She Hates Me

Was ich mir vorstelle? Dass du mich hasst, für all diese Einträge hier. Für all meine Gefühlsausbrüche, für all meine Gedanken. Für all meine Texte. Aber das sind eben meine. Sollten sie dich verletzen, und das werden sie aller Voraussicht nach auch tun, dann denke an mich und beginne mich zu hassen. Das wär mir am liebsten. Hasse mich ganz einfach. Du schaffst das vielleicht ja auch.

She Moves In Her Own Way

I may say it was your fault. Cause I know you could have done more

Ja, ich sage es war deine Schuld. Du hättest mehr tun können. Du hättest alles nicht so schnell aufgeben müssen. Aber jetzt bin ich irgendwie zufrieden. Nicht mehr die Frage, ob du überhaupt noch in mich verliebt bist. Jetzt weiß ich es. Jetzt habe ich Gewissheit. Dir war alles nie so wichtig. Du hast mich irgendwie benützt. Auf deine Art und Weise. Aber du hast mich benützt. Ich habe mich benützen lassen. Ja, meine erste große Liebe, das warst du. You aren’t goin‘ out to get me. Gott sei Dank. Es ist vorbei. Es hat keinen Sinn mehr. Ich hätte das ganze vielleicht auch nicht viel länger ausgehalten. Diese Einseitigkeit.

Ich hoffe du bereust es irgendwann. Mir wird es egal sein. Genauso wie dir immer meine Gefühle egal waren. Wie ich dir egal war. Es ist vorbei. Du bist Geschichte. Eine schöne Geschichte, eine lange Geschichte. Zugegeben. Aber alles hat ein Ende. Und das Ende hast du geschrieben. Ich lese das Ende nur. Und schlage das Buch zu. Wenigstens habe ich einmal ein Buch gelesen, ohne Happy End …

It’s All Understood

Hast du da etwas Mitschuld, lieber Blog, dass all das, mein ganzes Leben der letzten 6 Monate, in die Brüche gegangen ist. Hast du zuviel von mir verraten? Habe ich dir zuviel anvertraut. Habe ich mit meinen Einträgen jemanden gekränkt? Ich denke … wohl kaum. Aber du warst Bestandteil einiger Floskeln, dir mir heute Mittag an den Kopf geworfen wurden.

Überhaupt wurden mir die verrücktesten Gedanken auf den Tisch gelegt. Hätte ein „ich denke, wir sind einfach nicht füreinander bestimmt“ nicht einfach gereicht? Es wäre ehrlich gewesen. Und die ganzen Floskeln drumrum wären unnötig gewesen. Ich hätte dich vielleicht besser verstanden. Aber so … so kommt mir das alles nur spanisch vor. Ich verstehe es noch nicht ganz. Aber ich versuche es, und scheinbar wirklich gut, es zu akzeptieren.

Ich hoffe nur, dass es dir heute so richtig schlecht geht. Denn so geht es mir nämlich auch. Vielleicht, oder hoffentlich fühlst auch du den Schmerz, denn eine Trennung mit sich zieht.

Ich werde, ich kann und ich möchte die letzten 6 Monate nicht vergessen. Nie. Aber jetzt sehe ich nach vorne. Von dir lasse ich mich jetzt nicht unterkriegen. Nicht jetzt.

Selbst zu meiner Mutter habe ich gesagt, nachdem ich es ihr ins Gesicht geschrien habe, was mit mir los sei, dass mir diese Trennung jetzt einfach nicht in den Kram passt. Nicht in den Zeitplan. Nicht jetzt. Vielleicht wäre es früher besser gewesen. Oder nachher. Aber nicht jetzt. Verdammt noch mal …

Jack Johnson sollte mich eigentlich beruhigen, vor allem der F-Stop Blues. Aber ich bin gerade irgendwie wieder geladen. Ich wünsche es dir nur für diese eine Nacht, oder vielleicht auch für den folgenden Tag, dass es dir so richtig schlecht geht. Gefühlsmäßig meine ich. Dass deine Gefühle einen Crash erleben, so einen, wie ich ihn heute Mittag erlebte. Ich hatte nicht so damit gerechnet. Ich hatte nicht daran gedacht. Aber es kam so, ich muss es akzeptieren.

Aber ich kann mir wünschen, was ich will. Und das ist eben mein Wunsch.

