Alleine.

„Wir werden immer alleine sein.“, flüstert sie in mein Ohr und ich will nicht begreifen, was sie mir damit zu sagen gedenkt. Doch meine Gedanken spinnen sich ihren Weg und ich lasse mich mitreißen, von dieser Ahnungslosigkeit, von dieser Aussichtlosigkeit. Will vergessen was war, und begreifen, was schlussendlich ist. Aber im Grunde ist es vollkommen irrelevant, wie man hierher gekommen ist. Hier, zu diesem Punkt, an dem die wortlose Sprache zu überwiegen droht.

Wie lange ist es eigentlich her, seit ich damals, seit wir. Seit wir uns kennengelernt haben, uns das erste Mal sahen? Vielleicht ein paar Monate, vielleicht ein halbes Jahr, keine Ewigkeit. Nichts Gröberes, nur etwa ein paar hundert Tage. Damals, in diesem Zug, in einem dieser Züge.

„Mein Name ist Noah.“, werfe ich in einen Dialog ein, der gerade sein Ende zu finden scheint. Die junge Frau mir gegenüber steht plötzlich auf, kurz bevor der Zug seinen Stillstand findet, grinst mir zu, nimmt ihre Leinentasche und meint nur ein leises „Tschüss, Noah.“ Und schon ist sie weg. Ist weg, so schnell und leise, wie sie auch in meinem Leben aufgetaucht ist.

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 1 „Heimat“]

Freunde.

Emilys Frage, und all meine Ausschweifungen haben wieder viele Gedanken aufgeworfen.
Hannah und ich. Meine Erlebnisse mit ihr. Sie haben mich zu dem gemacht, was ich bin.
Zum briefeschreibenden Typen, zum harmoniebedürftigen Nachdenkmenschen. Zum
Ewigkeitshasser. All das bin ich wegen ihr geworden. Und bis ich Emily kennen-, bis ich sie
liebengelernt habe, habe ich dieses Gefühl, diese Schmetterlinge, dieses Gefühl eine Frau auf diese Art und Weise so nah zu sein, bis dahin habe ich es vermisst.

„Und ihr habt euch im Guten getrennt oder etwa nicht?“
– „Doch, doch. Wir haben uns, nachdem wir beschlossen haben, Schluss zu machen, sogar
noch stundenlang am Küchenboden unterhalten, haben geredet, gelacht. Und geschwiegen. Es fühlte sich wirklich richtig an. So … wie ein perfektes Ende einer beinahe perfekten Beziehung, sozusagen.“
„Und dann?“
– „Dann haben wir etwas Unmögliches versucht.“
„Was denn?“
– „Freunde zu bleiben.“
„Was ist daran unmöglich. Klar … es ist schwierig, aber unmöglich?“
– „Naja, die meisten Leute vergessen, dass es in einer Beziehung in erster Linie um Liebe geht. Kennt man sich zuvor noch nicht allzu lange, so ist danach immer noch nichts da, worauf man aufbauen könnte. Viel besser wäre es, zu sagen: ‚Lass uns Freunde werden.‘, findest du nicht?“
„Hm.“
– „Weil Liebe nicht Freundschaft ist. Umgekehrt vielleicht. Auf einer Freundschaft kann man wunderbar eine Liebe aufbauen. Aber andersrum? Unmöglich. Da muss man bei Null beginnen. Von Grund auf.“
„Vielleicht hast du recht.“
– „Emily?“
„Mhm?“
– „Lass uns Freunde werden, Emily. Okay? Bitte! Lass uns Freunde werden.“

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 15 „Berührungen“]

Ein guter Tag irgendwie.

Meine Hand zu einer Faust geformt reibe ich mir die Augen. Alles tut weh. Mein Rücken schmerzt und das Gefühl in meinen linken Arm scheint gerade erst wieder zurückzukehren. Das Buch ist immer noch geöffnet, nur die Seite ist nicht mehr die Gleiche als damals, als ich eingeschlafen bin. Was waren das jetzt? Drei Stunden?

Ich fühle mich elend. Um neun, halb zehn war ich im Studentenheim, habe mein bisschen Gepäck ausgepackt, das Bett frisch überzogen. Ich war müde, wollte schlafen. Ich hätte es auch bitter nötig gehabt. Aber Wien ist anders, wisst ihr. Kaum glaubt man, es sei endlich Ruhe eingekehrt, wird das Zimmer mal wieder durchflutet von vorbeifahrendem Blaulicht, die Stille durchbrochen von quietschenden Reifen. Deshalb habe ich mir das Buch gekrallt, habe zu lesen begonnen und bin, meinen Kopf auf der Hand abgestützt, eingeschlafen. Und das war ungefähr vor 3 Stunden. Aber ich weiß es ja, es ist alles nur Gewöhnungssache.

Zu viel Neues hier und zu schnell das Ganze. Ich werfe die Bettdecke zurück, schlüpfe mit den Beinen heraus und wage die ersten Schritte dieses Tages. Mir ist schwindelig und im Grunde genommen wäre jetzt der genau richtige Zeitpunkt, um mich zu übergeben. Zum Glück aber habe ich seit einiger Zeit nichts mehr gegessen. Der Aufregung wegen. Und dieses Unvermögen, sich zu übergeben, verstärkt leider noch viel mehr dieses ungute und flaue Gefühl in meinem Oberkörper. Ich öffne das Fenster, sehe raus. Diese Stadt schläft nie.

Schon jetzt, es ist gerade mal halb 7, sind die Straßen wieder übervoll gefüllt und ich befürchte beinahe, dass sich das seit meiner Ankunft nur minimal verändert hat. Und obwohl, wenn man auf der Autobahn nach Wien fährt, beim Ortsschild „Wien“ ein Hupverbot für das gesamte Stadtgebiet bemerkt, scheint sich niemand daran zu halten. Da, schon wieder. Es dröhnt in meinem Kopf.

Ich versuche mich daran zu erinnern, was mir Freunde empfohlen haben. Die Meisten wissen, dass ich solche Umstellungen wie diese, solche Neubeginne, solche Bottom-Up-Dinger für mich furchtbar unangenehm sind und ich mich nur unter starkem Druck daran gewöhne. Aber eine Freundin meinte, am Schnellsten würde man Bekanntschaften in Gemeinschaftsküchen von Studentenheimen finden. Jetzt soll ich mich also auf das freie Schlachtfeld frischer Neo-Studenten wagen. Mein Herz pocht in meinen Ohren. Ich bin nicht gut in solchen Dingen. Der erste Kaffee, den ich mir hier in Wien gekocht habe, schmeckt wie der letzte Dreck. Ich sitze am großen Tisch, lese die Zeitung, die heute schon vor meiner Tür lag und warte. Manchmal huscht jemand vorbei, ich kann es durch die offene Tür beobachten, aber scheinbar ist es hier wohl nicht so angesagt, sich in der Gemeinschaftsküche etwas zu kochen. Ich gehe zurück in mein Zimmer. Da werde ich wohl erst zu Mittag den nächsten Angriff starten können. In meinem Zimmer starte ich nur noch den iPod, leg‘ mich aufs Bett und blicke an die Decke. Warum ist bloß jeder Anfang so schwer? Und warte, bis die Zeit endlich vergangen ist.

»Hey! Ich bin Sarah!«

Es ist Mittag. Als ich gerade versuche, mein unglaublich aufwändiges chinesisches Nudelgericht nicht anbrennen zu lassen (die einzige Aufgabe, laut der Anleitung auf der Packungsrückseite), scheint mich das erste menschliche Wesen entdeckt zu haben.

»Oh. Hey. Noah!«

Relativ umständlich übernimmt meine linke Hand die wichtige Herausforderung und den Kochlöffel zu übernehmen, damit ich ihr meine Hand reichen kann. Hübsch.

»Auch neu hier?«
– »Mhm. Gerade frisch angekommen. Und du?«
»Ja. Ebenfalls. Also nein. Eigentlich bin ich schon seit ungefähr zwei Wochen da. Ich hab‘ mir gedacht, das würde mir helfen, damit ich mich an diese neue Umgebung gewöhne.«

Eine kluge junge Frau ist das. Darauf hätte ich eigentlich auch kommen können. Aber wahrscheinlich ist mir der Abschied zu schwer gefallen und die Angst vor dem Neuen hat eine nicht zu unterschätzende Größe entwickelt. Ich weiß es nicht. Aber zumindest diese Nacht wäre wohl mit mehr Schlaf belohnt worden. Oder?

