Dies. Jens.

Die einzigen Überschneidung zwischen dem Dies- und dem Jenseits ist die Seele. Das habe ich mir heute im Bus gedacht. Im Diesseits ist sie eingepackt. In einen Körper. Der eine schöner, der andere nicht. Um Jenseits hingegen bleibt eben nur mehr diese Seele übrig. Und alle Verletzungen, die diese Seele ertragen musste, fast unheilbare Verletzungen, Verletzungen, die einen vielleicht sogar ins Jenseits getrieben haben, sind weg. So etwas denkt eben ein typischer Neunzehnjähriger auf der Heimreise von seinem Zivildienstjob.

Es ist ruhig. Erschreckend ruhig. Hier im Wohnzimmer. In diesem Zimmer, welches früher immer das Zentrum unseres Hauses war. Hier war immer etwas los. Hier wurde Lego gebaut, hier wurde televisioniert. Nachdem wir Kinder aufstanden gingen wir als erstes ins Wohnzimmer. Ich hingegen sitze hier jetzt ganz alleine. Meine Eltern sind schon wieder unterwegs. Nein, das soll jetzt in keinster Weise so rüberkommen, als wolle ich meine Eltern verbieten, außer Haus zu gehen. Aber dies ist wieder einmal ein Abend, an dem ich zuhause wäre. Ein Abend, an dem ich bis spät in die Nacht hier sitzen könnte, im Wohnzimmer. Ein Abend, an dem meine Mutter und ich hätten sprechen können. Über Gott und die Welt. Wie ich es eben an meiner Mutter so liebe. Aber sie sind nicht da. Und ich philosophiere über das Diesseits. Und höre „How To Disappear Completely“ von Radiohead. Manchmal würde ich mir das auch wünschen. Einfach zu verschwinden. Aber es wird einem nie so einfach gemacht. Immer wenn man glaubt, alles wäre perfekt, kommt von irgendwo eine Faust und schlägt einem mit voller Wucht auf die Nase. Man kann da noch froh sein, dass man nicht zu bluten anfängt.

Und diese Faust scheint mich heute Abend wieder getroffen zu haben. War ich gestern Abend und heute Vormittag noch gut gelaunt, durch das Treffen mit Elisabeth. So sitze ich jetzt hier und fühle mich wieder einmal einsam. Nein, es ist nicht, weil ich alleine zuhause bin. Ich war schon oft alleine zuhause. Aber seit kurzem gesellt sich immer wieder dieses Gefühl von Einsamkeit. Und ich hasse dieses Gefühl. Ein Gefühl, gegen das ich nie ankämpfen werde können. Nur irgendwann einmal zieht sich die Faust zurück und es wird wieder gut. Wenn auch vielleicht nur für kurze Zeit.

Die Gespräche gestern haben mich wieder nachdenken lassen. All die Erinnerungen, all das Wieder-In-Erinnerung-Holen von Gefühlen. Es ist schon ein geniales Gefühl, wenn man verliebt ist. Selbst die Zweifel an der Gegenseitigkeit sind schon cool. So etwas wünsche ich mir wieder. So etwas Schönes. Wünsche mir … ach. Verdammt. Wieso wünsche ich mir das. Wieso. Es hat doch keinen Sinn.

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Playground. Love.