Read My Mind

Ich habe wieder zu rauchen begonnen. Zigaretten. Ich hatte wegen dir aufgehört. Warum habe ich wieder angefangen?

Mein Hand hat letztens gezittert, als ich den letzten Zug von dieser einen Zigarette nahm. Dann warf ich sie in den Bach. Ich habe wieder damit angefangen. Ich rauche wieder. Ich genieße auch so gut wie jeder Zigarette. Aber trotzdem fühle ich mich unwohl.

Angefangen hat der ganze Scheiß ja im März letzten Jahres. In der Woche in Frankreich. Ich nahm einige Züge, und zeigte mich dann auch zuhause vage interessiert am Glimmstengel. Ich habe geraucht. Extrem. Die Leute, die schon seit 10, 12, 14 Jahren rauchen, all jene rauchten weniger als ich. Ich war ein Extrem. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es immer extrem. Vor allem das NUKE-Festival mit 5 Packerln innerhalb 3 Tagen oder Little Woodstook bei mir zuhause mit ebenfalls ca. 5 Packerln an 3 Tagen hatten es in sich.

Du hast mich befreit. „Wann würdest du eigentlich aufhören?“, hast du mich gefragt. „Wenn ich eine Freundin hätte, eine Freundin, die nicht raucht!“ … habe ich dir geantwortet. Und dich dabei angesehen. Einige Tage später hatte ich eine Freundin. Eine Freundin, die nicht raucht. Dich. Ich habe damit aufgehört. So ca. am 10. August rauchte ich meine letzte Zigarette.

Der Streit kurz vor Sylvester ließ mich aber wieder zum Zigarettenautomaten wandern, und mir ein Packerl kaufen. Nachdem aber alles wieder passte, war nach dem einen Packerl auch schon wieder Schluss. Doch jetzt haben wir uns tagelang, ja wochenlang nicht richtig gesehen. Nie Zeit nur für uns beide gehabt. Entweder du warst mit irgendetwas so beschäftigt, oder wir waren unter Leute, oder wir sahen uns ganz einfach nicht. Ich habe wieder angefangen.

Ich habe wieder angefangen … weil …

Ich könnte so viele Gründe nennen. Aber du bist einer der größten Gründe. Oder auch die Schule. Alles, was mich in irgendeiner Weise unter Druck setzt. Früher sagte ich ja, ich habe angefangen ohne Grund, und ich würde auch wieder aufhören, ohne Grund. Der Grund aufzuhören warst du. Danke. Danke für die 4 Monate, in denen ich nicht rauchte.

Wirf es mir nicht vor. Wirf mir nicht vor dass ich rauche. Wirf mir nichts vor. Denn ich könnte dir auch so vieles vorwerfen.

All These Things That I’ve Done

All die Dinge, die ich getan habe. Die ich gesagt habe. Die ich gedacht habe. All diese Dinge kann ich nicht mehr rückgängig machen. Aber möchte ich das überhaupt?

Ich bin jetzt 18 Jahre alt. 18 Jahre und 293 Tage. Gehe in die letzte Klasse des Gymnasiums. Stehe kurz vor meiner Matura. Habe eine Freundin. Habe wunderbare Freunde. Doch ich hatte bisher nicht das Leben, dass ich mir so sehr wünschte. Ich spielte stets irgendwelche Rollen. Ich konnte nie ich selbst sein. Okay, jetzt kommt kein Gesülze, à la, wie komme ich nur aus diesen Rollen heraus. Man kennt mich als Klassenkasperl. Aber wenn man sein Selbstbewusstsein so gestärkt hat, sein Ich so entwickelt hat, schafft man es leicht, aus diese Rollen heraus zu kommen. Ich konnte nie ich selbst sein … vielleicht wollte ich nicht einmal ich selbst sein. Vielleicht sah ich mich gerne im Mittelpunkt. Mit voller Aufmerksamkeit. Jeder sieht einen an. Die einen mögen dich. Die andern finden dich einfach nur … du weißt schon. Ja, ich mochte dieses Gefühl. Aber habe ich mich dadurch nicht viel zu sehr verraten? Habe ich mich dadurch nicht viel zu sehr von mir selbst wegentwickelt? Schaffe ich es überhaupt noch, ich selbst zu sein? Beziehungsweise zu werden. Ich versuche es zumindest jetzt einmal.

