Und weißt du.

Manchmal, da suche ich so einen gewissen besonderen Ort. Einen Ort, den nur ich kenne. Und du. Wo wir hingehen könnten, ich mit dir an meiner Hand, durch die Nacht, alleine. Gemeinsam.

Und dann würden wir uns dort hinsetzen, unsere Jacken würden wir hinlegen, zwischen dem Boden und uns, damit wir nicht frieren, in dieser Nacht, mit all den Sternen und dem Mond, der irgendwo hinter dem Baum zu verschwinden versucht.

Und ich hätte deine Hand bis jetzt noch nicht losgelassen und begonnen, deine Augen zu suchen. Um dir mit geringer Berührung unendlich nahe zu sein. Du würdest mich ansehen und wir würden lächeln. Bis ich auf die Stille zu warten beginnen würde.

Und dann würde ich es dir sagen. Was ich fühle. Was du für mich bist. Warum du. Und wer ich denn überhaupt bin. Ich würde all das sagen, was mir seit Tagen und Wochen, ja, nun schon seit Monaten herumschwirrt. Was ich nicht zu sagen wagte, weil es nicht der richtige Ort war.

Was ich nicht zu sagen wagte, weil wir nicht allein waren. Weil ich es dir persönlich sagen möchte. Am Liebsten würde ich dir ja eine Mail schreiben, eine lange SMS oder gar einen Brief. In dieser Form kann ich mit Worten am Besten umgehen. Aber nein. Ich würde es dir persönlich sagen. Um die volle Bombastität der Reaktion abzubekommen.

Und weißt du. Manchmal. Ja. Manchmal ärgere ich mich darüber den Großteil meines Lebens im Konjunktiv 2 zu erleben.

Foto: maic2010 | flickr

Und wenn.

Und wenn ich erzähle, dass es manchmal Momente gibt, an denen ich einfach nur gerne alleine bin. Jeden sozialen Kontakt scheue, selbst wenn Freunde mich irgendwohin einladen möchten. Wenn ich von der gewollten Einsamkeit schwärme und mich in mein Bett kuscheln möchte, mit einem Buch und melancholische Musik immer und immer wieder in meiner Playlist auftaucht.

Und wenn ich auf  irgendeiner Party bin. Und sie so scheiße oder so großartig wie auch immer ist. Und ich davon plaudere, wie banal es ist, hier unter allen Menschen einsam zu sein. Unter Menschen, die mich lieben und die ich liebe. Und ich nervös an meiner Flasche Bier nippe und mich nach der nächsten und übernächsten Zigarette sehne.

Und wenn ich sage, dass es gut so ist. Dass ich mit meinem Leben zufrieden bin und alles so wunderbar passt und ich die Idiotie des Alltags lieben gelernt habe, und mich gerade niemand auch nur irgendwie aufhalten wird können. Und dass ich am Puls der Zeit, der Hauptschlagader des Lebens, dem Pumpwerk des Ichs angelangt bin. Und wenn ich sage, dass ich es schön finde.

Dann fehlst nur du. Du. Mit jedem einzigen Wort. Mit jedem deiner Worte, mit jedem einzelnen Lächeln, deinen Gedanken, unseren Gesprächen. Du fehlst mit jeder Faser deines Körpers. Du fehlst in deinen Berührungen. Und all deinen Fehlern.

Und wenn ich sage, dass es gut so ist. Dann. Dann glaub‘ mir einfach nicht, okay?

Foto: Erin Purcell | flickr

And the rain.

Und der Regen. Wie er nun schon seit Tagen hier herunter träufelt und die vor Kurzem im Zuge eines Wahnes frisch geputzten Fenster unnötig befeuchtet. Du gehst mir nicht aus dem Kopf, weißt du. Und du bist nicht alleine dort. Ich höre nicht auf zu denken, und denke so unglaublich verdammt viel.

Und manchmal stelle ich mir auch immer wieder vor, was passieren, wird, wenn wir uns das nächste Mal sehen würden. Was ich dabei anziehen würde, ob ich mir vorher noch Zigaretten kaufen würde, und ob ich noch irgendetwas mit meinen Haaren machen würde. Ich weiß es bis heute nicht.

