Grenzen.

Komm, wir müssen weg. Müssen laufen, weg von hier, hinaus in die Welt. Uns verstecken, vor der Angst und uns mutig entgegenstemmen. Nimm meine Hand, ganz fest, nimm sie und versprich mir, dass du sie nie wieder loslassen wirst. Wir ziehen davon, haben die Macht, haben den Mut und trotzdem keine Ahnung. Keine Ahnung wohin, keine Möglichkeiten, und doch hindert es nicht, uns hineinzustürzen. In den Sog der Gewalten, in die Summe der Ereignisse. Lass mich hinein, in deinen Kopf, deine Gedanken, lass mich Teil werden deiner selbst. Nur gemeinsam können wir es wagen, können träumen vom Leben gemeinsam zu zweit. Gemeinsam allein. Und doch müssen wir weg hier, müssen raus, hinaus in die Welt. Hinaus aus der Stadt, über Grenzen hinweg, über Hürden und über Mauern. Nichts soll uns aufhalten auf unserem Weg ins Irgendwo. Und wir würden uns trauen, würden das Auto nehmen, würden losfahren. Verdammt, wer braucht schon ein Ziel. Wir würden halten, halten im Niemandsland, würden uns betrinken, würden kotzen vor Freude, würden Drogen nehmen, einfach nur um der Drogen wegen. Würden leben als gebe es kein Ende. Wir würden Geheimnisse zieren, du die meinen und ich die deinen und wir wären so unvernünftig, so verdammt einzigartig. Und dann, meine Liebe, dann hätten wir, ja, dann hätten wir wohl alles erreicht.

[Leichte Inspiration: Text 51: Ein Geheimnis, das Ihr niemandem erzählen könnt | Roman Held]

Untergang.

„Als die Welt zu Ende schien, gab es keine Hoffnung mehr. Nichts war mehr da. Alles dunkel. Der Untergang konnte losgehen.“

Ich schreibe mal wieder an meinem Buch. Mit einem Bleistift in mein Moleskine. Immer mal wieder versuche ich, neue Sätze, neue Absätze, neue Ideen einzubauen. Das soll er werden, mein erster Roman. Meine Geschichte. Das Buch, dass irgendwann einmal im Buchladen steht, mit meinem Namen darauf und voll mit meinen Gedanken und meinen Worten. Ich träume schon wieder. Denn wer sollte das denn lesen wollen? Worüber es geht? Schwer zu sagen. Ich überlege noch. Die Handlung ist mir noch nicht ganz klar, versteht ihr? Es ist alles nur ein Gedankenkonstrukt, eine Geschichte, die sich nach und nach, Absatz für Absatz in meinem Kopf aufbauen wird. So hoffe ich zumindest.

Das tat ich schon immer gerne. Damals, als ich dreizehn Jahre oder so alt war, schrieb ich meine erstes Werk. Über vier junge Menschen, ein befreundetes Geschwisterpaar, meine Schwester und ich. Wir waren die Knickerbocker Bande Oberösterreichs. So ungefähr konnte man es sich vorstellen. Ich habe die Geschichte nie fertig geschrieben, aber schon damals hat man mir gesagt, dass ich unbedingt weiterschreiben solle. Ich hätte Talent, meinte man damals. Dann war lange Zeit nichts. Eine gähnende Leere, bis ich schließlich innerhalb von zwei Wochen 70.000 Worte zusammengeschrieben habe. Eine Geschichte über mich, über mein Leben. Über dieses unendliche Pack Leid, dass ein jeder Mensch erleiden muss. Über diesen Weltschmerz, der nie wieder weggehen wird. Doch dann war die Pubertät schon fast wieder vorbei un ich bemerkte, wie übermäßig dramatisch und in Wahrheit wie lächerlich diese Geschichte ist. Aber es stimmt ja: In der Pubertät ist man wirklich ganz schlimm dran. Vor allem, wenn man eigentlich ein so schönes Leben wie ich leben konnte. Ich habe alles eingepackt. Drogenexperimente, Selbstmordversuche, Krebsdiagnose. Hautpsache mehr Drama. Dabei ist doch das Leben wie es wirklich ist viel spannender. Denke ich mir zumindest.

