Der Psycho. Von Nebenan.

Psychologie

Ich erinnere mich noch an die Zeit vor meiner ersten Beziehung. Ich war jung, voller Träume und Vorstellungen, wie es sein könnte, wenn. Naja. Für meine Freunde und auch für nur gute Bekannte war ich Ansprechpartner. Ich wusste wirklich (und ich meine wirklich wirklich) über alle Beziehungen meiner Umgebung Bescheid. Wusste die Probleme, die schönen Erlebnisse, wusste von Streitigkeiten und von Gedanken. War Geheimnisverwahrer der allerhöchsten Stufe. Und Berater. Ich beriet Menschen, wie sie in ihrer Beziehung agieren sollten. Ohne selbst jemals in dieser Situation gewesen zu sein.

Ich erinnere mich noch an die Zeit während meiner ersten Beziehung. Ich holte mir Rat bei Freunden, die selbst gerade in einer Beziehung steckten. Konnte aber nie wirklich mit ihnen reden. Dachte viel zu viel nach, und wusste dann auch, warum die alle früher zu mir gekommen waren.

Ich erinnere mich an die Zeit nach meiner ersten Beziehung. Ich weiß, was es heißt, in einer Beziehung zu sein. Ich weiß, welche Probleme es gibt. Ich bin an dieser Beziehung gereift und kann besser Tipps für eine Beziehung sowie für eine Trennung geben.

Ich werde immer noch engagiert, als Psychologe. Via Mail, ICQ, Comments oder auch persönlich legen sich die Leute vor mir auf die Couch. Ich mache mir geistige Notizen und überlege, was ich tun würde. Was ich schön erlebt habe. Wie es bei mir war. Mir gefällt diese berufliche Möglichkeit.

Aber vor einem habe ich Angst. Dass ich wieder einmal auf die Couch liege und nicht weiß, was ich tun soll. Wenn ich Rat brauche. Denn ich kann nicht darüber sprechen. Ich kann nur schreiben. Nicht an jemand anderen gerichtet, sondern nur in meinem Blog. Aber ich weiß, irgendwann kommt wieder der Tag, an dem ich eine Couch so nötig habe.

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Über Mir. Die Sterne.

jetzt …

ich kann es mir nicht erklären

ja, jetzt gerade wieder ….

was die anderen haben

es ist wieder soweit … ich

was ich nicht habe …

denke darüber nach warum

was ist an mir so abstoßend

gerade ich jeden tag am see alleine

oder bin ich einfach nur zu nett

sitze, meist neben zwei paaren.

immer wieder denke ich daran …

wie es wäre wenn … doch es ist einfach

nicht. mich quält der gedanke, dass all das

noch so weitergeht, wie es jetzt gerade ist …

das würde mein leben unlebenswert machen …

dann könnte ich einfach nicht mehr weiterleben.

ich hoffe immer noch

doch immer nur hoffen macht auch krank

zwar habe ich einer freundin

in der hoffnung zu leben … auch das

diesen absatz einmal geschrieben …

ist nicht die befriedigung die ich brauche …

weil auch sie in der hoffnung lebte …:

 

man kann in sich in sachen liebe nie sicher sein.


man kann nur vermuten.

ein schon oft geträumter traum

und das mache ich.

ist einfach jener, dass ich eine treffe

sich auf meine vermutungen zu stützen …

dass ich von ihrem lachen nicht genug bekomme

kann lebensgefährlich sein.

dass ich ihn ihren augen versinken möchte

in der hoffnung zu leben hingegen

dass ich einfach nur, arm in arm, mit ihr

wunderschön

einschlafen möchte.

aber ich möchte nicht mehr hoffen …

dass sie mich küsst … und ich weiß … sie liebt mich.

bis jetzt ist das nur einmal passiert. und seitdem habe

ich nie mehr solche gegenseitige liebe verspürt …

lange zeit war immer nur ich verliebt …

wann wird es endlich so weit sein?

ob ich es erleben werde?

ob ich nicht viel zu früh sterben werde?

ich weiß es nicht

und noch etwas:

fuck off!

 

 

Ein Text, welchen ich vor ungefähr knapp genau einem Jahr geschrieben habe. Ein Text, der mich erschreckend an das heutige Ich erinnert. Viel zu pathetisch, viel zu melancholisch. Ein, nach Liebe lechzender 18-Jähriger Junge, der schon einen Monat später von sich sagen kann, dass er vergeben ist. Ein weinerlicher Typ, voller Angst und Selbstzweifel.

Leider habe ich mich nicht allzusehr verändert.

