Wildblumen.

Alltag

Unter Gesteinsbrocken ein lebendes Wesen gefunden. Es aufgehoben. An sich gedrückt. Losgelassen. Weggelaufen.

Sanfter Regen auf mir, kalter Schnee, brennender Wind. Heiße Sonne, trockenes Wasser, dichter Nebel. Winterlicher Herbst hier in meinem Leben. Tage der Sonne auf Täler des Schnees. Wolken des Schnees an Tagen der Sonne. Und der Blick aus dem Fenster. Jeder beliebige Monat zwischen Oktober und April könnte für diese Aussicht herhalten. Nichts Außergewöhnliches, nichts sanft Beruhigendes. Nichts Aufschreiendes. Nur Schnee und zerstörte Wiese und das Geräusch von Nägeln in Reifen, die sich in den Asphalt bohren.

Frustessen mit der Absicht, Hunger zu stillen. Sich mit Kaffee zuschütten, sodass man selbst nach einem halben Dutzend Kaffee mit Süßstoff und Milch noch immer sofort und ohne Vorankündigung mit dem Kopf auf dein Schreibtisch knallen, und augenblicklich einschlafen könnte. Den Tag verrinnen lassen, vorgeben etwas zu tun, was längst getan ist. Und immer wieder aus dem Fenster blicken, auf die Uhr, auf das Bild.

We live in a beautiful world. Von Coldplay etwas lernen. Und zurückfallen auf Ryan Adams. Vorgenomme Termine sausen lassen und in einer Höhle hausen. Voll Krimskrams und Schmutzwäsche und Schutt und Erinnerungen. Mich auf das Wesentliche reduzieren wollen. Gedanken im Kopf. Motivation irgendwo da oben.

Hoffnung in Projekte stecken, Aufgaben auslöten, Gedanken sortieren. MIch immer mal wieder in den Alltag stürzen, untertauchen, sodass auch die Haare feucht werden, und zitternd wieder dieses eiskalte Gewässer verlassen, schnell abtrocknen und zurückkehren. Ich bin ja nicht lebensmüde und schwimme einen ganzen Tag im Alltag. Lebensmüdigkeit abschalten und das Einordnen in Kategorien als Dummheit abstempeln.

Wieder einmal gefragt werden, was so war. Wenige Worte wählen. Kein einziges Wort als mein persönliches verkaufen. Alles nur Erzählung. Vermutungen gratis. Gefühle und Gedanken nur gegen Aufpreis. Oder Stammkundenrabatt. Mir durch die gestern zuletzt gewaschenen Haare streichen, Bright Eyes auf seinem ersten Tag seines Lebens begleiten, die Augen immer länger geschlossen halten und irgendwann wieder einmal zu einem Ende kommen.

Über die Sinnhaftigkeit diskutieren und auf Veröffentlichen klicken. Musik noch etwas laufen lassen und irgendwann wegdösen.

3 Gedanken zu „Wildblumen.“

  1. sinnhaftigkeit… hin oder her… die gibt es nicht mehr.

    ein wirklich schöner text, der mich heute morgen wirklich zum denken anregt. du bist ein wahrlicher virtuose mit worten… und es berührt mich zutiefst.

    allein fliehen vor dem alltag, is aber auch nicht gut… einfach mal wieder reinspringen und danach kräftig abtrocknen… perfekte idee.
    abtrocknen ist immer gut.

    und von coldplay zu lernen… etwas übertrieben… haben zwar gut ansätze… aber ehrlich… zu gut-menschig, diese leute. man lebt nur einmal… und da darf man auch nicht-gut-menschig sein.

  2. seit wann gibt es sie denn nicht mehr?

    vielen dank. denken am morgen? und nochmal vielen dank.

    gutmenschen? erinnert mich an die demo? gutmenschen, linke träumer usw. 😀 … das waren noch zeiten.

  3. oh ja… die welt war so viel bunter als heute… es is alles so dämpfend grau… aber du wirst lachen, mein zimmer is so viel bunter… und da frage ich mich dann… muss ich da heute raus? oder eher doch nicht? na ja… hoffentlich nicht… obwohl ich mit meinen großeltern in die toskana sollte…

    maaa… rahel… erinnerst dich noch… skibazar… da sind wir eigentlich immer runter in die toskana (weiß nicht… war ich da mit euch??? oder karin???) und haben punsch getrunken…

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