
Mit der Hand auf deiner Brust und den Augen voll Ungewissheit. Dein Herz scheint zu schlagen, unter der Last des unentbehrlich nach dir flehenden Todes. Doch du lebst und bist bei mir. Ein Teil meiner Persönlichkeit und der Traum eines jeden Menschen. Ziel für viele Blicke und Treffpunkt vieler Neider.
Wir sitzen uns auf, lehnen uns in dieser schmalen Gasse an die Hausmauer. Sitzen nebeinander. Meine Jeans hat einen leichten Braunton auf meinem Schienbein. Wir beide atmen tief durch, waren wir doch Flüchtlinge vor dem Regime des Lebens. Du nimmst meine Hand. Drückst fest zu, um mir zu zeigen, dass wir weiterlaufen müssen. Ich blicke dich an, und werde Opfer deiner Augen. Du missbrauchst mich mit deinem Blick, ich spüre den Schmerz in mir, und es geht mir gut. Du springst auf und ziehst mich hoch. Ich spüre mich nicht mehr, verliere die Dunkelheit aus dem Augen.
Du hast so weiche Hände. Und deine Haare wehen im Wind, der durch unsere Bewegungen entsteht. Hat dir schon mal jemand gesagt, wie außergewöhnlich hübsch du bist. Diese blinde Welt, die du als deinen Spiegel einzunehmen versuchtest. Die Worte der Stummen zerbrechen in der Gewalt der Anderen. Ich kenne die Gegend hier nicht. Und doch kommt mir alles so bekannt vor. Haben wir uns verirrt, frage ich dich. Doch du antwortest nicht. Du hast schon den ganzen Abend nichts mit mir gesprochen. Ich vermisse deine Worte und den Hauch der Luft, die du geatmet hast.
Und während du mich ziehst, ich manchmal hinter, manchmal neben dir laufe, vermisse ich jedweden Zweifel. Aus purem Vertrauen folge ich dir durch diese Dunkelheit. Du scheinst dich ja auszukennen. Du musst eigenartige Augen haben, ich kann nicht mal Umrisse vernehmen und du wanderst vorbei an all den Hindernissen. Wovon laufen wir eigentlich davon. Vor irgendeiner Macht? Vor der Welt? Vor uns? Waren wir hier nicht schon einmal. Diese Dunkelheit kommt mir bekannt vor. Da hinten aber, da. Siehst du. Da ist Licht. Da sind Menschen. Da will ich hin. Es geht steil bergauf, und während wir, eigentlich schon außer Atem, dort hochspringen, stürze ich.
Ich verliere den Kontakt zu deiner Hand. Verliere den Kontakt zu dir. Bleibe liegen, das Licht da hinten erlischt. Die Dunkelheit nimmt mich wieder ein. Ich weiß nicht wo ich bin. So lange hast du mich geführt, ich bin dir mit blindem Vertrauen gefolgt. Du hast mich fallen gelassen. Und ich muss jetzt wieder zurechtkommen. Verlassen und alleine. Ohne zu wissen wohin. Es wird wohl lange dauern, bis ich den Weg zurück gefunden habe. Und bis dahin schlägt mein Herz. Im Dunkeln.

ich wollte dir nur mal sagen das der text einfahc wunderschön ist vielen dank dafür