Ich deine Schlaflosigkeit. Du meine Kopfschmerzen.

Und ich will deine Schlaflosigkeit sein und du meine Kopfschmerzen. Wir beide wären so emsig und unbändig, dass wir wohl schnell schon an uns verzweifeln würden. Verzweifeln, oder beginnen mit all diesen neuen Bedingungen und unseren veränderten Umständen zurecht zu kommen.

Du solltest über mich fluchen, mich verfluchen. ‚Du zerstörst mein Leben!‘ sollst du rufen und hilfesuchend um dich blicken und du schwörst dir, dass … wenn du mich jemals in die Hände kriegst. Und ich werde dich bekämpfen. Mit Kopfschmerztabletten, die aufgrund ihrer Dauerhaftigkeit mehr und mehr an Wirkung verlieren und auf stärkeres Zeug umsteige um dich endlich aus meinem Kopf zu kriegen. Vergeblich.

Und wir werden uns verfolgen, uns zermartern, der Hass wird stetig steigen und irgendwann vergessen wir uns. Wir vergessen uns, du deine Schlaflosigkeit, ich meine Kopfschmerzen. Wir erinnern uns nicht mehr an uns und werden verrückt, weil all das hier kaum Anlass zu irgendetwas Anderem bietet.

Und wenn ich von diesem kalten, eisernen und windigen Platz am Bahnsteig aufstehen würde, und entgegen aller Warnungen á la „Vorsicht auf Bahngleis 6: Zug fährt durch“ einfach mal unvorsichtig wäre. Und du dir mit deinem Auto einen unfairen Kampf gegen einen Baum lieferst. Dann wären wir verschwunden und schließlich vereint. Wären vereint, schmerzlos, schlaflos, schwerelos.

Und? Was hältst du von meinem Plan?

Endlich unewig.

Und ich wollte dir noch „Auf Wiedersehen“ nachrufen, doch … es war nur ein Zwinkern, ein Fussel im Auge, ein Versuch die Welt auch nur annähernd zu verstehen und du warst weg. Nicht mal eine Sekunde oder was weiß ich. Du warst ganz einfach weg, verschwunden aus dieser Welt, hängengeblieben nur in Worten, in Bildern, Erinnerungen. In mir.

Ich versuche zu halten, zu verstehen, zu akzeptieren. Versuche stehen zu bleiben, Halt zu suchen, doch die Zeit, sie ruft. Lässt nicht warten, schiebt an, keine Worte der Beruhigung, keine Spur der Ruhe. Alles rotiert und pulsiert und manövriert mich weiter hinein in diesen Moloch aus Welt und ihr und ich und du.

Sie nahmen uns alles, unsere Vergangenheit und das Jetzt. Und natürlich das wohl Schmerzhafteste: Unsere Zukunft. Alles, was wir erträumten, alle Gedanken, die wir wie eine Tonvase am drehenden Teller zu formen versuchten, alles war verschwunden. Aufgesogen von diesen schwammigen Erinnerungen an unsere schwammige Zweisamkeit und der Idee, dass es für immer so bleiben sollte. Für immer und auf ewig.

Ich hasse die Ewigkeit und das langsame Voranschreiten. Von all dem Neuen, auf das sich das Warten wohl kaum lohnen würde. Wir waren vereint in der Unendlichkeit, für immer zu zweit, kein Raum zwischen uns, nur wir. Deine Wärme und meine Achtsamkeit und nur wir und nur das. Nur das und nichts Anderes. Nur das.

Aber die Unendlichkeit ist endlich, die Ewigkeit unewig. Das wir wurde zu einem ich und das wurde anders. Ganz anders als ich es mir jemals vorgestellt habe, es jemals wagte. Du fehlst.

Einseitiges Glück, du.

Es sind manchmal nur die ganz kleinen Dinge, die einen nachdenken lassen, über die Unsinnigkeit mancher Sinnigkeiten. Wenn Überraschungen eintreten und in Momenten des Entzückens daraus resultierend ein leichtes Lächeln sichtbar wird. Aber es bleibt oft nicht lange so. Nicht wirklich.

