Move On

 

Du hast Träume. Du hast Hoffnungen. Du hast Wünsche. Doch das ist eben dein Problem: du träumst nur, du hoffst nur und du wünscht nur. Ich lebe.

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Dieser Text soll jetzt eine Abrechnung mit deinem bisherigen Leben werden. Eine Rückblick in vergangene Zeiten. Eine Abrechnung mit dem Leben, dass du scheinbar gezwungen warst, so zu leben, wie du es lebtest. Eine Abrechnung mit deinem verträumten Leben. Eine Abrechnung mit deinem verschwendeten Leben.

Sechs Uhr. Der Wecker läutet. Genervt schlägst du darauf. Nur noch fünf Minuten denkst du dir. Schläfst wieder ein. Und wachst eben diese fünf Minuten später wieder auf. Stehst schnell auf, gehst in den ersten Stock. Machst dir einen Espresso, gehst auf die Toilette, duschst dich, machst dir noch einen normalen Kaffee. Dann fährst du in die Schule.

Dort bist du der Spaßvogel. Der Trottel vom Dienst. Wenn es irgendetwas gibt, hältst du den Kopf hin. Du weichst keinen Konflikt mit deinen Lehrern aus. Bist vorlaut. Denkst oft nicht nach, wenn du etwas sagst. Träumst während des Unterrichts vom Sommer, von Sonne, von Ferien. In deiner Klasse bist du ein beliebter Junge. Doch in der Schule hast des schon etwas schwerer. Nicht jeder mag dich. Nicht jeder hat genügend Respekt vor dir. Du rastest immer öfter aus. Die Schule, der Unterricht wird dir zuviel. Oft reden andere über dich, lästern über dich. Du versuchst wegzuhören, doch allzuoft behältst du solche Aussagen in deinem Hinterkopf. Du freust dich wenn die Schule vorbei ist. Wenn du aus der Schule draußen bist. Wenn du endlich Zivildienst und Studium machen kannst. Doch bis dahin ist es noch ein steiniger Weg.

Am Nachmittag kommst du wieder nach Hause. Bist meistens geschafft von der Schule. Du isst, schläfst auf der Couch ein. Wachst abends wieder auf, hast nichts für die Schule getan. Setzt dich vor den Computer und spielst. Und schreibst. Vergisst auf deine schulischen Pflichten.

Nachts gehst du meist nicht ohne einem Telefonat schlafen, ein Telefonat mit deiner Freundin. Du musst immer anrufen. Sie meldet sich nicht. Sie lässt es nicht einmal anläuten. Dann schläfst du ein. Und denkst vorher noch einmal über das nach, was die Leute über dich reden.

So verbringst du jeden Tag. Du träumst, dass die Schule bald vorbei ist. Du hoffst, dass alles in deinem Leben passt. Du wünscht dir, dass du die Schule schaffst. Aber was soll das überhaupt? Glaubst du, so kommst du weiter? So kannst du leben.

Es heißt ja, Träume „verwirklichen“ …

Ja, jetzt hast du eine Freundin. Aber nur weil du jahrelang auf eine gewartet hast, so lange Zeit vergebens gesucht hast, brauchst du jetzt nicht bei jeder Kleinigkeit klein bei geben. Steh zu dir. Steh zu deinen Wünschen. Sage sie auch. Sag es frei heraus.

Hänge dich in diese verdammte Schule hinein. Hör auf vom Ende der Schulzeit zu träumen. Das kommt schon früh genug. Beginne jetzt zu arbeiten. Vom Hoffen werden deine Noten nicht positiv. Arbeite dafür, dass du sobald wie möglich raus bist aus dieser Schule.

Wünsch dir nicht immer, dass dich jeder mag. Das klappt sowieso nicht. Jetzt spielst du noch Rollen. Rollen wie den Klassenclown oder so. Hör auf damit, sei du selbst. Lebe dein Leben so, wie du es willst. Nicht wie die Masse es von dir verlangt. Setze nichts aufs Spiel, nur um unbedingt im Mittelpunkt zu stehen. Achte auf Niveau. Und achte auf deine Freunde, denn die sind wirklich wichtig.

Friss nicht alles in dich hinein. Ich sehe es ja, du hast zugenommen. Achte auf dich. Achte auf dein Aussehen. Bewege dich. Nimm ab. Verändere dich. Werde erwachsen. Werde reifer. Werde schön langsam erwachsen. Du wirst 19. Du musst aufwachen. Aus diesem Traum. Beginne zu leben. Vergiss alles, was bis jetzt vorgefallen ist. Oder verarbeite es zumindest einmal richtig. Schreib darüber. Rede darüber. Konfrontiere dich selbst mit deinen eigenen Problemen.

Stop playing roles … start living your life.

Du bist es dir wert. Aus dir kann noch etwas werden. Es ist noch nicht zu spät. Streng dich an. Beginne zu leben. Du bist ich. Und ich will nicht mehr so sein wie du. Also streng dich an.

2 Gedanken zu „Move On“

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