By The Way

Du wirst es nie verstehen. Und ich werde es nie aufgeben können.

Dieses Schreiben hier. Das „Von-der-Seele-schreiben“. All meine Gedanken. All meine Gefühle. Ich kann sie niemandem richtig sagen. Meinen Freunden nicht. Dir nicht einmal. Und viele Gefühle werden mir manchmal erst bewusst, wenn ich zu schreiben beginne. Es ist so schwer. Mit all den Gefühlen im Bauch. Wir sehen uns nicht. Telefonieren. Und ich kann sie dir einfach nicht sagen. Kann dir nicht sagen, dass du mich verdammt noch mal küssen sollst, zum Abschied. Einen langen, gefühlvollen Kuss. Dass ich es so, wie es ist, nicht mehr lange aushalte. Dass meine Krankheiten, meine Matura, und all das um mich rum schon so sehr an mir zehren, dass nicht auch du mich jedes Mal vor eine solche Aufgabe stellen brauchst. Ich will auf dich auf keinen Fall verzichten. Kann es wahrscheinlich auch nicht. Aber es hilft mir nichts, wenn ich immer und immer wieder versuche, dir zu zeigen, wie sehr ich dich liebe. Und du zeigst nichts. Damit zerstörst du mich, ganz langsam, von innen. Und ich werde schon zerstört. Jetzt ist einmal nur die Matura wichtig. Sie geht vorüber. Bald ist sie vorbei. Ich habe diese Krämpfe, diese Schmerzen. Werde sie mit ärztlicher Behandlung bekämpfen. Aber du. Was soll ich nur mit dir machen. Vielleicht bist du sogar die schwerste Aufgabe. Alles andere geht vorbei. Soll sogar vorbei gehen. Ich bin froh, wenn die Schule und die Krankheiten vorüber sind. Aber dich will ich länger haben. Du weißt schon … nicht besitzen, ich möchte dich bei mir haben. Aber dann gib mir verdammt noch einmal das Gefühl, dass ich geliebt werde. Lasse mich nicht um deine Liebe kämpfen. Und habe doch keine Angst vor unseren Treffen. Wir müssen reden. Ich weiß. Aber ich werde still sein. Ich kann nur schreiben. Meine Gefühle kann ich nur hier schreiben. Ich kann sie nicht sagen. Du weißt das. Also fange du an zu reden. Und sage es mir einfach. Wie viel ich dir bedeute. Ob du mich liebst. Wie das alles mit uns weitergehen soll. Und dann werde ich dir sagen, ob du in meinem Leben, in meinem neuen Leben, nach Matura und nach Bekämpfung der Krankheiten noch einen Platz haben wirst.

Disarm

Na los. Töte mich, verdammt noch mal.

Bringe mich um. Nimm dieses verdammte Messer und steche auf mich ein. Ich habe es verdient. Nimm mir das Leben, wenn ich schon nicht mutig genug bin, es mir selbst zu nehmen. Los, stich mir in mein Herz, damit das schöne Blut aus meinem Körper fließen kann. Manchmal in Strömen, manchmal auch nur ganz langsam. Los. Tu es. Wenn du es nicht tust, bin ich genötigt so weiterzuleben. Nimm dieses riesige Küchenmesser in deine Hand. In deine schöne, weiche Hand. Hebe deinen Arm. Deinen zierlichen kleinen Arm. Und dann sieh auf meinen Körper und versenke dieses Messer in mir. Und noch einmal. Ziehe es heraus. Und steche wieder hinein. Immer und immer wieder. Noch einmal. Ich spüre noch etwas. Nimm mir die letzten Anzeichen von Gefühl von mir. Mache mich leer. Töte mich, bis ich wirklich tot bin. Ich will nicht langsam sterben. Töte mich jetzt. Sofort. Nimm jeden Schmerz, jeden Gedanken, jede Angst von mir weg. Töte mich sanft. Du, mit deinen wunderschönen Augen. Und am besten ist, du schleifst das Messer noch einmal nach. Es ist nicht mehr scharf. Für mich bitte nur das schärfste Messer. Nicht irgendeines. Das Schärfste. Und mit dem musst du auf mich einstechen. Musst mich töten. Musst mich ausschalte. Oder schneide mir doch die Kehle durch. Und kurzer Schnitt, eine kurze Blutfontäne und ich bin tot. Aber ich bitte dich, so lasse mich doch sterben. Wir können es doch wie einen Unfall aussehen lassen. Dich betrifft keine Schuld. Du wärst kein Mörder. Du hättest mir nur geholfen. Geholfen, auszureißen. So bitte ich dich noch einmal, mache es. Komme meiner Bitte nach. Töte mich, wie du es am besten kannst. Denn ich möchte jetzt sterben. Denn jeden Tag, oder jede Begegnung mit dir als einen neuen Tod zu erkennen, und fast verblutend wieder zuhause anzukommen, das tötet mich leider nur viel zu langsam. Und versorgt mich mit so viel Schmerz. Wenn ich in deine Augen sehe und du aber nicht in meine. Wenn du immer von Angst sprichst. Töte mich. Aber vollführe nicht dein Werk zu Ende, so wie du es bereits angefangen hast. Ich möchte sterben. Aber nicht so. Nicht mit so viel Schmerz. Ich möchte nichts mehr fühlen. Und doch, wenn ich weiß, dass ich hier liege, und du über mir kniest, mit dem Messer in der Hand, und ich in deine Augen sehe. Dann weiß ich, wer du bist. Und ich das letzte, was ich in meinem Leben haben werde, sind Schmetterlinge im Bauch. Gedanken im Kopf. Und das Gefühl das man Liebe nennt.

Junimond

Es ist vorbei, bye, bye. Junimond. Es ist vorbei.

Sag mal weinst du? Nein, aber es ist mir wirklich nach Weinen zumute. Jetzt, als ich sehe, dass all die vermeintliche Liebe verflogen ist. Dass sie mich nicht mehr liebt. Dass sie jetzt neben einem meiner besten Freunde sitzt, mit ihm flirtet, die ganze Zeit mit ihm verbringt. Ja, ich hasse ihn. Für all das.

Und sie hasse ich auch. Was fällt ihr ein. Jeder wusste doch, dass wir zwei schon so lange eine Beziehung führen. Und du sitzt jetzt einfach neben ihm, während wir anderen alle gemeinsam einsam auf unseren Bus warten.

Wie du ihn nur ansiehst. Mit diesen Augen. Und jetzt. Jetzt hör ich dein Lachen. Dieses so schöne Lachen. Ich höre es. Und ich hasse nun auch den Bus. Er soll doch endlich kommen. Die Leute blicken mich schon an, und fragen sich sicher, wie ich wohl reagieren würde.

Aber ich werde nichts tun. Was soll ich denn schon tun? Ich. Dieser kleine mickrige Junge. Schüchtern. Und immer im Mittelpunkt stehend. Lustig. Und dann zeitweise wiederum so uncool. Was soll denn ich schon tun. Ich will doch einfach nur, dass dieser blöde Bus kommt. Er uns abholt, und wir endlich wieder zuhause sind. In unserer Herberge.

Ja, ihr habt euren Spaß, nicht nur ihr zwei, auch all die anderen. Ihr habt euren Spaß hier. In dieser uns unbekannten Gegend. Alles ist toll. Doch ich weine leise Tränen, still in mich hinein. Warum denn nur? Warum macht sie das. Warum nur er. Er, der sich mein Freund nennen will. Jetzt sehe ich ihn an, und schon sehe ich all die Dinge, die ich an ihm hasse. Und sie … nein, sie kann ich nicht hassen. Es ist irgendetwas zwischen uns, das uns schon so lange zusammengehalten hat.

Doch es scheint trotzdem vorbei zu sein. Da kommt er. Der Bus. Dieser beschissene Bus, der mich hier einfach unter dieser Regenwolke hat stehen lassen, inmitten all des Sonnenscheins. Hier bist du also. Schnell steige ich ein. Ich setze mich möglichst weit weg. Weg von diesen Menschen. Die eine, die ich immer meine Freundin nannte, und der andere, der sich mein Freund nennen durfte. Vergesst mich. Und ihr alle hier, vergesst mich. Ich bin zu nichts zu gebrauchen. Nicht jetzt. Lasst mich in Ruh. Spricht mich nicht an.

Endlich kommen wir an. Immer und immer wieder habe ich sie ansehen müssen, wie sie nebeneinander sitzen, wie du lachst, wie er lacht. Ich hasse seinen Lacher. Aber dich …

Die Menschen strömen aus dem Bus. Ich bewege mich ganz langsam, nehme meinen Rucksack und steige aus ihm aus. Ich hasse dieses Wetter. Diese Woche. Ich hasse alles. Ich will doch einfach nur alleine sein. Alleine in diesem Zimmer. Ihr wollt alle noch baden gehen, in diesem kleinen Pool unserer Herberge. Ja, habt ihr nur euren Spaß. Ich will ihn nicht haben. Ich habe etwas anderes zu tun.

Und so hole ich mir den Schlüssel, gehe in das dritte Stockwerk, stehe vor der Tür, in der sechs Leute für eine Woche wohnen. Ich sperre auf. Niemand drinnen. Schon klar. Und ich drehe den Radio auf. Lege mich ins Bett.

„Es ist vorbei, bye, bye … Junimond. Es ist vorbei, bye, bye“. Als ich diese Zeilen höre, dieses neue Lied von Echt, ziehe ich mich unter meine Bettdecke zurück, und weine einige wenige Tränen in den Polster. Das Lied läuft sich zu Ende. Und ich möchte am liebsten in Selbstmitleid versinken. Sofern ich es noch nicht bin. Doch es klopft.

Jetzt kommen sie, meine Zimmerkameraden. Mit nassen Haaren, völlig happy. Wo ich denn war, fragen sie mich. Ach, mir ging es nicht so gut, sagte ich ihnen. Auch er lag in meinem Zimmer. Er. Dieser Arsch. Ich rede kein Wort über dieses Thema mit ihm. Mit niemanden. Ich lasse es mir nicht ankennen. Wen interessiert denn das schon?