Glück. Erfolg. Oder was auch immer. Alles in diesem Metier ist sowas von beschissen blauäugig und banal prekär. Denn … ist es euch schon mal aufgefallen? Jedes, jedes verdammte Mal, wenn ein Schauer von Glück oder Erfolg es schafft, eine passende Pointe auf all die vernachlässigungswürdigen, dürftigen vergangenen Tage und Wochen zu basteln, kommt jemand und stößt dieses Schloss um. Dieses Luftschloss, welches zuvor nicht mal annähernd nach Luft aussah.

Ist es wirklich so, dass man mit jedem Glück, mit jedem Erfolg, welcher einem ganz persönlich, alleine widerfährt, irgendjemanden da draußen enttäuscht? Wenn ich so zurückdenke, an Glücksmomente. Ja. Es ist wohl wirklich so.

Aber muss man deshalb darauf verzichten? Muss man deshalb eingeschüchtert sein, sich fragen, ob man das überhaupt verdient hat, und ob das jetzt nun so gut ist, wie es ist? Nein. Man sollte Arschloch sein, und seinen Ego-Trip durchziehen. Ich bin nicht so der Profi darin, egoistisch zu sein. Selbst wenn das nur bedeuten würde, dass ich mein Glück ganz einfach nur genießen würde. Ich schaff‘ das nicht.

Überhaupt fehlt mir irgendwie das Arschloch-Gen. Ich enttäusche Menschen nicht aufgrund tiefliegender Arschlöchigkeit, sondern aus angeborener Unfähigkeit. Unfähigkeit, abzuschätzen. Unfähigkeit, meinen Wünschen, meinen Vorstellungen Gestalt annehmen zu lassen.

Aber nur, weil dieses Glück so furchtbar einseitig ist, und die Enttäuschungen der anderen an mir nagen wie Biber an frischem Holz, will ich darauf nicht verzichten. Wär‘ ja auch verdammt blöd, nicht wahr?

Foto: elward-photography | flickr

Im Gedichtearchiv.

Für eine formspring-Frage habe ich mal wieder mein Gedichtearchiv durchstöbert. Und möchte euch heute mal 5 Gedichte (unter Benutzung drei verschiedener Sprachen) aus den Jahren  2006 bis 2010 unter die Nase reiben.

2006 – About a girl – 2007 – It’s all over now, Baby Blue – 2008 – En retard, To love someone – 2009 – Heut‘ Nacht – 2010 – Synchron schweigen

About a girl
30.09.2006

I don’t know, what I shall say about my girl.

She is the most wonderful girl in the whole world.
She brightens every minute, only when I think of her.
She makes me laughing, laughing in a real way.
She makes me thinking, about life, love and destiny.
She makes me feel nervous, when we kiss us.
She makes me happy, when we are lying side by side.
She makes my life better and better, and now, it’s nearly perfect

That’s all what I can say about my girl.
when I look at my last 2 months,
I can’t believe, how this could happen to me.

I’m so lucky, because I’m able to love her in a way,
I haven’t loved anyone before.

It’s all over now, Baby Blue
24.05.2007

Es ist vorbei
Und doch:

Wenn ich nur deine Stimme höre
spüre ich all die Gefühle, die ich je für dich empfand

Wenn ich nur dein Gesicht sehe
erinnere mich an all die Momente, die wir teilen

Wenn ich nur dein Lachen höre
schießen mir die Gedanken zurück in den Kopf

Wenn ich nur dein Bild in meiner Geldbörse finde
beginne ich zu lächeln

Niemals sollst du gehen
aber ich halte es einfach nicht aus
Wenn du doch
eine so wichtige Rolle
in meinem Leben
spielst.

Verschwinde. Und nimm mich in den Arm.
Laufe davon. Und küsse mich.
Schrei mich an. Und nimm meine Hand.

Verschwindet, ihr Gefühle
verschwindet, ihr Gedanken
verschwinde, Liebe.

Verschwinde

En retard
13.10.2008

C’est en retard, mon chérie. En retard
Ma vie, c’est indescriptible.
Mes rêves, ce sont grandes. Mais.
C’est en retard, mon chérie. En retard.

Je voudrais être mort, mon chérie. Être mort.
Parce que la fin est proche.
Et toi, tu as détruit ma vie.
Je voudrais être mort, mon chérie. Être mort.

J’ai aimé le son de ton timbre, mon chérie. Le son.
Je voudrais t’écouter tout le temps.
Je voudrais parler avec toi, mais. C’est impossible.
J’ai aimé le son de ton timbre, mon chérie. Le son.

Mais.
Mais.
C’est en retard, mon chérie. En retard.
Être mort, mon chérie.

Être mort.

To love someone
27.10.2008

If you want to love someone
You always have to love
You first.

Maybe that’s the most
Difficult thing.
Isn’t it?

Heut‘ Nacht
20.04.2009

Lass‘ mich
Dich spüren
Dich verführen
Jeden Abend.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ mich
Atmen, lass mich
Warten
Für immer.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ mich
Hoffen, lass mich
Lächeln.
Nur kurz.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ mich
Flehen, lass mich
Gehen.
Auf ewig.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ uns
Zeit. Für immer.
Für die Ewigkeit.
Lass‘ uns
Stehen. Irgendwo.
In der Unendlichkeit.

Lass‘ es
Sein
Nur den Schein.
Bewahre.
Heut‘ Nacht.

Synchron schweigen
14.01.2010

Ich will dir nichts erzählen
Nicht von Liebe.
Von der Ewigkeit.
Von heute.
Nicht mal ich könnt’ mir jetzt glauben.

Ich will dir nichts erzählen
Von Gedanken.
Die hier schwirren. Wie Schmetterlinge.
Schon seit Tagen.
Nicht erst jetzt.

Ich will dir nichts erzählen
Von dem Kribbeln und.
Und dem Warten.
Dem Hoffen.
Und der Nacht.

Ich will der nichts erzählen
Will nur hören.
Will nur fühlen.
Will nur schweigen.
Mit dir. Heut Nacht.

Foto: Wonderlane | flickr

Lieb‘ mich frei.

Lieb‘. Lieb‘ mich frei. Frei von all den gewohnten Konventionen. Von all den besserwisserischen Fehlakkorden. Lass uns spüren, wie es ist, so furchtbar anders zu sein. Lass unsere Gefühle uns leiten, hinein in die Freiheit. Keine Sucht nach Eifer, keinen Neid nach Liebe. Kein Kuss unter Zwang und kein Sex als Versöhnung.

Wir wären so furchtbar anders, viel zu ungewohnt, für all die andern. Sie würden wanken und nicht wissen, sich fragen, ob das Liebe ist. Weil es ohne all dem abläuft, ohne Dramen und dem Drang, dem unbändigen Wunsch nach irritierender Perfektion.  Wir würden vor uns hin lieben, in uns hinein lieben, aus uns heraus. Und. Es würde genügen

Frei von all den Ratschlägen, die die Wannabes in ihre Bücher schreiben. Über die Liebe, die für die meisten nur ein Nichts ist. Für uns wäre es anders, es wäre Etwas. Unser Etwas, an seiner Einzigartigkeit kaum zu überbieten. Ein Hauch von der Zweisamkeit, die so wenig verspüren. Ein Tropfen heißer Stein auf all ihren Häuptern.

Wir würden leben können, ohne uns. Wir würden atmen können, wären frei, wenn du einmal nicht da bist oder ich. Und wären damit so unpassend anders als all unsere Freunde, die nicht von sich lassen können. Und dabei mehr und mehr von sich und von ihrem „wir“ zerstören. Und drauf einschlagen, bis von all dem nur mehr ein Häufchen Elend übrig bleibt und wir wären immer noch hier.

Wären erst am Anfang der Geschichte und würden uns keine Gedanken machen über den Punkt am Ende, über die Pointe zum Schluss. Würden hineinstolpern in all unsere Leben, würden lächelnd vorbeiziehen und uns in den Armen liegen. Würden warten, liegen, Sterne schaun‘. Wären hier und wären jetzt. Nur wir. Vollkommen frei.

Kommst du mit?