 

Ohne Dich Und Nur Mit Dir

Erwachsen werden
Du ballst die rechte Hand zu einer Faust. Faltest sie wieder aus. Streichst sie glatt. Und lässt sie ganz langsam über die Tasten streichen. Nur mit sanften Berührungen löst du diesen Wasserfall, diesen Wirbelsturm aus Buchstaben, aus Worten. Du spürst den Schweiß, der langsam auf deinem Gesicht entsteht, deine leicht verbogene und etwas verschmutzte Brille bewegt sich nur für wenige Millimeter. Mit der rechten Hand, wieder zu einer Faust geballt streichst du dir den ersten Schwung von Körperflüssigkeit aus dem Gesicht. And So It Is. Damien Rice singt nun schon zum siebenundzwanzigsten Mal. I Can’t Take My Eyes Off From You. Die Handflächenablage deines Notebook ist heiß. Doch draußen ist alles grau. Alles sieht aus wie ein Spiel für den allerersten Game Boy. Du siehst die Welt in 8 Graustufen. Versuchst mit der Select-Taste ein Power-Up freizuschalten. Doch das gelbe Licht, die Stromanzeige, lässt dich feststellen, dass es dem Ende zugeht. Die Graustufen verschwinden in schwarzer Streifen und lassen den gelb-grauen Bildschirm zurück. Das Spiel ist für dich vorbei. Und du legst ihn weg, drehst dich weg vom Fenster. Die Rose neben dir auf dem Tisch überrascht dich durch ihre Größe und ihre Farben. Sie reichen vom dunklen Rot bis hinauf ins orange-lastige Gelb. Langsam streichst du von der F3-Taste bis zum ALT-Button. Die Musik ist fast zu laut, um irgendetwas anderes wahrzunehmen. Du gähnst. Deine Worte scheinen zweckentfremdet und du schaffst es kaum noch, deinen Blick vom Bildschirm abzuwenden. Dein Vater auf der Couch, deine Mutter neben dir, du bemerkst sie nicht. Du bist hier, in deinem Element. Du streichst noch einmal, ganz langsam darüber, die flachen Tasten lassen kaum Fugen entstehen. Und während du deinen Blick senkst, überlegst du dir diesen letzten Satz.

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Kennst Du. Kannst Du.

Kennst du mich gut genug? Kannst du mich ernstnehmen?

Kennst du …

mich. Mit meinen neunzehn Jahren ein Junge wie jeder andere. Und doch nicht. Ein blonder Brillenträger mit Kurzhaarschnitt. Ein Typ, den man zumindest in der Kleidung in keinen Typ einordnen kann. Er trägt, was ihm gefällt. Ein Typ, der Chaos in seinem Leben stets beseitigen möchte. Und trotzdem in den Chaos zurückfällt. Den Menschen, der so sehr nach Liebe strebt, das er dem Leben zu wenig Wichtigkeit einräumt. Der lieber alleine ist, als sich zu sonnen. Kennst du den Typen, der schreibt und schreibt und schreibt. Und liest. Hört. Und sieht. Der Junge, der mit 17 1/2 mit dem Führerschein begann und jetzt, mit 19 Jahren endlich fertig wird. Der kurz vor der Matura steht. Seine erste Liebe hinter sich gebracht hat. Seinen Gefühlen nicht trauen kann. Dem viel zu oft Tränen auskommen. Bei erschütternden Texten, bewegender Musik oder traurigen Filmszenen. Der sich so sehr jemand zweiten in sein Bett wünscht. Der sich innerhalb der letzten 5 Jahre vom Frühaufsteher zum heftigsten Morgenmuffel entiwckelt hat. Der seine Fehler immer bei den anderen sucht. Der viel zu große Träume hat. Aber viel dafür tut, um sie sich zu erfüllen. Der Pläne für die nächsten 5 Jahre hat, und immer wieder zwei Schritte zurückgeworfen wird, wenn sich der Plan ändert. Der Typ, der täglich Tagebuch schreibt. Dessen Leidenschaft das Bloggen ist. Der Junge, der bis vor kurzem Computerspiele-Magazine gesammelt hat, über 300 sinnlose Magazin-CD-ROMs sein Eigen nennen durfte. Aber all das ist aus seinem Leben verschwunden. Der Mensch, der stets versucht, Veränderungen zu erzwingen, um dann zu erkennen, dass Veränderungen unter Zwang nicht funktionieren. Die Person, die in seinem kühlen Zimmer setzt, um der heißen Sommersonne zu entkommen. Der sich nicht traut, Menschen mit seinen Vorwürfen zu konfrontieren. Der noch nie gut in Mathematik war. Der ca. 200 Songtexte auswenig kann. Zu jedem bekannten Film den Regisseur und zwei Schauspieler nennen kann. Und dann dazu mindestens einen weiteren Film, wo sie mitgespielt haben. Der sich an keinem Musikgenre orientiert. Der 6 Hawaiihemden, 8 Polo-Shirts und 12 normale Shirts in seinem Schrank hat. Alles No-Name. Der immer noch auf den AXE-Effect wartet. Dem Coke Zero nicht schmeckt. Der Mc Donalds immer nur einen McChicken isst. Der eine Schwester hat. Und eigentlich auch einen Bruder. Der sich oft viel zu schnell verliebt. Der sich oft viel zu langsam entliebt. Der Typ, der gegen die Scheinheiligkeit in seiner Familie ankämpfen möchte. Der immer anders sein möchte, als die anderen. Und bis jetzt doch nur eine Kopie war. Der sich auf das Ende der Schulzeit freut. Und der sich auf das Neue danach freut. Kennst du mich. Mich. Dominik Leitner, 19 Jahre alt.

Kannst du …

mich. Akzeptieren, als der Typ, der ich bin. Dass ich momentan nur für die ganz wenigen Momente lebe, in denen ich wirklich lebe. Dass meine Anwesenheit manchmal anstrengend ist. Dass ich die Nähe zu Menschen benötige. Dass ich immer Angst habe, etwas falsches zu machen, und dadurch jemanden verliere. Dass ich, wenn ich mich wohl fühle bei einem Menschen eines am meisten genieße: die Stille. Das Schweigen. Dass ich schnarche. Dass ich meine Gefühle vor allem schreiben kann. Darüber zu sprechen fällt mir schwer. Kannst du akzeptieren, dass ich manchmal viel zu viel Persönliches hier offenbare. Dass ich geraucht habe, und manchmal auch noch zurückfalle. Aber nur wenn ich nicht betrunken bin. Dass ich kaum Alkohol trinke und keine Drogen konsumiere. Dass ich Angst habe. Vor fehlender Nähe. Vor dem Verlieren. Dass ich vielem nachtrauere. Wenn etwas unwiderbringlich weg ist. Dass ich einige komische Spleens habe. Dass ich immer ein Buch dabei habe. Dass ich Filme zitiere und die Musik in meinem Leben alltäglich ist. Dass ich einem Menschen immer zuerst in die Augen sehen muss, um ihn wirklich kennenlernen zu können. Dass ich schüchtern bin. Dass ich öfter mal im Mittelpunt stehe. Dass ich mich viel zu oft in jemanden verliere. Dass ich den Halt verliere, und tief falle. Dass ich manchmal große Tiefs habe. Dass ich, trotz dem Drang des Im-Mittelpunkt-Stehens, aufgeregt bin, wenn ich vor einer fast unbekannten Menschenmasse sprechen muss. Dass ich dich brauche. Dass Freunde für mich ein Elixir sind. Ein Fixpunkt. Ein Haltegriff. Dass ich manchmal einfach nicht da bin. Dass ich meine Prioritäten verliere. Dass ich einer der vielen Fische der Masse bin, die gegen den Strom schwimmt. Dass ich manchmal auch einfach nur keine Lust habe. Dass ich seit kurzem egoistisch bin und (um der Verbesserung Willen) nur an mich denke. Dass ich manchmal einfach die ganze Menschheit nicht sehen möchte. Dass ich seit kurzem den Begriff Liebe viel seltener gebrauche und ihn immer weiter differenziere. Dass ich das Wort Hass seit kurzem immer häufiger gebrauche und alles in einen Topf werfe. Dass ich manchmal einfach nicht schlafen kann. Dass ich oft einen Hass gegen mich selbst entwickle. Dass ich Geschichten schreibe, über mich, mit den Gedanken an Suizid. Dass ich aber Selbstmord noch nie wirklich in Betracht gezogen habe. Dass ich Angst habe. Angst vor dir. Angst vor mir. Dass ich viel zu oft schlafe. Dass ich Angst habe vor der Nacht, vor der Dunkelheit, vor abgeschlossenen Räumen, vor ungesichtern Plätzen in der Höhe, vor dem Verlassen werden, vor Streit, vor Tod. Dass ich nachts, in einem Wald, unter zwanzig anderen Personen in der Dunkelheit zu zittern beginne, ich Schweißausbrüche bekomme und fast zusammenbreche. Dass ich manchmal auch unter Leuten einsam bin. Gemeinsam einsam nenne ich das. Dass mich der Vollmond oft stundenlang noch wachhält, obwohl ich eigentlich schon schlafen sollte. Kannst du mich akzeptieren. Mich. Dominik Leitner, 19 Jahre.

Ja? Ich gratuliere. Dann bist du schon weiter als ich. 

Leben. Sonst Nichts.

Gib dem Leben die Kraft zurück, welche du nahmst, als du versuchtest, zu lieben …

Langsam atme ich ein. Und überlege mir, wie mein Leben aussehen soll. Dann. Wenn alles vorbei ist. Und jetzt denke ich mir zum ersten Mal, dass es schwieriger ist, über das Leben zu schreiben, als über die Liebe. Das Leben war doch immer da. Das Leben, und der Wunsch nach Liebe. Nun erlebte ich dann zum ersten Mal die Liebe. Und hörte irgendwie auf zu leben. Jetzt bin ich überfordert, mit dem Wunsch nach Liebe und dem viel dringenderen Wunsch nach Leben.

Die Trennung hat mich nur scheinbar zurückgeworfen. Nur scheinbar. Denn sie hat mich, wie die gesamte Beziehung, reifen lassen. Die heftigen Gefühlstage danach, sie haben mich nachdenken lassen. Haben mich philosophieren lassen, über die Liebe, über das Leben, über die Familie, über Freunde und Freundschaft im Allgemeinen. Über meine Träume, meine Wünsche. Meine Ängste. Ich habe mir Gedanken gemacht, über Dinge, die mein Leben einfach bewegten. Gedanken, die meinen Kopf nicht mehr verlassen wollten.

