Liebe.

Wohnen

Meine Hand um ihre Hüfte gelegt. Aus der Ferne das Feuerwerk beobachten. Das erste Quartal.

Wie stellt man sich den schönsten Jahreswechsel vor? In den Armen des Menschen, den man liebt, oder? Ich zumindest sehe alles als schön an, wenn man es mit wundervollen Personen erleben kann. Den ersten Jänner dieses Jahres begann ich, in der Wiese stehend, mit ihr. Alles schien so großartig, so einzigartig. Das musste doch einfach ein wundervolles Jahr werden, dachte ich mir. Es hätte eben nicht besser starten können. Ich spüre immer noch dieses Gefühl, als alle Blicke auf den Himmel gerichtet waren. Und zwischen den Sternen und den vereinzelten Wolken Feuerwerksraketen explodierten.

Dass ich nun im letzten Teil meiner Schulkarriere stehen würde, wurde mir erst durch den Stress bewusst, mit welchem ich konfrontiert wurde. Dass sie sich dann auch noch auf eine Trennung einigte und irgendwann einmal mir davon erzählte, schien ich, mit nichts mehr zurecht zu kommen. Dass schon damals Liebe kurzzeitig in Wut umschlug, fiel mir erst kürzlich wieder auf. Heftige Einträge hier und all das. Ich hatte mächtigen Kummer und wusste einfach nicht, warum das Ganze. Warum es vorbei sein sollte.

Und irgendwann kamen die Gefühle wieder zurück. Ich nannte es von da an „Gefühlsflashback“. Manchmal kurzzeitig, und manchmal auch für lange Zeit. Dass zwei oder drei Wochen plötzlich wieder alles perfekt schien, und sie alles bereute und hoffte, alles besser zu machen, ließ auch mich wieder strahlen. Von nun an sollte alles besser werden. Nun würde auch sie richtig viel in diese Beziehung investieren.

Doch es wurde nicht so, wie wir es uns erhofften. Wie ich es mir erhofften. Dass jemand keinen Mumm hat, oder einfach nur ein Darmausgang ist, stelle ich jetzt mal einfach so in den Raum. Aber anfangs schien doch wirklich alles wieder zu passen. Schulisch wurde ich extrem gefordert. Die Noten sahen alle ganz anders aus, als ich sie mir immer erträumte. Probleme in Mathe, Französisch, Biologie, Chemie. Und ich wusste einfach nicht, wie ich das alles noch lernen sollte. Doch an die Matura war noch gar nicht zu denken. Dazu hatte man ja noch drei Monate Zeit.

Am Ende dieser ersten drei Monate habe ich sogar mit meinem ersten Buchprojekt angefangen. Und bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt sechzehn Kapitel fertiggestellt.

Lied des Quartals: Nobody’s Girl – Ryan Adams.
Buch des Quartals: Jugend ohne Gott – Ödön von Horvath.

Was von diesen drei Monaten bleiben: Viele Erfahrungen. Gedanken. Und die Frage, ob nicht alles besser geworden wäre, hätte man das Ende eingesehen. Dieses Quartal steht unter dem Überbegriff „Liebe“. Weil das eigentlich das Haupterlebte in diesen drei Monaten war. Viel mehr möchte ich sowieso hier nicht mehr darüber kommentieren. Würde wohl entweder zu melancholisch oder zu brutal werden. Schon gut.

// Jahresrückblick 2007. Teil 1. Jänner, Februar, März.

4 Gedanken zu „Liebe.“

  1. da schliess ich mich an. ich liebe horvath. horvath ist genial. auch auf der bühne sehr eindrücklich. gute wahl. „jugend ohne gott“ und „ein kind unserer zeit“ und „kasimir und karoline“ sind meine favoriten unter seinen büchern. hab ich für die matur liebend gerne noch einmal verschlungen.

  2. ödön von horvath war eben mein matura-spezialgebiet. mit jugend ohne gott, ein kind unserer zeit, geschichten aus dem wiener wald und glaube liebe hoffnung. wobei mir die erzählungen um einiges besser gefallen haben, als die stücke.

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