Foto: *_Abhi_* | fllickr

Von schlechten Enden. (Die Trilogie)

Von schlechten Enden (Teil 1)

Schon mal von einem halbwegs guten Film in den letzten 10 Minuten maßlos enttäuscht worden? So sehr, dass man im Nachhinein beinahe den ganzen Film irgendwie total verflucht und den Drehbuchautor verdammen und den Continuity-Aufpasser eine Ohrfeige geben möchte? Weil das Ende nichts mit Kontinuität zu tun hat, sondern aber sowas von gar nicht hierher passt und dem Film alles (ja, ich sage: ALLES) nimmt. So geschehen bei Remember Me. (>)

Aber die Leute stehen drauf. Man mag es sehen, wie man will. Mir ist aber immer noch ein Coming-of-Age-Geniestreich wie Garden State, der so wunderbar unvorhersehbar vorhersehbar ist, lieber. Oder diese sogenannten Mindfuck-Filmchen wie das Masterpiece Die üblichen Verdächigen (da fuckt man mir 10 Minuten vor Schluss meine Mind, und dann 5 Minuten vorher noch einmal). Aber nicht so ein aufgesetztes Tragikface, dass dem Film den gesamten Charme stiehlt. (Und ja. Ich kann mich ernsthaft über so etwas ärgern.)

Von schlechten Enden (Teil 2)

Ich glaube ja, das bin nur ich. Nur ich bin so, dass ich mit der fortschreitenden Entwicklung meines Ichs unfähiger werde, Dinge zu beenden. Gefühle zum Beispiel. Oder maßlos uninteressanter Konversationen. Oder im Sand verlaufene Gehversuche. Oder zerstörte Freundschaften. Oder auch Bekanntschaften, die wir stets wie Freunde aussehen lassen.

Freunde haben Freunde und wenn Freunde Freunde mitnehmen, werden sie zwangsläufig zu besseren Bekannten, manchmal auch wiederum zu Freunden. Aber nicht, weil man für sie <pathos>sterben würde</pathos>, nein. Nur, weil man sie ungefähr genauso oft sieht, wie man eben Freunde nunmal sieht. Und trotzdem spürt man innen drinnen dieses unabdingbare Ding namens Abneigung. Ist das hart? Freund zu spielen? So lange, bis man sich aus dem Weg geht? Bis man sich aus den Augen verliert?

Und was, wenn es sich wirklich um einen Freund, einen sehr wichtigen Freund, gehandelt hat? Und wenn da nichts mehr ist, wo früher übermäßig viel war. Wo man kaum noch Anhaltspunkte an die gemeinsame Zeit findet? Was, wenn man da nicht einfach sagen kann: ‚Hey! Du! Weißt du, du hast dich so verdammt in die falsche Richtung verändert, dass du mir schön langsam aber sowas von am Arsch vorbeigehst.‘ Warum geht das nicht? Ist es die Hoffnung auf Wiederauferstehung?

Von schlechten Enden (Teil 3)

Und was? Was auch immer. Einen Abschluss, einen Punkt, ein so verdammtes, zerstörendes und verstörendes Ende zu sehen, ist manchmal echt nicht leicht. Oder ist es das überhaupt irgendwann einmal. Aber kann ein Ende wirklich so verdammt lange dauern? Oder klammert man sich ganz einfach irgendwo daran fest, selbst wenn tausende neue Anfänge dir anbieten, dich festzuhalten und zu tragen und zu helfen. Und du Idiot lehnt ständig dankend ab. Ist es das?

Du verstörst mit deinen Worten, mit deinen Taten, deinem Ich. Du. Ziehst große Kreise, atmest tief ein und erkennst immer und immer mal wieder wie dumm doch all das hier anmuten muss. Aus purer Dummheit heraus. Was auch immer.

Fotos: (2) alicepopkorn und (3) Scarleth White

Gänseblümchen.

„Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.“

Die Wiese sieht wundervoll grün aus, jetzt, wo sie den womöglich letzten Schnee für die kommenden acht Monate in sich aufgesogen hat und nun genüsslich in der Frühlingssonne chillt. Und ich darauf mit meinem Buddhatuch, das als letzte große Erinnerung an das Festival far, far away übrig geblieben ist.

„Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.“

Ich bin nicht der Typ für Frühlingsgefühle, wisst ihr. Einerseits aus reiner Erfahrung, andererseits aus der daraus resultierenden Enttäuschung. Und weil wenn, ich ja sowieso diese Gefühle das ganze Jahr über verspüren möchte. Aber vor allem sind es andere Verpflichtungen, die mich nicht ruhen lassen, Dinge, die den Schlafrhythmus fahrlässig einschränken wollen. Und den Kopf overloaden. Also. Frühling. Komm‘ schon.

„Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.“

Komm‘ schon. Zeig‘ mir deine Pärchen. Jene, die vielleicht gerade erst die große Schmetterlingszeit durchmachen, die lächelnd und händchenhaltend herumschwirren. Oder jene, die aufgrund des schönen Wetters ihre Liebe wieder entdeckt haben, die sehen auch lustig aus. Man könnte neidisch werden, findet ihr nicht. Das wievielte Gänseblümchen ist das hier eigentlich?

„Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich nicht.“

Und The Shins stolpern hastig via iPod durch meinen Kopf und geben den Wolken die passenden Formen und ich streiche langsam über das junge Gras, rieche den Frühling (mhm, den kann man ernsthaft riechen!) und frage mich immer und immer wieder, was mit mir los ist. Nicht erst jetzt. Schon seit Tagen. Ohne mir je eine Antwort geben zu können.

„Sie liebt mich nicht. Ich liebe sie nicht. Ich liebe mich nicht.“

Looking forward. Die Tage. Ruhe. Ich. Ich. Ich. Ich. Nur ich. Nichts Anderes hier, das mich weiter kaputt machen könnte. Nur ich, der sich vielleicht mal wieder seinen Problemen stellen sollte. Der wieder einmal back to the roots kommen sollte. Um vielleicht irgendwann wieder lieben zu können. Und nicht in der Theorie stecken zu bleiben, weil der Gedanke an die Praxis Angst erzeugt. Verletzbarkeit. Fehler.

„Liebe? Liebe? Liebe! WTF!“

Foto: Peter Heilmann | flickr

150 Seiten.

Part 1 – Der Abschied von Hannah

Noah kommt ein letztes Mal zu Hannah, und diesmal, um ihr endgültig Lebewohl sagen. Ein schneller Einstieg, ein jähes Ende. Und eine kleine Erkenntnis, warum Noah im Nachhinein so sein wird, wie er ist. – 5 Seiten

Part 2 – Zufälle

Zwei Jahre später. Schon bei seiner ersten Fahrt nach Wien lernt er sie kennen, zufällig. Man kommt ins Gespräch und verliert sich viel zu schnell wieder aus den Augen. Nur um sich … in einem weiteren Zufall ein weiteres Mal zu begegnen. Emily. Anfangs noch diese Gespräche, die jeder bei ersten außergewöhnlichen Begegnungen kennt. Ein knappes Herantasten. Und schließlich immer tiefer greifende Gespräche, bis man zu dem Entschluss kommt, die entstandene Beziehung auf diese Treffen im Zug zu beschränken. – 30 Seiten

Part 3 – Und mehr

Man trifft sich wieder. Immer und immer wieder. Spricht über alles Mögliche, schüttet sein Herz aus und wartet ab. Irgendwann einmal kommt die Frage, was das hier überhaupt ist. Man spricht über Gefühle und über diese verzwickte Situation, in der man sich eben befindet, weil man sich darin befinden wollte. Das Wort Liebe fällt. Und man versucht es. Versucht eine Liebesbeziehung im Zug zu durchleben. – 25 Seiten

Part 4 – So what?

Irgendwann erkannt man, dass die Liebe so nicht so einfach ist. Und das man trotz all dieser ausartenden Gespräche noch viel zu wenig vom Gegenüber weiß. Man fragt sich aus, erweitert etwas den Horizont. Immer mehr Facetten der beiden werden erklärt. Man findet wieder näher zu sich und entdeckt trotz allem auch den Streit als einen Teil einer Liebesbeziehung. Man wünscht sich teilweise mehr Abstand, und fragt, ob das alles gut für sie sei. – 25 Seiten

Part 5 – Jealous love

Mit einigen Unterbrechungen sieht man sich trotzdem immer wieder. Die Gespräche werden mehr und mehr privater, und doch keimt immer mehr der Gedanke auf, dass beide etwas verschweigen. Man macht sich Sorgen, Gedanken, entwickelt ungute Gefühle. Was, wenn all das nur eine dumme Idee war? – 15 Seiten

Part 6 – Nicht echt, oder?

Emily rückt mit einem Geheimnis raus. Ein Kuss, der scheinbar ohne Gefühle passierte. Und doch das ganze Gerüst ins Wanken geraten lässt. Noah ist gekränkt, und plötzlich scheint nichts mehr zu sein, wie es war. Die zuvor so ungewöhnlich einfache Nähe und Zuneigung kämpft nun gegen Unmut und Gedankenwirrwarr an. Weitere Gespräche, schier endlos. Bis man zum Einverständnis kommt, sich mal eine Zeit lang nicht zu sehen um sich vielleicht irgendwann einmal auch außerhalb des Zuges zu treffen. – 20 Seiten

Part 7 – Warten

Keine Treffen mehr. Noah kommt allein zu Wort, und auch Emily. Aber schön langsam kehr die Sehnsucht wieder zurück, der Wunsch nach Nähe und manchmal auch die Einsamkeit.  – 10 Seiten

Part 8 – Wiedersehen

Im letzten Part des Buches kommt es schließlich zum Wiedersehen. Anders als gedacht, anders als erwartet. Der Rest ist Überraschung. – 20 Seiten

150 Seiten. Gut, dass ich mir mal diesen Plan aufgeschrieben habe. Vielleicht geht’s jetzt ja mit dem Schreiben etwas leichter. Mal sehen.

Wunschliste ungeschriebener Bücher

Nachdem ich euch letztens gezeigt habe, was von mir gerade parallel gelesen wird (ich kann das … und bin dann innerhalb von 1 Woche mit 3 Büchern fertig!), kommt hier jetzt noch eine Wunschliste. Von Bloggern und mir manchmal auf den verschiedensten Wegen sehr verbundene Menschen, von denen ich mir ein Buch wünsche.

Hannah ist meine Brieffreundin. Vielleicht wisst ihr das noch. Ich habe in den letzten Monaten kaum Zeit gefunden, ihr zu schreiben, und jetzt hat sie die Initiative ergriffen und mir einen 24 Seiten (!) umfassenden Brief geschrieben, den ich heute in meinem Postkasten gefunden habe. Und gerade lese ich mich durch all ihre Erlebnisse, Erzählungen. Fühle mit ihr, fühle mich berührt. Und das ist doch bitte genau das, oder?

Und wenn sie sich wirklich irgendwann einmal dazu entschließen möchte, ein Buch zu schreiben, dann würde es mich nicht stören, wenn ein Kapitel nur mit genau diesen Worten gefüllt sind, wie hier in einem ihrer letzten Blogeinträge. Und was mir bei ihr besonders gefällt: Diese pure Mischung aus Humor und Leben. Das fällt mir nämlich manchmal sehr schwer, diese beiden Dinge in intimen Momenten zu verbinden.

Hier haben wir die Sarah. Die steht im engsten Kreis um mich, zählt zu den wichtigsten Freunden. Kurz zu unserer Freundschaft: Wir reden beide sehr viel, und das ist lustig. Denn hat sie einmal sehr viel zu sagen, höre ich zu und sage nur mal ein „Cool!“ oder eine „Mhm.“. Und umgekehrt. Wir wechseln uns da glaube ich perfekt ab.

Nun ja. Wie ich weiß, (und vielleicht verrate ich hiermit ein Geheimnis, obwohl ich ja nicht vorhabe viel zu sagen) schreibt Sarah schon an etwas. Kein Roman. Eine Erlebnisgeschichte. Vielleicht werde ich ja schon bald ein paar Zeilen lesen können. Aber was ich mir außerdem wirklich wünsche, ist ein Roman.

Diese Sarah ist nämlich eine wunderbar einfühlsame, sensible, empathie-fähige (und vor allem: außergewöhnliche) junge Frau. Und deshalb würde ich gerne einmal eine Geschichte, eine lange Geschichte von ihr lesen. Hehe.