Ich wollte immer der Revoluzzer sein. Der aufständische. Der radikale. Doch ich war es kurz einmal. Ich weiß, ich komme damit nicht so weit, wie ich glaubte. Klar, ich habe meine Standpunkte. Aber jetzt kenne ich auch das Wort Kompromisse. Dabei muss ich zwar zurückstecken. Aber vielleicht hilft mir das ja ein bisschen. Meiner Psyche meine ich.

Dinge, die ich getan. Gesagt. Gedacht habe. Da gibt es vieles. Oft dachte ich, warum kann ich diese Sekunde, diese Minute, diese Stunde, diesen Tag, diese Jahre, mein Leben nicht rückgängig machen. Mir war natürlich schon klar, dass das nicht ging. Aus rein technischer Sicht natürlich. Aber ich bin doch erst 18 Jahre und 293 Tage. Ich habe noch einen so großen Teil meines Lebens vor mir. Klar, man ist nur einmal jung. Aber ich bin doch immer noch jung. Und ich bekomme immer mehr Freiheit mein Leben so zu leben, wie ich möchte.

Und immer mehr Klarheit darüber, wie ich es leben möchte. Und wie ich diese Ideen umsetzen kann. Vor allem weiß ich, wie ich es nicht leben möchte. Dreams be Dreams. I know … aber Ende März erwartet dich, lieber Leser dieses Blogs etwas sehr Interessantes.

Move On

 

Du hast Träume. Du hast Hoffnungen. Du hast Wünsche. Doch das ist eben dein Problem: du träumst nur, du hoffst nur und du wünscht nur. Ich lebe.

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Dieser Text soll jetzt eine Abrechnung mit deinem bisherigen Leben werden. Eine Rückblick in vergangene Zeiten. Eine Abrechnung mit dem Leben, dass du scheinbar gezwungen warst, so zu leben, wie du es lebtest. Eine Abrechnung mit deinem verträumten Leben. Eine Abrechnung mit deinem verschwendeten Leben.

Sechs Uhr. Der Wecker läutet. Genervt schlägst du darauf. Nur noch fünf Minuten denkst du dir. Schläfst wieder ein. Und wachst eben diese fünf Minuten später wieder auf. Stehst schnell auf, gehst in den ersten Stock. Machst dir einen Espresso, gehst auf die Toilette, duschst dich, machst dir noch einen normalen Kaffee. Dann fährst du in die Schule.

Dort bist du der Spaßvogel. Der Trottel vom Dienst. Wenn es irgendetwas gibt, hältst du den Kopf hin. Du weichst keinen Konflikt mit deinen Lehrern aus. Bist vorlaut. Denkst oft nicht nach, wenn du etwas sagst. Träumst während des Unterrichts vom Sommer, von Sonne, von Ferien. In deiner Klasse bist du ein beliebter Junge. Doch in der Schule hast des schon etwas schwerer. Nicht jeder mag dich. Nicht jeder hat genügend Respekt vor dir. Du rastest immer öfter aus. Die Schule, der Unterricht wird dir zuviel. Oft reden andere über dich, lästern über dich. Du versuchst wegzuhören, doch allzuoft behältst du solche Aussagen in deinem Hinterkopf. Du freust dich wenn die Schule vorbei ist. Wenn du aus der Schule draußen bist. Wenn du endlich Zivildienst und Studium machen kannst. Doch bis dahin ist es noch ein steiniger Weg.

Am Nachmittag kommst du wieder nach Hause. Bist meistens geschafft von der Schule. Du isst, schläfst auf der Couch ein. Wachst abends wieder auf, hast nichts für die Schule getan. Setzt dich vor den Computer und spielst. Und schreibst. Vergisst auf deine schulischen Pflichten.

Nachts gehst du meist nicht ohne einem Telefonat schlafen, ein Telefonat mit deiner Freundin. Du musst immer anrufen. Sie meldet sich nicht. Sie lässt es nicht einmal anläuten. Dann schläfst du ein. Und denkst vorher noch einmal über das nach, was die Leute über dich reden.

So verbringst du jeden Tag. Du träumst, dass die Schule bald vorbei ist. Du hoffst, dass alles in deinem Leben passt. Du wünscht dir, dass du die Schule schaffst. Aber was soll das überhaupt? Glaubst du, so kommst du weiter? So kannst du leben.

Es heißt ja, Träume „verwirklichen“ …

Ja, jetzt hast du eine Freundin. Aber nur weil du jahrelang auf eine gewartet hast, so lange Zeit vergebens gesucht hast, brauchst du jetzt nicht bei jeder Kleinigkeit klein bei geben. Steh zu dir. Steh zu deinen Wünschen. Sage sie auch. Sag es frei heraus.

