We Never Change.


Über mein Unvermögen zu Weinen, aus tiefstem Inneren heraus, habe ich schon geschrieben. All die Erlebnisse, Erfahrungen, all die Worte der letzten Tage lassen mich aber irgendeine verdammte Fernsehsendung sehen und die Tränen finden von ganz alleine ihren Weg.

Oper ist für mich ja sowieso Gänsehauterzeuger Nummer Eins. Wenn ein dicker Paul Potts Nessun Dorma vorträgt, kann ich kaum atmen. Und wenn ein siebzehnjähriger Deutscher seine Opernstimme nach außen trägt, sitze ich einfach nur da, bekomme ein Gänsehaut, fange an zu zittern und kämpfe gegen die Tränen an. Bis ich nicht mehr kann. Und all diese Gedanken, all diese erdrückenden Gefühle, die Angst, die Wut, der Zorn, die Liebe, alles auf mich einstürzt und die Welt immer mal wieder etwas mehr aus den Fugen gerät.

Ich habe nicht geheult, ich habe auch nicht zu weinen angefangen, wegen der Ereignisse. Ich habe durch die Musik zu weinen angefangen. Die mich so sehr bewegt hat, und mich nicht mehr losließ. Die mich dazu brachte, alles rauszulassen. Und seit eben diesen drei, vier Stunden bringt mich das kleinste Melancholische, das minimalste Gänsehauterzeugende aus der Fassung. Und so soll ich mich jetzt also aus dem Haus trauen? So soll ich jetzt also in einen Taizé-Gottesdienst gehen, wo es um Besinnung, um innere Ruhe und inneren Frieden geht. Ich befürchte fast, dass ich die eine oder andere Träne vergießen werde.

Nichts hält mich wach und nichts lässt mich schlafen. Ich bin gerade in so einer Welt, aus der ich aufwachen möchte. Aus der ich mich rausboxen möchte. So lange möchte ich meinen Kopf gegen die Wand schlagen, meine Faust gegen meinen Kopf, bis die Welt wieder ruhig ist. Bis alles wieder passt. Gott sei Dank habe ich es nicht unbedingt so mit selbstzerstörerischen Aktivitäten. Aber es ist nicht nur ein Tag, an dem sich die Welt bitteschön ins Knie ficken soll. (Erstauspruch: hoch21) Nein, es sind schon mehrere Tage. Es werden vielleicht Wochen. Bis die Welt entgültig aus den Fugen geraten ist, und ich endlich dazu bereit bin, mich umzustellen.

Coldplay in Momenten wie diesen zu hören, tut gut und weh. I never meant to do you wrong. Es tut weh. Die Gedanken. Das Gefühl vollkommener Hilflosigkeit.

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About the author

Sophia Bennett is an art historian and freelance writer with a passion for exploring the intersections between nature, symbolism, and artistic expression. With a background in Renaissance and modern art, Sophia enjoys uncovering the hidden meanings behind iconic works and sharing her insights with art lovers of all levels. When she’s not visiting museums or researching the latest trends in contemporary art, you can find her hiking in the countryside, always chasing the next rainbow.