Und weißt du.

Manchmal, da suche ich so einen gewissen besonderen Ort. Einen Ort, den nur ich kenne. Und du. Wo wir hingehen könnten, ich mit dir an meiner Hand, durch die Nacht, alleine. Gemeinsam.

Und dann würden wir uns dort hinsetzen, unsere Jacken würden wir hinlegen, zwischen dem Boden und uns, damit wir nicht frieren, in dieser Nacht, mit all den Sternen und dem Mond, der irgendwo hinter dem Baum zu verschwinden versucht.

Und ich hätte deine Hand bis jetzt noch nicht losgelassen und begonnen, deine Augen zu suchen. Um dir mit geringer Berührung unendlich nahe zu sein. Du würdest mich ansehen und wir würden lächeln. Bis ich auf die Stille zu warten beginnen würde.

Und dann würde ich es dir sagen. Was ich fühle. Was du für mich bist. Warum du. Und wer ich denn überhaupt bin. Ich würde all das sagen, was mir seit Tagen und Wochen, ja, nun schon seit Monaten herumschwirrt. Was ich nicht zu sagen wagte, weil es nicht der richtige Ort war.

Was ich nicht zu sagen wagte, weil wir nicht allein waren. Weil ich es dir persönlich sagen möchte. Am Liebsten würde ich dir ja eine Mail schreiben, eine lange SMS oder gar einen Brief. In dieser Form kann ich mit Worten am Besten umgehen. Aber nein. Ich würde es dir persönlich sagen. Um die volle Bombastität der Reaktion abzubekommen.

Und weißt du. Manchmal. Ja. Manchmal ärgere ich mich darüber den Großteil meines Lebens im Konjunktiv 2 zu erleben.

Foto: maic2010 | flickr

3 Gedanken zu „Und weißt du.“

  1. Schon komisch.
    Man leidet Tagelang darunter, dass sein Inneres nur noch aus einem Chaos besteht. Und dann liest man so etwas und plötzlich fügt sich alles. Und man weiß: Ja, das ist es. Das ist genau der Stein, der mir auf dem Herzen liegt.
    „Manchmal ärgere ich mich darüber den Großteil meines Lebens im Konjunktiv 2 zu erleben.“
    Dito.

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