Walk away.

 

Timi

4. Juni 2006 – 29. Oktober 2007

Oh no – here comes that sun again.
And means another day without you my friend.
And it hurts me to look into the mirror at myself.
And it hurts even more to have to be with somebody else.

And it’s so hard to do and so easy to say.
But sometimes – sometimes,
you just have to walk away – walk away.

Ein Jahr ist es schon her. Heute vor einem Jahr bekam ich die Nachricht. Du seist gestorben, plötzlich. Ich kann mich noch genau an jede Minute erinnern. Als ich angerufen wurde, als ich diese eine Stunde mit dem Auto nach Hause fuhr, und hoffte, dass das alles nur ein Scherz, ein sehr, sehr geschmackloser Scherz sei. Doch insgeheim wusste ich, dass es stimmen musste. Ich zitterte, die ganze Zeit. Zitterte und konnte nicht weinen. Konnte erst weinen, als mein Vater aus Amerika zurückgekommen war und wir endlich wieder als eine Familie am Tisch saßen. Nur du. Du fehltest.

With so many people to love in my life, why do I worry about one?
But you put the happy in my ness, you put the good times into my fun.

And it’s so hard to do and so easy to say.
But sometimes – sometimes,
you just have to walk away – walk away and head for the door.

Es hat seit diesem 29. Oktober 2007 keinen Tag gegeben, an dem ich nicht an dich dachte. Diese Momente begann ich mit der Zeit zu hassen. Sie machten mich fertig, ich konnte in diesen Momenten einfach nichts anderes tun. Als nachdenken. Und die Erinnerungen in meinem Kopf spulten sich immer und immer wieder ab. Ich habe eine Therapie wegen dir gemacht, und ich kann selbst heute noch nicht verstehen, wie ein Leben ohne dir nun schlussendlich aussehen könnte. Dein Tod hat mir die Familie wieder näher gebracht, du hast uns alle verändert. In der Art, wie du zu uns kamst, und in der Art, wie du auch wieder weg warst. Du warst ein Zauberwesen, wie ich zuvor noch keines geliebt habe.

We’ve tried the goodbye so many days.
We walk in the same direction so that we could never stray.
They say if you love somebody than you have got to set them free,
but I would rather be locked to you than live in this pain and misery.

They say time will make all this go away,
but it’s time that has taken my tomorrows and turned them into yesterdays.
And once again that rising sun is droppin‘ on down
And once again, you my friend, are nowhere to be found.

Ich habe nur noch ganz selten geweint. Erst kürzlich, vor deinem Grab, alleine. Als ich eineinhalb Stunden davor stand und dir erzählte, von all dem, was gerade in meinem Leben abläuft. Und als ich dir sagte, wie sehr ich dich vermisste. Jeden Tag, aufs Neue.

Ein Jahr soll das schon wieder her sein? Es hätte auch letzte Woche sein können, so haben sich diese Erinnerungen eingeschweißt. Die Nachricht vom Tod, das erste Mal auf meine Mama und deine Mama zu treffen. Den harten Mann zu spielen, der selbst in dieser Lage alles im Griff hat. Und irgendwann unter all diesem Druck zusammenzubrechen. Die Vorbereitung auf das Begräbnis. Und meine Rede. Über dich und mich. Über uns und das vor 250 Menschen, die gekommen sind, um von dir Abschied zu nehmen. Ich weiß alles noch, und würde es doch so gerne vergessen. Würde gerne am Wochenende aus Wien nach Hause kommen um dich endlich wieder in die Arme zu schließen. Um deine Nähe zu spüren, deine Nähe, deine Wärme und deine Liebe. Die so einzigartig, so wundervoll war. Und dein Lachen. Das selbst mein Herz, so finster es auch war in meinem Leben, immer wieder zum Lachen brachte.

Wie du vielleicht merkst. Du fehlst mir.

And it’s so hard to do and so easy to say.
But sometimes, sometimes you just have to walk away,
walk away and head for the door.
You just walk away – walk away – walk away.
You just walk away, walk on, turn and head for the door.

Und während deine Familie zur dir ans Grab geht, werde ich, so weit weg von daheim, einen anderen Platz besuchen, um eine Kerze für dich anzuzünden. Ich habe mich für den Friedhof der Namenlosen entschieden, welchen ich seit „Before Sunrise“ besuchen wollte. Dort zünde ich eine Kerze für dich an und für all die Menschen, die dort ihre letzte Ruhestätte fanden. Dieser Eintrag wurde mit den Worten von Ben Harpers „Walk Away“ unterstützt. Mein Song, der mich jedes Mal, wenn ich ihn höre, an dich erinnert.

