You Said.

Du sagst, es wär ganz normal. Alles wäre ganz normal. Was ist denn etwa anders? Du sagst.

Die Wiese, das Gras. Alles ist wieder grün, gesäumt von Gänseblümchen und Schlüsselblumen. Die Sonne wärmt, heizt den Boden auf und wärmt auch uns. Im Sommeroutfit liegen wir hier und du sagst. Sagst Worte, die ich nicht mehr hören will. Worte, die weh tun und doch nichts mehr als die Wahrheit sagen. Hör auf zu sprechen, lerne endlich, ausgiebig zu schweigen. Es ist viel schöner, still dazuliegen und den Lauf der Wolken zu beobachten. Hör auf zu sprechen.

Doch du sagst. Sprichst von Leben und von Tod, Gott und die Welt, Essen und Trinken, Mord und Totschlag. Ich hör dich nicht. Ich hasse es, wie du von allem sprichst. In dieser Abgehobenheit, Arrogant und mit dem Weltweisheit im Rücken. Du weißt gar nichts. Ich kann es dir zwar nicht sagen, aber du weißt nichts. Du sagst, dass jetzt alles wieder normal ist. Was ist normal? Nichts. Das war es nie, doch das verstehst du sowieso nicht. Du redest einfach weiter. Weißt ja natürlich alles besser.

Irgendwann hörst du auf. Stille. Hast wohl gemerkt, dass ich dir nicht antworte und geistesabwesend den Himmel betrachte. Entnervst richtest du dich etwas aus und möchtest mir in die Augen sehen. Ich drehe mich weg. Das bist also du. Jetzt, zum ersten Mal seit ich dich kenne, spüre ich es ganz genau. Du bist nicht der Mensch, den ich suche. Du kannst mir nichts geben. Du gibst mir viel zu wenig.

Ich drehe mich weg, und irgendwann finde ich mich wieder. In der Kälte und dem letzten Rest Schnee, in Frost, mitten auf der Wiese. Ich zittere. Du bist weg. Hast schon lange nichts mehr gesagt. Auf dem gebrochenen Gras kann ich noch die Spuren entdecken, die dich von mir wegführten. Und als ich mich auf den Rücken drehe, und in den eisigen Himmel blicke, kann ich nur eines sagen. Du fehlst.

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