Du hast mich nie wieder so angesehen, wie du es schon einmal tatest. Es wurde nie wieder das, was es einmal war. Jetzt sehe ich dich auch nicht mehr wieder. All das geschah im Sommer 2000. Im Juni. Schulwoche in einem kleinen Ort. Ich war zwölf, du auch. Wir waren eine so genannte Sandkastenliebe. Lagen schon nebeneinander im Gitterbett. Wuchsen miteinander auf, da du die Nachbarin meiner Oma warst. Wir haben so viel erlebt. Haben eine so lange gemeinsame Vergangenheit. Und du warst meine erste Liebe. Selbst wenn man das schon Liebe nennen kann.

Wir haben uns nie geküsst. Haben nie etwas Beziehungsähnliches gemacht. Schon klar, wir waren zwölf. Und doch waren diese Liebe zu dir, diese Abfuhr und dieser Liebeskummer etwas, das mich mein bisheriges Leben verfolgt hat. Du hast es irgendwie verändert. Ich wäre nicht die Person, die ich heute bin, wärst du nicht gewesen. Wär das nicht gewesen.

Und immer noch, wenn unser Radio den Song „Junimond“ spielt, sing ich noch mit. „Es ist vorbei, bye, bye, Junimond“ … ich liebe dieses Lied. Und scheinbar ist dieses Lied das einzige, was mir aus diesem Jahr geblieben ist. Dich sehe ich kaum mehr, und wenn, dann wissen wir nicht was wir reden sollen. Und er. Er war wahrscheinlich noch nie ein richtiger Freund von mir. Auch ihn habe ich aus dem Blick verloren.

Was mir bleibt ist die Erinnerung. An den Stadtrundgang, an das Schwimmbad. An dieses Warten auf den Bus. Und an den Abschlussabend. Mit den Bomfunk MCs, mit Otto Waalkes und mit dir. Dir und ihm.

Doch … es ist vorbei, bye, bye, Junimond.

The Perfect Drug

Anfangs wünschte ich mir, du wärst perfekt. Würdest alles perfekt machen. Würdest perfekt sein. Nun bin ich dankbar, dass du es nicht bist.

Die erste große Liebe. Ein Erlebnis. Ein Kampf. Zumindest bei mir. Alles, was ich mir vorgestellt habe. Den ersten Kuss, das erste Mal. Alles war wunderschön. Doch es gab auch andere Momente. An denen ich mich fragte, was das alles überhaupt soll.

Als ich dich letzten Sommer plötzlich täglich sah, am See. Als du Teil meines Lebens wurdest. Sozusagen neben mir auf der Liegewiese eingezogen warst, sah ich dich an. Dein perfekter Körper. Deine schönen Haare. Dein wunderschönes Gesicht. Dein Lachen. Wie du mit mir sprachst. Du warst es, die in meinen Träumen herumspukte. Die in meinen Gedanken wild umher sprang. Die mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern konnte, nur wenn ich an dich dachte. Ein Lächeln, wie es ehrlicher nicht sein hätte können. Ja, all das warst du.

Und dann war es soweit. Wir kamen zusammen. Schafften den Sprung in die Beziehung. Vielleicht hätten wir uns wirklich vorher noch etwas mehr kennen lernen sollen. Alles ging so schnell. Plötzlich warst du nicht mehr nur neben mir auf der Liegewiese. Du warst bei mir. Die ersten Tage verbrachten wir nur gemeinsam. Statt unnötig die Gedanken an uns zu verschwenden verbrachten wir einfach so viele Stunden miteinander. Und mehr und mehr verliebte ich mich in dich.

Ich hatte immer eine Vorstellung von einer perfekten Freundin. So viel sprach dafür, dass du jene sein würdest. Perfekt. Unglaublich. Ohne einen einzigen Fehler. Einfach eine Freundin, mit der man sich nie streiten würde. Wo man sich nie fragen würde, wieso das Ganze. Ich dachte, du würdest so eine Freundin sein.

Aber in den ersten sechs Monaten kam es fast monatlich zu größeren Auseinandersetzungen. Wir schienen immer wieder irgendetwas zu finden, was einen Streit wert gewesen wäre. Wir wollten uns ausreden. Wollten unsere Sorgen, unsere Bedenken, unsere Meinung einfach aus uns rauslassen. Das haben wir zumindest am Telefon gesagt. Als wir uns dann wieder sahen, freuten wir uns einfach nur, uns wieder zu sehen. All die Probleme schienen vergessen. Und doch führte das Aufstauen von all den Problemen in den sechs Monaten zu deiner Entscheidung, die Beziehung fürs Erste zu beenden.

Dann wusste ich. Du bist nicht perfekt. Du bist in keinster Weise perfekt. Und dafür danke ich dir. Danke, dass du nicht perfekt bist. Ich bin es doch auch nicht. Es gibt keine perfekte Freundin. Du liebst mich. Das ist die Hauptsache. Du liebst mich, wie mich noch kein Mädchen zuvor geliebt hat. Du schenkst mir Liebe, die mich am Leben hält. Die mir Halt gibt. Unsere Beziehung ist nicht perfekt. Aber warum danke ich dir? Weil ich mich deswegen immer frage: „Wieso das Ganze?“. Und dann denke ich nach. Denke nach. Mache mir so viele Gedanken über dich. Über uns. Und dann weiß ich es. Wegen dir. All das wegen dir. Weil ich dich liebe.

Liebe ist zwar so ein schweres Wort. Aber ich würde alle Energie in diese Beziehung investieren. Weil du nicht perfekt bist. Weil ich nicht perfekt bin. Niemand kann perfekt sein. Wir wollen es auch nicht. Lass uns einfach eine Beziehung führen, in der wir beide glücklich sind.

Weil Es Liebe Ist

Der leuchtende Mond ließ die Zeit nicht vergehen. Wir saßen nur da. Du und ich.

Ich hoffe du kommst. Das waren meine Gedanken vor der Abfahrt. Der Abfahrt zu unserem Chorausflug. Ich hoffe du kommst. Nur wegen dir fahre ich mit. Mit dir möchte ich Zeit verbringen. Du bist es, warum ich überhaupt noch in den Chor gehe. Nur du. Und du kamst. Mit deinem wunderschönen braunen Haar. Mit deinen Augen voll Ehrlichkeit. Mit deinem Lächeln, als du mich erblicktest. Im selben Auto fahren wir. Du sitzt vorne. Ich hinten. Ich sehe dir zu. Lausche deinen Erzählungen. Drei Tage würden wir nun miteinander verbringen. Wir und ein Dutzend anderer Chormitglieder. Meine beste Freundin ist auch dabei. Und du. Überall bist du.

So oft suche ich die Nähe zu dir. Wir sitzen nebeneinander. Reden. Haben Spaß. Du bist bei mir. Ich bin bei dir. Ich fühle mich wohl. Und spüre die Liebe. Auch meine beste Freundin merkt es, wie ich dich ansehe. Spürt, wie sehr ich etwas für dich empfinde. Doch ich rede nicht mit ihr. Ich rede nur mit dir. Wir machen Ausflüge. Sind immer gemeinsam unterwegs. Du lächelst, als ich als einziger im Regen in den Teich springe.

Ich weiß es schon. Du hasst es, dass ich rauche. Doch du kommst mit. Am ersten Abend, als meine beste Freundin und ich eine rauchen gingen. Raus. Eher heimlich. Eigentlich war es ja verboten. Aber mir konnte das ja niemand verbieten. Aber du warst da. Ich fühlte mich unwohl, mit der Zigarette in meiner Hand. Und doch genoss ich auch hier jeden Zug. Denn du warst da. Hast uns nach draußen begleitet.

Am zweiten Tag gingen wir am Nachmittag auf einer Brücke über einem kleinen Bach. Du, ich, meine beste Freundin und eine weitere gute Freundin. Wir reden. Ich rauche wieder eine Zigarette. Du fragst mich, aus welchem Grund ich aufhören würde. Wenn ich eine Freundin hätte, die Nichtraucherin wäre, dann würde ich aufhören, habe ich gesagt. Und habe mich an diesen Satz gebunden. Gesagt ist gesagt. Und es ist auch schon fast versprochen.

Immer und immer war ich bei dir an diesem Abend. Um zehn Uhr abends gingen wir noch einmal nach draußen. Spazierten herum. Es begann zu regnen. Wir stellten uns unter, in dieser Kapelle. Es waren zwei kleine Bänke. Ich hätte mich neben dich sitzen können. Doch ich hatte Angst. Was, wenn all die Gefühle nun doch nicht da waren. Wenn nur ich etwas für dich empfinde. Du aber nichts für mich. Und so saßen wir. Sprachen über alles. Ich erkläre dir mein Leben. Warum ich so bin. Warum ich kiffe. Warum ich rauche. Warum ich Alkohol in überhöhter Dosis an manchen Abenden wirklich schön finde. Warum ich noch nie eine Freundin hatte. Warum ich so bin wie ich bin. Und du erzähltest mir auch aus deinem Leben. Es war etwas so schönes. Wir tauschten uns aus, obwohl wir eigentlich nur zwei von Millionen von Sternen waren. Es war schon dunkel geworden. Uns war das egal. Wir sprachen. Sprachen von uns, unserem Leben. Bis eine Taschenlampe uns ins Gesicht leuchtete. Es war halb 2. Man hat uns schon gesucht. Wir bekamen eine Standpauke. Doch es war uns egal. Dieser Moment. Da, in dieser Kapelle. Er hat uns so viel gegeben. Mir das Gefühl, dass die Gefühle richtig sind. Wir gingen in das Matratzenlager. Alle anderen schliefen schon. Nur nicht meine beste Freundin und die gute Freundin. Wir redeten. Tranken noch schnell einen Kakao. Legten uns ins Bett. Normalerweise lagen wir ja so: meine beste Freundin, ich, meine gute Freundin und du. Doch wir mussten noch so viel reden. Du kamst zu mir. Mit deinem Schlafsack im Gepäck. Wir redeten. Und redeten. Nachdem wir die anderen störten, legten wir uns zu dir rüber. Wir redeten. Lachten. Und fühlten uns einfach nur wohl. Und die ganze Zeit dachte ich mir, ich möchte dich so gern küssen. Und gleichzeitig dachte ich mir, das würde so viel zerstören. Den ganzen Tag. All das schöne. Und so küsste ich dich nicht. Wir schliefen ein. Drei-, viermal wachte ich auf. Und beobachtete dich beim Schlaf. So ist es also, das Gefühl, neben einer Frau einzuschlafen, und neben ihr aufzuwachen.