Vielleicht lieber morgen.

Jetzt könnt ihr abschalten. Wirklich. Ich bitte euch. Das wars.

Ihr kennt das wahrscheinlich. Das Funkensprühen, wenn man sich in die Augen blickt. Der Schmetterlingssex im Bauch, der dieses Kribbeln erzeugt. Der Gedankenkollaps in wunschertränkten Hoffnungen. Jeder kennt das irgendwie. Und jeder weiß wohl, dass man es sich nicht herbeiwünschen kann, und es geht auch nicht auf Kommando einfach weg. Worauf ich hinaus möchte. Ich liebe dieses Gefühl, aber ich habe es seit Monaten nicht mehr verspürt. Und das ist auch gut so.

„Man kann nicht keine Lust auf Liebe haben.“, meinte kürzlich ein Freund zu mir, aufgrund eines Eintrages, in welchem ich schrieb, dass ich bis Frühling wohl nichts mehr mit Liebe zu tun haben wolle. Wobei er wohl sehr recht damit hat. Wenn es kommt, dann kommt es eben. Das ist wie Weihnachten und Ostern. Man rechnet einfach nicht damit und wusch ist es da. In dem was wir gerade im Tutorial besprechen, wäre das also die „structure“. Wie ich mich dann darauf einlasse, dass ist die „agency“. Schon klar. In die Struktur wird man hineingeworfen, in das Verliebtsein verliebt man sich mal eben so. Aber es kommt immer so drauf an, wie man sich selber darauf einlässt. Und ob man sich denn überhaupt einlässt.

Ja. Man liest schon richtig. Monsieur Melodramatique. Dieser Typ, der sich monatelang fragte, warum seine Exfreundin kein bisschen mehr für ihn empfindet, der sich ständig fragte, wann er denn endlich die Frau seines Lebens kennenlernen würde. Ja, dieser Mann wird sich auf nichts einlassen. Vor allem auf nichts, wo das Scheitern schon vorbestimmt ist. Liebe muss immer auf beiden Seiten stattfinden. Wie es ist, wenn es eben nicht so sein sollte, das habe ich schon zur Genüge zu spüren bekommen. Und sollte sich irgendwann einmal irgendjemand in mich verlieben, werde ich definitiv eines tun. Warten. Und sollte ich bemerken, dass ich nicht das geben kann, was von mir erwartet wird. Wenn ich bemerke, dass ich jemandem Schmerzen zufüge, dann würde ich die Notbremse ziehen. Ich kenne all das schon. Ich will nicht so sein, wie den Menschen, den ich in manchen Zügen verabscheue. 

Vielleicht lieber morgen. Vielleicht lasse ich mir jetzt einfach mal Zeit. Mit allem, irgendwie. Unter Druck gesetzt habe ich mich schon immer. Ich liebte es manchmal, und manchmal machte es mich aber auch nur einfach kaputt. Und auch das hat mir bis zu einem bestimmten Punkt Spaß gemacht, nur das Problem war, dass von da an alles unkontrollierbar weiterverlaufen ist. Ich erlebe gerade den größten Wandel in meinem Leben. Neue: Stadt, Bekanntschaften, Aufgaben, Visionen, Träume. Alles neu. Eben. Da könnte jetzt auch Liebe stehen. Schon klar: Neue Liebe neues Glück klingt immer gut. Aber wenn ich alles auf einmal haben möchte, dann sind Mittwoche wie gestern nicht ausgeschlossen. Und dann würde sich das vermehren und über die ganze Woche ausbreiten. Darum lasse ich es einfach. Ja. Wie sagt man so schön? Auf mich zukommen. Und werde mich jetzt auch zum ersten Mal so hineinstürzen, wie es sich gehört. Auch mal eine langweilige Vorlesung nicht besuchen, um mit Freunden auf ein Bier zu gehen (okay, das hatten wir schon ein, zwei Mal). Man muss nicht alles planen. ¡Viva la espontaneidad. Zugegeben, ich kann kein Spanisch. Aber, warum nicht mal wieder alles auf gemütlich, auf spontan, auf humorvoll setzen. Das wär doch was. Das wär ein völlig neues Erlebnis.

