Hurt.

Es tut weh. Nicht einfach so. Es tut irgendwie anders weh.

Gefangen in der Unendlichkeit des begrenzten menschlichen Seins. Langsam setze ich den Gedankenlauf fort, finde mich an Orten wieder, die ich zu begehen mir nie zutrauen würde. Sanft entflieht der kalte Atem aus meinen Lungen, kämpft sich durch die Nase hinaus. „Was ist nur los. Mit mir.“

Die Sonne scheint, schmilzt schön langsam den kargen Rest von Schnee weg und lässt ihn versickern. In den Kanal hinein zieht es die Flüssigkeit, die sich, mit Schotter und Dreck vermengt, einige Wochen gehalten hat. Das durchsichtige Nichtstun, die Belanglosigkeit, einfach nichts tun und der Routine folgen. Warum hasse ich diese Routine so dermaßen. Finde mich nicht zurecht in einem geregelten Umfeld, nachdem ich mich schon so lange sehne. Warum möchte ich einfach mal an meinem Kassettendeck auf die Pause-Taste drücken um alles anzuhalten. Mich niederlegen aus die Straße, zwischen all den aufgehaltenen Autos. Mir die Seele aus dem Leib schreien, ohne überraschte und wertende Blicke von den erstarrten Menschen in meiner Umgebung erwarten zu müssen.

Doch leider gibt es keine Universalfernbedienung für das Leben, keine Pausetaste zum Anhalten. Alles setzt sich fort, nimmt seinen Lauf. Ohne nach Interesse oder Erlaubnis zu fragen. Es passiert einfach und passiert. Passiert immer und immer wieder. Was hat sich verändert. Nichts, rein gar nichts. Immer noch bin ich der kleine Junge, immer noch der junge Mann. Mehr nicht. Und doch rotiert alles. Die Welt dreht sich um die eigene Achse, aus Tag wird Nacht wird Tag. Und die Schambereichsgesellschaft, in der wir leben, saugt alles auf. Wie gefräßige Schwämme, die nur dann richtig leben können, wenn sie jeden Scheiß in sich haben. Immer nur nicken und in ihrer Prüdheit verstumpfen und versumpfen. Verdammte Rotation. Verdammte Fortsetzungscharakter des Lebens. Teil eins. Teil zwei. Teil zwanzig. Fast ohne Übergangsschwierigkeit, der sofortige Anschluss, kein Ende in Sicht. Schlechte Slapstick-Melodramatik. Mehr nicht. Und keine Möglichkeit um- oder auszuschalten.

Der Schmerz ist immer noch da. Macht keine Anzeichen, sich bald wegzubewegen. Er bleibt und wird a part of me. Ein Teilchen des Ganzen. Er fühlt sich komisch an, nicht gut. Okay, zugegeben, kaum ein Schmerz fühlt sich ernsthaft gut an. Aber es ist so anders. So unterschiedlich. Man kann ihn nicht mit einem Pflaster eindämmen, mit einer Tablette abtöten. Er ist da. Geht irgendwann wieder. Und kommt auch unangekündigt zurück. Und es tut weh. So verdammt beschissen weh.

Was ist es? Der Zweifel an mir Selbst. Die schnelle Weiterentwicklung meines Ichs. Meine Art, wie ich bin, wer ich sein möchte. Ich weiß es nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert