Landungsbrücken Raus.

Eine Ladung Gefühlsballast. Und ganiert mit Gedankenschrott. Zum hier essen.

Wieder werde ich nicht genügend Schlaf bekommen. Weil ich mit vollem Kopf im Bett liege und meine Gedanken sortiere. Logisch – Unlogisch – Logisch – …. Immer weiter geht es. Und ich habe so viele in meinem Kopf. Vielleicht sollte ich einfach alle als logisch einstufen. Logisch, weil sie einfach die meinen sind. Meine Gedanken und meine Gefühle. Die sind nicht richtig oder falsch, die sind einfach. Und das müsste ich akzeptieren und mich darüber freuen oder doch etwas Angst verspüren. Mein Kopf ist voll damit. Ich liege hier, und will die Augen einfach nicht schließen. Will die ganze Nacht hier liegen bleiben und nachdenken. Über alles und über genau jenes. Weil es viel zu schön ist, Gedanken daran zu haben. Und Gefühle zu spüren. Genau dieses eine. Vergessen geglaubt, und doch existent. Und schöner als so vieles zuvor.

Zweifel prügeln mich und Fragen nerven. Augen zu und durch, Junge. Sei nicht schon wieder so … dieses Gespräch mit meiner besten Freundin. Und irgendwann der Punkt, an dem ich zu der Stelle in meinem Leben komme, an der ich alles bereue. Dass ich nichts riskiert habe und Zeit verloren habe. Dass meine ganze Jugend auf einem halben Dutzend Hirngespinsten aufgebaut war. Dass ich dieses eine wahre Gefühl von Liebe erst viel zu spät aber mit umso größerer Intensität zum ersten Mal verspüren durfte. Und dass ich nicht schon wieder ein solcher Waschlappen sein möchte. Dass ich nicht schon wieder irgendwann einmal an genau diesen Punkt der Vergangenheit, an dieses Hier und Jetzt ankomme, und mich am liebsten in einer dunklen Ecke verkriechen möchte, um mich richtig über mich selbst ärgern zu können. Ich möchte nicht schon wieder alles verlieren und doch steht zu viel auf dem Spiel.

Die Gedanken lassen nicht nach. Tagträume begleiten mich und jeder ruhige Moment wird ausgenützt. Ich werde stiller. Werde stiller und immer stiller. Möchte nicht reden. Möchte die Stille spüren und sie genießen. Werde versunkener und möchte einfach nur nachdenken. Nachdenken über mich und mein Leben und die Liebe und so frage ich mich und finde keine Antworten. Schreibe und finde keinen Sinn. Wovon spreche ich überhaupt. Was weiß ich schön. Ich fühle nur. Und es fühlt sich gut und richtig und wunderschön an. Und ich denke nur. Denke an das Mögliche und das Unmögliche, denke an den Schmerz und an die Hoffnung. Vielleicht wäre ein Schuss in die Kopfgegend nötig, um endlich den Kopf abzuschalten. Um die Rationalität abzutöten und dem Schönen, dem Herz-lichen zu zeigen, dass man am liebsten nur auf jenes vertrauen möchte.

Doch es geht nicht ganz weg. Bleibt. Man überlegt, was man tut, wenn man sich das nächste Mal wieder sieht. Und verhält sich trotzdem ganz anders. Man kommt sich vor, wie einer, der im Gedanken die Titanic baut, und am Schluss vielleicht nicht mal ein Floß sein Eigen nennen kann. Aber das bin nun mal ich, was soll ich tun. Ich denke. Bin ein verträumter Idealist. Das hat mir selbst der Test hier im Internet gezeigt. Wie recht er hat. Und so muss ich jetzt wohl. Es kann doch nur. Wie soll ich. Ich weiß es nicht. Aber ich muss. Augen zu, Junge.

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About the author

Sophia Bennett is an art historian and freelance writer with a passion for exploring the intersections between nature, symbolism, and artistic expression. With a background in Renaissance and modern art, Sophia enjoys uncovering the hidden meanings behind iconic works and sharing her insights with art lovers of all levels. When she’s not visiting museums or researching the latest trends in contemporary art, you can find her hiking in the countryside, always chasing the next rainbow.