Und so mache ich nichts anderes, als irgendwie Spaß zu haben. Ich habe zwar erst heute eine Einladung zum Speed Dating abgelehnt. Aber das Leben ist viel zu kurz, um jetzt gerade in Zeiten persönlicher Unzufriedenheit die Welt zu hassen. Da kommt noch was. Vielleicht lieber morgen. Aber ich wollte nur anführen. Bei mir ist grad nicht. Funkensprühen und so. Kein Schmetterlingssex und kein Gedankenkollaps. Nichts. Und ich fühle mich. Ja. Gut.

Aber jetzt. Abschalten. Bitte. Da kommt nichts mehr.

Bild: Ein Ausschnitt aus dem Album Freischwimmer der Band Echt

Genug Liebe. Genug davon.

Vergiss doch bitte die.
Die Liebe.
Mit all ihren Worten.
Von.
Von ewig. Und für immer.
Von wir beide und. Und nur wir.
Vergiss diesen Traum.
Des Schwerelosen.

Liebe macht nicht.
Nicht schwerelos.
Nur der Traum, der Wunsch.
Der Wunschgedanke selbst.
Auf einmal geliebt zu werden.
Geliebt für all die Dinge.
Die man an einem selbst hasst.
Hasst, weil sie schwach machen.
Und dabei macht uns doch nur die Liebe noch schwächer.
Angreifbarer.
Einsamer.

Liebe ist falsch.
Nichts ist schmerzhafter wie.
Nichts ist einsamer wie.
Nichts ist wie die Liebe.
Die Liebe.

Die Liebe.

Sie tut weh. Sie nimmt weg.
Sie stiehlt Zeit, sie vereinnahmt.
Sie verändert dich.
Von Grund auf.
Kaum noch zu erkennen.
Die Liebe.
Ein Traum.

Der wunderschönste Traum der.
Der Welt.
Kaum erklärbar in Worten.
So schön, und so unglaublich.
Das höchste zu erreichende Gefühl.
Die Liebe.

Solange es noch Schmetterlinge gibt.

Genug Liebe. Genug davon. weiterlesen

Lass uns verschwinden.

Lass uns verschwinden.
Für ein paar Tage.
Für den Rest unsres‘ Lebens.
Einfach nur weg.

Dass niemand mehr weiß
Wie wir waren und
Wohin wir gingen.
Aus der Erinnerung verloren.

Lass uns verschwinden.
Ohne Bedenken.
Ohne Gedanken.
Einfach nur weg.

Dass unsere Gesichter verbleichen.
Die Tage verstreichen.
Das Leben hier endet.
Die Zukunft verblendet.

Lass uns verschwinden.
Aus dieser Welt.
Aus diesem Traum.
Einfach nur weg.

Kein Gedanke zurück.
Nur das Ich hier und das Du da.
Nur wir beide. Wir beide allein.
Alleine weg.

Alleine verschwunden.
In Einsamkeit gebunden.
Lass uns verschwinden.
Aus diesem Leben.
Aus dieser Welt.
Einfach nur weg.

Lass uns verschwinden. weiterlesen

Is this the world we created?

An manchen Plätzen kann man sie finden. Die Sonne. Du kannst fühlen, wie sie beginnt, deinen Körper zu wärmen, wie sie versuchte, deinem Herz Energie zu schenken. Aber es ist nicht einfach, einen solchen Platz zu finden. Ich suche nach meinem Platz schon lange. Seit Monaten. Aber manchmal spüre ich sie. Die Sonne, irgendwo weit weg. Wo ist sie hin, die Welt, die wir gemacht haben?

Ich hab dein Lächeln gesehen, als ich sanft diesen Baum berührt habe. Unsere Initialien haben wir darin verewigt. Mit diesem kleinen Herz um sie herum. Es ist nur ein winzig kleines Ding, aber jedes Mal, wenn ich an diesem Weg entlang gehe, sehe ich stets zu diesem Baum. Eine letzte Erinnerung für die Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Alles sonst ist verloren. Alles hat sich verändert, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe. Erkennst du mich denn noch? Und haben wir uns denn jemals wirklich gekannt?

Die Regentropfen fallen so heftig zu Boden, als wären sie Blitze. Die Stille ist fort, seit sich mein Leben in dieses Chaos entwickelt hat. Es ist schwer, nicht zurückzublicken. Alles schien so großartig, in diesen Tagen. Aber die Zeit von damals ist vergangen, und nie wird jemand es auch nur annähernd schaffen, die Vergangenheit für mich zu verändern.

