es hatte keinen Sinn mehr.

So oft noch hätten wir sagen können „Versuchen wir es noch einmal.“ Doch es hätte ja doch nichts genützt. Es konnte nicht mehr so werden, wie es war. Wir hatten uns verändert. Haben uns auseinander gelebt. So blöd es sich anhört. Aber ich musste diesen Schritt wagen. Musste es wagen, dir auf Wiedersehen zu sagen. Ich sah nur mehr Tränen in deinen Augen. Wie sie langsam von deiner Wange rannen. Ich dachte mir nur, ach, du verdammtes Herz. Ich kann nicht auf dich hören. Ich kann es nicht. Selbst wenn die Liebe noch da ist. Selbst wenn ich dich immer noch so liebe, wie ich es immer getan habe. Das geht nicht. Das wäre Selbstzerstörung auf höchstem Niveau. Verloren in einer Beziehung die doch eigentlich auf Liebe aufgebaut sein soll. Ich kann nicht auf mein Herz hören. Du stimmst mir zu. Ich möchte ein einziges Mal egoistisch sein. „Sei es.“, sagtest du mir. Und als die Worte über meine Lippen kamen, fühlte ich mich nicht unbedingt schlecht. Ich fühlte mich verändert. Vielleicht freier als vorher.

Und wir begannen zu reden. Du gabst mir einen Teil meines Geburtstagsgeschenkes. Und ich fragte dich, ob du mein Buch schon gelesen hast. Ich hatte es dir doch per E-Mail geschickt. Du sagtest nein. Dann erklärte ich dir, dass du die Widmung noch nicht gelesen hast. Dort steht geschrieben: „Für dich, mein erste große Liebe“. Wieder kullern Tränen hinunter. Ich würde dich am liebsten in den Arm nehmen. Würde dir sagen, wie sehr ich mir doch wünschte, dass doch wieder alles perfekt geworden wäre. Doch wir sitzen hier, bei dir, am Boden der Küche. Besser gesagt, du sitzt, ich liege. Meinen Kopf an deinen Beinen. Ich sehe in die Luft, du siehst mich an. Warum ist dies nun kein schmerzhafter Abschied. Warum fühle ich mich nun so wohl.

Wir beginnen zu reden. So ungezwungen und frei wie wir es zum letzten Mal in der Kapelle getan haben. Als wir noch Freunde waren. Zwar mit Gefühlen füreinander und unglaublich verliebt. Aber dieses Mal war es fast genauso. Du strichst mir durch mein Haar, gabst mir die Zärtlichkeit, die ich in unserer Beziehung am Schluss so vermisste. Ich fühlte mich wohl neben dir. Wollte einfach nur mit dir reden, und Zeit mit dir verbringen. Du warst wie verändert, und ich denke, ich war es auch. Ganze zwei Stunden haben wir noch geredet, bis zwei Uhr morgens. Redeten über alles, Gott und die Welt.

Und so fuhr ich nach Hause, wieder mit den Kopfhörern im Ohr und Kettcar spielend. Und ich höre die Zeile wieder. Mach immer was dein Herz dir sagt, und begrab es an der Biegung des Flusses. Und im Gedanken blieb ich stehen. Stieg von meinem Moped, und begrub mein Herz, an der Biegung des Flusses. Es ist vorbei. Und es ist schön.

Wie kann so etwas falsch sein, was sich so richtig anfühlt. Wir haben das Richtige gemacht. Das weißt du, und auch ich weiß das. Aber, du weißt, normalerweise sage ich das nicht, aber … lass uns Freunde bleiben. Dich möchte ich nicht aus meinem Leben auslöschen. Dich endgültig zu verlieren wäre das Schlimmste. Lass uns Freunde bleiben beziehungsweise beste Freunde werden. Wir haben das Zeug dazu. Und die Kraft. Vielen Dank für diese neun Monate. Für die Zeit mit dir.