Dann war der Tag gekommen, um die Heimreise anzutreten. Du saßest nun auch hinten, hinten neben mir. Und zuhause angekommen kam der Zeit des Abschiedes. Ich ging auf dich zu. Wollte dich küssen. Wollte … dich mein ganzes Leben lang in den Arm nehmen. Du kamst zu mir. Umarmtest mich. Es war wunderschön.

Eine Woche später kamen wir zusammen. Sechs Monate waren wir zusammen. Dann kam die Trennung. Ein Monat später beschlossen wir, es wieder zu versuchen. Bauen gerade wieder eine funktionierende Beziehung auf. Ich bin reifer geworden. Im August hatte ich zu rauchen aufgehört, wegen meinem Versprechen, im Dezember fing ich wieder an. Wegen einem Streit. Bis jetzt tat ich es. Nun rauche ich nicht mehr, aus eigener Überzeugung. Ich kiffe nicht mehr. Aus eigener Überzeugung. Und ich habe einen Weg gefunden, dich zu lieben, ohne mich in kompletter Selbstaufgabe zu verlieren.

Aber diese drei Tage, ich werde sie nie vergessen. Du und ich. Wir waren zumindest für diesen Moment in der Kapelle eins.

Führe Mich Sanft

Nimm mich an meiner Hand. Führe mich. Führe mich, wohin du willst. Du hast die Macht über mich. Aber pass auf … ich zerbreche viel zu leicht

Hier hast du mich. Ich gebe mich dir hin. Lege mein Leben dir dar. Lege meinen Körper in deine Hände. Ich bin dein. Mache, was auch immer du mit mir machen willst. Führe mich. Wohin du willst.

Du hast die Macht, mein Leben zu bereichern. Hast die Macht, mein Leben zu gestalten. Niemand anderer darf mich an der Hand nehmen. Du führst mich. Führst mich durch mein eigenes Leben.

Führe mich durch mein Leben. Lass jede einzelne Erinnerung die ich habe, eine Erinnerung mit dir sein. Lass es Frösche regnen, und zeige mir, wie hart die Tränen der Sonne auf einen fallen können. Führe mich durch ein Meer aus weißen Margeriten. Durch eine seichten, kalten Bach. Steh mit mir auf dieser einen Brücke. Führe mich zu einem Spiegel, und zeige mir, wer du bist. Zeige mir, wer ich bin.

Los, so nimm mich doch. Ich kann mich alleine kaum mehr selbst bewegen. Ich weiß doch nicht wohin. Und wohin sollte ich auch gehen, ohne dir. Komm, führe mich. Lebe du mein Leben. Du kannst dir aussuchen, wohin ich gehe. Wie dieser Weg, dieses Leben verläuft. Kalte Hände hast du. Komm ich wärm sie dir.

Wieso ziehst du die Hand weg? Was ist los? Möchtest du mich nicht führen? Was soll ich nur ohne dich? Wohin soll es nur gehen, ohne dir?

Du willst es nicht haben. Willst mein Leben nicht haben. Hast Angst. Angst, vor dieser Macht. Der Macht über mein Leben. Ich bin ein eigenständiger Mensch, erklärst du mir. Nicht du solltest mein Leben führen, sondern ich.

Warum plötzlich das? Ich versteh plötzlich kein Wort mehr aus deinem Mund. Wir sind doch ein Paar. Wir haben doch schon so viel erlebt. Wir wissen, wie sehr wir uns lieben. Warum hast du Angst? Ich lege mein Leben aus reinem Vertrauen in deine Hände.

Du lachst. Nein, nicht Vertrauen. Es ist Abhängigkeit, sagst du mir.

Ja, es scheint als wäre ich von dir abhängig. Du bist wie eine Sucht. Eine Sucht, die keine äußeren Spuren hinterlässt. Wenn ich dich sehe, hänge ich an deinen Augen. Wenn du redest, dann höre ich dir gespannt zu. Wenn du schläfst, sehe ich dir stundenlang zu. Wenn ich schlafe, träume ich von dir. Ja, ich bin abhängig. Nun gut, aber soll ich wirklich loskommen von dir? Es das nicht ein Schritt in Richtung Trennung, wenn ich aufhöre, ständig an dich zu denken. Wenn ich aufhöre, mir zu wünschen, dass du mich durch mein Leben führst.

Du schüttelst den Kopf. Ich weiß, du findest mich verrückt. Verstehst nicht meine Liebe zu dir. Ich verstehe sie schon. Du bist der wunderbarste Mensch, dem ich begegnet bin. Niemand ist so wie du. Du bist einzigartig.

Wenn du die Macht hättest, mein Leben zu bereichern, es zu gestalten, so hättest du auch die Macht, mein Leben zu zerstören, es in die völlig falsche Richtung zu ziehen, erklärst du mir. Du hast Recht. Eine solche Verantwortung könnte wohl niemand übernehmen. So lass uns unser Leben eigenständig weiterleben, schlägst du mir vor, und jeder übernimmt einen bestimmten Teil in diesem Leben. Du bekommst hier, hier in mein Herz, und in meinem Leben bekommst du den schönsten Platz. Du sollst nur immer hier sein. Immer. Der Rest meines Lebens soll mit dir sein.