Deine Liebe war einzigartig, deine Gleichgültigkeit exzessiv. Einen Fußbadruck hast du in meinem Leben hinterlassen und du bist eine der wenigen, die jemals ein Teil meines Herzens bekommen haben. Pass darauf auf. Denn manchmal stelle ich mir vor, dass wir uns noch einmal treffen könnten. Wie würde es sein? Wer würdest du sein? Wohin würden wir gehen? Und würde die Sonne uns auf unserem Weg begleiten? And am Ende des Weges, würde ich mich fragen: Ist das die Welt, wie wir sie uns vorgestellt haben?

English Version :: Ich hatte die Idee zu dem Text, wollte auf Neon Wilderness Englisch schreiben und habe bemerkt, dass ich meinen englischen Blog schon lange nicht mehr befüllt habe. Und so kam es, dass ich den Text zuerst auf Eternal Sunshine of a Spotless Mind online gestellt habe und dann auf Deutsch zu übersetzen versuchte. Mir persönlich gefällt er auf Englisch besser.

Foto: Ivan Zuber (flickr)

Weil a bissal Glick fia di nu laung ned reicht.

Dei Lochn. I hob’s nu imma in Erinnerung. So unvagesslich und so einzigartig. Wia soi des netta weidageh. Jetzt, noch so fü Tog und so fü Wochn. I wü di ned vagessn. Oba i schoffs a koan Tog, wie i ned zehn oder zwanzg Moi an di denk. Egal wo i hischau, ois erinnert ma an di. Wie soid i do nur irgendwia fertigwern mit oi dem Schmerz und oi de Gedaunken.

Aufoamoi warst du weg und mein Wunsch, di nuamoi zu seng, bereu i beinahe jeden Tog. Wia du do dortgleng bist, so koid, so zart. Dei Haut so sanft, dei Körpa so tot. Nia werd i des Büd vagessn, nia wieda werd i an di denka kinna, ohne a des letzte Büdl mit dia zu seng. Des geht nimma weg und es duat weh. So vadaumt weh, wia si des nur gaunz wenige vorstön kinnan.

Wei a bissal Glick fia di nu laung ned reicht. I wünsch da, dass da guad geht. Wünsch ma, dasd amoi lochst, nur fia mi. I wünsch ma, dass i di irgendwaun wieda moi gspia. Dei Wärm und deine wundaschen Aung seng kau. I wünsch da nua des Beste, und hoff, dass uns, de do bleim haum miasn, dass irgendwaun a uns wieda guad geht. Oba wos sog i, es wiad nia wieda so sei, wia’s scho amoi woa. Nia wieda wird mei Mama so wunschlos glückli sei, so befreit lochn, wias sis mit dia dau hot. Nia wieda wiad mei Papa a so großartiga Großvota sei und nia wiada wird dei Mama a gaunz a normales, glückliches Lem führn. Und i werd woi a jeden Tog an di denka.

Fia di reicht ka bissal Glick. Du soist ois Glick da Wöd erfahrn. Dia sois so guad geh, jiatzt, wo du weg bist, und i oiwei glaubt hob, i kau di vor oim Schlimmn beschützen. I hos ned kinna. Und dafür schenk‘ i da mei Herz, und meine Gedaunkn. I schenk da oi mei Liebe und an Kuss schick i da a. Du warst a außagewöhnlicha Mensch und i kau nua oiwei jeden Text üba di mit de Worte beendn: I lieb‘ di. Fia imma. Und i gfrei mi scho drauf, wenn ma uns endli wiedasehn.

Lost Message.

Mit ihren Lippen liebkost sie seinen Körper. Es ist still, nur manchmal hört man seine Stimme. Die wenigen Worte. Die Zeit steht, für einen kurzen Moment. Und nichts, rein gar nichts, verliert sich in diesen Sekunden. Man bleibt und bewegt sich keinen Zentimeter. Es ist, als wären sie zum ersten Mal verliebt, Tag für Tag. Minute für Minute. Nur viel intensiver.

Die Nacht durchlebt die schlimmste Dunkelheit seit Tagen. Die beiden Körper schlafen nebeneinander ein, die zwei Liebenden, Haut an Haut. Das Atmen übernimmt die Geräuschkulisse und mit dem letzten Schließen der Augen beginnt der Rausch der Nacht.

Als er am nächsten Tag seine Augen wieder öffnet, die Hand um ihren Bauch gelegt. Es ist alles so ruhig, so sanft. So rein, und unaufhaltsam. Niemand würde ihm glauben, wenn er versuchen würde, diese Gefühle in Worte zu fassen. Nichts ist schöner und nichts beruhigender, als neben dem geliebten Menschen aufzuwachen. Den Atem zu hören und den Duft von nackter Haut zu inhalieren. Stundenlang könnte er sie noch beobachten, wie sich langsam ihre Brust hebt und senkt. Mit einer sanften Geste streicht er ihr eine Sträne aus dem Gesicht.

Erschrocken öffnet sie die Augen. Doch schnell beruhigt sich ihr Herz. Sie wendet sich ihm zu. Schmiegt sich an seinen Körper. Gibt ihm einen Kuss auf den Hals und schläft wieder ein. Wie vieles wollte er ihr in diesem Moment versprechen. Wie viele Komplimente machen. In diesem Moment war er einfach nur glücklich. Streichelt ihr über den Arm und schläft wieder ein.

Liebe, Fantasie und Träume

All I Need. Das ganze Zimmer und die Welt am anderen Ende der Fenster sind dunkel. Finster, rabenschwarz. Nur dieser Bildschirm hier leuchtet und strahlt von meinem Bett aus. Die Nacht heute ist so verdammt still, nicht einmal das Zirpen gelangweilter Grillen oder der hektische Flügelschlag hyperaktiver Nachtfalter. Einfach nichts. Nur die Musik von Air und das Tippen der Tastatur. Ich, alleine in diesem, für eine Person doch verdammt großen, Bett. Und beinahe jede Nacht, kurz vor dem Einschlafen ereilt mich das Gefühl der Einsamkeit. Die Nacht wieder einmal alleine zu verbringen.

Was mir fehlt sind die Schmetterlinge. Das Kribbeln im Bauch, die Tagträume und das ständige Lachen auf meinem Gesicht. Mir fehlt die Zärtlichkeit, und die Liebkosung mit Worten und das Hauchen von Worten in mein Ohr, die Gänsehaut. Mir fehlt das gemeinsame Einschlafen, nackter Körper an nacktem Körper. Mir fehlen die stundenlangen, tiefsinnigen Gespräche und der zweite Teil des Wortes „wir“. Doch Schmetterlinge kann man nicht heraufbeschwören, und ist man nicht auf der Suche nach Nachtfaltern, kann es einige Zeit dauern, bis man den Nächsten erblickt. Und da hilft kein Warten und kein Hoffen und kein Suchen. Manchmal muss man die Einsamkeit eben akzeptieren.

Und so liege ich hier, mit verkrampfen Händen, waagrecht. Hier, und Air singt vom Cherry Blossom Girl und ich meine beinahe so ein Mädchen zu verdienen. Eine junge Frau, zu der genau dieses Lied passt, auf welches es zugeschneidert ist. Und irgendwie baue ich mir eine Welt mit Air auf. Amour, Imagination et Rêve. Liebe, Fantasie und Träume.

Once upon a time /at/ on hell of a party /I was looking for a/ new star in the sky. /I/ remember /the/ photograph /of the/ redhead girl /, that awful fucking/ napalm love. /And/ all i need ce matin la, Another day, somewhere between waking and sleeping /I/ run. /Looking for that wonderufl/ cherry bossom girl, /But the only thing I got, was a/ lost message. /Someone wrote four words:/ Amour, Imagination et rêve.

Die Nacht ist kühl und immer noch so verdammt dunkel. Eine Portion Schlaf bitte. Und Schmetterlinge. Extra verrechnen? Schon gut, machen sie sich nicht ins Hemd. Geht schon klar. Ich bezahle sowieso erst später. Okay?

Liebe, Wunschgedanke, Unfähigkeit und das abrupte Ende.

Auf Parties, so lustig sie auch sein mögen (und diese Party war bis auf die letzte Stunde definitiv wunderbarst lustig), kommt es immer mal zu der Situation, in der man zu reden beginnt. Über unerwiderte Liebe, über die Suche nach Mr./Miss Perfect. Und über die Unfähigkeit der Liebe, stets fair zu sein. Auch dieses Mal war es so, und mich stimmt das jedes Mal wieder so verdammt nachdenklich.

