
Von schlechten Enden (Teil 1)
Schon mal von einem halbwegs guten Film in den letzten 10 Minuten maßlos enttäuscht worden? So sehr, dass man im Nachhinein beinahe den ganzen Film irgendwie total verflucht und den Drehbuchautor verdammen und den Continuity-Aufpasser eine Ohrfeige geben möchte? Weil das Ende nichts mit Kontinuität zu tun hat, sondern aber sowas von gar nicht hierher passt und dem Film alles (ja, ich sage: ALLES) nimmt. So geschehen bei Remember Me. (>)
Aber die Leute stehen drauf. Man mag es sehen, wie man will. Mir ist aber immer noch ein Coming-of-Age-Geniestreich wie Garden State, der so wunderbar unvorhersehbar vorhersehbar ist, lieber. Oder diese sogenannten Mindfuck-Filmchen wie das Masterpiece Die üblichen Verdächigen (da fuckt man mir 10 Minuten vor Schluss meine Mind, und dann 5 Minuten vorher noch einmal). Aber nicht so ein aufgesetztes Tragikface, dass dem Film den gesamten Charme stiehlt. (Und ja. Ich kann mich ernsthaft über so etwas ärgern.)
Von schlechten Enden (Teil 2)
Ich glaube ja, das bin nur ich. Nur ich bin so, dass ich mit der fortschreitenden Entwicklung meines Ichs unfähiger werde, Dinge zu beenden. Gefühle zum Beispiel. Oder maßlos uninteressanter Konversationen. Oder im Sand verlaufene Gehversuche. Oder zerstörte Freundschaften. Oder auch Bekanntschaften, die wir stets wie Freunde aussehen lassen.
Freunde haben Freunde und wenn Freunde Freunde mitnehmen, werden sie zwangsläufig zu besseren Bekannten, manchmal auch wiederum zu Freunden. Aber nicht, weil man für sie <pathos>sterben würde</pathos>, nein. Nur, weil man sie ungefähr genauso oft sieht, wie man eben Freunde nunmal sieht. Und trotzdem spürt man innen drinnen dieses unabdingbare Ding namens Abneigung. Ist das hart? Freund zu spielen? So lange, bis man sich aus dem Weg geht? Bis man sich aus den Augen verliert?
Und was, wenn es sich wirklich um einen Freund, einen sehr wichtigen Freund, gehandelt hat? Und wenn da nichts mehr ist, wo früher übermäßig viel war. Wo man kaum noch Anhaltspunkte an die gemeinsame Zeit findet? Was, wenn man da nicht einfach sagen kann: ‚Hey! Du! Weißt du, du hast dich so verdammt in die falsche Richtung verändert, dass du mir schön langsam aber sowas von am Arsch vorbeigehst.‘ Warum geht das nicht? Ist es die Hoffnung auf Wiederauferstehung?
Von schlechten Enden (Teil 3)
Und was? Was auch immer. Einen Abschluss, einen Punkt, ein so verdammtes, zerstörendes und verstörendes Ende zu sehen, ist manchmal echt nicht leicht. Oder ist es das überhaupt irgendwann einmal. Aber kann ein Ende wirklich so verdammt lange dauern? Oder klammert man sich ganz einfach irgendwo daran fest, selbst wenn tausende neue Anfänge dir anbieten, dich festzuhalten und zu tragen und zu helfen. Und du Idiot lehnt ständig dankend ab. Ist es das?
Du verstörst mit deinen Worten, mit deinen Taten, deinem Ich. Du. Ziehst große Kreise, atmest tief ein und erkennst immer und immer mal wieder wie dumm doch all das hier anmuten muss. Aus purer Dummheit heraus. Was auch immer.
Fotos: (2) alicepopkorn und (3) Scarleth White



Remeber Me ging mir aus diversen Gründen sehr nahe. Doch auch wenn ich das Ende nicht erwartet hätte, ergab es für mich in stimmiges Bild.
Ich fand ihn bis auf die letzten zehn Minuten auch richtig gut. Fand die Dialoge toll, die Bildsprache schön. Aber irgendwie hat sich mein Ärger über das Ende auf den ganzen Film drübergestulpt.
Doch was findest du am Ende so schlimm?
Der fette, patzige Pathos. Man nehme das schlimmste Ding nach Pearl Harbour, setzt Robert Pattinson in die erste Reihe und schon hat man das perfekte Ende für einen Film, der mit einem Happy End eigentlich auch ganz gut leben könnte.
Mir erscheint das Ende gezwungen. Falsch. Und eben … mit diesem Setting, sowas von unpassend. (Ja. Ich ärgere mich immer noch. Das wär‘ echt ein so toller Film, eigentlich!)
ende 1: doch, war ganz cool.
ende 2: mensch, reiß doch dein mundwerk auf. hilft immer… nicht allen dingen, aber dir zumindest mit sicherheit. ^^
ende 3: beende es und beginne neu zu beginnen.
Zu Ende 2 und Ende 3: You know. Die Theorie klingt doch immer so verdammt, verdammt einfach, doesn’t she? Und ich bin nicht der geborene Praktiker, wie du weißt.
Meiner Freundin und mir ging es mit „Remember Me“ ähnlich. Ein Happy End hätte nicht gepasst, schon klar. Aber SO ein Ende, naja.