Single-Leben

Wir gingen nie auf einen. In unserer näheren Umgebung gab es solch eine Einrichtung einfach gar nicht. Aber da wir einen großen Garten hatten, hatten wir auch eine Rutsche und eine Schaukel. Mein Spielplatz. Wie viele Erinnerungen hängen daran. Als ich eine kleine Holzschatulle im Sandkasten vergrub und sie zwei Jahre später wieder, rein zufällig fand. Als ich mitsamt der Rutsche umfiel. Und ich von viel zu weit oben von der Schaukel absprung. Ich erinnere mich auch auf den Holzstoß, der jahrelang bei uns in der Wiese lag. Auf den wir kletterten, so wie auf die vielen Haselnusssträuche. Erinnere mich an den Bach, der neben unserem Haus vorbeifloss, in welchem ich fast zwei Mal im Krabbelalter hineingekrabbelt wäre. Erinnere mich, wie ich hinter dem Haus Sandspielen sollte, plötzlich verschwand, und meine Mutter mich einige viele bange Minuten später in unserem Auto auf der Rückbank schlafend fand, mit dem Radio an. Erinnere mich an den Basketballkorb, wo ich jeden Tag mehrere Bälle versenkte. Erinnere mich an die kleinen aufblasbaren Swimmingpools, denen meist nach dem ersten Kontakt mit einer unserer Katzen oder dem Nachbarshund, die Luft ausging. Meine Kindheitserinnerungen. Mein so called Spielplatz. Mein Playground. Meine Möglichkeit mich zu entfalten. Meine Möglichkeit auf die Nase zu fallen. Ein volles Tagebuch aus bunten Bildern. Hier in meinem Kopf. Ich könnte kein Buch darüber schreiben, denn ich wüsste nicht, was zuerst war. Wann ich was erlebt habe. Hab für diese Zeit eigentlich sowieso kein Zeitempfinden. Erst seit drei Jahren kann ich auf den Tag genau sagen, was ich wann gemacht habe. Ab dem zehnten Lebensjahr kann ich mich ungefähr an den Klassen orientieren. Aber alles vorher. Ich weiß nicht, wann was war. Es ist egal. In meinem Playground Life ist alles egal. Was zählte, war ich. Und die Nachbarskinder, die oft hier waren. Und meine Schwester. Als wir alle noch so klein waren, die Welt so groß, und unser Garten das Zentrum des Universums.

Seit ich meine Naturverbundenheit verloren habe, seit ich Schlangen nicht mehr sanft in die Hand nehmen kann, seit ich nicht mehr jeden Herbst die Haselnüsse sammle, seit ich nicht mehr jede freie Minute an der frischen Luft verbringe, fehlt es mir. Es fehlt mir diese Passion. Wo ich diese Leidenschaft wiederfand. In der Liebe. Ja, man könnte fast sagen: als mir die Natur egal wurde, wurden die Sexualität für mich interessant. Mit dem ersten Samenerguss konnte in unserem Garten sprießen und wachsen was wollte. Es war mir egal. Von dieser Zeit weg habe ich nur ganz wenige Erinnerungen. Ich weiß immer nur, wen ich wann meine Liebe schenken wollte. In wen ich verliebt war. Wann ich unglücklich war. Warum ich unglücklich war. Der Rest ist nur eine Schrift mit durchsichtiger Tinte. Nur sehr schwer lesbar. Und nun habe ich statt der Erinnerungen vom Spielplatz. Statt den Erinnerungen vom Playground Life schwimme ich nun in den Erinnerungen des Playground Love. Es sind schöne Erinnerungen. Wunderschöne. Aber irgendwann bin ich mal von der Rutsche, oder von der Schaukel gefallen. Oder auch in den Bach. Und da liege ich nun. Ich brauche neue Erinnerungen. Neue Momente, die sich in mein Gedächtnis einprägen. Einfach mal etwas Neues.

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Vom Leben Gelernt: Freunde Bleiben. Unbekannte Werden.

Geschlechterrollen

Wenn man in die Tagebücher der Welt blicken könnte, die Tagebücher jener pubertierenden, pickeligen Menschenverachter, die vor lauter Gefühlschaos und pingeligen Hormonhaushalt auf ihre Umwelt vergessen. Wenn man in diesen Tagebüchern lesen könnte, dann würde man wohl oft den Satz „Und dann sagte er // sie: „Aber hey. Lass uns Freunde bleiben“. Wetten? Warum ich das so genau weiß. Weil es in meinen Tagebüchern gestanden hätte, hätte ich nicht versucht, wie immer über meinen Gefühlen zu stehen um meine seelische Gebrochenheit publik zu machen. Warum ich jetzt von mir auf alle Jugendlichen schließe? Warum denn nicht. Und … weil es eben so ist.