Und dieses Nachdenken über die Vergangenheit, über das Hier und Jetzt und über die Zukunft hat mich in ein schützendes Zelt aus Alleinsein und Einsamkeit gezogen. Darin blieb ich, und bis jetzt bin ich nicht mehr daraus herausgekrochen. Ich sitze immer noch hier drinnen, zusammengekauert, wartend auf irgendjemanden, der den Eingang des Zeltes aufreißt, mich an der Hand nimmt, und mich rauszieht. Ich warte.

Ein sehr weiser Mensch hat einmal gesagt: „Hört auf über das Leben nachzudenken. Lebe einfach.“ Ich habe mir vorgenommen, das auch zu tun. Habe mir gesagt, ich beginne jetzt endlich wieder zu leben. Aber lebe ich denn jetzt? Wohl kaum. Ich warte noch. Begebe mich in Angriffsstellung. Sage mir stets, dass, wenn (m)ein neuer Lebensabschnitt beginnt, ich wieder zu leben beginnen werde. Vielleicht ist es falsch. Aber ich schaffe es nicht. Schaffe nicht, mich aus diesem Zelt hinauszubewegen.

Ja, ich weiß. Draußen hat es 32 Grad. Hier in meinem Zimmer maximal neunzehn. Ich weiß nicht, warum es so kühl ist. Aber es gefällt mir hier. Hier ist sie, meine Einsamkeit. Niemand kommt hier herein, außer vielleicht einmal meine Mutter, wenn sie mal wieder auf das Klopfen vergessen hat, oder meine Schwester, wenn sie vermutet, ich hätte schon wieder Dinge von ihr genommen. Sonst ist hier niemand. Nur ich. Und die Musik. Mein Notebook. Und die virtuelle Welt, in der ich mein Leben mehr und mehr offenbare. Vielleicht verausgabe ich mich hier. Verliere den Blick auf das Wesentliche. Aber es wäre falsch, dem Web 2.0, dem Internet oder meinen Computer im Allgemeinen zu beschuldigen, dass er mich von der Gesellschaft fernhalten würde. Nein, es liegt an mir. Es ist meine Entscheidung.

Der Sommer, die Sonne, der Strand am See. Das war einmal meins. Mein Leben. Dafür bin ich aufgestanden. Daran dachte ich, als ich mich lächelnd ins Bett legte. Doch Zeiten ändern sich. Vielleicht stand die Zeit die letzten Jahre nur etwas still, und nun ist es an der Zeit, all die verlorenen Veränderungen nachzuholen. Ich weiß es nicht. Nur ich verändere mich gerade. Oder vielleicht bleibe ich auch gleich. Vielleicht verändert sich nur mein Umfeld.

 

Meine Mutter hatte mir heute gepredigt, dass sie es nicht verstehen würde, warum ich nicht mehr am See bin. Mir würde ja das ganze schaden, ich hätte ja die Einsamkeit. Ja, Mama. Du hast Recht. Ich habe die Einsamkeit. Und ich habe sie lieber, als der See mit all den Menschen, bei denen ich nicht so sein kann, wie ich sein möchte. Ich möchte sie nicht mehr jeden Tag sehen. Wenn wir uns einmal in der Woche, so wie jetzt sehen, das reicht. Dann verstehe ich mich mit ihnen.

Aber es ist nicht mein Ding, um halb 3 mit dem ersten Bier anzufangen. Erstens mag ich kein Bier, und zweitens halte ich vom Alkohol im Allgemeinen gegen den Durst nichts. Ich kann nicht mehr ständig unter ihnen sein. Wenn sie nach einer Stunde exzessivem Alkoholgenuss schon so betrunken sind, sodass sie mehr anstrengend, manchmal auch zu beleidigend werden, als nett und einfach nur freundlich.

Ja, ich „genieße“ mein Leben. Hier, in meinem 30 m² großen Reich. Ja, ich habe ein süßes kleines Zimmer. Mit Bett, Fernseher, Radio, Kleiderschrank, Couch, Couchtisch, Chill-Matratze am Boden und … vier Fenstern. Sie geben mir einen Blick auf die Welt. Ich sehe den blühenden Holunder bei meinem Nachbarn, sehe, wenn Autos in unserer Zufahrt einbiegen. Erlebe all das, hier von meiner Couch, auf der ich sitze, lebe, liege, schlafe, und schreibe. Das ist zurzeit mein Leben.

Mit meiner Aussage „Ich mag keine Menschen“ habe ich einige Beispiele dieser Spezies überrascht. Manche auch abgeschreckt. Aber manchmal stimmt es einfach. Da möchte man einfach keinen sehen, erfreut sich der Einsamkeit, der Stille, oder auch der Musik. Und jetzt, wo ich diese Devise … also, „Ich mag keine Menschen“ leben möchte, gerade jetzt verstehe ich mich mit Menschen, mit denen ich eigentlich vorher nie so viel zu tun hatte, viel besser. Das gefällt mir. However.