„Es fühlte sich an, als würde es keinen Morgen geben. Oder vielleicht hätte es ja einen Morgen gegeben. Nur ich wünschte mir, dass es das ein für allemal war. Dass nichts mehr kommt. Dass mein Schmerz nicht mehr wachsen könne, sondern hier sein jähes Ende erleben würde.“

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 12 „Annäherung“]

Tapetenwechsel.

Ich falle hinein, falle heraus. Halte mich fest, stürze zurück. Stoße mich und blicke nach vorne. Hinein in dieses grelle Licht aus Dunkelheit erbaut.

Wie viele Jahre mag es denn nun schon her sein, als ich mehrmals jährlich in diesem großen Zimmer mit diesem großen Bett, dem riesigen Kasten und den zwei Fenstern hinaus zu den Obstbäumen, schlafen durfte. Und ich minutenlang Probleme hatte, nach dem Abdrehen des Lichtes die grässliche Tapete aus dem Kopf zu bekokmmen.

In welchem ich einen meiner ersten Liebeskummer zu verarbeiten versuchte, immer mit den Gedanken und dem Aufeinandertreffen. So viel Schmerzhaftes. Das Zimmer ist schon nicht mehr. Das Bett auch nicht. Nur die Fenster scheinen noch zu sein. Und es stimmt. So sehr sich auch die Welt verändert, und Dinge verschwinden, die früher einmal die Grenzen der Welt bedeuteten, so bleibt doch immer die Erinnerung. Wie viele Jahre mag es her sein.

„Wovon sprichst du?“. Von der Seite sprichst du mich an. Ich habe meinen Blick nach oben erhoben und versuche sinnlose Details an der Decke zu finden. Einfach so vor mich hingesprochen, erfasse ich die Frage gar nicht wirklich. Erst dann. „Von Erinnerungen.“ Sicherlich folgt jetzt die Frage, wie ich darauf komme. Ich nehme sie vorweg und verwerte hingegen schon die Antwort. „Weil …“ Ich stocke.

Immer mal wieder beginne ich ohne ersichtlichen Grund. Versinke in den Erinnerungen, die mir eigentlich schon lange nicht mehr untergekommen sind. Jetzt tauchen sie wieder auf. Wie die raren Rückfälle in die Vergangenheit, die Alzheimerpatienten öfter mal haben. Wo dann alles stimmt, während in der Gegenwart so vieles falsch zu laufen scheint.

Ich kehre zurück zu unserem Gespräch. Und während ich dich so ansehe, wundert es mich, wie sehr es mir bei dir auffällt. Wir haben uns jetzt mindestens schon zwei Jahre nicht mehr gesehen. Und während wir uns alle irgendwie weiterverändert haben, ich ein Anderer wurde, und mein Freundeskreis sich weiterentwickelt hat, bist du immer noch der Gleiche. Irgendwie erschreckend. All die Veränderungen die die Entwicklung mit sich bringt, scheinen an dir vorübergegangen zu sein.

„Worüber sprachen wir?“, frage ich. „Über unsere Liebesleben.“. Du lachst. Und ich versinke wieder in Erinnerungen. Wieso muss das in jedem Gespräch zum Thema gemacht werden. Und während du mir von deiner Freundin und den beiden Exfreundinnen erzählst, die du seit den letzten zwei Wochen hattest, beginne ich zu lächeln, drehe das Licht ab und bekomme einfach diese grässliche Tapete nicht mehr aus dem Kopf.

[Ein Beitrag von vor vier Jahren. Und ich weiß übrigens nicht mehr, über wen ich da geschrieben habe.]

Irrsinn.