Aber du hast Recht. Es ist eine Sucht.
Ich muss versuchen,
selbst zu leben.

Secretly

Wir reden über alles. Scheinen unser Leben gegenseitig in und auswendig zu wissen. Aber es gibt ein Geheimnis, welches du nie erfahren wirst.

Wenn wir in der Schule sitzen, wir sehen uns immer wieder an, während der Stunde. Wenn wir etwas sagen, dann warten wir auf die Reaktion des anderen. Lachst du, dann ist das Experiment geglückt. Du lächelst. Es hat funktioniert. Du siehst mich kurz an. Siehst dann wieder nach vorne. Ich sehe dich noch länger an. Viel zu lange.

Die Pause. Endlich hat es geläutet. Wir wandern durch unsere Schule. Frisch renoviert genießen wir vor allem unseren neuen Pausenhof. Sitzen dort draußen, an dieser einen Glaswand. Du legst dich mit deinem Kopf in meinen Schoß. Du siehst zu mir hoch. Mit deinen schönen Augen. Ich sehe zu dir hinunter. Tief hinein in dieses riesige schwarze Loch, das mich in seinen Bann zu ziehen versucht. Ich schließe kurz die Augen. Blicke auf. Das Loch ist weg. Du bist noch da. Du fängst an zu reden. Ich lausche dir. Werfe auch immer mal wieder ein paar Wortfetzen in die Konversation. Aber ich möchte nicht mich reden hören. Ich lausche deinen Worten. Deiner Stimme. Du sprichst. Und ich höre dir zu. Egal was du sagst, ich höre dir zu.

Noch mal eine Pause. Wir sitzen hinten in unserer Klasse. Auf der Couch. Lauschen der Musik aus dem Radio. Dein Duft. Er … ist so gut. Ich versuche ihn in mich aufzusaugen. Setz dich fest, hier in meinem Nasenflügel. Sodass ich immer eine kleinen Portion persönlichen Duft von dir in meiner Nase mittrage. Du bemerkst es gar nicht, wie ich an deinen Haaren rieche. Und während ich dir diese eine Strähne aus dem Gesicht wische, würde ich der gerne durch dein ganzes Haar fahren.

Wenn wir uns in Stille begegnen, wenn wir beide nichts sagen, dann fühle ich mich dir so nah. Und sobald einer von uns zu sprechen beginnt, fühle ich mich so nutzlos. Du bist so … intelligent. So einzigartig. Und ich? Ich sehe dich einfach nur gerne an. Verliere mich in deinen Augen. Genieße deinen Duft.

Ich schwinge mich auf mein Mofa rauf, fast jeden Nachmittag. Fahre zu dir. Liege bei dir im Bett. Wir reden, über so viel. Lauschen der Musik, die aus deinem CD-Player herauskommt. Chilled In The Sun heißt diese CD. Und so fühle ich mich. Mit dir am Strand. Wir beide in einer Hängematte. In Hawaii. Doch du bist noch hier. Hier in Österreich. Du lebst in der Realität. Im Hier und Jetzt.

Und selbst wenn wir uns vor lauter Träumen vor der Realität zu verstecken versuchen, du holst mich immer wieder zurück. Wenn ich dir schon so nahe bin, dass ich deine Lippen berühren konnte, drehst du dich immer weg von mir. Wahrscheinlich weißt du gar nicht, wie gern ich dich küssen würde. Woher sollst du es denn auch wissen. Ich lasse mir ja nichts anmerken. Nur, wenn wir gemeinsam auf diesen kleinen, geheimnisvollen Berg liegen, ich würde so gerne noch näher zu dir rücken. Würde so gerne deine Hand nehmen, und mit dir liegen bleiben, bis unsere Welt zerbricht. Es dunkel ist. Doch irgendwann sagst du, lass uns gehen. Und manchmal nimmst du auch noch andere Freunde mit. Wir sind eigentlich viel zu oft nicht allein.

Spürst du es denn, dass ich dir so nahe sein möchte? So nahe, wie dein Ex-Freund dir war. Du hast mir so viel über ihn erzählt. Bis vor kurzem wart ihr ja noch zusammen. Ich habe dich in einer Beziehung erlebt, habe deinen Erzählungen eifersüchtig gelauscht. Habe die Trennung mitbekommen, habe dich getröstet. Mit so vielem im Hinterstübchen meines Gehirns. Warum willst du mich nur als besten Freund? Warum wollen mich eigentlich alle nur als besten Freund? Kann ich so gut zuhören? Gebe ich so gute Ratschläge in Beziehungsthemen? Ich, gerade ich, der noch nie eine Beziehung hatte.

Ich mag das nicht. Das Gefühl „best friend for everyone“. Ich fühle mich so sinnlos. Meine beste Freundin, du wirst für mich so viel mehr, als „nur“ beste Freundin. Wenn ich dich sehe, lächle ich. Wenn ich mit dir telefoniere, strahle ich. Wenn ich an dich denke, hüpft mein Herz.

