While We Wait.

Während wie warten, zerbricht die Welt in zwei Teile. Eins für mich und eines für dich.

Die kalte Brise zieht an uns vorbei, die Sonne kommt, der Regen geht. Während wir warten, hält zwei, drei Mal der Bus. Er glaubt, wir wollen einsteigen, öffnet die Türen, schließt sie wieder und wirft uns wütende Blicke nach. Wir wollen hier nicht weg, sind wir doch erst Stunden zuvor hier angekommen. Wir packen uns ein, in Decken und schützen uns mit Büchern. Wir sind hier und niemand soll uns jemals sehen. Wir sollten hier gar nicht sein, sollten uns nicht sehen. Du solltest dein Leben führen, und ich das meine. Doch wir kommen immer wieder zusammen. Für diesen einen kurzen Moment, an dem die Welt uns gehört, und wir Gott sind. Wo wir bestimmen, was wir sind. Und das bestimmen, wo wir sind.

Während wir warten wird es Abend, wird es Nacht. Minuten vergehen und das Leben um uns herum zieht vorbei. Wie Nomaden wandern die Menschen von einem Punkt ihres Terminkalenders zum anderen. Irgendwann mal umblättern und den Weg fortsetzen. Wir können nur lachen, über die Menschheit, der wir ebenso angehören. Doch wir sind Wesen am Zenit der Zeit. Zauberwesen in geheimnisvoller Mission. Wir könnten die Welt verändern und wollen es doch nicht. Sitzen hier und warten. Warten auf den Mond und die Finsternis und den Himmel und das Meer.

Du hältst die Luft an. Schließt die Augen und lauscht. Lauscht dem Lärm und kommst zur Stille. Jedes Geräusch erscheint dir wie ein Steinchen, das in ein stilles Gewässer plumst. Es zieht immer größere Kreise und schwappt irgendwann über. Ich versuche es dir gleich zu tun. Doch ich habe nicht die Kraft dazu, nicht die Macht. Während wir warten, überschlägt sich die Welt zwei oder drei Mal. Landet das eine oder andere Mal am Rücken. Richtet sich wieder auf. Die Welt zieht an uns vorbei und wir warten. Warten auf das Ende und den Anfang, das Schließen und das Öffnen der Augen.

Vielleicht warten wir schon zu lange. Doch es ist nicht mehr. Die Welt ist anders und sie bricht. Halbe-Halbe könnte man sagen. Ein Teil für dich und eines für mich. Und als ich aufzustehen versuche, merke ich, dass du bleibst. Du beobachtest sie weiter. Erzeugst die Stille und versuchst zu leben. Doch ist das wirklich Leben? Ich will davonziehen und erleben. Will nicht auf das Meer und die Finsternis und den Mond warten. Ich will ein Teil von ihnen werden. Will dabei sein. Doch verlieren will ich dich auch nicht. Wir werden sehen. Wir werden es sehen, während wir warten.

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