»Ich hab‘ kaum geschlafen. War wohl eine zu heftige Umstellung für mich.«
– »Von wo kommst du denn?«

Und so erklärte ich ihr meiner Vergangenheit als Landkind und träume ihr vor, wie mein Leben als Stadtkind auszusehen habe. Sarah geht es genauso. Für sie war sogar die Anreise eine noch größere Hürde. Man mag es kaum glauben, wie verzweigt sich Österreich so manches Mal gestaltet.

»Kommst du frisch von der Matura?«
– »Mhm. Und auch frisch von der Maturareise.« Sarah lacht. So wie die meisten der rund 10.000 Leute, die ihren Abschluss in irgendeinem All-inc-Club feiern und manchmal nur mehr wenige Erinnerungen daran haben. »Und du?«
»Zivildienst.«

Im Laufe des Gesprächs erfahre ich noch so einiges über die junge Frau, die es wagte, die Erste zu sein, die mich in der neuen Stadt begrüßte. (Außer vielleicht der U-Bahn-Sprecher, der einen jeden „Zug fährt ab“ ins Gesicht brüllt.) Und von allen Gesichtern und Namen, die ich in den nächsten Tagen und Wochen erfahren werde, wird sie einen Ehrenplatz bekommen. An sie wird sich alles orientieren. Keine Ahnung, ob ihr das jetzt in diesem Moment, während des Gespräches schon bewusst geworden ist.

»Kennst du schon andere aus diesem Stock hier?«
– »Mhm. Also noch nicht so viele. Aber du warst wohl einer der Letzten, der nun wirklich hier eingezogen ist. Die Anderen sind schon mindestens eine Woche da.«

Shit, denk‘ ich mir. Vor meinem geistigen Auge überlege ich, ob da doch nicht etwas Anderes im Kalender und auf der Internetseite meiner Uni gestanden ist. Nein. Puh.

»Und? Findest du sie nett? Also so auf den ersten Eindruck?«
– »Mhm, ja schon. Sind zwar viele noch viel zu schüchtern, aber hey, das wird schon noch.«

Sie lacht und setzt sich zu mir an den Tisch, ihre Tasse dampfenden Tees, den sie sich während unseres Gesprächs vor ihr und ich über meiner chinesischen Nudelpfanne brütend. Sie scheint einer sehr selbstständige Frau zu sein, keine, die auch nur annähernd auf den Mund gefallen ist. Eine sympatische junge Frau, mit der ich wohl noch unzählige Gespräche führen werde. Meine Nudeln (sie schmecken wie … Unbeschreibliches) werden hinuntergeschlungen und als ich mein weniges Geschirr abspüle, fragt mich Sarah von schräg hinten: »Rauchst du eigentlich?«

– »Mhm.«
»Sehr gut. Dann wirst du also von nun ein mein Rauchpartner. Hast du Lust?«

Sie zückt ihr Päckchen, öffnet es und hält es mir entgegen. Sie weiß, wie man jemanden die Schüchternheit nimmt. Wir gehen raus, auf den Gang, hier darf man nämlich so ganz offiziell rauchen, lassen uns auf den Boden fallen und reden weiter. Ein guter Tag irgendwie.

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In der Gegenwart angekommen.

In der Gegenwart angekommen. Vieles hat sich verändert, vieles ist nun vollkommen anders. Anders als ich es selbst erwartet habe. Hannah habe ich noch ein, zwei Mal gesehen. Selbst wenn ich mit meinen Freunden ausging, sind wir uns kaum begegnet. Es hat lange gedauert, bis ich über den Schmerz, den unsere gemeinsame Unfähigkeit uns ganz einfach zu lieben, in mir verursacht hat, hinweggekommen bin. Und auch heute noch denke ich oft an die schöne Zeit, die wir miteinander verbracht haben, zurück. Ja, es war eine schöne Zeit.

Gerade bin ich auf dem Weg nach Wien. Stehe am Bahnhof, wo vielleicht noch zwei oder drei andere Menschen auf denselben Zug in die gleiche Richtung warten. Meine Sporttasche ist kaum gefüllt, mein Kopf schon wieder irgendwo anders. Im Grunde genommen habe ich noch sehr wenig realisiert, dass sich mein Lebensmittelpunkt schon in Kürze von diesem einen provinziellen Menschenhaufen in die 1,5 Millionen Metropole verlagern wird. Im Moment denke ich einfach nur daran, wie ich die zweieinhalb Stunden andauernde Zugfahrt bestmöglich überbrücken kann.

