Freundschaft.

Als du mir die Hand reichst, verstehe ich erst, was du meintest.

Gerade wollte ich abheben. Zu neuen Höhenflügen und hinauf in meine Traumfabrik. Wollte mich dort niederlassen und die Zeit genießen. Mit einem der unglaublichsten und schönsten Gefühle hätte ich in den Tag hinein gelebt. Hätte das Leben bedingungslos geliebt und jedem vorübergehenden Menschen ein Lächeln geschenkt. Hätte meine Wärme mit allen geteilt und wäre einfach nur froh, ein solches Leben zu führen.

Wenige Sekunden, bevor ich abheben wollte, kam dann der Rückschlag. Ein Stoß, hinab. Ich fiel hart. Konnte die Landung nicht kontrollieren und war für den kurzen Moment einer Minute bewusstlos. Vollkommen bewegungs- und sprachlos. Und ich blieb liegen. Begann nachzudenken. Warum war ich alleine. Warum stand niemand um mich herum, um mich aufzufangen. Um mir wieder Halt zu geben. Es war niemand da. Ich habe es vermieden. Wollte allein sein in meiner Traumwelt. Wollte niemanden so offensichtlich zeigen, wo mein Weg mich hinführt.

Plötzlich stehst du vor mir. Du, die in mir den Wunsch entstehen ließ, abzuheben. Du, die mir unbeabsichtigt einen Gefühlschaos und Gedankenballast beschert hast.  Du, die ich schon jahrelang kenne. Du reichst mir deine Hand, hilfst mir beim Aufstehen. Und plötzlich beginne ich zu verstehen. Beim Fallen wollte ich nur von dieser einen Person, von dem Wunderwesen, aufgefangen werden. Ich hätte gar nicht zugelassen, dass Freunde mir helfen. Ich wollte den Aufschlag spüren. Aber jetzt, am Boden, hilfst du mir. Hilfst mir auf, und zeigst mir, wie wunderbar die Liebe der Freundschaft ist.

Als ich wieder auf den Beinen bin, danke ich dir. Auch du bist froh, dass ich mich wieder habe aufrappeln können. Und in der anschließenden Umarmung spüre ich die Wärme und die Fürsorge, das Vertrauen und dieses unglaubliche Gefühl. Einzigartig durch und durch. Freundschaft nennt man sowas.

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