Wisst ihr. Solche Sätze können einen soweit bringen, dass man einen ehrlichen Versuch startet, sich selbst zu hassen. Wenn ein Mädchen einem ins Gesicht sagt: Du bist für mich nur ein guter Freund. Oder Du bist wie ein Teddybär, einfach zum Knuddeln. Dann fragt man sich, warum man für alle nur der gute Freund ist. Für alle nur diese knopfäugige Teddy. Warum ist man für niemanden mehr. Warum empfindet ihr immer nur diese einen Gefühle? Warum empfinde ich immer so viel mehr. Fragen, die Philosophen und Schriftsteller beschäftigen. Ich versuche nie, mir eine Antwort zu suchen. Würde sie meiner Überzeugung widersprechen, würde ich sie erst gar nicht nah genug an mein Herz lassen.

Für mich war eine gute Freundschaft immer der Grund, mehr zu empfinden. Oder sagen wir … der Auslöser. Viele gute Freundinnen wissen gar nicht, dass ich einmal für kurze (und manchmal auch längere) Zeit in sie verknallt war. Ich werde es ihnen wohl auch nie sagen. Frühestens, wenn wir alle über 40 sind und uns zum Golf spielen und Brunchen treffen. Dann frühestens. Aber es ist einfach so verdammt schwer, neben einer Person zu sitzen, und zu wissen, dass man nur alleine diese Gefühle hat. Wenn man rein freundschaftlich seinen Kopf in ihren Schoß legt, sie dir rein freundschaftlich die Haare aus dem Gesicht streift, dich anlächelt. Und du doch so viel mehr empfindest. Man möchte es so gerne sagen. Hat Angst alles zu verlieren. Hat Angst vor eine Abfuhr. Hat einfach nur Angst. Man möchte sich ausreden, dass es sowieso keinen Sinn hätte. Und fragt sich dann trotzdem wieder, warum sie nicht dasselbe fühlt.

Jemandem Freundschaft zu geben, der Liebe will, ist wie, jemandem Brot anzubieten, der gerade am Verdursten ist!

Hat man es irgendwann einmal geschafft, seine Gefühle ausdrücken, dann kommen eben diese Sätze. „Aber komm, lass uns Freunde bleiben.“ Freunde bleiben. Was ist das nur für eine ausgelutschte Floskel. Freunde bleiben. Aus den Worten einer Frau, die ich vielleicht seit einem Monat kenne. Die ich zwar unglaublich gerne sehe, die ich zu lieben versucht habe. Und so eine Person spricht von Freunde bleiben? Kennt sie überhaupt eine wahre Freundschaft. Die entsteht nicht so schnell. Nicht so. Früher sagte ich immer. Ja. Mir ist es wichtig. Ich will dich nicht aus meinem Leben verlieren. Ohne darüber nachzudenken, wie viel … beziehungsweise, wie wenig mir diese Person eigentlich bedeutet. Jetzt im Nachhinein, nachdem ich sie wie viele „Freunde-bleiben-Freundschaften“ zerbrochen, oder zu „Samstag-Nacht-Wiedersehen-Küsschenlinks-Küsschenrechts-Smalltalk“-Bekanntschaften verkommen sind, muss ich den Revolverhelden recht geben. Scheiß auf Freunde bleiben. Das war wohl eines der vier Lieder, wo ich am meisten mitbrüllte. Mitschrie. Mitempfand.

Was mir aufgefallen ist: Es gibt so etwas wie „Freunde bleiben“. Aber ich kann bestätigen, dass es von mir kommen muss, damit es funktionieren kann. Und es ist sowieso komplett unrealistisch zu sagen, dass nach einer Beziehung, oder einem beziehungsähnlichem Ding sofort eine rein platonische Freundschaft möglich ist. Was ich brauche ist Abstand. Schmerzvollen, gefühlsstarken Abstand. Mit all den verweinten Nächten. All der traurigen Musik. Und all dem Selbsthass und dem versuchten Hass gegen die andere Person. Und ein Abstand voll Unverständnis und unausgesprochene Dinge.