Auf der Maturareise werde ich viele neue Gesichter kennen lernen. Manche nur für diese sieben Tage. Andere vielleicht sogar länger. Und danach eröffnet sich für mich eine neue Ära meines „Lebens“. Ja, Leben. Ich gebe es auf. Gebe den Versuch auf, jetzt noch versuchen, so richtig zu leben, jetzt, in diesen nächsten drei Wochen. Ich lasse sie passieren. Und dann möchte ich aber wieder beginnen. Möchte es aufnehmen. Den Kampf gegen Lebensunlust und die Liebe. Vielleicht steige ich irgendwann einmal aus Gewinner aus.

Und so schließe ich mein Zelt wieder. Sehe mir den blühenden Holunder noch einmal an, höre die Dashboard Confessional, und warte, bis die drei Wochen vorüber sind. Leben macht ja eigentlich Spaß. Bald wird es wieder so weit sein. Ich bin gespannt. Auf all das ganze neue. Auf die neuen Freunde. Auf das Aufrechterhalten alter Freundschaften. Auf neue Lieben. Auf neue Ängste. Auf neue Enttäuschungen. Auf alles bin ich gespannt. Niemand wird mich aufhalten. Und niemand wird mich auch dazu bringen, mich an den See zu legen, um so zu tun, als wäre das mein Leben. Mein Leben sieht anders aus. Wie genau, das weiß ich noch nicht. Aber denkt euch nichts. Das bin ich. Ich muss doch erst selbst mit der Veränderung zurecht kommen.

Ich habe es nicht verlernt. Das Leben. Lasst mir nur Zeit.

Hobo Blues

 

Gestern habe ich ja dieses eine Bild von uns beiden gefunden. Habe es mir minutenlang angesehen. Habe dir tief in deine virtuellen und (bei 10.000facher Vergrößerung) pixeligen Augen gesehen. Und habe bemerkt, dass es schon damals da war. Deine Unfähigkeit mich zu lieben. Ich gebe dir für alles die Schuld. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ja, ich lehne mich einmal so weit aus dem Fenster. Du bist zu jung, um … ja, da bist zu jung für eine ernsthafte Beziehung. Du lässt dich viel zu sehr von allem anderen beeinflussen. Du warfst mir Dinge an den Kopf, welche du jetzt selbst praktizierst. Du kommst erst jetzt in diese Jahre deiner Jugend, mit denen ich gerade fertig werde. Diese Jahre voll Selbstzweifel, Angst, Ungewissheit und vielleicht auch Selbsthass. Du wirst es nicht immer schaffen, den Halt da zu suchen, wo er bis jetzt immer war. In den kommenden Jahren wird dein Leben so manches Mal zusammenbrechen und sich aus den Trümmern wieder aufbauen. Es werden harte Jahre. Aber du schaffst es sicher nicht. Schaffst es nicht, stets mit einem Lächeln durch die Welt zu gehen. Ja, damals hast du mir, und die Beziehung zu mir die Schuld gegeben. Aber nein, es lag nicht an mir. An meiner „Sicht der Dinge“. An meinem umschwänglichen Pessimismus. Es lag an dir. Und an deiner Unfähigkeit die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind. Es tut mir leid, dass ich dir jetzt wieder schreibe. Dass ich dir diese Dinge an den Kopf werfe. Aber es muss sein. Erst gestern wieder habe ich dich in meinem Tagebuch erwähnt. Ich habe meinem Tagebuch erzählt, dass meine Liebe zu dir um ein so großes Extrem verschwunden ist. Dass nur mehr ein kleines bisschen Liebe da ist. Gerade einmal genug, um eine Freundschaft weiter aufzubauen. Ich konnte dich stets lieben. Ich habe dich auch stets geliebt. Aber erst jetzt habe ich gesehen, dass du es schon lange nicht mehr konntest.

 

Offenbare ich zuviel meines Lebens in dieser „Neon Wilderness“? Dieser Gedanke kam mir erst kürzlich, heute vormittag, als mich meine Deutsch-Professorin darauf ansprach, dass sie aus meinen Texten, welche ich in der Lesung vortrug, heraushörte, dass ich mit meiner Rolle nicht zufrieden sei. Mit meiner Rolle, die ich in der Schule innehabe. Ihr wisst schon, welche Rolle ich meine. Und sie hat mich gefragt, warum ich nichts dagegen unternehme. Vielleicht aus reiner Faulheit. Es sind doch nur mehr drei Wochen. Ich habe mich verändert. Und manchmal genieße ich auch wieder das Stehen im Mittelpunkt. Aber man muss mir auch diese Momente der Stille, der Ruhe einräumen. Ich bemühe mich nicht mehr, meine Rolle für diese drei Wochen abzulegen. Es wäre zu anstrengend. Und irgendwie wird es auch von mir erwartet. Ja, ich lasse mich formen. Ich habe mich jahrelang formen lassen. Es kommt doch so viel nach der Matura(reise). Lassen wir es einfach kommen.