Hänge dich in diese verdammte Schule hinein. Hör auf vom Ende der Schulzeit zu träumen. Das kommt schon früh genug. Beginne jetzt zu arbeiten. Vom Hoffen werden deine Noten nicht positiv. Arbeite dafür, dass du sobald wie möglich raus bist aus dieser Schule.

Wünsch dir nicht immer, dass dich jeder mag. Das klappt sowieso nicht. Jetzt spielst du noch Rollen. Rollen wie den Klassenclown oder so. Hör auf damit, sei du selbst. Lebe dein Leben so, wie du es willst. Nicht wie die Masse es von dir verlangt. Setze nichts aufs Spiel, nur um unbedingt im Mittelpunkt zu stehen. Achte auf Niveau. Und achte auf deine Freunde, denn die sind wirklich wichtig.

Friss nicht alles in dich hinein. Ich sehe es ja, du hast zugenommen. Achte auf dich. Achte auf dein Aussehen. Bewege dich. Nimm ab. Verändere dich. Werde erwachsen. Werde reifer. Werde schön langsam erwachsen. Du wirst 19. Du musst aufwachen. Aus diesem Traum. Beginne zu leben. Vergiss alles, was bis jetzt vorgefallen ist. Oder verarbeite es zumindest einmal richtig. Schreib darüber. Rede darüber. Konfrontiere dich selbst mit deinen eigenen Problemen.

Stop playing roles … start living your life.

Du bist es dir wert. Aus dir kann noch etwas werden. Es ist noch nicht zu spät. Streng dich an. Beginne zu leben. Du bist ich. Und ich will nicht mehr so sein wie du. Also streng dich an.

No Way Back

 

Im Mai beginnt der Anfang vom Ende unserer Freundschaft …

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Neun Jahre gehe ich schon zu dir. Jeden Tag öffnest du mir die Tür. Gewährst mir Eintritt in die heiligen Hallen des Wissens. Seit 9 Jahren, obwohl es ja eigentlich nur acht Klassen gibt. Ja, du hast mich wiederholen lassen. Eine Ehrenrunde in der dritten. Ja, die achte Klasse, die 12. Schulstufe. Das Ende einer Ära.

Und mir fällt es auf … dass du mir von Jahr zu Jahr immer größere Steine in den Weg gelegt hast. In der siebten Klasse wieder ein ganz großer Brocken. Nachprüfung nanntest du es. Ich habe sie geschafft. Zwar ganz knapp, aber besser eine -4 als eine weitere Runde in der Schule. Die ich sowieso nicht gemacht hätte.

Jetzt denke ich oft an dich. Ich sehne mich nach dem Tag, an dem ich dich nicht mehr sehen muss. Nicht jeden Tag. Immer und immer wieder. Dass ich nie mehr wieder gezwungenermaßen in dein Antlitz sehen muss. Dass du mich nie mehr unter Druck setzt.

Am 7. Mai beginnen die schriftlichen Prüfungen. Englisch, Deutsch und Mathe habe ich gewählt. Nein, halt … Mathe ist Pflicht. Und gerade vor dem habe ich Angst. Denn Mathe war noch nie meine Stärke. Es wird es wohl auch nie werden. Aber sollte Mathe denn wirklich Schuld daran sein, dass ich dich im Herbst wiedersehe?

Ende Juni fangen wir dann mit den mündlichen Prüfungen an. Englisch, mit Spezialgebiet Oscar Wilde; Deutsch, mit Spezialgebiet Franz Kafka; Philosophie, mit Spezialgebiet Jean-Paul Sartre und Musik, mit Spezialgebiet Claude Debussy. Vor diesen Prüfungen habe ich keine Angst. Auf diese Prüfungen freue ich mich. Ich kann gut frei sprechen, interessiere mich für diese Dinge … das dürfte eigentlich kein Problem werden …

Ich will dich nie mehr sehen. Ich sehne mich in den Monat Juli, wo ich auf Maturareise bin, wo ich all die Qualen, die du mir während dieser 9 Jahre bereitet hast, unter den Tisch trinken werde. Zurzeit hasse ich dich sogar. Aber ich kann dir nie lange böse sein. Denn bin ich das, vernachlässige ich dich, so geht es mit mir bergab.