Hier kommt Franzi. Ich lese ihre Blogeinträge schon seit ich so klein war. Nein. Schon auf ihrem alten Blog las ich brav mit, manchmal nur via Feed, manchmal stöberte ich mich durch die Vergangenheit. Und warum ich jetzt auf sie komme? Weil ich immer mal wieder an einen außergewöhnlichen Text von ihr denken muss, veröffentlicht auf dem ehemaligen Blog. „Bumm. Aus. Fertig. Und was nie war wird auch nie so sein.“ hieß er. Und soweit ich mich jetzt noch erinnern kann, war er voll mit Wut, mit Leben, mit Liebe, mit Trauer. Ein bombastisches Feuerwerk des Wortjongleurismus.

Und auch wenn ich jetzt nur mehr selten solche Einträge bei ihr lese, würde ich mich außerordentlich darüber freuen, wenn sie sich mal dazu entscheiden sollte, einen Roman zu schreiben. Die Fantasie, die Wortgewandtheit, den Humor hat sie dazu. Das kann ja nur was  werden.

Und dann wär‘ da noch Mara. Sie war oder ist immer noch Redakteurin bei NEON, einem meiner ehemals heißgeliebten Magazine. Durch die NEON.de Seite bin ich dann schließlich auf ihre, privat geschriebenen, Texte gestoßen, habe sie dann auch weiter auf ihrem Blog verfolgt.

Und wer nur einmal dort reinliest, wird wissen, warum ich mir auch von ihr einen Roman wünsche. Weil alle ihre Geschichten schon so unglaublich romanesk (?!) zu lesen sind, so wunderbar. So traurig. So. Großartig einfach. Auch das wär also ein sofort gekauftes Büchlein, welches ich mir mit Freude ins Regal (und zuvor aufs Nachtkästchen) stellen würde.

Das hier ist Roman Held. Oder so. Bekanntlich der erste Blog, den ich gelesen habe (und das auch noch regelmäßig). Und ich lese ihn noch immer, und er ist eindeutig einer der besten, mir bekannten Blogs. Weil … ach, einfach so nur.

Er jongliert mit den Worten, dass es bei mir manchmal ein außergewöhnliches Entzücken auslöst. Ein anderes Mal ein heftiges Schmunzeln. Oder Nachdenken. Schweres, hartes Nachdenken. Und wenn es denn wirklich stimmen sollte, kann man von ihm ein Buch erwarten. Ob das jetzt nun eine Sammlung seiner besten Texte ist, oder ein Roman … ich weiß es im Moment nicht. Aber ich kann schon jetzt sagen, dass ich es mir mit Freude kaufen und mit überschwänglicher Zufriedenheit lesen werde.

Und last, but (WTF?!) Looka. Seine Texte lese ich nun auch schon seit mehreren Jahren. 2006 oder 07 war der Startschuss. Damals noch mit 2 Welten auf einem Blog. Jetzt getrennt. Und auch er ist ein Mensch, der großartig schreibt, sodass man mitfühlt, sich als Statist in der Geschichte fühlt, drüber nachdenkt. Er berührt. Sehr, sehr oft.

Ich habe ihn auch persönlich kennengelernt. Das war … Frühling 07, soweit ich weiß. Auf einem BarCamp in Wien. Ein cooler Typ, sag‘ ich euch. Also, ich meine … lustig, unterhaltsam, ein Fachmann auf seinen vielen Gebieten und noch dazu kann man mit ihm schöne, wichtige, persönliche Gespräche führen.

Deshalb (also weil: toller Mensch, großartige Worte und umgekehrt) möchte ich gerne mal ein Buch von ihm in der Hand halten. Und durchblättern und lesen und … hach. Freuen.

Puh. Glück gehabt. Beinahe hätte ich Mia vergessen. Wer über das wohl größte Aufkommen von rosa Farbe auf einem Blog hinwegsieht, findet tolle Erzählungen, Geschichten, mal lustig, mal wieder so richtig berührend. Mia scheint auch ein solch genialer Mensch zu sein, der perfekt zwischen nachdenklich und lustig herumswitcht. Sind wir das nicht alle? Aber sie hat das wohl perfektioniert. Ihre Livestreams mit und ohne Herrn Wunderbar sind höchste Schmunzelgefahr, ihre Texte stirnfaltengenerierend.