 

Die Schule, selbst wenn ich nicht mehr viele Stunden dort verbringe. Vielleicht mal drei Stunden vormittags, zwei nachmittags. Sie macht mich müde. Und in den nächsten Tagen werde ich so viel lernen müssen, werde so viel durchgehen müssen, Psychologie, Philosophie, Deutsch, Musik. Mathematik. Es kommt so viel zusammen. Und ich schaffe es kaum, mich richtig zu konzentrieren. Ich werde es schaffen. Jetzt, nachdem ich den Führerschein komplett auf Juli verlegt habe. Um mich auf die Matura zu konzentrieren. Irgendwann in der Woche vom 18. – 22. Juni werde ich meine fünf mündlichen Prüfungen ablegen müssen. Und was kommt dann? Maturafeier mit den Eltern (in einem Gasthaus), Maturafeier in der Schule, Maturafeier in unserer Klassenparty-Location, Maturareise. Es lohnt sich schon irgendwie, sich jetzt noch einmal richtig reinzuhängen.

 

Das Wetter macht mich fertig. Nachdem ich schmerzhaft bemerken musste, dass meine Bankomatkarte in meiner bevorzugten Bank als defekt bezeichnet wird, da sie schon zu sehr beschmutzt ist, stellte ich mich eben an, um als nächster beim Schalter dranzukommen. Und da sah ich es. Die kommenden Temperaturen für den Bezirk Gmunden. Donnerstag 31°. Freitag 32°. Ich werde wohl zum See gehen müssen. Mit den ganzen Sachen zum Lernen. Mit einem Buch. Und nicht zum Seebahnhof, sondern zum Weyer. Damit mich niemand stören kann. Oder vielleicht lege ich mich auch einfach nur auf den Rücken, irgendwo auf einer unbefahrenen Straße, warte, bis der Asphalt aufschmilzt und mich verschluckt. Oder auf eine Wiese, warte, bis sie zu Brennen beginnt. Oder auf ein Brett, warte, bis ich selbst ausgetrocknet bin und total verdörrt mir den letzten Atemzug genehmige. Aber der See klingt doch irgendwie besser.

Dusk And Summer

„Und wie ist er jetzt?“ – Wer? – „Na, der Sommer …“

Ich blicke dich an. Voll fragendem und nachdenklichem Blicke. Der Sommer. Irgendwann einmal hatte ich schon mal davon gehört. Hm. Vielleicht fällt es mir ja wieder ein. Aber warum fragst du mich das? Was soll mir an diesem Sommer so gefallen. Und ich denke nach und denke nach. Und es fällt mir nicht ein. Doch plötzlich. Ja. Der Sommer. Jetzt weiß ich es wieder. Der Sommer war es immer, von dem ich träumte. Wenn ich gelangweilt in einer Mathematikstunde aus dem Fenster blickte, als draußen noch der Schnee lag. Das wird der Sommer meines Lebens sagte ich mir immer. Der Sommer meines Lebens. Meines Lebens. Verdammt, wie konnte ich das nur vergessen.

„Er ist jetzt eigentlich schon da, der Sommer. Es ist Juni. Es ist heiß. Und der See wartet auf dich.“ Hm. Der See. Der See. Mein See. Er ist nicht mehr mein See. Viel zu viel hat sich verändert. Viel zu sehr habe ich mich von ein paar Freunden wegbewegt, als dass ich mich zu ihnen an den See legen würde wollen. Der See. Mein Zuhause, an den letzten 3 Sommern. Schaukelsessions. Pizza-Verschlingungen. Und Grillen. Es war mein Zuhause. Wir waren immer dort. Wachte ich frühmorgens auf, war meine Tasche schon gepackt für den See. Die Badehose konnte gar nicht mehr trocknen, so viel war ich unterwegs. Jetzt mache ich nichts mehr.

Nein. Es ist nicht nur die Matura. Die letzte große Prüfung vor … ja, vor dem „wahren Leben“. Es ist so viel mehr. Es sind Probleme in der Familie, und eben auch die Probleme mit Freunden. Auch Probleme in der Liebe, liegengebliebene Gefühle, die ich immer wieder aufgreife. Gedanken. Und die Suche nach jemand neuem. Ich bin nicht mehr der Typ, der sich jeden Tag mit seinen Freunden am See traf. Damals, in den Sommer meines Lebens. Meines Lebens.

Vielleicht kann ich mich mit dem Leben damals nicht mehr identifizieren. Vielleicht bin ich nicht mehr der Typ, der nur sein Leben genoss. Vielleicht habe ich jetzt auch Ziele. Oder einfach eine andere Vorstellung vom Leben. Vielleicht bin ich auch nur auf dem besten Weg, ein Einsiedler zu werden. Einsam, verlassen. Mir macht die Vorstellung nicht angst. Nein. Diese nicht.

Der Sommer ist da. Aber er muss sein Spiel ohne mir spielen. Ich spiele nicht mit. Zuviel Dreck, zuviel Müll muss ich erst einmal entsorgen, um wirklich wieder genießen zu können. Um ruhig einschlafen zu können. Dieser Sommer wird vielleicht der Sommer meines Lebens. So wie die letzten drei. Oder sogar die letzten fünf. Aber er wird anders werden, als all die anderen zuvor. Vielleicht werde ich mich auch mal wieder selbst überraschen.

Die Erste Lesung

 

 

So was nennt man wahrscheinlich übermäßige Adrenalinausschüttung. Aber es zeigte sich bei mir nur als Zittern und Angst. Und dann kam ich dran.

Ich könnte jetzt wieder ein halbes Dutzend Absätze dafür benutzen, um weit zurück in die Vergangenheit zu blicken. Dass ich mit zwölf Jahren beinahe mein erstes Buch fertig gestellt hätte. Dass ich seit zwei Jahren wieder regelmäßig schreibe. Dass seit Ostern nun wirklich mein erstes Buch fertig ist. Dass ich täglich blogge. Ja, das könnte ich. Aber ich denke, dass ist der falsche Beginn für diesen Text.

„Was sollen wir über dich sagen?“, werde ich gefragt. Ihr wisst doch schon alles, möchte ich sagen, nachdem ich den geplanten Text höre. Ja, es ist gut. Es gefällt mir. Aber ich will das nicht. Ich kann das nicht. Ich habe Angst. Und ich sitze auf einem Sessel, an der Stelle, in welcher in einer Stunde einer der beinahe vierzig Besucher sitzen wird. Ja, ich habe Angst. Wie wird es sein. Wer wird da sein.

Ich sehe mir meine Texte noch einmal an. Ein Kapitel aus meinem Buch. Ja, auf dieses Kapitel bin ich stolz. Ein selbstkritischer Text. Den mag ich auch. Und … eine Geschichte vom „wahren Leben“. Ich bin zufrieden mit den Texten. Aber ich habe doch auch schon Angst, sie meiner Mutter vorzulesen. Ich weiß nicht, was da mein Problem ist. Vielleicht die Angst vor Kritik. Oder Ablehnung meiner Leidenschaft. Aber so wirklich weiß ich nicht, warum ich jetzt hier sitze, zittere und einfach mal nur Angst habe.

Ich könnte jetzt erklären, dass ich schon vor viel mehr Menschen gesprochen habe. Im Wahlkampf für die Schulsprecherwahl. Da waren es knapp dreihundert. Und ich habe bei der Wahl gut abgeschnitten, trotz eigener Gegenkampagne gegen mich selbst. Aber ich erinnere mich an das anfängliche Unbehagen. Und die Aufregung. Und den Herzschlag, der in meinem Hals zu spüren war. Ja, das könnte ich. Oder dass ich es manchmal liebe, im Mittelpunkt zu stehen. Aber diesmal möchte ich es nicht. Ich bin schüchtern, ängstlich. Beklemmt. Benommen.

Und so saß ich, Schweiß kam aus meinen Händen heraus und zog schnell wieder in die Zettel meiner Texte, welche ich umklammerte ein. Die Lesung wurde eröffnet. Ich hörte den Applaus. Und als die Vortragende vor mir, eine Achtzehnjährige, mehrfach ausgezeichnete, Autorin ihre Kurzgeschichte vortrug, wurde ich von Sekunde zu Sekunde ruhiger. Und von Sekunde zu Sekunde wieder unruhiger. Der Applaus. Die Musik. Und ich musste die Bühne betreten. Setzte mich auf den Stuhl, blickte kurz ins Publikum. Und wartete bis die Vorstellung meiner Person vorbei war. Und ich begann zu lesen. Nachdem die letzten Probleme mit dem Mikro behoben wurden begann es mir Spaß zu machen. Und ich las. Und las. Und las. Und zum Schluss bemerkte ich, dass das Kapitel aus meinem Buch eigentlich zu kurz ist. Aber dann kam der Applaus. Und die Angst. Sie war weg. Es kam ein Song von Yann Thiersen aus seinem Meisterwerk, dem Soundtrack von Amelié. Und ich musste sitzen bleiben. Konnte mir das Publikum besser ansehen. Aber ich erinnere mich an nichts. Und so las ich weiter. Den selbstkritischen Text mit dem interessanten Ende.

Der Applaus. Ab von der Bühne, die Erleichterung. Und noch ein letzter Auftritt zum Schluss. My So Called Life. Dann wurde die Lesung beendet. Wir betraten zum allerletzten Schlussapplaus noch einmal die Center Stage in diesem kleinen Kulturcafé. Der Fotograf bat mich, noch einmal in Leserpose zu gehen, das Foto. Und Schluss.

Der Abgang. Der erste Weg führte mich zu meinen Eltern, meinem Onkel und meiner Tante. Sie waren gekommen. Und gratulierten mir. Zu meiner Leistung, zu meinen Texten. Ich war stolz wie ein Pfau. Und nachdem ich auch noch mit meiner Deutsch-Lehrerin gesprochen habe, konnte ich mich über meine Freunde freuen, die mir zugesehen und gehört haben. Auch von ihnen kam Lob. Und während ich das Weinglas meiner Mutter in einem Zug leerte, bestellte ich mir noch zwei Drinks. Dieses Gefühl jetzt. Das hatte ich schon mal. Ja genau … als ich die Mathe-Nachprüfung geschafft hatte. Der Stein, der mir vom Herzen gefallen ist, er war riesig. Und so feierte ich noch den ganzen Abend lang. Über die Nacht, bis in den frühen Morgen. Erst um halb fünf fand ich den Schlaf.

Alles in allem war es für mich ein Erlebnis, welches ich nie mehr missen möchte. Ich scheine aufzugehen, in meinem Hobby, welches ich so gerne irgendwann einmal zum Beruf machen möchte. Es ist schön, dass es solche Möglichkeiten gibt, sich selbst und seine Werke vorzustellen. Diesmal war es ein Projekt für ein Unterrichtsfach an unserer Schule.

Und es war unglaublich
Dieses Gefühl.
Dieser Tag.
Dieses Erlebnis.

Past To Present

Lass uns versuchen, die Helden von morgen zu sein. Wenn wir jetzt schon nicht die Helden sind, die wir immer sein wollten.

Wild umklammert hältst du dich an mir fest. Deine Träume stürzen zusammen. Die Schlösser, die du dir aufgebaut hast, sie sind nur mehr eine Ruine in deiner Fantasie. Wir sind nicht da, wo wir immer sein wollten. Nicht einmal annähernd sind wir da, wo wir hofften zu sein. Du hältst dich fest. Ich spüre deine Angst. Dein Zittern lässt selbst mich erbeben und ich beiße mir mit aller Kraft auf die Lippe um mit alledem fertig zu werden.

Wollten wir nicht immer die Typen sein, zu denen andere aufschauten. Helden einer Generation. Die Helden von heute. Aber nie schafften wir den Sprung vom C-Helden, zum B-Helden. Zum A-Helden. Immer blieben wir Helden dritter oder vierter Klasse. Jeder Versuch von uns misslang. Wir setzten uns unerreichbare Ziele. Kämpften uns durch unsere eigene Vorstellungskraft. Wir hätten es nie geschafft. Und doch wollten wir immer jene Helden nach unseren Maßstäben sein. Held zu sein war für uns immer ein Traum. Unerreichbar und doch erstrebenswert.

Und so stehen wir nun hier, deine Luftschlösser verändern ihre Gestalt. Zu Ruinen werden sie. Deine, unsere Vergangenheit, sie holt uns ein. Wir sind nicht die Helden, die wir immer sein wollten. Sind nicht die Menschen, die wir immer sein wollten. Sind dann doch nur zu einem Teil der riesigen Masse geworden. Haben das getan, was von uns erwartet wurde. Im positiven wie im negativen Sinne. Wir folgen Klischees und Vorurteilen, ließen uns von ihnen beeindrucken und begannen das Spiel von Kollusion. In unserer falschen Rolle gingen wir mehr und mehr auf. Wurden zu Antihelden. Glaubten die Größten zu sein. Und doch erlagen wir nur unserer eigenen Unmöglichkeit eigenständig zu handeln. Wir glaubten, uns könnte nichts zerstören. Uns könnte auch nichts auseinander bringen. Und dann sind es die Gedanken, die einen zurück in die Realität holen.

Sind es Gedanken, die uns auseinander reißen. Ich bin bereit, den Kampf aufzunehmen, um ein Held von morgen zu sein. Ich weiß, du bist es noch nicht. Du bist noch lange nicht bereit, mir zu folgen. Ich werde nicht auf dich warten. Nenne mich egoistisch. Nenne mich ein Arschloch in Bezug auf Freundschaft. Aber es ist einmal an der Zeit, an mich zu denken. Du ziehst mich nach unten. Ich verliere dne Halt, wenn du dich an mir festhältst. Und ich sehe mich eindeutig als Held von morgen. Der Zug mit dem Helden von heute ist schon längst abgefahren. Du wirst es nicht kapieren. Wirst es nicht schaffen, es rechtzeitig zu akzeptieren. Wir werden uns auseinander leben. Es wird gut so sein.

Irgendwann einmal wirst du mir vielleicht folgen. Und wir werden endlich die Helden von morgen sein. Wenn wir schon jetzt nicht die Helden sind, die wir immer sein wollten.

Von Hier An Blind

Schließe die Augen. Ich führe dich sanft.

Vergiss das Monster im Schrank. Und auch das unter deinem Bett. Schließe doch einfach nur die Augen und lasse dich führen. Ich führe dich fort. Weg von deinen Ängsten. Von allem, was dir Angst einjagt. Und wenn du dich einmal fürchtest. Keine Angst. Ich nehme dich in den Arm. Du kannst dich schützen. Ich gebe Acht auf dich. Aber schließe die Augen. Vertraue mir. Von hier an bist du blind. Folge mir. Ich bin immer da, wenn du einmal nicht weiter weißt. Und solltest du einmal Gefahr laufen, gegen eine Mauer zu rennen. Ich werde dich früh genug auf die richtige Route zurück bringen. Du fragst mich, wohin es geht? Warum fragst du das? Vertraue mir.