Liebe. Ja, wir alle sind auf der Suche nach Liebe. Nicht Sex. Liebe, ganz einfach: Zärtlichkeit, Nähe, das Gefühl über alles geliebt zu werden, das Berühren nackter Haut, Gespräche mit einem Menschen, den man beinahe Seelenverwandten nennen kann. Und vielleicht ruht hier auch schon das Problem. Die Tatsache, dass man sich jeden potentiellen Partner perfekt redet. Und sollte er einmal aus seiner Perfektion hinausgeraten, ist man am Boden zerstört. Niemand ist perfekt. Auch ich nicht. Das weiß ich nun auch schon seit längerem (und die Wiederauffrischung der Gedanken durch das NEON-Interview tat ihr Übriges) und bin vollkommen zufrieden mit diesem Gedanken.

Eine Freundin meinte, dass sie sich stets den Menschen, den sie sich in diesem Zeitpunkt gewünscht hatte, über kurz oder lang auch „bekommen“ hat. Ein paar Anhaltspunkte, und irgendwann stand er auch schon vor der Tür. Es ist alles schön und gut, aber fiel es ihr überhaupt jemals richtig schwer, jemanden zu finden. Nein. Überhaupt nicht. Solange ich mich erinnern kann, hatte sie immer jemanden bzw. jemanden in Aussicht.

Was soll ich mir schon wünschen? Ich habe Ansprüche. Vielleicht sogar zu hohe. Aber warum sollte ich meine Ansprüche senken. Und diese Ansprüche beziehen sich vielleicht zu 4% auf das Aussehen. Irgendwann würde sie schon vor mir stehen und das war’s dann. So in etwa. Ich habe keinen Dschini, keine drei Wünsche frei und ich mache mich definitiv nicht mehr auf die Suche. Man lernt einfach kennen und manchmal eben auch lieben.

Liebe ist etwas Wundervolles. Einzigartig bis ins kleinste Detail. Und ich weiß, dass ich mich in der Art, wie meine Freunde ihren Part als Beziehungspartner ausleben, vollkommen von ihnen unterscheide. Gerade heute hat mich zumindest eine Person wieder vollkommen genervt, und ich bewundere seine Partnerin für die Geduld und die Ausdauer. Ich würde alles anders machen und habe auch aus meiner ersten und bisher letzten Beziehung gelernt, niemals das Gefühl der Einengung aufkommen zu lassen. Ich wüsste schon, wie es geht, so viel steht fest.

Und dann gibt es wieder eine Freundin, die das Problem hat, dass dieser eine Typ sozusagen beziehungsunfähig ist. Ich kenne ihn nun schon seit sieben Jahren, und seit ich mich erinnern kann, habe seine potentiellen Freundinnen genau dieses Problem herausgehoben. Ist das denn wahre Liebe, wenn man sich einfach nicht binden möchte. Wenn zwar etwas am Laufen ist, man aber stets vermeidet, mehr aufkommen zu lassen? Ich weiß es nicht. Und ich verstehe es nicht. Dann sollte man einfach Nein sagen und sich vertschüssen. Aber dazu fehlt meist der Anstand und die Courage.

Und schlussendlich sind wir zu dem Fazit gekommen, dass das alles eigentlich an uns scheitert. Wir sind einfach ultimativ, wir sind die besten Beziehungspartner, und durch unsere Ultimativität fällt es uns schwer, jemanden auf gleichem Ultimativitätsniveau zu finden. Und nebenbei muss ich noch zugeben, dass zu diesem Zeitpunkt schon einiges an Alkohol geflossen ist (bei den Anderen) und ich schon heftig müde war.

Wenn denn nun die Frage aufkommt, ob ich denn nun endlich über meine Exfreundin hinweg bin, kann ich keine klare Antwort sagen. Ich habe sie schon lange nicht mehr gesehen, und weiß nicht, wie mein Herz reagiert, wenn ich sie das nächste Mal sehe. Aber ich nehme mir hiermit hoch und heilig vor, einfach mal wieder auf meinen Kopf zu hören, der mir stets sagt: Sie ist es nicht wert. Wir hätten groß werden können, die Helden von heute. Und für sie hat es eben nicht zum Heldentum gereicht.