Halt. Ihr müsst mich nicht verstehen. „Zugestiegen?“ – „Hier, bitte.“ Der Schaffner. Ein weiteres Mal und ich krame in meiner Tasche nach Lektüre, nach Unterhaltung, nach irgendeiner Form der Ablenkung. Ein Notizblock. Und da … ein Kugelschreiber. Ich beginne zu kritzeln, male kleine Formen darauf, schreibe Worte, kratze Gedankenblasen in das Papier. Manche würden es als Kunst bezeichnen, für mich ist es ein Abbild meines inneren Chaos. Versteht mich nicht falsch. Ich bin kein verrückter, vereinsamter Freak. Nein, wirklich nicht. Aber ich kenne mich und es ist nicht das erste Mal, dass mir sowas passiert.

Nicht in dieser Form, natürlich nicht. Aber es gibt gravierende Ähnlichkeiten. Und ich ärgere mich ganz einfach darüber, dass ich nichts daraus gelernt habe. Ich bin einfach der Typ für dieses „Hals über Kopf“, für dieses „Auf den ersten Blick“. Ich bin dieser verträumte, hoffende Typ, der auch schon mal zwei Jahre einem Mädchen hinterherläuft, dass in Wahrheit nichts von einem will. Und dabei würde es doch soviel einfacher gehen. Nur, in Sachen Liebe nehme ich nur sehr ungern diesen Weg der Einfachheit. Wenn, dann kompliziert … und dann natürlich auch wenig zielführend.

Die Stationen ziehen vorbei, der Zug leert sich schön langsam. Nicht mehr lange, und ich stehe wieder am Bahnsteig, an dem meine Geschichte begann. In diesem Dorf, dessen einziger Vorteil es ist, dass es nahe an einem See liegt und man auch einfach mit dem Zug woanders hinfahren kann. Ein Ort, der aufgrund fehlender Relevanz vor allem eines ist: ein Paradies für alte Menschen. Grausam, an genau so einem Ort aufzuwachsen. Aber im Grunde habe ich die bisherige Hälfte meines Lebens in der Nachbarstadt, an genau jenem See verbracht. Mein Dorf ist so etwas wie die Vorstädte aus den amerikanischen Filmen. Nur hatten wir keine großen Gärten mit radfahrenden Kindern, keine Briefkästen am Gehweg, keinen Zeitungsjungen und keine weitläufigen Straßen, die zum Fußballspielen oder Rollschuhhockey einluden. „Wunderbare Jahre“, wie die Serie über damals, konnte man hier nur mit sehr viel Willenskraft und Optimismus hinter sich bringen. Aber ich übertreibe wahrscheinlich. Zumindest kann ich behaupten, dass ich, seit ich 13 war, begann, mich in Wien zu verlieben. Diese Gegensätze: hier ein paar Tausend Einwohner, dort die Millionen. Hier die gähnende Leere, dort das pulsierende Leben und die unglaublichen Möglichkeiten. Und während andere noch nicht wussten, was sie nach ihrem Abschluss machen möchten, hatte ich schon jahrelang einen Plan für mich festgelegt. Und genau den habe ich diese Woche angetreten.

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 3 „Kennenlernen“]

Irgendwann.

„You’re so fucking special.“

Am Liebsten würde ich dir stundenlang über dein Gesicht streichen. Würde dir sanft über die Haare fahren, die Augen schließen und sie wieder öffnen. Würde mich konzentrieren, auf deinen Atem, auf deine Bewegungen. Aber es fällt mir so schwer. Dir so nahe sein zu dürfen, bedeutet mir die Welt. Mich an deine Haut zu schmiegen, dich zu küssen.

Manchmal frage ich mich echt, womit ich das verdient habe. Womit ich dich verdient habe. Ich habe immer nach dir gesucht, nach dieser Person, bei der man ankommen kann. Bei der man ist, wie man ist und nicht sein muss, wie man soll. Nach diesem einen Menschen, der mir alles gibt, und mit einem Lächeln schon die Welt verändern kann. Es ist so unglaublich, dass es nun Wirklichkeit ist. Dass du Wirklichkeit bist und all meine Liebe nicht mehr nur Theorie ist.