Und natürlich überlege ich auch, was ich zu dir sagen würde. Meine Zunge stolpert über die perfekten Worte für genau diesen Moment, doch ich verliere mich in Ungereimtheiten. Störe mich am Kopfchaos und schweige einfach so verdammt bescheuert weiter, obwohl doch alles so furchtbar schön durchgeplant ist.

Es wird nicht klappen und wahrscheinlich soll es auch gar nicht klappen. Vielleicht hängt doch viel zu viel Nichts an dieser ganzen Sache. Ein großer Batzen Dummheit natürlich inbegriffen. Und draußen regnet es immer noch. Seit Tagen nun schon. Das Zimmer ist dunkel, die Zigaretten griffbereit. Wahrscheinlich die beste Zeit, um sich Gedanken zu machen. Wahrscheinlich die schlimmste Zeit für mich.

Foto: silent shot | flickr

Ich deine Schlaflosigkeit. Du meine Kopfschmerzen.

Und ich will deine Schlaflosigkeit sein und du meine Kopfschmerzen. Wir beide wären so emsig und unbändig, dass wir wohl schnell schon an uns verzweifeln würden. Verzweifeln, oder beginnen mit all diesen neuen Bedingungen und unseren veränderten Umständen zurecht zu kommen.

Du solltest über mich fluchen, mich verfluchen. ‚Du zerstörst mein Leben!‘ sollst du rufen und hilfesuchend um dich blicken und du schwörst dir, dass … wenn du mich jemals in die Hände kriegst. Und ich werde dich bekämpfen. Mit Kopfschmerztabletten, die aufgrund ihrer Dauerhaftigkeit mehr und mehr an Wirkung verlieren und auf stärkeres Zeug umsteige um dich endlich aus meinem Kopf zu kriegen. Vergeblich.

Und wir werden uns verfolgen, uns zermartern, der Hass wird stetig steigen und irgendwann vergessen wir uns. Wir vergessen uns, du deine Schlaflosigkeit, ich meine Kopfschmerzen. Wir erinnern uns nicht mehr an uns und werden verrückt, weil all das hier kaum Anlass zu irgendetwas Anderem bietet.

Und wenn ich von diesem kalten, eisernen und windigen Platz am Bahnsteig aufstehen würde, und entgegen aller Warnungen á la „Vorsicht auf Bahngleis 6: Zug fährt durch“ einfach mal unvorsichtig wäre. Und du dir mit deinem Auto einen unfairen Kampf gegen einen Baum lieferst. Dann wären wir verschwunden und schließlich vereint. Wären vereint, schmerzlos, schlaflos, schwerelos.

Und? Was hältst du von meinem Plan?

Endlich unewig.

Und ich wollte dir noch „Auf Wiedersehen“ nachrufen, doch … es war nur ein Zwinkern, ein Fussel im Auge, ein Versuch die Welt auch nur annähernd zu verstehen und du warst weg. Nicht mal eine Sekunde oder was weiß ich. Du warst ganz einfach weg, verschwunden aus dieser Welt, hängengeblieben nur in Worten, in Bildern, Erinnerungen. In mir.

Ich versuche zu halten, zu verstehen, zu akzeptieren. Versuche stehen zu bleiben, Halt zu suchen, doch die Zeit, sie ruft. Lässt nicht warten, schiebt an, keine Worte der Beruhigung, keine Spur der Ruhe. Alles rotiert und pulsiert und manövriert mich weiter hinein in diesen Moloch aus Welt und ihr und ich und du.

Sie nahmen uns alles, unsere Vergangenheit und das Jetzt. Und natürlich das wohl Schmerzhafteste: Unsere Zukunft. Alles, was wir erträumten, alle Gedanken, die wir wie eine Tonvase am drehenden Teller zu formen versuchten, alles war verschwunden. Aufgesogen von diesen schwammigen Erinnerungen an unsere schwammige Zweisamkeit und der Idee, dass es für immer so bleiben sollte. Für immer und auf ewig.

Ich hasse die Ewigkeit und das langsame Voranschreiten. Von all dem Neuen, auf das sich das Warten wohl kaum lohnen würde. Wir waren vereint in der Unendlichkeit, für immer zu zweit, kein Raum zwischen uns, nur wir. Deine Wärme und meine Achtsamkeit und nur wir und nur das. Nur das und nichts Anderes. Nur das.