Wobei nun auch noch dieses eine Verständnisproblem für uns alle auftaucht. Wie kann bei einer Person von einem Moment auf den anderen die Gefühle weg sein. Man trennt sich, heult vielleicht mal ein, zwei Tage oder auch ’ne Woche und dann ist man so gut wie drüber hinweg. Während der andere (das wären dann wir) noch Wochen, Monate, und im Maximalfall 4 Jahre dranhängen (mein Maximum sind 2,5 Jahre). Und das Rechenbeispiel, all die unnötig verstrichene Zeit nach einem Beziehungsende noch draufging, bis man sich endlich wieder neu verlieben konnte. Darüber mag man dann nicht nachdenken. Deswegen bleiben wir wohl bei unserer Ultimativitätstheorie. Da steigen wir wenigstens mal wieder richtig gut aus.

The Riddle. Solved.

Da wurde aber auch mächtig gemutmaßt. Und was soll ich sagen. Nach einer siebzehnminutigen Interviewerei gestern und einer elfminütigen Abänderung wird meine Telefonrechnung diesen Monat jene vom letzten defintiv übersteigen. Und ich denke, jetzt ist es an der Zeit, euch das große Rätsel aufzulösen.

Die ersten Gedanken von Luca und René und der Gedankenblitz während einer Toilettensitzung von Lucy hatten Recht. Ich komme in die NEON. Ich und Neon. Was und wieso und weshalb und warum. Die wirklich wunderbar nette Redakteurin Annabel Dillig arbeitet für eine der nächsten Ausgaben an einer Reportage. Das Thema könnte man mit „Wenn aus Liebe Abhängigkeit wird“ beschreiben. Ich weiß noch gar nicht, wie viel ich verraten darf, aber nun gut.

Sie wurde auf mich, einen alteingesessenen NEON.de-User aufmerksam durch einen Text, den ich im April 2007 geschrieben habe. Ohne großen Hintergedanken muss ich zugeben. Ein minimal literarischer Liebestext, vollkommen autobiografisch. Hier kann man ihn auf NEON nachlesen, und hier in meinem Blog. Zugegeben, jetzt, nach so langer Zeit war es unglaublich interessant, ihn wieder zu lesen. Und da der Text so wunderbar zur Reportage passte, kontaktierte sie mich.

Gestern eben das Interview, welches für mich, so gesehen, als erstes Interview, wo es um meine Person ging, ever, wunderbar unproblematisch war. Annabel war freundlich und ich mit meinem oberösterreichischen Dialekt manchmal wunderbar unverständlich. Aber schließlich wurde alles aufgeschrieben. Nach einer Abänderung heute Nachmittag ist der Text fertig und wandert ins Layout. Das wars also schon, werdet ihr jetzt fragen.

Beinahe. Denn Annabel gibt meine Telefonnummer auch noch an die Foto-Redaktion weiter. Und die werden mich demnächst besuchen (ist ja kein so großer Weg von München zu mir). Also kommt auch ein Bild rein. Von mir. Von mir zuhause. Oder so. Ach, da muss ich noch mein Zimmer aufräumen. Oder … ach.

Naja, die NEON hat in Deutschland eine Auflage von über 200.000 Exemplaren. Ich werde mich höchstwahrscheinlich in der September-Ausgabe befinden (erscheint Mitte August), und bin schon mal selbst gespannt, wie es sein wird. Und wenn ihr euch das nun alle kauft, vielleicht bemerken sie dann, dass sie mich öfter in die Zeitung reinbringen müssen. Wobei …

Ich kann jetzt ganz ungeniert sagen, dass dies mein größter Erfolg in Medien bisher ist. Ich las bei einer Lesung meine Texte und bekam Anerkennung. Ich wurde in Tageszeitungen veröffentlicht und bekam Anerkennung. Aber die NEON. Das ist einfach sowas von bombastisch. Ein so großes Medientier hatte ich noch nie zuhause im Streichelzoo. Mein großer Durchbruch also? Als was. Ne. Nur ein wunderbares Ereignis. Ein schönes Geschenk für den schüchternen Egozentriker.

Und gerade der erste Satz in der ersten Nachricht von Annabel –

Gerade habe ich deinen Text „Führe mich sanft“ gelesen, den du 2007 auf NEON.de veröffentlicht hat. Er hat mich sehr bewegt!

– spornt mich wieder an. Am Buchprojekt weiterzuarbeiten und wieder vermehrt minimal literarisch zu schreiben. Denn das ist ja mein Ziel. Zu bewegen, in welche Richtung auch immer.

Eine Information, wann ich wo, wie zu finden bin, erhält ihr kurz vor Beginn der jeweiligen Ausgabe. Und so. Das wars. Pah. Überraschung! Hm.