Aber ich bin so unehrlich zu dir. Die ganze Zeit lüge ich dich an. Wenn du mich fragst, wie es mir geht? Gut geht es mir, sage ich dann immer. Mir geht es nicht gut, ohne dir. Du fragst mich, ob ich dich hübsch finde. Ich sage ja. Das stimmt nicht. Du bist wunderschön. Du fragst mich, ob ich gerade verliebt bin. Ich verneine. Ich lüge. Ich liebe dich.

Aber du wirst all das nie erfahren. Viel zu sehr versuche ich, unsere Freundschaft nicht aufs Spiel zu setzen. Uns liegt doch beide etwas daran. Vielleicht sind die Gefühle auch auf beiden Seiten. Aber ich traue mich nicht, dich zu fragen. Bin zu schüchtern. Ich verliere so viel Zeit, dich im Geheimen zu lieben. Ich möchte es dir zeigen. Zeigen, dass es mich gibt. Dass ich als „Beziehungspartner“ ebenfalls zur Auswahl stehe. Doch du siehst mich nicht. Ich bin nur dein bester Freund. Mehr willst du nicht.

Und daran zerbreche ich. Verliere mich an der Sehnsucht, mehr von dir zu bekommen. Mehr Liebe, mehr Nähe, mehr Zuneigung. Und unsere Freundschaft zerbricht daran. So, wie sie vielleicht zerbrochen wäre, wenn ich mich nur getraut hätte. Wenn wir es versucht hätten.

Ich widme diesen Text allen Menschen, allen besten Freundinnen, in die ich verliebt war. Und denen ich es nicht gesagt habe. Wenn du dich jetzt nicht angesprochen fühlst, dann weißt du es einfach bis heute noch nicht. Ich widme es auch jenen, denen ich es gesagt habe, und die mich aber als „nur“ als besten Freund wollten. Und auch dir, mit der ich es versucht habe. Aber selbst nie genau wusste, was mir wichtiger ist. Die Liebe oder die Freundschaft. Ich hätte mich schlussendlich für die Liebe entschieden. Jetzt führen wir eine Freundschaft. Immer noch einzigartig. Toll. Und Hauptsache eins: platonisch. Und jetzt kann ich dir vor allem auch mal etwas aus meinem Beziehungsleben erzählen. Danke du, du, die einzige, bei der es auf beiden Seiten Gefühle gab. Und du, fällt dir eines auf? Niemand andere ist in meinem Kreis der allerbesten Freunde geblieben. Außer du. Dass muss wahre Freundschaft sein, meinst du nicht?

Across The Universe

So oft denke ich mir, was wäre wenn. Wenn dieser eine Tag anders verlaufen wäre. Wenn es kein Happy End gegeben hätte. Aber es gab eines. Und doch ist alles anders.

Ich vergoss Tränen, als du mit mir Schluss gemacht hast. So lange Zeit wollte ich dich nicht sehen, nicht hören. Aber dann habe ich mich wieder angerufen. Habe fr dich und mich Mauern eingerissen. Habe es wieder geschafft, mit dir zu reden, ohne daran denken zu müssen, was passiert ist.

Dann war dieser eine Tag. An dem wir es ehrlich versuchten, „nur“ Freunde zu sein. Uns über alles unterhielten. Scherzten. Lachten. Und ich fühlte mich doch einsam. Und erinnert an so viele Erinnerungen an dich. Mit dir. Endlich batest du mich in dein Zimmer. Wir redeten. Lagen nebeneinander im Bett. Du schaltest plötzlich das Licht aus, als ich dir durch dein schönes Haar streiche. Wir bleiben lange so liegen. Unbewusst kommen wir uns immer näher. Und küssen uns. Ein Kuss wie ihn kein Film schöner hätte zeigen können. Typisches Coming-of-Age Movie.

Alles schien wieder perfekt. Wir versprachen uns, beide etwas in diese Beziehung zu stecken. Dir traten Tränen aus den Augen. Aus Erleichterung scheinbar. Aus Angst, denke ich mir. Du wusstest nicht, was die Zukunft bringen würde. Ob es wieder so sein würde.

Ich bin gerade in meinem letzten Schuljahr. Eine Schularbeit jagt die nächste, ein Test den anderen. Ich hatte echt keine Zeit für dich. Leider. Nur vier Mal haben wir uns seitdem gesehen. Meist nur kurz. Nicht zu lange. Du warst auch oft unter Zeitdruck. Und es war so komisch zwischen uns. So anders. So, wie wir es uns geschworen haben, es nie wieder so weit kommen zu lassen.

Wir saßen uns gegenüber, hatten uns nichts zu sagen. Lagen nebeneinander, redeten über jeden Schrott. Der verliebte Blick von dir, dein nachdenklicher Blick, mit diesen wunderschönen Augen. Er fehlt mir. Du weigertest dich oft, mich zu küssen. Verwehrtest mir Zärtlichkeit. Du sagtest, es wäre nicht so einfach, wenn wir uns längere Zeit nicht sehen, dass es einfach so weitergeht. Dass wir uns einfach küssen. Zärtlichkeiten austauschen.