Aber die Unendlichkeit ist endlich, die Ewigkeit unewig. Das wir wurde zu einem ich und das wurde anders. Ganz anders als ich es mir jemals vorgestellt habe, es jemals wagte. Du fehlst.

Im Gedichtearchiv.

Für eine formspring-Frage habe ich mal wieder mein Gedichtearchiv durchstöbert. Und möchte euch heute mal 5 Gedichte (unter Benutzung drei verschiedener Sprachen) aus den Jahren  2006 bis 2010 unter die Nase reiben.

2006 – About a girl – 2007 – It’s all over now, Baby Blue – 2008 – En retard, To love someone – 2009 – Heut‘ Nacht – 2010 – Synchron schweigen

About a girl
30.09.2006

I don’t know, what I shall say about my girl.

She is the most wonderful girl in the whole world.
She brightens every minute, only when I think of her.
She makes me laughing, laughing in a real way.
She makes me thinking, about life, love and destiny.
She makes me feel nervous, when we kiss us.
She makes me happy, when we are lying side by side.
She makes my life better and better, and now, it’s nearly perfect

That’s all what I can say about my girl.
when I look at my last 2 months,
I can’t believe, how this could happen to me.

I’m so lucky, because I’m able to love her in a way,
I haven’t loved anyone before.

It’s all over now, Baby Blue
24.05.2007

Es ist vorbei
Und doch:

Wenn ich nur deine Stimme höre
spüre ich all die Gefühle, die ich je für dich empfand

Wenn ich nur dein Gesicht sehe
erinnere mich an all die Momente, die wir teilen

Wenn ich nur dein Lachen höre
schießen mir die Gedanken zurück in den Kopf

Wenn ich nur dein Bild in meiner Geldbörse finde
beginne ich zu lächeln

Niemals sollst du gehen
aber ich halte es einfach nicht aus
Wenn du doch
eine so wichtige Rolle
in meinem Leben
spielst.

Verschwinde. Und nimm mich in den Arm.
Laufe davon. Und küsse mich.
Schrei mich an. Und nimm meine Hand.

Verschwindet, ihr Gefühle
verschwindet, ihr Gedanken
verschwinde, Liebe.

Verschwinde

En retard
13.10.2008

C’est en retard, mon chérie. En retard
Ma vie, c’est indescriptible.
Mes rêves, ce sont grandes. Mais.
C’est en retard, mon chérie. En retard.

Je voudrais être mort, mon chérie. Être mort.
Parce que la fin est proche.
Et toi, tu as détruit ma vie.
Je voudrais être mort, mon chérie. Être mort.

J’ai aimé le son de ton timbre, mon chérie. Le son.
Je voudrais t’écouter tout le temps.
Je voudrais parler avec toi, mais. C’est impossible.
J’ai aimé le son de ton timbre, mon chérie. Le son.

Mais.
Mais.
C’est en retard, mon chérie. En retard.
Être mort, mon chérie.

Être mort.

To love someone
27.10.2008

If you want to love someone
You always have to love
You first.

Maybe that’s the most
Difficult thing.
Isn’t it?

Heut‘ Nacht
20.04.2009

Lass‘ mich
Dich spüren
Dich verführen
Jeden Abend.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ mich
Atmen, lass mich
Warten
Für immer.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ mich
Hoffen, lass mich
Lächeln.
Nur kurz.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ mich
Flehen, lass mich
Gehen.
Auf ewig.
Heut‘ Nacht.

Lass‘ uns
Zeit. Für immer.
Für die Ewigkeit.
Lass‘ uns
Stehen. Irgendwo.
In der Unendlichkeit.

Lass‘ es
Sein
Nur den Schein.
Bewahre.
Heut‘ Nacht.

Synchron schweigen
14.01.2010

Ich will dir nichts erzählen
Nicht von Liebe.
Von der Ewigkeit.
Von heute.
Nicht mal ich könnt’ mir jetzt glauben.

Ich will dir nichts erzählen
Von Gedanken.
Die hier schwirren. Wie Schmetterlinge.
Schon seit Tagen.
Nicht erst jetzt.

