Morgenträne.

Von Zeit zu Zeit, wenn ich gerade erst aufgewacht bin, und so gedankenleer vor mich hinschaue. Da kullert manchmal eine Träne herab. Vollkommen haltlos und ohne Grund. Bahnt sich ihren Weg von meinem Gesicht hinab, bis sie still und leise in den Polster versinkt.

Für mich ist das dann immer so ein kurzer Moment, wo ich einfach nur dieser Träne langsam folge. Dabei musst man nichts sagen, nichts sehen, nichts hören. Auch wenn diese Träne so unschuldig und unbelastet ihren Weg antritt, man spürt sie. Und irgendwie hat man sie auch schon liebgewonnen, kurz bevor sie im Polster verpufft.

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Doch ich bin nicht da.

Spürst du es? Ich fehle dir. Schon den ganzen Tag. Du möchtest dich festhalten an mir, möchtest mich umarmen, mich küssen. Möchtest neben mir einschlafen, und neben mir auch wieder aufwachen. Doch ich bin nicht da. Fühlst du es? Wie schmerzhaft es ist, einen geliebten Menschen so einfach gehen lassen zu müssen. Wie unbefriedigend kurze Anrufe oder Kurznachrichten sind. Du möchtest mich hören, mich riechen, möchtest, dass ich dir sanft in dein Ohr flüstere. Doch ich bin nicht da.

Warum denn auch?