Es fühlt sich an, als wären wir schon ewig ein Paar, und die nahende Ewigkeit kann nicht schnell genug vergehen. Und irgendwann wird es dann endlich soweit sein. Dass ich dir stundenlang übers Gesicht streiche, dir sanft über die Haare fahre und mich auf deinen Atem konzentriere. Tag für Tag.

Alleine.

„Wir werden immer alleine sein.“, flüstert sie in mein Ohr und ich will nicht begreifen, was sie mir damit zu sagen gedenkt. Doch meine Gedanken spinnen sich ihren Weg und ich lasse mich mitreißen, von dieser Ahnungslosigkeit, von dieser Aussichtlosigkeit. Will vergessen was war, und begreifen, was schlussendlich ist. Aber im Grunde ist es vollkommen irrelevant, wie man hierher gekommen ist. Hier, zu diesem Punkt, an dem die wortlose Sprache zu überwiegen droht.

Wie lange ist es eigentlich her, seit ich damals, seit wir. Seit wir uns kennengelernt haben, uns das erste Mal sahen? Vielleicht ein paar Monate, vielleicht ein halbes Jahr, keine Ewigkeit. Nichts Gröberes, nur etwa ein paar hundert Tage. Damals, in diesem Zug, in einem dieser Züge.

„Mein Name ist Noah.“, werfe ich in einen Dialog ein, der gerade sein Ende zu finden scheint. Die junge Frau mir gegenüber steht plötzlich auf, kurz bevor der Zug seinen Stillstand findet, grinst mir zu, nimmt ihre Leinentasche und meint nur ein leises „Tschüss, Noah.“ Und schon ist sie weg. Ist weg, so schnell und leise, wie sie auch in meinem Leben aufgetaucht ist.

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 1 „Heimat“]

Vier.

Vier Monate.

Es fühlt sich so perfekt an. So atemberaubend. Wenn man stundenlang nebeneinander schläft, nur um sich kurze Zeit später wieder in den Schlaf zu wiegen. Um den halben Tag im Bett zu verbringen, Musik zu hören, sich Träume zu erzählen. Sich zu küssen.

Vier Monate sind vielleicht nichts. Für mich waren sie 122 wundervolle Tage, ein Anfang. Ein Traum.

Freunde.

Emilys Frage, und all meine Ausschweifungen haben wieder viele Gedanken aufgeworfen.
Hannah und ich. Meine Erlebnisse mit ihr. Sie haben mich zu dem gemacht, was ich bin.
Zum briefeschreibenden Typen, zum harmoniebedürftigen Nachdenkmenschen. Zum
Ewigkeitshasser. All das bin ich wegen ihr geworden. Und bis ich Emily kennen-, bis ich sie
liebengelernt habe, habe ich dieses Gefühl, diese Schmetterlinge, dieses Gefühl eine Frau auf diese Art und Weise so nah zu sein, bis dahin habe ich es vermisst.

„Und ihr habt euch im Guten getrennt oder etwa nicht?“
– „Doch, doch. Wir haben uns, nachdem wir beschlossen haben, Schluss zu machen, sogar
noch stundenlang am Küchenboden unterhalten, haben geredet, gelacht. Und geschwiegen. Es fühlte sich wirklich richtig an. So … wie ein perfektes Ende einer beinahe perfekten Beziehung, sozusagen.“
„Und dann?“
– „Dann haben wir etwas Unmögliches versucht.“
„Was denn?“
– „Freunde zu bleiben.“
„Was ist daran unmöglich. Klar … es ist schwierig, aber unmöglich?“
– „Naja, die meisten Leute vergessen, dass es in einer Beziehung in erster Linie um Liebe geht. Kennt man sich zuvor noch nicht allzu lange, so ist danach immer noch nichts da, worauf man aufbauen könnte. Viel besser wäre es, zu sagen: ‚Lass uns Freunde werden.‘, findest du nicht?“
„Hm.“
– „Weil Liebe nicht Freundschaft ist. Umgekehrt vielleicht. Auf einer Freundschaft kann man wunderbar eine Liebe aufbauen. Aber andersrum? Unmöglich. Da muss man bei Null beginnen. Von Grund auf.“
„Vielleicht hast du recht.“
– „Emily?“
„Mhm?“
– „Lass uns Freunde werden, Emily. Okay? Bitte! Lass uns Freunde werden.“