Ich will dir nichts erzählen
Von dem Kribbeln und.
Und dem Warten.
Dem Hoffen.
Und der Nacht.

Ich will der nichts erzählen
Will nur hören.
Will nur fühlen.
Will nur schweigen.
Mit dir. Heut Nacht.

Foto: Wonderlane | flickr

Lieb‘ mich frei.

Lieb‘. Lieb‘ mich frei. Frei von all den gewohnten Konventionen. Von all den besserwisserischen Fehlakkorden. Lass uns spüren, wie es ist, so furchtbar anders zu sein. Lass unsere Gefühle uns leiten, hinein in die Freiheit. Keine Sucht nach Eifer, keinen Neid nach Liebe. Kein Kuss unter Zwang und kein Sex als Versöhnung.

Wir wären so furchtbar anders, viel zu ungewohnt, für all die andern. Sie würden wanken und nicht wissen, sich fragen, ob das Liebe ist. Weil es ohne all dem abläuft, ohne Dramen und dem Drang, dem unbändigen Wunsch nach irritierender Perfektion.  Wir würden vor uns hin lieben, in uns hinein lieben, aus uns heraus. Und. Es würde genügen

Frei von all den Ratschlägen, die die Wannabes in ihre Bücher schreiben. Über die Liebe, die für die meisten nur ein Nichts ist. Für uns wäre es anders, es wäre Etwas. Unser Etwas, an seiner Einzigartigkeit kaum zu überbieten. Ein Hauch von der Zweisamkeit, die so wenig verspüren. Ein Tropfen heißer Stein auf all ihren Häuptern.

Wir würden leben können, ohne uns. Wir würden atmen können, wären frei, wenn du einmal nicht da bist oder ich. Und wären damit so unpassend anders als all unsere Freunde, die nicht von sich lassen können. Und dabei mehr und mehr von sich und von ihrem „wir“ zerstören. Und drauf einschlagen, bis von all dem nur mehr ein Häufchen Elend übrig bleibt und wir wären immer noch hier.

Wären erst am Anfang der Geschichte und würden uns keine Gedanken machen über den Punkt am Ende, über die Pointe zum Schluss. Würden hineinstolpern in all unsere Leben, würden lächelnd vorbeiziehen und uns in den Armen liegen. Würden warten, liegen, Sterne schaun‘. Wären hier und wären jetzt. Nur wir. Vollkommen frei.

Kommst du mit?

Foto: *_Abhi_* | fllickr

Von schlechten Enden. (Die Trilogie)

Von schlechten Enden (Teil 1)

Schon mal von einem halbwegs guten Film in den letzten 10 Minuten maßlos enttäuscht worden? So sehr, dass man im Nachhinein beinahe den ganzen Film irgendwie total verflucht und den Drehbuchautor verdammen und den Continuity-Aufpasser eine Ohrfeige geben möchte? Weil das Ende nichts mit Kontinuität zu tun hat, sondern aber sowas von gar nicht hierher passt und dem Film alles (ja, ich sage: ALLES) nimmt. So geschehen bei Remember Me. (>)

Aber die Leute stehen drauf. Man mag es sehen, wie man will. Mir ist aber immer noch ein Coming-of-Age-Geniestreich wie Garden State, der so wunderbar unvorhersehbar vorhersehbar ist, lieber. Oder diese sogenannten Mindfuck-Filmchen wie das Masterpiece Die üblichen Verdächigen (da fuckt man mir 10 Minuten vor Schluss meine Mind, und dann 5 Minuten vorher noch einmal). Aber nicht so ein aufgesetztes Tragikface, dass dem Film den gesamten Charme stiehlt. (Und ja. Ich kann mich ernsthaft über so etwas ärgern.)

Von schlechten Enden (Teil 2)

Ich glaube ja, das bin nur ich. Nur ich bin so, dass ich mit der fortschreitenden Entwicklung meines Ichs unfähiger werde, Dinge zu beenden. Gefühle zum Beispiel. Oder maßlos uninteressanter Konversationen. Oder im Sand verlaufene Gehversuche. Oder zerstörte Freundschaften. Oder auch Bekanntschaften, die wir stets wie Freunde aussehen lassen.

Freunde haben Freunde und wenn Freunde Freunde mitnehmen, werden sie zwangsläufig zu besseren Bekannten, manchmal auch wiederum zu Freunden. Aber nicht, weil man für sie <pathos>sterben würde</pathos>, nein. Nur, weil man sie ungefähr genauso oft sieht, wie man eben Freunde nunmal sieht. Und trotzdem spürt man innen drinnen dieses unabdingbare Ding namens Abneigung. Ist das hart? Freund zu spielen? So lange, bis man sich aus dem Weg geht? Bis man sich aus den Augen verliert?

Und was, wenn es sich wirklich um einen Freund, einen sehr wichtigen Freund, gehandelt hat? Und wenn da nichts mehr ist, wo früher übermäßig viel war. Wo man kaum noch Anhaltspunkte an die gemeinsame Zeit findet? Was, wenn man da nicht einfach sagen kann: ‚Hey! Du! Weißt du, du hast dich so verdammt in die falsche Richtung verändert, dass du mir schön langsam aber sowas von am Arsch vorbeigehst.‘ Warum geht das nicht? Ist es die Hoffnung auf Wiederauferstehung?

Von schlechten Enden (Teil 3)

Und was? Was auch immer. Einen Abschluss, einen Punkt, ein so verdammtes, zerstörendes und verstörendes Ende zu sehen, ist manchmal echt nicht leicht. Oder ist es das überhaupt irgendwann einmal. Aber kann ein Ende wirklich so verdammt lange dauern? Oder klammert man sich ganz einfach irgendwo daran fest, selbst wenn tausende neue Anfänge dir anbieten, dich festzuhalten und zu tragen und zu helfen. Und du Idiot lehnt ständig dankend ab. Ist es das?

Du verstörst mit deinen Worten, mit deinen Taten, deinem Ich. Du. Ziehst große Kreise, atmest tief ein und erkennst immer und immer mal wieder wie dumm doch all das hier anmuten muss. Aus purer Dummheit heraus. Was auch immer.

Fotos: (2) alicepopkorn und (3) Scarleth White

Gänseblümchen.

„Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.“

Die Wiese sieht wundervoll grün aus, jetzt, wo sie den womöglich letzten Schnee für die kommenden acht Monate in sich aufgesogen hat und nun genüsslich in der Frühlingssonne chillt. Und ich darauf mit meinem Buddhatuch, das als letzte große Erinnerung an das Festival far, far away übrig geblieben ist.

„Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.“

Ich bin nicht der Typ für Frühlingsgefühle, wisst ihr. Einerseits aus reiner Erfahrung, andererseits aus der daraus resultierenden Enttäuschung. Und weil wenn, ich ja sowieso diese Gefühle das ganze Jahr über verspüren möchte. Aber vor allem sind es andere Verpflichtungen, die mich nicht ruhen lassen, Dinge, die den Schlafrhythmus fahrlässig einschränken wollen. Und den Kopf overloaden. Also. Frühling. Komm‘ schon.

„Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.“

Komm‘ schon. Zeig‘ mir deine Pärchen. Jene, die vielleicht gerade erst die große Schmetterlingszeit durchmachen, die lächelnd und händchenhaltend herumschwirren. Oder jene, die aufgrund des schönen Wetters ihre Liebe wieder entdeckt haben, die sehen auch lustig aus. Man könnte neidisch werden, findet ihr nicht. Das wievielte Gänseblümchen ist das hier eigentlich?

„Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich nicht.“

Und The Shins stolpern hastig via iPod durch meinen Kopf und geben den Wolken die passenden Formen und ich streiche langsam über das junge Gras, rieche den Frühling (mhm, den kann man ernsthaft riechen!) und frage mich immer und immer wieder, was mit mir los ist. Nicht erst jetzt. Schon seit Tagen. Ohne mir je eine Antwort geben zu können.