Deshalb wünsche ich mir (und es kann auch einen grellpinken Einband haben; nur eben nicht so Feuchtgebiete-Rosa) einen Roman auch von ihr. Mit Robbie Williams – Anekdoten, und vielleicht wirds ja auch ein Krimi, der um eine Sammlung von Heiligenbildern handelt. Ich weiß es nicht. Aber ich wünsche es mir ganz einfach mal.

Das wars, Leute. Diese Leute sind mir jetzt mal so auf die Schnelle eingefallen. Es würde mich interessieren, was ihr (ihr Angesprochenen) davon hält, und euch „normale“ Leser möchte ich fragen: Von welchem Blogger (p.c.: und welcher Bloggerin) möchtet ihr gerne Mal einen Roman lesen? Wem traut ihr das zu? Kommentare erwünscht.

Und jetzt? Eine Zigarette, the rest of the work I should have done more than half an hour ago, und natürlich Hannahs Brief. Später einkaufen, dann Pyjama-Party, dann Spaß, dann Ernüchterung, dann Ins-Bett-Fallen und morgen Kater. Perfekt. Alles durchgeplant.

Endless Endings.

„Und ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll.“

Und das nach ellenlangen Erklärungen, warum die Beziehung schon vor Wochen, oder gar Monaten tot ist oder zumindest in einem komatösen Schlaf, oder beinahe so wie der Zustand zwischen dem Schlucken der Überdosis Schlafpillen und dem Nicht-mehr-Aufwachen sei.

‚Schluss machen. Die Sache beenden. Das Buch schließen. Die Postkarte abschicken. Das wars. Lass‘ es sein. Es hat, wie du ja schon ausführlich erklärt hast, keinen Sinn mehr. Jetzt tust du nur noch dir und deinem Partner, aber vor allem dir weh. Du kannst dir vieles einreden, kannst so tun, als wäre alles pipifein, nur um irgendwann mit einer außergewöhnlich stärkeren Wucht zu kapieren, dass es eben doch nicht so ist.‘

„Hm. Ich weiß auch nicht. Probier‘ es weiter. Vielleicht wird’s ja wieder.“

Und das passiert meistens, wenn man schon seit Jahren sein Bett an manchen Abenden mit dieser einen Person teilt. Wenn man vielleicht sogar schon auf Hochzeiten von Verwandten mit ihr war. Wenn man eigentlich vor allem nur mehr mit ihr in Verbindung gebracht wird. Aus euch zweien eine (vollkommen unpassende und durch und durch verschrobene, autonome) Zweisamkeit geworden ist. Dann will man nicht die Wahrheit hören. Dann will man sie zuallererst selbst einmal erfahren. Will selbst erkennen, dass es keinen Sinn macht (aber sowas von keinen) sich noch einmal in die Sache zu stürzen. Auch wenn alle Freunde es schon Wochen, Monate vorher bemerkten. Manchmal dauert es länger, aber irgendwann kapiert man es und dann wagt man sich auch über den mutigen Schritt, die Verbindung zu kappen.

Und wahrscheinlich liegt es auch an der Angst. Der Angst vor dem Zurück. Vor dem Aufwachen, vollkommen alleine, vor dem Darauf-angesprochen-Werden, vor dem fehlenden Sex. Und da ist man mal einfach zu feig, auf all das zu verzichten. Nimmt dafür das Weiterleben einer kaputten Beziehung in Kauf. Und widerspricht somit all meinen Grundsätzen meiner Theorie des perfekten Moments. Ab einer gewissen Zeitspanne fällt sie aber vielleicht sowieso automatisch flach. Ich weiß es nicht.

Jedenfalls tut diese  mutlose Überbrückung kurzzeitiger Endzeitstimmung niemanden gut. Und man kann sich sicher sein. Irgendwann kommt es zum Showdown. Zum brachial-komischen und in der Magengegend schmerzenden Showdown. Und ja. Dann macht man eindeutig mehr kaputt, als man es eigentlich wollte. Aber hey.