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 15 „Berührungen“]

Personenschaden.

Unsichtbar.

Erwartungsvoll sehe ich auf den Schienen entlang, bis der Zug um die letzte Kurve vor dem Bahnhof herüberbiegt. Zurück nach Wien. In die Stadt meiner Träume. In das Moloch voller Blaulichter und Sirenen. Ich finde einen Sitzplatz, finde aber nicht wirklich Zeit, mich gemütlich niederzulassen. Ein weiteres Mal müsste ich noch aussteigen, müsste umsteigen in den Zug, der von Salzburg bis Wien die Leute auf der Strecke aufsammelt. Und erst da könnte ich mich wohnlich einrichten, könnte iPod, Buch und Taschentücher vor mir auf das kleine Tischchen legen.

Im Internet habe ich schon gelesen, dass heute starker Reiseverkehr sein könnte. Also alles nur rein theoretisch. Als der Zug einfährt, stehen schon unzählige Menschen vor den Ausgängen, leerer wirken die Waggons dadurch aber auch nicht wirklich. Ich zwänge mich hinein, bleibe freundlich und helfe der alten Dame, ihren viel zu schweren Koffer hinaufzuhieven. Innen drinnen, in diesem Zug, wuselt es. Hier wollen ein paar kleine Kinder vorbei, dort schnarcht ein alternder Businessman, dort hinten häkelt eine junge Frau. Ich verzichte dankend und lasse mich in einem Ende des Waggons, und in sehr ungünstiger Nähe zum nächsten WC nieder, stecke mir die Kopfhörer in die Ohren und möchte abschalten. Versuche es zumindest und warte, bis die Welt wieder einmal vor meinen Augen vorbeizieht.

Die Toilette neben mir hat Hochbetrieb. Ständig geht jemand rein, fast genauso oft kommt ich wieder irgendjemand raus. Der Duftpegel steigt mit jedem weiteren Passagier. Aber es wird nicht leerer. Es kommt mir sogar so vor, als würden von beiden Enden des Zuges immer noch mehr Leute auf den fahrenden Zug aufspringen. Ich denke an Anna, an mein Zimmer im Studentenheim, frage mich ob Klaus immer noch da ist. Oder schon wieder. Oder je nachdem. Die Stationen rasen an mir vorbei. Bis der Schaffner schließlich Linz ansagt, und ich, der seine vergangenen Durchsagen nicht hören konnte, wundere mich ganz plötzlich vor den herannahenden Menschenmassen, die sich diese Stadt inmitten Oberösterreichs zu ihrem Endbahnhof erkoren haben.

Für kurze Zeit mache ich mich unsichtbar. Wandere in einen Zwischengang zwischen zwei Waggons, in diesen Bereich, der von zwei knapp aneinander auftretenden Türen abgegrenzt ist. Der dunkel, laut und nicht gerade sehr heimelig aussieht. Und sich schon gar nicht so anfühlt. Der Zug verliert an Last, gefühlt eintausend Menschen leichter, setzt er sich wieder in Gang. Und ich, mit Sack und Pack, möchte mich schon wieder auf den Weg machen. Auf die Suche nach einem Sitzplatz. Auf die Oddyssee einer Zugfahrt. Ehe eine der beiden Türen aufspringt. Ich zucke zurück.

„Hallo Noah.“
– „Hallo!?“
„Ich bin Emily.“

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 6 „Heimwärts“]