Und weg. [29]

11 Tage. On the run. Ostwärts, fernwärts. südwärts, westwärts, heimwärts. Mit Freunden und Bekannten. Mit Träumen und Gedanken. Mit viel zu wenig Gepäck und viel zu viel Vorfreude. Weil daheim, nichts besser, vieles störend. Abstand tut gut, weg von den Problemen. Flucht in das Schöne. Ich bin dann mal weg hier. Für Tage. Aus Gründen.

Nach all diesen Jahren. [27]

Und manchmal hinterlässt jemand eine Spur. Tausende Andere wanken darüber, verwischen es ein bisschen. Aber der Eindruck bleibt. Die Form deiner Zehen, die Art deines Ganges. Und dann tauchst du wieder auf in meinem Leben, mit derselben Präsenz wie damals. Setzt die Füße wieder in die gleiche Spur, reißt mich mit, ziehst mich fort. Und zeigst mir ein Gefühl, das es bisher nur selten gab. Sorglosigkeit, wenn man miteinander spricht. Eine unglaubliche innere Ruhe, wenn man nebeneinander liegt. Pure Gänsehaut, wenn deine Finger über meinen Körper streichen. Du setzt die Spur fort, und so wie es scheint, habe auch ich meinen Fußabdruck erneuert. Es ist schön so wie es ist. Nach all diesen Jahren.

Foto: Jason Seliskar | Flickr

You and I. [26]

Und mein Kopf ist voll mit dir. Du hast dir mit aller Macht so unglaublich viel Platz hier erkämpft, gehst nicht mehr weg. Bist eine Gedankenklette und noch dazu fühlt es sich gut an. Du hast mein Leben umgedreht, innerhalb von nur wenigen Tagen. Hast mich an die Hand genommen und mir einen neuen Weg gezeigt. Und ich habe versucht, die anfänglichen Steine aus eben diesem zu räumen. Wir haben das gut gemacht, haben uns getraut und nichts bereut. Haben gewagt und finden erst heraus, ob es denn funktioniert. Schreiben uns tagein, tagaus SMS und hören einfach nicht auf, an uns zu denken. Und dann verbringen wir auch wieder wundervolle Zeit damit, bei uns zu sein. Und lassen all die Zweifel außen vor, hören nichts sondern nur uns.

Und jetzt stehe ich vor dir und weiß nicht was ich sagen soll. Vielleicht ist Küssen die bessere Alternative, findest du nicht?

Foto: chie-tam | Flickr

Zu allem bereit. [23]

Und ich frage mich
Frage, was es ist
Was hier bleibt
Frage, wieso wir
Und wieso zu dieser Zeit.

Doch in Gedanken verloren
Hab ich mir geschworen
Nie wieder zu denken
Mich nie wieder zu stören.

Ich verliere
Verliere mich tagein
Tagaus
Höre auf mich zu finden
Gehe nicht mehr
Hinaus.

Fühle es
Wie es brodelt
Wie es nach Atem ringt
Wie es mich hält
Wie es schweigt
Und von Träumen singt.

Doch in Gedanken verloren
Hab ich mir geschworen
Nie wieder zu denken
Mich nie wieder zu stören.

Und du sagst nichts
Sagst mir nicht was du denkst
Schenkst mir Blicke
Die man so
Nur von dir kennt.

Reichst mir die Hand
Dein Leben, dein Herz und die Nacht
Hältst mich fest an jedem
verdammten Tag.

Doch in Gedanken verloren
Hab ich mir geschworen
Nie wieder zu denken
Mich nie wieder zu stören.

Und ich frage dich
Frage, was es ist
Was uns zweit.
Und ich dachte doch,
wir wären zu allem bereit.

Zu allem bereit.

Foto: billaday | flickr

Die wichtigen Dinge im Leben. [21]

Wieso hast du mich einfach so gehen lassen? Wieso hast du mich mich nicht einfach am Arm gepackt, mich zu dir gezogen und mir ins Ohr geflüstert, dass alles gut wird? Wieso hast du mir nie gesagt, dass wir alles schaffen, die Welt erobern? Du und ich? Immer!

Inzwischen weiß ich, wieso du das nie getan hast. Ich habe dich weggeschubst. Wie ein Teller Gemüse, das ich nicht essen wollte. Wie ein T-Shirt, dessen Farbe mir nicht gefällt.

Dabei warst du das Gemüse, dass ich früher immer mochte. Und das T-Shirt, dessen Farbe ich früher nur getragen habe. Mein Ein und Alles.