„Sie liebt mich nicht. Ich liebe sie nicht. Ich liebe mich nicht.“

Looking forward. Die Tage. Ruhe. Ich. Ich. Ich. Ich. Nur ich. Nichts Anderes hier, das mich weiter kaputt machen könnte. Nur ich, der sich vielleicht mal wieder seinen Problemen stellen sollte. Der wieder einmal back to the roots kommen sollte. Um vielleicht irgendwann wieder lieben zu können. Und nicht in der Theorie stecken zu bleiben, weil der Gedanke an die Praxis Angst erzeugt. Verletzbarkeit. Fehler.

„Liebe? Liebe? Liebe! WTF!“

Foto: Peter Heilmann | flickr

Wunschliste ungeschriebener Bücher

Nachdem ich euch letztens gezeigt habe, was von mir gerade parallel gelesen wird (ich kann das … und bin dann innerhalb von 1 Woche mit 3 Büchern fertig!), kommt hier jetzt noch eine Wunschliste. Von Bloggern und mir manchmal auf den verschiedensten Wegen sehr verbundene Menschen, von denen ich mir ein Buch wünsche.

Hannah ist meine Brieffreundin. Vielleicht wisst ihr das noch. Ich habe in den letzten Monaten kaum Zeit gefunden, ihr zu schreiben, und jetzt hat sie die Initiative ergriffen und mir einen 24 Seiten (!) umfassenden Brief geschrieben, den ich heute in meinem Postkasten gefunden habe. Und gerade lese ich mich durch all ihre Erlebnisse, Erzählungen. Fühle mit ihr, fühle mich berührt. Und das ist doch bitte genau das, oder?

Und wenn sie sich wirklich irgendwann einmal dazu entschließen möchte, ein Buch zu schreiben, dann würde es mich nicht stören, wenn ein Kapitel nur mit genau diesen Worten gefüllt sind, wie hier in einem ihrer letzten Blogeinträge. Und was mir bei ihr besonders gefällt: Diese pure Mischung aus Humor und Leben. Das fällt mir nämlich manchmal sehr schwer, diese beiden Dinge in intimen Momenten zu verbinden.

Hier haben wir die Sarah. Die steht im engsten Kreis um mich, zählt zu den wichtigsten Freunden. Kurz zu unserer Freundschaft: Wir reden beide sehr viel, und das ist lustig. Denn hat sie einmal sehr viel zu sagen, höre ich zu und sage nur mal ein „Cool!“ oder eine „Mhm.“. Und umgekehrt. Wir wechseln uns da glaube ich perfekt ab.

Nun ja. Wie ich weiß, (und vielleicht verrate ich hiermit ein Geheimnis, obwohl ich ja nicht vorhabe viel zu sagen) schreibt Sarah schon an etwas. Kein Roman. Eine Erlebnisgeschichte. Vielleicht werde ich ja schon bald ein paar Zeilen lesen können. Aber was ich mir außerdem wirklich wünsche, ist ein Roman.

Diese Sarah ist nämlich eine wunderbar einfühlsame, sensible, empathie-fähige (und vor allem: außergewöhnliche) junge Frau. Und deshalb würde ich gerne einmal eine Geschichte, eine lange Geschichte von ihr lesen. Hehe.

Hier kommt Franzi. Ich lese ihre Blogeinträge schon seit ich so klein war. Nein. Schon auf ihrem alten Blog las ich brav mit, manchmal nur via Feed, manchmal stöberte ich mich durch die Vergangenheit. Und warum ich jetzt auf sie komme? Weil ich immer mal wieder an einen außergewöhnlichen Text von ihr denken muss, veröffentlicht auf dem ehemaligen Blog. „Bumm. Aus. Fertig. Und was nie war wird auch nie so sein.“ hieß er. Und soweit ich mich jetzt noch erinnern kann, war er voll mit Wut, mit Leben, mit Liebe, mit Trauer. Ein bombastisches Feuerwerk des Wortjongleurismus.

Und auch wenn ich jetzt nur mehr selten solche Einträge bei ihr lese, würde ich mich außerordentlich darüber freuen, wenn sie sich mal dazu entscheiden sollte, einen Roman zu schreiben. Die Fantasie, die Wortgewandtheit, den Humor hat sie dazu. Das kann ja nur was  werden.

Und dann wär‘ da noch Mara. Sie war oder ist immer noch Redakteurin bei NEON, einem meiner ehemals heißgeliebten Magazine. Durch die NEON.de Seite bin ich dann schließlich auf ihre, privat geschriebenen, Texte gestoßen, habe sie dann auch weiter auf ihrem Blog verfolgt.