Bei der einen Person, scheiterte die Freundschaft fast daran, dass ich den eigentlich unfreiwilligen Abstand als eine Wohltat betitelte. Zwei Monate oder sogar drei heftigster Streit. Mit fehlenden Worten. Vollem Missverständnis. Und Tränen aus Wut und Trauer. Aber irgendwann hat auch sie eingesehen, dass Freunde bleiben auch geht. Und vor allem wegen diesem Abstand. Die andere Person kannte ich vorher viel zu wenig, aber ich wusste schon, dass sie mir wichtig werden würde. Sie hat mir dieses eine Monat unserer „Beziehung“ zu einer der schönsten Monate meines Lebens gemacht. Ich weiß nicht warum. Diese Tage, diese Erinnerungen. Sie haben etwas Magisches. Und durch unseren rein geografisch auffallend hohen Abstand war es uns anschließend eigentlich immer nur am Wochenende möglich uns zu sehen. Nehmen wir dann also die Arbeitswoche als Abstand her. Dieser Abstand hat anfangs nicht gereicht. Gefühlsflashback. Der Versuch zu verkuppeln. Nur um die Gefühle abzutöten. Einbildungen. Und doch. Heute darf ich sie immer noch zu einer meiner besten und vor allem wichtigsten Freunde zählen.

Madame Nummer 3. Meine erste Beziehung. Ich habe schon viel zu oft darüber geschrieben. Wir hatten Abstand. Kamen wieder zusammen. Es zerbrach. Ich hörte auf mein Gehirn. Und wieder hatten wir Abstand. Dann und wann, stets langsam nahmen wir wieder Kontakt auf. Und auch sie ist nun ein wichtiger, rein platonischer Teil meines Lebens. Die Liebe zwischen zwei Freunden ist etwas Großartiges. Und auch etwas Einzigartiges.

Was ich also früher immer falsch gemacht habe? Ich glaubte, Unzählige Beste und gute Freunde zu haben. Mit der Zeit, und meinen Wochen oder Monaten der langsamen Veränderung hat sich auch mein Freundeskreis dezimiert. Wenn das nächste Mal eine Frau zu mir sagt: „Aber hey, wir könnten doch Freunde bleiben.“, dann sag ich ihr: „Bleiben? Wir müssen erstmal sehen dass wir überhaupt Freunde werden. Und dafür brauche ich Abstand. Meine Gefühle gehen noch in die falsche Richtung. Nimm es mir nicht übel, wenn ich jetzt einfach gehe. Ich melde mich, wenn ich bereit bin. Okay?“. Und dann werde ich mich umdrehen und vielleicht singe ich auch „Und … Scheiß auf Freunde bleiben.“

So sind wir

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The Importance. Of. Being. Freunde.

Wohnen

Man mag es sehen, wie man will. Ich stehe zu meinem Unnützen. Wissen. 1.15. Aber auch wenn ich diese Sätze eigentlich hasse. „Lass uns Freunde bleiben“ habe auch ich schon ein paar mal gesagt. Oder gefühlt. Warum. Warum überhaupt. Und einmal ein Blick hinter die Kulissen der typischen Erkenntnis-Floskeln.

Ich war oft verliebt. Zu oft, wie ich meine. Bei manchen gab es vorhin schon eine gute Freundschaft. Bei manchen auch eine großartige. Aber irgendwann fragte ich mich eben, warum da nicht mehr ist. Wo wir doch so großartig zusammenpassen würden. Und so durchlebte ich dann die Treffen mit all diesen Gefühlen. Und irgendwann sprach ich es an. (Das übrigens nur ganz selten) Schrieb eindeutige SMS. Oder ich versuchte es übers ICQ. Und hier schrieb ich meine Gefühle. Ging zehn, fünfzehn Minuten weg, nur um nicht sofort zu sehen, wie sie reagierte. Jedes Mal, als ich meine Gefühle so richtig darstellte, jedes Mal als die Gefühle nur einseitig waren, wurde mir gesagt: „Hey, es ist zwar total lieb. Aber ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung // Du bist nur ein guter Freund, mehr nicht, es tut mir Leid // Ähm … okay.“ Aber dann hörte ich immer diesen einen Satz: Lass uns Freunde bleiben.

Jemandem Freundschaft zu geben, der Liebe will, ist wie, jemandem Brot anzubieten, der gerade am Verdursten ist!

Es ging eigentlich so gesehen nie gut. Soweit ich mich zurückerinnere … Dani und ich waren Freunde. Gute Freunde. Danach hieß es, lass uns Freunde bleiben. Doch wir veränderten uns. Unsere Wege trennten sich sozusagen. Steffi und ich waren gute Bekannte, ja, schon fast Freunde. Ich wollte die Freundschaft. Und habe sie nachher wohl nur mehr 3 oder vier Mal gesehen. So auch bei Lisa. Und so weiter.