Ich habe es dich nie spüren lassen, weil mich manchmal einfach so viel gestört hat und du diese Makel ändern solltest. Dabei habe ich nie gemerkt, dass du eigentlich alle Eigenschaften vereinst, die mir so wichtig sind. Damals wichtig waren und heute immer noch wichtig sind. Ich habe nie gemerkt, dass du mich liebst. Dass du alles für mich tust und immer noch tun würdest, aber es mir nicht sagt, weil du eben so bist, wie du bist. Ich habe nie gemerkt, dass du immer hinter mir standest. In schweren, wie in guten Zeiten. Weil du immer bei mir warst, aber mir nie gesagt hast, dass du es bist.

Ich war blind vor Liebe. Und blind vor anderen. Ich wollte immer dich haben, nur ein bisschen anders. Ein bisschen weniger rebellisch, ein bisschen weniger anders. Mit kürzeren Haaren und mit ein bisschen weniger Tattoos. Dabei war ich immer so stolz auf dich. Doch ich konnte es dir nicht sagen. Ich konnte es mir nicht eingestehen, dass du genau das bist, was ein Mädchen braucht. Ein bisschen älter, ein bisschen reifer, ein bisschen mehr Zukunftsperspektive und ein bisschen mehr Liebe für mich.

Irgendwie hat mir das nie gereicht. Nach dir habe ich mich auf die Suche nach dem perfekten Mann gemacht. Der mir genau das gibt, was du mir immer gegeben hast. Und der mir auch noch jeden Tag sagt, wie toll er mich findet. Aber das Leben ist nicht perfekt. Genauso wenig perfekt wie du und ich. Genauso wenig perfekt wie unsere Beziehung.

Aber ich bin es leid, Menschen, wie dich zu suchen. Die mir das geben, was du mir immer gegeben hast. Die mir die Zuflucht und die Geborgenheit geben. Die immer für mich da sind, wenn ich traurig bin, wenn ich kein Selbstbewusstsein mehr habe, wenn ich an mir zweifle und alles nur noch schlecht finde. Wenn ich Wärme und Geborgenheit suche. Wenn ich einfach nur den Alltag brauche.

Das alles fehlt mir. Und ich wollte es mir nie eingestehen. Aber nachdem ich dich verloren habe, wusste ich, was ich wirklich vermisse. Ich wollte es immer verdrängen. Ich habe dich von mir geschoben, weil ich glücklich sein wollte.

Aber im Grunde war ich nie so glücklich, wie mit DIR.

Doch jetzt ist es zu spät. Du hast lange auf mich gewartet, mir war es egal. Im Grunde hast du nur immer darauf gewartet, dass ich endlich so vernünftig werde wie du. Erwachsen. Mit Perspektive. Und die wichtigen Dinge im Leben zu schätzen weiß.

Du hast lange gewartet. Und jetzt hat sie meinen Platz eingenommen. Und ich warte. Bis du die wichtigen Dinge im Leben zu schätzen weißt.

Sandra. Studiert leidenschaftlich faul und wächst jeden Tag an sich selbst. Auf Kaffee ist sie ein hibbeliges Kleinkind, deswegen trinkt sie keinen.

Es scheint, als wäre sie nie offline. Vor allem nicht auf Twitter (@gluecksbeerchen). Schreibt Geschichten nicht, wenn ihr der Sinn danach ist, sondern wenn sich die Geschichte gerade selbst in ihrem Kopf schreibt. Ihren Blog füllt sie daher lieber mit ihrer Lieblingsmusik oder Bildern, die sie bewegen. Zwischendurch gespickt mit einem literarischen Häppchen. Nachzulesen unter sandrasandradee.wordpress.com

Ohne Betreff. [20]

A (Ohne Betreff)
Es wird nicht anders werden. Wir können es nicht verhindern, denkst du nicht? Irgendetwas ist da doch zwischen uns, und dieses Irgendetwas kann man nicht so einfach verleugnen. Oder seh‘ nur ich das so?

B (AW: Ohne Betreff)
Ich weiß es nicht.

A (AW: AW: Ohne Betreff)
Ich doch auch nicht. Aber was sollen wir denn wissen? Was können wir den wissen?

B (AW: AW: AW: Ohne Betreff)
Aber es spricht doch so viel dagegen.

A (AW: AW: AW: AW: Ohne Betreff)
Und so vieles dafür, findest du nicht?

A (AW: AW: AW: AW: AW: Ohne Betreff)
Wir denken zu viel nach. Wir machen es uns doch nur unnötig schwer.

A (AW: AW: AW: AW: AW: AW: Ohne Betreff)
Findest du nicht?

Foto: Jessica Lares | flickr