Und wer nur einmal dort reinliest, wird wissen, warum ich mir auch von ihr einen Roman wünsche. Weil alle ihre Geschichten schon so unglaublich romanesk (?!) zu lesen sind, so wunderbar. So traurig. So. Großartig einfach. Auch das wär also ein sofort gekauftes Büchlein, welches ich mir mit Freude ins Regal (und zuvor aufs Nachtkästchen) stellen würde.

Das hier ist Roman Held. Oder so. Bekanntlich der erste Blog, den ich gelesen habe (und das auch noch regelmäßig). Und ich lese ihn noch immer, und er ist eindeutig einer der besten, mir bekannten Blogs. Weil … ach, einfach so nur.

Er jongliert mit den Worten, dass es bei mir manchmal ein außergewöhnliches Entzücken auslöst. Ein anderes Mal ein heftiges Schmunzeln. Oder Nachdenken. Schweres, hartes Nachdenken. Und wenn es denn wirklich stimmen sollte, kann man von ihm ein Buch erwarten. Ob das jetzt nun eine Sammlung seiner besten Texte ist, oder ein Roman … ich weiß es im Moment nicht. Aber ich kann schon jetzt sagen, dass ich es mir mit Freude kaufen und mit überschwänglicher Zufriedenheit lesen werde.

Und last, but (WTF?!) Looka. Seine Texte lese ich nun auch schon seit mehreren Jahren. 2006 oder 07 war der Startschuss. Damals noch mit 2 Welten auf einem Blog. Jetzt getrennt. Und auch er ist ein Mensch, der großartig schreibt, sodass man mitfühlt, sich als Statist in der Geschichte fühlt, drüber nachdenkt. Er berührt. Sehr, sehr oft.

Ich habe ihn auch persönlich kennengelernt. Das war … Frühling 07, soweit ich weiß. Auf einem BarCamp in Wien. Ein cooler Typ, sag‘ ich euch. Also, ich meine … lustig, unterhaltsam, ein Fachmann auf seinen vielen Gebieten und noch dazu kann man mit ihm schöne, wichtige, persönliche Gespräche führen.

Deshalb (also weil: toller Mensch, großartige Worte und umgekehrt) möchte ich gerne mal ein Buch von ihm in der Hand halten. Und durchblättern und lesen und … hach. Freuen.

Puh. Glück gehabt. Beinahe hätte ich Mia vergessen. Wer über das wohl größte Aufkommen von rosa Farbe auf einem Blog hinwegsieht, findet tolle Erzählungen, Geschichten, mal lustig, mal wieder so richtig berührend. Mia scheint auch ein solch genialer Mensch zu sein, der perfekt zwischen nachdenklich und lustig herumswitcht. Sind wir das nicht alle? Aber sie hat das wohl perfektioniert. Ihre Livestreams mit und ohne Herrn Wunderbar sind höchste Schmunzelgefahr, ihre Texte stirnfaltengenerierend.

Deshalb wünsche ich mir (und es kann auch einen grellpinken Einband haben; nur eben nicht so Feuchtgebiete-Rosa) einen Roman auch von ihr. Mit Robbie Williams – Anekdoten, und vielleicht wirds ja auch ein Krimi, der um eine Sammlung von Heiligenbildern handelt. Ich weiß es nicht. Aber ich wünsche es mir ganz einfach mal.

Das wars, Leute. Diese Leute sind mir jetzt mal so auf die Schnelle eingefallen. Es würde mich interessieren, was ihr (ihr Angesprochenen) davon hält, und euch „normale“ Leser möchte ich fragen: Von welchem Blogger (p.c.: und welcher Bloggerin) möchtet ihr gerne Mal einen Roman lesen? Wem traut ihr das zu? Kommentare erwünscht.

Und jetzt? Eine Zigarette, the rest of the work I should have done more than half an hour ago, und natürlich Hannahs Brief. Später einkaufen, dann Pyjama-Party, dann Spaß, dann Ernüchterung, dann Ins-Bett-Fallen und morgen Kater. Perfekt. Alles durchgeplant.