Allein. Mit Dir.

Single-Leben

Du meinst, wir haben nicht richtig gesprochen. Ich habe nicht richtig gesprochen. Und dabei wollte ich doch gar nichts sagen. Wollte die Stille genießen. Mit dir. Allein mit dir.

Haben wir es heute also geschafft. Dass wir uns treffen. Nachdem ich dich zwei Wochenenden lang versetzt habe. Weil ich anderes im Kopf hatte. Was zwar natürlich sehr verständlich ist, und doch hätte ich das nie von mir erwartet, dass ich das so leichtfertig schaffe. Aber heute war eben dieser Tag, den ich mir schon so lange vorgenommen habe. Ein Treffen mit dir. Mit dir, die mir neun so wunderbare Monate, so voller Zweifel und Gedanken, und doch so voll Liebe und Zuneigung, Zärtlichkeit und dem schönsten Gefühl, bescherte. Die ich oft zu vergessen wünschte, und die doch immer in meinem Kopf blieb. Als Gedankenbeschwerer und Gefühlsjongleur. Zu dir führte mich heute dein Weg.

Und als die am Telefon während der Fahrt zu mir sagtest, dass du nicht unbedingt auf einen Kaffee gehen willst, war ich anfangs überrascht. Dein Einfall, einfach mal so nur zu spazieren aber, hat diesen Tag noch viel schöner gemacht, als ich es mir erhofft habe. Die Abermillionen von kleinen Schneekristallen, die unsere Jacken, Schuhe und Mützen eindeckten wurden hinweggeschmolzen von den Worten, die wir wechselten. Du glaubtest immer, ich wolle dir so vieles erzählen. So vieles von der Seele reden. Doch deswegen war ich nicht gekommen. Ich war einfach nur gekommen, um dich nicht zu vergessen. Um dein Gesicht, dein Lächeln, deine Stimme nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Als mich ein Schneeball traf, fühlte ich mich wunderbar. Meine erste Schneeballschlaft für diesen Winter mit dir. Wie kleine Kinder, die sich zwischen parkenden Autos versteckten und den Anderen ins Visier nahmen. Ich habe dich all die Monate nicht aus meinem Visier verloren. So viele Male bin ich auf dem Heimweg von Freunden bei deinem Wohnhaus vorbeigefahren, mit dem wahnsinnigen Wunsch, dass du einfach mal so dastehst, und ich dich … zufällig hier treffe. Und heute gingen wir, durch die Schneelandschaft. Rutschten mehr oder weniger freiwillig diesen Hügel hinab. Redeten über die Geschehnisse in meiner Familie. Über die Schule und über was weiß ich. Du redetest viel. Doch ich mag es, wenn du erzählst. Ich höre deine Stimme gerne.

Und als wir dann bei dir in der Küche einen Tee tranken. Die Stille nahm uns ein. Diese wunderbare Stille. Und der immer wieder auftauchende Blick zu dir. Nur um deine Schönheit zu fassen. Ich habe es genossen, dieses Schweigen. Schön drei Stunden waren es bei dir. Schön war es. Wundervoll. Und meine Umarmung zum Schluss konnte nicht mal im Geringsten meine Freude über diesen Abend herüberbringen. Ich hätte dir einen Kuss auf den Mund geben wollen. Hätte dich so fest umarmen wollen. Dir über dein Haar streichen. Doch auch diese Umarmung war wundervoll.

Ich weiß nicht, wie wir darauf zu sprechen kamen. Du hast jetzt einfach keine Zeit für einen Freund. Schön. Muss ich akzeptieren. Ich warte. Warte. Warten macht mir Spaß. Ganz ehrlich. Vielleicht hast du wieder Zeit dafür. Ich selbst bin jetzt ja meistens unter Stress. Also würden wir, zeitlich gesehen, nicht so schlecht zusammenpassen. Du fehlst. Weißt du? Du liest das hier wahrscheinlich nicht. Schon lange hast du aufgehört, hier zu lesen. Aber du fehlst. Mir fehlt die Erinnerung an diese eine Nacht, als wir miteinander einschliefen, und ich am Morgen minutenlang dich beim Schlafen beobachten konnte, bis auch du aufwachtest. Das fehlt. Dieses Gefühl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert