
Sie haben gesagt, es würde Regen geben,
doch wir sitzen hier seit Stunden, trinken Wein
und sind einfach nur am Leben.
Bis unsre Welt zerbricht, es dunkel ist.
Die Auffahrt zum Haus meiner Eltern, ich seh‘ die Hausnummer und hinein bei den Fenstern, die mein Zimmer umranden und plötzlich fühlt es sich wieder einmal so an. Fühlt es sich so an, als wäre das hier nur nichts. Ein Haus mit Funament, recht hässlich und alt. Ohne Keller, wohlgemerkt. Und nicht mein Zuhause. Hier komm‘ ich immer nur her, alle zwei oder drei Wochen für zwei Tage. Und bin trotzdem immer unterwegs, komme doch nur zum Schlafen hierher.
Und auch diesmal ist es nicht anders. Die Zigarette, die wir vier noch vor dem Haus rauchten, und die Geschichten, die wir uns alle noch erzählten, bis die drei wieder in zwei Autos und ich in das Haus stiegen, um den Tag zu beschließen. Und niemand hat mir erklären können, wieso und weshalb. Und vielleicht zum ersten Mal seit Langem, (oder ist das jetzt nun schon Dauerzustand?) fühle ich mich nicht traurig. Fühle mich nicht traurig, dass das, was ich damals immer als mein Zuhause kannte, nichts mehr für mich ist.
Und dann das Treffen auf diesem einen exorbitant großen Parkplatz des wahrscheinlich doppelt so großen Supermarkts. Für eine Zigarette. Wir lehnen gegen unsere Autos, und planen schon weiter und atmen warme Nachmittagsluft. Um uns herum suchen Gestresste eine freie Parklücke und hupen, steigen auf die Bremse. Vollkommen hilflos.
Am Abend werfen wir schließlich Fleisch auf den Griller. Sitzen zu acht in der Sonne, die gerade dem Untergang zugeneigt ist. Rauchen, trinken Radler, spielen Volleyball, suchen Chuck Norris Witze und erzählen uns Porno-Titel. Warten bis es zu kalt draußen ist, und gehen rein. Nur um später noch auf eine Party am See zu fahren. Wo Leute ohne Shirt bei den knappen Plusgraden abfeiern und alle außer wir wirklich massiv betrunken sind.
Und dann ist da heute und ich gebe freiwillig kostbare Zeit hier her um nicht hier zwangläufig hier zu sein. Und packe mich in Hemd und Sakko und in die neuen Lederschuhe und die Jeans, die eigentlich noch voller Weißwein ist, der am Freitag über sie geschüttet würde. Und fahre irgendwann im Laufe des späten Nachmittag auch wieder weg. Zurück.
Und wisst ihr, was das Besondere daran ist? Es fühlt sich gut an. Schön an. Genau richtig. Ich genieße, und bin wahrscheinlich (selber fällt das einem ja nicht so auf) um einiges ruhiger, stiller, als ich es all die Zeit zuvor war. Das ist es, und das passt so. Weil. Wie lässt es sich denn schöner leben?

Es ist ein sedltsames Gefühl. Ich habe es dieses Wochenende wieder gehabt: Nach Hause zu kommen ins Elternhaus und zu realisieren, dass man sich dort längst nicht mehr zu Hause fühlt.