Es war ja eigentlich doch eine schöne Zeit. Mit dir. Du gabst mir Wärme, du gabst mir Zukunft. Du bereitetste meinen Weg. Du gabst mir Visionen. Du gabst mir Hoffnung. Du ließest mich strahlen, wenn ich wirklich etwas Gutes geleistet hatte. Du warst immer für mich da, wenn es mir schlecht ging. Ich konnte eigentlich gar nicht anders, als zu dir eine Art Beziehung aufzubauen. Eine Art Hassliebe.

Und deswegen … danke, liebe Schule.

Father And Son

 

Ich hatte immer einen Vorsatz … ich möchte nie so ein Vater sein, wie du es bist.

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Wir sprechen wieder miteinander. Nach zwei großen, ausartenden Differenzen sprechen wir wieder miteinander. Nehmen uns wieder ernst. Sprechen auf Vater-Sohn-Basis. Doch ich habe mein Vertrauen in dich verloren.

Wenn ich an meine Familie denke, denke ich immer zuerst an meine Mutter. Sie war immer für mich da. Sie unterstützte mich immer, soweit es ging. Kam ich von der Schule nach Hause, war sie schon da. Musste ich mal weg, konnte sie mich irgendwo hinfahren. An dich erinnere ich mich immer nur, wie du abends nach Hause kamst, schnell etwas aßt und dann auf der Couch schliefst. Ich erinnere mich an dich nur als einer, der so viele Zigaretten rauchte, der leicht ausrastete, und dem man nur schwer etwas recht machen konnte.

Ich habe dir schon oft an den Kopf geworfen, dass du nicht mein Vater seist. Du seist nur mein Erzeuger. Ein Vater ist auch für einen da. Du bist mein Vater, das weiß ich, und das weißt auch du. Nur ich verstand und verstehe es immer noch nicht, warum du dir so wenig Zeit für deine Familie genommen hast. Warum dir die Arbeit so wichtig war, warum der Stammtisch und deine kommunalpolitische Arbeit so viel Zeit in Anspruch nehmen konnte, die Familie dabei aber nur einen kleinen Platz in deinem Leben bekommen hat.

Du hast dich manchmal nicht mehr unter Kontrolle. Von meiner Mutter habe ich vielleicht drei verdiente Ohrfeigen bekommen. Von dir mehr. Nein, du hast mich nie grün und blau geschlagen. Ohrfeigen waren es. In einem Streit. Wo du dich einfach nicht mehr zu helfen wusstest. Damit hast du mich einfach enttäuscht. Ich dachte, man kann all das auch anders lösen. Anders als mit dem Schlagen eines Kindes, oder eines jungen Mannes.

Jetzt, wo mein Neffe, dein Enkelsohn da ist, da denke ich mir … wenn du doch nur so viel Zeit mit mir verbracht hättest. Du würdest mich dann verstehen. Würdest zu mir helfen. Würdest dich auf meine Seite stellen. Wärst Vater und Ansprechpartner. Aber das bist du einfach nicht. Und ich will eben dies sein.

Aber ich merke es, in meinen Zügen, meinem Verhalten, meinem Auftreten und allem … ich werde dir immer ähnlicher. Es gibt ihn also wirklich, diesen Teufelskreis. Man kommt aus dieser Rolle, die man von einem Vater gelehrt bekommt, nicht mehr heraus. Für Generation wird das weitergegeben.

Aus Erzählungen von meiner Mama habe ich erfahren, dass du es mit deinem Vater auch nicht leicht hattest. Ich habe ihn leider nie kennen gelernt. Er starb bevor ich überhaupt realisieren konnte, dass er mein Großvater war. Aber kannst du dich noch ändern? Kannst du noch das werden, was ich von dir verlange? Möchtest du das überhaupt?

Ich würde es mir wünschen … aber sei wenigstens ein guter Großvater für meinen Neffen. Dass du wenigstens da einmal etwas richtig machst.

Don’t Look Back In Anger

Das Gras kitzelt meinen Nacken, doch mir ist alles egal
Ich liege hier in der Wiese, lasse mich von der Sonne wärmen
Träume von einem Leben, welches ich nie hatte
Träume von einem Leben, welches ich immer wollte.
Träume können wahr werden.
Man muss es nur versuchen.
Ich traue es mich.
Ich traue mir diesen Schritt zu.

aus tellmeapoem.wordpress.com