Aber manchmal funktioniert es doch. Elli und ich waren beste Freunde. Und danach wollten wir Freunde bleiben. Oder haben wegen der Freundschaft auf vieles verzichtet. Wir sind immer noch beste Freunde. Magdalena habe ich vorher einen Monat gekannt. Und danach lernten wir uns erst richtig kennen. Mit Maria war ich in meiner ersten Beziehung. Danach crashten die Gefühle noch mal so richtig. Und irgendwann kam die Freundschaft wieder in Gang.

Diese Freundschaften, die so etwas durchhalten, oder durch so etwas entstehen, sind wohl die besten. Aber ich muss erst mit mir selber abklären, ob ich eine Freundschaft möchte. Und ich hasse es, wenn gleich im Gespräch dieser eine Satz auf den Teil mit der Trennung folgt.

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Ja. Ich Will.

Eine Freundin.

Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich. Will ich.

Aber was solls. Es kommt wie es kommt (ja, stimmt ja. aber ich will. will. will. willllll)

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Bitte Merken. Hinter Die Ohren Schreiben. Sich Eintätowieren Lassen.

Liebe

Nie. Wirklich nie den Sex als Begründung für das Ende der Beziehung, der Liebe hernehmen. Das ist eine Lüge. Sex verändert nicht alles zum Negativen. Sex ist etwas Wunderschönes. Die Liebe hat nachgelassen, man hat sich entliebt. Okay, alles verständlich. Aber nie und nimmer kann Sex ein Grund für ein Beziehungsende sein.

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Now. At Last.

Liebe

Während meiner gezwungen einsamen Stunden, versuche ich mich immer abzulenken. Von meinem Leben ablenken. Das ist mein Wunsch. Ich lese Bücher. Sehe fern. Oder laufe mit Ohrtstöpseln durchs Leben. Und immer wieder komme ich auf mein Leben zurück. In einigen Songs stecken so viele Erinnerungen. Die TV-Anstalten senden wohl nur mehr anspruchslose, aber wunderschön kitschige Liebesfilme. Und selbst Houllebecq schreibt manchmal auch von Zärtlichkeiten. Und dann fühle ich mich noch einsamer. Dann scheine ich wirklich am Höhepunkt (oder Tiefpunkt, wie man es eben sehen will) meiner Einsamkeit angelangt zu sein.

Und wenn ich es dann endlich mal wieder einsehe, dass es keinen Sinn macht, mich von meinem Leben abzulenken, lege ich mich meistens in mein Bett, oder lehne mich neuerdings auch im Zug zurück. Und denke einfach mal nach. Frage mich, warum ich hier so alleine bin. In einem Zug voller Menschen. Viele in meinem Alter. Einige, öfter auch Mädchen nehmen immer mal wieder Blickkontakt mit mir auf. Ich auch manchmal mit ihnen. Aber warum sitze ich einfach nur hier, und frage mich, warum es jetzt so ist, wie es ist. Warum es nicht anders sein könnte. Versinke in einem Sumpf. Nur ich, meine Vergangenheit und mein Leben. Erinnere mich an meine Verliebtheiten. Erinnere mich an Zärtlichkeiten. An Küsse. An Sex. An das Gefühl, wenn die Hand einer Frau über deinen Körper streicht. Das Gefühl, Haut an Haut in einem Bett zu liegen. Und dann, nach einem letzten Kuss am Nacken einschläft. Während einem die ganze Zeit das Herz pocht. An solche Gefühle denke ich.

Und ich sehne mich nach ihnen. Ich denke an meine Verliebtheiten. Und an die wirkliche Liebe. An das tiefe Gefühl innen drin. Denke an all die Erinnerungen. Die Tage, an denen wir die Sterne beobachtet haben. Die Tage, an denen wir stritten. Die Tage, an denen wir uns küssten. Und die Tage, an denen wir uns nicht sahen. An unsere Tage. Ich würde alles wieder in Kauf nehmen. Nicht mit ihr. Aber wäre ich wieder in einer Beziehung, ich würde es wahrscheinlich wieder zu lassen. Dass der Schmerz an mir hängen bleibt, die Gedanken in meinem Kopf rotieren und ich zuhause in meinem Zweifel versinke. Ich würde es wieder tun. Für all die Zärtlichkeiten, für diese Gefühle, für die Küsse. Und für die Gewissheit, dass es Liebe sein könnte. Unbändige Liebe. Ich betone, dass es diese Liebe nur sein könnte. Ganz sicher ist man sich ja erst, wenn man es spürt. Ganz tief drinnen. Ganz tief.

Ich sehne mich danach. Obwohl ich weiß, dass man noch nie etwas erzwingen konnte. Außer eben früher, als man als Frau einfach verheiratet wurde. Ob daraus eine Liebe oder eine Unterdrückung entstand, war dann eben die alles entscheidende Frage. Meistens, denke ich, nicht. Ich kann mich nicht auf die Suche nach einer Frau für mich machen. Sie steht metaphorisch gesprochen, irgendwann vor meiner Tür. Ohne Vorwarnung. Schon klar. Aber ich will ja auch nicht warten, bis es klingelt. Soll ich in die Welt hinausgehen? Dort warten? Wenn das so leicht wäre. Es tut viel oft einfach viel zu weh, all die Paare zu sehen. Im Freundeskreis. Im Heimatort. Im Zug. Im Leben. Und ein einziger, so scheint es, sitzt nachts alleine zuhause. Teilt sich sein Bett mit einer Bettdecke, sonst niemanden. Das tut manchmal weh. Und zeigt mir mal wieder meine Einsamkeit.

Was also tun? Erinnerungen aufrecht erhalten. Hoffen. Warten. Wünschen. Tagebuch schreiben. Lesen. Fernsehen. Musik hören? Now, at last, fühle ich mich immer noch einsam. Sehne mich. Es hilft also alles nichts.


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Die Vergangenheit. The Closest. Thing To Crazy.

Liebe

Wieder einmal in meinen früheren Blog hineingeschnuppert. Die Beiträge des August durchstöbert. Jenen vom 12. August 2006 gefunden.

ich stehe hier. eine leichte brise des meeres steigt in meinen linken nasenflügel. tief atme ich ein, um den geruch weiter hinten in der nase festzusetzen. ich stehe also hier. und als ich meine arme ausstrecken will, scheint es, als ob jemand an meinen füßen ziehen würde. anfangs nur leicht, doch plötzlich verliere ich den halt. und falle tief. mein kopf knallt gegen irgendetwas hartes. mit dem geruch noch im gedanken verliere ich das bewusstsein.

 

ich liege hier. in meinem bett. denke nach, über alles, was mich zurzeit bewegt. an den traum denke ich gar nicht mehr. ich denke über liebe nach. über freundschaft. über gefühle. über vertrauen, über hoffnung und über vermutungen. es macht keinen sinn, sich auf vermutungen zu stützen. viel schöner ist es, in der hoffnung zu leben. das ist mir bewusst. solange nichts bestätigt ist, vermute ich nicht.
lieber gehe ich mit einem meiner schönsten grinser durchs leben. den meine besten freunde schon zur genüge kennen. nicht in dieser ausführung. aber ich grinse in solchen situationen viel zu gerne. das letzte mal vor einem jahr, und vor einem jahr und 4 monaten. seit dem sahen nicht viele einen solchen grinser auf meinem gesicht. warum stand ich wohl am strand. vor dem riesigen panorama des atlantiks. der traum scheint mich wohl mehr zu bewegen, als ich glauben wollte.

antworten finde ich keine. freunde sind zurzeit das einzige wichtige. sie hören mir zu. sie reden nicht alles, was sie darüber wissen aus. nein, und ich verzeihe auch jenen, die es aus unwissenheit doch getan haben. aber am liebsten wäre es mir, wenn meine hoffnung, meine äußerungen im kreise meine engsten freunde bleiben würde. damit nicht jeder irgendwelche anspielungen machen kann. ohne richtig zu wissen, wie wichtig mir das alles ist. und wie schwer es für mich ist. dass wissen die wenigsten. aber …