Ich habe nicht viel geliebt in den letzten zwei Jahren. Natürlich gab es da das eine oder andere Mädchen, in welches ich mich verkuckt habe, manchmal gingen meine Gefühle sogar darüber hinaus. Aber ungefähr jedes Mal bin ich damit auch auf die Fresse gefallen. Einseitigkeit tut einer Beziehung niemals gut, selbst wenn sie gerade erst im Entstehen ist. Es waren hübsche junge Frauen, nett, liebenswürdig. Aber irgendwie verspürten sie eben nicht dasselbe wie ich und immer mal wieder bin ich dann im Regen gestanden, kurz nachdem meine Gefühle und meine Erwartungen alles zu übersteigen schienen. Es hat sich nicht viel getan in den letzten paar Monaten. Nicht viel.

Ich habe die Schule abgeschlossen, nicht mit Bravour, aber schließlich doch irgendwie. Und ich habe meinen Zivildienst abgeleistet, scheinbar ebenfalls nur irgendwie. Ich habe den Sommer genossen und die Nächte gelebt. Ja, selbst wenn es mir die Liebe so schwer machte, sie zu mögen, hat das Leben mich immer weiter und weiter gezogen bis ich bemerkte, dass ein beinahe andauerndes Lächeln auf meinem Gesicht ruht. Der Zug fährt ein.

Jetzt im Nachhinein erinnert mich die Szene des Einsteigens in den schon da überfüllten Zuges an die vielen Filmszenen amerkanischer Antikriegsfilme, als die jungen Rekruten, nur bepackt mit einer Tasche und vielen Erinnerungen, in den Bus stiegen, um die Reise ins Ungewisse aufzunehmen. Es wirkt vielleicht ein wenig melodramatisch, aber schließlich war ich bisher erst ein oder zwei Mal in Wien und wagte somit einen sehr überraschenden und doch schon jahrelang geplanten Weg in die Großstadt.

Es wird getuschelt, ich werde hie und da angesehen als wäre ich vom Mond, vorsichtig zwänge ich meinen Körper und das Gepäck an unnötig den Weg versperrenden Gesellschaften. Bis ich schließlich irgendwo einen freien Platz finde, auf einem dieser Vierer-Plätze, in deren Mitte sich ein kleiner Tisch befindet. Meine Sitznachbarn nicken nur, als ich frage, ob denn dieser eine Platz frei wäre, und setzen dann unentwegt ihre Konversation fort. Über die Wetterkapriolen der letzten Tage reden sie, und so bleibt mir nichts anderes übrig, als hurtig den iPod auszupacken, die Kopfhörer einzustöpseln, auf »Play« zu drücken und schließlich mit geschlossenen Augen und dem Kopf gegen das Zugfenster gelehnt, einzuschlafen.

»Ihre Fahrkarten, bitte!«

Mit einem Mal bin ich wieder wach, blicke mich vollkommen überfordert im ganzen Zug um und versuche durch das Fenster hindurch in der Dunkelheit herum Umrisse zu entdecken, die mir verrieten, wo wir uns jetzt gerade befanden. Erst ein paar Sekunden später realisiere ich, dass der Zugschaffner immer noch auf meine Fahrkarte wartete, und beginne hektisch in meiner Tasche zu wühlen.

»Hier, bitte!«

Klick-Klack.

So viel Aufregung wegen so wenig Klick und Klack. Nachdem ich meine Geldbörse wieder verstaut habe, die Kopfhörer wieder richtig platziert, sucht mein Kopf schon wieder den Weg in Richtung Zugfenster, als ich bemerke, dass sich die Umstände hier im Waggon verändert haben. Es ist eindeutig leerer geworden. Nur wenige, die schon da saßen, als ich einstieg, befinden sich jetzt noch im Zug. Scheinbar eine ganze Schulklasse hat das Abteil verlassen. Und zu guter Letzt bemerke ich, dass eine hübsche, junge Frau meine neue Sitznachbarin ist. Sie sieht mich an, grinst bis über beide Ohren und meint nur: »Hey!«

Verdammt. Ich war ihr aufgefallen. Und wahrscheinlich grinst sie nur, weil ich mich gerade so furchtbar idiotisch anstellte, als mich der Schaffner überraschte. Bitte keinen Smalltalk, bitte keinen Smalltalk. Bitte keinen Smalltalk.

»Hey!“«
– »Sorry, dass ich lache. Ähm, es sah einfach so lustig aus, als du aus dem Schlaf hochgeschreckt bist.«

Mir ist das natürlich peinlich. Aber wenigstens ist sie ehrlich und sagt frei heraus, warum ich sie so wunderbar belustigte.

»Das sind die schlimmsten Momente. Ich bin furchtbar, so kurz nach dem Aufwachen. Da sollte man mich liebe nicht ansprechen.«

Vielleicht springt sie ja auf diesen Zug auf und versucht nicht weiter, dieses relativ belanglose Gespräch aufrecht zu erhalten. Denn, es ist spät nachts und ich habe einfach keine Lust, mit wildfremden Leuten Smalltalk zu führen. Vor allem im Zug, wo es kaum eine Fluchtmöglichkeit gibt.

»Wie weit fährst du?«, fragt mich die junge Frau schräg gegenüber. Sie hat scheinbar keine Lust, still zu sein.
– »Wien. Und- … und du?«
»Mal sehen. Keine Ahnung.«
– »Das ist ja mal eine Ansage.«

Traumapplaus.

Das Buch entsteht.

Seit Februar 2008 geht mir meine Idee von „Volle Distanz. Näher zu dir“ nicht mehr aus dem Kopf und obwohl ich immer und immer wieder darüber nachdenke und zum ersten Mal eine Geschichte zu einem großen Teil durchgedacht wurde, stolpere ich immer wieder über die ersten paar Seiten. Mein letzter großer Versuch zwischen März und April brachte rund 3.500 Worte. Und doch nicht die erhoffte Zufriedenheit. Jetzt bin ich einfach ganz persönlich an einem Punkt angelangt, an dem mein Leben einfach nur schön ist. Mit all seinen Holprigkeiten und Regengüssen. Vielleicht bin ich auch einfach nur seit langem wieder einmal richtig glücklich. Jetzt möchte ich es tun und jetzt werde ich es auch.

„Volle Distanz. Näher zu dir“ ist ein Herzensprojekt. Eine autobiografische Fiktionsgeschichte. Ein Traum von mir. Träume müssen wahr werden. Und wie Klaus Werner Lobo gestern so schön sagte: Wir werden viel zu selten nach unseren Träumen gefragt. Und noch seltener bekommen wir dafür Applaus. Das ist mein Traum. Und jetzt, heute, an diesem wunderschönen Tag will ich erneut beginnen. Und nicht ruhen, bis diese dreißig-, vierzig- oder fünfzigtausend Worte hineingetippt wurden.

Eigentlich wollte ich meinen kompletten Web 2.0 – Rückzug anmelden, bis der letzte Punkt des Buches abgetippt wurde. Aber das werde ich nicht schaffen. Nur der Blog wird ähnlich hoch frequentiert sein, wie aktuell. Hier mal ein Beitrag, da mal zwei … ein paar Tage gar nichts. Und wenn ich mich dann wieder richtig zurückmelde, dann wird das wohl auch etwas mit Bombast und Pomp zu tun haben. Efficient Web 2.0ing for me.

Immer mal wieder werde ich Leseproben online stellen, zwischen all den anderen Beiträgen hier. Ich bin über Lob und Kritik erfreut. Und ja, ich werde auf irgendeinen Berg hinaufklettern, und oben dann die Hände von mir strecken, einen lauten Schrei von mir geben und eine Flasche Champagner köpfen. Weil der Traum endlich Wirklichkeit werden konnte.  Und bis dahin, so verspreche ich euch, lest ihr nichts mehr von „Volle Distanz. Näher zu dir“. Von meinen Versuchen und den Rückzugen. Nein.

Und von da an dürft ihr mich bitteschön Dominik, 21, Künstler (FH-Student, geringfügig beschäftigt) nennen. Oder Schriftsteller. Was auch immer. Wobei für mich mitunter das Schreiben die schönste aller Künste sein kann. [Und von mir aus könnt ihr mich auch weiter einfach nur Dominik nennen.]