Aber ich denke, dass gehört dazu. Zum Verliebt-Sein. Zum Zusammen-Sein. Früher waren wir eins, zwei Personen verschmolzen zu einer Einheit. Doch jetzt, wenn wir im Bett liegen, sind wir zwei grundverschiedene Menschen. Ich der Typ, der vor allem durchs Schreiben, durch Bloggen meine Gefühle ausdrücken kann. Du, die ihre Gefühle vor allem durch Sprechen von sich gibt. Du erwartest so oft antworten von mir. Aber ich finde nie die richtigen Worte. Bleibe lieber still. Und höre deiner Stimme zu.

Wir sind von dem „Ich liebe dich“ vor dem Beziehungsende wieder zurückgekommen zum „Hab dich lieb“. Beides so … gezwungen. Ich liebe dich. Ich weiß es. Und doch sorgen mich die Zweifel, ob du jetzt wirklich mehr in diese Beziehung steckst.

Ich möchte dich doch nur küssen, damit wir uns näher sind. Damit ich deine Nähe spüre. Doch diese gefühlsvollen Küsse. Es gibt sie nicht mehr. Ich erinnere mich noch an den einen Streit. Wo ich nach Hause gehen wollte. Um drei Uhr früh. Du begannst zu weinen, um Sorge um mich. Dein so schönes Gesicht wurde gefüllt von den Tränen, die die Angst um mich zeigten. Ich fühlte mich so schlecht. Als ich dann ging, dir versprach, mir ein Taxi zu nehmen, ranntest du zu mir, zogst mich zurück. Und küsste mich. Das ist ein Kuss, den ich nie vergessen werde. Deine von den Tränen feuchten Lippen. Wie sie sich an die meinen schmiegten.

Die Zweifel, die mich jetzt plagen, sie sind vielleicht begründet. Ich frage mich, ob du mich liebst. Ob du mich so liebst, wie du es vor dem Beziehungsende getan hast. Und ich habe Angst, dass du mir deine Liebe einfach nicht mehr zeigen kannst. Weil ich dir gezeigt habe, wie ich sein kann. Als ich dich zu hassen versuchte. Dich zu vergessen versuchte. Verdammt, ich liebe dich. Und ich möchte es dir zeigen. Möchte dich küssen. Dich in den Arm nehmen.

Über das, so nah sein, und sich doch so fern von dir fühlen, darüber haben wir gestern gesprochen. Du sprachst mit mir über meine scheinbare Sucht nach Küssen. Du sprachst davon, dass ich mir vielleicht mehr erwartete, als du mir geben möchtest. Aber ich möchte dich doch nur küssen. Wenn wir uns so lange nicht sehen, sehne ich mich nach einem Kuss von dir. Nach Zärtlichkeiten von dir. Ich kenne doch so viele Pärchen, sie sind grundverschieden zu uns. Sie können sich küssen. Und bei ihnen scheint die Liebe in gleichem Maße auf beiden Seiten vorhanden. Ich fühle mich hier irgendwie alleine. Wenn ich um jeden Kuss betteln muss. Wenn ich betteln muss, um dir nah zu sein.

Du hast Recht. Es kann nicht so weitergehen wie es war. Denn deswegen ist sie ja zerbrochen. Unsere Beziehung. Wir müssen einfach versuchen, füreinander da zu sein. Ich habe viel nachgedacht, über Liebe, vor allem auch während ich mein Buch schreibe. Ich wünschte du wärst meine Emily. Die sich meiner Probleme annimmt. Die mich in den Arm nimmt, wenn ich Sorgen habe. Die mir durchs Haar streicht, wenn ich in ihrem Schoß liege, und aus meinem Leben erzähle.

Versuche es einfach, mich wieder etwas zu lieben. Mich so zu lieben, dass du bereit bist, mir Küsse zu schenken. Mir die Liebe zu schenken, die ich verdiene. Denn ich liebe dich. Trotz allem, trotz all der Probleme, die wir seit diesem einen Kuss in Trance haben. Ich liebe dich, über die Grenzen des Universums hinaus. Und wenn du es einfach nicht mehr schaffst, mich zu lieben, sage es mir. Ich werde es dieses eine Mal verstehen.

Winter Sommer

Sehnsucht. Verderben. Angst. Liebe. Und Träume

Ich sehe dich an. Sehe dich an, und spüre die Liebe und Sehnsucht nach dir.
Ich denke an unsere Vergangenheit. Denke an das Verderben der Liebe.
Ich glaube an die Sehnsucht. Und fühle Angst vor dem Verderben.
Ich hoffe so viel. Ich hoffe, und dass die Sehnsucht das Verderben übersteht.
Ich halte es nicht mehr aus, dass mich die Sehnsucht nach Liebe so fesselt.
Ich fürchte mich. Fürchte mich vor der Liebe zum Verderben.
Ich halte mich fest. Hald mich fest an der Angst und der Liebe.
Ich traue ihm nicht. Ihm, dem Verderben der Sehnsucht.
Ich kenne es. Kenne wie schnell Liebe in Angst umschlägt.
Ich liebe sie. Die Sehnsucht der Angst.
Ich verlasse mich auf ihn. Auf das Verderben der Angst.
Ich ängstige mich. Ängstige mich vor der Angst vor der Sehnsucht.

Ich bin nur über eines froh: dass es etwas gibt, das über allem steht.
Ich träume von Sehnsucht.
Ich träume von Verderben.
Ich träume von Liebe.
Ich träume von Angst.