 

ach vergessen wir das. ich denke über das andere nach, was mich noch bewegt zurzeit. ähm. mir fällt nichts ein. ich habe wieder einmal etwas gefunden, was mich tag und nacht beschäftigt. meine gedanken werden wieder verrückt spielen, meine traumwelt wird auf den tag verlagert. und meine gesichtsmuskeln werden schmerzen. weil ich andauernd grinsen werde. stand ich überhaupt am strand. oder auf einer klippe vor dem ozean? der traum schon wieder. ich lehne mich weiter zurück. in meinen ohren klingt ein auschnitt einer oper, nämlich „la mamma morta“ von maria callas. warum passiert das immer mir. das meine hoffnung so groß wird, dass mich eine enttäuschung mich wieder jahre zurückwerfen würde. ich brauche die liebe nicht. meinte ich einmal. alles kommt zu seiner zeit. doch ich denke die zeit ist reif. und während ich so denke, und ich einmal tief einatme, frage ich mich: habe ich überhaupt geträumt?

Damals war es kurz vor meiner ersten Beziehung. Eine Enttäuschung würde mich um Jahre zurückwerfen? Ja. Das stimmt. Aber der Wiederaufbau tut gut. Ich würde gerne wieder träumen. Habe es nun schon längere Zeit nicht gemacht.

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Oh. Bitte Gib. Mir Nur Ein. Wort.

Also. Ähm. Ein Freund lässt fragen. Denn. Er hat da so ein Problem. Ähm. Mit Frauen.

Erst kürzlich ging er in eine Bank. Viel Personenverkehr, deswegen Wartezeit. Um die Zeit zu überbrücken, einfach mal die Kontoauszüge ausgedruckt. Dann niedergesetzt. Und als ich … ähm … er dann da saß, blickte eine junge Frau, ca. in seinem Alter immer wieder her. Er kannte sie. Vom Sehen. Weiß nicht wie sie heißt. Hat aber auch schon des Öfteren Blicke auf sie geworfen. Nicht hier in dieser Bank, sondern irgendwo anders in diesem kleinen verdammten Ort. Und er dachte, man kennt hier jeden. Sie blickt ihn immer an. Mit einem eher genervten, aber trotzdem neugierigen Blick. Er sieht in den Info-Fernseher, der direkt über ihr hängt. Und sieht ihre Blicke. Spürt sie. Sie wieder kurz zu ihr hin. Sie blickt nicht weg. Sie blickt einfach nicht weg. Hört nicht auf.

Er kommt dran. Zahlt den Zahlschein ein, legt das Geld auf das Sparbuch. Braucht viel zu lange. Als er geht, ist sie noch da. Sieht ihn an. Er möchte sie auch noch einmal sehen, geht aber viel zu schnell hinaus.

Hätte sie gerne kennengelernt.

Hätte gerne mit ihr gesprochen.

Hätte gerne ihren Namen gewusst.

Hätte gerne diesen Nachmittag mit ihr verbracht

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Love Hurts. Move Along.

Für einen kurzen Moment dachte ich mal wieder.

Dachte mir … warum liebst du mich nicht. Es ist unverständlich. Für einen kurzen Moment. Wirklich. Nur für einen Bruchteil einer Sekunde. Und anschließend habe ich den Kopf geschüttelt. Du brauchst mich nicht lieben. Du nicht. Du hattest deine Chance. Jetzt kommt alles neue. Alles nach dir. Du bist so etwas wie die Entdeckung Amerikas oder der 30-Jährige Krieg. Nach dir ist alles anders. Was sein wird, das weiß ich nicht. Vielleicht beunruhigt mich das so, dass ich immer wieder, für den Bruchteil einer Sekunde, in diesen Gedanken zurückfalle. Es geht weiter. Aber diese vollkommene Planlosigkeit, ich will das nicht.

es ist jetzt 01:17 … ich lese mir noch einmal mein spezialgebiet zu ödön von horvath durch. und dann werde ich schlafen. knappe 5 1/2 stunden. incubus sind großartig.

Dieser Text stammt aus der Zeit, während der Vorbereitungszeit für die Matura. Die Gefühle haben sich geändert. Hoch lebe die vollkommene Planlosigkeit.