Von vergebenen Chancen.

Und dann dieser eine Moment. Perfekt darauf abgestimmt, nach unnötigen überbrückenden Stilmitteln, ein Abschluss für diesen Abend zu sein. Ein wunderschöner Moment und der Anstoß für unzählige Zahnräder, die beinahe schon eingerostet, wieder zu rotieren beginnen. Aber ich habe dazu gelernt. Ich habe aufgehört zu träumen. Träume sollen nicht mehr Oberbefehlshaber in meinem Leben sein. Viel lieber genieße ich es in der Erinnerung des Moments zu schwelgen. Der persönlichen Perfektion so nahe.

Und dann dieses Gespräch. Virtuell, wie so vieles. Und die Erkenntnis, dass dieser Moment nicht überraschend kam. Er kam vor allem: viel zu spät. Es gibt sie immer noch, diese Vergangenheit, die in Komplikationen und unnötigen Fahrspurwechseln kaum zu überbieten ist. Die mich einmal hoch schweben, ein anderes  Mal tief fallen ließ, immer hinein in den Sumpf der Ungewissheit, resultierend aus dem Moloch der unbändigen Feigheit.

Und ich beginne darüber nachzudenken. Viele Monate lang habe ich, jedes Mal, wenn ich meine natürlich angeborene Feigheit überwunden hatte, eine schwere Enttäuschung erlitten. That’s part of the game. Das wissen wir alle. Aber treten diese Enttäuschungen einmal in Rudeln auf, wagt man sich kaum mehr raus, vor die Tür. Wagt wichtige Schritte ganz einfach nicht, weil zu viel aufgebaut und zu viel zerstört werden könnte.

Und durch diesen einen Moment aus Absatz Eins erfährt man, dass es doch noch so etwas Schönes gibt und fühlt sich sicher und ja. Auch selbstbewusster. Ohne all dem, wäre ich wohl noch hängengeblieben in meinem Kreisverkehr, hätte jede Ausfahrt versäumt und wäre wohl so lange gefahren, bis der Tank leer gewesen wäre.

Und selbst wenn das hier nur ein Moment war. Nur ein Moment und nicht der Beginn etwas ganz Besonderen, wie ich insgemein hoffte. Und selbst wenn die Enttäuschung gerade nicht zu leugnen ist, so denke ich daran, dass es nun einfach weitergehen muss. Ich darf mich nicht unterkriegen lassen, mich von der Enttäuschung leiten. Das hier ist es vielleicht doch. Der Start, der Beginn etwas ganz Besonderen.

Vergebene Chancen sind immer die Möglichkeit für einen Neubeginn. Für ein „Restart“ der besonderen Art. Ich fühle mich, trotz Enttäuschung und Rückschlag immer noch außergewöhnlich gut. So soll es weitergehen. Mit einem Smile on my face. Und der Musik im Ohr und der Realität stets im Auge. Scheiß auf all die Träume.

Foto: AleGranholm | flickr | creativecommons

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